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Neue JOURNEY-CD

Erstellt von djrene, 31.05.2005, 20:00 Uhr · 11 Antworten · 2.647 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von djrene

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    Aktuell kann ich mal sagen, daß Deen Castronovo (Drums) einen absoluten Hammersong zum besten gibt. Der klingt dermaßen nach Steve Perry, daß alles zu spät ist. Der soll mal die Drumsticks wegwerfen und verdammt nochmal NUR singen. Ich mag Augeri, aber DAS ist unglaubich.

    http://www.melodicrock.com/audio/Jou...verTooLate.mp3 (Vom Label selbst eingestellt)

    Und wer ein geniales File mit Augeri vom neuen Album haben möchte (gibt's auch ganz normal, wenn man sich bei Froniers.it im Forum anmeldet), schreibe mir ne PM mit Mailadresse, den Rest gibt's dann erst beim Release zu hören

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von NovalisHH

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    Hier nun - wie bereits vor einigen Wochen angekündigt - meine Rezension des neuen JOURNEY-Albums, das mich leider ganz und gar nicht vom Hocker reißt...

    Lange, lange hatte man von ihnen nichts mehr gehört. Die US-Rockband Journey war vielen Fans – besonders denen in unseren Breitengraden – zuletzt beinahe vollständig aus dem Gedächtnis entschwoben. Immerhin war das letzte reale Erfolgsalbum des Quintetts aus San Francisco bereits im Jahr 1986 erschienen. Die wenigen Aufnahmen, die nach einer eher halbherzigen Reunion zwischen 1996 und 2002 das Licht der Welt erblickten, blieben nahezu ausschließlich Themen für den US-Markt und waren in Deutschland so gut wie nicht erhältlich. Das letzte Lebenszeichen, das man hierzulande von Neil Schon (git, voc), Jonathan Cain (key, voc, git), Ross Valory (b) und ihren häufig wechselnden Begleitern vernommen hatte, war die Best-of-Koppelung „Greatest Hits“, die uns bundesdeutschen Rockfreunden 1988 – also vor 17 (!) Jahren – mit besonderer Vorliebe unter den Weihnachtsbaum gelegt worden war. Danach war die Luft raus. Spätere Comebackversuche blieben weitgehend unbeachtet, auf weiteren Hitkompilationen fand sich immer nur das gleiche, allseits bekannte Material. Nach Anbruch des neuen Jahrtausends ist eine aktuelle Journey-Formation begründet worden, die Urväter Schon (51), Cain (55) und Valory (56) werden dabei von Schlagzeuger Deen Castronovo (40) und Sänger Steve Augeri (46) unterstützt. So trat man frischerholt und neu aufgestellt an, um, 32 Jahre nach ihrer Entstehung, der vor zwei Dekaden überall auf der Welt so gefeierten Idee „Journey“ neues Leben einzuhauchen. Um dieses hehre Vorhaben in bestmöglicher Manier erfüllen zu können, konzentrierten sich die Vollprofis nicht selten auf die so erfolgreiche Vergangenheit, als Journey neben Foreigner, TOTO, Survivor, 38 Special oder Bon Jovi zu den umjubeltsten Bands des amerikanischen „Melodic Rock“ zählten. Für ihr kommendes Album „Generations“, das am 22. August 2005 beim italienischen (!) Kleinstlabel ‚Frontiers Records’ erscheint und über ‚Soulfood Music’ auch in der Bundesrepublik erhältlich sein wird, trafen sich die alten Recken und ihre wesentlich jüngeren Neuzugänge im Februar und März diesen Jahres im „Record Plant Studio“ zu Sausalito/Kalifornien, wo die Band vor 19 Jahren ihre letzte große Hit-LP „Raised on the Radio“ eingespielt hatte. Als Produzenten gewannen die fünf Altrocker ihren langjährigen Freund Kevin Elson, der bereits in den 70ern und 80ern die musikalische Fertigung dreier genialischer Journey-LPs überwachte und betreute.
    Für die 13 Songs von „Generations“ haben die Fünf ihre bisherige, seit ihren ersten Chartbreakern „Wheels in the Sky“ (1978) oder „Anyway you want it“ (1980) angewandte Stilistik nicht grundlegend verändert. Allerdings dröhnen die meist episch ausschweifenden, bis zu sieben Minuten langen Rockdramen weitaus roher und lauter als früher und zudem in Nuancen gar am gewollten Schiefklang des Neo- und Alternative-Rock der 90er Jahre angelehnt aus den Boxen. Die prickelnde, atmosphärische, typisch amerikanische Großstadtromantik, die die hohe Qualität von Mitt-80er-Krachern wie „Seperate Ways“ (1983) oder „Be Good to yourself“ (1986) ausmachte, geht den meisten neuen Songs genau deshalb fast gänzlich ab. Viele übereinander gespielte Gitarren dominieren sowohl harte Rocker wie „Faith in the Heartland“, „The Place in your Heart“ oder „Every Generation“, als auch eher langsamere, betuliche Kompositionen (z.B. „Butterfly (She flies alone)“ oder „Knowing that you love me“). Die einst das meiste bei Journey bestimmenden Keyboards wurden im Gegenzug weit unter Normalmaß heruntergefahren. Dies verleiht dem knapp 70minütigen Programm von „Generations“ eine harte, gar aggressiv anmutende, nicht immer unbedingt sympathieerweckende Note, wie bei dem Marillion-ähnlichen Artrock-Getöse „Out of Harms Way“, dem unnötig gehetzten Heavy Rock „In Self-Defense“ oder dem bedrohlichen Punk-Blues „Gone crazy“, der wie eine verrückt gewordene Hardcore-Version des Bluesstandards „It’s all over now“ klingt, eindeutig festzustellen ist.
    Steve Perry (56), der frühere Frontmann und Verfasser der meisten Journey-Welthits, ist 2005 längst nicht mehr mit von der Partie. Er hatte sich 1996 nach einer Verletzung ad hoc von der Band zurückgezogen. Sein Fehlen hört man auf „Generations“ überdeutlich: Zum einen verfügte Perry über ein leicht wiedererkennbares, äußerst wandlungsfähiges und belastbares Organ zwischen höchstem Falsettgesang und kraftvollster, fülligster Intonation, zum anderen war vermutlich höchstpersönlich er es, der den Songs seiner damaligen Truppe genau jene bedeutungsvolle Prise Emotion und Romantik einhauchte, die sie so einmalig werden ließ. 2005 hingegen wechseln sich alle fünf Journey-Mitglieder am Mikrophon ab, der eigentliche Leadsänger, Steve Augeri, darf diese Aufgabe nur bei acht der 13 Rockepen übernehmen – und dies, obwohl seine Stimme der Phrasierung Perrys noch am nächsten kommt.
    Auch wenn auf „Generations“ kein wirklich schwacher, womöglich unbrauchbarer Song auszumachen ist, fehlt nun mal der alles in den Schatten stellende Überhit, der als Ohrwurm per Excellance Rockradios und Dartkneipen aufzuwirbeln bzw. auf elendig langen Autofahrten konsequent aufmunternd und radikalst zeitverkürzend zu wirken in der Lage wäre. Die meisten neuen Nummern hätten von Stil, Arrangement und gewiß auch ihrer Ausführung her auch schon vor 20 Jahren auf der einen oder anderen Journey-Produktion ihren Platz finden können – aber ihnen wären zugleich pro Album mindestens fünf, sechs Romantik-Rockhämmer für die Ewigkeit gegenübergestellt worden, so daß manch übertriebene Härte, manch hysterisches Gitarreninferno kaum negativ aufgefallen wäre. Derartiges Unverwechselbares ist auf „Generations“ allerdings weit und breit nicht zu erspähen.
    Die 13 Songs, die oft einander sehr ähnlich klingen, bei denen man nur wenige melodische Unterschiede erkennen kann, von denen kein einziger einen Refrain besitzt, den man einmal gehört hat und daraufhin nicht wieder vergessen mag, können nicht mit lautstarken Jubelarien der Kritiker rechnen und dürften – was noch viel mehr ins Gewicht fällt – die vielen alteingesessenen Journey-Fans, die so lange auf eine Rückmeldung ihrer Helden gewartet haben, derb enttäuschen. Über weite Strecken überaus konventioneller Rock ohne Eigenständigkeit, ohne Ecken und Kanten, der darüber hinaus zumeist noch in höllischem Gitarrenlärm untergeht, ist leider bestenfalls als Mittelmaß zu bezeichnen. Nur ganz wenige Momente – etwa der Mid-Tempo-Rocker „Believe“, die schleichende Ballade "Beyond the Clouds" bzw. der einzige (!) an die legendären 80er-Klassiker zumindest von ferne erinnernde, kompakte, wehende Rockhymnus „It’s never too late“ – belegen die einstige ungestüme Kraft und Fähigkeit des Rock-Fünfers, Gefühl und Härte, Romantik und Druck, jugendlich-naive Liebe und krassen Großstadtstreß so kongenial zu verbinden, wie es auf bis heute unvergessenen Journey-Scheiben a’la „Escape“ (1981), „Frontiers“ (1983) oder „Raised on the Radio“ (1986) stets der Fall war. Die Jungs haben von ihrem spielerischen, instrumentellen Können in all den Jahren der Abwesenheit bzw. des Kochens auf kleinster Flamme beileibe nichts verlernt. Aber es fehlt ihnen offenkundig eine so charismatische wie songschreiberisch begabte Figur der Güteklasse des Steve Perry. Ohne eine solche prägende Persönlichkeit bleiben Journey eine Gruppe intelligenter Musiker, die jedoch führungslos vor sich hin irren, künstlerisch in der tiefsten Mittelmäßigkeit verharren und auf diese Weise ihr durchaus offensiv vorhandenes Talent schmählich vergeuden.
    Gesamtnote: 3 bis 4

    Text - H. Stürenburg, August 2005

    Gruß aus HH

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