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JULIANE WERDING

Erstellt von bamalama, 09.02.2006, 19:52 Uhr · 109 Antworten · 26.545 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von bamalama

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    seit heute erhältlich:

    JULIANE WERDING - in tiefer trauer BMG SONY VERÖFFENTLICHUNG: 03.03.2006

    Der Ariola sei Dank! Für das Original-Album werden auf Plattenbörsen Höchstpreise erzielt!

    Im Rahmen der Aktion "Schlagerfrühling" präsentiert die Catalog-Abteilung der SONY BMG ein paar ganz besondere Highlights: Die erfolgreichsten Schlageralben der großen Stars der Siebziger Jahre zum ersten Mal auf CD! Mit dabei sind die Top – Alben von JULIANE WERDING, Roland Kaiser, Rex Gildo, Chris Roberts und Wencke Myhre. Die Schlager-Helden der 70er Jahre feiern ihre Auferstehung – exklusiv bei SONY BMG.

    Wenige deutsche Künstler sind so vielseitig in Repertoire und Stil wie die 1956 in Essen geborene Juliane Werding. Bereits als 14jährige gewinnt sie die Vorausscheidung des Talentschuppens des SWF.

    Noch vor ihrem zweiten Auftritt in der Show, in der sie mit dem von Udo Jürgens geschriebenen Titel "Mein Weg" antritt, erhält sie einen Plattenvertrag. Schnell stellt sich der Erfolg ein: Gleich mit ihrer ersten Single "Am Tag als Conny Kramer starb", ihrer Interpretation des Joan-Baez-Hits "The Night They Drove Old Dixie Down", schafft sie es an die Spitze der deutschen Charts. Der Song, bis heute ihr erfolgreichster, beschreibt auf eindringliche Weise die Geschichte eines Jugendlichen Drogenkonsumenten und die Auswirkungen seines Konsums auf ihn und seine Umwelt. Die darauf folgende LP, die neben diesem Nr. 1 Hit mit z. B. "Der letzte Kranich vom Angerburger Moor" weitere gesellschaftskritische Titel beinhaltet, ist eine der erfolgreichsten LPs des Jahres 1972.

    Ursprünglich einfach mit Ihrem Namen betitelt, hat sich durch das markante Cover, welches einer Todesanzeige nachempfunden ist, schnell die dort zu lesende Abschiedszeile "In tiefer Trauer" als Albumtitel etabliert. Das Album macht die damals 15-Jährige über Nacht zum Star und legte den Grundstein für ihre lange und erfolgreiche Karriere. Für SONY BMG Catalog Marketing Grund genug das Debütwerk nun auch offiziell unter dem Titel "In tiefer Trauer" aus dem Winterschlaf der Vinyltage zu heben und die Original LP erstmalig auf CD heraus zu bringen.

    Damit sind für Juliane Werding Fans und Schlagerfreunde neben den Top Hits ihres Lieblings nun endlich auch lange nicht erhältliche Albumtitel wieder verfügbar, die vielfach schon schmerzlich vermisst wurden und häufig von Fans als Raritäten gesucht werden. "In tiefer Trauer" steht dabei nicht alleine da: Eine ganze Reihe von großen Schlager Hit-Alben wird nun ebenfalls aus den Archiven solch legendärer Labels wie Ariola, Hansa oder CBS/Columbia gehoben und sukzessive veröffentlicht. Mit dabei sind die Top – Alben von Rex Gildo, Roland Kaiser, Bernd Clüver, Chris Roberts und Wencke Myhre. Die Schlager-Helden der 70er Jahre feiern ihre Auferstehung – Exklusiv bei SONY BMG.

    01. Bangladesch (Song Of Bangladesh)
    02. Danke Freunde (Thank You Babe)
    03. Großstadt-Inidaner
    04. Lass uns miteinander reden (Never Been To Spain)
    05. Mach dich nicht kaputt
    06. Fünfzehn ist ein undankbares Alter
    07. Ein morscher Baum trägt keine guten Früchte (Eve Of Destruction)
    08. Der letzte Kranich vom Angerburger Moor
    09. Das ist die Freiheit, die ich meine (Don't Ever Take Away My Freedom)
    10. Der Computer macht alles
    11. Die Kinder Gottes (All The Young Women)
    12. Am Tag, als Conny Kramer starb (The Night They Drove Old Dixie Down)


