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Science-Fiction in den 80ern

Erstellt von bubu, 28.11.2003, 15:38 Uhr · 17 Antworten · 5.328 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von bubu

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    Die Blade-Runner-Diskussion im "Filme aus den 80ern"-Thread hat mich wieder darauf gebracht, dass ich dieses Thema schon lange mal ansprechen wollte.

    Ich war als Kind ein großer Science-Fiction-Fan und bin es heute noch.

    Mich würde interessieren:

    welche SCIFI-Bücher und -Filme habt ihr damals gelesen bzw. gesehen (auch wenn sie nicht aus den 80ern stammten).

    Wie beurteilt ihr die Entwicklung des Genres seitdem?

    Zu meinen SCIFI-Lieblingsfilmen gehör(t)en:

    "Alien" (nicht ganz 80s, aber ich habe ihn da erst gesehen)
    "Alien 2" (habe ich vor "Alien" gesehen)
    "Blade Runner" (auch erst viel später gesehen)
    "Dune" (war ich 1984 im Kino und hat mich total beeindruckt)
    "Krieg der Sterne" / "Das Imperium schlägt zurück" / "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (natürlich! Mein Lieblingsteil ist "Das Imperium schlägt zurück")
    "Zurück in die Zukunft" (ein klasse Film! Für mich auch einer der besten 80er-Filme überhaupt)
    "Ghostbusters" (schöne SCIFI-Comedy)
    "Brazil" (auch erst später gesehen)
    "König der Fischer" (kann man so halb noch SCIFI zuordnen, aber ein großartiger Film!)
    "Westworld"
    "Futureworld"
    "Flucht ins 23. Jahrhundert"
    "Jahr 2023 - Die überleben wollen" (="Soylent Green")
    "Planet der Affen"
    "Terminator"
    "Predator"
    "Das Ding aus einer anderen Welt" (habe ich im Fernsehen mit 8 Jahren gesehen und konnte danach bestimmt eine Woche nicht schlafen)
    "1984" (auch erst später gesehen)
    "Running Man" (eher enttäuschend, wie eigentlich die meisten Stephen-King-Verfilmungen)

    Von diesen Filmen haben mich am meisten beeindruckt, weil ich sie im zartesten Alter gesehen habe: "Flucht ins 23. Jahrhundert", "Futureworld", "Soylent Green", "Dune"

    Witzigerweise habe ich die großen Klassiker wie "2001", "Alien" und "Blade Runner" erst sehr spät gesehen, "2001" sogar erst in den 90ern.

    Sehr fasziniert hat mich alles, was mit Zeitreise zu tun hatte, also z.B. "Zurück in die Zukunft" oder die Serie "Die Besucher".


    Fernsehserien:

    "Die Besucher"
    "Unterwegs nach Atlantis"
    "Die Dreibeinigen Herrscher"
    "Kampfstern Galactica" (erst in den 80ern gesehen)
    "Raumschiff Enterprise" (auch erst in den 80ern gesehen)
    "Der Androidenjäger" (war mal eine deutsche Serie im ersten Programm, leider findet sich nix mehr dazu)
    "Der Mann aus dem Meer" (mit Dallas-Star Patrick Duffy)
    "Die Marsianer" (nach Ray Bradburys "Mars Chroniken")


    Bücher:

    Das war bei mir sehr gemischt: weil ich in dem Genre völlig unbedarft war, habe ich einfach reihenweise die Regale in unserer Stadtbibliothek abgegrast. Da stand viel Schrott, aber auch viel Gutes, alles Seit' an Seit'. An viele Titel kann ich mich leider gar nicht mehr erinnern. Hier aber einige Bücher, die mir sehr haften geblieben sind:

    Die ganze Mark Brandis-Reihe (heute muss man tw. richtig Asche für einzelne Ausgaben hinblättern)

    Ende - "Die Unendliche Geschichte" (wenn man das noch dazu rechnen kann)

    Bradbury - "Fahrenheit 451"

    Orwell - "1984"

    Huxley - "Schöne neue Welt"

