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Leben in Berlin?

Erstellt von Lexi, 04.02.2013, 00:09 Uhr · 25 Antworten · 2.625 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von Babooshka

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    AW: Leben in Berlin?

    Zitat Zitat von Lutz Beitrag anzeigen
    Uups - aber am Wochenende? Stimmt - ich bin oft vom Zoo dann mit dem Nachtbus nach Ruhleben (was recht schnell ging)
    Auch am Wochenende gab es nur Nachtbusse. Nur Silvester fuhr die U-Bahn durch.

    Wenn man aber länger in Berlin ist (West) kann es auch nach dem Mauerfall bedrückend sein - so ging es mir in den 90s - Berlin kam mir im Winter besonders grau vor (z.B. der Anfang der Reichsstraße, wenn man die hochfährt)...
    Oh ja, ist er auch! Ich finde den Winter hier auch total scheiße und würde am liebsten woanders überwintern, wahlweise in Winterschlaf verfallen. Umso schöner ist es dann, wenn alles wieder schön grün wird, denn Berlin ist ja eine ausgesprochen grüne Stadt.

    Jetzt wo ich 6 (schluck) Jahre nicht mehr in Berlin war vermisse ich es (also die schönen Seiten ) total...
    Na dann wird's ja mal wieder Zeit Wir sollten diesen Sommer wohl mal "Rollerblade fahren auf dem Flugfeld Tempelhof" in Betracht ziehen, was meinste?

    Waschbär:

    Schade, dass von der Pracht des Kudamms so gut wie nichts mehr geblieben ist und sich dort mittlerweile 1-Euro-Ramschläden, Handyshops und Dönerbuden die Hand geben.
    Du warst schon eine Weile nicht mehr hier - der Kudamm wird wieder besser! Handyshops gibt es ein paar, aber keine Dönerbuden (allenfalls weiter oben, d. h. ab Adenauerplatz westwärts) und auch keine Ramschläden mehr. Und City Music an der Gedächtniskirche ist jetzt ins Kudamm-Karree gezogen, dorthin, wo früher Promarkt war, weil das Gebäude an der Gedächtniskirche abgerissen und was Neues hingebaut wird. Es tut sich viel in der City West, die Gedächtniskirche ist in Kürze fertig saniert, das Bikinihaus ist kommenden Herbst fertig (freue ich mich schon drauf, das wird gut aussehen), nur mit dem Schmuddelhaus Joachimsthaler/Ecke Hardenbergstr. muss noch was gemacht werden, das war schmuddelig und ist immer schmuddeliger geworden.

    Traurig finde ich lediglich, dass Westberlin mittlerweile von den Stadtpolitikern nahezu "stiefmütterlich" behandelt wird und der Ostteil wirklich "herausgeputzt" sich präsentiert. Das ist schade und als Berliner würde ich da schon - um es ganz vorsichtig zu formulieren - der Hut hochgehen.
    Tut es uns alten Wessis auch. Aber wie gesagt, inzwischen wird auch allmählich im Westen wieder was gemacht.

    Ach, irgendwie bekomme ich echt Lust, mal wieder hinzufahren.
    Na denn man los

    Heiko:

    Aber im Laufe der letzten Jahre bin ich hier im Badischen beruflich gelegentlich ex-Berlinern begegnet.
    Oftmals solchen die entweder Ingenieure waren oder die sonst irgendwie im gewerblich-technischen Bereich zu Hause sind.
    Einen festangestellten Arbeitskollegen(Ex-Berliner) hatte ich als ich als Lagerverwalter bei einem Chemieunternehmen über Zeitarbeit tätig war, der Kollege hatte einmal das Glück gehabt dort in eine Festanstellung rein zu rutschen.
    Es gibt wirklich kaum Arbeit für qualifizierte oder studierte Leute hier. Ingenieure, Softwareentwickler, Informatiker usw. müssen wirklich nach Süddeutschland gehen, um Arbeit zu finden und angemessen bezahlt zu werden. In München gibt es ein richtiges Silicon Valley - in Berlin wird es das wohl nie geben, zumal große internationale Firmen lieber in Süddeutschland eine Niederlassung eröffnen als hier. Selbst Sat1 hat ja einen großen Teil des Unternehmens aus Berlin abgezogen und nach München verpflanzt, da hieß es für die Mitarbeiter dann auch: mitziehen oder arbeitslos werden. Nein, Berlin zieht Künstler und Bohémiens an, die sich mit Gastronomiejobs über Wasser halten, von denen es mehr als genug gibt.

