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GOLDEN GIRLS auf DVD!!!

Erstellt von bamalama, 11.03.2005, 14:11 Uhr · 62 Antworten · 19.507 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von bamalama

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    nachdem in den U.S.A. bereits die 2. staffel angekündigt ist, erscheint nun endlich auch bei uns die erste staffel der GOLDEN GIRLS auf DVD - am 14.07.2005.
    im gegensatz zur U.S.A.-veröffentlichung (3 DVDs) wird bei uns eine 4er DVD-box erscheinen - hoffentlich mit reichlich bonusmaterial.

    ich freue mich riesig!!!

    Episoden der ersten Staffel:

    01. Die Verlobung (Pilot [The Engagement])(eine meiner liebsten Episoden)
    02. Der Hochzeitsgast (Guess Who's Coming to the Wedding)
    03. Ein Mann für Rose (Rose the Prude)
    04. Die Transplantation (Transplant)
    05. Liebesdreieck (The Triangle)
    06. Die Großmutter-Brigade (On Golden Girls)
    07. Sizilianische Romanze (The Competition)
    08. Der Einbruch (The Break-In)
    09. Wir und die jungen Männer [Blanche und der jüngere Mann] (Blanche and the Younger Man)
    10. Herzinfarkt (The Heart Attack)
    11. Der Ex-Ex-Mann (Stan's Return [The Return of Dorothy's Ex])
    12. Sophia zieht aus (The Custody Battle)
    13. Eine ganz kleine Romanze (A Little Romance)
    14. Die Affäre (That Was No Lady)
    15. Ein Schock für Rose (In a Bed of Rose's)
    16. Wo ein Wille ist... (The Truth Will Out [The Will])
    17. Miami Vice (Nice and Easy)
    18. Die Operation (The Operation)
    19. Noch einmal Mutter sein? (Second Motherhood)
    20. Unzüchtiger Antrag (Adult Education)
    21. Die Grippe (The Flu [Flu Attack])
    22. Der neue Job (Job Hunting)
    23. Lilys Ehrgeiz (Blind Ambitions)
    24. Big Daddy (Big Daddy)
    25. Die Macht des Käsekuchens (The Way We Met) - die inoffiziele Pilotepisode


  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von McFly

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    Kanns sein, dass die Serie inzwischen "Golden Palace" heißt? Nicht, dass ich mir das anschaue, neenee, das ist mir nur mal beim durchzappen aufgefallen. Auch scheinen da nur noch drei Omas mitzuspeielen...

  4. #3
    Benutzerbild von Carrington

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    "Golden Palace" ist ein Spin Off von Golden Girls. (quasi ein Nachfolger)
    Ich freue mich so tierische auf die DVDS

  5. #4
    Benutzerbild von bamalama

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    McFly postete
    Nicht, dass ich mir das anschaue, neenee...
    neenee, mach das bloss nicht

    falls du dich doch mal auf die serie einlassen möchtest, ist das lesen folgendes artikels vielleicht hilfreich:

    TEIL 1:

    St. Olaf oder eine Art des Dazugehörens: die Relevanz von Ethnizität bei den Golden Girls (1993)
    von Dieter Haller

    Dieser Text beschäftigt sich mit der Repräsentation von Ethnizität in Geschichten über drei (halb-)fiktive Örtlichkeiten. Es handelt sich um Geschichten, die uns durch jenes Gerät vermittelt werden, das seit den 60er Jahren zu einem Familienmitglied geworden ist. Es sind Geschichten, die uns von unterschiedlichen Protagonistinnen in einer TV-Serie aus dem Genre der Situationskomödien (sitcom) erzählt werden: den GOLDEN GIRLS Sophia Petrillo, Blanche Devereaux, Dorothy Zbornak und Rose Nylund. Als Material liegen die deutschen Versionen aller 185 GOLDEN GIRLS-Episoden vor1.

    Die Serie ist als Text zu analysieren, der interpretativ gelesen werden muß. Dabei springen wir im RICOEUR'SCHEN Sinne in hermeneutischen Zirkeln ständig zwischen Dargestelltem und Außenbezügen hin und her, um schließlich zu einer befriedigenden Deutung zu kommen. Vielfältige Außenbezüge können hergestellt werden: Zuschauerstruktur, Einschaltquoten, kulturelle, soziale, ökonomische und politische Kontexte (z.B. Geschlechtsrollenbild, Alltagsprobleme, Alter, Wohnumstände).

    Obwohl es sich bei GOLDEN GIRLS um eine Fiktion handelt, lassen sich doch durchaus Bezüge zur Realität außerhalb der Episode ziehen. So werden wir in den Geschichten zwar durch fiktive Orte geführt; die Protagonistinnen greifen dabei jedoch auf reale ethnische Stereotypen zurück. So zeigt sich die Verwurzelung der Protagonistinnen in ihrer Herkunftskultur vor allem in der Selbstverständlichkeit, mit der Ratschläge für alle Lebenslagen in solche Stereotype gekleidet werden, obwohl die Authentizität der jeweiligen 'Geschichten aus der Heimat' von den anderen Protagonistinnen angezweifelt wird. Die Perspektive, die uns die Protagonistinnen vermitteln, ist eine mehrfach gebrochene.

    Zuerst handelt es sich um eine ethnozentrische Perspektive: Die Figur der Rose z.B. interpretiert die Welt aus St. Olaf-Perspektive. Doch es ist ein vorgeblicher Ethnozentrismus: Rose' Perspektive ist nicht - wie es auf den ersten Blick scheint - die St. Olaf-Perspektive; vielmehr ist die uns präsentierte St. Olaf-Perspektive
    ein Abbild der Ethnostereotypen – in Roses Fall über die über bäuerliche skandinavische Einwanderer: so stellt 'man' sich die Skandinavier vor. 'Man' ist in diesem Falle der öffentliche Mediendiskurs, da es sich bei GOLDEN GIRLS um eine populäre, landesweit gesendete TV-Serie handelt. In GOLDEN GIRLS bekommen wir viele Informationen über in den USA populären Ethnostereotype.

    Schließlich bekommen deutsche Zuschauer über diese Ethnostereotype durch eine synchronisierte TV-Sendung Zugang. Wir müssen davon ausgehen, daß die deutsche Version von GOLDEN GIRLS aus dem amerikanischen Original übersetzt wurde und deshalb zumindest leichte Nuancen zum Original nicht auszuschließen sind. Dadurch, daß hier allerdings die deutsche Version von GOLDEN GIRLS als Datenbasis zugrunde liegen, lassen sich Schlüsse über den amerikanischen Charakter bzw. die partikulären Bindestrich-Amerikanismen auch nur so analysieren, wie sie dem deutschen Zuschauer präsentiert werden.
    Zuerst nähern wir uns der sitcom als eigenem Genre. Dann führen wir kurz in die Konstellationen der tragenden Figuren ein, bevor wir schließlich das Material über die ethnischen Geschichten ausbreiten. Dieses Material diskutieren wir anhand des all-american Konsenses und der Entwicklung der Bedeutung von Ethnizität im politischen Diskurs der USA in den letzten 20 Jahren.

    Der liberale Multikulturalismus erkennt zwar die Bedeutung der Grenzen zwischen den einzelnen Gruppen an, im politischen Bereich, vor allem in den Staatsbürgerrechten, spielen diese Unterschiede jedoch keine Rolle. Vielmehr vertritt er eine kulturell pluralistische Zivilgesellschaft innerhalb eines universell-bürgerlichen Rahmens, der für alle Mitglieder der Gesellschaft verbindlich sein soll. GOLDEN GIRLS drückt diese Version des Multikulturalismus aus. Die Protagonistinnen sind in ihrer Herkunftskultur stark verwurzelt, aus ihr ziehen sie ihre Stärke. Die Herkunftskultur dient quasi als archimedischer Punkt, von dem aus der amerikanische Konsens interpretiert, jedoch nicht in Frage gestellt wird. Zur Bestimmung des amerikanischen Konsens greifen wir auf die Arbeit von GREENHOUSE [1992] zurück, in der die komplexe Beziehung zwischen Individualismus, sozialer Ordnung und moralischer Hierarchie, den tragenden amerikanischen Werte- und Verhaltenkodices, ausformuliert wird.

    Die immer gleichen Grundbotschaften (FRIEND 1993) der einzelnen Episoden verweisen denn auch auf den stabilen Charakter des Konsens, der letztendlich darauf angelegt ist ethnische Gegensätze zu überwindenden.

    About Sitcoms

    Soap Operas wie DALLAS, DYNASTY, CORONATION STREET, EAST ENDERS, FARMÁCIA DE GUARDIA, LINDENSTRASSE oder MARIENHOF leben von der unendlichen Kette aus Erfolg und Glück, auf die unweigerlich Mißerfolg und Pech folgen, auf die Erfolg und Glück folgen etc. Soap Operas führen uns in eine fiktionale Welt, die allerdings ein expandierendes Paralleluniversum darstellt, da wir die Protagonisten über Jahre hinweg verfolgen, jede Folge Elemente der vorgehenden aufnimmt und kommende Folgen vorbereitet. Bei Sitcoms wie GOLDEN GIRLS, ähnlich wie in HARRY'S NEST2, ist diese Fluidität nicht annähernd in diesem Umfang gegeben. Jede Episode zeigt eine abgeschlossene Geschichte. Nur selten wird eine Handlungsstrang etwa auf zwei Folgen aufgeteilt3. Fluidität der Handlung spielt in GOLDEN GIRLS also nur eine marginale Rolle4, Kontinuität der Identität der Charaktere dagegen ist das zentrale Thema: Die tragenden Figuren Blanche, Rose, Sophia, Dorothy und Stanley haben in jeder Episode die gleiche Persönlichkeitsstruktur, die immer wiederkehrenden Elemente - Familie, Liebe, Romanze, Alltagsprobleme, Freundschaft respektive Einsamkeit, Alter und Herkunft werden lediglich minimal variiert. Der Erfolg von Golden Girls hängt nicht unwesentlich mit der Präsentation von Anfangs drei, später vier archetypischen Frauencharakteren zusammen5.

    Im Gegensatz dazu die unkontinuierliche Persönlichkeitsstruktur der Charaktere von Soap Operas, in der sich selbst grundlegende Merkmale einer Figur wie etwa das Aussehen ändern können, z.B. durch das Austauschen der Darsteller (vgl. Figur der Lydia Nolte und der Chris Barnsteg in der LINDENSTRASSE, von Fallon, Amanda und Steven Carrington in DYNASTY).

    In ihrer Analyse von Dallas unterscheidet IEN ANG (1985) zwei Ebenen, die wir für die Untersuchung von GOLDEN GIRLS übernehmen können: einer denotativen und einer konnotativen. Während die Denotation sich auf den wörtlichen Inhalt bezieht, finden wir in der Konnotation die aus den denotativen Elementen herausgezogenen Asssoziationen und Implikationen wieder. "Viewing Dallas, like any other programme, is a selective process, reading across the Text from denotation to connotation; weaving our sense of self in and out of the narrative" [STOREY 1993: 140]. Anders als die Struktur von DALLAS und anderen Soap Operas, deren Charakter für die Zuschauer von einem ernsthaft beabsichtigten Melodrama zu einer dem Amusement dienenden Komödie reichen kann, ermöglicht die Struktur von Sitcoms wie GOLDEN GIRLS den Vollzug einer gegenläufigen Entwicklung: die witzige Komödie wird zum ironischen Kommentar über ernsthafte Probleme wie z.B. über den Tod des erwachsenen Sohnes, Steuerschulden und Schwierigkeiten in der Akzeptanz eines homo5exuellen Familienmitgliedes.

    Über erfolgreiche TV-Serien zu reden bedeutet, über Kultur und über Massenkultur zu reden. Die Kulturanthropologie kann in solch beliebter Unterhaltung zentrale kulturelle Themen und den vielstimmigen Diskurs darüber aufdecken. Dazu müssen wir jedoch jene vor allem im deutschsprachigen Raum6 formulierte zivilisationskritische Ideologie hinter uns lassen, die Massenprodukte deshalb ablehnt, weil die Realität nicht exakt wiedergeben, und die davon ausgeht, daß die Zuschauer verdummt würden. Amerika gilt diesen Kritikern als Epitom der Massenkultur. Diese Ideologie geht davon aus, daß Sitcoms und Soap Operas als Aneignung einer 'Ersatz'realität konsumiert würden. Sie vernachlässigt dabei den Aspekt des spielerischen Umganges mit Massenprodukten und den Spaß am ironischen Betrachten. Weiterhin wird der Zuschauer zum bloßen passiven Konsumenten degradiert, jegliche Möglichkeit eines aktiven Eingreifens - etwa eines gestaltenden Umganges mit der Serie, der kritischen Resistenz oder auch des bloßen Abschaltens - wird von vornherein als Ausnahmefall angesehen. Diese Ideologie reproduziert elitäre Vorurteile, wonach der Geschmack der Masse Kitsch, Vulgarität und Schmutz befördere, der Geschmack der Elite dagegen das Wahre, Gute und Schöne.7 BERGER nennt dieses Phänomen treffend unpopular popular culture [1993: 24]. Die Kritik trifft vor allem die Hauptvehikel des Massengeschmacks, die Medien.8

    Die Serie ist witzig: sich entwickelnde schwierige Situationen werden durch konterkarierende plots entschärft (vgl. camp). Der Erfolg von Sitcoms läßt sich darüber und durch ihre märchenhafte Erzählstruktur erklären. FRIEND [1993: 115] beruft sich auf BETTELHEIM: "A fairy tale, Bruno Bettelheim notes in The Uses of Enchantment, "simplifies all situations. Its figures are clearly drawn" and polarized: "One brother is stuppid, the other is clever.One sister is virtuous and indu-strious, the others are vile and lazy. One is beautiful, the others are ugly". Und FRIEND weiter. "And fairy tales, like great sitcoms, show us our place in life, in the family we'll grow into".

    Im Sinne BOURDIEUS, der Diskursanalyse und des Dekonstruktivismus der Postmoderne, sowie in Anlehnung an ANG9 analysieren wir GOLDEN GIRLS auch nicht als Ersatzrealität, sondern als spielerischen Kommentar über zentrale kulturelle Themen, die jedoch durchaus ernsthafte oder gar reaktionäre Aspekte aufweisen können. "But to experience pleasure from them is a completely different issue" [STOREY 1993: 145]: es muß nicht bedeuten, daß sich Zuschauer mit den Realitäten der Serie zur Gänze identifizieren. Dieser spielerische Blickwinkel der Postmoderne weist zweifellos tragende Elemente des camp10 auf: Übertreibung von Sachverhalten, Gebrauch von Superlativen, flamboyance, Selbstreferenz, Ironie, ständiges Hin- und Herspringen zwischen Bezeichnetem und Bezeichnendem, extreme Fallhöhe.
    Sitcoms zeigen die Charaktere in genau jenem Spannungsfeld wieder, in dem sich die Zuschauer in ihrer Alltagswelt - wenngleich nicht real, so doch bezüglich der konkreten und konkurrierenden Identitäts- und auch Rollenmodelle - befinden. LIEBES & LIVINGSTONE [1992] stellen in Ihrer Analyse zweier britischer und zweier US-amerikanischer Soap Operas vier tragende Identitätsmodelle fest: Familienrolle (über Blutverwandtschaft oder Heirat), Geschlechtsrolle (Attraktivität, über Affären/Romantik) und Berufsrolle. Dieser Artikel beschäftigt sich mit einem zusätzlichen Identitätsfeld, das in der US-amerikanischen Sitcom GOLDEN GIRLS zentrale Bedeutung erlangt: Herkunft und ethnische Identität.

    "Miami, Miami, du hast Stil
    Hübsche Mädchen, mit viel 5exappeal..."

    "Many of woman's problems in modern society concern the conflict among the different roles she is supposed to fill" [LIEBES & LIVINGSTONE 1992: 94]. Amerikanische Sitcoms sind hauptsächlich an ein weibliches Publikum, GOLDEN GIRLS speziell an Seniorinnen gerichtet. GOLDEN GIRLS ist dabei so erfolgreich, daß die TV-Stationen des Hearstkonzernes die syndication rights für einen Episodenpreis i.H.v. 165 000 $11 , einen Gesamtpreis von 45 Mio $ von Buena Vista TV aufkauften [DEMPSEY 1988, Hearst...; ANONYMUS 1988, Golden...].

    Die Geschichten der Golden Girls drehen sich zumeist die Bereiche Familie (und zwar sowohl die gewählte als auch - wenngleich in minderem Umfang - die biologische) und 5ex. Der Beruf spielt eine eher nebensächliche Rolle. Drei der Protagonistinnen stehen zwar in Lohn und Brot - Rose Nylund bei einem TV-Sender, Dorothy Zbornak als Aushilfslehrerin und Blanche Devereaux arbeitet "im Museum" - jedoch befinden sich die Damen alle in einem Alter nahe der Rente. Alter und der Umgang damit wird zum Dritten zentralen Thema - ist die Serie doch vor allem an ältere Zuschauerinnen gerichtet und spielt im US-amerikanischen Rentnerparadies Miami12 . Sie präsentiert Seniorinnen weder als vereinsamte, resignierte, hilflose Greisinnen oder als ewigjugendliche 55-jährige nach Art der Joan Collins, sondern als vitale alte Frauen mit Spaß am Leben und seinen Genüssen. Die Überschneidung von Realität und Fiktion geht so weit, daß Dr. RUTH WESTHEIMER [1988], the famous 5ex therapist, den Girls Ratschläge zur Verbesserung ihres 5exlebens erteilt . Die Beziehung der vier Protagonistinnen zueinander - allesamt ohne feste Männerbeziehung (drei Witwen, eine Geschiedene) - vermittelt älteren Zuschauerinnen die positive Botschaft: 'such dir gute Freundinnen, die für einander da sind, denn mit Gemeinsamkeit läßt sich das Alter leichter ertragen'. Vierte und eigentlich Botschaft zentrale der Serie ist damit Freundschaft.

    Trotzdem ist das Zusammenleben der GIRLS nicht unproblematisch. "Sitcoms have also increasingly incorporated purely dramatic moments (...) - yet these plots are always balanced by a jokey subplot ar leaced with cheer at the end" [FRIEND 1993: 118]. Affären mit Männern, Schwierigkeiten mit Verwandten und Freunden wie Blanches Tochter Rebecca oder ihrem Bruder Clayton, Sophias Schwester Angela und ihrer Freundin Gladys Goldfein oder Dorothys Exman Stanley, aber auch Konflike untereinander werden letztendlich durch die Unterstützung der Gruppe bewältigt. Die zentrale Botschaft der Serie ist "Wir sind eine Familie". The big hug am Ende einer Episode ist beständiges Element jeder Sitcom und zeigt uns, wohin wir als Zuschauer gehören sollen. Und es ist nicht die biologische Familie, sondern die selbstgewählte13, die vor allem mit parabelartigen Geschichten und Ratschlägen die Probleme der Freundinnen löst. Die Botschaften der Geschichten sind immer dieselbe: "Just be Yourself", "You can do it" und "Don't rock the Boat" [FRIEND 1993: 122]. Die Geschichten und Ratschläge sind witzig und amüsant - das Lachen, mit dem die Serie unterlegt ist, stammt nicht aus der Dose, sondern vom anwesenden Studiopublikum.

