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Master Blaster - We love Italo Disco (2003) - Album Kritik

Erstellt von obsession, 26.05.2003, 18:11 Uhr · 14 Antworten · 2.678 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von obsession

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    Es freut mich immer wieder, wenn die wohl kultigste Musikrichtung der 80er auch den jüngeren Generationen zugänglich gemacht wird und war aufgrund der Vorankündigung der Tracklist bei amazon deshalb auch recht gespannt auf das Debut-Album von Master Blaster, welches ja bereits im Titel eindeutige Reminiszenzen aufweist. Soooo schlecht waren die beiden zuvor veröffentlichten Singles "Hypnotic Tango" & "How old r u" ja nun auch nicht. Allerdings muss ich deutlich sagen, dass mir das dämliche "MÄÄÄÄSTA BLÄÄÄSTA" Gebrülle etwas auf den Geist geht und man stattdessen lieber auch die Strophen hätte singen (lassen) sollen, um die gewisse Monotonie, die diese Produktion umweht, etwas vermindert.

    1. Intro
    So - nun hinein mit der CD in den Player und dem knapp zweieinhalbminütigen Intro gelauscht. Ein wenig mit der Bassdrum produziertes Herzbuppern und dann kommt er... Der Ruf der Wildnis: MÄÄÄÄSTA BLÄÄÄÄSTA... Als hätt' man es nicht geahnt. Danach spielen die Produzenten etwas mit diesem Sample und der Nervfaktor steigt in kurzer Zeit in ungeahnte Höhen. Dann erscheinen die typischen Schredder-Keychords, die fast 1:1 aus "How old r u" übernommen sind. Danach klingt das Intro mit einem erneuten MÄÄÄSTA BLÄÄÄSTA aus und gibt den Weg frei für....

    2. How old r u - Original von MIKO MISSION
    Die meiner Meinung nach beste Nummer des Albums und identisch mit der zuvor veröffentlichten Radio Version. Wie bei den meisten anderen Cover-Tracks des Albums wurde auch hier ein Sample des Originals von Miko Mission benutzt (der Refrain). Wie gesagt, hätte man die Strophen nicht nur mit Keyboard-Geschredder untermalt, sondern auch mal richtig gesungen, hätte das Ding sicherlich ein potentieller Sommerhit werden können.

    3. Hypnotic Tango - Original von MY MINE
    Mit diesem Track fing ja bekanntlich alles an. Auch dieser Track gefällt mir bis auf das ewige "MÄÄÄSTA BLÄÄÄSTA" recht gut. Wie auch bei "How old r u" gibt's diesmal sogar zwei Originalsamples (Basslauf & Refrain). Da der Titel weitgehend bekannt sein dürfte, wandert mein Finger auf die Skip-Taste...

    4. Pamana (Quima Ya)
    Die erste eigene Nummer, wie uns das Booklet verrät. Relativ monotones Bassdrum-Gestampfe auf dem immer gleichen Bass-Ton. Dazu ein
    (fast) unverständliches Vocal-Sample (ich versteh' da immer Patta-Patta oder so). Plötzlich ein fast Scooter-mäßiges "Daaance !" - "Spin around!!!" - "Push it" und "Yeeeeeeah!" plus... Ihr könnt es Euch denken - "Määästa Blääästa". Die Harmonien setzen ein und das ganze Spiel beginnt von vorn - und das 7:30 Minuten lang. Keine Hookline, kein Gesang und deshalb Langeweile pur! Also schnell zum nächsten Titel...

    5. Another life - Original von KANO
    Ah, Another life... Diesmal denkt man, man hört einen dieser neueren Italo-Dancemixes, wo einfach nur ein neuer Drumtrack über den Titel gelegt wurde. Obwohl im Booklet nur steht "Contains a sample", wurde fast der komplette Original Italo-Disco-Track von Kano verwurstet und deshalb gibt es natürlich auch durchgängigen Gesang. Nach dem ersten Refrain werden einem wieder die üblichen Keyboard-Harmonies geboten, aber da die Nummer nach nur 3:31 Minuten ähnlich kurz gehalten wurde wie die ersten beiden Singles tippe ich mal, dass es sich hierbei um eine potentielle dritte Single handeln könnte.

    6. Delirium Mind - Original (Delirio Mind) von SCOTCH
    Auf diesen Titel hatte ich mich am meisten gefreut, weil das Original ein echter Kracher ist. Ebenso mit dem "Laaaaalaaaalaaa"-Intro von Scotch kann man einiges anstellen und die E-Gitarre nach dem Refrain ist meine absolute Lieblingsstelle. Umso mehr verwunderte es mich, dass bei diesem Titel kein Vermerk im Booklet steht, dass ein Sample aus dem Original benutzt wurde.
    Das Stück beginnt enttäuschend mit einem 1-minütigen Intro, welches rein aus Drums und Bass besteht. Danach wird gesungen... Als vermeintlicher Chorus wird uns die Melodie aus dem eigentlichen Original-Intro vergegaukelt - aber nicht gesampelt, sondern nachgespielt. Keine E-Gitarre, kein Sample - kurz: kein gutes Lied... Für mich die größte Enttäuschung des Albums... Und auch hier wieder 5:30 Minuten verbraten.