    Asimov - "Lucky Starr"
    und noch viel mehr von ihm, Titel weiß ich aber nicht mehr

    Moorcock - "Der ewige Held"

    Moorcock - "Corum"

    Waren Teile einer Reihe mit dem Thema "Chaos und Ordnung"

    Farmer - "Die Welt der Tausend Ebenen" (ich hatte den Sammelband der fünfteiligen Reihe)

    Dieses Buch hat mich umgehauen! Meiner Meinung nach eines der besten Science-Fiction-Bücher aller Zeiten. Als ich es vor drei Jahren endlich wieder aufgetrieben und nochmal gelesen hatte, war ich noch immer genauso fasziniert.

    ? - "Das Buch der Schwerter"

    Philipp K. Dick habe ich mit Sicherheit gelesen, kann mich aber an die Titel nicht mehr erinnern

    einige Bücher von Robert Silverberg waren dabei

    Tolkien - "Der Herr der Ringe"

    Fand ich recht zäh und überholt, was aber natürlich daran lag, dass ich erst die vielen Nachfolger dieses Genres gelesen hatte und dann das Original

    Und natürlich so gut wie alle Bücher von Stephen King, die er bis dahin geschrieben hatte.

    Was mich heute sehr erstaunt: an mir ging damals die gesamte Cyberpunk-Welle völlig vorüber. Erst vor kurzem habe ich William Gibsons "Neuromancer", "Biochips" und "Mona Lisa Overdrive" gelesen und war völlig von den Socken! Meiner Meinung nach ein revolutionäres, fast schon prophetisches Werk, das, wenn es nach mir ginge, nichts geringeres als den Literatur-Nobelpreis verdient hätte.

    1982, als alle Welt noch mit VC20 und C64 rumdaddelte, bereits das Internet mit all seinen Implikationen vorwegzunehmen, ist doch schon eine fast beängstigende Meisterleistung. Von den seiner Zeit weit vorausgreifenden Schilderungen der von Neuroimplantanten und Gen-Manipulationen mal ganz abgesehen. Aber auch wenn ich Gibsons Roman seinerzeit gelesen hätte - ich hätte damit sicherlich nicht viel anzufangen gewusst.

    Hat jemand von euch "Neuromancer" damals gelesen? Und die "Cyberpunk-Revolution" mitbekommen? Das würde mich sehr interessieren, wie der Roman damals aufgenommen wurde.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von diebels

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    @ bubu: also deine liste an scifi-filmen gefällt mir...stimme so fast jedem punkt mit dir überein...
    wie ich die entwicklung dieses genres beurteile?
    naja...ich find...damals hat man mehr phnatasie in die filme gesteckt...und mehr geschichte...heute sind die scifi-filme nur noch effektüberladen...so das es nur noch wenig wirklich gute filme gibt..

  4. #3
    Benutzerbild von Parallax M5

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    Hallo bubu!

    auch ich bin schon seit Kindesalter ein sehr großer Science Fiction Fan, nur leider werden Science Fiction Filme wie es sie damals mal gab, also in die Richtung von Star Wars heutzutage leider nicht mehr oder nur noch sehr selten gedreht!

    Ich vermisse Filme die in die Richtung von "Krieg der Sterne" und "Kampfstern Galactica" gehen, also mit Raumschiffen, Raumschlachten und auf einer Seite den "Guten" und auf der anderen Seite den "Bösen"!

    Meine Lieblingsfilme im bereich Science Fiction sind!