    Der Diskurs der Geschichten findet zwar auch in Termini der Verwandtschaft, der Erotik, des Alters oder der Freundschaft statt, v.a. aber in Termini der geographischen und vor allem ethnisch-kulturellen Herkunft:
    "Du weißt wie das ist: jemand sagt Guten Tag und schon hört er die Geschichte von Onkel Finkerbinker und seiner 30 Pfund schweren Runkelrübe." (Dorothy in: Charlies Freund)

    Ihre Stärke ziehen drei der Protagonistinnen aus ihrer Verwurzelung in ihrer jeweiligen Heimat:

    Sophia, die 84jährige Mutter von Dorothy, stammt aus einem armseligen Dorf in Sizilien und ist wohl in den 1920ern nach Amerika ausgewandert, wo sie mit ihrem Mann Sal Petrillo in Brooklyn lebte.

    Rose Nylund wurde in St. Olaf, einer in Minnesota verorteten, von norwegischen Einwanderern bewohnten Siedlung geboren, wo sie eine frohe, naive und in die Großfamilie eingebettete ländliche Kindheit verlebte. Mit ihren unglaublichen und absurden Geschichten, die sie mit einer naiven Ehrlichkeit und Glaubhaftigkeit erzählt, tötet sie ihren Mitbewohnerinnen mitunter den letzten Nerv - Rose ist ein Candide der Wikinger.

    Blanche Devereaux, the southern belle, stammt von jenseits der Mason-Dixon-Linie und repräsentiert den tiefen Süden:

    "Ich bin so südstaatlich wie die Früchte des Muskatellers, dessen Zweige üppig über den trägen Mississippi hängen" (Blanche in: Der Käsemann).

    Blanche ist stolz auf ihre feudale Südstaatenherkunft. Sie entstammt einem Herrenhaus, ihr Vater, Big Daddy, trägt nicht nur denselben Namen wie Burl Ives in TENNESSEE WILLIAMS' Cat on a hot tin roof, sie scheinen Zwillingsbrüder zu sein. Blanche, die höhere Südstaatentochter, hat eine schwarze Mamie und ein distanziertes Verhältnis zu ihrer echten Mutter, das sie widerum in der Beziehung zu ihrer Tochter Rebecca reproduziert. Ihre Kindheit und Jugend spielte sich zwischen dem Schaukelstuhl auf der Veranda, Pfefferminzlikör, Reitstunden und frühreifen Amouren ab.

    Lediglich Sophias Tochter Dorothy, geboren in Brooklyn, verzichtet auf Geschichten über die Heimat: sie ist Pragmatikerin, "die Frau, die unkonventionell denkt und mit der Zeit geht" (Rose in: Sophia, der Feuerteufel).

    Dorothy ist belesen, sie weiß, daß Tschechow nicht der Kerl von der Enterprise ist, sie kennt Sören Kierkegaard und besucht regelmäßig die öffentliche Leihbücherei. Dorothy ist die Susan Sonntag unter den Protagonistinnen, die New Yorker Intellektuelle, deren eigentliche Heimat die Ortslosigkeit von Pragmatismus, Geist und Realismus ist.

    Auch der einzige, regelmäßig auftretende männliche Charakter, Stanley Zbornak, trägt ethnische Züge. Seine Herkunft können wir nur über seinen offensichtlich polnischen oder slowakischen, in jedem Falle aber slawischen Familiennamen erschließen. Stan ist der Looser, der seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Scherzartikeln wie Hundehäufchen aus Plastik mehr schlecht als recht verdiente, einer, der seine vielen Ideen (bis auf die Idee mit Sporny, dem Öffner für gebackene Folienkartoffeln) nie ernsthaft verfolgt oder gewinnbringend umsetzt. Stan verkörpert damit den ökonomisch marginalisierten Weißen der Unterklasse, die PIGS: in den 70er und 80er Jahren entdecken Polen, Italiener, Griechen und Slowaken (PIGS), daß nicht nur die Schwarzen und die Hispanics, deretwegen die Regierung unter Präsident Johnson die Affirmative Action eingeführt hatte, sondern auch viele Weiße ökonomisch und sozial deklassiert waren, Verlierer des American Dream, an dem Stanley noch immer festhält.

    Vertökenflöken am Mrs. Olsen-Platz oder die Wiege der Idiotie: St. Olaf/Minnesota

    "St. Olaf (bleibt) ein Ort (...), in dem ehrliche Menschen ein redliches Leben führen".
    St. Olaf repräsentiert die typische, von skandinavischen Einwandereren besiedelte Kleinstadt in Minnesota/Mittleren Westen14, in der ehrliche, blonde und grundanständige Protestanten15 (und Tiere, die zur Familie gehören!) ein einfaches, aber glückliches Leben führen. Trotzdem werden mitunter Glücksspiele mit hohem Einsatz (z.B. dem Blinddarm) gespielt.

    Die Bewohner tragen absurde Familiennamen wie Hasenpfefferstuhledocker, Günderügen, oder Gerklekknerbigenhofstadtlerbrau. Sie sind Nachfahren der alten Wikinger - daß es sich in Wirklichkeit um einen der verlorenen Stämme Israels handelt, scheint eher ausgeschlossen. Sie sind alle miteinander verwandt:
    "Da haben wirs in St. Olaf aber besser! Der Familienstammbaum ist bei uns allen der gleiche. Man kann jeden auf dieselbe Schwester und denselben Bruder zurückverfolgen" (Rose in: Bella Italia).

    Die meisten Menschen in St. Olaf leben in Windmühlen und lieben sich bei Polkamusik . Das Wetter ist mitunter schlimm: es gibt Orkane mit Windstärke 12; aber selbst dann sah man frisch frisiert aus, da der Friseur, Mr. Ingrid, seit Urzeiten Haare am Kopf befestigt, mit Zuckerwasser oder Klebstoff. Im Winter ist es so verschneit, daß man keine Häuser sehen kann.

    Die Verbindung nach Norwegen zeigte sich noch im Großen Heringskrieg zwischen den Lindströms und den Johannsen; die beiden Familien kontrollierten die Fanggründe vor Norwegen. Es gab jedoch Konflikte zwischen den Familien, weil man sich nicht einigen konnte, was mit den Heringen zu tun sei: "die Lindströms waren für marinierte Heringe und die Johannsens wollten sie im Zirkus auftreten lassen" . Die norwegische Herkunft spiegelt sich auch in der Geographie des Umlandes wieder, die skandinavisch anmutende Bezeichnungen wie St. Gustav, Mount Lösenhagen oder Lake Lösenhag trägt. Von St. Gustav aus kommt man nach St. Olaf nur mit dem Schlitten oder dem Heuwagen . KALER [1990: 55] entdeckt in den St. Olaf-Geschichten jedoch zurecht weniger Stereotype über die Norweger, als vielmehr über die "innocence of American wisdom" überhaupt. Diese widerum wird aber in den USA v.a. blonden, bäuerlichen und lutherischen Nachkommen skandinavischer Einwanderer zugeschrieben. Das einzige Herrenmodengeschäft im Ort, das von Roses Onkel Gurkenflanken betrieben wird, stattet die Dorfbevölkerung nach dem Motto aus: "Man muß kein Mennonit sein, um wie einer auszusehen".
    Typische Siedlerbräuche werden gepflegt. So leitet Rose das Empfangskomitee, das Neuankömmlingen mit einheimische. Gaben (Räucherfisch und Kartoffelsaft) begrüßt. Als Kopfbedeckung tragen die Einwohner Longenhölden, Helme mit Hörnern. In den St. Olaf-Geschichten fällt das Stereotyp des tumben hill-billy mit dem des unschuldigen und unbescholtenen Schildbürgers zusammen. Einmal wurde ein Magier verbrannt und zwar nur deshalb, weil er ein Kaninchen aus dem Hut zauberte.

    Der beste Schäfer im Dorf ist gleichzeitig der Notar. In St. Olaf gibt es nur Farmer, die sind unverwüstlich und robust. Man geht deshalb auch nicht zum Arzt. Allerdings gibt es ein Krankenhaus:

    "Gunilla Ulfstadter war in St. Olaf als Todesengel bekannt. Sie war im Krankenhaus Krankenschwester und kümmerte sich während der Nacht um Sven Björnson. Der hatte sie gebeten, etwas zu holen um ihm die Lippen zu befeuchten. Gunilla hat ihn sofort feuchten Mull gebracht. Aber dieses umbringen, es war nicht das, was man sie gelehrt hatte. Aber er bettelte und bettelte, sie leistete ihm Sterbehilfe und er starb. Natürlich war sie voller Schuldgefühle in dieser Nacht - nicht nur daß sie auf dem Parkplatz für Ärzte ihren Wagen geparkt hatte. Nein, sie war nicht mal sicher, ob Svens Flehen durch die Schmerzen kamen oder durch den Kerl, der neben ihm lag. Ihr müßt wissen, der Kerl im Nebenbett war Ingmar von Börgen, St. Olafs bösartigster Bauchredner. Sven kam wieder und erschien Gunilla, an jedem Samstag um zehn. Da hörte man dann Stimmen. Manche sagen, es ist der Wind, wieder andere glauben, es ist die Stimme aus dem Totenreich und sagt 'Dreh dich schnell um, seine Lippen bewegen sich'".

    Die Bewohner lieben ihre Stadt. Neuankömmlinge werden argwöhnisch beäugt, so wie die erste Eskimofamilie in St.Olaf. Besonders schwierig war es, als sie ein Loch in die Kunsteisbahn zum Lachse fangen machten und an Weihnachten Walfischspeck an die Kinder verschenkten. Später setzte sich jedoch der Pragmatismus der Bewohner durch: nach der 49er Dürre wurden die Eskimos die beliebtesten Bürger der Stadt, weil ihr Haus schmolz und die Stadt vor dem Austrocknen bewahrte. Selbst in der Diaspora jenseits von Mount Lösenhagen hält die St. Olaferin an Gerichten fest, deren Namen Außenstehenden unbekannt sind und abwertend als "Wikingermischmasch" bezeichnet werden. Mehr kosmopolitisch verwöhnte Gaumen finden daran selten Gefallen. So genießt die Wikingerküche, anders als etwa die sizilianische Küche, keinem herausragenden Ruf. Über die Zutaten für Spezialitäten wie etwa Gafluffieier, Schinken mit Gunterhöggins, Schweinsohren mit Svenskabloden, süßsauren Stintkebab mit Reis, Heringssherry, Guggenflöten, Snückerdudels (ein Weihnachtsessen), Lutevitsküchlein, Humpelfladelkuchen, Genökenflökenkuchen und Vertökenflöken erfahren wir nichts. Lediglich von den Lindströmüberraschungen weiß man, daß sie wie Apfelkuchen aussehen, obwohl sie in Wirklichkeit eine Heringspastete sind; man kennt Gertömen (eine Mischung aus Schweinemet und Wirsingkohl) und Gerflüggenflöken (kandierte Heringe); von Yakdärmen weiß man, daß es sich um Haferflocken mit aus Yakdärmen gemachten Keksen handelt und im Geburtstagskuchen befindet sich etwas, das "ein Impfstoff in manchen Ländern ist"; eine weitere Spezialität ist der Melasseahornsirupreiscrispybaumkuchen, der in St. Olaf gerne gegessenes Mitbringsel ist.

    Es gibt auch eine Monopolyversion von St. Olaf mit dem Namen Guggenspritzer, die wohl nur im Schatten von Mount Lösenhagen vertrieben wird. Aus dieser Quelle weiß man, daß der Ort nur eine einzige Straße hat, die Lakenbotten Avenue. Wer diese kauft, hat das Spiel gewonnen, deshalb ist das Spiel für gewöhnlich auch nur von eher kurzer Dauer. Spieler können allerdings auch wählen, ob sie die Telefonzelle oder lieber die Leihbücherei kaufen möchte, wobei sich der Kauf der Telefonzelle anbietet, da diese wenigstens benutzt wird. In ihrer Freizeit vergnügen sich die St. Olafer gerne bei Gauhakkernogging, einer Art Baseball, bei dem man sich selbst über den Schädel haut, weshalb selten mehr als eine Runde gespielt wird. Manchmal spielen die Bewohner auch Ugl-Flugl, die Erwachsenenversion des Versteckspielens . Es gab jedoch auch schon ein Kino im Ort, als Rose 9 Jahre alt war. Allerdings zeigte man dort nur Stummfilme, die von der Lehrerin Miss Siderson übersetzt werden mußten. Dabei gab es manchmal Komplikationen, wie bei Citizen Kane, bei dem alle bis zur Mitte des Filmes dachten, es gehe um einen verlorenen Hosenbund .

    Die kommunalen Institutionen sind wunderlich: der Ort besitzt ein Kinderkäsemuseum, wo Kinder sich Käse anschauen und Hinkelstein-World, (vermutlich eine Art Freizeitpark in der Nähe der Stelle, wo Karl Nikerson die Dinosaurierknochen gefunden hat ); außerdem gibt es ein Amt für Wasser und Kaffee, und im Gerichtsgebäude müssen Verheiratete die Erlaubnis zum Kinderkriegen bestellen. Im Bezirksgefängnis, gleichzeitig auch dem örtlichen Delikatessenladen, hängt überall leckerer Käse von der Decke; viele Insassen wird das Gefängnis wohl nicht haben, denn "das einzige Verbrechen in St. Olaf war, daß sich die Leute die Zähne nicht putzten" . Die Kreditbank versank im Sumpf, worauf sie gebaut wurde. "Alles was übrig blieb waren die Schalter mit ein paar Ketten und Kugelschreibern dran". Daß die St.Olafer auch ein Kunstmuseum haben besitzen, darauf verweist zumindest die Existenz von "Das letzte Pfannkuchenfrühstück", St.Olafs berühmtestem religiösem Bild.
    Auf dem Mrs. Olsen Platz werden Statuen verdienter Bürger aufgestellt. Vermutlich befindet sich darauf auch die Statuen von Mr. Hittenlöper, dem Feuerwehrmann, der den Sirenenton durch die Nase pfiff, oder von Henry Fjord, nach dem eine von Rose mitbegründete Stiftung benannt ist. Denn "Henry Fjord war ein Heiliger. Er setzte sein Geld und sein leben ein um die Entengrütze auf dem St.Olaf-See zu entfernen". Jeder Penny kommt aus einem eigens dafür vorgesehenen 500 000 $ Statuen-Notfallfonds. Für besonders verdiente weibliche St. Olaferinnen wird außerdem der Titel einer Frau des Jahres vergeben. Die Gewinnerinnen müssen besondere Taten vollbracht haben, wie etwa Grete Minihammer, die sämtliche drei Bücher aus der brennenden Bü-cherei gerettet hat (Das heißt jedoch nicht, daß es in St. Olaf wenig Bücher gibt. In St. Olaf tragen die Enzyklopädieverkäufer 56 Enzyklopädien, wegen des Gleichgewichts ). Der Pokal für die Frau des Jahres besteht aus reiner Milchschokolade - in Minnesota, dem Land der Milchwirtschaft sinnvolles Symbol zur Ankurbelung der heimischen Landwirtschaft.

    Die Bewohner von St. Olaf sind glühende Patrioten:
    "Die Airforce kam in die Stadt und machte eine Ausschreibung für den Bau von Doppeldeckern. Sie wollten drei Spezialdoppeldecker für eine Million $ haben, und Phineas Weegler sagte, für die Hälfte könne er 100 machen. er bekam natürlich den Auftrag. Als die Air Force sechs Monate später sehen will wie er vorankommt kam heraus, daß es sich um ein schreckliches Mißverständnis handelte. Für einen Preis von 500 000 $ hatte Phineas 200 Klappstullen gemacht! Er sagte, nur weil er importierte Fleisch und Käsesorten benutzte sei der Preis so hoch" .

    Als gute Amerikaner haben die St. Olafer den Verlierern der US-Präsidentschaftswahlen in Mount Lösenhagen ein Mount Rushmore nachempfundenes Denkmal gesetzt. Und im Zweiten Weltkrieg zeichneten sie eigene Kriegsanleihen für den Bau einer streng geheimen Wunderwaffe:

    "Kühe als Soldaten. ... Niemand erwartet Probleme bei einer Kuh! Der Plan war, im Rücken der findlichen Linie die dressierten Killerkühe mit dem Fallschirm abzuwerfen. Aber erst als sie in der Luft waren wurde uns klar, daß Kühe unmöglich Reißleinen ziehen können! Aber das Projekt war trotzdem kein Mißerfolg, weil völlige Unordnung das ist, was die Deutschen am meisten hassen" (Rose in: Kartoffeln für Japan).

    Wohl aus Rache wählten die Deutschen im 2WK St. Olaf als ersten amerikanischen Ort für ein Experiment aus, das die Bewohner verblöden sollte. Die Frage, ob das Experiment tatsächlich geglückt ist, kann hier nicht eindeutige geklärt werden. Jedenfalls tauchten Adolf Hitler und Eva Braun nach dem Krieg in St. Olaf unter, er als Mittelschullehrer unter dem Namen Fritz Strickelmaier, sie als Turnlehrerin. Überhaupt scheint die Schule bezüglich der Vermittlung von Wissen eine seltsame Rolle zu spielen. Da war z.B. Mrs. Gunterson, die Grundschullehrerin.
    Rose: "Sie war auf ihre Art die netteste Frau von der Welt, aber mit der Zeit hat sie die Fakten ein wenig durcheinandergebracht. Im Biologieunterricht erzählte sie, der menschliche Körper bestehe zu 90% aus Malzextrakt".
    Mrs. Gunterson hat jedoch durch ihre Lehrtätigkeit das Brauchtum der Stadt nachhaltig geprägt:
    Rose: "Als wir den Unabhängigkeitskrieg durchnahmen hat sie behauptet, die Engländer hätten ihn verloren, weil sie zuviel Hot Dogs gegessen hätten. Deshalb ißt man seit damals in St. Olaf am Unabhängigkeitstag prinzipiell bloß noch Marmeladenbrötchen" .

    Rose komponierte sogar das Kampflied der High-School "Vorwärts St. Olaf - das singen sie heute noch!" .

    In St. Olaf wird das amerikanische Journal für Psychopathologie herausgegeben, und zwar von Roses Onkel Gustav. Die berühmtesten Psychotherapeuten der Stadt, die Freud Brüder Sigmund und Roy, haben den Bestseller "Warum bin ich unglücklich wenn mir all der Käse gehört, den ich möchte" herausgegeben. Außerdem verfügt der Ort über eine strenge Kleiderordnung, die das Tragen von Baskenmützen verbietet; dafür trägt man Papierhütchen in Form einer Eistüte.