  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von Fraenkie

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    Ich hab mich gerade mal wieder so richtig fremdgeschämt - und zwar für Juliane Werding, von der ich eigentlich Fan bin. Aber was sie bzw. ihr Autorengespann mit ihrem ersten Album "In tiefer Trauer", das ja soeben auf CD wiederveröffentlicht wurde, fabriziert hat, ist so megapeinlich, daß man es einfach nicht fassen kann. Zumindest die ersten drei, vier Titel dieser CD muß man einfach mal gehört haben, um zu wissen, daß auf dem Musikmarkt auch früher schon kein Fettnapf ausgelassen wurde.
    Gruß,
    Fraenkie

  4. #23
    Benutzerbild von NovalisHH

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    ich warte täglich auf das Rezension5exemplar von "In tiefer Trauer", befürchte aber - ähnlich wie Fraenkie - daß die meisten Lieder auf diesem Album klingen, wie "PUR feat. Robert Long & BOTS" auf irgendeiner Stoppt-Nachrüstung-Atomkraft-Umweltzerstörung-Anti-Alles Demo zwischen Gorleben und Wackersdorf...
    eben "Betroffenheits-Pop" - pur.
    Trotzdem sei es SONY-BMG sehr herzlich gedankt, daß sie diese - teils wahrhaft skurrilen - Schlageralben aus den 70ern (zeitgleich gibts ja auch liebgewonnenen Trash von z.B. Wencke Myhre, Rex Gildo oder Bernd Clüver erstmals auf Silberscheibe) aus den Archiven geholt haben und damit dem musikgeschichtlich Interessierten - was, so denke ich, gerade hier im Forum, die meisten von uns sind - die verschiedenartigsten Entwicklungen des deutschen Liedguts vor Augen führen.
    Ich freue mich auf "In tiefer Trauer" (und auch auf die anderen fünf Wiederveröffentlichungen dieser Serie) - selbst, wenn mir Julianes 84er-Werk "Ohne Angst" weiterhin am besten gefallen bzw. mein Favorit von ihr bleibenb wird - und sich Juliane bestimmt auch für den einen oder anderen ihrer frühesten Wut-und-Betroffenheits-Problemschlager extrem schämen dürfte

    Liebe Grüße aus HH

  5. #24
    Benutzerbild von bamalama

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    juchu, soeben kam die versandbestätigung. meine aufregung hält sich nach dem letzten album und der aktuellen single zwar in grenzen, aber ich freue mich trotzdem