    -Krieg der Sterne
    -Das Imperium schlägt zurück
    -Die Rückkehr der Jedi Ritter
    -Alle Star Trek Kinofilme (wobei mir der neueste "Nemesis" nicht mehr so gefallen hat)
    -Alien 1
    -Aliens (Alien 2)
    -Das schwarze Loch
    -Tron
    -Flucht ins 23. Jahrhundert
    -Flash Gordon (Der von 1980 mit der Musik von Queen)
    -2001 - Odyssee im Weltraum
    -2010 - Das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen
    -Starfight
    -Superman 1 - 4
    -Buckaroo Banzai
    -Zurück in die Zukunft Trilogie
    -The Abbyss
    -Dune - Der Wüstenplanet
    -Sador - Herrscher im Weltraum
    -Das Philadelphia Experiment
    -Spaceballs (Eine der ersten Science Fiction Komödien)
    -Interceptor (Eine geniale Mischung aus 80´s Teenager- und Sci-Fi Film sowie Street Race Film in die Richtung von "The Fast and the Furios")
    -Der Spion der mich liebte (genialer James Bond film mit Sci-Fi Elementen)
    -Moonraker (Ebenfalls ein James Bond Film der im Zuge von Star Wars auf Science Fiction gestylt wurde)
    -The Running Man (Schwarzenegger in Bestform)
    -Predator (ebenso)
    -Terminator (der beste Terminator ist und bleibt für mich noch der erste)
    -Die phantastische Reise (für die damalige Zeit genial gemacht)
    -Die Reise ins Ich (Das Remake von "Die phantastische Reise" aus den 80ern, allerdings auf Komödie zurecht gemacht)
    -Die Zeitmaschine
    -Dark Star (einfach kultig)
    -Supergirl
    -Moon 44

    Mir gefallen aber auch Science Fiction Filme aus den 90ern und 2000ern

    Meine Lieblingsfilme aus dieser Zeit sind:

    -Independence Day
    -Stargate
    -Event Horizon (Ein gut gemachter Science Fiction Horror Film bei dem man sich genauso gruselt wie bei Alien 1)
    -Starship Troopers
    -Pitch Black - Planet der Finsternis
    -Deep Blue Sea
    -Titan A.E. (Ein cooler Science Fiction Zeichentrick Film der von der Spannung einwenig an Captain Future erinnert)
    -The Time Machine (Das Remake von "Die Zeitmaschine", durch die abgeäänderte Handlung gefällt er mir Stellenweise sogar besser als das Original)
    -Armageddon
    -Galaxy Quest (eine absolut geniale Science Fiction Komödie)
    -Jurassic Park 1 - 3

    Folgende Serien habe ich mir angeschaut und sehe sie mir auch noch an!

    -Kampfstern Galactica
    -Buck Rogers
    -Mondbasis Alpha 1
    -Raumschiff Enterprise
    -Star Trek - The Next Generation
    -Star Trek - Deep Space Nine
    -Star Trek Voyager
    -Enterprise
    -Sea Quest DSV
    -Babylon 5
    -Stargate Kommando SG1
    -Lexx The Dark Zone (Alle Teile der Fernsehfilme)
    -Babylon 5
    -Captain Future

    Fast alle dieser Filme und Serien habe ich auch zuhause auf Video, Laser Disc oder DVD, mir gefallen auch noch mehrere Sci-Fi filme und Serien und ich habe auch noch mehrere ZUhause denn ich sammle jeden Film der in die Sci - Fi Richtung geht, die ich aufgezählt habe gehören allerdings zu meinen Lieblingsfilmen!

    Da ich noch nie ein großer Bücherfreund war habe ich leider nur wenig Bücher die es sich nicht aufzuzählen lohnt, allerdings bin ich auch schon seit kindesalter ein sehr großer Comic Fan!

    Ich habe eine sehr große Comicsammlung zuhause bei denen ich jetzt nicht alle Titel aufzählen kann da ich da bis morgen früh beschäftigt wäre, aer ich schreibr mal die Titel der Serien hier rein die ich sammle, es handelt sich überwiegend um Superheldencomics die aber zum Teil in die Science Fiction Richtung gehen!

    Folgende Serien sammle ich:

    -Superman
    -Green Lantern/Grüne Leuchte
    -Flash/Roter Blitz
    -JLA/Gerechtigkeitsliga
    -Spider-Man/Die Spinne
    -Star Lord
    -Storm
    -Warlord
    -DC Events
    -Marvel Events
    -Star Trek
    -Star Wars

    Vor ca. einem Jahr habe ich allerdings aufgehört Comics zu sammeln weil die Storys immer schlechter geworden sind und die Zeichnungen entweder in die Manga Richtung gegangen sind oder auf irgend eine andere Art grauenvoll waren!

