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Fernsehen immer schlechter

Erstellt von bubu, 04.02.2004, 13:27 Uhr · 51 Antworten · 9.258 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von bubu

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    Welche Bigotterie! RTL verzeichnet mit Müll wie "Hilfe, ich bin ein Star..." Rekord-Einschaltquoten, aber auf der anderen Seite das hier.

    Was ist nur mit den Leuten los?????

    Umfrage: Zwei Drittel der Deutschen finden Fernsehen schlechter

    Hamburg (dpa) - Zwei Drittel der Deutschen finden, dass das Fernsehprogramm in den vergangenen Monaten schlechter geworden ist. Während 66 Prozent der Menschen im Westen einen Qualitätsverlust beklagen, sind es im Osten sogar 74 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der TV-Zeitschrift «Bildwoche». Nur neun Prozent der Befragten meinten, das Programm sei besser geworden. Für 18 Prozent ist die Qualität gleich geblieben.

    Die größte Zustimmung fand die Entwicklung im Fernsehen bei Schülern. Jeder fünfte (21 Prozent) findet das Programm besser als vor wenigen Monaten. Am wenigstens kritisierten die Wähler der Grünen die Qualität. Von ihnen gaben lediglich 40 Prozent, das Fernsehen sei schlechter geworden. An der Befragung am 27. und 28. Januar nahmen 1005 Menschen teil.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von waschbaer

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    ... ich wusste gar nicht, dass ich jetzt Einstellungen habe wie ein Wähler der Grünen. Dass Schüler auf das derzeitige Programm stehen, kann ich durchaus nachvollziehen. Auch hier macht sich immer mehr der Hang zum Primitiven breit.

    Aber Scherz beiseite. Ich schalte immer seltener den Fernseher ein, weil ich auch das Gefühl habe, dass das deutsche Fernsehen immer mehr an eine Toilette angeschlossen ist.

    Wenn es doch mal eine halbwegs gute Sendung gibt, dann wird diese ausgereizt bis zum es geht nicht mehr (ich fand beispielsweise TV Total, als es nur einmal wöchentlich 30 Minuten kam noch echt ganz gut) und man erkennt das ursprüngliche Format nicht mehr wieder. Es ist echt schade.

  4. #3
    Benutzerbild von bubu

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    Hm, daraus schließe ich: die Mehrheit der Zuschauer von "Hilfe, ich bin ein Star..." müssen Schüler gewesen sein.

    Da kann ich nur sagen: Hilfe, wer rettet unsere Jugend?

  5. #4
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Ok, werten wir diese Befunde mal aus:

    Tendenziell wird die jüngste Entwicklung im TV von jungen Leuten, von Grünen-Wählern und von "Wessis" begrüßt, tendenziell abgelehnt von den älteren, den "Ossis" und den Wählern der großen Volksparteien.

    D. h. es ist eher die trendige "Spaßgesellschaft", die sich in der aktuellen Entwicklung des Fernsehens wiederfindet (daß die Wähler der Grünen eher Schrott-TV-freundlich eingestellt sind ist, kann nur überraschen, wenn man die Grünen der 80er Jahre vor Augen hat; heute, in unserer unpolitischen Zeit, verläuft die Wähler-Milieu-Grenze ja eher zwischen den uncoolen, altbackenen SPD/CDU-Wählern auf der einen Seite und und den jungen, trendigen Grüne/FDP-Wählern auf der anderen Seite!)

    Wie kann man nun aber erklären, daß die Schrott-TV-Kritiker in der Überzahl sind und Schrott-TV trotzdem weiter läuft?

