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FOCUS-Titelthema: "Generation ratlos"

Erstellt von Die Luftgitarre, 23.02.2004, 18:25 Uhr · 3 Antworten · 872 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Gemeint sind (wie öfters bei Generations-Debatten in letzter Zeit (*)) die Mittdreißiger.

    Ich hab den Artikel nur am Kiosk kurz im Stehen gelesen, aber soweit kann ich zusammenfassen:
    Laut FOCUS sind die heutigen Mittdreißiger die "verhätschelten" 68er-Kinder, die auch mit über 30 einfach nicht erwachsen werden wollen/können.
    - Sie sind aufgewachsen in dem Glauben, sie könnten später alle Popstars, Schriftsteller, Reporter, Designer, Wissenschafter oder sontwas cooles werden, haben daher oft nix solides gelernt und zuletzt (1999 - 2001) haben sie sich noch an die Hoffnung geklammert, einfach irgendwie in der "virtuellen New-Economy", wo man ganz lässig mit offenem Hemd im Start-up-Büro vorm PC abhängt, das schnelle Geld zu machen. Doch jetzt stehen sie auf dem Arbeitsamt Schlange oder hangeln sich mit kurzfristigen Billigjobs durch und hoffen im Grunde nur noch auf die Erbschaft.
    - Sie sind die erste Generation nach der 5exuellen Liberalisierung, aber haben auch mit 35 noch keine stabilen Beziehungen hingekriegt und schieben (trotz tickender biologischer Uhr) die Nachwuchsfrage weiter vor sich her.
    - Sie sind dank ihrer 68er-Eltern ohne Traditionen aufgewachsenen, die sie hätten übernehmen, oder gegen die sie auch nur hätten rebellieren können. Ihre ganze Kindheit und Jugend hatte was lasches und un-abenteuerliches. Und nun, wo sie vor Problemen stehen, halten sie sich an "die einzige Tradition, die sie problemlos aufgreifen können: Die Welt ihrer Kindheit und Teenagerzeit!", ergehen sich also in infantiler Regression.


    Was ich an diesem Artikel kritisieren würde:
    - Es sind mal wieder - wie eigentlich immer im FOCUS - "die 68er" an allem Schuld. Die neokonservative Schadenfreude darüber, daß es die ´68er-Kinder nun doch nicht so einfach haben wie es die 68er-Eltern für sie gedacht hatten, ist unüberhörbar. Davon, daß sich die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gegenüber 1968 dramatisch verändert haben (in eine Richtung, die vom FOCUS stets publizistisch unterstützt worden ist!) ist im Artikel keine Rede, es heißt einfach nur, die 68er-Kinder würden nun merken, wie "das Leben" wirklich ist.
    - Das (verschwomme) Kontrastbild "der 68er" wird bemüht, um die die Jugend der 80er und 90er als lasch und lau und un-abenteuerlich erscheinen zu lassen. Als ob ausgerechnet FOCUS es in den 90ern begrüßt hätte, wenn unsere Generation sowas ähnliches wie die 68er-Bewegung hervorgebracht hätte!

    (* = Eines ist in der Tat bemerkenswert: Früher haben Journalisten bei Stichwort "Generation" immer über die jeweils "junge, neue" Generation geschrieben. Die heutigen Journalisten schreiben in erster Linie über die eigene Generation, um nicht zu sagen: Über sich selbst!)

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Alyosha

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    ich halte ohnehin nichts von solchen komischen Pauschal-Beurteilungen - was heißt denn "ihre Jugend war lasch und unabenteuerlich" ?! Es hat doch jeder andere Erfahrungen gemacht - war doch bei jedem anders .....

    (dieses lächerliche Pauschalisieren beschränkt sich nicht auf Focus, das kannst du im Spiegel oder der "taz" genauso haben)

    daß man im Leben irgendwelche "Traditionen" braucht sind die althergebrachten Wahnvorstellungen dieser Schreiberlinge da - ich halt's mir da lieber mit David Bowie: "Ch ch ch changes" !

    es sind nicht nur erzkonservative Blättchen wie "Focus" die einen Schwachsinn über Jugend und Generationen schreiben. Sobald in JEGLICHER Presse (oder Fernsehen oder Diskussionsrunde oder was auch immer) von der Jugend die Rede ist, steht da GRUNDSÄTZLICH nur Schwachsinn Schwachsinn und nochmal Schwachsinn.



    ich vertrete zum Beispiel hartnäckig die Meinung daß "Jugendkulturen" (um das mal so zu nennen) KEINE "identitätsstiftenden Abgrenzungs- und Abnabelungsversuche" sind (wie immer wieder behauptet wird), und NICHT "Bestandteil der Entwicklung von jungen Leuten" sind.

    Und ich kann auch nichts mit dem Geschwätz anfangen daß sich die Jugendkulturen an sich auf "Rebellion und Protest" gründen, und daß die Existenz dieser Kulturen in sich gesehen eine "Reaktion" auf etwas Bestehendes ist. Ich wehre mich mit Händen und Füßen gegen diese Auffassung - ich teile diese Meinung nicht, zum Kuckuck nochmal.

    das war z.b. auch in den 70er Jahre Punk-Zeiten NICHT der Fall - es können ja manche Meinungsäußerungen oder manche (längst nicht alle) Songtexte sich auf solche Dinge beziehen - aber doch nicht die Sache AN SICH ! Doch nicht die KOMPLETTE Sache !

    Die Leute werden sich das in 100 Jahren nicht abgewöhnen, von diesen Dingen eine abgrundtief blöde Vorstellung zu haben.

  4. #3
    Benutzerbild von Castor Troy

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    Will ja nicht angeben,aber mein Name war
    in ein Focus Heft 2001 zu lesen

    Das Heft kann ich aber nicht mehr finden

  5. #4
    Benutzerbild von J.B.

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    Das einzige was mir dazu einfällt, ist dass der Verfasser des Artikels anscheinend kurz zuvor "Generation Golf 2" gelesen haben muß, denn sonst hätte er nicht so übel von Florian Ilies geklaut!

    Gruß

    J.B.

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