    Bräuche und Sprichworte rund um die Familie und den Lebenszyklus gibt es in St. Olaf zuhauf. Um etwa eine Schuld abzutragen, muß man dem Schuldiger eine Woche als persönlicher Widenfrögen zu Diensten sein . Man sagt auch, "Laß es ruhig zwei böse Makrelen auskämpfen, wenns sein muß in 'ner Handtasche, aber nimm die Handtasche nie zu einer öffentlichen Veranstaltung mit". Wenn man wütend ist kann man sagen "Blas mich doch aus deinem Tuppendogel"; Oder man ruft "Gerhakkenaggen" und meint damit jemanden, mit dem man seine Hüdenkagels nicht teilen würde (obwohl es genaugenommen den Moment bezeichnet, in dem Hundekacke weiß wird) . Die kleinen St. Olafer bekommen diese Weisheiten durch Märchen wie "Gus in seinem Liegestuhl", "Gunilla kriegt einen Katalog" und "Ilse, die aus schlechtem Essen Schmackhaftes machen konnte" vermittelt. Vom berühmtesten Dichter der Stadt, Hans-Christian Lockerhöfen, stammen die Geschichten "Hänsel & Hänsel", und "Das magische Land von Verflügenhagen", in dem Tundar, der mittelmäßige Tiger lebt. Das Theaterstück "Hey, das ist mein Traktor" stammt vom Bürgermeister der Stadt, Ollie Hofstadlermaier, der mit Molly Diegewisse verheiratet war . Man singt alte Farmerlieder mit Titeln wie "Ich hätte nie gedacht daß mir da ein Haar wächst". Lokale Gruppen wie Hans Gerflügenhagens Jodelquartett und Sonja von der Kübels Tubaband sorgen für musikalischen Genuß. Roses Lieblingsschallplatte ist allerdings "Hans Klebnermaier jodelt Beethoven". Manchmal werden Talentschuppen veranstaltet, wie damals, bei großen Heringsjonglieren. Die Heringe jonglierten selbst mit kleinen japanischen Messern, was aber sehr gefährlich war, den um ein Haar hätte es Heringsfilets gegeben. Im Kindergarten müssen die Kinder schwören, keinen Klebstoff zu essen. Am Geburtstag wünschen sich kleine Mädchen ein Diadem.
    "Leider hab ich jedes Jahr ein Paar neue Holzschuhe bekommen, bis auf das eine Jahr in der Depression: da bekam ich ein großes Stück Holz, aus dem ich mir dann selber die Schuhe geschnitzt habe" (Rose in: Die Haushälterin).

    Kommunikation in der Familie ist zentraler Knotenpunkt zwischenmenschlichen Lebens in St. Olaf. Zum Abwaschen etwa trifft man sich in der Küche, wobei "wir lachten und Unsinn (machten), was haben wir für Spaß gehabt". Aber die Zeiten haben sich gewandelt. In St. Olaf sind Beerdigungen die Hauptanlässe für Familientreffen, bei denen die Familienmitglieder ihre Bande erneuern und von dem Spaß sprechen, den sie früher hatten. Die jeweils älteste Nichte muß am Grab ihrer Tante eine Rede halten - ein Brauch, der mit dem Terminus Genökselöke treffend bezeichnet wird:

    "Eigentlich heißt es was anderes, wörtlich bedeutet es einen Heringstopf, den man auch als Sonnenschutz verwenden kann. Meine Familie dachte, das ist genau das richtige Wort dafür" (Rose in: Nur keine Angst vor der Angst).

    Alle Kinder in St. Olaf entstanden bei ganz besonderen St. Olaf-Festlichkeiten:
    "Adams Empfängnis fand am Tag der Schweineprinzessin16 statt bei der Schweinepreisverleihung, und Genella wurde am Heutag empfangen, das ist der Tag an dem in St Olaf die Heuernte gefeiert wird (...) Dann gabs auch noch den Tag des Weizens, wo sämtliche Leute wie belegte Brote verkleidet waren. Charly und ich hatten vergessen, die Scheibe Käse zwischen uns zu legen und bevor ich auch nur daran dachte kam Kirsten zur Welt". (Rose in: Sophia der Feuerteufel)

    "Ingrid Fuhrmann wollte die Zwillinge Hans und Franz zur Welt bringen. Mittendrin hat sie aufgehört, kaum war Hans draußen. Franz war noch drin. Er kam ein Jahr später in die Schule". Bei Geburten sind die Mütter der Mütter oder die der Väter anwesend. Meist half auch Glücksgunter, dem hatte man nach dem Unfall beim Dreschen eine Armprothese eingesetzt. Er teilte auch die Maiskolben bei den Picknicks aus. Manchmal hilft bei Geburten das Mirakel Schapiro, St. Olafs berühmtester Geburtshilfe-Magier:

    "Er hat Bridget geholt. Es war sehr verwirrend. 'Es ist ein Mädchen! Es ist eine Taube! Jetzt ist es ein Glas Milch.' Ich hab keine Ahnung, wie es sie in den Stapel Karten gebracht hat. Aber sie lag direkt hinter dem Herz König. 'Ist das ihr Baby?" (Rose in: Der Mann meiner Träume).

    Unverheiratete Mütter trifft die geballte Macht der traditionellen 5exualmoral: sie werden scheel angesehen! Da ist es schon besser, was Knut Trollstedt mit Ilse Frikadelle gemacht hat: Er brachte sie auf den Schmuseberg um Such-den-Fingerbruch (d.h. Fingerhut) zu spielen. Ilse setzte sich auf seinen Kompass und sie verirrten sich bis nach Finnland. Manche Ehepaare in St.Olaf sind sehr unterschiedlich, wie z.B. Ollie Knütensprügel und seine Frau Bridget: er war dick, sie war dünn; er war ordentlich, sie war schlamping; er war groß, sie war klein . Es ist auch nicht gut angesehen, wenn man den Bruder des verstorbenen Ehemannes heiraten wollte. Das geschah Inga Engström. Allerdings stand sie damals vor Gericht, sie soll ihren ersten Mann getötet haben. Im Kreuzverhör hat sie den Kopf verloren, aber "das Verfahren endete schwebend". "Sie ließen sie laufen?" "Nein, sie wurde gehängt" .
    Die Geschlechtertrennung wird in St. Olaf strikt durchgehalten; so liegt gegenüber jeder Mensa eine Girlsa. Kommt es dann zu näherem gegenseitigem Interesse, so wird dies mit dem Ausruf "Henderwagerwarergerflüffenzerbröd" kundgetan; d.h. "Ich hoffe daß Du die amtliche Erlaubnis hast den Gerflüffen zu tragen". Und bei der Heirat bekommen die Töchter als Mitgift den dicksten Kürbis der Saison. Bei Hochzeiten trägt die Braut einen Büstenhalter aus Metall und Helme mit Hörnern; es werden komplizierte und dem Uneingeweihten nur schwer verständliche Begleitrituale durchgeführt:

    "Das ist in St. Olaf sehr beliebt. Jeder muß sich so eine Augenmaske aufsetzen. Und dann suchen sich alle einen Partner. Einer merkt sich eine Ziffer und der andere Partner einen Gegenstand. Und wenn die Braut dann einen der Partner nennt muß der seine Ziffer nennen und mit ihrer Nummer vertauschen. Und so weiter und so weiter und so weiter. Und so viele Male wie gewechselt wird, genauso viele Kinder wird die Braut bekommen. Die Zahlen müssen sich auch reimen. Die Gegenstände kassiert man dann. Alle die Masken auf? In Ordnung, also los... .. Löffelente. .. elf" (Rose in: Der Bund fürs Leben, Erster Teil).
    Der traditionelle St. Olaf-Hochzeitsmarsch wurde übrigens über die Grenzen Minnesotas hinaus bekannt, seit Laurel und Hardy ihn zur Titelmelodie gemacht haben.

    Auch die Zusammensetzung des traditionellen St.Olaf Spaßpäckchens - Kaugummi, Badeseife und Strumpfhosen - dürfe nicht so leicht erklärbar sein.
    Ein Familienhochzeitsteller wird von der Familie der Braut mit Früchten gefüllt. Wenn die Gäste das letzte Stück gegessen haben, verläßt das Paar das Fest zur Hochzeitsnacht. Die findet in einem Zelt oder in einem Motel statt. Auf demselben Teller bringt der Bräutigam seiner Braut ein Opfer dar, wobei wir allerdings nicht erfahren, um welche Art Opfer es sich handelt, bloß, daß es statt eines Tellers zur Not auch eine Sauciere tut . Das junge Paar bestimmt durch ein festgelegtes Ritual seinen Wohnort. Man befestigt tote Fische (Heringe?) am Auto und "fährt bis der Gestank unerträglich wird und an der Stelle wohnt man dann". Vielleicht handelt es sich um Autos der Autobusfabrik von Fritz Venderhöfen; da Fritz alles doppelt sah hatte das Auto acht Räder. Es fuhr mit Kuhmist. Die Werbung zeigte eine Kuh, die ihr Geschäft in den Einfüllstutzen machte. Bei Eheproblemen verfahren die St.Olafer jedoch sehr rigide: werden die Ehemänner den Frauen zu langweilig, dann lassen sie diese so lange im Schnee stehen, bis sie tot sind. Spielen Frauen ihren Männern übel mit, dann wird ihnen der Kopf geschoren und sie müssen kratzende Wollmützen tragen , oder man läßt sich scheiden: Die Scheidungsgesetze in St. Olaf sind sehr streng: Die Frau darf alles behalten außer dem was gärt. Alte Menschen werden respektiert, verehrt und auf ein Podest gestellt. Dadurch war St. Olaf auch zur Hauptstadt der Hüftbrüche im Mittleren Westen geworden.

    Verstorbene, z.B. Gunter Lundquist, werden auf dem Friedhof bestattet . Andere widerum wie z.B. Lars Lindquist, bekommen manchmal ein Begräbnis auf Wikingerart, indem man den Leichnam auf ein Schiff legt, das dann angezündet wird. So eine Seebestattung muß oft manchmal mehrmals wiederholt werden, da die Küstenwache den Brand zu löschen versucht .

    Devianz wird in minderen Fällen verbal geahndet (etwa wenn jemand Vögel imitiert). Man sagt dann z.B. "Er bringt Schande über das Haus der Hasenpfefferstuhledocker". Oder aber man stürmt mit Fackeln dessen Behausung in der Absicht, den Unhold physisch und en collectif zu erledigen, eine Handlungsweise die wir bereits aus Frankenstein kennen. Manchmal besteht die Devianz auch nur darin, daß jemand immer böse guckt, wie die gemeine alte Hüttenlöper. Allerdings bekam erst Rose heraus, daß die Frau ohne Lachmuskeln geboren wurde. Sie sagte ihr, daß man lächelt, wenn man auf dem Kopf stünde; seither machte sie immer morgens auf der Veranda auf dem Kopf und grüßte Rose auf ihrem Schulweg. Ansonsten löst man Schwierigkeiten durch Baumstammwälzen.

    Eine ganze Reihe kommunaler Feste begleiten den St. Olafer Jahreslauf: Die Wahl zur Miss St. Olaf (1951 war das erste Jahr, bei dem sie Menschen zuließen); dabei muß man im Abendkleid Baumstämme wälzen; das alljährliche Wassermelonenkernweitspuckturnier, das Dreibein-Rennen, das Fest der tanzenden Jungfrauen und der tanzenden Heringe, der Junioren-Abschlußball -
    Rose: "Ich war in St. Olaf nie auf einem Junioren-Abschlußball".
    Sophia: "Und warum nicht?"
    Rose: "Der war nur für Leute die Junior hießen."
    (Geplatztes Rendezvous) -
    der Jahresabschluß der Schule, bei der vor versammelter Bürgerschaft eine Rede gehalten werden muß, der Wettbewerb 'Kleine Miss St. Olaf' -
    Rose: "Wenn es dir Vergnügen macht, kleine Mädchen in brutale und blutrünstige Wettbewerbe reinzujagen. Wo man das Aussehen der Menschen höher bewertet als das was in ihnen steckt."
    Dorothy: "Hast du die kleine Miss St. Olaf Schönheitskonkurrenz verloren?"
    Rose: "22 Jahre. Ununterbrochen! Einmal wurde sogar Eileen Dittmeyers imaginäre Freundin die Nummer eins. Sicher, sie hatte mehr Talent, aber daß da irgendwas stinkt hab' ich gerochen."
    Blanche: "Du meinst das war irgendwie manipuliert?"
    Rose: "Nein, da liegt mein Talent: Ich hab die bessere Nase." (Die Schöne und das Biest)
    -vor allem aber der Jeder-versteckt-sich-im Maisfeld-Tag. Es gab einen Tag im Jahr, da mußten sich alle Kinder auf den Dorfplatz einfinden die gelogen hatten; und der Bürgermeister zeigte auf sie. Beim High-School-Treffen wird ein Formationstanz getanzt, wobei Rose einmal fehlte, weshalb es nur die Figur "St.Oaf" ergab. Das alljährliche Wurzelgemüsefest wird mit allerlei Spielen aufgelockert: man muß etwa raten, wieviele Steckrüben in einem Glas sind, oder um Süßkartoffeln würfeln. Man kann auch einfach kandierte Steckrüben essen. An Ostern trinkt man Eierpunsch und Frauen tragen eiserne BHs, an Weihnachten schenkt man sich gegenseitig selbstgebastelte Geschenke oder man führt Choräle szenisch auf, wobei aber nur Hühner mitwirken dürfen. Überhaupt Weihnachten:

    "Zuerst gab es den Weihnachtsfestzug mit den Schafhirten, den Engeln, den zwei Weisen aus dem Morgenland. (...) Dann mußten alle unten auf dem Dorfplatz versuchen, sich im Kreis aufzustellen. Danach gingen wir nachhause um die Heringe zu räuchern" "Weshalb?" "Weil das die beste Methode ist damit das Haus nach Bückling riecht. Und im Einklang mit der festlichen Weihnachtsstimmung war es Tradition, alle Tiere bei sich im Haus schlafen zu lassen. Aber am nächsten Morgen fingen die Gerüchte an zu kursieren. Und die setzten sich fort bis ins neue Jahr. Wir alle waren uns einig daß sowas nie wieder passieren darf. Aber schon ein Jahr danach genügte schon ein winziger Eierlikör und so ein kleiner Klugscheisser schrie: 'Was soll sein, es ist Weihnachten'".

    Aber man ißt auch Lebkuchen, denn es heißt: "ein Weihnachten ohne Lebkuchen ist wie St.Sigmundstag ohne das gehängte Mädchen!"
    Für 8-jährige Mädchen ist die Wahl zur 'Kleinen Miss Hüttenkäse' bei einem Wettessen der wichtigste Tag im Leben. Für Wettbewerbe (wie die Butterfestspiele, bei denen die Butterkönigin gewählt wird) scheinen die Bewohner von St. Olaf ohnehin viel übrig zu haben:
    "Ich meine, vier (schlaflose) Nächte sind gar nichts verglichen mit Elsie Günderügen in St. Olaf. Sie ist mal 17 Tage und Nächte wachgeblieben bei einem Schaukelstuhlmarathon. Sie hätt' das nie durchgestanden ohne die moralische Unterstützung der Kinder und ihres Mannes ... und seiner Reitpeitsche" (Rose in: Liebe unter Brüdern);

    "Das erinnert mich an meinen Cousin Inok, der in den Milchkübel in der Molkerei gefallen war. Im Grunde hat ja damit die Tradition des jährlichen St. Olaf Milchtauchens angefangen. Ich hab' dabei drei Mal die fettarme Konkurrenz gewonnen! Die Wettkämpfe sind dann bald wieder eingestellt worden, weil man die Zuschauer dabei erwischt hatte, wie sie ihre Kekse in die Badehose des Gewinners eintauchten" (Rose in: Liebe unter Brüdern).

    Die Bewohner von St. Olaf kennen sich und stehen sich bei, wenngleich dort auch Sonderlinge leben wie Ingmar, den alle hassen, Ingmar von Börgen oder Lukan Ulfnuner, St. Olafs mißmutigster Schönheitschirurg. Er behandelte wohl auch Olga Fettschik, die einzige Friseuse im Ort und "eine der häßlichsten Kreaturen seit der Schöpfung des Warzenschweines". Nach ihrer Operation wurde sie wunderschön. Sie heiratete und ließ sich in Norwegen nieder, wo sie und ihr Mann ein berühmtes Eiskunstlaufpaar unter dem Namen Fett und Schick wurden. Für St. Olaf hatte das zur Konsequenz, daß sich die Frauen gegenseitig die Lockenwickel eindrehen mußten und deshalb alle so aussahen wie Art Garfunkel.

    "Beim Schätzen des Gewichtes von Zuschtschweinen bin ich unschlagbar" (Rose in: Bella Italia).

    Das Leben in St. Olaf wird von Tierzucht, ländlichem Brauchtum und Landwirtschaftsmessen geprägt. Die Tiere in St.Olaf können wundersame Begabungen haben, etwa das Schwein Lester, das jedes Jahr im voraus wußte, wer den Oskar für die beste Nebenrolle bekommt , das Huhn Gordon, das sämtliche Broadway Musicals vom Blatt gackern konnte oder Clovis, der Esel mit den zwei Köpfen, der Rückwärts auf Hüttenkäse Ski lief . UNd Old Brisker, das Pferd von Onkel Gustav, wurde wegen eines Fehlers in den Wahlunterlagen für ein halbes Jahr zum Wasserbeauftragten gewählt.

    Rose bewarb sich für das Amt des Präsidenten im Bullenkastrationsverein. Sie hat auch praktische Erfahrungen bei der Sturzgeburt von Hühnern oder im Ziehen des Pfluges, nachdem sie für die alte Bessie eingesprungen war, eine fette Frau, die den Pflug 17 Jahre lang gezogen hatte. Dabei holte sich Rose eine Rückenverletzung. Und Roses Onkel Gustav hat im Suff sogar schon einmal ein Warzenschwein gemolken. Die Widrigkeiten der Natur werden mit magischen Ritualen bekämpft. Bei Dürrekatastrophen etwa sind die Bewohner angehalten, 5exuelle Enthaltsamkeit zu üben, da 5exualität eine starke mobilisierende Kraft ist. Aussagekräftig ist auch folgende Bemerkung, die klarmacht, daß 5exualität in agrarischen Termini ausgedrückt wird:

    "Ich bin wie der Traktor meines Vaters, ich brauche eine Weile bis ich in Gang komme, aber wenn es soweit ist pflüge ich ihren Acker bis zum frühen Morgen".
    Zusätzlich können auch Tänze um ein Lagerfeuer in der Hoffnung um Regen abgehalten werden.

    So redlich die St. Olafer auch sind, bei landwirtschaftlichen Wettbewerben können selbst die Ehrbarsten der Versuchung erliegen:
    "Ich hab mein Lamm Harlan mit Schrotkugeln gefüttert, damits bei der Landwirtschaftsmesse mehr wiegen sollte".(Rose in: Steuerschulden)
    Die Bewohner von St. Olaf sind eng mit ihren Tieren und der Tierzucht verbunden, so daß Kreuzungen zwischen den Tierarten -
    "Nein Rose, erspar' mir die langweiligen geistlosen Details, wie Heidi Fliegendödel-Gurgelplotz eine Ente mit einem Bullen verkuppelte. Und als Tochter eine Bullente dabei herauskam die einen Tätowiersalon aufgemacht hat" (Dorothy in: Big Daddys Sünde)

    - und selbst zwischen Mensch und Tier vorkommen ("Deine erste Liebe war vermutlich eine Kuh"), wie z.B. Henrik Felderstuhl, St. Olafs Kreuzung zwischen Mensch und Grashüpfer. Auch der örtliche Veterinär behandelt gleichzeitig Mensch und Tier.

    "Das ging solange gut, bis er anfing Schweinetinktur zu trinken und die Svensonbrüder kastrieren wollte" .

