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Horrorfilme in den 80ern und heute

Erstellt von Die Luftgitarre, 14.09.2011, 19:34 Uhr · 49 Antworten · 11.383 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Horrorfilme in den 80ern und heute

    Bei aller 80er-Nostalgie muss ich doch immer wieder feststellen, dass mir Horrorfilme aus den 80ern meist schon etwas 'verstaubt' vorkommen. Um mal die drei großen Filmreihen des 80s-Horrorgenres zu nehmen: Im Falle von "Halloween" und "Freitag der 13te" finde ich eindeutig die neueren Remakes besser und "Nightmare on Elmes Street" macht nur deshalb, weil diese Filme sehr mit der der Mimik des Freddy-Darstellers Robert Englund verbunden waren, da verbietet sich ein Remake. Um noch drei positive Beispiele zu nennen:
    - "The Lost Boys", da stimmte einfach alles, von der Musik über die Schauspieler bis zur schummrigen Ausleuchtung der Szenen. Aber das war auch eine ziemliche High-Budget-Produktion (immerhin mit Aufnahmen aus der Luft und fahrenden Kameras).
    - "American Werewolf", der Film lebt abgesehen von der damals oscarprämierten Verwandlung von der schön langsam aufgebauten Stimmung und der gewissen Prise schwarzen Humor ("I see a bad moon rising" *g*)
    - "Friedhof der Kuscheltiere", da brauchte man keine besonderen Spezialeffekte, man hat einfach die zeittypischen Fehler (alberne Synthie-Soundeffekte, übertriebenes Kreischen und Unmengen von Schleim) weggelassen, die Story mit Ernst erzählt und akzeptable Schauspieler genommen und heraus kam ein Film, bei dem es einem heute noch gruselt. (altersbedingt auch der erste Horrorfilm, den ich selber im Kino sehen konnte)

    Aber wenn wir mal abseits dieser teuren Blockbuster-Produktionen in die Welt des 80s-B-Movie-Horrors schauen, sieht's doch meistens eher unfreiwillig komisch aus: 80's B-Horror Movies (My Favorites) - YouTube

    Mir scheint, man kann die Qualitätsunterschiede zwische heute und damals (jeweils die Durchschnittsproduktionen betrachtend!) etwa so beschreiben:

    Masken und Effekte
    Es stimmt, man kann auch ohne Computer fiese Monster kreieren und gute Effekte erzielen, man denke nur an "Alien" aus dem Jahr 1979 (!), das Viech aus dem Film jagd einem auch heute noch Respekt ein! Aber ich meine, dass die guten Filme, an die wir uns da erinnern, die Ausnahmen waren, einige wenige höchts zeit- und kostenaufwendig produzierten HQ-Blockbuster. Meistens sah es in den 80ern und auch noch frühen 90ern einfach nach Faschingsmasken aus dem Laden um die Ecke aus, plus eine Menge Schleim. (Der bis heute populärste 80er-B-Horrormovie, "Tanz der Teufel", war bezeichnender Weise einer, der stark vom Slapstick-Talent des Hauptdarstellers lebte und in dem das Böse die meiste Zeit gar nicht zu sehen war.)

    Kameraführung
    Die Kamera stand i. d. R. fest und es gab auch weniger Schnitte, was wohl einfach Kostengründe hatte. Um trotzdem etwas Dramatik zu erzeugen, gab es viele Schwenks und die auch schon für die 70er typischen plötzlichen Ranzoom-Effekte.

    Filmmusik
    In den 80ern wurde auch bei Horrorfilmen von neuen Lieblingsspielzeug, dem Synthesizer, ausgiebig gebrauch gemacht, wobei die Synthesizer zeittypisch meist irgendwie nach Laserstrahlen klangen. Außerdem wurde andauernd irgendwelche Synthiepopsongs eingespielt, um zu zeigen "Hey, aufgepasst, dieser Film ist total modern!" *g* Heute hingegen scheinen Orchestermusiker und Soundspezialisten so schlecht bezahlt zu werden, dass auch Direct-to-DVD-Horrorfilme oft einen ganz passablen Soundtrack haben.

    Schauspieler
    Auch hier machen sich anscheinend Absolventenüberschüsse und Lohndumping bezahlt. Selbst Direct-to-DVD-Filme haben i. d. R. Schauspieler, die handwerklich zumindest nicht als Amateure auffallen. Und manchmal lassen sich sogar in Schwierigkeiten geratene Stars für lau casten. Das war in den 80s oft noch ganz anders, da waren die Leute am B-Movie-Set wohl oft einfach Freunde und Verwandte.

