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Was war eigentlich typisch für die 90er

Erstellt von martina74, 29.03.2002, 07:31 Uhr · 68 Antworten · 61.655 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von
    Typisch für die 90er? Besonders im Bezug auf Mode & Lifestyle...

    Also mir fällt rückblickend auf, dass die Mädels in den 90ern (wieder?) begannen sehr eng anliegende Kleidung zu tragen, dass gefiel mir grundsätzlich natürlich sehr gut und ich denke nicht nur mir *g* Allerdings war das nicht immer so. Besonders auffällig fand ich, dass 80% der Frauen, die etwas mit Spaghetti-Trägern trugen, dieses aufgrund physikalischer Gesetze eigentlich nicht hätten tragen dürfen. Nicht nur weil das 20x dickere BH-Band darunter einfach hervorstechen musste, sondern weil man gelegentlich auch Angst hatte der Spaghetti-Träger könnte platzen und man müsste in seiner ganzen Pracht sehen was man eigentlich niemals sehen wollte...

    Aber alles hat sein gutes, wo man so viel sieht weil man Einblick hat, solls auch ästhetisch sein. Das hat nicht immer geklappt, aber immerhin wars ENTHAART! Immer häufiger dann auch endlich an den Beinen... UND AUCH ANDERSWO... ich bekam jedenfalls keinen Bären mehr aufgebunden... ups... Halleluja Pilca, Halleluja Veet, Halleluja Silkepil!

    Für Männer gabs in dieser Zeit Sakkos, für deren Oberfläche mir gerade der passende Begriff nicht einfällt. Sie waren so flanell-filzig und es gab sie in kräftigem rot, blau, grün, senfgelb und vielen anderen Farben, in denen man einen ganzen Anzug niemals anziehen sollte... Viele trugen dazu eine hellblaue Jeans (nich grundsätzlich was dagegen) und TURNSCHUHE. Ich sah lauter kleine Turnschuhminister. Leider sieht man heute immer noch vereinzelt Leute mit diesen Sakkos rumlaufen.

    Apropo Senfgelb, Adidas & Co. experimentierten in den 90ern auch ganz schön mit giftigen Farben für sportliche Sweatshirts und wenn vorhanden deren Aufdrucke. Ich habe noch ein paar davon, würde sie aber nichtmal zum Putzen (jo ich bin zwar n Mann, aber ich kann putzen, hehe) anziehen...

    Leggins waren natürlich auch typisch 90er, aber die wurden schon angesprochen. Schade, dass sie von den falschen Leuten "missbraucht" wurden, an der richtigen Frau sahs eigentlich in Verbindung mit nem schönen Top schonmal richtig gut aus... naja, es wurde eben generell zeigefreudiger in den 90s, nicht mehr so zugeknöpft wie es die 08/15 Normalo-Straßenmode in den 80ern m. E. schon war.

    Wenn ich mich nicht irre, kamen die "30-cm-größer-mach-Schuhe" für Mädchen (besser als Buffalos bekannt) auch in den 90ern schwer in Mode. Die Orthopäden wirds freuen. Mich wunderte eher, dass Buffalos anscheinend auch die Haare schlecht blond färbten und fast immer weisse Helly Hansen Jacken mit im Schuhkarton gewesen sein müssen... Ach ja, Helly Hansen, keine Ahnung wo der Typ herkam, aber seine Jacken sind mir auch erst seit den 90ern massenweise bekannt und sie konnten sprechen "Ey Aldä *schmatz schmatz*, hast Du konkret Problem *schmatz schmatz * oder warum guckstu, eh *schmatz schmatz schmatz schmatz rotz*?".

    Ja irgendwie kam da ja auch dieser ganze Erkan & Stefan Lifestyle auf... Leute vergaßen wie man spricht und grunzten nur noch dümmlich rum. Fürchterbar, aber es scheint ein Ende in Sicht!

    Diese ganze Gangsta-HipHop Scheisse kam auch in den 90ern zu ihrem Durchbruch in Deutschland. Seitdem kann man keine Schule mehr passieren, sollte dort gerade Schulschluss sein, ohne sich live in Boyz N the Hood wiederzufinden. Yo, mothafucka ich diss Dich, bist Du gegen meine phatten Homies!!!

    "Inlinen" wurde in, nachdem man Rollschuhe schon fast vergessen hatte. Es konnte zwar immer noch keiner bremsen, aber war ja egal, die anderen können ja springen und die Kurve kann jawohl ma' fünfe gerade sein lassen... wooooosch!

    Mountain Bikes wurden richtig cool. Selbst die Ostfriesen haben welche, trotz fehlender Mountains. Seitdem haben die Kieferorthopäden wieder was zu tun, denn eins ist sicher: Die coole Feder-Gabel von dem Teil krieg ich noch zu Bruch ;-)

    Mitte der 90er lernten viele Leute endlich Nigiri und Sashimi kennen. Die waren echt nett! Die nicht selten bald folgende Erleichterung kopfüber überm Klo auch. Sushi konnte eben einfach nicht jeder frisch und hygienisch zubereiten.

