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Reiseziel in den 80er Jahren - Wohin, Wie?

Erstellt von JJ28, 23.04.2003, 21:21 Uhr · 19 Antworten · 5.708 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von JJ28

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    Hi,
    also, das würde mich doch mal interessieren, als das Fliegen und Pauschalreisen nicht so verbreitet waren bzw. viel teurer waren als heute.
    Als Kind der VW-Bus Generation kenne ich sehr ausgedehnte Urlaubsreisen nach Südspanien, Portugal (Algarve) und Marokko.
    Damals war es ja noch nobel, so eine Kiste mit Kocher und Plumpsklo zu haben, und für "low" am Strand zu stehen.
    Ein paar hatten auch schon einen riesigen Mercedes-Transporter, Studenten hingegen fuhren dagegen zu viert in einem R4 oder 2 CV mit dem Minipack gen Süden.
    Ab und zu ein Besuch in einer lokalen Kneipe, dort konnte man Gastarbeiter aus Dortmund treffen, die die 2700km mit ihrem Benz 240 D oder Ford Granada innerhalb von 24 Stunden auf der Straße "irgendwie" schafften, vollbepackt bis unter die Decke mit Second-hand Elekroartikel für die Verwandtschaft

    Damals hörte in Alicante die Autobahn auf, dann ging es über holprige Landstraßen weiter, an Bergen wurde man duch überladene LKWs (diese hatten vorne zwei lenkende Achsen!!) vollgequalmt und bis auf 20km/h ausgebremst
    Im Südenosten Portugals gab es noch keine Brücke zwischen Spanien und Portugal, man mußte noch mit einer Fähre übersetzen.
    Die hatten ja noch nicht einmal richtige Rampen, zwei dicke Bretter zwischen Fähre und Anlegestelle dienten als Notersatz.

    Heute komme ich mit diesen Wochenendflügen nach Mallorca oder eine Woche Südamerika irgendwie nicht zurecht, es wäre mir zu viel Stress und zu konsumorientiert.

    Was habt ihr denn zu dieser Zeit denn so gemacht, ihr werdet es zumindest als Jungendlicher miterlebt haben?

    Wenn ich mir so die alten Platten der Gruppe "BAP" ansehe und Lieder höre wie z.B. "Aner Leitplank", so entdecke ich einige Gemeinsamkeiten, diese fuhren in ihrem Ford Transit oder Opel Blitz doch auch regelmäßig in den Urlaub, allerdings mehr nach Griechenland und Italien.

    So, schreibt mal schön

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Krupunderstab

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    Dann wird ich mal anfangen.....

    Als ehemaliger Ostzonalist hatte man ja so seine kleinen Probleme mit der freien Auswahl seiner Reiseziele.
    Trotzdem hatte Ich die damaligen Möglichkeiten oft und häufig ausgenutzt.
    Trampen , Schwarzzelten und Taktiken des kostenlosen Eisenbahnfahrens waren mir alles andere als unbekannt.
    Tja ,diese und andere Sachen die ich heute aus Faulheit ; Bequemlichkeit oder Angst heutzutage nicht mehr so machen würde.


    Eines meiner größten Abenteuer war 1983 eine "Tramptour zum Kaukasus" . In meiner jugendlichen Naivität hatte ich mich von 4 irren Kumpels
    dazu überreden lassen . Reisen auf eigene Faust , Schlafen wo man will, Kneipentouren , Verpfegung holen im Supermarkt ?
    Diese Sachen waren bei den "Freunden" (die Sowjetunion) mehr als unüblich .
    Normalerweise mußte man sein Reiseziel beim Staatsreisebüro "Intourist" angeben - und die Reiseroute und Hotels
    wurde von denen festgelegt ,Benzin und Hotelgutscheine ausgegeben und wehe man wich von der vorgeschriebenen Route ab...
    Aber ausgerechnet das musste bei uns sein.
    Nachdem wir in Kiew 5 Stunden auf der Ausfallstraße Richtung Süden nach Mitfahrgelegenheiten gebettelt haben , schwante mir,das auf der beginnenden Tour doch nicht alles planmäßig verlaufen wird.
    Ein LKW nahm uns schließlich mit. Nicht lange, nachdem er uns ein paar hundert Meter vor einer Stadt heruntergeschmissen hat
    hörten wir plötzlich "Stoi" und ein Uniformierter mit Kalaschnikow nahm uns in Gewahrsam und brachte uns ohne viel Erklärung in unser erstes vergittertes
    Nachtlager . Nächsten morgen Verhör .Der Typ erzählte immer etwas von "Germanskaja Tscheka"
    Durch irgendeinen Geistesblitz hohlte mein Kumpel einen Kugelschreiber mit Werbung vom Klassenfeind.
    (Ich glaube es war einer von der "Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger")
    Er gaffte , nahm , und im Handumdrehn gabs Kascha ,Fahrgelegenheit in die nächste "freie" Stadt und die Erfahrung das man Städte mit Ortseingangskontrollen meiden sollte.
    Zum Bahnhof -- an den Fahrkartenschalter , wir sahen wohl nicht wie Russen aus , Fahrkarten? "Njet - Intourist...Dawai.."
    Von da an wußten wir , das wir uns für alle Besorgungen und Wege an Einheimische als Mittler zu halten haben.