    Erzählweise
    80er-Horrorfilme halten sich - aus heutiger Sicht gesprochen - oft sehr lange damit auf, das "Warum?" und das "Wie ist das nur möglich?" zu klären. Das gilt im heutigen Horrorfilm als schlichtweg überflüssig und verkopft. Die Existenz von Vampiren, Zombies ect. wird von der empirisch ausgerichteten und auf Tempo bedachten 'Generation Praktikum' relativ schnell akzeptiert und wichtiger als die Frage, warum genau es sie nun gibt (Fluch, Gene, verseuchtes Grundwasser, Experimente, wasauchimmer) ist die Frage, wie man sich ihrer erwehrt. Das mag die generelle Tendenz zum kurzatmigen Denken in unserer Zeit wiederspiegeln, lässt aber den Film schneller in Schwung kommen.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Horrorfilme in den 80ern und heute

    Ok - ich hau jetzt hier auch nochmal frech mein "Das Ding" Posting (passt perfekt, auch Stichwort Tempo/Erzählweise) rein - später mehr...

    -snip-

    Apropos Eis: "Das Ding aus einer anderen Welt" ist jetzt wieder in einem Abspielgerät bei mir gelandet - ca. 26 (*schluck*) Jahre später.

    Als Vorbereitung empfehle ich für diesen Film viel fettes Essen zu reichen. Dann kann man diesen "Platzfilm" besonders goutieren (nur uncut schauen!). Platzfilm? Nun - wer die ersten 20 Minuten ausharrt wird es verstehen. Auch als Abhärtung fürs Medizinstudenten dürfte dieser John-Carpenter-Klassiker beste Dienste leisten. Herrlich - keine käsige CGI - nur echter Glibber - da freut sich der Fleischermeister von nebenan. Ich hab erst den Anfang gesehen - das Teil gefällt mir auf Anhieb wieder außerordentlich gut...
    Später mehr...

    ...dann ging es spät in der Nacht weiter mit dem Schaue(r)n.

    Der Film ist IMO sehr gut gealtert. *Gerade* weil das Monster mal nicht aus dem CGI-Computer kommt, das Ding noch echte Handarbeit ist, wirkt es so erfrischend greifbar. Fast *zu* echt, wenn es einem in seinen herrlich grotesk bizarren Formen um 3 Uhr nachts aus der Glotze entgegenspringt.

    Ich hab mich in der eiskalten nervenzerreißenden Atmosphäre mächtig gegruselt. Ein Lehrstück, warum es wichtig ist sich Zeit zu nehmen, die Spannung langsam aufzubauen. Besonders gut: Kurt "Snake" Russell als taffer Hubschrauberpilot der Forschungsstation in der Antarktis.



    Schaut das Teil abends, dunkelt eurer Zimmer komplett ab, dann kommt der zweite Part des Films, mit seinem kühlen Farbenspiel, besonders beeindruckend.

    Wer mal wissen will warum John Carpenter daaamals (TM) für erstklassige Streifen stand, der sollte sich diesen Reißer nicht entgehen lassen. Aber Achtung - das Ding ist auch aus heutiger Sicht starker Tobak...

    -snap-


    Du schreibst was von "einige wenige höchts zeit- und kostenaufwendig produzierten HQ-Blockbuster", ich glaube das war "Das Ding..." nicht, die Stärken liegen mehr in der Dramaturgie und den präzise gezeichneten Charakteren, natürlich auch in sehr guten FX, aber das Teil hatte IMO kein XXL-Budget...



    Lutz

  4. #3
    Benutzerbild von Juju

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    AW: Horrorfilme in den 80ern und heute

    Gut fand ich Western wie Pale Rider oder Silverado. Oder solch einen Mittelalter-Krimi wie Der Name der Rose. Auch gut:Full Metal Jacket, Platoon usw. Es gibt sie schon, die Perlen, auch in den 80ern. Aber vieles ist heute nur noch einen Schmunzler wert und kann nur noch Nostalgiker vom Hocker reißen. Grusel- und Science-Fiction-Filme aus dieser Ära emfinde ich inzwischen größtenteils als ungenießbar. Ausnahmen sind halt Alien, The Thing (siehe oben), Blade Runner, Tron, Gunhed, The Abyss etc.

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Meistens sah es in den 80ern und auch noch frühen 90ern einfach nach Faschingsmasken aus dem Laden um die Ecke aus
    War noch Mitte der 90er so! 1996 kam ein Film mit dem Namen Lifeform (bzw. Invader) heraus. Sieht aus wie eine Mitt-80er-Schnulze. Und wer regelmäßig den SyFy-Channel besucht, kommt als Fan solcher Kopfschüttel-Produktionen sicher voll auf seine Kosten.

