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Survivor kommen mit neuer CD

Erstellt von NovalisHH, 19.04.2006, 20:30 Uhr · 19 Antworten · 2.892 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von NovalisHH

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    Hallo, Ihr Lieben!

    Am 21. April diesen Jahres erscheint "Reach", das erste Album von Survivor seit knapp 18 Jahren (wenn wir das hinsichtlich seiner Vermarktung überaus unglückselige 99er-Werk "Empires" nicht mitrechnen).
    Ich habe die CD gestern per Post erhalten und sitze gerade an der Rezension. Ein Klasse Werk im klassischen, ungekünstelten 80er-Jahre-Sound, nicht weniger überzeugend geraten, wie "Vital Signs" (1984) oder "When Secounds count" (1986).
    Meine Rezension folgt an dieser Stelle, sobald ich den Text fertig habe

    Liebe Grüße aus HH

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Peter

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    Das sind ja suuuupper Nachrichten. Werde ich mir sofort besorgen.

  4. #3
    Benutzerbild von NovalisHH

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    wie versprochen, hier nun meine Rezension

    "„Dieses Album hätte genausogut 1984 erschienen sein können!“, entfuhr es dem Rezensenten sofort, als er eines schönen Abends erstmals der aktuellen Produktion der US-Stadionrocker „Survivor“ sein Ohr lieh. Intensive, hymnische, treibende Melodien, eine nahezu erotische Balance zwischen Härte und Romantik, führende, eilige Gitarren, deutliches, aber keinesfalls brutales Schlagwerk und darüber als Sahnehäubchen der kräftige, eindringliche Gesang von Frontmann Jimi Jamison – dies vernahm man schon vor 20/25 Jahren von der im Winter 1977 gegründeten Band; nicht in Nuancen anders tönt es nun auf „Reach“ (Frontier Records/Soulfood), der für den 21. April 2006 angekündigten, brandneuen Studio-CD des amerikanischen Quintetts.

    Nachdem man zur Dekadenwende 70er/80er mit den Erstversuchen „Survivor“ (1979) und „Premonition“ (1980) frühe Achtungserfolge vor allem in den USA hatte einfahren können, gelang Gitarrist und Bandleader Frank Sullivan und den Seinen Mitte 1982 der phänomenale Durchbruch rund um den Globus. Filmstar Sylvester Stallone hatte vom romantisierenden Melodic-Rock der fünf Heroen aus Chicago Wind bekommen und persönlich bei „Survivor“ angefragt, ob diese nicht bereit wären, das Titelthema für die dritte Folge der Boxersaga „Rocky“ zu komponieren. Die Truppe willigte gerne ein und präsentierte kurz darauf den hartrockenden und zugleich konsequent ohrwurmgerechten Hymnus „Eye of the Tiger“, der nicht nur in der Bandheimat die höchsten Ränge der Charts erklomm und mit dem begehrten Musikpreis „GrammyÒ“ ausgezeichnet wurde, sondern zudem gar in unseren Breitengraden im September 1982 nur knapp die Top 10 verfehlte. Von nun an waren „Survivor“ in aller Munde, zumal stilistisch ähnlich arbeitende Kollegen wie „Foreigner“, „TOTO“, „Asia“, „SAGA“ oder „Journey“ dem von Sullivan und Co. gehuldigten, hochspannenden musikalischen Konglomerat aus rüdem Rock und naiv-schöngeistiger Schwülstigkeit im selben Zeitraum Tür und Tor geöffnet hatten. Es folgte 1983 das eher rauhe Opus „Caught in the Game“, bevor im Herbst ein Jahr später der dunkelhaarige Kraftprotz Jimi Jamison ans Mikrophon trat, dort David Bickler ablöste, und „Survivor“ auf diese Weise zu ihrem mutmaßlichen qualitativen Höhepunkt „Vital Signs“ verhalf, einer bis heute niemals langweilig gewordenen Kollektion krosser Rockhymnen und monumentaler Balladen voller Dramatik, Leidenschaft und Gefühl.