    Besonders liebevoll kümmert sich Rose auch um Larry, ihr einäugiges Schwein, mit dem sie in einem Bett schlief, bis sie 11 Jahre alt war. Und zur Erziehung wurde sie einer Ziege anvertraut:
    "Ich hatte auch so eine Art Kindermädchen in meiner Kindheit. Sie war meine beste Freundin. Ich konnte ihr alles erzählen und ich wußte, sie behält es für sich. Tagelang rannten wir nur herum, auf den Wiesen und Feldern ... Oder wir spielten in der Scheune Versteck. Meine Mamie behandelt mich genau wie ihr eigenes Zicklein". (Rose in: Big Daddys Sünde)

    Das Symphonieorchester probt im Hühnerstall. Und zur 200-Jahr-Feier fährt man Kühe mit einem Chauffeur in einer Limousine in ein feines Vier-Sternerestaurant mit anschließendem Symphoniekonzert, was vermuten läßt, daß es sich hierbei um die Totemtiere der Einwohner handelt. Man hat den Kühen sogar das Wahlrecht verliehen. Auch die Tatsache, daß der Große Sven mit seinen Kühen aufsteht, weil er bei ihnen schläft, verweist darauf. "In St. Olaf kostet das teuerste Zimmer 18,50, und zwar inklusive der Kuh". Warum hat man bei Euch Kühe im Zimmer?" "Das ist Gesetz".

    "Wir haben in St.Olaf keine Grillparty mehr gemacht seit dem Unfall (...) Es ging dabei um einen gegrillten Elch, ein gewaltiges Feuer und Jemand, der das Geichgewicht verlor".

    Zur Welt um sie herum haben die Bewohner von St. Olaf eine zwiespältige Beziehung. Einerseits sind sie hochpraktisch veranlagt, wenn es um landwirtschaftliche Dinge geht, andererseits sind sie tölpelhaft und naiv. So versuchen sie etwa, vom Dachfirst aus den Himmel mit den ausgestreckten Arm zu erreichen, wobei sie regelmäßig vom Dach fallen. Auch haben sie erst seit kurzen entdeckt, daß man per Brief kein Wasser transportieren kann, da Briefumschläge lecken. So sind die Bewohner von St. Olaf nicht gerade mit geistigen Gütern gesegnet. Die örtliche Bibliothek besitzt ja nur drei Bücher, man glaubt an Hexen und mißtraut der modernen Technik17; alles, was über das Melken von Kühen hinausgeht ist den Bewohnern fremd18. Um etwa 1952 den Ausbruch von St. Olafs einzigem tätigem Vulkan aufzuhalten, fordern drei Druidenpriester die dümmste Jungfrau des Ortes auf, unter ihren Beinen in Richtung Vulkan hindurchzukriechen, wobei die Jungfrau Schläge auf den nackten Po erhält. Daß sich dieser Ritus später als Farce herausstellte, unterstreicht die Tatsache, daß die St. Olafer durchaus an die Wirksamkeit der Kräfte von Druiden glauben. St. Olaf ist ein kleines Universum für sich, das mit der Außenwelt nicht viel zu tun haben möchte, ein Beispiel für die sich Modernisierungstendenzen widersetzende longue durée. Fremde, etwa Südstaatler oder New Yorker, verstehen die seltsam anmutenden Gebräuche ihrer Landsleute aus Minnesota nicht, da sie darin weder Logik noch Lebensgenuß zu erkennnen vermögen.

  6. #5
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    TEIL 2:

    Big Daddy im Schaukelstuhl auf der Veranda: Der alte Süden

    Sophia: "Ich habe noch nie wie ein Südstaatler gespeist! ... Schicken Sie 'ne Beutelratte auf Zimmer 7 und sagen sie meiner Tochter, es sei Hühnchen".
    Der alte Süden ist das feudale Land der großgrundbesitzenden Baumwollplantagenbesitzer, die selbstgebrannten Schnaps im Schaukelstuhl auf der Veranda trinken.
    Das Selbstbild der Südstaatler rekrutiert sich - außer aus der Zeit des glorreichen Feudalismus - auch und vor allem aus der Opposition zum Yankeeland, gegen das man 1864 den Bürgerkrieg verloren hat. So ist Blanche Devereaux selbstverständlich auch eine Erbin Scalett O' Haras und ständig auf der Suche nach einem Rhett Butler.
    Über die Reinheit des Südstaatentums wacht der Verein der Töchter der alten Südstaaten:
    "Dieser Club verehrt bestimmte Menschen die beweisen können, daß ihre Familie zu 100% aus echten Südstaatlern besteht." (Blanche in: Der Käsemann)
    Grandma Hollingsworth war wohl solch eine Südstaatlerin gewesen; sie bewirtschaftete Grandview, die Plantage mit Herrenhaus, auf dem Blanche ihre Kindheit verbrachte. Als kleines Mädchen bemitleidete Blanche ihre beste Freundin, Cathy Lee, weil deren Mutter nicht im Verein der Töchter der Konföderierten Mitglied war und deshalb ihre Diener über die Diener Cathy Lees kicherten.
    Und - ganz wie Scarlett es mit ihren Schwestern gemacht hat - schlägt Blanche ihren Freundinnen vor:
    "Warum kommt ihr nicht alle mit nach Charleston und wohnt bei mir? Es ist eine alte Südstaatentradition daß die hübsche verheiratete Tochter die sitzengebliebenen Schwestern bei sich wohnen läßt".
    Während 'der Norden', etwa New York oder Buffalo, das demokratische Amerika der (intellektuellen!) Kriegsgegner und "großmäuligen liberalen" (jüdischen!) Anwälte19 repräsentiert, ist im Süden die hierarchisch gegliederte Welt noch in Ordnung - auch wenn Blanche die Tradition herausfordert, indem sie mit einem Yankee aus New Jersey zum Abschlußball ging.
    Blanches Geschichten über ihre Kindheit sind mit Reitstunden und hochherrschaftlichen Festen gespickt. Wenn sie von Personen ihres engsten soziales Umfeldes erzählt, erfahren wir selten deren richtige Namen, sondern eher ihre soziale Position: Big Daddy (dessen Namen 'Curtis' nie jemand aussprach), Mamie Watkins (das schwarze Kindermädchen), Granny (die Großmutter, die sie Pfirsiche einkochen lehrte). Ein Heer von Domestiken kümmert sich um die patriarchalisch von Big Daddy dominierte Familie. Die Grenze zwischen schwarz und weiß war klar gezogen. Natürlich kam es - und zwar nicht selten - zu Liebesverhältnissen zwischen schwarzen Frauen und weißen Männern. Jedoch durfte dies nicht publik werden, eine Heirat gar - "damals in den Südstaaten war das nicht möglich". Viola Watkins gehört als schwarze Mamie und damit als Haushaltsgegenstand quasi zur Familie. Sie besitzt zumindest einen Nachnamen. Dagegen tragen die schwarzen Sklaven auf den unendlichen Baumwollfeldern lediglich (biblische!) Vornamen wie Abraham und Moses.
    Die Ordnung wird von den Rednecks wehrhaft verteidigt: ob verbal mit blumenreichen Metaphern oder - im Lande des Ku-Klux-Klan durchaus nicht ungewöhnlich - durch das Verbrennen von Abhängigkeiten zersetzenden Büchern auf einem eigens dafür errichteten Scheiterhaufen bzw. das Abknallen von Kriegsdienstgegnern mit der Schrotflinte.

    Der Patriarch dominiert die Familie. Er geht zwar in die Kirche, jedoch nur, weil es sich gehört. Big Daddy vertritt ein Christentum des Schwertes. Wir erfahren, daß er in seiner Bibel eine Whiskeyflasche versteckt hatte:
    "Whiskey! Dann ist mir klar warum er Sonntags nach der Predigt immer aufstand und rief: "Ich schlage jeden Mann in dieser Kirche!" (Blanche in: GG Big Daddys Sünde).
    Auch Grandpa Hollingsworth war dem Alkohol zugetan, selbstgebrautem Schnaps zumal, und er forderte immer den hölzernen Negersklaven auf zu tanzen, wenn er einen in der Krone hatte. Südstaatenmänner sind hart und politisch reaktionär. "Big Daddy war Republikaner!" Sie sind zu stolz, um ihrem Drang, gerne zu tanzen, nachzugehen. Manchmal gehen sie zu Damen der leichten Muse wie etwa den Mädchen von Miss Maggie:
    "Diese waren sehr tüchtig und würden einen Kopfstand für einen gemacht haben, was dann allerdings 5 $ extra kostete". (Blanche in: Der Alte vom Strand)

    Dabei verachten die Südstaatler ihre Frauen: Frauen sollten nicht wahlberechtigt sein, und ein Footballspiel gilt allemal als wichtiger als eine Frau. Und wenn sie ihre Frau betrügen, so nimmt die es hin - genauso wie das brandneue Luxuscabriolet zum Geburtstag.

    Früh machen sie ihre ersten 5exuellen Erfahrungen im Heu. So lag Blanche im Alter von 15 Jahren unter ihren Cousins und einigen Bauernlümmeln, und die Großmutter mußte mit dem Brecheisen dazwischen. Es ist daher kein Wunder, daß man annimmt, im Süden könnten Bruder und Schwester einander heiraten. Der Vater grübelt dann stundenlang darüber nach, was mit ihr geschehen soll, oder es bringt ihn zur Raserei. Wohl darum werden die höheren Töchter in der Regel von Anstandswauwaus bewacht, einer alten Südstaatentradition. Dann kauft man ihnen ein Gesellschaftskleid und führt sie in die richtigen Kreise ein. Wie damals auf dem Maiblütenfest, als man Bowle auf der Veranda trank und darauf wartete, daß die Band zu spielen begann. Man bringt ihnen nur das Notwendigste bei, was sie im gesellschaftlichen Leben an der Seite eines galanten jungen Herren benötigen:
    "Granny hat mir beigebracht, wie man Pfirsiche einkocht und wie man sich selbst Kleider näht, das ist bei uns Tradition. Wir Familien im Süden halten zusammen." (Blanche in: Dinner für drei).

    Später werden sie dann unter Umständen zur Miss Magnolie, zur Zitrus- oder Azaleenkönigin gewählt. Der Umgang mit den Männern wird ihnen früh beigebracht:
    Blanche: "Schau mal, wie schamlos sie mit ihm flirtet!"
    Rose: "Du hast mit ihm geflirtet?"
    Blanche: "Ich komme aus den Südstaaten. Flirten hat man mir in die Wiege gelegt!"
    Rose: "Wie meinst Du das?"
    Dorothy: "Ihre Mutter war auch ein Flittchen". (Dinner für eine Leiche)

    Verbale Virtuosität wird hoch geschätzt. Gute Freundschaften werden als "so dick wie Zuckerrohrsirup aus Louisiana auf einem Maispfannkuchen, so hoch wie Elefantenbeine" bezeichnet. "Ihre charmanten Worte könnten den Tau am Morgen auf den Pfirsichblüten trocknen" (Blanche in: Dinner für eine Leiche). Manchmal wird
    "die Wahrheit schon ein bisschen verbessert. Es ist eine alte Südstaatentradition, das Geschichtenerzählen. Nur weil Du Dich nicht amüsiert, mußt Du Deine Freunde doch nicht mit einer doofen Geschichte langweilen, nicht? Und dann schmückt man sie aus. Hier ein bisschen Couleur, dort ein wenig Flair, und natürlich was Pikantes". (Blanche in: Fremde Bettgesellen)

    Melodisch, hochherrschaftlich, südstaatlich, prachtvoll - so müssen die Geschichten sein, die z.B. Big Daddy im Salon vor dem Kamin erzählt, während sich Blanche nach oben schleicht um es mit Cousin Abernatty zu treiben. Gespreizte und geblümte Höflichkeitsformen erleichtern den Umgang zwischen Gleichrangigen:
    Blanche: "Oh Clayton, Ich kenne niemanden der besser aussieht als Du."
    Clayton: "Und das hübscheste, daß ich kenne, bist immer noch Du."
    Dorothy: "Jetzt weiß ich auch warum es 'aus dem tiefsten Süden' heißt."
    (Die Schwester der Braut)

    Das können Leute aus dem Norden schwer verkraften:
    Dorothy: "Ich habe keine Lust eine Geschichte über Dich und ein Ferkel aus den Südstaaten mit 4 Vornamen anzuhören, der Dich unterm Magnolienbaum befummelt .(...) Vermeide doch Südstaatenbegriffe wie Baumwolle und Katzenfisch!"
    Heutzutage ist der Umgang zwischen den Geschlechtern jedoch nicht mehr wie früher.

    Blanches Klage spricht Bände:
    "Mir ist das Benzin ausgegangen. Niemand hat versucht mir zu helfen. In den Südstaaten hätte mir das früher nie passieren können. Wo sind die Kavalierstugenden geblieben, als Männer für dich die Türe öffneten, bei Tisch aufstanden, vor Achtung den Hut zogen und dir beim Aussteigen aus der Kutsche halfen, Visitenkarten auf silbernen Tabletts präsentierten ..." Dorothy: "Wie weit gehst Du in die Vergangenheit, Blanche. Ich meine: bist Du noch im Stande zu wählen?"

    Salsa Grandiosa, Blutrache und der Mann, der Mussolini Einlagen verschrieb: das miese Dorf in Sizilien

    Blanche: "Ist das alles was ihr Italiener könnt: schreien und schlagen?"
    Sophia: "Nein, wir können auch Opern singen und Liebe machen!"
    Sophia zu Dorothy: "Du willst Italienerin sein und kennst nicht den Unterschied zwischen einer Kanone und einem Spielzeug?"
    Sophia: "Sizilianer tun zwei Dinge nie: Lügen über Pizza verbreiten und Steuererklärungen machen."

    Sophias Sizilien ("ein Land, das sehr kriegerisch und total bankrott ist!") verkörpert das arme, bäuerliche Europa, aus dem sich die armen Massen seit 1860 in die Neue Welt ergossen. Das in GOLDEN GIRLS transportierte Ethnostereotyp des Sizilianers setzt sich aus drei Hauptkontexten zusammen: Gewalt (Blutrache, Mafia), Tradition (Kirche, Landwirtschaft, Geschichte) und Küche. Die Bewohner des miesen sizilianischen Dorfes sind so arm, daß die Frauen die Wäsche am Stein ausschlagen müssen. Ein paar Pennies haben darüber entschieden, ob man eine Kanone hatte oder ob man dem Opfer die Kugel mit der Hand reindrücken mußte.
    Das Land wird von Mafia, Kirche und reaktionärem Gedankengut, etwa die Gefolgschaft zu Mussolini beherrscht, das alltägliche Leben wird von traditionellen Werten wie z.B. einem rigiden Ehrbegriff beherrscht, weshalb Sophia auch sagen kann, daß ihr eine Vendetta "an den Kern meiner sizilianischen Seele" geht . Die Familien sind sich in vielfältigen, oft Jahrhunderte andauernden Rache- und Fehdebeziehungen verpflichtet (z.B. die Petrillo-Balducci Blutrache, die Balducci-Calabrese Blutrache, die Fehde mit der Scafolifamilie oder die Sanducci-Vendetta ). So begann die Venucchio Vendetta "damit, daß dein Urgroßvater Nikodemo überfahren wurde von Marco Venucchios Milchkarre. Unglücklicherweise haben damals gerade die Totengräber gestreikt. Da hat die Familie ihn vorübergehend als Vogelscheuche aufgestellt. Der Sturm hat ihn umgeworfen und Marco hat ihn als Prellbock benutzt". "Aber wenn Marco überhaupt nicht schuldig war ...!" "Schuld spielt keine Rolle, das ist eine Vendetta, kein öffentliches Gericht! Jedenfalls lebt heute nur noch ein Venucchio - Sonny Venucchio. Die Feder von Vito bedeutet, er befindet sich hier irgendwo in Miami, und daher ist es meine Pflicht, das Ganze in die Hand zu nehmen (...) Weißt Du was passiert, wenn ich meine Pflicht nicht ernst nehme? Schwimmunterricht mit einer Betonplatte!"
    Allerdings gibt es moderne Formen der Vendetta, die sind dann symbolisch: "Du findest den Kerl wirfst einen toten Fisch vor die Haustüre - das wars". Fehden werden durch das Übersenden von Symbolen bekannt gegeben: eine weiße Nelke bedeutet, es wurde ein Baby geboren; eine schwarze Rose, ein Familienmitglied ist tot; ein totes Kanninchen, "mein Mann weiß Bescheid, du mußt die Stadt verlassen" .
    So starb Onkel Mario auf einem Straßenfest an 23 Stichwunden, "und keiner hats gesehn'!" Ein anderer Onkel (ebenfalls mit Namen Mario) starb, als er den Mülleimer rausbrachte und dabei die Pistole fallen ließ. Es löste sich ein Schuß und traf ihn in die Stirn. Onkel Angelos Partner Fino kam gar in einer Bananenverpackungsmaschine um! Schon von klein auf lernen die Dorfbewohner, daß man Kugeln ausweichen muß, sonst "lassen sie dich nicht aus dem Kindergarten ehe du das gelernt hast". Der wichtigste Exportartikel des Dorfes waren Erpresserbriefe. Klaviersaiten waren ebenfalls nützlich und der zweitwichtigste Exportartikel. Die schnürte man den Befehdeten um den Hals, wenn man etwas erreichen wollte. Man konnte auch ein Kopfgeld auf die Befehdeten aussetzen und die Arbeit durch die Hand der Volksmasse erledigen lassen. Oder man zog, wie Onkel Bruno, dem Feind einfach die Haut ab. Um sich vor Angriffen der Gegner zu schützen, muß man "ein paar Matrazen, 30 Pfund Plaste und Alufolie zur Verdunklung der Fenster" besorgen. Getreu dem Motto "Stöcke und Steine brechen die Beine, aber mit Zement hält man die Tradition hoch", kann man auch zentralere Methoden der Mafia anwenden, um sich seiner Gegner zu entledigen. "Sizilianer können zwei Dinge immer erkennen: ob jemand lügt oder ob die Fingerabdrücke verändert wurden", und "zwei Dinge sind für einen waschechten Sizilianer klar: wenn Pasta an der Decke klebt ist sie gar, wenn ein Körper an Zement klebt ist er tot". Und es war Sophias Vater, "der in Sizilien die Lösegeldforderung eingeführt hat" (Bella Italia). Es gab sogar einen Club, der es zum Ziel hatte, den Bürgermeister der Nachbargemeinde zu kastrieren - "einige von Italiens besten Sopranistinnen sind ehemalige Bürgermeister gewesen".
    Selbst alltägliche Probleme werden brachial gelöst, etwa Schlafprobleme mit dem sizilianischen Sandmännchen - wer schlecht schlafen kann, trinkt ein Glas Milch, während er mit einer Pfanne eine über den Kopf gebraten bekommt. Auch das tägliche Einkaufen fordert Opfer (Dorothy: "Ma, Du weißt doch überhaupt nichts über Football!" Sophia: "Bitte, was ist das schon. Du rennst einen Kerl um, schnappst den Ball, läufst wie verrückt - in Sizilien kauft man so ein!" ). Frauen können in Sizilien um alles kämpfen, so wie im Großen Käsekrieg im Jahr '47 . So trainiert Sophia die Football-Mannschaft auch nach dem alten Mussolini-Stil: "Alle Mann werfen sich am Anfang auf den besten Quarterback - und dann ist er draußen für den Rest des Spiels". Freunde werden gemieden, wenn sie Pech haben:

    Rose: "Was, wenn ich nichts mehr zu essen hab? Was wenn ich draußen im Park schlafen muß?"
    Sophia: "Hör mal, ein altes sizilianisches Sprichwort paßt hierher: escapa tu sima fortuna"
    Rose: "Und was bedeutet das?"
    Sophia: "Bleib' mir vom Leib, du bringst Unglück".
    (Sophia der Feuerteufel).20

    "Du redest mit mir, als sei ich in einer Höhle geboren ... wenn ich ehrlich bin, bin ich in 'ner Höhle geboren" (Sophia in: Affen im Sturm, 2).