  5. #4
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Horrorfilme in den 80ern und heute

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Filmmusik
    In den 80ern wurde auch bei Horrorfilmen von neuen Lieblingsspielzeug, dem Synthesizer, ausgiebig gebrauch gemacht, wobei die Synthesizer zeittypisch meist irgendwie nach Laserstrahlen klangen. Außerdem wurde andauernd irgendwelche Synthiepopsongs eingespielt, um zu zeigen "Hey, aufgepasst, dieser Film ist total modern!" *g* Heute hingegen scheinen Orchestermusiker und Soundspezialisten so schlecht bezahlt zu werden, dass auch Direct-to-DVD-Horrorfilme oft einen ganz passablen Soundtrack haben.
    Also wenn es um *miese* Synthie-Mukke bei bestimmten Szenen geht, habe ich da eher ne Assoziation mit diesem Herrn hier Oder auch mit ihm hier

    Bei John Carpenter war der minimalistische Saw(*g*)-Synth-Soundtrack bekanntlich nicht nur immer besonders klasse, sondern auch ein unverwechselbares Carpenter Markenzeichen - schon beim legendären "Das Ende" (noch 70s), in den 80s natürlich bei der Klapperschlange & Co. Aber die Filme passen glaube ich nicht ganz in die traditionelle Horror-Schublade...

    Lutz

  6. #5
    Benutzerbild von BigDaddy0297

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    AW: Horrorfilme in den 80ern und heute

    Eines meiner Lieblingsthemen....

    Die 80er waren für mich hauptsächlich durch Horrorfilme geprägt, ganz besonders die, welche auch im Kino liefen. Ich war bei einigen Kinobesuchen noch nicht einmal 18, allerdings kam ich mit der Kassiererin im Kino gut klar. *Nicht so, wie man jetzt denken könnte. Mein damaliger Schulkollege war ihr Sohn.*

    Es wurde alles verschlungen, was auch nur im Geringsten mit dem Tod zu tun hatte. Bei der nachfolgenden Liste handelt es sich auch um meine damaligen Favoriten (einige davon finde ich auch heute noch richtig "deftig"):

    1.) Halloween
    Michael Myers, einer meiner Favoriten im Killer-Genre, hielt 1980, also zwei Jahre, nachdem er gedreht wurde, Einzug. Für mich ein *auch wenn die Bezeichnung ein wenig out ist* Kultfilm, der, so dachte ich, nie hätte übertroffen werden können. Dann kamen die Nachfolger, von denen alle wirklich gut gelungen waren, mit Ausnahme des dritten Teils...dieser hatte überhaupt nichts mit Michael Myers zu tun.

    Rob Zombie gelang, meiner Meinung nach, ein richtig starkes Remake *eigentlich ja ein Prequel, weil die Kindheit des Michael Myers genauer betrachtet wurde*. Die Fortsetzung "Halloween II" von Rob Zombie, hätte man sich auch sparen können. Hier zählt eigentlich nur das Gemetzel als unterhaltender Treiber. Der Kram mit den Geisterwesen, war irgendwie total überflüssig.

    2.) Poltergeist
    Für mich damals einer der besten Grusler, die im Kino zu finden waren. Auch heute noch ist es sehr unterhaltsam, wenn die kleine Carol Anne von den Geistern heimgesucht wird und Tangina sie dadurch verwirrt, dass sie erst "nicht ins Licht" und dann "doch ins Licht" gehen soll. Auch klasse: Die Szene mit der Tequilla-Flasche!!! Tequilla mit Made...yamm, yamm.

    3.) Umberto Lenzi's Cannibal Ferox
    Wow, was war ich damals geschockt!!! Ein Kannibalen-Schocker erster Güte, der schon allein durch die Gewalt am Menschen die Rückwärtsverdauung einleitete. Was allerdings viel schlimmer war: Die Tiere, die in diesem Film starben, wurden wirklich getötet. Daher wird der Film auch oft als "Tier-Snuff" bezeichnet.
    Wirklich nur was für starke Mägen...oder halt für geistig fehlgeleitete Cineasten, wie meine Wenigkeit.