    JULIANE WERDING - sehnsucher DA MUSIC VERÖFFENTLICHUNG: 17.03.2006

    Ganz wenige Künstler kommen nie aus der Mode, sie sind stets zeitgemäß, auch wenn sie nie auf vermeintlich angesagten Wellen der Musik schwimmen. Eine der Wenigen ist Juliane Werding, seit 35 Jahren im Showgeschäft, mit über 20 Plattenproduktionen und Millionen verkaufter Alben eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Sängerinnen. Gold- und Platin-Auszeichnungen, „Goldene Stimmgabeln“, „Echo“ und „Bravo-Ottos“, „RTL-Löwen“, ausverkaufte Tourneekonzerte und eindrucksvolle Chart-Platzierungen markieren die erfolgreiche Karriere der Juliane Werding.
    Sängerin, Texterin, Homöopathin, Schauspielerin („Die Vagina Monologe“), Buchautorin, ausgebildete PR-Fachfrau; „Protestgöre“, „Jeanne d’Arc des deutschen Schlagers“, „neuzeitliche Minnesängerin“. Was immer sie ist und als was immer man sie bezeichnet – eines war sie immer, von Anfang an: Eine „Sehnsucherin“, die sich mit ihren Liedern auf die Suche nach einer anderen Welt macht. Als solche hat sie ihre eigene musikalische Nische ge- beziehungsweise erfunden. Kein leichtes Unterfangen, besonders am Anfang nicht. Als schwierig galt denn auch jene Essener Straßenmusikerin, die am 10. Juni 1971 ihren ersten Schallplattenvertrag zwar unterzeichnet, aber sich fortan geweigert hatte, die inhaltsarmen Schlagerliedchen zu trällern, die ihr die Plattenfirma vorlegte. Protestsongs wollte sie singen! Wie Bob Dylan oder Joan Baez! Endlich die Themen aussprechen, die sie und ihre Generation bewegten! In den Augen der Plattenfirmen ein aussichtsloses Vorhaben in der musikalischen Herz-Schmerz-Welt der frühen Siebziger. Ihr Eigensinn, den man ihr damals als Pubertätsgehabe auslegte, sollte sich als ihr Erfolgsrezept erweisen. Mit dem ersten Anti-Drogen-Song „Am Tag, als Conny Kramer starb“ berührte sie als 15Jährige die deutsche Musiknation und stürmt seitdem immer wieder die Charts: „Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst“, „Nacht voll Schatten“, „Stimmen im Wind“, „Sehnsucht ist unheilbar“ und „Weißt du, wer ich bin“ sind nur einige all der Songs, die beinahe wie selbstverständlich zu Evergreens wurden. Ihrer unangepassten Marschroute bleibt sie auch auf dem neuesten, ihrem 21. Tonträger treu. Abermals hat sie mit ihrem langjährigen Hitproduzenten und Komponisten Harald Steinhauer und Co-Producer Frankie Chinasky alle Songs selbst geschrieben. Unterstützt von ihrer Studioband und weiteren Solo-Musikern schwebt ihre unverwechselbare Stimme elegisch auf einer Mischung aus modernen Rock-Riffs und exotischen Klängen dahin und entführt die Hörer in einen Kosmos aus wohlklingenden Sounds, sehnsüchtigen Melodien und geistreichen Texten. Wer außer der „singenden Geschichtenerzählerin“ könnte einen Song über die Geburt eines Kindes aus der Perspektive des Babys schreiben? Oder über eine Wahrsagerin, die einen Mord vorhersieht? Oder von der sagenumwobenen schottischen Insel St. Kilda? Ihre Einzigartigkeit demonstrieren gleichzeitig zeitkritische Songs wie „Wer hat Angst vorm Glück?“ oder „Wahrheit ist ...“, die sich mit der Spaßgesellschaft und der Geiz-ist-geil-Mentalität auseinandersetzen. Juliane Werding, die ihre innere Zuflucht immer wieder in der (katholischen) Religion gefunden hat und mit einem (evangelischen) Theologen verheiratet ist, geht es um mehr, und so offenbart sie tiefe Glaubensbekenntnisse in „So hell wie das Licht“ und „Wenn es dich gibt“. In einer Zeit zunehmender Orientierungslosigkeit will sie Visionen vermitteln, den Glauben an Höheres neu entdecken, spirituelle Möglichkeiten aufzeigen. „SEHNSUCHER“ nennt sie ihr 2006er-Album und versteht es als Plädoyer, dem Positiven im Leben mehr Beachtung zu schenken, sich auf die Suche nach Werten jenseits von Konsum und Eigennutz zu machen und dabei das Übersinnliche zuzulassen. „Wenn wir außer Genuss und Geld keine anderen Visionen haben, sind wir viel ärmer, als wir ahnen“, gibt sie zu bedenken und lädt ihr Publikum ein, sie zu begleiten – auf ihrer „Sehnsuche“ nach einer anderen Welt.

    01. Wer hat Angst vorm Glück
    02. Du bist nicht aus Zufall hier
    03. Vergiss nicht, dass du lebst
    04. Für immer
    05. Das Leben berührn
    06. Wenn es Dich gibt
    07. Ballade von St. Kilda
    08. So hell wie das Licht
    09. Dein Traum ist die Tür
    10. Zusammen
    11. Wahrheit ist
    12. Mystify Your Life



    @ NOVALISHH

    hast du die CD schon gehört oder sogar rezensiert?

  6. #25
    Benutzerbild von bamalama

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    ich habe das album gestern gehört, und meine erwartungen wurden erfüllt: bis auf ganz wenige ausnahmen (zusammen und vor allem so hell wie das licht) plätschern die songs vor sich hin. grösster minuspunkt: die texte! ich war stellenweise so peinlich berührt, dass ich den verdacht hatte versehentlich eine ROSENSTOLZ-CD eingelegt zu haben...

  7. #26
    Benutzerbild von NovalisHH

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    Texte bei Frau Werding... stets das größte Manko bei ihren zuweilen sehr guten, athmosphärischen Melodien/Kompositionen.
    Ich habe mir letzte Woche die 72er-Wiederveröffentlichung von "In tiefer Trauer" angehört, wußte nicht, ob ich weinen oder lachen sollte... Hier nun der Teil meiner Rezension der sechsteiligen Ariola-CD-Serie "Schlagerfrühling", der sich mit "In tiefer Trauer" auseinandersetzt...

