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Der "Normalo"-Look: Die wahre Mode der 80er?

Erstellt von Die Luftgitarre, 27.07.2003, 16:49 Uhr · 10 Antworten · 5.776 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Hier wurde ja schon allerhand über Modetrend-Details der 80er zusammengetragen, aber war für die 80er im Gegensatz zur Gegenwart nicht gerade typisch, daß die Masse der Bevölkerung und auch die Mehrheit der Jugend gar nicht so sehr an den jeweiligen Modetrends teilnahm wie das heute der Fall ist? Daß die "80er-typischen" Modestile eigentlich nur in den Musikvideoclips, aber kaum auf der Straße zu sehen waren? Daß heute zwar die meisten jungen Leute wie irgendwelche Gangsa-Rapper oder Boygroup-Typen, bzw. wie Britney Spears rumlaufen, damals aber nur sehr wenige sich anschickten, den Look von Duran-Duran oder Madonna zu imitieren?

    Und selbst wenn man damals mal auf die verwegene Idee kam, die Zeitgenössischen Pop-Stars optisch zu imitieren, dann geschah dies doch meist nur andeutungsweise und eher unproffessionell-self-made: Man versuchte sich vielleicht ein bißchen die Haare so in dessen Art zu stylen, kaufte sich so ähnliche Sonnenbrillen (oder als Frau Ohrenringe), aber bei der Kleidung ging es doch meist (abgesehen von Aufdruck-T-Shirts) sehr altbacken und unauffällig zu, teils weil man die Videoclips zwar schon sehr cool fand, aber doch irgendwie als "ne andere Welt" auffasste, teils weil viele Kleidungsgeschäfte noch stark auf alltagstaugliche, einfach kombinierbare Standard-Kleidungsstücke ausgerichtet waren.

    Wenn ich mich an meine Schule erinnere dann war DAS der wirkliche 80er-Look: 0815-Turnschuhe oder peinliche Slipper, Stone-Wash-Jeans (unvorteilhaft weit nach oben gezogen!), Hemd schön brav in der Hose und ein "irgendwie" gekämmter 0815-Haarschnitt. - Leute wie in den Musikvideos hab ich an meiner Schule und auch sonst auf der Straße so gut wie nie gesehen (dann schon eher die Protestmoden).

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Und auch die Mädchen / jungen Frauen liefen meiner Erinnerung nach nicht rum wie Kim Wilde, Madonna oder Cidy Lauper, und auch nicht so gewollt 5exy wie heute, sondern eher im Braven-Mädchen-Look:

    - Collegeslipper/Spangenschuhe oder ebenfalls 0815-Turnschuhe

    - die unvermeidliche Stone-Wash-Jeans

    - je nach Wetter: schulterfreies Aufdruck-T-Shirt oder Sweatshirt

    - Dauerwellenfrisur mit Pony oder kinnlanger Bob mit Pony

  4. #3
    Benutzerbild von Babooshka

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    Nun ja, 100%-ig nach Bands, Sängern oder Sängerinnen gekleidet liefen wenige rum. Aber dennoch hat ihr Stil uns Jugendliche damals geprägt und wir trugen modemäßig zumindest das eine oder andere, was sie auch hatten. Ich denke da an Schweißbänder und Tennissocken, die über Hosenbeine gezogen wurden und in knöchelhohen Turnschuhen steckten: Kajagoogoo und ein bisschen Duran Duran. Streifen-T-Shirts und Blusen mit Schößchen: Nena. Spitzenoberteile, Spitzenstrümpfe, Spitzenhandschuhe: Madonna. Die Frisuren waren zum Teil schon sehr an denen der Musiker ausgerichtet: pluschig wie CC Catch, Vokuhila wie Nena, dauergewellt wie Sandra, igelig wie die Frau von Human League, Poppertolle à la Spandau Ballet. Kinnlangen Bob habe ich damals weit und breit nicht gesehen, wenn ich mich recht erinnere. Allenfalls, wenn er asymmetrisch war! Einige Leute liefen schon etwas extremer in Popstar-Look gewandet rum; ich erinnere mich an die eine oder andere kleine Madonna, Cyndi Lauper oder Anne Clark. Auch meine Freundin und ich hatten Madonna als Vorbild und wir gingen bisweilen nach ihr gestyled übern Kudamm.