    Auch der Aberglaube ist noch weit verbreitet:
    Sophia: "Vollmond in einem Schaltjahr - Oh Gott, der Fluch. Der Fluch der strega, damit hat dich unsere Dorfhexe Pascarelli als Kind Geburt verflucht." Dorothy: "Welches Dorf? Ich bin in Brooklyn geboren!" Sophia: "Daß Hexen fliegen können ist vielleicht neu für Dich." Dorothy: "Wieso hat sie mich verflucht". Sophia: "Keine Ahnung, vielleicht weil Du sie mit der Grippe angesteckt hast, an der sie dann gestorben ist. Es geht um folgendes: als sie schon im Sterben lag hat sie dich verflucht: Hüte Dich vor dem Vollmond im Schaltjahr (...) Ich muß also unbedingt drei Aufgaben lösen, bevor morgen der Mond aufgeht, sonst bist Du verdammt!" Dorothy: "Und welche Aufgaben sind das?" Sophia: "Einen Dummkopf küssen, einem frommen Mann helfen, den Verrat an einem geliebten Menschen entlarven" Dorothy: "Das ist Unfug, abergläubischer Unsinn. 'Vermeide Fugen mit Geschick, sonst bricht die Mutter das Genick', das klappt auch nicht, ich weiß".

    Das Leben in Sizilien war armselig und karg. Schmutzwäsche wird auf einen Felsen geschlagen. Drei Menschen und eine Ziege in einem Bett, das war normal in Sizilien. Für übertrieben kann dagegen die Aussage gelten, daß es für ein sizilianisches Drei-Sterne-Motel üblich ist, wenn Ratten und 60 Menschen sich um eine Decke streiten. Früher hat Sophia zu viert in einem Bett geschlafen, eine Zeit lang war sie sogar mit einem ihrer Brüder verlobt. Sophias erster Lohn war ein bemalter Stein,
    "Du kannst noch heute für zwei Stück in Sardinien ein Hammelsandwich kriegen!" (Sophia in: Die Haushälterin)

    Sophia: "In Sizilien haben wir alles von Hand gemacht, weils technische Hilfen nicht gab. Wir mußten das Schwein selbst schlachten, die Mayonnaise selbst schlagen, und wenn das Essen schlecht war, dann wurde nach dem Cappucchino der Koch erschossen!"
    Dorothy: "Das hast Du erfunden!"
    Sophia: "Umsonst haben die italienischen Köche keine zwei Lebensversicherungen!" (Wie werden wir reich und glücklich)

    Auch heute ist dies noch ähnlich, die Aussage von Sophias Schwester Angela ist geradezu typisch:
    "Ich hab ein sehr ausgefülltes Leben. Ich steh morgens auf, melk' meine Ziege, geh zu 'ner Beerdigung, komm wieder, fütter' die Ziege, trink 'ne Flasche Chianti und kipp' davon um." (Angela in: Huhn um Huhn)

    Sizilien ist aber trotz Armut und Mafia ein sinnenfrohes Land, in dem man reuelos ißt und trinkt: sechzehn Stunden lang gekochte Lasagne al forno, Lasagne a la Sophia, Salsa Grandiosa mit einem Mund voll Wein , dunkelroter Chianti oder eine andere Flasche Wein, Würste, Muscheln Marinara, Pasta Pesto, Hühnchen Cacciatore, Zabaione - macht "ein paar freche Bemerkungen - dann nähen sie Dir den Mund zu". Am Weihnachtstag ißt man Lerchen und Aale, nach dem Fest ißt man dann Aal-Pastete, Aal-Hachée etc. Was das Essen betrifft, so gehen Armut und Erfindergeist mitunter durchaus zukunftsträchtige Verbindungen ein:
    "In Sizilien sind wir nie zum Arzt gegangen, sondern zur Witwe Caravelli. Was immer man hatte, sie wußte ein Mittel. Sie war bei den Leuten wegen der grünen Salbe, mit der sie Mittelohrentzündungen heilte, bekannt. Eines Tages hat sie dem Dorftrottel Salvatore die Salbe gegeben. Er hat die Gebrauchsanweisung mißverstanden und die Salbe auf die Linguini statt in sein Ohr gestrichen. Es stellte sich heraus daß das Zeug nicht mal übel schmeckte, und Salvatore fing an es zu vermarkten. Am Anfang lief es nicht so gut. Linguini mit Ohrsalbe, das sieht nicht sehr appetitlich aus. Aber dann nannte er die Salbe Pestosauce und sie ging weg wie warme Semmeln" .

    Man liebt es zu feiern, z.B. das Festival der tanzenden Jungfrauen, wobei die Anwesenden tanzen müssen "wie Häschen-Hüpf, außer daß man die Beine kreuzt":
    "Einmal jährlich haben die Frauen im Dorf ein Fest gefeiert um ihre Jungfräulichkeit wieder zu erlangen. Dann darfst Du zum Mann Deiner Träume sagen 'Für was für ein Flittchen hältst Du mich?'" (Sophia in: Auch Großmütter haben den Blues).
    Wenn man auf einem Fest gut aussehen wollte, hat man Nikodemo den Häßlichen als Begleiter mitgenommen . Auf Festen vernichtet man gar kostbare Nahrung gleich einem Kwakiutl-Potlatch und bewirft sich "mit Nudeln, Nudeln und köstlicher Soße mit feinen Meeresfrüchten und schönen Shrimps".

    Pizza, der Inbegriff des italienischen Beitrages zur amerikanischen Küche, wurde selbstverständlich durch eine Sizilianerin in den USA bekannt gemacht:
    "Sizilien 1912. Stell Dir vor, zwei junge Mädchen sind beste Freundinnen und teilen sich drei Dinge: ein Rezept für Pizza, etwas Teig und einen Traum. Es läuft alles großartig, bis dann eines Tages ein flinkzüngiger Pepperonivertreter im Galopp durch die Stadt reitet. Die zwei Mädchen sind natürlich beeindruckt. Den einen abend lädt er die ein, den nächste die andere. Bald darauf treibt er einen Keil zwischen die Mädchen. Ehe man sichs versieht ist die Pizza nicht mehr gut, das Geschäft leidet, die Freundschaft geht kaputt. Das trennt die Beiden und sie wandern nach Amerika aus. Die Mädchen haben sich seitdem nie wieder gesehen. Rose, das eine Mädchen bin ich. Das andere kennst du aus der Werbung: Mama Celeste".

    Sophia: "Angelo, Du bist mein Bruder. Ich weiß nicht wohin. Ich sitz' in der Patsche."
    Angelo: "In dem Fall muß der Mann Dich heiraten!" (Affen im Sturm, Zweiter Teil)

    Die Sorge mediterraner Kulturen um die Jungfräulichkeit wird in der Ethnologie ausführlich diskutiert. Auch Sophia kann deshalb sagen, "Ich war das einzige Mädchen im Dorf, das nicht Nonne werden wollte!" (Sizilianische Romanze). Bereits die erste Studie der Mittelmeerethnologie, PITT-RIVERS' The People of the Sierra (1954) formuliert einen Kodex von Ehre und Schande. Dieser Kodex wurde so dominant für die Mittelmeerethnologie, daß Honor and Shame in den 60er und 70er Jahren zum Synonym für die ganze Region war. Der Kodex wird v.a.21 im Rahmen von Geschlechterbeziehungen interpretiert [BLOK 1981; PERISTANY 1976; PITT-RIVERS 1977; SAUNDERS 1981; SCHNEIDER 1971; TERRADES SABORIT 1972] und besagt, daß vor- und außerehelicher Geschlechtsverkehr der Frau den Ruf der Familie des Vaters bzw. des Gatten zerstöre. Die Jungfräulichkeit mußte aus diesem Grunde besonders gewahrt werden. Das Verhältnis der Geschlechtsrollen wurde geradezu paradigmatisch für die Mittelmeerethnologie in einer Zeit, in der in Nordeuropa und in den USA gerade die traditionellen Geschlechterbeziehungen hinterfragt wurden. Machismo - männliche Dominanz und weibliche Submission - wurde nun v.a. im jeweiligen 'Süden' lokalisiert: in Mexiko bzw. dem Mittelmeerraum, und dort v.a. in Südspanien und auf Sizilien:
    Rose: "Ich weiß nicht, warum italienische Männer so romantisch sind!"
    Dorothy: "Rose, das liegt an ihren engen Hosen!" (Sizilianische Romanze).
    Die Potenz der Männer scheint unersättlich. 5ex vor der Ehe ist zwar unvermeidlich -
    Sophia: "Über die Straße zu gehen ohne schwanger zu werden, das war Arbeit in Sizilien".
    Rose: "Wie kann man in Sizilien schwanger werden indem man über die Straße geht?"
    Sophia: "Ganz billiger Chianti und enge Straßen" (Großmütterbrigade).
    - jedoch tut man alles, damit es nicht herauskommt:
    "Stellt Euch vor: Sizilien 1912. Ein hübsches Bauernkind mit glatter Olivenhaut trifft einen interessanten aber armen spanischen Künstler. Sie sind sich gleich sympathisch. Sie lachen und singen und kippen auch ein paar Grappas runter. Kurze Zeit später verhaftete man ihn weil er ihr zeigte, wie man die Palette ohne die Hände zu benutzen halten kann. Aber das ist was anderes. Er malt ihr Porträt und die beiden lieben sich leidenschaftlich. Sie verbringt fast den ganzen nächsten Tag unter der Dusche mit einem Schwamm, um seine Fingerabdrücke abzuwaschen. Sie sieht das Porträt und ist gekränkt: es ist ihr nicht ähnlich. Und sie reißt sich für immer von ihm los. Ich war das kleine Bauernmädchen und der Maler war Pablo Picasso" (Sophia in: Sophia der Feuerteufel).

    Den beiden wichtigen kulturellen Bereichen Kirche und Familie unterliegt in Sizilien pragmatisch ein wirtschaftliches Interesse. Priestern gegenüber ist strengste Hochachtung angesagt; man wirft sie z.B. nicht aus dem Haus - höchstens aus dem Fenster, und auch dann nur aus geschäftlichen Gründen. Und auch Männer dürfen sich küssen, wenn es dem Geschäft dient.

    Ehen werden durch die Eltern vereinbart, und zwar über eine Ehevermittlung, eine jahrhundertealte Tradition. Als man Sophia und Guido Spirelli einander verspach, waren die beiden 9 Jahre alt.
    Sophia: "Der Mann war nach sizilianischen Maßstäben eine gute Partie. Er sollte das Familiengeschäft übernehmen".
    Dorothy: "Was für ein Geschäft war das?"
    Sophia: "Blutrache" (Bella Italia)

    Da Guido ein Workoholic war, ließ Sophia die Ehe annulieren und ging zwei Tage später nach Amerika, weil sie sich jahrhundertealten Traditionen widersetzt hatte:
    "eine versprochene Ehe annuliert man nicht. Ich hatte der Familie Schande gebracht" (Bella Italia).
    Sophia zu Dorothy: "In Sizilien wurde nur in dunklen Gassen gehandelt. Wie konnt ich sonst an Deinen Vater geraten!"

    Ein Gelübde hält man, oder man tut so, als ob man es hielte. So macht Sophias Bruder Angelo der Familie glauben, er sei Priester, wie es es der Mutter auf dem Sterbebett geschworen hatte; dabei war er 70 Jahre mit Philomena, einer Kellnerin verheiratet.
    Eigentlich hatte Sophia ihrer Mutter auf dem Sterbebett gelobt, Benito zu heiraten, der Hüte für die Drehorgelaffen im Dorf herstellte. Sophia und ihr Mann Salvatore kamen allerdings nur zusammen, weil die acht unverheirateten Jungs und die acht unverheirateten Mädchen der Größe nach aufgeteilt wurden. Die Großeltern Dorothys habe sich noch ganz anders kennengelernt:
    Sophia: "Das alles passierte ganz plötzlich: Er packte sie, sie biß ihn, er schubste sie in seinen Fischwagen und fuhr davon. So, liebe Enkelkinder, haben sich meine Eltern kennengelernt" (Bella Italia).

    Bei der Heirat sind Geschenke der Brautleute an die Brauteltern und zwischen den Brauteltern wichtiger als deren Einverständnis. Bei Todesfällen ist es der hinterbliebenen Ehepartnerin nicht erlaubt, sofort zu heiraten:
    "In Sizilien habe wir eine einfache Regel: Wenn dein Mann tot ist wartest du 20 Jahre oder bis dir ein Schnurbart wächst" (Sophia in: Frau des Jahres).

    Starb die Schwiegermutter, dann mußte man was Kratzendes anziehen, Dreck essen und mit dem Kopf gegen die Wand rennen; "alles nur damit man nicht lachte". Auch in Sizilien gehen Menschen mit Tieren mitunter familiäre Bindungen ein22. Totemtier der Sizilianer scheint die Ziege zu sein. Familie spielt eine zentrale Rolle und bestimmt das Leben der Einzelnen.

    "Bei uns hat sich nie jemand von der Familie abgewandt. Als dein verrückter Cousin Nunzio seine Lieblingsziege bei sich wohnen ließ, hat sich die Familie da von ihm abgewandt? Und ein paar Nächte später die Ziege auch nicht mehr".
    Der Zusammenhalt der Familie, von BANFIELD abfällig als amoralischer Familismus diskreditiert wird23, ist in Sizilien der Kitt der Solidarbeziehungen. In der Familie findet das Individuum Schutz und Geborgenheit, sie erfordert andererseits aber auch unbedingte Loyalität. Die These vom süditalienischen Familismus wurde in einer Reihe ethnologischer Arbeiten und in der Literatur ständig wiederholt. Könnte es sich dabei um eine literarische Finktion halten? GREVERUS [1971] verneint dies, v.a. Studien über süditalienische Gastarbeiter und Migranten bewiesen, daß "die Familie als Objekt der nostalgischen Illusion" starke Bedeutung besitze . Allerdings bezieht sich GREVERUS auf Migrantengruppen, und die enge nostalgisch-emotionale Bindung an die Familie scheint ein allgemeines Merkmal der ersten Einwanderergeneration - als deren Vertreterin Sophia gelten kann - zu sein. Diese Art des Familismus wird auch in GOLDEN GIRLS thematisiert. In der Diaspora, etwa in Amerika, wird die sizilianische Identität durch verschiedene Organisationen wie die Töchter Siziliens, die einen Kochwettbewerb durchführen, oder durch das Feiern heimischer Heiligenfeste wie San Gennaro, bei denen dann Kinder gezeugt werden, gepflegt und erhalten. Allerdings fühlen sich Angehörige der zweiten Generation nicht mehr vornehmlich als Sizilianer sondern als Amerikaner.

    Ethnische Identität in den USA: new ethnicity - Von der Wochenendethnizität der 70er zur ethnischen Identity Politics der 90er.

    Unter dem Schlagwort multiculturalism24 entspinnt sich in den USA seit der Mitte der 1980er Jahre eine Diskussion um politische Rechte, Macht und Repräsentation, aber auch um das Demokratieverständnis und die amerikanische Identität. Bei dieser Debatte lassen sich vier Grundpositionen ausmachen: der weiche bzw. liberale Multikulturalismus, harte Multikulturalismus bzw. Konsociationalismus25 (vertreten etwa von ASANTE)26 , der neue Metauniversalismus27 und der neokonservative Standpunkt28.

    Die Analyse von Ethnizität in den Geschichten von St. Olaf, Sizilien und dem alten Süden kann allerdings nur verstanden werden, sofern man sie in den Kontext von Genre stellt: des Sitcom-Genres. Ist Ethnizität vielleicht lediglich illustrativer der Hintergrund, vor dem sich die Situationskomik abspielt? Denn ganz offensichtlich parodieren die Geschichten bereits bestehende ethnische Stereotype: Italiener = Mafia + Essen, Skandinavier = Einfalt + Ehrlichkeit, Südstaatler = Sinnlichkeit + Rassismus.

    Die unglaublichen Geschichten über St. Olaf greifen auf das Genre der Münchhausen- und Schildageschichten zurück, sowie auf Stereotype über Hinterwäldler. St. Olaf - wie auch Hickory aus HARRY'S NEST - ist eine Metapher für jenen Ort hinterm Wald, in dem die Idioten wohnen. Der Mythos des reinen Amerika wird in einer Sendung direkt durch den Rückgriff auf die Geschichte der kleinen Dorothy und ihres Hundes Toto in Frank Baums Wizzard of Oz aufgenommen. Dort rennt die kleine Dorothy während eines Tornados auf der Suche nach dem Hund aus dem sicheren Versteck. Dabei wird sie am Kopf getroffen und fällt in Ohnmacht. Der Hund befindet sich derweil im Fahrradkorb der bösen Mrs. Gulch. Wenn Rose die Geschichte erzählt, klingt dies so:

    "Ich weiß noch wie meine Mutter in St. Olaf während eines Tornados einfach aus unserem Sturmkeller herauslief um Toto zu suchen. Sie war ihre ständige Begleitung und ihre Lieblingskuh. Das Schlimme ist daß meine Mutter sich draußen im Sturm eine gewaltige Beule am Kopf holte. Dann versuchte sie ihr Leben lang diese Kuh vorne in das Körbchen vom Fahrrad zu kriegen" (Affen im Sturm, Zweiter Teil)

    "Ich werde eine große Südstaatenschriftstellerin, die die Tradition großer Südstaatendichter fortsetzt wie ... - ... all die, die so berühmt sind, daß sie nicht genannt werden müssen" (Blanche in: Sophia der Feuerteufel).
    Blanches alter Süden ist die ironische Inszenierung des Genres der großen Südstaatenromane: die schon erwähnte Katze auf dem heißen Blechdach, natürlich Vom Winde verweht, A Streetcar named Desire, Onkel Toms Hütte, auch Tobacco Road und zweifellos auch - Hush, hush, sweet Charlotte - Wiegenlied für eine Leiche.

    Sophia enflieht der Alten Welt und ihren Bräuchen. So ist sie begeistert, nach ihrer Ankunft in Amerika endlich in einem Land zu sein, in dem Fußball uninteressant ist. Sophias Sizilien ist nur im Kontrast zu Amerika zu verstehen: das Genre der Einwanderersaga. "Stellt euch vor: ein überfüllter Hafen am Mittelmeer. Die Menschen sind müde, arm und hungrig. Du weißt, die zusammengebrachten Menschenmengen sehnen sich nach Freiheit. Wir bestiegen das Schiff und nahmen Kurs auf Amerika: 500 Menschen voller Hoffnung, singend, lachend, trinkend - allerdings haben nur die Iren getrunken - aber dann am zweiten Tag waren sie natürlich nicht mehr so fröhlich. Ungefähr sechs Wochen lang war der Sturm so gewaltig, daß wir uns vorkamen wie in der Hölle. Wenn ich nicht um eine warme Decke kämpfte, kämpfte ich um Essen, wenn ich nicht um Essen kämpfte, kämpfte ich um einen Platz auf dem Sonnendeck. Jedenfalls der Sturm legte sich und durch den Nebel erkannte ich die wunderbare Lady, die ich seit Monaten zu sehen gewünscht hatte" Rose: "Du hast die Freiheitstatue gesehen!" Sophia: "Nein, meine Mutter. Da siehst du, wie dicht der Nebel war. Aber daneben ist die Freiheitsstatue gewesen. Ich weiß noch, was ich als erstes gerufen habe: 'Da ist sie, Lady Liberty!' Ich weiß auch noch, was ich als zweites gerufen habe: 'Langsam du Dussel, du wirst noch an ihr vorbei fahren!' Aber er hat nicht hingehört. Und aus diesem Grunde gibt es heute einen besonders hohen Italieneranteil in Spillsboro, Massachussetts." "Bei der Überfahrt war da ein Typ aus Palermo, der sein Akkordeon vergessen hatte und 'O sole mio' sang, während er den Affen quetschte". Es war die schwerste Zeit im Leben von Sophia. "Ohne das Sackhüpfen gegen die Franzosen hätte eine Meuterei stattgefunden". Übrigens war das erste, was Sophie beim Anblick der Freiheitsstatute auffiel, daß sich die Frauen in Amerika unterm Arm nicht rasieren.