    Daß sich die Leute bei der Befragung nicht als Schrott-TV-Fans outen wollten und einfach gelogen haben, ist natürlich eine naheliegende Erklärung, aber ich glaube, es kommt noch was anderes hinzu:

    Im TV geht es ja nicht nur um Einschaftsquoten, sondern auch um Werbezielgruppen! Trendige Kids lassen sich von Werbung leichter beeinflussen als Oma & Opa, die schon seit 1965 immer nur noch die gleichen Produkte kaufen (= der Grund, warum es im Privat-TV keine Volksmusik gibt!).
    So lassen sich die jüngeren Programm-Entwicklungen glaube ich am besten durch die Brille des Werbestrategen erklären:

    - Um die Mittagszeit und am frühen Nachmittag gucken nur Arbeitslose, Schüler, Hausfrauen und Rentner Fernsehen. Die Rentner sind wie gesagt "uninteressant", die wenig kaufkräftigen Arbeitslosen ebenfalls, die Schüler hängen bei MTV oder VIVA, also bedienen RTL u. Co. vor allem die Hausfrauen (die ja auch einen Großteil der alltäglichen Kaufentscheidungen treffen). Dafür gibt´s dann Talk- und Gerichts-Shows, die speziell auf die Vorurteilsstruktur spießiger Hausfrauen zugeschnitten sind (es geht da ja meist um fremdgehende und /oder prügelnde Männer, 5ex-Ganster, kiffende Jugendliche und faule Arbeitslose). Die Schülerinnen versucht man mit Saop-Operas von MTV wegzulocken, die Schüler überläßt man MTV.

    - Abend muß ein Programm her für alle zwischen 16 und 45, vorzugsweise aber für trendbewußteren und werbe-empfänglicheren Teile dieser Alterssegmente. Also: [b]Casting-, Container und Dschungel-Shows{/b].

    - Die vielen schlechten Privat-TV-Spielfilm-Eigenproduktionen spiegeln wohl nicht unbedingt den Publikumswunsch wieder. Sie sind einfach nur so kostengünstig, und die Leute müssen´s ja nicht gutfinden, es reicht, wenn sie es nebenbei laufen lassen, zur Werbung wird ja automatisch lautergestellt! *g*

  6. #5
    Benutzerbild von dj.forklift

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    Es ist halt die Masse statt Klasse. Wie war es denn in den 80ern? Wer geil gewohnt hat, der kam wohl auf 6 deutschsprachige Programme: ARD, ZDF, 2 dritte Programme, dann vielleicht noch DDR 1 und 2 oder ORF bzw SRG. Und jetzt? Die schier unübersichtliche Programmvielfalt läßt das einzelne Programm im Allgemeinheitsgrau verschwinden. Und wenn man da halt auffallen will, dann muß man mit extremen Sachen kommen. Ich weiß nicht, warum beim TV das Darwinsche System vom Survival of the fittest nicht funzt. Ich würde es gerne mal wissen. Warum kommt nicht mal der große Urknall, wo sich die Spreu vom Weizen trennt?

    Es gibt wohl den Spruch, daß jedes Volk den König hat, den es verdient. Irgendwie denke ich, dass das wohl auch beim TV gilt. Es gibt z.B. das DSF und Eurosport. Die großen Sport-Highlights kommen aber eigenartigerweise auf anderen Sendern. Wie kann eigentlich ein Sender wie Sch**** hoch 9 lauter dumm dusselige Quizfragen bringen und dann auch noch überleben? Durch die Dummheit der Menschen, die sich das vor lauter Langeweile antun und da auch noch anrufen. (OK, die möglichen Gewinner werden mir jetzt sicherlich einen gestreckten Mittelfinger zeigen.) Tele 5, als es noch ein halbwegs annehmbares Programm gebracht hatte, wurde abgesetzt. Jetzt isses wieder da als miese Kopie des vorher genannten Senders. Am schlimmsten finde ich BTV4U mit seinem Hausastronomen Maddin Schmid. So viele Smileys kann ich hier gar nicht plazieren wie ich möchte:

    "Ihr Name bitte!" - "Müller" - "Ihr Vorname?" - "Max" - "Geboren?" - "Sound so um die Zeit" - "Ort?" - "Da und da" - "Worum geht's" - "Kohle"

    Da hämmert dieser Aldi-Nostradamus irgendwas in seinen Laptop, plötzlich erscheint ein Bild, das ich kenne: Ich hatte es schon als 8jähriger mit meinem Spirograph gezeichnet!