    Was verstehst du unter 0815-Turnschuhen? Die Adidas und auch die Buffalo waren doch nicht 0815 - darunter würde ich Adiletten verstehen - sondern total angesagt damals. Zum Teil hast du aber Recht: Der Standardlook unter Mittelstands-Teenagern so um 1982/83 waren Karottenjeans in der berühmten Charlie/Clochard-Form, dazu Ballerinas oder Turnschuhe (bei Jungen eben mit den Tennissocken über den Hosenbeinen) und obenrum ein wenig auffälliges Polohemd, T-Shirt oder Sweatshirt. Gymnasiasten waren des öfteren altvernativ gekleidet, also schon mal gar nicht an Musiker angelehnt, allenfalls an John Lennon und Patti Smith Aber dadurch, dass ich in Berlin war, sah ich natürlich mehr extrem gekleidete Jugendliche, denn hier waren ja auch sämtliche Jugendgruppierungen vertreten, die es damals so gab. Allein an meinem Gymnasium gab's Anfang der 80-er eine Popper-, Ted- und Punkgang und dazwischen viele Alternative sowie vereinzelt Leute mit sehr eigenem Stil. An der Gesamtschule herrschte eher der Mainstream vor, wohl weil hier viele Schüler nicht viel Geld für abgedrehte Klamotten hatten und Mainstream bekam man einigermaßen günstig zu kaufen. Aber auch hier gab es Mode-Extremisten.

  5. #4
    Benutzerbild von Alyosha

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    >>> Leute wie in den Musikvideos hab ich an meiner Schule und auch sonst auf der Straße so gut wie nie gesehen (dann schon eher die Protestmoden).



    ich muß echt sagen daß ich Mode und Styling nie als "Protest" oder "Rebellion" angesehen habe; es sind eher die Medien und ahnungslose
    "Jugendpsychologen" die das hineininterpretieren, die Leute SELBER sehen es das in der großen Mehrheit überhaupt nicht so

    "Protest" bedeutet doch eher daß man eine Meinung hat oder sich in irgendeiner Weise für Veränderungen einsetzt, oder sich etwas nicht bieten läßt

    aber das heißt doch nicht daß im Leben von denen alles und jede Kleinigkeit damit zusammenhängt - die Außenstehenden stellen sich das so vor, aber in Wirklichkeit ist es zumeist nicht so
    aber das Outfit dieser Leute ist ja meistens DOCH NUR Mode und Styling, und weil sie eben finden daß es toll aussieht - Menschen sind nun mal sehr verschieden und jeder hat eben so seine Art, seine Mentalität

    wenn die selben Leute eine Meinung über den Staat oder über blöde Spießer haben, dann muß das doch nicht heißen daß ihr Outift unmittelbar damit zusammenhängt -
    ich sehe es einfach nur als Mode und Styling

    ich kann mir auch nicht vorstellen daß das in früheren Zeiten anders war als heute, zum Beispiel in den 60ern oder 70er Jahre Punk Zeiten - es war doch schon immer so gewesen daß alles sehr auf die einzelne Person ankommt
    es hängt alles sehr vom Einzelfall ab, damals genau wie heute
    ich habe mich auch mit Leuten unterhalten die älter sind als ich und damals eben "dabei" waren, und auch die haben mir das so gesagt



    ich lasse mich da in keiner Weise durch die Medien oder durch das lächerliche Geschwätz von Psychologen und Soziologen beeinflussen



    genauso die Musik: wenn in die Musikrichtungen von jüngeren Leuten dauernd "Rebellion" reininterpretiert wird, dann verstehe ich das nicht. Es können doch MANCHE Songtexte sich auf sowas beziehen (nicht alle natürlich), aber die Stilrichtung und der Sound der Musik ist doch nicht aus Protest heraus ! Es ist doch einfach nur die persönliche Geschmacksrichtung von den Leuten die diese Musik machen ...