    Insofern sind die Geschichten über die drei Orte natürlich als Parodie zu begreifen.
    Auf der anderen Seite jedoch wäre eine Sitcom, die Konflikte in - wenngleich parodierten - Termini von Ethnizität ausdrückt, bis in die frühern 80er Jahre kaum denkbar gewesen. Speziell ethnische Bezüge wurden aus Serien und Soaps herausgehalten. Noch die schwarze COSBY-FAMILIE ist in erster Linie eine typische all-american -da 'geweißte' - Familie. In DYNASTY, FALCON CREST und DALLAS spielt Ethnizität noch keine tragende Rolle, kulturelle Pluralität wird durch Charaktere fremder Nationen ausgedrückt, der all-american-consensus bleibt erhalten, trotz des italienischen Familiennamens der Giobertis, trotz der blaßschwarzen Haut von Dominique Devereaux. In FALCON CREST treten zwar Non-WASP Charaktere auf (wie etwa Gus und Mario Nuñez und die Chicanos, die auf dem Weingut von Angela Channing arbeiten), jedoch werden darüber lediglich Klassenunterschiede angezeigt. Schwarze29 füllen selten tragende Rollen aus, jüdische und asiatische Charaktere treten kaum auf. In Sitcoms allerdings wurde schon früh, etwa in der MARY TYLER MOORE SHOW in den frühen 70er Jahren, der ethnische Charakter einzelner Figuren thematisiert - etwa das Jüdisch-Sein von Marys Freundin Rhoda Morgenstern. In einer Episode ging es darum, daß Rhoda aufgrund ihres Jüdisch-Seins von einer neuen Freundin von Mary diskriminiert wurde - ein Motiv, das nahezu identisch in der GOLDEN GIRLS Episode "Dorothys neue Freundin" aufgenommen wurde. Diese Thematisierung war jedoch nur in einzelnen Episoden (und damit nur am Rande) relevant, nicht als durchgängiges Thema der gesamten Serie.29a Dies ist ein typisches Kennzeichen der Sitcoms wie der GOLDEN GIRLS bis zu den Mitt-90er-Jahren. Erst mit der Titel- und Hauptfigur von THE NANNY, Fran Fein, wurde jüdische Ethnizität zu einem durchgehenden (und ironisch gebrochenen) Leitthema.

    Daß der amerikanische Konsens mit GOLDEN GIRLS aufgebrochen wird, erklärt sich nicht nur durch den parodistischen Charakter von Ethnizität, dies reflektiert vielmehr einen politischen Prozeß. In den 70er Jahren erfuhr Ethnizität eine Aufwertung (ethnic revival). "Die 70er Jahre sind bekanntlich die Jahre des neu erstarkten Wertkonservatismus: Suche nach Maß, Zurückstecken, freiwillig konservative Unterwerfung unter höhere Werte. Nach den gescheiterten Omnipotenz-Phantasien der 60er (...) wurden nun neue Selbstbilder gesucht. Während die Selbstbilder in den 60ern noch durch Aktivität (Zukunft) bestimmt gewesen waren, wurden die 70er besessen von der Suche nach Identität, die antiutopisch, rückwärtsgewandt, 'historisch' abgeleitet wurden" [ELSCHENBROICH 1986: 137f] . Ethnizität, von der Einwanderungsgeneration und ihren Kindern zugunsten eines Aufgehens im amerikanischen Schmelztiegel der Identitäten (wenngleich keine tatsächliche Verschmelzung und auch keine der tatsächlichen Unterschiede) aufgegeben, wurde in der Dritten Generation wieder hervorgeholt und neu konstruiert, die vor allem symbolische Bezüge zur Herkunft als bricolage erstellt. ELSCHENBROICH spricht hier von Wochenend-Ethnicity. In den 80er Jahren hat sich der Diskurs über die aus symbolischen Versatzsstücken bestehenden ethnischen bricolage eine Verdichtung von ethnischer Identität entwickelt. Die Rede über Ethnizität rückte ins Zentrum des amerikanischen politischen Diskurses. So erscheinen unsere Protagonistinnen auch nicht lediglich als bricoleuses im Sinne der Wochenend-Ethnizität: hier ein wenig Essen, da ein wenig Muttersprache. Sie leben zwar in der Vorstadt (von Miami), Symbol des Amerikanischen - in die Vorstädte war einst die zweite Generation gezogen, um das Stigma des ethnischen Ghettos der Einwandererhäfen abzustreifen - sie besitzen jedoch eine ethnische Heimat, auf die mit Selbstverständlichkeit und mit Stolz verwiesen wird, und die im Alltagsleben praktische Relevanz gewinnt, etwa dadurch, daß sie Interpretationsmuster für aktuelle Probleme liefert. Sophia gehört der ersten Generation der Einwanderer an. Dorothy entspricht vielleicht am ehesten der Amerikanerin ohne ethnische Identität - tatsächlich gehört sie auch jener zweiten Generation an, die sich in toto von der Heimat der Eltern distanzierte und sich primär als Amerikaner begriff. Die wievielte Generation Rose und Blanche jedoch sind, erfahren wir nicht. Sie können zur dritten oder noch ältere Generation gehören - und trotzdem bedeuten St. Olaf und der tiefe Süden für die Beiden mehr als etwa für den Italiener der dritten Generation, der Pasta ißt, weil es schick ist, sich ethnic zu geben.

    In diesem Artikel stand die Frage im Vordergrund, was die Charaktere über ihre Ethnizität aussagen. Wir nehmen die TV-Sendungen als Text, den Informanten (die vier Protagonistinnen) uns über Ethnizität vermitteln. Zwei der drei Bereiche, in denen - ELSCHENBROICH [1986: 152] stellt die Frage: "Wie wird Ethnizität in Amerika heute gelebt, unbewußt und unprogrammatisch?" - Ethnizität im amerikanischen Alltag eine praktische Relevanz besitzt, finden wir in GOLDEN GIRLS nicht wieder:
    -im Verhältnis zum Körper, zu Krankheit und Pflege
    -in ökonomischen Enklaven

    Lediglich die Loyalität zur Muttersprache bzw. der Zweisprachigkeit findet sich in der Serie wieder: Rose verfügt über einen reichen und absurden skandinavischen Wortschatz, Blanche versprüht die blumige Terminologie des Südens, Sophia wirft italienische Brocken ein.

    In GOLDEN GIRLS erlangt Ethnizität vor allem in den Bereichen Nahrung, Brauchtum, ethnische Persönlichkeitstypen, Gruppenzugehörigkeit und Enkulturation eine Bedeutung.

    Das Gefühl, unabhängig von tatsächlicher alltagspraktischer Involvierung, einer ethnischen Gruppe zuzugehören, ist nach GEERTZ, BARTH und der ganz überwiegenden Mehrzahl der Ethnizitätstheoretiker elementarer, ja ausschlaggebender Bestandteil für die Entwicklung ethnischer Identität. Aus der Sicht der heutigen Kulturanthropologie muß das Studium der Ethnizität eingebettet sein in das Studium von Eigenidentität, Stereotypisierung, sozialen Klassen, dem Wettbewerb um Ressourcen, politischen und wirtschaftlichen Machtverhältnissen und Kulturwandel.

    Wir müssen aber zum besseren Verständnis auf die Unterscheidung von Ethnizität und ethnischer Identität zurückgreifen: Denn Ethnizität als die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe, muß nicht unbedingt zu ethnischem Bewußtsein führen. Es kann brach liegen oder geweckt, mobilisiert werden. Ethnizität ist quasi ein Potential, das brach liegt. Sechs Voraussetzungen müssen vorliegen, um die Ausbildung des mehr oder weniger diffusen Gefühls, einer bestimmten Gruppe zuzugehören (ethnische Identität) zu ermöglichen [SMITH 1983]:

    1) ein gemeinsamer Name30 ;
    2) der Glaube an eine gemeinsame Abstammung und ein Abstammungsmythos. Es kann sich dabei auch um die tatsächliche gemeinsame Abstammung handeln, entscheidend ist aber der Glaube daran. Appelle an das gemeinsame Blut und Metaphern aus dem Bereich der Familie unterstützen dies;
    3) das historische Gedächtnis. Dieses basiert auf den Erzählungen und Erfahrungen früherer Generationen, kann aber von Spezialisten historisiert werden;
    4) gemeinsame kulturelle Elemente, z.B. Ernährungsgewohnheiten, Trachten. In Europa kommen meist Sprache und Religion hinzu. Es gibt jedoch keinen Beweis dafür, daß Sprecher der gleichen Sprache tatsächlich enge 'verwandtschaftliche Bindungen' miteinander haben (am Bsp. der europ. Kolonialsprachen wird dies deutlich);
    5) die symbolische Beziehung zu einem gemeinsamen Territorium: Geburt, Befreiung, Siege und Niederlagen, Heiligtümer binden symbolisch eine Gruppe an ein Gebiet;
    6) das Gefühl der Solidarität. Individuen können sich einer Gruppe in unterschiedlicher Stärke zugehörig fühlen. In vormodernen Zeiten in Europa z.B. war das Zusammengehörigkeitsgefühl schwach oder gar nicht ausgebildet.

    Zwischen diesen Kategorien der Ethnizität und ethnischen Identitäten muß stark unterschieden werden. Oft sind es Außenseiter, z.B. Missionare, Kolonisatoren), die eine Gruppe, bei der kein Solidaritätsgefühl herrscht, als Ethnie definieren. Ethnische Identität kann sich wandeln, wenn einige der grundsätzlich gemeinsamen Erfahrungen - welche die Gruppe von anderen unterscheidet - auseinanderbrechen. Das 'Gefühl der Ethnizität' ist damit auch Grundstock für eventuelle politische Manipulationen. Sie ist eine Ressource, die mobilisiert werden kann, jedoch nicht muß; als Ressource, die eine starke Grundlage darstellen kann, weil sie emotional stark besetzt ist.

    Bei den GOLDEN GIRLS finden wir all diese Ethnizitätsressourcen wieder:
    1) einen gemeinsamen Name: Auf die Wir/Uns-Identität, die eine Gruppe von den Nichtdazugehörigen, der Sie-Gruppe, unterscheidet, wird häufig und explizit Bezug genommen. So beginnen die meisten Geschichten mit den Worten: "Bei uns in Sizilien/St. Olaf bzw. wir Südstaatler...";
    2) den Glauben an eine gemeinsame Abstammung und das Vorhandensein ein Abstammungsmythos: bei Rose die Wikinger, bei Sophia die Sizilianer, bei Blanche das rein südstaatliche Blut;
    3) das historische Gedächtnis. Sowohl Rose und Blanche als auch Sophia greifen auf (identitätsstiftende) historische Ereignisse zurück: der große Herigskrieg (Rose), Sklaverei und Bürgerkrieg (Blanche), Mussolini und die Westgoten (Sophia);
    4) gemeinsame kulturelle Elemente finden sich natürich in der Ernährung, aber auch in der Sprache;
    5) die symbolische Beziehung zu einem gemeinsamen Territorium wurde bereits oben ausführlich besprochen;
    6) ein positives Gefühl der Solidarität zu den Mitgliedern ihrer Wir-Gruppe besteht deutlich bei Rose und bei Blanche, während bei Sophia, die ja als Einzige freiwillig aus ihrer Heimat ausgewandert ist, sowohl positive als auch negative Aspekte thematisiert werden.

    Rose, Blanche und Sophia wissen genau, wo sie hingehören. (Sophia: "Immer dasselbe mit den ausländischen Autos!" Dorothy: "Blanche fährt einen amerikanischen Wagen!" Sophia: "Ich bin aus Sizilien, amerikanische Wagen sind für mich ausländisch!") . Sie partizipieren sogar in Assoziationen, die eine corporate identity ausdrücken: Sophia nimmt am Kochwettbewerb der Töchter Italiens teil und soll als Werbefilmdarstellerin für die Pizzeria A Slice of Sicily bzw. das Lokal Little Sicily als nostalgische Amerikanerin der ersten Generation die Trommel rühren; Rose wird Frau des Jahres von St. Olaf, obwohl sie schon seit Jahren in Miami lebt; und Blanche bemüht sich um die Aufnahme in die Vereinigung der Töchter der Südstaaten.

    Was bleibt ist der all-american character

    Wir erfahren über die Situationskomik, in die der Diskurs der Informantinnen gestellt wird, auch eine generelle Botschaft über Ethnizität: sie ist zwar Grundlage, auf der wir (die Protagonistinnen) Alltagsrealität interpretieren, d.h. in ethnischen Termini. Letztendlich dient aber jede Geschichte über St. Olaf, Sizilien oder den tiefen Süden dazu, zu einem Konsens (= Amerika) zu gelangen, der allen einsichtig ist und von allen getragen werden kann. Sogar die zu 150% südstaatlich Blanche Devereaux beruft sich, pikanterweise in einem - Shylock nachgezeichneten - Plädoyer für ihre Gegner, die Yankees, auf das Amerikaner-Sein:
    Blanche: "Ja! Ich bin ein Yankee, aber hat denn ein Yankee keine Augen, hat ein Yankee keine Hände? Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns kitzelt, sollen wir da nicht lachen?"
    Sophia: "Manchmal die ganze Nacht, ich habs gehört!"
    Blanche: "Ich will darauf hinaus, daß ich eine Menge von Bestandteilen in mir habe, aber vielleicht verleiht mir das mein spezielles amerikanisches Wesen. Ja, denn ich bin Amerikanerin. Und ich verschwinde! Ich brauch ihren miesen Verein nicht für mein Selbstbewußtsein. ... Ich bitte sie!!!"
    Alle: "Nein!!!"
    Blanche: "Ihr habt den Krieg verloren, damit hat sichs!" (Der Käsemann)

    GOLDEN GIRLS vertritt politisch eine liberale Form des Multikulturalismus31; das Bild vom Melting-Pot wurde durch die Salatschüssel abgelöst, in der die einzelnen Bestandteile allerdings nicht lediglich nebeneinanderliegen, sondern vermengt und von einer gemeinsamen Soße zusammengebunden werden. Letztendlich ist Ethnizität zwar auch wichtig und relevant, aber nicht ausschlaggebend im Zusammenleben, denn es gibt einen Werte- und Verhaltenskodex, der alle Amerikaner verbindet - und der folgt, anders als die verschlungenen Wege des St. Olafer Denkens, der blumigen Ambivalenz des Südens und der traditionellen Old-World-Fußfesseln Siziliens, -
    "1920 - in dem Jahr ging ich nach Amerika. Ach ja, Amerika, das Land in dem die Straßen mit Gold gepflastert sind" (Sophia in: Bella Italia)
    - einem typisch unilinearen, von Dorothy Zbornak verkörperten Konzept: Probleme benennen, über sie nachdenken ("Denk mal darüber nach"), sie verbalisieren ("sprich darüber") und lösen ("Do It").

    Ethnizität besitzt in GOLDEN GIRLS die Funktion einer stabilen Grundlage, auf der sich der amerikanische Konsens entfaltet.

    Fußnoten

    1 Abschied von Big Daddy; Adieu, Lancelot; Affen im Sturm I und II; Auch Großmütter haben den Blues; Bella Italia; Besuch vom kleinen Sven; Big Daddys Sünde; Blanche in Panik; Botschaft aus dem Fruchtsalat; Brief an Gorbatschow; Charlies Freund; Clown oder nicht Clown; Da war es nur noch eines; Damals in New York; Das Schlafsyndrom, I und II; Der Alte vom Strand; Der Bund fürs Leben I und II; Der erste Kuß; Der Ex-Ex-Mann; Der Fluch der Mitgift; Der Herzinfarkt; Der Käsemann; Der Kitzel der Liebe; Der kleine Bruder; Der Künstler; Der letzte Hippie; Der Lieblingsschüler; Der Mann meiner Träume; Der Mime; Der Onkel aus Italien; Die Affäre; Die Damen der Nacht; Die Entführung; Die Grippe; Die Großmütterbrigade; Die Haushälterin; Die kleine Tochter; Die kleine Schwester; Die Macht des Käsekuchens; Die Sache mit Pablo; Die Schöne und das Biest; Die Schwester der Braut; Die Seitensprünge der Männer; Die unvermeidliche Sophia; Dinner für drei; Dinner für eine Leiche; Dorothys neue Freundin; Drei aus Sizilien; Ein Held kehrt heim; Ein pikantes Geschenk; Einer kam durch; Erwachsenenbildung, Femme fatale; Frau des Jahres; Fremde Bettgesellen; Freunde fürs Leben; Freundinnen in der Not I und II; Fröhliche Weihnachten Stanley; Geburtstagsüberraschungen; Geplatztes Rendezvous; Gutenachtgeschichten; Huhn um Huhn; Immer Ärger mit Stan; Kann denn Liebe Sünde sein?; Karaoke und Kamikaze; Kartoffeln für Japan; Konkurrenzkampf; Komm tanz mit mir; Lauter Muttersöhnchen; Leeres Nest; Liebe unter Brüdern; Lieber Isaac Newton; Liebesdreieck; Liebesgeständnis; Mein Vater Bob Hope; Miles, der Pfennigfuchser; Miles, die Ratte; Mit Fleiß kein Preiß; Mr. Lucky; Nicht schon wieder Stanley!; Nie wieder Stanley; Noch einmal Mutter sein; Nur keine Angst vor der Angst; Operation; Quizfieber; Rauschende Ferien; Rohdiamant; Rose, die Kämpferin; Schon wieder Stanley; Singe, wem Gesang gegeben;Sizilianische Romanze; Sophia der Feuerteufel; Sophia heiratet II; Sophia legt los; Sophias später Frühling; Spiel, Satz und Sieg; Stans neuete Krise; Steuerschulden; Sturm über Miami; Tatort Miami; Teuflisches Duo; Toter Fisch; Valentinstag; Vendetta; Verführung bei Vollmond I; Vertraute Gefühle; Vier auf der Couch; Weihnachtsüberraschungen; Wie von der Axt gefällt; Wie werden wir reich und glücklich; Wiedergeburt; Wunder gibt es immer wieder; Zwei durch dick und dünn.

    2 HARRY'S NEST und GOLDEN GIRLS werden vom selben Team, Tony Thomas, seiner Frau Susan Harris und Mann, Paul Witt produziert.

    3 Wie z.B. die vereitelte zweite Hochzeit von Stan und Dorothy oder Sophia, der Feuerteufel.

    4 z.B. die über mehrere Folgen hinwegdauernde Affäre zwischen Miles und Rose, die einen Anfang und ein Ende haben; Blanches Tochter Rebecca, die in einer Folge ihre Tochter Aurora mitbringt, nachdem sie sich zuvor hat künftig besamen lassen - Aurora als offensichtliches Produkt dieser künstlichen Besamung.