    Anfang 1986 feierte der sympathische Rockfünfer seinen größten Erfolg hierzulande. Wiederum waren „Survivor“ dem Wunsche Sylvester Stallones gefolgt und hatten auch zum vierten Teil der „Rocky“-Reihe das Titellied beigesteuert. „Burning Heart“ erreichte in Deutschland den überaus passablen Rang 6 und verblieben ganze sieben Wochen unter den ersten Zehn, während in den USA sogar der zweite Platz eingenommen werden konnte. „Survivor“ blieben Dank der qualitativ kaum weniger hochwertigen LPs „When Secounds count“ (Herbst 1986) – mit den Hits „Is this Love“ und „How much Love“ - und „Too Hot to sleep“ (Herbst 1988) – hier stachen in erster Linie die wehenden Rockhämmer „Didn’t know it was Love“ und „Desperate Dreams“ hervor – global im Gespräch. Doch, nach einer 1990 der Öffentlichkeit vorgestellten „Greatest Hits“-Koppelung, standen die Jungs plötzlich ohne Plattenvertrag da. Das Interesse der Fans an klassischem, ungekünstelten Melodic Rock hatte rapide nachgelassen. Zwar blieben „Survivor“ im Konzertgeschehen weiterhin aktiv (der Verfasser erinnert sich in diesem Zusammenhang an einen legendenbehafteten Auftritt der Band im Frühjahr 1993 in der Hamburger „Fabrik“, dem eine ganze Busladung bildschöner polnischer Schülerinnen beiwohnte, die damals vermutlich zum allerersten Mal in ihrem jungen Leben mit „westlich-dekadenten“ Rockklängen konfrontiert wurden, was Sänger Jamison dazu inspirierte, seine 80er-Reißer wie „Can’t hold back“ oder „High on you“ noch weitaus überzeugender und exzessiver zu intonieren als je zuvor) – neue Platten blieben allerdings vorerst gänzlich aus.
    Für die beliebte US-Teenieserie „Baywatch“ konzipierten „Survivor“ zwischendurch die absolut 90er-untypische Erkennungsmelodie „I’m always here“, die jedoch erst 1999 dem internationalen Musikmarkt zugeführt wurde – bzw. zumindest zugeführt werden sollte.

    Aufgrund juristischer Streitigkeiten mit dem inzwischen ausgestiegenen Ex-Keyboarder Jim Petrik unter dem Namen „Jimi Jamison’s Survivor“ fungierend, unterzeichneten die Übriggebliebenen einen Vertrag mit dem bayerischen Minilabel USG Records. Tausende Melodic-Rock-Freaks gerieten aus dem Häuschen, als das Gerücht durchsickerte, ihre alten Helden brächten mit „Empires“ bald das erste reale „Survivor“-Album nach elf Jahren Studioabstinenz auf den Markt. Aber, bevor es dazu kommen sollte, schlug das Schicksal grausam zu. USG Records verschickte eifrig Promo-CDs an ebenso sehnsüchtig wartende Journalisten, die ersten Rezensionen wurden geschrieben und gedruckt... doch wählte man nur ein paar Wochen später die Nummer der seinerzeit in Nürnberg ansässigen Company, ertönte sogleich „Kein Anschluß unter dieser Nummer“. Das Label war nach nur wenigen Monaten Bestand pleitegegangen, die Besitzer hatten sich scheinbar in Luft aufgelöst, USG Records waren fortan Geschichte. „Empires“ wurde daraufhin, mit eineinhalbjähriger Verzögerung, ausschließlich in Japan veröffentlicht und war in deutschen Landen entsprechend nur als überteuerter Import überhaupt erhältlich.