  6. #5
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Babooshka postete
    Aber dadurch, dass ich in Berlin war, sah ich natürlich mehr extrem gekleidete Jugendliche, denn hier waren ja auch sämtliche Jugendgruppierungen vertreten, die es damals so gab. Allein an meinem Gymnasium gab's Anfang der 80-er eine Popper-, Ted- und Punkgang und dazwischen viele Alternative sowie vereinzelt Leute mit sehr eigenem Stil.
    Ich schätze mal, damit wird es zusammenhängen. Meine Teenager-Zeit fällt in die zweite Hälfte der 80er und spielte sich an einem Gymnasien in einem verschlafenen Hamburger Mittelschichts-Vorort ab.


    [b]
    Ich denke da an Schweißbänder und Tennissocken, die über Hosenbeine gezogen wurden und in knöchelhohen Turnschuhen steckten: Kajagoogoo und ein bisschen Duran Duran. Streifen-T-Shirts und Blusen mit Schößchen: Nena. Spitzenoberteile, Spitzenstrümpfe, Spitzenhandschuhe: Madonna.
    Nö, an meiner Schule völlige Fehlanzeige. (höchstens mal bei den Mädchen ein T-Shirt mit 80er-typischem "poppigen" Aufdruck.


    [b]
    Die Frisuren waren zum Teil schon sehr an denen der Musiker ausgerichtet: pluschig wie CC Catch, Vokuhila wie Nena, dauergewellt wie Sandra, igelig wie die Frau von Human League
    Ja, bei den Mädchenfrisuren kam das schon eher hin. Nicht die CC-Catch- oder die Nena-Frisur, aber die Sandra- und die Human-League-Frisuren sah hatten schon einige.


    [b]
    Poppertolle à la Spandau Ballet.
    Jooaa, also eine angedeutete Fönwelle war schon drin, aber daß wir Jungen richtig mit Haargel zu Werke und in die vollen gingen, das gab´s eigentlich nur auf Klassenfahrten und auf Parties ... so als Gag gewissermaßen. Im Grunde war das bei uns drögen Vorstadt-Gymnasiasten als geckenhaft verpönt *g*


    ---- Und wohlbemerkt: Es war von den Musikgeschmäckern und von den Einstellungen her schon alles irgendwie vertreten. Man sah es den Leuten nur vom Outfit kaum an an. Es schien so, daß die Leute zumindest bis zur 10. Klasse Mode-Themen gar nicht wahrnahmen und einfach anzogen, was Mama ihnen so aus dem vorstädtischen Einkaufszentrum mitgebracht hatte.

  7. #6
    Benutzerbild von Bounty

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    was bei uns an der schule irgendwann um sich griff bei den jungs, war der miami-vice-look...barfuss in so slippern, jeans aufgekrempelt bis übern knöchel und jacke mit ebenfalls hochgekrempeltn/geschobenen ärmeln - und drunter natürlich ein t-shirt in eienr zarten pastelfarbe wie blaßschweinchenrosa oder so . achja und wer so rumlief, kam mit diplomatenköfferchen als schultasche an. und ein versuch von don johnsons frisur gehörte auch dazu...

    bei den mädels kann ich mich an eine besonders in meiner kalse erinnern, die wie nena so nen schmalen netzschal um den kopf gewickelt trug - so strinbandmässig - und unsre damalige deutschlehrerin hielt das für einen verband und fragte sie doch sehr besorgt, was ihr denn passiert sein *immer noch lachen muss beim dranzurückdenken*

