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TRANSIT

Erstellt von röschmich, 24.06.2004, 00:27 Uhr · 0 Antworten · 900 Aufrufe

  1. #1
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    Jetzt zitiere ich mich mal selbst mit einem Beitrag aus meinem Forum. Ich denke dass dieses Thema in die 80er Jahre prima passt:
    TRANSIT lt. Rocklexikon 1973 gegründet und Mitte der 80er Jahre spurlos abgetaucht wird oft im Nachhinein als belangloser Mainstream abgetan.
    Der Fankreis war allerdings groß, spielte die Band viele Lieder von Udo Lindenberg, einmal mal mehr aber meist weniger bei der Obrigkeit geliebtes Idol aus dem (sag ich mal bewusst) Norden Deutschlands. Selbst eingefleischte Ostrockhasser trafen sich bei den Konzerten. Ich selber habe Transit mindestens ein halbes Dutzend mal in Halle erlebt und war auch einer ihrer größten Fans. Ich besitze immer noch das Poster, das in meiner Teenagerbude an der Wand hing. Spezialität der Band waren zwar Lindenbergsongs, aber die Band fand auch einen eigenen Stil. Zahlreiche Rundfunkproduktionen zeugen davon.
    Diese CD ist eine Ergänzung zu der AMIGA-CD (1998) "Ich fahr an die Küste- die Hits" und der erst nach der Wende veröffentlichten Rock-Suite "Klaus Störtebecker"(1997 Edition Barbarossa). Es gibt nur einige Überschneidungen zur erstgenannten CD bei den Bonustracks.
    "Transit-Berlin" stand auf den Autogrammkarten und meinem Poster, plötzlich liest man im aktuellen Nachschlagewerken diese Band eine wäre eine mecklenburgische. Aber echte Berliner waren ja immer Zugereiste. In der Folkszene Mecklenburg Vorpommerns sind jetzt tatsächlich Egon Linde und Siggi Scholz, von Anfang an zum Stamm der Band gehörend, wieder aufgetaucht.
    Die Lieder der Band waren von schlichter Schönheit und hohem Erzählwert, ohne sich allzu sehr in lyrischen Verklausulierungen zu verlieren, da bediente man sich lieber des norddeutschen Sagenschatzes. Dieser ist ja nicht sozial konfliktfrei und so konnte man Probleme der damaligen Gegenwart geschickt verpacken: Intoleranz, Missgunst, interne Intrigen und Herrschaftsstreben.
    Geschichten von der Küste waren für einen Großstädter Sinnbilder der Sehnsucht nach Geborgenheit, inneren Frieden und Harmonie aber auch die Flucht in Abenteuer und die Auseinandersetzung mit Naturgewalten.
    "Der Junge sitzt am Ufer" ein Titel von 1977, der die Sehnsucht nach dem Meer beschreibt, war für mich immer ein Titel von Udo Lindenberg. Erst nach der Wende bemerkte ich den Irrtum. Vergnüglich anzuhören sind die Lieder, die im Zusammenarbeit mit dem renommierten Theatermann Peter Hacks entstanden. Der Autor des international beachteten Stückes "Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn Goethe" gab 4 Titeln von TRANSIT einen Text, darunter auch zu Thema "Goethe und Tischbein", 3 davon sind hierbei auf dieser CD. Viele der Titel habe ich jetzt nach über 15 Jahren das erste Mal wieder gehört und ich erinnere mich gerne zurück. Es gibt aber auch ein paar Songs aus dem alltäglichen Leben eines Musikers und Studenten. Nicht aufdringlich und immer aktuell. 17 Titel enthält diese CD, der älteste stammt von 1976, der jüngste von 1984. Zwar fehlen die populärsten Titel, aber dafür gibt es ja die alte AMIGA-LP, die vielleicht noch irgendwo als CD erhältlich ist.
    Ich denke, mit dieser CD ist erstmalig das Schaffen einer Band, die nie zur ersten Garnitur gehörte, nahezu vollständig dokumentiert worden.
    TRANSIT - "Winter an der See" Choice of Music 2004
    Eine der schönsten Rockballaden des Ostens ist für mich zweifelsohne "Ein "Mädchen wie Du", ein Titel den ein Udo Lindenberg bestimmt zu einem Hit gemacht hätte.

  2.  
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