    Nun aber – beinahe ganze 18 Jahre nach „Too Hot to Sleep“ – hat Jimi Jamison, gemeinsam mit Langzeit-Schlagzeuger Marc Droubay, sowie den Neuzugängen Chris Grove (git) und Barry Dunaway (b), aber ohne Gründervater Frank Sullivan, eine neue Formation von „Survivor“ aus der Taufe gehoben und setzt mit dieser - dies sei ihm besonders hoch anzurechnen – musikalisch und stimmungsbezogen genau dort an, wo er 1988 aufgehört hatte. Als hätte es Grunge, Crossover und Alternative zu keinem Zeitpunkt gegeben, als stünden wir mitten in den 80ern, als regierte noch das gleichermaßen bauernschlaue wie weitblickende „Knitterface“ Ronald Reagan und nicht der tumbe Dorftrottel George W. Bush das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, dringen die zwölf ausnahmslos faszinierenden, meist über vierminütigen Rockepen von „Reach“ aus den Boxen. Feste, oft riff-lastige Gitarrenläufe weisen den Weg in die Unendlichkeit, lieblich vor sich hin klimpernde Pianoeinsprengsel bremsen die häufig durchzubrechen drohende Härte, lasziv eingestreute Keyboardlinien sorgen zusätzlich für feudalen Wohlklang, das bärbeißig arbeitende Schlagzeug treibt an, ohne jemals ungemütlich zu wirken – und über all dem thront wie eh und je Jamisons auf wunderbare Weise von allen Gefühlsseligkeiten dieser Welt durchtränktes Organ, das dem ganzen ein einerseits gediegenes und originäres, andererseits betörend fulminantes, geradezu bombastisches Ambiente verleiht.

    Ob voranstrebende, kraftstrotzende Rockoden (Titelsong, „Talkin’ bout Love“), so flehende wie fordernde Liebesschwüre („Gimmie the Word“, „I don’t“), spezifisch amerikanischer Radiorock mittleren Tempos („One more Chance“), eine Portion Glam-/Surfrock-ähnlicher Melangen („Nevertheless“) perfekt austarierte, mal schleichende („Secounds away“, „The Rhythm of your Heart“), mal hysterisch-opulente („Half of my Heart“, „Home“) Balladen, konstruktives Pathos („Don’t give up“) oder ab und zu durchaus drastischer zur Sache gehende Hardrocker („Fire makes Steel“); bei all diesen Songs steht das extremst Melodische, das trotz aller Deftigkeit und Wuchtigkeit niemals aus den Augen verlorene Verliebt-Schöngeistige eloquent im Vordergrund, nicht anders, als es einst auf genannten legendären Auswürfen der Band zwei Dekaden vor dem Heute der Fall war.

    Manch Skeptiker mag „Survivor“ in Anbetracht dieser strikten Weigerung, neuzeitliche Rockelemente ihren klanglichen Konstrukten hinzuzufügen, mangelnde Entwicklungsfähigkeit vorwerfen; die vielen unbelehrbaren Freunde traditioneller, melodiebetonter Rocksounds dagegen werden Jimi Jamison und seinen durchwegs gestandenen Begleitern aus ganzem Herzen gerade dieses danken, nämlich, daß es tatsächlich noch Musiker gibt, die, selbst nach 30jähriger Tätigkeit im Busineß, ohne jegliche Kompromisse sich und ihrer Stilistik treugeblieben sind, mag das Rockleben zwischenzeitlich in noch so obskure, krude, für alteingesessene Musikfreunde oft kaum mehr nachvollziehbare Radikalismen abgedriftet sein, die darüber hinaus nichts an Frische, Charme und Power eingebüßt haben, so daß als Folge dieser ehrenwerten Haltung keine einzige Komposition auf „Reach“ auch nur in den kürzesten Moment womöglich altmodisch, überholt oder angestaubt klingt. Ehrliche, erdige, ‚auf dem Boden’ gebliebene Bands, wie “Survivor”, die sich vom jeweils herrschenden Zeitgeist kein X für ein U vormachen lassen, sind bedauerlicherweise immer seltener im weltweiten Rockgeschehen auszumachen."