    Hochprozentiger beschleunigte sofort und ohne Verzugszeit sofort die Deutsch-Sowjetische Freundschaft.
    Im Rausch sind Russen die großherzigsten Menschen , voller Güte und Weltschmerz (bis zum heulen)
    Zu allen weiteren Nachtlagern wurden wir eingeladen , hätten wir jedes Glas Wodka getrunken , wäre unser Grab wohl schon in Ukrainischer Erde.
    Bei Nikolajew nahm uns ein Kleinbus mit.Der Fahrer und sein Spanner hoben sofort,nachdem sie mitbekommen haben,das wir DDR'ler sind
    eine Hand und schrieen freudig "Chail Chitler - Chaaail"
    Vollig verstört schauten wir uns an,so etwas hatte man uns nicht in der Schule erzählt.
    Nun denn,es wurden 3 wunderschöne Tage mit Hühnchen,Kwas ,Tomatenschaschlik in einem Dorf in der Nähe vom Dnepr.
    Aber es sollte weitergehen Richtung Krim. Ab in den Bus , aber in Cherson wartete der Nächste Knast auf uns(und wir hatten keinen DGZRS-Kugelschreiber mehr)
    Nächsten Morgen wurden wir durch ein altes Männchen mit roter Armbinde zum Hafen geführt , in ein Tragflächenboot verladen.
    In Odessa angekommen,aus dem Hafen geführt , war das Männchen auf einmal wie der Blitz verschwunden.
    Wieder einmal schauten wir uns verstört an.Also Richtung Bahnhof. An einer Bushaltestelle zauberhafte Schenkel im Minirock.
    Nachdem wir Männer unser Wohlwollen darüber uns gegenseitig mitgeteilt hatten,drehte sich die Zarte um, und sagte im fast perfekten Deutsch "Sprechen sie etwa über mich?"
    .......Angefreundet mit Julia (die Zarte) , Eis gegessen und die Einladung nach Tschernowzy angenommen .
    (Da dämmerte uns langsam das der Kaukasus wohl Illusion bleibt )
    Es wurde das schönste Urlaubserlebniss , nicht nur wegen der wunderbar morbiden Stadt , sondern weil alle 5 Mann Gattungskönig
    bei zarten jüdischen Girls sein durften.
    Zum guten Abschluss wartete in Brest wegen Zeitüberschreitung und Benutzung nicht vorgeschriebener Verkehrsmittel 1 Tag Knast.

  4. #3
    Benutzerbild von musicola

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    Der Thread verdient es mal angeschoben zu werden!

  5. #4
    Benutzerbild von Arcadia

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    @musicola
    Wegen des Ausgangsthemas oder wegen der Zarten mit den zauberhaften Schenkeln?

    Also ich kann zu beidem nichts beitragen!

    Zum ersten nicht, weil wir schon so fortschrittlich waren, dass wir ein Flugzeug nutzten, um an unser Reiseziel zu gelangen.

    Und zum zweiten nicht, weil....nööö! Zauberhafte Schenkel haben mich noch nie interessiert. Ausserdem war Sandburgenbauen für mich zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich das größte Highlight!