    ...Die Verantwortlichen dieses lobenswerten Projekts haben dafür ein paar reale Perlen aus ihrem umfangreichen Katalog zusammengesucht, mit deren – zumal originalgetreuer – Wiederaufbereitung sie den immer noch zuhauf vorhandenen Liebhabern des deutschen Schlagers der 70er Jahre eine immense Freude bereiten. Schon seit Weihnachten geisterte das Gerücht durch die Schlagerwelt, in Bälde würden tief verborgene Schätze aus dem unergründlichen Ariola-Archiv ihre Auferstehung feiern. Niemand wußte genaueres, fest stand nur, daß das auf Plattenbörsen mit bis zu 80/100 Euro dotierte Debütopus des einstigen Kinderstars Juliane Werding unter den ausgewählten Wiederveröffentlichungen sein würde. „In tiefer Trauer“ erblickte in Vinyl-Form 1972 das Licht der (wie man bei genauerer Betrachtung der darauf gejammerten Texte eingestehen muß) furchterregenden, grausamen, kalten, erzkapitalistischen Welt. Alleine die Tatsache, daß eine gerade 16jährige Teenagerin mit hübschen, aber traurigen Augen ihre Debüt-LP „In tiefer Trauer“ nannte, auf dem Cover eine überdimensionale, schwarzumrandete Todesanzeige abbildete und sich zu allem Überfluß von ihrer Plattenfirma mit dem Slogan „Ein 16jähriges Mädchen singt für eine bessere Welt“ anpreisen ließ, verdeutlicht, daß man über 30 Jahre später die zwölf zwischen krudem Hippie-Folk, Chanson, Country und schwermütiger Ballade angesiedelten Winseleien ausschließlich aus der Zeit ihrer Entstehung heraus betrachten kann, weil sonst beim Hörer garantiert ein stetiges Grinsen und Feixen einsetzt, je mehr Klein-Juliane die in Gänze von „Hansa“-Hausdichter Hans-Ulrich Weigel betexteten Protestschnulzen vor sich hin wimmert. „Am Tag, als Conny Kramer starb“, eine nicht unglückliche deutsche Version des Joan-Baez-Klassikers „The Night, they drove old Dixie down“, führte 1972 wochenlang die deutschen Charts an und etablierte ihre blutjunge Interpretin umgehend als gefragten Schlagerstar – wie man so schön sagt - mit Anspruch und Problembewußtsein. Unbotmäßiger Drogenkonsum hatte den schnieken Hippiebuben Cornelius K. dahingerafft, so daß Juliane in beinahe allen Nummern ihres LP-Einstandes auf die tödlichen Folgen der Rauschgifteinnahme hinwies – ob diese ‚Message’ nun zum Rest des Liedtextes paßte oder nicht. ‚Hunger und Haß’, ‚erstickte Todesschreie’, ‚Cholera und Monsun’ oder `tötende und sterbende Soldaten“ bieten den geradezu Heul- (wenn nicht gar viel eher Lach-)krämpfe auslösenden Inhalt des weiteren Joan-Baez-Covers „Bangla-Desh“ („Song of Bangladesh“): Soviel Schwarzseherei, Negativformulierungen und gelebte Betroffenheit auf einmal schafften zu späterem Zeitpunkt nicht einmal Holland-Jammerbarde Robert Long in den 80ern bzw. die plüschigen Minderheiten-Popper „PUR“ in den 90ern in einem einzigen Song unterzubringen. Gesundheitsschädigende Nebenwirkungen von radikalkapitalistischem Leistungsdruck („Mach Dich nicht kaputt“), verschlüsselte Aufrufe zur Jugendrevolte („Danke, Freunde!“), scheinbar persönlichkeitshemmende Pubertätsnöte („Fünfzehn ist ein undankbares Alter“ – Udo Jürgens sähe dies sicher anders... der Verf.), durch inhumane Großunternehmer und ‚militärisch-industriellen Komplex’ herausgeforderte kriminelle Karrieren bedauernswerter Vorstadtversager („Ein morscher Baum trägt keine guten Früchte“ – zur Musik von Barry McGuires Weltuntergangsdrama „Eve of Destruction“), böse Ölkonzerne, die zwar keine Heuschrecken, dafür jedoch den „letzten Kranich vom Angerburger Moor“ vertreiben, obskure Vorstellungen von der „Freiheit, die ich meine“ (Textzitat: „Ein Parkplatz, auf dem Kinder spielen... Ein Polizist mit langen Haaren... Ein Gespräch mit alten Leuten im Bus“...) oder die schleichende Computerisierung der Gesellschaft („Der Computer macht alles“) – Grau in Grau