    4.) Dawn of the Dead und Day of the Dead
    Die Romero-Klassiker überhaupt.
    Nachdem George A. Romero 1968 mit "Night of the living Dead" die "echten Zombies" ins Leben rief, wurde daraus zehn Jahre später eine Trilogie, die in jede gute Horrorsammlung gehört. Die Fortsetzung "Dawn of the Dead", auch bekannt als "Kaufhaus-Zombie", sah ich 1982 in unserem Kino. Der Film gehört auch heute noch zu den besten Verfilmungen, wenn es um gefräßige Ex-Menschen geht, die ihrem städtischem Schlachter einfach kein Vertrauen mehr schenken.

    "Day of the Dead" bildete dann den Abschluss der Trilogie. Leider sah ich mir diesen Streifen 1988 in einer ganz widerlich gekürzten Fassung an. Heute liegt er uncut bei mir im Schrank, und das sogar als Bluray.

    Was bei den Romero-Streifen sofort auffällt: Es gibt in jedem Teil einen anderen Ort, der die ganze Spielfilmlänge als Kulisse dient. "Night of the living Dead...altes Landhaus", "Dawn of the Dead...im Einkaufszentrum", "Day of the Dead...alte unterirdische Miene".

    5.) Tanz der Teufel
    Als ich diesen Film das erste Mal sah, habe ich mich noch während er lief im Wohnzimmer einer Bekannten übergeben. *dazu muss ich allerdings auch anmerken, dass ich zu dem Zeitpunkt, als die kunstvolle Zerteilung von Shelly begann, einen kleinen "im Tee" hatte. * Ach ja, ich wollte damals unbedingt das Necronomicon ex mortis haben und selbst Geister heraufbeschwören. Allerdings ist es bei dem Vorhaben geblieben, weil das Buch wohl nicht öffentlich verkauft wird.

    7.) Die Filme des Lucio Fulci
    Insider und Fans *von denen es hier im Forum sicher ziemlich wenige geben dürfte *, horchen bei diesem Namen genau so auf, wie in heutiger Zeit bei Olaf Ittenbach.
    Fulci's Filme sind geprägt durch ein sehr geringes Maß an logischer Handlung, aber dafür gespickt mit der zehnfachen Menge an übertriebenen und ekelerregenden Gore-Effekten.
    Seine meiner Meinung nach besten Filme sind "Das Haus an der Friedhofsmauer", "Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies", "Ein Zombie hing am Glockenseil" sowie "Die Geisterstadt der Zombies"

    Für andere ein kranker, perverser Mann, den man von jedem Normaldenkenden fernhalten sollte, war Lucio Fulci die Ikone des mitunter sinnentleerten Splatterhorrors. Er verstarb leider 1996, seine Filme bleiben jedoch jedem, der sie gesehen hat, im Gedächtnis.

    Es gibt so viele Filme, die es für einen echten Horrorfreak verdient hätten, hier aufgezählt zu werden. "Chucky", "Pinhead" oder "Leatherface", der seinen ersten Auftritt 1974 im "Texas Chainsaw Massacre" hatte, sind einfach Kultfiguren des klassischen Killerkinos, die nicht mal mit dem heutigen Stand der Technik und vielseitigen guten Schauspielern, an Charme und böser Ausstrahlung übertroffen werden konnten.
    *okay, "Final Destination" und die "Jig Saw"-Familienunterhaltung, bilden da eine Ausnahme*

    BigDaddy

  7. #6
    Benutzerbild von Juju

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    AW: Horrorfilme in den 80ern und heute

    Mit Poltergeist konnte man mich auch gruseln. Dieser knochige alte Kerl. Ich hatte die Filme lange nicht gesehen, aber immer noch diverse Szenen im Kopf, wie etwa oben erwähnte "Wurm in der Flasche"-Szene.

    Zitat Zitat von BigDaddy0297 Beitrag anzeigen
    Auch heute noch ist es sehr unterhaltsam, wenn die kleine Carol Anne von den Geistern heimgesucht wird
    Viel gruseliger find ich, dass die kleine Carol Anne kurz nach den Dreharbeiten zum dritten Teil im Alter von nur 12 Jahren verstarb. Was für ein armer Fratz.


  8. #7
    Benutzerbild von SonnyB.

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    AW: Horrorfilme in den 80ern und heute

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    - "The Lost Boys", da stimmte einfach alles, von der Musik über die Schauspieler bis zur schummrigen Ausleuchtung der Szenen. Aber das war auch eine ziemliche High-Budget-Produktion (immerhin mit Aufnahmen aus der Luft und fahrenden Kameras).
    $8,500,000

    Der hat auch das Vielfache wieder eingespielt. Ebenfalls einer meiner absoluten Favoriten .