  6. #5
    Benutzerbild von Babooshka

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    Für mich gab's in der ersten Hälfte der 80-er nur ein Reiseziel: Frankreich, Frankreich und Frankreich! Ab 1985 kam dann noch Italien dazu. Das erste Mal flog ich von Berlin nach Rom - es war mein erster Flug überhaupt - alles Andere machte ich mit dem Zug. Berlin-Rom 24 Stunden. Zugfahren war damals für Leute unter 26 wunderbar billig und das nutzte ich aus, außerdem konnte ich oft per Gruppentarif nach Paris fahren. Einmal hatte ich einen kleinen Gruppenfahrschein, aber keine Gruppe... die war schon einen Tag früher aus Paris abgereist. Sonst fuhren wir immer samstags zurück, woher sollte ich denn ahnen, dass es diesmal Freitag war! Wie ich das gemacht habe, 14 Stunden praktisch schwarzfahren, durch die DDR durch, das empfinde ich heute noch als Meisterleistung. Ein andermal ist es mir passiert, dass ich zwar die Gruppe hatte, aber kein Gruppenticket, weil ich auf der Hinfahrt die Verwalterin des großen Gruppentickets gewesen war und es verpennt hatte, mir für die Rückfahrt eines dieser kleinen Pappbillets zu besorgen. Also auch wieder schwarz gefahren, denn das hätten mir die Kontrolleure doch nie geglaubt, wenn ich behauptet hätte, zur Gruppe zu gehören und kein Ticket zu haben.

    Ich habe damals oft Reiseleitung für Gruppenfahrten nach Paris gemacht, was mitunter recht abenteuerlich, aber lustig war. Ich war 17, als ich damit anfing und eigentlich mental und physisch noch jünger als das. Wenn ich nicht gruppenleitete, war ich in Gastfamilien. In Italien habe ich mich auch meistens bei irgendwelchen Freunden eingenistet, dafür durften die mich dann auch gerne besuchen kommen. Meine schönste Reise war 1983 nach St. Malo in der Bretagne, aber das erwähnte ich schon des öfteren.

    Mehr dazu vielleicht ein andermal

  7. #6
    Benutzerbild von waschbaer

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    Ich kann mich wirklich an eine Reise in die Normandie / die Bretagne sehr gut erinnern. Meinen Fast-Unfall habe ich ja schon im entsprechenden Chartspielthread geschrieben.

    Ansonsten war ich öfters beim Skifahren in Österreich. Zwischen dem 26.12. und dem 02.01. eines Jahres war ich zwischen 1983 und 1995 regelmäßig beim Skifahren in Obertauern (dort wurde unter anderem der Beatles-Film "Help" gedreht). Gilt als sehr schneesicher und hat auch gute Pisten und Liftanlagen.

    Ansonsten habe ich ab 1986 jedes Jahr eine Reise in den damaligen Ostblock für die Schülerzeitungskollegen und mich organisisiert. Der damalige Ostblock war für uns natürlich billig und es war auch irgendwie "abenteuerlich". Wir fuhren nach Prag, Budapest und auch nach Warschau.

    1987 ging meine Abiexkursion dann in die damalige Sowjetunion. Unter anderem waren wir in Moskau, Leningard, Murmansk (!), Kiew und Tallinn. Das war damals schon etwas ganz besonderes. Ein bayerisches Gymnasium fährt in die "Höhle des Kommunismus". Die Fahrt habe ich noch ganz besonders in Erinnerung.

    Zweimal habe ich von meiner Stadt aus an einem Jugendaustausch in die DDR mitgemacht und das war auch höchst interessant. Einmal habe ich während so einer Fahrt einen Krankenhausaufenthalt gehabt und weiß noch, dass ich ganz entsetzt über das Krankenhaus in Magdeburg.

    Mit meinen Eltern war ich einmal in Rom (Fahrt mit der Pfarrei), mehrfach in den Niederlanden (meine Mutter stammt aus NRW), in der Schweiz (einfach über den Bodensee) und dann ab und an natürlich in Österreich.

    Gegen Ende 1988 habe ich dann mit dem nebenerwerblichen Tätigkeit als Reiseleiter angefangen und die hat mich dann 1988 und 1989 in nahezu alle Länder Europas geführt. In abgeschwächter Version mache ich das heute auch noch und so fehlen mir europaweit noch drei Länder und dann habe ich "unseren Kontinent" durch.