    Diese sagte einmal bei Gelegenheit, sie wären damals also vor 1990 nie ohne Papiere(also Personalausweis) unterwegs gewesen. Seit dem glaube ich das dass wohl etwas ist das wahrscheinlich jedem Berliner in Fleisch und Blut sitzt. Gut denkbar bei den engen Grenzen um die Stadt und dem Besatzermillitär(USA/Großbritannien/Frankreich) in der Stadt.
    Haha, stimmt. Die Alliierten hatten damit allerdings nichts zu tun, die kontrollierten ja die Deutschen nicht. Aber dass vor jeder Fahrt in Richtung Grenzkontrollpunkt Dreilinden nochmal überprüft wurde, ob auch alle Ausweise griffbereit da sind, das war wirklich so.

    Ich denke aus meinen Beobachtungen und was man gelesen hat sind gerade in Berlin im Laufe der Jahre viele Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe weggefallen, die eben Arbeitsplätze für Ingenieure, Techniker, Facharbeiter und angelernte Kräfte boten.
    Das ist richtig. Zudem hat Siemens, früher ein riesiger Arbeitgeber für Leute vom Ingenieur bis zum Fließbandarbeiter, Tausende von Stellen in Berlin gestrichen.

    Lexi:

    Ach so ging das. Ich kann mich nur daran erinnern, das Berlin-Touristen gerne irgendwelche Bücher in Ostberlin gekauft haben, vorzugsweise Noten oder Karl Marx. Oder irgendwelche Physik-Bücher, die aus mehreren Papierfarben bestanden, so etwas habe ich einmal bei jemanden gesehen. Es hieß immer, es sei schwierig, den Zwangsumtausch auszugeben, man könne es nicht einmal so einfach verfuttern.
    Genauso war's. Atlanten, Russisch-Lehrbücher, Lexika, Wörterbücher, Noten, naturwissenschaftliche Bücher... wie ich hörte, war bei manchen Alliiertengattinnen auch Meißener Porzellan und böhmisches Kristall sehr beliebt. Und Opernbesuche.

    In Berlin-West war dann der Tourismus eine nennenswerte Einnahmequelle und ein wenig Industrie gab es auch noch?
    Der Tourismus spielte im damaligen West-Berlin eine sehr untergeordnete Rolle. International war die Stadt kaum bekannt, manch einer wusste noch nicht mal, dass sie eine Insel im Roten Meer war. So mancher französische Alliierte war dann doch ganz schön geschockt bei der Feststellung, dass Berlin nicht auf der deutsch-deutschen Grenze lag und man erst durch eine "Zone" mit Grepos, russischen Soldaten und Hundeführern auf den Bahnhöfen fahren musste... Damals kam nur nach Berlin, wer Schüler war und eine Klassenfahrt dorthin machte oder wer Freunde oder Verwandte in Berlin hatte und diese besuchte, na und französische Austauschschüler fanden die Idee einer Berlinreise spannend, ansonsten war die Stadt als Reiseziel gänzlich unattraktiv. Man bedenke, dass Ausländer einen Reisepass haben mussten, um auf dem Landweg einzureisen. Den bekam man in manchen Ländern als Mann aber erst, nachdem man seinen Militärdienst abgeleistet hatte. Mein Ex aus Rom kann Dinger von seinen Berlinbesuchen erzählen... - Ja, es gab Industrie. Wie gesagt, Siemens war groß, Schering und noch einige Unternehmen mehr.

    Wurde von den Ureinwohnern über die Zeit der Berlin-Blockade eigentlich so gerne erzählt, dass ihr darüber ebenfalls berichten könnt?
    Naja, "gerne" nicht unbedingt, schließlich war das eine harte Zeit, aber erzählt wird darüber schon hin und wieder. Meine Mutter war 10-11 Jahre alt damals. Mittlerweile finde ich die Blockade und die Luftbrücke eine super spannende Sache. Wie das damals organisiert wurde, Unmögliches möglich gemacht wurde. Wie Menschen ihr Leben dabei gelassen haben, die Stadt zu versorgen. Einen amerikanischen Luftbrückenveteran gibt es auch noch, mir fällt nur gerade sein Name nicht ein. Er war aber letztes Jahr bei Feierlichkeiten zugegen.

  2.  
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  3. #12
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    AW: Leben in Berlin?