    Internet, auch sein Durchbruch kam in den 90ern. Ohne säßen wir heute nicht hier und jeder der sich schonmal eine(n) nette(n) hübsche(n) Freund(in) oder Ehefrau / Ehemann übers Netz geangelt hat, weiss das besonders zu schätzen. Rumbrüllen in Discos bei schlechter Dr. Alban und 2 Unlimited Musik um in Kontakt zu kommen musste nicht mehr unbedingt sein, verklemmten Leuten beim Rumstehen und am einzigen Bier des Abends festhalten zugucken auch nicht, schön wars ;-) Positiver Nebeneffekt: Man musste deutlich seltener Angst vor platzenden Spaghetti-Trägern haben und konnte stattdessen mal gemütlich mit der Verabredung im Kino sitzen und hinterher nett was trinken gehen ;-) Allerdings gabs auch schlimme Momente, wenn die Bekanntschaft in der Nacht vorm Treffen 30cm kleiner, aber 100kg schwerer wurde, davon bekamen viele auch Gedächtnisschwund und hatten auf einmal ganz plötzlich einen wichtigen Termin vergessen zu dem sie ganz schnell müssen... Aber das war ja nicht alles. Man fand alte Bekannte wieder, frischte Kontakte mit verzogenen alten Freunden wieder auf oder suchte in Foren, Suchmaschinen und Online-Auktionen nach Dingen die man schon immer haben wollte. Das führte natürlich zu horrenden Telefonrechnungen, für mich deswegen auch typisch 90er, meine waren nie wieder so hoch wie 1995.

    Was war noch typisch 90er? Lean Management, Kaizen usw. Alles schielte nach Japan und frug sich wie die das machen... nun sind sie seit vielen Jahren am Boden und es fragt kein Mensch mehr wie sie das gemacht haben, hauptsache wir machens irgendwie anders (naja, klappt ja auch nich so toll...). Auch so eine Modeerscheinung aus den 90er: "Motivationstrainer": Tschaaaaaaaaakaaaaaaaaaaaaa, Du schaffst es! Brauchte kein Mensch, war arschteuer, brachte gar nix, ausser dem Typen n' dickes Konto.
    Noch son' Ding: Strukturvertrieb! Plötzlich war jeder 3. Bekannte Versicherungsmakler, Anlageberater oder pries Kosmetik oder Gesundheitsprodukte an. Dolle Sache! Die Herbalife-Aufkleber, kleben heute meistens immer noch auf den selben Altautos, direkt neben den "irrtümlich" angebrachten Beseitigungsaufforderungen des Ordnungsamtes...

    Der Begriff der DINKS (Double Income No Kids) wurde geprägt und diese schickten sich an, die Yuppies zu beerben. Viel Kohle, viel Karriere, keine Kinder und dicke Autos + dekadente Wohnungen. Die DINKS werden zunehmend zum Reizthema weil sie aus Sicht der Familien mit zu viel Kohle rumschmeissen können, nix für die Rente tun (weil keine Kinder) während die Family nur noch Suppe zu fressen kriegt und jedes Blatt Klopapier zweimal umgedreht werden muss. Die DINKS sind daraufhin etwas unauffälliger geworden, aber man erkennt sie noch an ihren Z3's, SLK's und Boxters in der Doppelgarage ;-)

    Jo, da gibts sicher noch jede Menge mehr, aber ich höre an dieser Stelle einfach mal auf, ist lang genug geworden denke ich :-)

    QBert

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    In einem Punkt waren die 90er aber auch n Fortschritt:
    Diese seltsamen hellblau-verwaschenen Jeans kamen aus der Mode.
    Wenn Jeans, dann richtig! (hoffentlich werde ich hier jetzt nicht "aus der Kirchengemeinde" als Ketzer ausgeschlossen)

  4. #23
    Benutzerbild von SonnyB.

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    lol QBert,

    geniales Statement.....dem hab ich nichts hinzuzufügen !

    Hast Du mal überlegt ein Buch zu schreiben? :-)))))

  5. #24
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    @ SonnyB

    ich weiss nicht, ob das wirklich jemand lesen wollen würde ;-)
    Aber mir sind noch mehr Details eingefallen, z. B., das es da noch ein Spaghettiträger-Gesetz gab. Waren die Spaghettiträger nämlich schwarz, musste der BH-Träger darunter zwingend weiss sein! :-)

    QBert

  6. #25
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Mir fällt da auch noch was ein:

    Hatte man Turnschuhe an, stopfte man, damit die Füsse kleiner aussehen, einen Sockenklumpen direkt unter die Lasche der Schuhe.