    7. Back in your Arms - Original EDDY HUNTINGTONs "USSR"
    Auch hier wird einem laut Booklet eine scheinbare Eigenkomposition vergegaukelt. Diesmal gibt's weibliche Vocals und schon die Harmonien der Strophe kommen einem verdächtig bekannt vor. Als dann der Refrain ertönt, bemerkt auch der Italo-Disco-Laie recht schnell, dass hier aus U-S-S-R einfach BACK-IN-YOUR-ARMS gemacht wurde. Vielleicht hatten die Jungs von Master Blaster ja vor, den Titel 1:1 zu covern, aber die Original-Komponisten haben sich geweigert. Ein solches Phänomen gab's ja auch schon mal bei U96s "Heaven", bei dem Alex Christensen sagte, dass dies eine Coverversion von Cindy Laupers "Time after Time" sei, nur der Verlag die Original-Lyrics nicht rechtzeitig freigeben wollte.

    8. Pay 4 ur life
    Auch bei diesem "eigenen" Titel handelt es sich zunächst um eine eintönige Trance-artige Nummer. Aufgebaut ist der Track wie die beiden ersten Singles, d.h. es gibt einen Refrain, der mehrmals gespielt wird und von den typischen Master-Blaster-Elementen umrahmt wird. Durchschnittlich und nichts besonderes...

    9. Get closer Original von VALERIE DORE
    Nachdem SCOOTER sich an Valerie Dores "The Night" herangemacht haben, setzen die Jungs von Master Blaster auf den meiner Meinung nach besseren Titel der Italo-Sleaze-Queen, deren Gesicht auf den Plattencovern nicht zur Stimme gehörte, wie es oft in der Italo-Disco-Szene war und ist.
    Nach fast 2 Minuten gibt's dann auch endlich das Original-Sample des Refrains, aber leider wieder keine Strophe. Da auch dieser Track wieder auf 7 Minuten (!) gestreckt wurde, macht sich bald gähnende Langeweile breit.

    10. Happy Children Original von P.LION
    Auch hier wurde wieder ein Original-Sample verwendet und der Titel wieder künstlich auf 7:30 Minuten gestreckt. Spätestens hier hat der geneigte Hörer eigentlich genug von diesem Album... Monotonie, welche nur durch die Original-Samples an Wert gewinnt...

    11. Master Blaster Italo Boot Mix Original von Mario Aldini & Axel Breitung
    Einfallsloser Megamix der "Hits" des Albums. Keine Effekte bei den Übergängen à la Deep Dance & Co., sondern eine relativ simple Aneinanderreihung der Songs.

    12. Outro
    Pumpender Bass und spherische Keyboardstrings plus eine Keyboardline, die entfernt an Nenas "Nur Geträumt" erinnert. Dazu der tosende Applaus von einem imaginären Publikum und das übliche Gebölke...

    FAZIT
    Lohnt sich definitiv nicht! Man hat den Eindruck, hier wurde schnell ein Album um die beiden Singles produziert. Von 12 Titeln, sind bereits zwei Intro und Outro. Von den restlichen 10 sind 6 (mit der dreisten Kopie "Back in your Arms" eigentlich 7) Titel Cover-Versionen, die ohne großen Aufwand erstellt wurden. Dazu der Megamix und die beiden "eigenen" Titel, die keiner besonderen Erwähnung wert sind. Ferner kommt hinzu, dass es sich zu 100% um Uptempo-Nummern mit fast identischer BPM-Zahl handelt und sich nach spätestens 3-4 Titeln eine gewisse Langeweile breit macht, da einfach zu wenig Abwechslung geboten wird und es sich damit um ein Album ohne echte "Höhepunkte" handelt.

    Hier wurde eine echte Möglichkeit verschenkt, alten Italo-Disco-Klassikern ein zeitgemäßeres Gewand zu geben. Allein "Delirum Mind" ist für mich eine der schlechtesten Coverversionen aller Zeiten. Was hätte man allein aus diesem Titel machen können... Deshalb ist das Album wohl nur Komplettisten zu empfehlen, die auch Cover-Versionen sammeln.

    Und was sind Eure Meinungen?

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Italo-Lover

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    ;-)
    Stimme all dem vollkommen zu!Auch deine Beschreibungen der einzelnen Tracks passen haargenau!Eigentlich freut man sich ja daß man alten Klassikern,bevor man sie ganz vergessen hat,noch einmal die Chance gibt sie aufzufrischen!Aber das was sich Määäästaaa Bläääästaaaa hier geleistet haben und dazu auch noch so selbstbewußt der Meinung sind daß sie alles noch besser 'aufgemischt' (sprich geklaut) haben ist eine große Sauerei!Und das allerschlimmste ist noch daß die Kids heutzutage so 'nen mit Kinderstimmen programmierten Müll kaufen!Naja, dafür kennen wir Italo-Fans noch die ganzen Originale, und diese werden uns nie aus dem Herzen verschwinden!