    Zitat Zitat von Babooshka Beitrag anzeigen
    Der Tourismus spielte im damaligen West-Berlin eine sehr untergeordnete Rolle. International war die Stadt kaum bekannt.
    Ach, es hatte kaum jemand noch einen Koffer in Berlin herumstehen. Und ich dachte, da hätte es einen Sauftourismus aus Westdeutschland gegeben, in einen ähnlichen Ausmaß, wie es ihn an Rhein und Mosel damals gab. Die Klassenfahrten waren ja irgendwie gesponsert, aber wir sind damals dennoch nicht nach Berlin gefahren.


    Also, die DDR war für euch praktisch genauso weit weg, wie für uns westdeutsche Bewohner, außer dass ihr einwandfreien DDR-Fernsehempfang hattet? Und irgendwelche polnische Kulturenflüsse gab es vor 1990 praktisch auch nicht? Oder wächst man in Berlin mit einer slawischen Seele auf - so weit ist Polen doch nicht entfernt?

  4. #13
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    AW: Leben in Berlin?

    Ach, es hatte kaum jemand noch einen Koffer in Berlin herumstehen. Und ich dachte, da hätte es einen Sauftourismus aus Westdeutschland gegeben, in einen ähnlichen Ausmaß, wie es ihn an Rhein und Mosel damals gab. Die Klassenfahrten waren ja irgendwie gesponsert, aber wir sind damals dennoch nicht nach Berlin gefahren.
    Ach wo, dazu war Berlin doch viel zu weit vom Schuss. Bedenke, man musste mindestens 3 Stunden übern Transit fahren, um überhaupt nach Westdeutschland zu kommen. Wie mir zugetragen wurde, machten das manche Motorradcliquen gerne: einmal nach Hemstedt fahren, dort 'nen Kaffee trinken und wieder zurück nach Berlin. Damals war das Benzin ja auch noch erschwinglich... aber richtig Fun dürfte das auch nicht gewesen sein, schließlich durfte man auf dem Transit nur 80 fahren und außerdem war der so schlecht, dass einem das Essen fast hochkam. Aber vielleicht war das the Motorradcliquen way to deal with Mauerkoller. Auch im Westteil der Stadt hatte man den mitunter - ich ja auch, drum bin ich ja damals weg.

    Also, die DDR war für euch praktisch genauso weit weg, wie für uns westdeutsche Bewohner, außer dass ihr einwandfreien DDR-Fernsehempfang hattet? Und irgendwelche polnische Kulturenflüsse gab es vor 1990 praktisch auch nicht? Oder wächst man in Berlin mit einer slawischen Seele auf - so weit ist Polen doch nicht entfernt?
    Polen war für viele von uns weiter entfernt als der Mond Das war NOCH weiter weg als die DDR, und die war ja eigentlich so nah und doch so fern. Ich finde es heute lustig, 2 Stunden zu fahren und in einem ganz anderen Land zu sein, wo es anders aussieht, die Sprache anders ist usw. Sowas hatten wir früher nicht, da war ein anderes - will sagen: westliches - Land weit weg und man musste weite Strecken in Kauf nehmen; Billigflieger gab's damals ja noch nicht. Der Ostblock galt nicht, der war, wie gesagt, auf einem anderen Planeten Natürlich sind viele Leute in den Osten gefahren, Verwandte besuchen oder einfach Ostberlin angucken, denen erschien die DDR sicher nicht so weit weg und so unerreichbar. Aber ich denke, alle anderen Ostblockländer waren für die allermeisten Berliner nicht relevant.

  5. #14
    Benutzerbild von bremen

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    AW: Leben in Berlin?

    Moin moin,

    ich habe die Achtziger in Kiel verbracht, von dort aus ging es ziemlich easy, nach Berlin zu trampen und davon hab ich in den Achtzigern reichlich Gebrauch gemacht. Da ich dort mehrere Schulkameraden und Zivi-Kumpels hatte, bin ich dort immer gut untergekommen und speziell zu Beginn der Achtziger war in den besetzten Häusern leicht eine Unterkunft zu finden.

    Ich bin also häufig mal für ein Wochenende nach Berlin getrampt und da fing das Mißverständnis schon an. Ich wollte nach Berlin, war aber eigentlich immer nur in Kreuzberg, bestenfalls mal im Wedding oder in Charlottenburg. (Kenne also nur die Linie 1). Denn mich interessierte das Kudamm-Disco-Musikcafé-Videoclips-Neonlicht nicht die Bohne, sondern eher die Künstler-, Musik- Filmemacher- oder auch die Politszene. Keine Discos, sondern eher Kukuck oder Eiszeit-Kino. Irgendwelche Solidaritätsfeten, bei denen tolle Bands spielten, gab's in Kreuzberg auf jedem Hinterhof. Leider war ich nie im SO36 oder im Kantkino. Dafür beisse ich mir heute noch ständig in den *****.