    Die Entwicklung von Science Fiction beurteile ich leider nicht so gut bei den meisten neuen Produktion wird leider kein Wert mehr auf eine gute Geschichte gelegt sondern man versucht den Film durch zu viele und übertriebene digitale Efekte aufzublasen wie z.B. bei Star Wars Episode 1 und Episode 2, George Lucas hat beide Filme leider kräftig versaut denn diese Filme kommen in keinster Weise an die originale Trilogie aus den 80ern (wobei der erste Teil aus dem Ende der 70er stammt) heran! Andere Projekte die vieleicht interressant werden hätten können werden entweder auf Eis gelegt (wie die neue Superman Verfilmung) oder sie werden fürs Fernsehen produziert so wie der neue Kampfstern Galactica Film). hier der neue Commander Adama , ich finde er passt überhaubt nicht, und hier der neue Captain Apollo (links) , und Starbuck ist jetzt eine Frau , hier das Filmposter .
    Naja die neuen Cylonen sehen ganz cool aus, , aber trotzdem wäre mir ein Kampfstern Galactica kinofilm im alten Look lieber gewesen!

    Viele Grüße, Franz

  5. #4
    Benutzerbild von bubu

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    @Parallax M5

    Neuverfilmung von "Kampfstern Galactica"? Das ist ja völlig an mir vorüber gegangen!

    Ich vergaß noch folgende Filme:
    Starman und E.T. waren noch zwei ganz schöne 80er-SCIFI-Filme

    Und als Serie habe ich "V" sehr gerne gemocht.

    Aus den 90ern zählen "Starship Troopers" und "Total Recall" zu meinen SCIFI-Lieblingsfilmen

    Deine Enttäuschung über die neuen Star Wars-Teile kann ich sehr gut nachvollziehen, mir ging's genauso. Nachdem ich Episode 1 und 2 gesehen hatte, fragte ich mich allen Ernstes, wie es George Lucas damals geschafft hatte, solch unterhaltsame Filme zu machen.

  6. #5
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Hi bubu,

    das meiste was Du auflistest, kenne ich und das meiste davon wiederum finde ich gut bis sehr gut.

    Zu Deiner Frage, wie sich das Sci-Fi-Genre seitdem entwickelt hat:

    Wenn man den Begriff Sci-Fi enger fast, dann würde ich sagen: Der Qualitätsbruch war in diesem Fall mal nicht nach den 80ern, der Qualitätsbruch WAREN die 80er! Denn:

    - Ein Großteil der Filme, die Du auflistest (von den Romanvorlagen ganz zu schweigen!), stammen ja´, wie Du selbst sagst, aus den Jahrzehnten vor 1980.

    - Sci-Fi war auf der Roman- und Filmebene (weniger auf der Comic-Ebene) ursprünglich tatsächlich ein ergeiziges, (mal halb-, mal pseudo-)
    "wissenschaftliches" Genre, in dem es darum ging, wie die Welt von morgen PLAUSIBLER Weise aussehen könnte, und welche PROBLEME sich dort stellen könnten. "Soilent Green", "Flucht ins 23. Jhdt.", "Planet der Affen" - in der klassischen Sci-Fi ging es oft um ernste und interessante ethisch-gesellschaftliche Fragen, die durch technischen Fortschritt aufgeworfen werden könnten.
    In den 80ern hat gewissermaßen eine Kommerzialisierung des Genres stattgefunden, in der Weise, daß man in "wissenschaftlich" eher unausgegorenen Zukunftswelten jetzt vor allem Handlungen stattfinden ließ, die im Grunde nicht Sci-Fi-Handlungen waren, aber gerade deshalb mehr Umsatz versprachen: Fantasy-Märchen (StarWars), Monster-Abenteuer (Alien), Action-Filme (Terminator) - das "futurologische" war im Grunde nur noch Nebenaspekt. (gleichwohl liebe ich diese Filme!)

    Der einzige wirkliche Sci-Fi-Kinofilm i. e. S. der letzten Jahre war soweit ich weiß "Getacca".