  4. #3
    Benutzerbild von obsession

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    Italo-Lover postete
    Naja, dafür kennen wir Italo-Fans noch die ganzen Originale, und diese werden uns nie aus dem Herzen verschwinden!
    Wie wahr, wie wahr...
    Nach diesem Album-Schnellschnuss musste ich mich auch erstmal mit den guten alten "Best of Italo Disco"-CDs von Zyx beruhigen

  5. #4
    Benutzerbild von hechicero

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    Danke Obsession für diese sehr schöne und ausführliche Kritik, die ich mit großem Interesse gelesen habe. Du hast mich darin bestärkt, daß ich mir das Teil nicht zu Gemüte führen muß.
    Ansonsten krame ich natürlich jedes Jahr, wenn es warm wird, die "Best of Italo" raus. Gibt es denn einen, der das nicht tut ?

  6. #5
    Benutzerbild von Scheul

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    Danke für die Beschreibung. Ich werde dann mal so dreist sein und im WOM vorsätzlich einfach mal selber reinhören, obwohl ich schon weis, daß ich sie nicht kaufen werde

  7. #6
    Benutzerbild von obsession

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    @Scheul

    Naja, für Italo-Disco-Komplettisten und -sammler ist die CD sicherlich interessant. Aber wert ist sie das Geld für mich jedenfalls nicht gewesen.

  8. #7
    Benutzerbild von italomaster

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    Hi,

    habe ich's mir doch gedacht. Genauso, wie diese hervorragende und ausfuerhliche Kritik es sagt, ist da ne Menge Crap produziert worden.

    Da ich alle TranceCoverVersionen hasse, werde ich mir das Album noch nichtmals im Plattenladen meines Vertrauens anhoeren.

    Das Schlimme an der Sache ist nur, dass ich weiterhin jeden Tag ins Buero gehe und die Jungens sich spaetestens jetzt einen Porsche leisten koennen werden. Und dass ich mich schon seit Jahren frage, warum sich keiner bei den eingaengigen Melodien der Italo Disco Zeit bedient. Warum also habe ich's nicht selber gemacht....

  9. #8
    Benutzerbild von Joe Italo

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    Hi,

    das Teil taugt bestenfalls als Bierdeckel:-) Das die sich nicht schämen, so einen
    Mist rauszubringen. Es geht nichts über die Originalversionen. Überhaupt nervt mich persöhnlich diese ganze Nachmache sehr. Die kriegen selbst wohl nix vernünftiges zustande. Und mitlerweile schrecken diese selbsternannte Musiker beimcovern vor nix und niemanden mehr zurück.

    Gruß
    Joe

  10. #9
    Benutzerbild von Dazzle

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    Also, dieses Album, ich hatte mal die Möglichkeit, vorab reinzuhören ,
    ist simpel gesagt Müll.
    Da war der "Italo strikes back" - Sampler vor einigen Jahren um Längen besser.
    Und auch z.B. E-Rotic mit ihrem Hommage-Album an ABBA war viel besser als dieser Master Blaster - Cover - Schund.
    Dieses Album ist selbst für Hardcore - Italo - Sammler völlig überflüssig. Das kann man nicht ernsthaft als Sammlerstück bezeichnen, und schon gar nicht als Vervollständigung einer Italo - Sammlung...

  11. #10
    Benutzerbild von J.B.

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    Nicht nur das Album ist eine unerhörte Frechheit für die Masterblaster eigentlich an den 80er Pranger gestellt gehören!!!! Im Prinzip sollte man sie für den Titel der CD, seine Umsetzung und auch die Videos auf Bonanzaräder fesseln und ihnen stundenlang Spinal Tab, die Bad News und als Bonbon noch ein Blockflötenkonzert im Altersheim vorspielen, während man pausenlos zurückschaltet !

    Ich habe gestern durch Zufall beim Zappen das Video zu "How Old R U" gesehen! Mein Gott ist das grausam! Es wird krampfhaft versucht in den Sequenzen, in denen man gerade nicht irgendwelche leichtbekleideten Hüpfdolls sieht, eine Art 80er Feeling durch den Einsatz von farbig blinkenden Vierecken (sieht so aus wie leuchtende Seiten des Zauberwürfels) zu erzeugen. Zum Davonlaufen und Abgewöhnen*würg*

    Ich hoffe ihre "eigenen" Songs werden in 15 Jahren von zahllosen, unfähigen Daniel K. meets The Great Kat-Klons gecovert und aufs grausamste entstellt. Und zur Krönung dürfen sich die Jungs das noch wochenlang via Hirnsonden reinziehen ob sie wollen oder nicht! Und selbst das wäre noch nicht die gerechte Strafe.

    Einziger "Trost" ist leider, dass es noch schlimmere Verbrecher gibt die sich als Musiker ausgeben und 80er Songs verschlimmbessern.

    In diesem Sinne

    J.B.

    P.S.: Für alle denen "The Great Kat" nichts sagt, googelt mal mit dem Begriff und ihr wisst was ich meine ! Ich sag nur "Beethoven On Speed" !!

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