    Lese mit Interesse, dass Berliner für einen Besuch im Osten ein spezielles Visum brauchten. Für uns Wessis reichte der Reisepass und die 25 Westmark Eintrittsgeld, dann bekam man ein Tagesvisum, das auf Ost-Berlin beschränkt war. Am schnellsten ging die Einreise über den S-Bahnhof Friedrichsstraße. Außerdem war direkt am Bahnhof ein richtig guter Imbiss, der lange geöffnet hatte und bei dem ich regelmäßig die letzten Blechmünzen los wurde, bevor ich dann bis 24 Uhr wieder draussen zu sein hatte. War oft drüben, einfach nur zum Rumkucken... Geschäfte, Museen, gut Essen gehen, mit Leuten quatschen.

    Hab in Erinnerung, dass es in Ost-Berlin schwerer war, mit "Einheimischen" ins Gespräch zu kommen als in anderen Städten der DDR, in die ich dank Verwandtschaft einreisen durfte.

    Kürzlich hatte ich eine Hörerin aus (Ost-)Berlin in einer Sendung zu Gast, mit der ich über "NDW in der DDR" geplaudert hatte. Sie erzählte, dass sie schon zu DDR-Zeiten zu Familien-Besuchen nach West-Berlin durfte. Ist wenig bekannt, dass es sowas gab. Ebenso wie mitlerweile wohl vergessen ist, dass Berlin auch deshalb kulturell vorne war, weil viele junge Möchtegernkünstler nach Berlin gegangen sind, um auf diese Weise um den Wehrdienst rumzukommen (Berliner waren vion der Wehrpflicht befreit).

    Gerne vergessen habe ich aber den Satz, den man in Kreuzberg alle 5 Minuten hörte: "Ey Alter, haste mal ne Mark?"

    Thorsten

  6. #15
    Benutzerbild von Babooshka

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    AW: Leben in Berlin?

    Zitat Zitat von bremen Beitrag anzeigen
    Ich wollte nach Berlin, war aber eigentlich immer nur in Kreuzberg, bestenfalls mal im Wedding oder in Charlottenburg. (Kenne also nur die Linie 1). Denn mich interessierte das Kudamm-Disco-Musikcafé-Videoclips-Neonlicht nicht die Bohne, sondern eher die Künstler-, Musik- Filmemacher- oder auch die Politszene.
    Jaja, Kreuzberg, Punk, Tuwat, Hausbesetzertum und Linkspolitik-Interesse, das waren Dinge, die irgendwie typischerweise Wessideutsche angezogen haben damals Es zog die Leute in die Gammelecken der Stadt, weil es bei ihnen zu Hause sowas meistens nicht gab, Musikcafés und Discos hingehen schon eher. Da kann man sehen, wie unterschiedlich wir waren: Ich als Eingeborene fand die von dir genannten Ecken (außer Charlottenburg, da war man als Spandauer sehr oft unterwegs) überaus deprimierend, vor allem im Winter. Ich ging zwar gerne in der Kreuzberger Oranienstr. shoppen, weil es dort wirklich geile Secondhandläden gab, aber ich fand's dort gruselig und die Abgefucktheit war nichts für mich. Nun war ich aber auch weder politisch, noch an Garagen-Krachmacherbands interessiert. Heute ist die Oranienstr. immer noch nicht schick (gottseidank, das soll sie auch bitteschön nie werden), aber sie sieht um einiges besser aus und ist immer noch originell. Nur die tollen Secondhandläden gibt es nicht mehr. Sowas läuft heute unter "Vintage" und kostet ein Heidengeld. Heute ist Kreuzberg auch ein überaus beliebter Wohnbezirk, in den vor allem sämtliche junge Leute aus dem Ausland, die sich als Künstler verstehen, ziehen wollen. Zwar sieht es dort heute besser aus als damals, aber ich kann's immer noch nicht verstehen. Aber ich war auch nie so ein Szenetyp eben jener Szene. Ich bin eine Tochter aus gutem Hause - zwar aus dem sozialen Wohnungsbauviertel am Stadtrand, aber dennoch aus gutem Hause

    Lese mit Interesse, dass Berliner für einen Besuch im Osten ein spezielles Visum brauchten. Für uns Wessis reichte der Reisepass und die 25 Westmark Eintrittsgeld, dann bekam man ein Tagesvisum, das auf Ost-Berlin beschränkt war.
    Es gab irgendwo in der Stadt - wie ich hörte, z. B. im Forum Steglitz in der Schloßstr. - bestimmte Visumausgabestellen für die Berliner.