  8. #7
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Alyosha postete
    ich muß echt sagen daß ich Mode und Styling nie als "Protest" oder "Rebellion" angesehen habe; es sind eher die Medien und ahnungslose
    "Jugendpsychologen" die das hineininterpretieren, die Leute SELBER sehen es das in der großen Mehrheit überhaupt nicht so

    "Protest" bedeutet doch eher daß man eine Meinung hat oder sich in irgendeiner Weise für Veränderungen einsetzt, oder sich etwas nicht bieten läßt

    aber das heißt doch nicht daß im Leben von denen alles und jede Kleinigkeit damit zusammenhängt - die Außenstehenden stellen sich das so vor, aber in Wirklichkeit ist es zumeist nicht so
    aber das Outfit dieser Leute ist ja meistens DOCH NUR Mode und Styling, und weil sie eben finden daß es toll aussieht - Menschen sind nun mal sehr verschieden und jeder hat eben so seine Art, seine Mentalität

    wenn die selben Leute eine Meinung über den Staat oder über blöde Spießer haben, dann muß das doch nicht heißen daß ihr Outift unmittelbar damit zusammenhängt -
    ich sehe es einfach nur als Mode und Styling
    Mit "Protestmoden" hatte ich jetzt "Antifas" und "Ökos" gemeint. Da gab´s auch in unserem verschlafenen Mittelschichtsvorort so eine Szene und ein paar aus unserer Schule schwirrten da so im Umfeld rum, was sich dann auch im Outfit äußerte:

    - "Nazis-raus"-Aufnäher

    - Palestinenser-Halstuch

    - Jute-Tasche

    - Greenpeace-Anstecker, -Taschenkalender ect.

    - bei wenigen Mädchen henna-rote Haare

    - bei wenigen Jungen längerwerdende Haare


    Das war doch schon eine eindeutig politisch motivierte Mode und nicht bloß eine Styling-Variante. Warum sollte man auch sonst so rumlaufen, wenn nicht um eines guten Zwecks wegen!? Ich hatte später in der Oberstufe (Anfang 90er) auch mal kurze Zeit so ein "Pali-Tuch" um den Hals. Sah UNMÖGLICH aus, aber mußte ja "ein Zeichen setzen gegen die Nazis" ...! Da mußte man dann schon mal ein ästetisches Opfer bringen *g*

    ________________

    Generell zu Deinem Einwand: Bei den meisten Jugendlichen ist es (und war es wohl immer) so wie Du sagts, daß es bei Mode und Musik in erster Linie um spontanes ästhetisches Empfinden (="gefällt mir") und Lebensgefühl geht.

    Aber es hat auch Szenen gegeben (heute stark zusammengeschrumpft), bei denen eine jeweilige politische/gesellschaftliche Überzeugung so stark im Mittelpunkt stand, daß der persönliche Mode- und Musikgeschmack sich dem unterzuordnen/anzupassen hatte, wobei dann auch ein entsprechender Gruppendruck gegeben war. Das können WIR uns HEUTE in der "Spaßgesellschaft" nicht mehr vorstellen, aber das hat es gegeben.
    Beispiele:

    - Ich hab während besagter Oberstufen/Antifa-Phase miterlebt, wie zwei Klassenkameraden auf einmal ihre CD-Sammlung politisch korrekt gesäubert haben. Die Texte waren jetzt ausdrücklich wichtiger als die Musik.

    - In dieser Antifa-Szene selbst (wir haben da ja nur mal so reingeschnuppert) galt ein noch viel regiderer Dresscode, spöttisch von außen die "Antifa-Uniform" genannt.

    - Was meinst Du, wieviele Ökos in den 70ern und 80ern auch gerne Mal was anderes getregen hätten als immer nur den ollen Parker.