    5 ANNE K. KALER interpretiert in Golden Girls: Feminine Archetypal patterns of the Complete Woman [in: Journal of Popular Culture, winter 1990. vol. 24, iss. 3: 49-60] die Figuren als Ausdruck weiblicher Archetypen "...the easiest way to categorize them is through the Greco-Roiman triad of Dorothy as the Athena/Minerva figure, Rose as the virginal Kore/Artemis/Diana, Blanche as the Aphrodite/Venus, and Sophia as the dual Sybil/Hecate figure. From episode to episode, the triad shifts slightly to allow the Hera/Juno aspect of the mother of the gods to be subsumed by Dorothy as the strongest person and Sophia as the wisest. In the same manner, Rose occasionally subsumes the mother's role with her caring attitude and her maintenance of the household; it is she who bakes or brings food home".

    6 z.B. Günther Anders: The Phantom World of TV und Theodor W. Adorno: Television and the Patterns of Mass Culture, beide in: Mass Culture: The Popular arts in America, 1957.

    7 Über die Funktion der gesellschaftlichen Distinktion durch Geschmack vgl. BOURDIEU, PIERRE: Die feinen Unterschiede. Frankfurt/Main 1982.

    8 vgl. ARTHUR ASA BERGER [1993: 25] "This theory that the media not so much affect or shape but actually determine the consciousness of individuals is very close to ehat used to be called the "hypodermic" theory or "magic bullet" theory of the media, a theory that is now generally discredited and considered simplicist. The messages in the media are thought to be interpreted essentially the sameway by everyone and these messages generate respones that are direct and more or less automatic and immediate".

    9 Die moralischen Kategorien der Mittelklasse, mit der die Massenkultur bewertet wird, wird durch "an emphasis on contingency, on pluralism, but above all, on pleasure" ersetzt [STOREY 1993: 145].

    10 Zur Definition von camp siehe [GOODWIN, JOSEPH P.: More man than you'll ever be. Indiana University Press 1989: 38f]. Camp ist eine Haltung, ein Humorstil, ein Zugehen auf Situationen, Menschen und Dinge. Übertreibungen und Inversionen drücken den Blickwinkel von camp aus; er betont die Form vor dem Inhalt, schwächt Pompöses ab, macht sich über Präten-sionen lustig und untergräbt Werte. Camp ist der Ausdruck einer Spannung zwischen einer Person bzw. Ding und dem Kontext bzw. den Assoziationen. Camp ist ein metakultureller Kommentar über Kultur; camp kann spielerisch benutzt werden, meist ist es jedoch ein ernsthaftes Medium.

    11 vgl. DEMPSEY, JOHN: Markets Corner 'girls' with golden bits for Buena Vista, in: Variety, Vol. 3
    31, Iss. 6., Jun 1, 1988: 69. Dagegen vermeldet die Variety (vol. 331, Iss. 5, May 25, 1988: 85, 95), der Verkauf einer Episode habe in New York 150 000 $, in Chicago, Los Angeles und San Francisco 90 000 $ erbracht.

    12 vgl. KALER 1990: 57: "Even through the story is filmed in California (...) the story is set in Miami because of the preponderance of elderly flock to the south for a warmer climate; demographic studies show that a disproportionately large number of them are women since women tend to live longer than men. (...) Whereas California is a young person's state, (...) Florida posesses a quieter lifestyle, more suited to women over fifty".

    13 . ..und entspricht damit dem neuen Trend, Bindungen jenseits der Biologie einzugehen - "Families we choose" - was auch der Projektion eines Wunsches der einsamen Zuschauer (Witwen, alte Frauen) entspricht und auch ein Grund für die extreme Beliebtheit der Serie ist. Dies ist auch ein Grund für die Beliebtheit von Golden Girls bei Homo5exuellen, denen zusätzlich noch die typische Heroisierung von starken Frauen entgegenkommt. vgl WESTON, KATH: Families we choose. Columbia University Press, New York 1991.

    14 Verwiesen sei auf die Baseballmannschaft 'Minnesota Vikings'. Norweger machen 4,12% der Bevölkerung Minnesotas aus (am stärksten sind sie prozentual in North Dakota mit 8,29% vertreten). Allerdings leben 25,59 % aller Nachkommen der US-Norweger in Minnesota! vgl. FISHMAN, JOSHUA A.: The Rise and Fall of the Ethnic Revival: Perspectives on Language and Ethnicity. Mouton Publishers, Berlin-NY-Amsterdam. 1985

    15 obwohl es auch Katholiken in St. Olaf gab; schließlich arbeitetet Roses leibliche Mutter, Ingrid Kerklerwagen, in der Klosterküche.

    16 ..ganz im Einklang mit der im Mittelwesten üblichen Verleihung eines Königinnentitels für landwirtschaftliche Besonderheiten, etwa der Krönung der "Bratwurst Beauties" in Gallitzin, Ohio. "Bratwurst Capital of the Midwest".

    17 z.B. Roses Angst vor dem kleinen Mann im Kühlschrank, der das Licht aus und an macht; ihre Schwierigkeiten beim Telefonieren etc.

    18 So bindet Rose tote Fische statt scheppernde Blechbüchsen an das Auto der (fast-) Neuvermählten Dorothy und Stan.

    19 Vgl. dazu auch den Fall Leon Frank und den Film Mississippi Burning.

    20 Vgl. auch HAUSCHILD, THOMAS: Der böse Blick. 1979 Dissertation, Hamburg.

    21 ..jedoch nicht ausschließlich. So interpretiert PETER SCHNEIDER den Ehrkodex in Honor an conflict in a sicilian town [in: Anthrop. Quarterly, 1969, Vol. 42: 130-154] als kulturelles Paradigma, das auch in nicht5exuellen Kontexten wirkt.

    22 So konnte etwa Onkel Gino die Ziege legal adoptieren. Auch Onkel Nunzio hat mit seiner Ziege nur geschmust..

    23 BANFIELD geht in seinem Buch The Moral Basis of a Backward Society [1958, Glencoe, IL: Free Press] über süditalienische Familienstrukturen soweit, den Zusammenhalt als amoralisch zu bezeichnen, da ihm jeglisches außerfamiliäre Sozialverhalten untergeordnet sei.

    24 vgl. auch WEHRMANN, ELISABETH: Weg mit der weißen Kultur!, in: Die Zeit, 06.03.1992: 56; REINHOLD, ROBERT: Class Struggle - Cowgirls and the Bantu mi-gration: In its controversial new textbooks, California is rewriting history, in: The New York Times Magazine, 29.09.1991: 26ff; ESCOFFIER, JEFFREY: The Limits of Multiculturalism, in: Socialist Review 1991, 91 (3+4): 61-73; HUGHES, ROBERT: The Fraying of America, in: Time, Feb. 3, 1992: 44-49; OSTENDORF, BERND: The Costs of Multiculturalism, Vortragsmanuskript, 1992.

    25 Die Gesellschaft wird aus verschiedenen abgegrenzten ethnischen Gruppen konzipiert, die Ethnien leben nebeneinander, ihre Grenzen sind gesetzlich geschützt. Der universalistische Rahmen der Zivilgesellschaft, geboren in den Ideen der abendländischen Aufklärung wird als eurozentrisch abgelehnt. Die Trennung etlicher Institutionen (z.B. Schulsystem) nach ethnischen Kriterien wird angestrebt, in den gemeinsam verbliebenen Institutionen die Quotierung.

    26 In den USA wird im Rahmen des kalifornischen Schulbuchstreits versucht, die Geschichte ethnischer Minderheiten in die Lehrpläne einzubringen und sich damit von der Ausschließlichkeit einer Geschichte der 'Dead White Old Men' zu verabschieden. Die Schaffung dieser Geschichte zeigt uns besonders eindrucksvollen Konstruktionscharakter von Tradition. So formulieren Protagonisten der Afro-American Studies eine Traditionskette von Kleopatra über den Priesterkönig Johannes zu Malcolm X und Louis Farrakhan [vgl. African Dreams, in: Newsweek 23.09.1991: 42ff; LEFKOWITZ, MARY: The Origins of Greece and the illusions of Afrocentrists - Not Out of Africa, in: The New Republic, Feb 10, 1992: 29-36].

    27 Unter Metauniversalismus versteht STANLEY FISH eine konstante hermeneutische und kritische Debatte zwischen den verscheidenen ethnischen Gruppen, die sich an partikulären pragmatischen Bedürfnissen der diskriminierten Gruppe und dem als universell formulierten Egalitätsdiskurs bewegt. Eine Position zwischen Metauniversalismus und liberalem Multikulturalismus wird von MICHAEL LERNER, dem Herausgeber der Zeitschrift Tikkun und vertreten, dessen Konzept der Politics of Meaning Bill Clinton und Hillary Rodham Clinton nachhaltig beeinflußt. vgl. FISH, STANLEY: How the pot got to call the kettle black, in: The Atlantic Monthley, November 1993: 128-136; siehe auch LERNER, MICHAEL: Can the Democrats be stopped from blowing it again in 1992?, in: Tikkun, July/August 1992: 7ff.

    28 Die neokonservative Position wird etwa durch LYNNE CHENEY, ALLAN BLOOM (Closing of the American Mind) und DINESH D'SOUZA (Illiberal education - The politics of race and 5ex on campus. New York, The Free Press 1991) vertreten.

    29 Golden Girls wagt sich nur einmal an eine ernsthafte 'gemischtrassige' Romanze, als Dorothys 24-jähriger Sohn Michael eine 44-jährige Schwarze heiraten will. Es ist ihre Familie, die aus ethnischen Gründen gegen die Heirat ist, während sich Dorothy lediglich wegen des Altersunterschiedes ausspricht. vgl. TV's 'Golden Girls' clash over race and age difference in interracial romance, in: Jet, Vol 73, 25, 21.3.1988.

    29 a Die Darstellerin der Rose Nylund, Betty White, spielte im übrigen in der MARY TYLER MOORE SHOW die Rolle des Flittchens, die auch bei den GOLDEN GIRLS ursprünglich ihr zugedacht war, schließlich jedoch von Rue McClanahan (Figur der Blanche) übernommen wurde.

    30 Er ermöglicht nicht nur die Selbst- und Fremddefinition, sondern auch den Ausdruck der kollektiven Identität. Ein Beispiel sind die jugoslawischen Moslems. Erst in den 1960er Jahren nannten sie sich Moslems, für ihre Nachbarn waren sie islamisierte Slawen - Serben bzw. Kroaten.

    31 Liberaler oder weicher Multikulturalismus meint das Ideal einer kulturell pluralistischen Zivilgesellschaft, in der das Recht auf Differenz anerkannt ist. Er betont den aufklärerischen und universell-bürgerlichen Gedanken eines für alle Mitglieder der Gemeinschaft verbindlichen Rahmens und drückt damit klassische Werte der Mittelklasse aus [z.B. GLATZER: In Defense of Multiculturalism, in; The New Republic 1991, Sept. 2; vgl. auch OSTENDORF, BERNT: The Costs of Multiculturalism. Vortragsmanuskript 1991].

  7. #6
    Benutzerbild von bamalama

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    und als bonus hier noch ein aktuelles foto der girls, aufgenommen ende 2004 auf der U.S.-DVD-release-party:


  8. #7
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    hier ein paar infos zur austattung der GOLDEN GIRLS-box:

    Land: USA
    Hersteller: Buena Vista Home Entertainment GmbH
    Sprache: Englisch Dolby Digital 2.0, Spanisch Dolby Digital 1.0, Deutsch Dolby Digital 1.0, Italienisch Dolby Digital 1.0
    Format: 4:3
    Untertitel: Deutsch, Norwegisch, Schwedisch, Italienisch, Englisch, Finnisch, Dänisch, Niederländisch, Spanisch
    Untertitel (für Hörgeschädigte): Deutsch
    Produktionsjahr: 1985

    Bonus:

    Audio Kommentar "Let's Talk Fashion" Mit Joan und Melissa Rivers über die Mode der Golden Girls.


    ich freue mich schon sehr auf die spanische und die italienische synchronisation, die ich noch nicht kenne

  9. #8
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    habe soeben erfahren, dass die 2. staffel der golden girls nur 6 wochen nach der 1. staffel erscheint, nämlich am 01.09.2005. alle 26 folgen erscheinen auf 4 DVDs - ich kann mein glück kaum fassen!!!

    US - Serie von 1986 / '87
    (2. Staffel bestehend aus 26 Folgen)
    (Ausstrahlungszeitraum: 13.09.86 - 16.05.87) Themenschwerpunkt
    026 Blanche in Panik
    (End of the Curse, 27.09.1986)
    (Wechseljahre)
    Blanche glaubt, schwanger zu sein. Als der Arzt ihr mitteilt, dass sie lediglich in die Menopause (sprich Wechseljahre) kommt, verfällt sie in tiefe Depressionen und zieht sich vollkommen zurück. Auch ein Psychiater kann wenig helfen.
    Rose und Dorothy wollen Nerze züchten. Zu dumm, dass sie beim Kauf der Nerze eine unwesentliche Notwendigkeit außer acht gelassen haben: ein Veterinär stellt fest, dass die Tiere einfach zu alt sind. Trotzdem will Rose die Tiere behalten, und Blanches Depressionen verfliegen beim Anblick des Veterinärs...
    Cast: Philip Sterling (Dr. Barensfeld), Vince Cannon (Dr. Parks), George J. Woods (Mann)
    Autoren: Susan Harris
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 026

    --------------------------------------------------------------------------------

    027 Die Damen der Nacht
    (Ladies of the Evening, 04.10.1986) (Hochmut)
    Blanche hat drei Eintrittskarten für die Premiere des neuen Films von Burt Reynolds mit anschließendem Gala-Abend gewonnen. Sophia bleibt außen vor, darf aber mit ins Miami Beach Hotel, das von Blanche nach dem Kriterium "Anzahl der Männer in der Lobby" ausgewählt worden war. Kurz vor der Premiere genießen die Girls fatalerweise noch einen Drink in der Hotel Lounge, und werden irrtümlich für Nutten gehalten. Der Abend endet im Gefängnis. Sophia krallt sich kurzerhand die Karten und geht alleine auf das Fest. Am nächsten Morgen erscheint Burt Reynolds persönlich bei den Girls.
    Cast: Phil Rubenstein (Exterminator), Peter Jason (Polizist), Rhonda Aldrich (Meg), Peter Gonneau (Walter), Ton Swartz (John), Ron Michaelson (Carl), Cheryl Checcetto (Hure #1), Mimi Kinkade (Hure #2), Ursaline Bryant (Hure #3), Jim Keily (Gefängniswärter), Ron Kapra (Rezeptionist), Suanne Spoke (Mädchen in der Lobby), Burt Reynolds
    Autoren: Barry Fanaro, Mort Nathan
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 027

    --------------------------------------------------------------------------------

    028 Immer Ärger mit Stan
    (Take Him, He's Mine [A Shoulder to Cry on], 11.10.1986) (Eifersucht)
    Kurz vor ihrem Date mit dem Marineoffizier Jeffrey platzt Stan herein und droht Dorothys Pläne zu durchkreuzen. Stan ist arbeitslos geworden und will sich bei seiner Ex ausheulen. Dorothy bittet Blanche mit Stan auszugehen. Als Köder bietet sie Blanche Freunde von Jeffrey an, von denen einige mindestens seit sechs Monaten auf See sind. Zu Dorothys Entsetzen werden Blanche und Stan ein Paar. Sophia hat Rose zur Geschäftspartnerin gemacht. Gemeinsam verkaufen sie Sandwiches und geraten dabei auch an "Johnny ohne Daumen".
    Cast: Herbert Edelman (Stanley Zbornak), Lana Schwab (Mädchen), Tom La Grua (Vinny)
    Autoren: Kathy Speer, Terry Grossman
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 028

    --------------------------------------------------------------------------------

    029 Wie von der Axt gefällt
    (It's a Miserable Life, 01.11.1986) (Naturschutz)
    Die Stadt will die Richmond Street verbreitern lassen und zu diesem Zweck eine 200-jährige Eiche fällen lassen. Die Eiche steht auf dem Grundstück von Mrs. Claxton, einer widerlichen alten Dame. Die Girls starten eine Petition, die von allen Bürgern, mit Ausnahme von Mrs. Claxton, getragen wird. Als Rose ihr vor Gericht die Meinung sagt, fällt ihre Widersacherin vor Aufregung tot um. Da sich keiner um die Beerdigung kümmern will, springen die Girls auf Sophias Vorschlag ein. Mrs. Claxtons Asche verteilt Rose um die alte Eiche, um ihrem Leben wenigstens einen Sinn gegeben zu haben...
    Cast: Nan Martin (Frieda Claxton), Thom Sharp (Mr. Pfeiffer), Amzie Strickland (Dame bei der Beerdigung), Johnny Haymer (Kommissionierer)
    Autoren: Barry Fanaro, Mort Nathan
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 034

    --------------------------------------------------------------------------------

    030 Liebesgeständnis
    (Isn't It Romantic?, 08.11.1986) (lesbische Liebe)
    Jean, eine College-Freundin Dorothys, kommt zu Besuch. Sie wurde erst kürzlich von ihrem "Ehemann" Pat verlassen. Dorothy zögert zunächst, erzählt den anderen - außer Rose - dann aber doch, dass Pat für Patricia steht. Jean ist fasziniert von Roses naivem Verhalten und verliebt sich in sie, nicht zuletzt, weil beide auf einer Farm groß geworden sind. Derweil leiht sich Sophia, meistens hinter Dorothys Rücken, Videos für den neuen Rekorder aus. Ihre Filme sind eher feuriger Natur.
    Cast: Lois Nettleton (Jean)
    Autoren: Jeffrey Duteil
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 029
    Hinweise: Dieser Folge wurde der Emmy für "herausragende Regie in einer Comedy-Serie" verliehen.

    --------------------------------------------------------------------------------

    031 Singe, wem Gesang gegeben
    (Big Daddy's Little Lady, 15.11.1986) (Schwiegermütter)
    Blanche gerät völlig neben die Spur, als sie von ihrem Vater erfährt, dass seine "große Überraschung" in der Absicht besteht, die Witwe Margaret Spencer zu heiraten. Nach vielen Querelen kann sich Blanche mit dem Gedanken abfinden. Derweil beteiligen sich Rose und Dorothy an einem $10.000- Gesangswettbewerb der Stadt Miami. Während des Wettbewerbs werden die beiden mies behandelt und müssen den Siegern Platz machen, die zusammen mit Anita Bryant fotografiert werden.
    Cast: David Wayne (Big Daddy Hollingsworth), Sondra Currie (Margaret Spencer)
    Autoren: Russell Marcus
    Regie: David Steinberg
    Prod.-Code: 035
    Hinweise: "Miami, You've Got Style" (komponiert von Rose und Dorothy):
    "M I A another M I... M i a m i spells Miami Beach. - Girls! - It stirs emotion... Girls! It's by the ocean... Girls! So bring your suntan lotion... - Girls! - What?!..."