    Im übrigen ist es bemerkenswert, daß es in unserer Zeit - Internet, Video-Kameras an jeder Ecke, Globalisierung, demographischer Faktor, Organhandel, neue Waffentechnologien, die Gen-Technik wohl vor entscheidenden Durchbrüchen - kaum noch Filme gibt, die mal versuchen, etwas über den Tellerrand der nächsten 3 oder 4 Jahre hinauszublücken (ohne dabei gleich wie "Matrix" ins Absurde abzudriften).

  7. #6
    Benutzerbild von bubu

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    Hi Luftgitarre,

    ich stimme dir ohne Wenn und Aber zu, was das SCIFI-Kino angeht. In der SCIFI-Literatur sehe ich das etwas anders, aber da komme ich gleich noch mal drauf.

    Das SCIFI-Kino ist meiner Meinung nach ein sehr guter Indikator für gesellschaftliche Fragestellungen, Probleme und kollektive Ängste. In den 50er-Jahren hattest du mit den ganzen Invasionsszenarien einen Spiegel für die vorherrschenden Ängste des Kalten Krieges. Gleichzeitig findest du eine unverhohlene Verherrlichung des Militarismus, eine naive Begeisterung für die damals neue Technologie der Atomkraft und ein Berauschen an der aufkommenden "Eroberung" des Weltraums.

    Als in den 60er-Jahren dann die gesellschaftlichen Umbrüche kamen, fand das auch Einzug in die SCIFI. Filme wie "THX 1138", "Fahrenheit 451", "Planet der Affen" beinhalten die Ängste vor totalitären Systemen, Krieg (Vietnam), globaler Kontrolle und der nuklearen Katastrophe. Aber mit "2001" stellte die SCIFI auch Fragen: was ist der Mensch? Was ist (künstliche) Intelligenz? Woher kommen wir, wohin gehen wir?


    Im SCIFI-Kino der 70er hast du viele Endzeit-Szenarien, die auf eine starke Politisierung der Gesellschaft und ein geschärftes kritisches Bewusstsein hindeuten. Die Angst vor der drohenden Umweltkatastrophe und Überbevölkerung zeigen Filme wie "Soylent Green", "Lautlos im Weltall", "Flucht ins 23. Jhdt."

    Die 80er waren gekennzeichnet von einer Mentalität, die sich wieder mehr auf Konsum, Materialismus und Spaß konzentrierte. Den Menschen ging es im Allgemeinen gut, die zwei Machtblöcke hatten sich arrangiert, die Welt war übersichtlich und einfach. Es gab ein klar definiertes "Gut" = die USA und ein klar definiertes "Böse" = die Sowjetunion, das "Evil Empire" des Ronald Reagan. Das SCIFI-Kino der 80er nahm vor allem mit Star Wars eher märchenhafte Züge an. In Star Wars waren die Bösen noch gut gekennzeichnet, sie hatten Uniformen an, wie sich das gehört und verfolgten eine negative Ideologie, dem der spirituelle Gegenpol der Jedi-Ritter entgegenstand.

    In den 80ern gab es aber auch ein neues interessantes Motiv: den künstlichen Menschen. Ich hatte das schon kurz im "80er-Filme"-Thread geschrieben: die Roboter-Manie der 50er-Jahre (in Star Wars leider ohne jede Weiterentwicklung so übernommen), die in "Westworld" und "Futureworld" immer menschenähnlichere Züge annahm, war mit "Blade Runner" vollends zur Frage nach dem künstlichen Leben geworden – und besann sich im Prinzip wieder auf die "Frankenstein"-Thematik. Und warf sehr früh auch ein neues Angstbild auf: wird unsere Schöpfung – der künstliche Mensch – uns irgendwann vernichten?

    "Terminator" knüpfte da an, aber, obwohl ein klasse Film, blieb er hinter seinen Möglichkeiten zurück, diese Fragestellung zu vertiefen. Vielmehr stellte er einen Rückschritt dar, denn da wo "Blade Runner" schon beim künstlichen Menschen war, lenkte er die Aufmerksamkeit auf das neue Feindbild: die "Maschine" – welche – als unsere Schöpfung - in den 90ern die Außerirdischen als das "Böse" ablösen sollte.