  9. #8
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: Horrorfilme in den 80ern und heute

    Zitat Zitat von BigDaddy0297 Beitrag anzeigen
    Ich war bei einigen Kinobesuchen noch nicht einmal 18, allerdings kam ich mit der Kassiererin im Kino gut klar. *Nicht so, wie man jetzt denken könnte. Mein damaliger Schulkollege war ihr Sohn.*
    Das war überhaupt so ne Sache damals als Teenager: Verfügbarkeit von Horrorfilmen.

    Die Kriterien für die Altersfreigabe - oder überhaupt: Freigabe - waren damals ja viel, viel strenger als heute! Um den "Tanz der Teufel" (1 und 2) gab es in den 80ern in der Bundesrepublik einen richtigen Justizthriller, durch mehrere Instanzen und mit Beschlagnahmungen in Videotheken und so! Da wurde vor Gericht von erwachsenen Leuten ernsthaft hin- und herargumentiert, ob z. B. die Verherrlichung von Gewalt auch dann die Menschenwürde verletzt, wenn die betreffenden Menschen bereits untot sind usw.In Zeiten von "The Saw 1 bis 7" erscheint uns das natürlich lächerlich, aber als ich mir vor 2 Jahren aus Nostalgie mal die DVD "Tanz der Teufel 2" gekauft hab, erfuhr ich, dass der Film mittlerweile zwar an Personen über 18 auf Nachfrage verkauft werden aber nach wie vor nicht im Laden zu Werbezwecken ausliegen darf ...

    Der Vorteil dieses Theaters war: Wenn man als Teenager dann doch so eine indizierte Videokassette auftreiben konnte und dann in den Videorecorder schob und auf Play drückte, wusste man, dass man etwas gaaanz verbotenes tat ... *g*

    Bei uns in der Klasse gab es auch einen Jungen, der bereits 1 gutes Jahr älter war und der dann die in der Videothek vorgeschickt wurde. Die ersten Filme, die wir auf diesem Wege sehen konnten, waren "House" 1 und 2, für die war wohl die Altersfreigabe auf 14 herabgesetzt. Etwas später - wir waren so 15 Jahre alt, unser Kumpel aber 16 - kamen wir dann an die "Nightmare on Elmes Street" Filme und eben an "Tanz der Teufel", aber auch 70er-Jahre-Klassiker wie "Der Exorzist" und "Carrie". Der erste Horrorfilm, den ich dann im Kino in Begleitung meiner Mutter (yes!) sehen konnte, war "Friedhof der Kuscheltiere".

    Das "Texas Kettensägen Massaker" hingeben war wohl in den 80ern tatsächlich komplett verboten, zumindest das Original von 1974, den hab ich erst viel später gesehen. Ich muss aber auch sagen, dass er deutlich härter rüberkommt als das meiste aus den 80ern. Der Verzicht auf jeden Anflug von Ironisierung und weitgehend auch auf Filmmusik lässt die Sache verdammt real wirken.

    Nebenbei: Wenn man mal die genre-internen Trends in den 80er betrachtet, fällt auf, dass Vampirfilme eher out waren (die eine Ausnahme "The Lost Boys") und auch Werwolffilme sowie Zombiefilme im Laufe des Jahrzehnts etwas aus der Mode kamen. Im Trend lagen eher Serienkiller und übersinnlich-daimonoides, die erfolgreichste Horrorfigur des Jahrzehnts, Freddy Krueger, war dann auch beides zugleich. ("Freddy Krueger" war übrigens der Name eines Jungen, von dem Wes Craven in der Schule immer geärgert worden war, eine schöne Form der Revanche! *g*)

  10. #9
    Benutzerbild von Juju

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    AW: Horrorfilme in den 80ern und heute

    Im Trend lagen auch Muskelprotze und viel Ballerei. Rambo, Terminator usw. Brust raus, Bauch rein. Sogar vor Frauen wurde nicht Halt gemacht, siehe Brigitte Nielson in Terminal Force. Seit Anfang/Mitte der 90er ist man ja eher zu realistischeren Figuren übergegangen. Ich schätze, Schauspieler wie Bruce Willis oder Pierce Brosnan hatten Anteil an dieser Veränderung.

  11. #10
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    AW: Horrorfilme in den 80ern und heute

    Zitat Zitat von BigDaddy0297 Beitrag anzeigen
    Lucio Fulci
    "Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies"
    Den Film habe ich seit Jahren auf Laserdisc und es hat mich nie im geringsten interessiert, den anzusehen.
    Aber ich wüßte nicht, wie ich den loswerde...

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