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Modezirkus Sportunterricht

Erstellt von xompel, 08.02.2003, 18:28 Uhr · 3 Antworten · 1.606 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von xompel

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    Hi, Leute! Ich wüsste mal gerne von euch, was damals im Sportunterricht klamottenmäßig so angesagt war.
    Bei uns fing es damit an, dass die Mädchen lange Gymnastikhosenin in diversen Farben trugen. Dazu riesige Shirts, um den beginnenden Busenwuchs zu kaschieren.
    Später dann wurden auch bei den Mädchen die Boxershorts modern. Von Paisley Muster bis Blumendruck war eigentlich alles tres chic.

    So, Jungs und nu seid ihr dran. An was erinnert ihr euch?

    xompel

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von musicola

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    Die meisten meiner Kumpel hatten Adidas T-Shirts und Adidas-Hosen an
    und generell die edelsten Marken-Turnschuhe, natürlich auch Adidas! Und hier waren eine Zeitlang (1985/86) diese leuchtend blauen Marathon Treter mit der geilen Schuhsohle und dem strengen Käse-Aroma abends, weil man die ja schließlich den ganzen Tag trug voll angesagt... Die hatte ich auch, hatte ich meiner (alleinerziehenden) Mutter nach langem Gequängele abgenötigt!

    Dauerdialog: "Kind, für 100 Mark kannst du dir drei Paar Turnschuhe zum Abwechseln kaufen" , " Nein, Mamaaa, ich zieh keine *Assidas mit den zwei Sparstreifen* Schuhe an, mit sowas wird man in der Schule nur fertig gemacht!"

    Damals konnte ich das einfach nicht einsehen!

    Inzwischen längst selbst erwachsen, kann ich ihren Standpunkt nachvollziehen, 100 Mark waren für sie damals ne ganze Menge Geld...

    Der alte Herr mit dem weissen Rauschebart, da ganz oben, soll ja gut auf sie aufpassen... *vermiss*

  4. #3
    Benutzerbild von Level 42

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    musicola postete
    Die meisten meiner Kumpel hatten Adidas T-Shirts und Adidas-Hosen an
    und generell die edelsten Marken-Turnschuhe, natürlich auch Adidas!
    Kann ich nur bestätigen, oder Puma Sachen, aber damit warst Du fast schon ein "Outlaw".

    Meine ersten Schuhe waren mit einem Punkt and der Seite (keine Converse),
    es war die Hölle mit den Billigtretern, "Da kommt er wieder, der mit den Punkt-Schuhen", Turnhose auch ohne Streifen (Echt Geil, da verhungern Kinder in der dritten Welt, und der Deutsche macht sich über Streifen Gedanken) aber mit zwanzig Mark Taschengeld...nichts zu machen.

    "Keine Macht dem Markenzwang"

    Gruß Level 42

  5. #4
    Benutzerbild von JJ28

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    Nun ja, wie ich schon an anderer Stelle berichtete, war es zum Teil schrecklich mit den Markenklamotten.
    Bis zum 8. Schuljahr war ich auf einem Gymi, wo sowohl im Sportunterricht als auch im übrigen Unterricht der Markendruck recht groß war.
    1 Steifen = Caritas, 2 Streifen = Aldidas und nur die "Drei Streifen" waren das Normale.

    Ich war leider einer derjenigen, die eben nicht in 3 Streifen rumliefen; dementsprechend war der Spott groß.
    Was mich besonders dabei schockierte war die Tatsache, dass meine Eltern -promovierte Akademiker - im Vergleich zu den Eltern meiner Klassenkameraden zu den Spitzenverdienern gehörten und trotzdem keine Markenklamotten bekam.
    Oder vielleicht gerade deshalb?
    Beim Taschengeld lag ich auch immer an letzter Stelle; habe bis zum 18. Lebensjahr 10 DM pro Monat bekommen - andere bekamen bis zu 50 DM.
    Gut, Kleider und andere Sachen bekam ich immer "gestellt"; die Oma war da auch sehr spendabel.....

    Aber das Markenbewusstsein änderte sich mit dem Wechsel der Schule.
    Ein paar Sportskanonen hatten mehrere Paar Laufschuhe, 30 Prozent der Klasse hatten 1 Paar Markenschuhe, worüber man allerdings keinerlei Wind drum machte.
    Der Sportunterricht verlief auch recht angenehm - da lästerte keiner.
    Ok, die Mädels hatten Leggins und schicke Sweatshirts an, die Jungs - entgegen der Vorschrift "Plaue Höschen, weiße T-Shörts" auch ein paar schwarze Hosen oder Hemden...

    Ich weiß nun nicht genau, ob man mit 14 oder 15 über dem Gruppendruck stand, oder ob es an den unterschiedlichen Bildungs- und Gesellschaftsschichten lag, aus den meine Klassenkameraden stammten.

    Ich möchte damit keinen verhöhnen, nur die Tatsache, dass ich von einem Typen gemobbt wurde, dessen Vater Verwaltungsangestellter war und mit einem geschätzten Einkommen von 3500 DM "nebenbei" noch ein Haus baute,
    versetzt mich auch noch heute in Erstaunen.
    Außen hui, innen pfui!
    Schulden machen um jeden Preis, "man" will ja seiner Umgebung zeigen, dass man was ist.....



    Was mich jetzt interessieren würde: Wie habt ihr diese "Identitätskrise" überwunden? Oder hat ihr eueren Lebensstil entsprechend dem Einkommen angepasst?


    CU
    JJ