    Was ich so erstaunlich finde: die Computer-Revolution fand recht wenig Einschlag im SCIFI-Kino. Gut, da gab es Filme wie "Tron" und "Wargames", aber – was ich auch schon in meinem ersten Posting geschrieben hatte – an komplexe Werke wie "Neuromancer" schien sich Hollywood nicht ranzutrauen – bis heute.

    Ohnehin war die SCIFI-Literatur dem SCIFI-Kino immer meilenweit voraus. "Do Androids Dream of Electronic Sheep?" wurde bereits 1968 geschrieben, 1982 aber erst als "Blade Runner" verfilmt. Dies gilt für viele Werke, z.B. "A.I.", "Minority Report", "Starship Troopers", etc.

    Insofern hast du Recht, in den 80ern gab es einen qualitativen Bruch im SCIFI-Kino, doch stellt sich die Frage, ob dieser Bruch – falls gilt, was ich behaupte, dass das SCIFI-Kino sehr eng gesellschaftliche Problematiken widerspiegelt – nicht ein Bruch unserer Gesellschaft selbst war.

    Auch in den 90ern blieb das alte Motiv von Gut und Böse noch stark und beliebt: die letzte verbliebene Supermacht zelebrierte sich erst einmal selbst und der Begriff des Bösen suchte einen neuen Inhalt. So gesehen war das SCIFI-Kino wieder auf dem Niveau der 50er angekommen, perfektioniert mit immer ausgefeilteren digitalen Sperenzchen. Doch das Böse kam irgendwann nicht mehr aus dem All, sondern wurde von uns selbst geschaffen – entweder in Form von Viren, künstlichen Monstern oder Maschinen, die man aber nicht mehr ohne weiteres erkannte: da sind wie bei "Matrix" angekommen.

    Im SCIFI-Kino hat sich seit "Matrix" nichts mehr großartig getan. Dieser Film hätte ein ganz großer sein können, wenn er nicht (mal wieder) seinen Tribut an den Hollywood-Mainstream entrichtet hätte. Zudem glaube ich, dass es nur wenige Regisseure gibt, die wirklich das Potenzial haben, gute Science-Fiction-Filme zu machen. Ein Ridley Scott oder ein James Cameron haben zwar ein großes Talent für Spannung und die richtige Optik, aber nicht die notwendige Tiefe. Und dass ein Spielberg zwar engagiert, aber einfach hoffnungslos überfordert ist mit komplexen SCIFI-Stoffen, hat er leider mit "A.I." und "Minority Report" bewiesen.

  8. #7
    Benutzerbild von Lutz

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    bubu postete

    Deine Enttäuschung über die neuen Star Wars-Teile kann ich sehr gut nachvollziehen, mir ging's genauso. Nachdem ich Episode 1 und 2 gesehen hatte, fragte ich mich allen Ernstes, wie es George Lucas damals geschafft hatte, solch unterhaltsame Filme zu machen.
    *unterschreib*

    Wobei ich nur über E1 sprechen kann da ich von diesem Film so gelangweilt war das ich mir E2 bis jetzt gespart habe.

    BTW: Hast Du Dir mal den Audio-Kommentar der E1-DVD von George Lucas reingezogen? Da wird einiges deutlich. Zitat (mit stolzer Stimme): "Alles was sie hier sehen kommt aus dem Computer - wir haben alles vorm Bluescreen gedreht. Die Akteure bewegten sich in einem quasi leeren Studio. Das ist natürlich besonders schwer für die Schauspieler"

    Und genauso wirkt es dann IMO auch - merkwürdig steril und künstlich... fast seelenlos. Und genau das hat Lucas wohl überhaupt nicht gemerkt - weder beim Dreh noch nachher...

    "Das Ding aus einer anderen Welt" (habe ich im Fernsehen mit 8 Jahren gesehen und konnte danach bestimmt eine Woche nicht schlafen)
    Uuups!