    - Nach der 68er-Revolte haben sich die Studentengruppen ganz unironisch über Fragen gestritten, wie z. B. ob lange Haare (bei Männern) wirklich so "revolutionär" seien wie bis dahin angenommen, oder nicht doch eher "kleinbürgerlich-bohémien-dekadent", ob die Rolling Stones nun die Wut der Arbeiterjugend zum Ausdruck brächten und dementsprechen gut zu finden seien, oder ob sie nicht vielmerh Teil des "Kulturimperialismus", also böse seien ect. ect.

  9. #8
    Otto
    Benutzerbild von Otto
    Die Luftgitarre postete
    Und auch die Mädchen / jungen Frauen liefen meiner Erinnerung nach nicht rum wie Kim Wilde, Madonna oder Cidy Lauper, und auch nicht so gewollt 5exy wie heute, sondern eher im Braven-Mädchen-Look:
    Einen nackten Bauch bei Mädchen sah man höchstens mal im gemischten Sportunterricht, wenn sie sich so bewegten, dass das T-Shirt nach oben rutschte. Ansonsten waren die Bäuche im Gegensatz zu heute stets bedeckt. Allerdings trugen die Mädchen auch damals schon im Sommer Miniröcke oder kurze Hosen. Einen Bikini sah man auch selten, ich kann mich eigentlich nur an Badeanzüge erinnern, wenn wir damals schwimmen gingen.

  10. #9
    Benutzerbild von Alyosha

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    wenn ich TV-Aufzeichnungen oder Filme der späten 70er Jahre sehe, dann habe ich den Eindruck daß Amerika und England damals mindestens 2 Jahre voraus waren mit der Mode - dort lief man ja teilweise schon 1977 so wie in den 80ern rum

  11. #10
    Benutzerbild von Alyosha

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    - "Nazis-raus"-Aufnäher
    - Palestinenser-Halstuch
    - Jute-Tasche
    - Greenpeace-Anstecker, -Taschenkalender ect.
    - bei wenigen Mädchen henna-rote Haare
    - bei wenigen Jungen längerwerdende Haare


    Das war doch schon eine eindeutig politisch motivierte Mode und nicht bloß eine Styling-Variante. Warum sollte man auch sonst so rumlaufen, wenn nicht um eines guten Zwecks wegen!?
    naja - auf die "Nazis Raus" aufnäher trifft das bestimmt zu, aber ... die längeren Haare hätten sie ja bestimmt ohnehin getragen
    und die henna-roten Haare ? kommt bestimmt auf den Einezlfall an ob es nicht ohnehin so gewesen wäre-

    jedenfalls: wenn ICH einen Anti-Nazi-Aufnäher tragen würde, dann hätte mein RESTLICHES Outift nicht unmittelbar damit zu was tun ))



    Generell zu Deinem Einwand: Bei den meisten Jugendlichen ist es (und war es wohl immer) so wie Du sagts, daß es bei Mode und Musik in erster Linie um spontanes ästhetisches Empfinden (="gefällt mir") und Lebensgefühl geht.
    jawohl, das glaube ich allerdings ....



    Nach der 68er-Revolte haben sich die Studentengruppen ganz unironisch über Fragen gestritten, wie z. B. ob lange Haare (bei Männern) wirklich so "revolutionär" seien wie bis dahin angenommen, oder nicht doch eher "kleinbürgerlich-bohémien-dekadent", ob die Rolling Stones nun die Wut der Arbeiterjugend zum Ausdruck brächten und dementsprechen gut zu finden seien, oder ob sie nicht vielmerh Teil des "Kulturimperialismus", also böse seien ect. ect.
    ich finde man sollte lange Haare, oder auch kurze, irgenndwie gestylte, oder an der Seite ausrasierte haare deswegen so tragen weil's einem spontan gefällt -

    wenn dieselben Leute tatsächlich eine negative Meinung über blöde Spießer oder über den Staat haben, dann muß es ja nicht unbedingt heißen daß ihr Outfit unmittelbar damit zusammenhängt - mir ist aufgefallen daß die Außenstehenden das sehr oft glauben - aber ich war immer der Meinung: die verwechseln da was. Schon mit 14 dachte ich mir das so. (Ansatzweise sogar noch früher)

    Aber natürlich hängt das alles vom Einzelfall ab, in vielen Fällen kann das ja auch so stimmen wie die Außenwelt sich das vorstellt, oder sich überschneiden.