  8. #7
    Benutzerbild von Closelobster

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    Bis 1984 sind mein Bruder und ich noch mit den Eltern verreist (in der Hauptsache in die Pfalz). Danach nicht mehr, bis auf drei Ausnahmen: 1998 und 2002 in Mazedonien (1998 meine Hochzeit, 2002 Vorstellen und Pass beantragen/ausgehändigt bekommen für meine ältere Tochter), und dieses Jahr (im Juni gem. Urlaub in Cunil/Südspanien).

    Erster "Allein-Urlaub": 1981 1 Woche London, danach fast jährlich mindestens ein verlängertes Wochenende dort verbracht. Transport: Flug oder Busreise (ächz...). Abenteuer wie Interrail/Camping oder Busreisen nach Benidorm und Lloret de Mar hab ich mir nicht gegeben. Wegen Lehre und anschließendem Studium war auch nicht genug Geld da... das ging schließlich für Schallplatten und Zigaretten drauf

  9. #8
    Benutzerbild von Thommy

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    AW: Reiseziel in den 80er Jahren - Wohin, Wie?

    Hm, in den 80er Jahren, war ich auch schon reichlich unterwegs: Spanien, Italien, Dänemark, Frankreich.

    Ich glaube davon 2x in Spanien (1x Flug und 1x Zug) und 2x in Italien. Naja dann noch in Dänemark und Frankreich. Es gab auch Sommerferien die zu Hause verbracht wurden.

    Die aufregenste Reise war glaube ich 1986 als wir mit dem TUI-Ferienexpress von Hannover an die Costa Brava gefahren sind. 24 Stunden auf der Schiene gewesen. Und dann nachts durch Frankreich...das man da nicht im Liegewagen von der Bridge gefallen ist, war alles. An der franz./span. Grenze mussten wir umsteigen, da die Spanier eine anderes Spurbreite hatten oder sogar noch haben als wir.
    War zwar anstrengend aber auch aufregend (vor allem als Kind damals).

    Die TUI bietet ja heute sowas soweit ich weiß nicht mehr an, aber ich würd' es jederzeit wieder machen

  10. #9
    Benutzerbild von Babooshka

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    AW: Reiseziel in den 80er Jahren - Wohin, Wie?

    Es gibt glaube ich auch kein Interrail-Ticket mehr, oder? Und hat die Bahn noch ermäßigte Preise für Leute unter 26? Interrail war damals auch sehr beliebt, das machten zahlreiche Bekannte von mir - ich gehe mal davon aus, dass diese Art zu reisen den 17-18-Jährigen von heute zu unbequem wäre.

    Die Bahn war irgendie DAS Reiseverkehrsmittel damals, Flüge waren meistens noch zu teuer. Heute ist Fliegen meistens billiger als Zugfahren und das finde ich ziemlich schade, ich bin immer gerne Zug gefahren und würde das auch heute wieder tun.

  11. #10
    Benutzerbild von Pepper-Horst

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    AW: Reiseziel in den 80er Jahren - Wohin, Wie?

    Um ehrlich zu sein, wäre es auch irrsinnig, die Bahn regelmäßig für lange Strecken zu nutzen. Ein sehr guter Freund von mir, führte von Dezember an eine Fernbeziehung - Lübeck, Stuttgart. In der heutigen Zeit ist Fliegen nicht nur bequemer und schneller, sondern auch sehr viel günstiger als bahnfahren. Wie mein Vater schon immer sagt: "[...] meine Generation wäre bekloppt, das nicht auszunutzen!"

    Mit 17 bin ich siebzehn Stunden Zug gefahren, von Schleswig-Holstein nach Berchtesgaden in den Ski-Urlaub. Gefühlte siebzehntausend Mal umgestiegen. Das sollte als Abschreckung genügen. Seitdem maximal nur noch 50km-Strecken.

    Closelobster: das ist ja interessant. Meine Mutter ist gebürtige Makedonierin, auch noch immer im Besitz eines makedonischen Passes. Demnach war ich natürlich schon einige Male dort und ebenso schon im ganzen Land unterwegs. Hauptsächlich aber in ihrer Heimatstadt: Radovis.

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