    Bei mir kannst Du altersmäßig noch ne 1 davor setzen - und selbst dann war’s noch heftig. Bei uns in der Clique hieß der Streifen nur noch der *Platz*film

    Da haben Deine Eltern wohl ein Moment nicht aufgepaßt, gell?

    Lutz

  9. #8
    Benutzerbild von bubu

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    Lutz postete
    Wobei ich nur über E1 sprechen kann da ich von diesem Film so gelangweilt war das ich mir E2 bis jetzt gespart habe.
    E2 ist etwas besser, aber immer noch öde.

    Lutz postete
    BTW: Hast Du Dir mal den Audio-Kommentar der E1-DVD von George Lucas reingezogen? Da wird einiges deutlich. Zitat (mit stolzer Stimme): "Alles was sie hier sehen kommt aus dem Computer - wir haben alles vorm Bluescreen gedreht. Die Akteure bewegten sich in einem quasi leeren Studio. Das ist natürlich besonders schwer für die Schauspieler"
    Ja, ich kenne das Interview. Der Mann sollte abtreten. Was ich aber erstaunlich finde: Episode 5 und 6 wurden gar nicht von Lucas gedreht! "Imperium" wurde von Irvin Kershner gedreht und "Rückkehr" von Richard Marquand. Weiß irgend jemand, warum Lucas da nicht selbst Regie geführt hat? Denn so wie er sich aufführte, ließ er ja nie einen Zweifel daran, dass "Star Wars" sein Baby war. Aber letzten Endes war es wohl besser so - "Imperium" ist für mich der beste Teil.

    Lutz postete
    Und genauso wirkt es dann IMO auch - merkwürdig steril und künstlich... fast seelenlos. Und genau das hat Lucas wohl überhaupt nicht gemerkt - weder beim Dreh noch nachher...
    Jep, genau das ist es. Es fehlen einfach die starken Charaktere der ersten Teile. Wo ist Han Solo? Wo ist die zickige Prinzessin Leia? Wo der introvertierte Luke Skywalker? Stattdessen ein nervtötender Riesenmolch, eine starrgefrorene Prinzessin und die Schlaftablette Liam Neeson (?) als Jedi-Meister, dem Trainspotting-Junkie Ewan McGregor dauernd nur "Yes, my Master" entgegenhaucht. Und dann noch ein supersüßer kleiner all-american-boy Anakin, der allen zuschauenden Kids eine halbe Stunde lang das Computerspiel zum Film im Film selbst schmackhaft macht.

    Aber das größte Verbrechen von Mr. Lucas war, dass er alle alten Teile digital aufgemotzt und die ursprünglichen Versionen aus dem Verkehr gezogen hat! Wo sind wir? Im Ministerium für Wahrheit von Orwells 1984 ?

    Lutz postete
    Uuups! Bei mir kannst Du altersmäßig noch ne 1 davor setzen - und selbst dann war’s noch heftig. Bei uns in der Clique hieß der Streifen nur noch der *Platz*film
    Ich meine aber nicht die Neuverfilmung von John Carpenter aus den frühen 80ern - die wäre allerdings etwas zu heftig gewesen! Nein, ich meinte das 50er-Jahre-Original. Da platzen zwar keine Köpfe, aber der Film ist trotzdem noch verdammt unheimlich ...

    Lutz postete
    Da haben Deine Eltern wohl ein Moment nicht aufgepaßt, gell?
    Wie so oft...

  10. #9
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    bubu postete
    "Terminator" knüpfte da an, aber, obwohl ein klasse Film, blieb er hinter seinen Möglichkeiten zurück, diese Fragestellung zu vertiefen. Vielmehr stellte er einen Rückschritt dar, denn da wo "Blade Runner" schon beim künstlichen Menschen war, lenkte er die Aufmerksamkeit auf das neue Feindbild: die "Maschine" – welche – als unsere Schöpfung - in den 90ern die Außerirdischen als das "Böse" ablösen sollte.
    Da hab ich mal folgende deutung gelesen: T1 spiegelte 1984 die neue Technik-Phobie in der westlichen Welt wieder (grün-alternative Welle), T2 zeugte dagegen 1991 von einem wiederum gewandelten zeit, in dem Technik cool war und ein Roboter auch gut sein durfte.