    --------------------------------------------------------------------------------

    032 Familienaffäre
    (Family Affair, 22.11.1986) (Gegensätze)
    Dorothys Sohn Michael, ein Jazz-Spieler, und zufällig auch Roses Tochter Bridget sind zu Besuch. Zunächst können sich Michael, der selbsternannte Lebemann, und Bridget, eine angehende Oxford-Studentin, nicht ausstehen, aber das Blatt wendet sich bald... Blanche versucht ihren Aerobic-Lehrer zu beeindrucken, der ihre Telefonnummer in Erfahrung bringen wollte. Das Resultat ist ein verstauchter Rücken durch eine verunglückte Rolle rückwärts!
    Cast: Scott Jacoby (Michael Zbornak), Marilyn Jones (Bridget Nylund)
    Autoren: Winifred Hervey
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 036

    --------------------------------------------------------------------------------

    033 Rauschende Ferien
    (Vacation, 29.11.1986) (Gruppenreise)
    Blanche, Dorothy und Rose verbringen ihre freie Zeit in der Karibik, während Sophia zu Hause mit einem japanischen Gärtner, Mr. Mitsumo, anbändelt und "endlich nackt staubsaugen" kann. Das Hotel stellt sich als wahrer Alptraum heraus. Das Badezimmer müssen die Girls mit drei frechen, ehemaligen College-Studenten teilen. Zu Hause angekommen, trifft Dorothy fast der Schlag, als sie die heiße Affaire zwischen Sophia und dem Gärtner miterleben muss.
    Cast: Tom Villard (Rick), Stuart Pankin (Jacques de Courville), Brett Porter (Winston Hardwick III), Keye Luke (Toshiro Mitsumo), Paul Rodriguez (Ramone), Stephen Lee (Dwayne)
    Autoren: Winifred Hervey
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 030

    --------------------------------------------------------------------------------

    034 Konkurrenzkampf
    (Joust between Friends, 06.12.1986) (Neid)
    Dorothy findet keinen passenden Teilzeitjob während der Sommerferien, deshalb besteht Blanche darauf, dass sie mit ihr im Museum arbeitet. Nach langem Zögern stimmt Dorothy zu. Eine fatale Entscheidung... Rose schleppt in der Zwischenzeit einen Hund an, zunächst sehr zum Missfallen der anderen. Dummerweise existiert ein Zwillingshund.
    Cast: Reid Shelton (Andrew Allen)
    Autoren: Scott Spencer Gordon
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 031

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    035 Lieber Isaac Newton
    (Love, Rose, 13.12.1986) (Liebeskummer)
    Rose fühlt sich einsam und gibt daher auf Drängen von Blanche und Dorothy eine lokale Kontaktanzeige auf. Weil niemand antwortet, und sogar Sophia von einem englischen Gentleman umschwärmt wird, schreibt Blanche ihr als "Isaac Newton" einen Brief. Rose ist hingerissen und will ein Treffen arrangieren! Voreilig schaut sie im Telefonbuch nach und lädt einen wildfremden Mann gleichen Namens ein. Der Mann ist davon überzeugt, die Briefe tatsächlich geschrieben zu haben...
    Cast: Paul Dooley (Isaac Q. Newton), Colin Drake (Wilfred Whitney Cheswick)
    Autoren: Kathy Speer, Terry Grossman
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 037

    --------------------------------------------------------------------------------

    036 Weihnachtsüberraschungen
    ('Twas the Nightmare before Christmas, 20.12.1986) (Weihnachten)
    Rose schlägt vor, Weihnachten auf traditionelle Art zu feiern. Sophia ist wenig begeistert, hat sie doch bereits alle Weihnachtsgeschenke dank Dorothys Kreditkarte gekauft. Also gibt es ein Weihnachten im St. Olaf Stil mit selbstgebastelten Geschenken. Heiligabend wollen alle bei ihren Familien verbringen. Am Tag der Abreise treffen sie sich alle im Beratungszentrum, wo sie von einem bewaffneten Weihnachtsmann in Schach gehalten werden. Sophia hat eine rettende Idee... Endlich am Flughafen angekommen erfahren sie, dass sämtliche Flüge wegen zu schlechter Witterungsverhältnisse storniert worden sind. Bei einem notdürftigen Abendessen erkennen die Girls, dass sie trotzdem Weihnachten im Kreis der Familie verbringen...
    Cast: Terry Kiser (Santa Claus), Craig Richard Nelson (Craig Thurber), Teddy Wilson (Albert), Sam Anderson (Mr. Meyer), Buddy Daniels (Hare Krishna)
    Autoren: Barry Fanaro, Mort Nathan
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 038

    --------------------------------------------------------------------------------

    037 Teuflisches Duo
    (Sisters, 03.01.1987) (Geschwisterstreit)
    Dorothy hat keine Kosten und Mühen gescheut und zum Geburtstag von Sophia deren Schwester Angela aus Italien einfliegen lassen. Die betagten, zänkischen Damen haben sich seit 30 Jahren nicht mehr gesehen. Das war auch gut so... Sophia erfährt, dass Rose etwas über die Geburtstagsüberraschung weiß. Mit allen Mitteln versucht sie das Geheimnis zu lüften. Als Sophia auf Angela trifft, sagt sie nur: "Ich hasse diese Frau"! Die Girls versuchen die beiden wieder zu versöhnen. Dabei stellt sich heraus, dass Sophia niemals Carmine, Angelas Ehemann, unter dem Mistelzweig geküsst hatte. Auch Angela hatte Sophias Geheimnis auf Francesca Ragusos Weihnachtsfeier im Jahr 1955 für sich behalten und doch nicht ausgeplaudert...
    Cast: Nancy Walker (Angela)
    Autoren: Christopher Lloyd
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 039

    --------------------------------------------------------------------------------

    038 Stans neueste Krise
    (The Stan Who Came to Dinner, 10.01.1987) (Operationsangst)
    Blanche hat für sich und Dorothy eine Doppel-Verabredung mit einem Zwillingspaar organisiert. Prompt platzt Ex-Mann Stan unerwartet herein. Er muss sich einer Bypass-Operation unterziehen und hat furchtbare Angst davor. Um sein Herz zu erleichtern, gesteht er der überraschten Dorothy am Vorabend der Operation alle früheren Seitensprünge. Nach der Operation nistet sich Stan auf Sophias Wunsch für drei Monate zur Erholung bei den Girls ein. Als Dorothy Stan beim Basketball erwischt, setzt sie ihn wieder vor die Tür - sehr zur Freude der anderen.
    Cast: Herbert Edelman (Stanley Zbornak), Rod Sabbe (Rob), Odil Sabbe (Bob), Steven Kramer (Dr. Stephen Deutsch), Mario Machado (Stimme)
    Autoren: Kathy Speer, Terry Grossman
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 041

    --------------------------------------------------------------------------------

    039 Der Mime
    (The Actor, 17.01.1987) (Dreiecksbeziehungen)
    Patrick Vaughn, ein in Miami gastierender Schauspieler, gerät in arge Terminprobleme, als er mit Blanche, Dorothy und Rose jeweils ein Arrangement trifft. Zwar erhält keine der Girls nach dem Vorsprechen bei Mr. Vaughn eine Sprechrolle, dafür aber jede eine Einladung zum Abendessen. Zunächst ahnen die drei nicht, welch übles Spiel mit ihnen getrieben wird. Am Abend der Aufführung hat Dorothy die Rolle des Sheriffs bekommen. Sie ändert das Stück spontan ab und wirft Patrick von der Bühne. Das Publikum ist begeistert... Außerdem erwischt Dorothy Sophia in einem Piratenkostüm und erfährt, dass sie einen neuen Job in Captain Jacks Fisch-Barracke hat.
    Cast: Lloyd Bochner (Patrick Vaughn), Janet Carroll (Phyllis Hammerow), Frank Birney (Bühnenmeister)
    Autoren: Barry Fanaro, Mort Nathan
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 040

    --------------------------------------------------------------------------------

    040 Wiedergeburt
    (Before and After, 24.01.1987) (Egoismus)
    Rose backt einen Kuchen und adressiert Briefumschläge, als sie plötzlich kollabiert und ins Krankenhaus muss. Wieder daheim, mutiert sie vom gutmütigen Naivchen zur egomanischen Zicke. Als sich die Girls bei Rose beschweren, zieht sie spontan um, da sie sowieso schon immer direkt am Strand wohnen wollte. Nach einiger Zeit der Einsamkeit kehrt sie reumütig zurück, um wieder die Sau rauszulassen und über andere herzuziehen...
    Cast: Deborah May (Liz), Rosanna Huffman (Stephanie), Nat Bernstein (Dr. Wallerstein), Tony Pope (Stimme des Türstehers)
    Autoren: Bob Rosenfarb
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 032

    --------------------------------------------------------------------------------

    041 Da war es nur noch eins
    (And Then There Was One, 31.01.1987) (Findelkind)
    Sophia nimmt an einem Walking-Marathon teil, während Blanche und Dorothy sich um die Kinder der Teilnehmer kümmern. Das Baby Emily wird nicht wieder abgeholt... Völlig kaputt erscheint der Vater des Kindes spät abends auf der Matte. Sophia hatte seinen Anruf total vergessen zwischen all den Glückwunschanrufen zu ihrem Marathon-Lauf. Er musste kurzerhand ins Krankenhaus, weil seine Frau Drillinge zur Welt brachte.
    Cast: Christopher Burton (Norman Henderson), Nat Bernstein (Emilys Vater), Ray Combs (Bob Henderson), Ariana Richards (Lisa), Scott Curtis (Timmy)
    Autoren: Russell Marcus
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 042

    --------------------------------------------------------------------------------

    042 Gutenachtgeschichten
    (Bedtime Story, 07.02.1987) (Potpourri)
    Die Girls suchen verzweifelt nach Unterkünften für ihre liebe Verwandtschaft und verfallen bei der Suche immer mehr ins Plaudern. Bei einem von Sophia zubereiteten italienischem Essen erzählen sie sich Gutenachtgeschichten. Rose kann mit dem von ihr parallel zubereiteten Essen nicht konkurrieren.
    Cast: Randy Bennett (Bahnhofswärter), Charles Bouvier (Clown)
    Autoren: Kathy Speer, Terry Grossman, Barry Fanaro, Mort Nathan
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 043

    --------------------------------------------------------------------------------

    043 Dorothys Flirt
    (Forgive Me, Father, 14.02.1987) (Zölibat)
    Bei Dorothy hat's gefunkt. Sie hat sich bei den Vorbereitungen für ein Jugendfest in Frank, einen Lehrer, verguckt. Nach zwei Wochen lädt sie ihn zum Essen ins Haus der Girls ein. Auf Blanches Rat hin völlig aufgedonnert, trifft Dorothy beim Essen auf den Priester Frank... Er steckt ihr allerdings, dass er vor einer sehr wichtigen Entscheidung stehe und kurz davor sei, die Kirche zu verlassen. Dorothy fleht ihn an, keinesfalls die Kirche zu ihren Gunsten fallen zu lassen, doch davon war auch nie die Rede...
    Cast: John McMartin (Pater Frank Leahy), Barney McGeary (Pater Callahan), Charles Summers (Priester), Charles Erikson (Tony)
    Autoren: Kathy Speer, Terry Grossman
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 045

    --------------------------------------------------------------------------------

    044 Huhn um Huhn
    (Long Day's Journey into Marinara, 21.02.1987) (Geschwisterstreit)
    Rose hütet stolz das musizierende Huhn Bessie, das sogar Klavier spielen kann. Kurz nachdem es verschwunden ist, präsentiert Tante Angela, die schon etwas länger zu Besuch ist, ihr Mittagessen - Hühnchen... Sophia ist mächtig wütend auf ihre Schwester Angela, als diese endlich eine geeignete Wohnung (eine WG) findet und zu Sophias Freund Tony zieht.
    Cast: Nancy Walker (Angela), Joe Alfasa (Tony), Esther Larner (Frau)
    Autoren: Barry Fanaro, Mort Nathan
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 046

    --------------------------------------------------------------------------------

    045 Ein neuer Körper für Blanche
    (Whose Face Is This, Anyway?, 28.02.1987) (Schönheitsoperationen)
    Blanche hat eine Einladung zum Klassentreffen ihrer Studentenvereinigung erhalten. Dort will sie allen zeigen, wie gut erhalten sie noch ist. Als sie einen Tag früher als geplant wiederkommt, ist sie allerdings völlig deprimiert und leidet wegen ihres Äußeren unter Depressionen. Alle ihre Kameradinnen waren geliftet... Blanche beruhigt sich erst wieder, als sich ihr Schönheitschirurg mit ihr verabredet. Rose findet derweil Gefallen daran, Dorothy, Blanche und Sophia mit einer Videokamera zu verfolgen. Dorothy ist ganz und gar nicht begeistert. Rose benötigt einige Schnappschüsse für ihren Videokurs. Als Blanche sich im Video sieht, findet sie ihre Befürchtungen bestätigt.
    Cast: Joseph Whipp (Dr. Taylor), Jody Price (Krankenschwester)
    Autoren: Winifred Hervey
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 044

    --------------------------------------------------------------------------------

    046 Der Lieblingsschüler
    (Dorothy's Prized Pupil, 14.03.1987) (illegale Einwanderer)
    Rose hat einige Dinge, auch von Blanche, verbummelt. Sie bietet Blanche an, für eine Woche ihr persönlicher "Wiegenfrugen" (Diener) zu sein. Zunächst lehnt Blanche ab, findet später aber sehr gefallen an der Idee. Bis herauskommt, dass Rose zu Unrecht den Wiegenfrugen macht... Dem 13-jährigen Mario, einem Schüler Dorothys, droht die Ausweisung nach Mexiko. Die Einwanderungsbehörde wurde auf den Jungen aufmerksam, nachdem Dorothy eine Veröffentlichung seiner Lebensgeschichte forciert und Mario den ersten Preis in einem Wettbewerb gewonnen hatte. Dorothy will die Ausweisung um jeden Preis verhindern.
    Cast: Mario López (Mario Sanchez), John Braden (Sam Burns), Danny Goldman (Mann im Theater), Chip Olcott (Burt Nesbitt)
    Autoren: Christoper Lloyd
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 033

    --------------------------------------------------------------------------------

    047 Rohdiamant
    (Diamond in the Rough, 21.03.1987) (Gegensätze)
    Die Girls gehen zu einem Wohltätigkeitsbankett im Krankenhaus, welches sie mit organisieren. Blanche verliebt sich in Jake, der für das Büffet (und Blanche) verantwortlich zeichnet. Er möchte sie heiraten, doch es wird eine sehr kurze Romanze, da Blanche nicht mit Jake, sondern mit Hunter auf das Bankett geht. Als Blanches Bedenken bezüglich Jake verschwinden, hat dieser sich bereits gegen sie entschieden. Rose hat inzwischen eine Frauen-Jazzband organisiert, deren Mitglieder alles Männer sind...
    Cast: Donnelly Rhodes (Jake Smollens), Vince Trankina (Mr. Hinkley), Mike Muscat (Ober), Glenn Shadix (Musiker), Howard Witt (Hunter McCoy)
    Autoren: Jan Fischer, William Widener
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 047

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    048 Geliebter Schwiegersohn
    (Son-in-Law Dearest, 11.04.1987) (Fremdgehen)
    Da Dorothys Tochter Kate mit Neuigkeiten zu Besuch kommt, kann Dorothy sich nicht den "I love Lucy"-Marathon anschauen, auf den sich Rose und Blanche vorbereiten. Kate hat auch ihren Vater Stanley eingeladen. Dorothy und Stan glauben, dass sie Großeltern würden. Doch weit gefehlt: Kate will sich von ihrem Ehemann Dennis trennen, da er sie angeblich betrügen würde. Kurz darauf versöhnt sie sich schon wieder mit ihm. Auch Sophia ist diesmal keine Hilfe, träumt sie doch von Cesar Romero im Lendenschurz.
    Cast: Herbert Edelman (Stanley Zbornak), Deena Freeman (Kate), Jonathan Perpich (Dennis)
    Autoren: Harriet Weiss, Patt Shea
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 048

    --------------------------------------------------------------------------------

    049 Tatort Miami
    (To Catch a Neighbor, 02.05.1987) (Observation)
    Helle Aufregung: Die Polizei, Detective Al Mullins und Bobby, quartiert sich bei den vier Ladys in der Küche ein, um ihre Nachbarn, die McDowells, zu beobachten: sie sind langgesuchte Juwelendiebe. Weil Dorothy eine Wanze bei den McDowells einschleust, können die lieben Nachbarn recht bald hinter Schloss und Riegel gebracht werden. Die kurze Romanze zwischen Al und Dorothy nimmt ein jähes Ende. Aber Sophia hat ja noch Vincent Tanzi in petto...
    Cast: Joseph Campanella (Al Mullins), George Clooney (Bobby Hopkins), Barbara Tarbuck (Martha McDowell)
    Autoren: Russell Marcus
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 049

    --------------------------------------------------------------------------------

    050 Geburtstagsüberraschungen
    (A Piece of Cake, 09.05.1987) (Potpourri)
    Bei den Vorbereitungen für eine Überraschungs-Party für Roberta, eine Freundin Sophias, erinnern sich die Girls an vergangene Feiern: Rose veranstaltet u.a. eine Überraschungsparty für Dorothy auf Mr. Ha Ha's Würstchen-Hazienda. Die Spässe von Mr. Haha findet sie gar nicht komisch. Sophia erzählt von ihrem fünfzigsten Geburtstag und ihrem Streit mit Salvadore. Rose schwelgt in Erinnerungen an ihren ersten Geburtstag ohne Charlie und ihre folgenschwere Entscheidung, von Sankt Olaf nach Miami zu übersiedeln. Blanche gibt zum Besten, wie sie einst von den anderen Girls zum Geburtstag überrascht wurde und darüber erstmal gar nicht so glücklich war, bis die Überraschungsgäste eintrafen: alle Männer aus ihrem kleinen schwarzen Buch... Doch die Party für Roberta war nur ein Vorwand: die wahre Überraschung ist wieder für Blanche!
    Cast: Alan Blumenfeld (Mr. Ha Ha), Lyn Greene (junge Dorothy), Sid Melton (Salvatore Petrillo)
    Autoren: Kathy Speer, Terry Grossman, Barry Fanaro, Mort Nathan
    Regie: Terry Hughes
    Prod.-Code: 050

    --------------------------------------------------------------------------------

    051 Leeres Nest
    (Empty Nest, 16.05.1987) (Einsamkeit)
    Renée, eine Hausfrau, und George, ein Doktor, sind Nachbarn der Girls. Renée leidet unter Eheproblemen und dem "leeres Nest"-Syndrom. Dorothy, Sophia, Blanche und Rose wissen Rat.
    (Anmerkung: Empty Nest ist der Name einer weiteren Serie, sowas wie ein Golden Palace-Nachfolger. Diese Pilotfolge war jedoch äußerst langweilig.)
    Cast: Paul Dooley (George Corliss), Rita Moreno (Renée Corliss), Jane Harnick (Jenny Corliss), Geoffrey Lewis (Chuck), David Leisure (Oliver)
    Autoren: Susan Harris
    Regie: Jay Sandrich
    Prod.-Code: 051

    --------------------------------------------------------------------------------

  10. #9
    Benutzerbild von bamalama

    Registriert seit
    28.03.2002
    Beiträge
    18.467
    ...und die veröffentlichung der 3. staffel lässt auch nicht mehr lange auf sich warten


  11. #10
    Benutzerbild von Gosef

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    09.10.2001
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    1.484
    hmmm... ich hab früher mal reingezappt, als das im TV lief, hab die Stelle zum Lachen nicht gefunden und hab's nicht wieder angesehen. Den Hype habe ich nie verstanden...
    Gruß
    Gosef

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