    Ich weiss noch, wie blöd ich gekuckt hab, als so`n kleines Bübchen das erklärt hat. Kaufte bei mir ne Jeans, und wollte mir zeigen, wie weit die unten sein müssen. Wäre geil so, sagte er. Und cool. Auch zwei Wörter aus den frühen 90ern.

  7. #26
    Benutzerbild von
    Mir auch! Hehe...

    Ich habe heute beim Aufräumen so eine Klammer für den Hemdkragen gefunden. Wenn man keinen Schlips umhängen wollte, konnte man sich als Schmuck so eine Klammer am Kragen dazwischenklemmen. Kennt die noch jemand?

    Hab noch ein Bild gefunden, in einem Trachtenshop(!) *g*
    Das ganze ohne die albernen Bommeln und das Eichenlaub-Design käme hin:



    QBert

  8. #27
    Benutzerbild von xompel

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    Mir fällt auch dieser Tättowierwahn ein. Jeder hat irgendwo ein "tattoo" oder ein Piercing, denn so nennt man in den Neunzigern ja das Durchstechen von Haut.
    Ebenfalls typischer 90er Style: College-Look und Sneaker Schuhe.

  9. #28
    Benutzerbild von Level 42

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    Fishbone Klamotten waren angesagt (habe ich selber) und Baseball-Caps
    ohne ende, die hatten ein wahres Revival.

    Mit den 90er komme ich noch klar, aber ab 2000...hmm weiß nicht, ich glaube die Musi ist bald am ende, die Tonleiter besteht nun mal nur aus sieben Tönen.

    Gruß Level 42

  10. #29
    Benutzerbild von Mina Maus

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    1

    Lächeln AW: Was war eigentlich typisch für die 90er?

    Hallo
    Ich weiß dies hier ist für die 80 er aber ich brauch eure hilfe..
    Ich bin im Februar 1991 geboren worden und werd ja jz bald 18 & da gibbet eine Große Party die ich zu dem Thema "90er" machen möchte..
    wisst ihr Vielleicht noch was so an Mode & so Typisch war?
    Ich bedanke mich schon einmal für die Hilfe

  11. #30
    Benutzerbild von Babooshka

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    AW: Was war eigentlich typisch für die 90er

    Für Mädchen würde ich sagen, Grunge-Look: Blümchenkleid und dazu derbe Stiefeletten à la Dockers, die Haare nach Möglichkeit lang runterhängen lassen, Gesicht blass schminken und Augen mit Kajalstift umranden - die Grunge Girls sahen immer ein bisschen nach Drogen aus. Oder Techno-Look: billiges Acetatfähnchen (also ein Kleid ) in psychedelischen Farben, eventuell mit Schmetterlingen drauf, dazu ebenfalls eher derbes Schuhwerk, schließlich ließ es sich auf High Heels schlecht abmoshen. So ein Kleid lässt sich wahrscheinlich noch in irgendeinem Secondhandladen auftreiben, ansonsten geht's auch ganz leicht selber zu nähen. Irgendeinen abgefahrenen Stoff gibt die entsprechende Abteilung im Kaufhaus schon noch her.

    Bei Mädchen erinnere ich mich auch noch an eine typische Kurzhaarfrisur mit Seitenscheitel und die Ponyfransen auf der Scheitelseite mit den "mehr Haaren" wurden mit einer Spange zur Seite geclippt. Gerne war diese Frisur auch pumucklrot gefärbt.

    Jungen liefen auch grungig rum: Abgeranzte Jeans, zwingend vorgeschrieben kariertes Holzfällerhemd und Kinnbart (den kann man ja ankleben ). Die Haare waren auch irgendwie mehr oder weniger lang. Natürlich derbes Schuhwerk dazu. Vgl. Kurt Cobain. Ansonsten fällt mir keine typische Jungsmode ein (außer den bereits erwähnten extrem tiefsitzenden Jeans der Rapper). Vielleicht könnte man sich bei den einschlägig bekannten Britpoppern (die Gallagher-Brüder von Oasis, Paul Weller) noch den Look abgucken, die waren vor allem auf bestimmte Art und Weise frisiert.

    Anfang der 90-er waren auch Levis 501 total in Mode, am besten schon etwas abgeranzt mit Schlitz (waagerecht) am Knie. Dazu wurden gerne Cowboystiefel getragen und obenrum der bereits erwähnte Body.

    Abgesehen davon wurde halt in den 90-ern vieles wieder IN, was aus den 70-ern stammt, also sprich, psychedelische Muster auf Hemden und Kleidern, die Hemden tailliert, Schlaghosen, Plateauschuhe, Synthetikhemden und -pullover, Schuhe, die aussahen wie Reptilien... es war vielleicht nur nicht ganz so extrem wie in den 70-ern.

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