    [b]
    Was ich so erstaunlich finde: die Computer-Revolution fand recht wenig Einschlag im SCIFI-Kino. Gut, da gab es Filme wie "Tron" und "Wargames", aber – was ich auch schon in meinem ersten Posting geschrieben hatte – an komplexe Werke wie "Neuromancer" schien sich Hollywood nicht ranzutrauen – bis heute.
    Den Roman hab ich vor langer Zeit mal angefangen zu lesen, nach 40% aber entnervt aufgegeben. Extrem verwirrend geschrieben!

    Es gibt einen Film mit Christorpher Waken, "The Green rose Hotel", der frei nach "Neuromancer" sein soll. Wie gesagt, ich hab das Buch zwar nicht verstanden zúnd nicht zu Ende gelesen, aber der Film war allenfalls SEHR frei nach William Gibson!


    [b]
    Insofern hast du Recht, in den 80ern gab es einen qualitativen Bruch im SCIFI-Kino, doch stellt sich die Frage, ob dieser Bruch – falls gilt, was ich behaupte, dass das SCIFI-Kino sehr eng gesellschaftliche Problematiken widerspiegelt – nicht ein Bruch unserer Gesellschaft selbst war.
    Also ich glaube, unmittelbar liegt die heute geringere "Problemorientiertheit" des Sci-Fi-Kinos eher an der wesentlich erweiterten Zielgruppe: "Soilent Green" oder "Flucht ins 23. Jhdt" waren in den 70ern doch nicht in dem Maße auf Massenerfolg berechnet wie heute "Matrix" (der ja auch ungleich größere Investitionen wieder einspielen muss!). Zugespitzt, in dem Maße, in dem Sci-Fi zu einem kostspieligen Blockbuster-Genre wurde, müssen intellektuell-futurologische "FRAGESTELLUNGEN" im Film im Zweifelsfall zurücktreten.

    Mal ´ne generelle Theorie: Dieser Zeitgeistwandel von der Naivität der 50er über die "Problemorientiertheit" der 68er-Zeit hin zur neuen Bedenkenlosigkeit der "Spaßgesellschaft" hängt auch stark mit Wandel der Zielgruppenstruktur der Unterhaltungsbranche zusammen:
    - Die aus heutiger Sicht so merkwürdige Problemorientiertheit der Kino- und Musik-Szene von etwa 1966 bis 1983 rührte auch stark daher, daß gerade in dieser Zeit die Studentenzahlen rapide zunahmen. Dadurch wurden immer weitere Kreise für bis dahin randständiges "intellektuelles Problemgedöns" aufgeschlossen. Es gab jetzt einen (wenn auch nicht allzu großen) Markt für sowas.
    - Die Studenten/Intellektuellenzahlen stiegen danach zwar weiter, aber das wurde jetzt durch eine andere Entwicklung überlagert: Die Medienkonkurrenz nahm zu. Kinofilme wurden aufwendiger, teuer und die möglichst große Zielgruppe immer marketing-professioneller anvisiert; gleichzeitig kam ja auch noch das Privatfernsehen. So trat das "intellektuelle Problemgedöns" wieder in den Hintergrund ... was irgendwann wohl auch wiederum auf die eigentlich intellektuelleren Milieus zurückwirkte.


    Aber es gibt auch Ausnahmefälle: Kennst Du "Getacca"? (Ende 90er)

  11. #10
    Benutzerbild von bubu

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    @Luftgitarre

    Ich kenne "Gattaca". Ein recht interessanter Film, der durchaus mögliche Entwicklungen abzeichnet. Ich könnte mir gut vorstellen, dass in zehn, zwanzig Jahren Gentests Gang und Gäbe sein werden und zumindest einige der Horrorszenarien - keinen Job und oder keine Versicherung mehr bekommen, aufgrund möglicher Erbkrankheiten - durchaus Realität werden könnten.

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