    Text: H. Stürenburg, 2006
    - Abdruck nur mit persönlicher Genehmigung des Verfassers -

    Liebe Grüße aus HH

  5. #4
    Benutzerbild von djrene

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    Wer singt eigentlich Track 3? Jim Jamison wohl nicht.

  6. #5
    Benutzerbild von Natokh

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    Mir gefällt die neue Survivor CD auch recht gut. Obwohl mir die aktuelle Jim Peterik CD "Above the storm" noch einen Tick besser gefällt. Aber Hauptsache die Jungs machen mal wieder was. Hofffentlich sieht man sie auch mal wieder in Deutschland. Das letzte Mal habe ich Survivor in der Music Hall in Frankfurt live gesehen und die ist mittlerweile auch schon einige Jahre abgerissen.

  7. #6
    IHK
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    Survivor Live würde ich auch gerne wieder sehen. Zuletzt war das ja 2001 möglich. Mit dem neuen Sänger Robin McAuley ist für 2007 wieder eine neue CD geplant.
    Aber sorry wg. der "Rezension", da haben sich aber einige Fehler eingeschlichen was die Band-History betrifft...

  8. #7
    Benutzerbild von musicola

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    Zitat Zitat von IHK
    Aber sorry wg. der "Rezension", da haben sich aber einige Fehler eingeschlichen was die Band-History betrifft...
    Die da wären?

    Gruß
    musicola

  9. #8
    IHK
    Benutzerbild von IHK

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    Die Titelmelodie I´m always here vom Baywatch Soundtrack stammt nicht von Survivor sondern von dem ehemaligen Sänger Jimi Jamison. Diesen Song hat er für sein 1999 Solo Album Empires nochmals neu aufgenommen.
    Empires erschien als Jimi Jamison´s Survivor, da er meinte (bzw. die Plattenfirma), dass er die Namensrechte an Survivor hätte. Dieses sah das Gründungsmitglied Frankie Sullivan (und nicht Jim Peterik der 1996 Survivor verliess) anders, bekam 1999/2000 vor Gericht auch Recht.
    Jimi Jamison verliess 1989 Survivor und kehrte dann im Jahr 2000 wieder zurück. 1993 war Dave Bickler wieder am Mikro, sodass das Konzert wohl ein Jamison Solo Auftritt war.
    2006 hat Jamison Survivor wieder verlassen (wegen Differenzen beim Reach-Album-siehe Sullivan Vocals auf Nevertheless und Talkin ´bout love) und wurde durch den MSG-Frontmann Robin McAuley ersetzt.

  10. #9
    Benutzerbild von waschbaer

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    AW: Survivor kommen mit neuer CD

    Ich wollte am morgigen Mittwoch mit meinem Bruder das Survivor Konzert in München (im Metropolis) besuchen und habe leider vor wenigen Tagen von muenchenticket.de eine Nachricht erhalten, dass die Tour abgesagt wurde. Leider konnte man mir nicht mitteilen, weshalb das Konzert abgesagt wurde bzw. ob es die Tour nochmals zu einem anderen Zeitpunkt geben wird. Weiß jemand Genaueres?

  11. #10
    Benutzerbild von SonnyB.

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    AW: Survivor kommen mit neuer CD

    Auf der offiziellen HP stehen nur Ami-Termine. Nächstes Konzert: 10/13/07 - Family Circle Magazine Stadium - Charleston, SC

    Frag doch mal da nach:

    Management:
    Alliance Artists, Ltd.
    David Spero
    Charlie Brusco
    (216) 381-5544
    david @ allianceartistsltd.com
    charlie @ allianceartistsltd.com

    ***EDIT***

    Hab grad noch das hier gefunden:

    http://www.razyboard.com/system/more...4741272-0.html

    AUSZUG:
    Bisher gekaufte Tickets behalten Ihre Gültigkeit und können sowohl für das THE SWEET Konzert, als auch für das SURVIVOR Ersatzkonzert im Frühjahr
    2008 eingesetzt werden.
    Übrigends kommt mir da ein User in dem Forum extrem bekannt vor


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