    "Tja, Sie sind vom Sternzeichen Iltis, Aszendent Wiesel, in Ihrem ersten Haus ist die Sonne, sie sollten mal das Dach erneuern. Ihren Glücksstein ist ein Rasenkantstein. Tragen Sie den am besten um den Hals und gehen Sie mal wieder an den Baggersee planschen. Das hilft. Tschüssi! Der nächste bitte!"

    Oder Alarm für Cobra 11. Wenn da nicht in einer Serie die Monatsproduktion einer Ölraffinierie in die Luft fliegt bringt das doch nix. Mann, was waren das noch für Zeiten mit Göttmann, Schickl , Herbst & Co in der SOKO 5113.

    Ich möchte nicht alles schlecht reden. Es gibt auch Serien und Sachen, die ich gerne sehe, die anarchischen Simpsons, die doch ziemlich gut gespielten Ärzte aus dem Emergency Room, Gallileo, aber auch solche Sendungen wie genial daneben. Ich ertappe mich auch immer mehr beim Zuschauen von Reportagen auf Phoenix, n-tv, arte,...

    Aber oft, viel zu oft läuft bei mir abends die Stereo-Anlage mit ein paar guten alten Platten oder CDs

    Ist das Fernsehen schlechter geworden? Eher nein, nur vielfältiger, hektischer, bunter chaotischer und die meisten lassen sich wohl berieseln und kommen wohl nicht mehr mit.

    Ich nehme mich da nicht aus.

  7. #6
    Benutzerbild von supers0nic

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    Tja, und dann gibt es in der grandiosen Sendervielfalt, diesen 9Live Verar...ungssender. Der wird sogar in die Kabelnetze eingespielt!!!!! Was für eine Frechheit!!!!!! 24Std sogenannte Gewinnspiele... ach quatsch, 18Std Gewinnspiele und dann 0190-bumsibumsi . Und ich dachte der Roman 1984 ist schon schlimm aber es geht doch noch viiiiiiiiiiiiel schlimmer.

  8. #7
    Benutzerbild von bubu

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    Also, ich bin ja eigentlich kein Freund von "XXX immer schlechter"-Threads, aber mich hatte einfach diese Umfrage so erstaunt. Es gibt offenbar in der Bevölkerung eine klar formulierte Meinung zu der Entwicklung des Fernsehens hin zum Trash.

    Luftgitarre, habe ich dich richtig verstanden - deine Erklärung dafür lautet also so, dass Fernsehen zunehmend quasi "maßgeschneidert" aufgesplittert wurde. So kann es sein, dass die Akzeptanz in der jeweils zu erreichenden Zielgruppe hoch ist (demzufolge auch die Marktanteile und Werbeeinnahmen), obwohl gleichzeitig die Gesamtheit der Zuschauer die jeweilige TV-Sparte möglicherweise mehrheitlich ablehnt?

    Interessante Erklärung. Leuchtet mir absolut ein. Was für eine Entwicklung! Welchen Ausweg könnte es geben?

    Könnte "Fernsehen on demand" diesem Spuk ein Ende setzen?! Da würde das Darwinsche Prinzip, das dj.forklift ansprach, in Reinform auch wieder greifen. Oder ein radikales Pay-per-View-Prinzip kombiniert mit "on demand" ?!

  9. #8
    Benutzerbild von tommunich

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    Hm - anscheinend bin ich nicht der einzige, der in den einschlägigen Fernsehzeitschriften (Die mit den Sternen, den Punkten oder dem Daumen) auf die 2. oder 3. Seite des jew. Tagesprogramms blättert...