muß es seinerzeit in der „BRD“ ausgesehen haben, wenn man Frl. Werdings gesungener Depression Glauben schenken darf. Denn positive Aussagen, hoffnungsvolle Zukunftsaussichten, das sprichwörtliche ‚Licht am Ende des Tunnels’ sind in den penetrant auf kindliche Unschuld getrimmten Pseudo-Protesthymnen selbst in kleinsten Nuancen nicht zu verspüren. Die knapp dreiviertelstündige CD endet mit dem Allzeithit über das grausige Schicksal Conny Kramers, der heutzutage übrigens weniger Heulen und Zähneknirschen, denn munteres, kultvolles Mitgrölen auf dem „Schlager-Move“ verursacht und zweifelsohne bis in die Jetztzeit hinein als vielzitiertes Standardwerk deutscher Popmusik gilt, so daß die berühmt-berüchtigte Hamburger Punkcombo „Die Goldenen Zitronen“ den Klassiker 1987 hinsichtlich des allbekannten, bitterst polarisierenden Sangesknaben von „Modern Talking“ zu „Am Tag, als Thomas Anders starb“ umdeutete, während drei Jahre zuvor in des Rezensenten neunter Klasse zuungunsten einer unansehnlichen und äußerst langweilig unterrichtenden Lateinlehrerein stimmbrüchig geröhrt wurde „Am Tag, als Frau Dr. S. starb (und alle Schüler sich freuten)“...
    Vier Jahre nach 1968 hatte „In tiefer Trauer“ für die aufgewühlte, haschischvernebelte, dauerdemonstrierende Jugendlichkeit sicherlich seine Berechtigung gehabt. Textdichter Weigel vermochte es vorzüglich, nahezu jede einzelne Liedzeile zu einem politischen Statement auszugestalten; die schüchtern-verträumte Juliane eignete sich ebenso hervorragend, diese naiv-kindliche Sichtweise, wie mies die Welt doch in Wirklichkeit sei, ehrlich und ungekünstelt auf den Punkt zu bringen. Bürgerliche Anhänger von Rainer Barzel oder Franz Josef Strauß dürften ergo in jenen Tagen trotz massiv linkslastiger Reime viel eher Julianes liebenswertem Charme erlegen sein, als ihre anpolitisierten Schmonzetten als barsche sozialistische Propaganda zu tadeln; für Linksradikale und Revoluzzer aller Schattierungen werden diese Lieder vermutlich viel zu undogmatisch und schöngeistig gewesen sein, um der 16jährigen Schülerin vielleicht die Ehrenmitgliedschaft in der „SDAJ“ angetragen zu haben. „In tiefer Trauer“ trifft den Zeitgeist der beginnenden 70er mitten ins Herz, stellt somit letztendlich musikalischen Geschichtsunterricht dar. Für heutige Verhältnisse aber wirken die meisten Songs wie am Reißbrett entworfen und auf Teufel komm raus als ‚kritisch’ verbraten, so daß sie aller Voraussicht nach nur noch als parodistischer „Trash-Faktor“ wahrgenommen werden...
    (Text: H. Stürenburg, März 2006 - all Rights reserved)



    Gruß aus HH

  8. #27
    Benutzerbild von bamalama

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    das neue JULIANE WERDING-album sehnsucher ist auf platz 45 der deutschen charts eingestiegen

  9. #28
    Benutzerbild von Torsten

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    NovalisHH postete
    Hier nun der Teil meiner Rezension der sechsteiligen Ariola-CD-Serie "Schlagerfrühling", der sich mit "In tiefer Trauer" auseinandersetzt...
    Tipp: Ein paar sinnvoll eingefügte Absätze täten solch interessanten Rezensionen nicht schlecht.

  10. #29
    Benutzerbild von bamalama

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    frau WERDING hat sich nach nur 2 wochen aus den deutschen charts verabschiedet - da kann man wohl von einem flop sprechen

  11. #30
    Benutzerbild von röschmich

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    Fernsehtipp
    Diese Woche (05. Mai 2006) Freitag im mdr-Fernsehen bei "hier ab vier" ist Juliane Werding zu Gast. (ca. ab 17 Uhr)
    http://www.mdr.de/hier-ab-vier/einblick/1492273.html
    Gewöhnlich darf man da auch anrufen und Fragen stellen.

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