    Ebenso wie mitlerweile wohl vergessen ist, dass Berlin auch deshalb kulturell vorne war, weil viele junge Möchtegernkünstler nach Berlin gegangen sind, um auf diese Weise um den Wehrdienst rumzukommen (Berliner waren vion der Wehrpflicht befreit).
    Nicht nur Möchtegernkünstler... alle jungen Männer, die halt um den Wehrdienst rumkommen wollten. In Berlin selber war das bekannt, ja. Und das waren dann meist wirklich solche, die in einem besetzten Haus "wohnten".

    Gerne vergessen habe ich aber den Satz, den man in Kreuzberg alle 5 Minuten hörte: "Ey Alter, haste mal ne Mark?"
    Daran hat sich bis heute nichts geändert, nur dass sie heute nach einem Euro fragen Und die Frage beschränkt sich nicht nur auf Kreuzberg, nein, man hört sie überall in der Stadt. Ich find's bisweilen ziemlich erschreckend, recht junge Leute - keine Punks, ganz normal aussehende Leute - als Obdachlose auf der Straße zu sehen, anstatt was aus ihrem Leben zu machen. Die sind dann oft von zu Hause abgehauen, weil sie kein gutes Zuhause hatten, manchmal aber einfach nur, weil die Alten sie genervt (sprich: Verbote ausgesprochen und Regeln aufgestellt) haben und sie "frei" sein wollten. Dann fühlen sie sich einen Sommer lang am Alexanderplatz so richtig toll, aber auf den Sommer folgt der Winter und schon frieren sie mittellos auf der Straße. Junge, arbeitsfähige Menschen, warum gehen die nicht zum Jugendamt und lassen sich dort helfen, wenn sie wirklich schlechte Familienverhältnisse haben?

  7. #16
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Leben in Berlin?

    @Bremen

    Sehr interessanter Beitrag...

    Zitat Zitat von bremen Beitrag anzeigen
    Hab in Erinnerung, dass es in Ost-Berlin schwerer war, mit "Einheimischen" ins Gespräch zu kommen als in anderen Städten der DDR, in die ich dank Verwandtschaft einreisen durfte.
    Hab mich irgendwie vor der Wende da nicht rüber getraut - ich fand es schon abenteuerlich genug überhaupt von HH "durch die Zone" nach Berlin zu reisen... War dann erstmal froh im kuscheligen Ruhleben zu sein, und wollte nicht groß weiter *g*

    Da Du ja viel rumgekommen bist - vielleicht kannst auch in dem Thread was posten (z.b. aus Gesprächen mit DDR Bürgern)?

    BRD Bands in der DDR (Spider Murphy Gang, etc auf DDR-Tournee)

  8. #17
    Benutzerbild von bremen

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    AW: Leben in Berlin?

    Ach Lutz,

    du weißt doch, ich habe einfach nicht so viel Zeit wie Du, um alles aufzuschreiben....

    Aber dieses Thema Berlin / DDR ist mir in den letzten Monaten in auffallend vielen Gesprächen begegenet, z.B. auch in einem sehr schönen Interview mit Klaus Hoffmann, der ja auch schon zu DDR-Zeiten "drüben" aufgetreten ist.

    Ich werde - was ich ja eh regelmäßig mache - hier darauf hinweisen, wenn solche Interviews gesendet werden.

    Thorsten

  9. #18
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    AW: Leben in Berlin?

    Oki

    Zitat Zitat von bremen Beitrag anzeigen
    du weißt doch, ich habe einfach nicht so viel Zeit wie Du, um alles aufzuschreiben....
    Ich hab das Problem, dass ich immer wieder hier kleben bleibe und was poste, obwohl ich jetzt z.B. dringend mal in mein Auto hüpfen müßte um einige Sachen zu erledigen *g*

  10. #19
    Benutzerbild von wellensittich

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    AW: Leben in Berlin?

    Danke für die ganzen Infos..ist wirklich mal interessant zu hören.
    Ich war leider noch nie in meinem Leben in Berlin. Echt eine Schande ;-)

  11. #20
    Benutzerbild von Lexi

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    AW: Leben in Berlin?

    Ich muss doch einmal nach dem KaDeWe fragen: Ist das nur ein stinknormales Kaufhaus mit besonderen Namen, oder ermöglichte es tatsächlich ein besonders Einkaufserlebnis? Immerhin ist es doch in ganz Deutschland bekannt.

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