    1982 habe ich zum erstenmal von Punk gehört, und ich dachte mir daß es einfach toll aussieht, einfach nur Styling. Ich dachte mir damals wenn die *SELBEN* Leute an unserer Welt in der mir leben etwas kritisieren, dann hat das Outift gar nichts zu tun damit.
    UND: ich denke das auch heute noch.

    (außer natürlich in den Ausnahmefällen)

    Genauso die Musik: es können sich ja manche (nicht alle) der Texte sich auf irgnedeine Gesellschaftskritik beziehen, aber .... der Sound doch nicht ! Die Stilrichtung der Musik ist doch einfach nur die persönliche Geschmacksrichtung der Leute die diese Musik machen. Wenn sie stattdessen eher Lust auf Jazz oder Reggae oder Soul hätten, dann würden sie eben DAS machen.

    auch die 5ex Pistols haben sich so geäußert. Ich habe ja unzählige Interviews gelesen, und auch die Memoiren. Sie haben gesagt daß ihr Outift nichts mit der Kritik an der Monarchie oder an der Scheißgesellschaft zu tun hat. Es sieht doch einfach nur super aus ! Und ich glaube nicht daß sie sie da nur von sich selbst sprachen.

    ich kann es kaum fassen was die Jugendpsychologen und Sozialpädagogen und Journalisten und Lehrer und Intellektuelle da hineininterpretieren. Die sind doch geistig gesehen echt alte Leute !
    Die sehen Löcher in Jeanshosen oder T-Shirts und glauben da steht eine Aussage dahinter !! In Wirklichkeit ist es einfach nur eine Art von Mode ! Gefärbte Haare, Risuren, etc. etc.: dasselbe !

    Diese UNBEHOLFENEN Erklärungsversuche dieser geistigen Opas und Omas !

    können die nicht ein bißchen mehr vom Einzelfall ausgehen ??!!!




    die glauben ja auch daß jeder der in Bauwagenkolonien oder besetzten Häusern wohnt Stress mit den Eltern hatte oder so was ähnliches. So'n Quark ! das stimmt Ü-B-E-R-H-A-U-P-T nicht.
    (und sogar WENN es in Einzelfällen so ist: kann man denn überhaupt gleich das eine mit dem andern in Beziehung stellen ???)

    die glauben auch daß die schlichte Tatsache daß man dort wohnt bereits "aus Protest gegen die Spießer" wäre - ich kann es mir einfach nicht erklären wie man sowas denken kann !
    Die Leute die dort wohnen können ja eine Meinung über blöde Spießer haben, aber ... EINFACH NUR der Umstand daß man dort ein Zimmer hat ???? Hat das alleine auch schon was damit zu tun ??
    Ich versteh's einfach nicht.
    Die Leute sind doch eher deswegen dort weil sich das irgendwie so ergeben hat, ODER weil man im Moment eben grade LUST darauf hat sich dort aufzuhalten. Weil man schlicht und einfch Böcke darauf hat.


    Ist denn das für Außenstehende so schwer zu verstehen, sodaß sie sich immer gleich in die UNBEHOLFENSTEN Erklärungsversuche flüchten ??

    =====> es wäre doch totaler Blödsinn wenn jemand sagt: "wenn Leute in einer WOHNGEMEINSCHAFT wohnen, dann ist das aus Protest gegen die Lebensweise der Spießer, und außerdem hatten die alle Streß mit den Eltern oder eine zerrüttete Kindheit"
    Und was da so alles über besetzte Häuser und Bauwagenkolonien (oder generell Jugendszenen) geredet wird, ist auf dem selben Niveau )))))
    jawohl, das ist meine Meinung !

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