    Ich gehöre zu den 66% Wessis, die weder zur Schule gehen noch grün wählen.
    Im Ernst - ich bin froh drum, daß ich um diese Casting-, Container-, und Dschungel-Shows nen Bogen machen kann indem ich mir die Reportagen und Serienwiederholungen auf den Dritten oder auch Tele 5 und Kabel1 reinziehen kann...
    Für die Talkshows und "Bild-TV"-Magazine a la Taff, Blitz usw. hege ich tiefste Verachtung. Lieber sehe ich mir Mash an und kann einige Dialoge schon fast auswendig runterleiern...
    Zur Döner-Polizei: Nicht nur daß hier unsinnigerweise dauernd irgendwas explodiert - als Autofan der 80er tut es mir in der Seele weh, wenn die wieder irgendwelche Autos (in scheinbar gutem rostarmen Zustand) aufstellen...
    Weitere Frechheit bei denen ist, daß sie zwar in der Serie nen neuen 3er BMW fahren, bei Stunts oder Crashes aber immer nen alten (Baureihe davor) verwenden... So dämlich ist doch nicht mal der dümmste RTL-Zuschauer, daß ihm das nicht auffällt...
    Die einzige neuere Serie, die ich wirklich gerne einschalte ist der Bulle von Tölz, da Otti Fischer (begnadeter Kabarettist finde ich) da gerne mal eine Spitze Richtung bayer. Obrigkeit loslässt... Die ständige Mischung von neuen Folgen und Wiederholungen hingegen ist nervig...

    Nachtrag zu Sch**** hoch 9 - solange da irgendwelche Dumpfbacken anrufen, sich für ne Bandansage 50Ct. abknöpfen lassen und jeder 1000ste 200 EUR gewinnt geht die Rechnung doch auf... Wieso soll man sich durch Werbung finanzieren, wenn es genauso gut durch Abzocke des Kunden geht.

  10. #9
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    bubu postete
    Luftgitarre, habe ich dich richtig verstanden - deine Erklärung dafür lautet also so, dass Fernsehen zunehmend quasi "maßgeschneidert" aufgesplittert wurde. So kann es sein, dass die Akzeptanz in der jeweils zu erreichenden Zielgruppe hoch ist (demzufolge auch die Marktanteile und Werbeeinnahmen), obwohl gleichzeitig die Gesamtheit der Zuschauer die jeweilige TV-Sparte möglicherweise mehrheitlich ablehnt?
    Ja, mit der Einschränkung, daß bestimmte größere Bevölkerungsgruppen, v. a. die Rentner, gar nicht berücksichtigt werden brauchen, da sie werbestrategisch uninteressant sind. Zugespitzt: Beim System des primär werbefinanzierten Privat-TVs werden nur Bevölkerungsgruppen bedient, die zahlenmäßig hinreichend groß sind und über Kaufkraft verfügen und von ihrer Mentalität her werbeempfänglich sind.


    [b]
    Könnte "Fernsehen on demand" diesem Spuk ein Ende setzen?! Da würde das Darwinsche Prinzip, das dj.forklift ansprach, in Reinform auch wieder greifen. Oder ein radikales Pay-per-View-Prinzip kombiniert mit "on demand" ?!
    Heißt Pay-per-View, daß der Faktor Werbeeinnahmen dann wegfällt, bzw, nebensächlich wird? In dem Fall würden die Privat-TV-Macher ja jede Bevölkerungsgruppe ins Visier nehmen, die entweder sehr groß ist oder klein, aber sehr zahlungsfähig/-bereit. Dann würden wohl Volksmusik- und Heimatfilm-Kanäle boomen ebenso wie Porno-Sender (was beides ja auch jetzt schon bei "Premiere" der Fall ist!). - Wahrschenlich ist das das Modell der Zukunft: Wer kein interessanter Werbe-Adressat ist, muß eben direkt bares auf den Tisch legen, um sein gewünschtes Programm zu kriegen. (Für den Fall, daß die öffentlich-rechtlichen irgendwann dicht gemacht werden, wird es dann wohl auch "Intellektuellen"-Pay-TV geben!*g*)

  11. #10
    Benutzerbild von waschbaer

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    Oh Shit,

    ich habe mich in meinem ersten Posting verlesen und gedacht, dass Grünenwähler am meisten kritisieren. Nun ja, ich nehme alles zurück undbehaupte das Gegenteil.

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