Seite 15 von 36 ErsteErste ... 511121314151617181925 ... LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 141 bis 150 von 360

Die 80er in der DDR

Erstellt von bubu, 05.02.2003, 20:22 Uhr · 359 Antworten · 59.472 Aufrufe

  1. #141
    Benutzerbild von Heideland

    Registriert seit
    05.10.2003
    Beiträge
    141
    @Muggi:
    Hast du schlechte Erfahrungen gemacht im Bezug auf Vorurteilen von West- gegenüber Ostdeutschen bzw. umgekehrt?

  2.  
    Anzeige
  3. #142
    Benutzerbild von Muggi

    Registriert seit
    08.02.2004
    Beiträge
    2.559
    Du meinst nach der Wende? Ja natürlich. Allerdings kaum im Internet, gerade im Depeche Mode-Forum, wo ich mich die meiste Zeit herumtreibe, verbindet die Musik und es gibt da keine Ressentiments. Im "real life" sieht das natürlich anders aus. Da muß man aber differenzieren. Fangen wir mal bei den Ostdeutschen an. Ihre Abneigung und Vorurteile gegen "Wessis" haben mehrere Ursachen. Da wäre zum einen der Zeitraum zwischen Währungsunion und Wiedervereinigung 1990. Nicht mal ein halbes jahr, aber praktisch ein rechtsfreier Raum. man kann sich kaum vorstellen, was sich da hier an Abzocke und Bauernfängerei abgespielt hat. Alles, was in der Bundesrepublik dank Gesetzeslage oder Erfahrungswerten kein Geld mehr brachte, feierte in Ossiland fröhliche Auferstehung. Beispielsweise wurden hier Zehntausende von Rostlauben, bei denen jeder TÜV-Ingenieur nur noch in schallendes gelächter ausgebrochen wäre, erfolgreich an den Mann gebracht, kein Wunder, erstens ein "Westauto" und zweitens wartete man ja bekanntlich in der DDR bis zu 15 Jahre auf einen neuen fahrbaren Untersatz. dann wurden hier zuhauf sogenannte Schneeballspiele veranstaltet, die in der Bundesrepublik längst verboten waren. Möchte nicht wissen, wie viele Leute da ihre Ersparnisse verloren, allerdings kann man da durchaus von eigener Schuld reden. Es entwickelte sich also das ständige Gefühl des "Abgezocktwerdens".

    Ein weiterer Punkt ist, das Anfang der 90er massenhaft Leihbeamte, Wirtschaftsmenschen etc. in die neuen Bundesländer entsendet wurden, um beim Aufbau dergesamtdeutschen Strukturen zu helfen. An für sich ist das ja nicht verkehrt, allerdings machten sich viele dieser Leute keine Freunde hier, da sie mit einer Mentalität auftraten, die man mit viel Wohlwollen als arrogant bezeichnen könnte. Sprüche wie "Jetzt bringen wir Euch erst mal bei, wie man richtig arbeitet" usw. waren da keine Seltenheit. Dies und anderes prägte den Begriff des "Besserwessis" (abgeleitet von Besserwisser). Meine Mutter mußte beispielsweise ihren erst wenige Jahre zuvor erworbenen Sozialarbeiter-Abschluß wiederholen, weil das Ost-Zertifikat nicht anerkannt wurde.

    Um jetzt hier nicht einseitig zu werden: Die vielfache Jammerei meiner "Landsleute" geht mir auch auf den Keks. Sie kommt hauptsächlich von 2 Gruppen: Den Wendeverlierern und den Rentnern. Erstere müssen jetzt nicht unbedingt welche sein, die in der DDR privilegiert waren, obwohl das auch vorkommt. Es sind hauptsächlich Leute, die keinen Job mehr gefunden haben und dem schwierigen Alter sind, welches zu jung für den Ruhestand und anscheinend "zu alt" für den Arbeitsmarkt ist. Die jammerei der rentner ist für mich insofern unverständlich, da es ihnen, bei allen Schwierigkeiten finanziell deutlich und überproportional besser geht als in der DDR. Im Großen und Ganzen gehört meine Familie zu den Gewinnern der Einheit, meine Eltern konnten sich den zu DDR-Zeiten unmöglichen Traum von einem eigenen Haus erfüllen, ich hab als absoluter Geschichtsfan schon an Orten wie Karthago/Tunesien oder Tikal/Guatemala gestanden, alle haben Arbeit...vielleicht sehe ich deshalb einiges nüchterner und differenzierter als andere hier. Ich darf mich gerade auf Arbeit viel mit Meinungen herumschlagen, wo nur von "den Politikern", "den Ausländern", "den Wessis" geredet wird...da bekomm ich manchmal Anfälle! Ich moderiere im DM-Forum den Politikbereich, da lernt man einiges anders zu sehen und ein wenig genauer hinzuschauen.

    Was die Vorurteile West zu Ost betrifft: Ich bin in Regensburg bei der Bundeswehr gewesen, konnte dort aber nichts dergleichen feststellen. Die Ossis waren dort aber auch in der Überzahl...

  4. #143
    Benutzerbild von Heideland

    Registriert seit
    05.10.2003
    Beiträge
    141
    Danke für die ausführliche Info!
    Muss da an den Film "Go Trabbi, go!" denken, wo ein West-Unternehmer nach Bitterfeld kommt, um da irgendwas auf die Beine zu stellen und alle was dagegen haben. So war es wohl generell in den ersten Jahren (1990 bis 1993) nach der Wiedervereinigung.
    Nur komisch, dass das Zertifikat deiner Mum nicht anerkannt wurde. Bei meiner war das irgendwie kein Problem.
    Wie war das eigentlich mit dem Hausbauen in der DDR?
    Meine Mutter hatte immer Westprodukte, was sie bei andere gut ankommen ließ! Ihr Vater war oft beruflich im Ausland unterwegs und brachte ihr alles mit.

  5. #144
    Benutzerbild von Babooshka

    Registriert seit
    15.11.2002
    Beiträge
    7.585
    Soweit ich weiß - bitte berichtigt mich, wenn das nicht stimmt - konnte man als junger DDR-Mensch früher nicht so einfach von zu Hause aus- und in eine eigene Wohnung einziehen. Die Wohnungen wurden zugeteilt (was ich gerade neulich wieder in einer Fernsehsendung über Katharina Witt gehört habe) und als Single bekam man in der Regel keine. Also musste man heiraten, weil man als Paar garantiert eine Wohnung bekam, und das tat man dann auch sehr jung. Dementsprechend jung bekam man auch seine Kinder. Mein damaliger Kollege war 26 und hatte eine 5-jährige Tochter, seine Frau war noch jünger als er. Verdammt jung.

    Gut, so war das damals. Was mir aber auffällt, diese "Tradition" scheint sich fortzusetzen. Selbst wenn es heute theoretisch möglich ist, als Single eine Wohnung zu bekommen oder zumindest ein WG-Zimmer. Zwar wird jetzt nicht mehr gleich geheiratet, aber Kinder bekommen viele Paare der neuen Bundesländer nach wie vor sehr jung - zu jung meiner Meinung nach, denn ich kenne keine einzige Beziehung, die sehr jung begonnen und angedauert hat, gerade wenn diese Menschen knapp der Pubertät entwachsen schon Elternpflichten auf sich nahmen. Warum ist das so? Ist das so in den Leuten drin? Indoktrinierung der Umwelt ("Ach Kind, schenk mir doch endlich einen Enkel", seufzt die 45-jährige Mutter)?

    Sehr witzig fand ich in dem Zusammenhang, dass manche Ost-Frauenärzte eine schwangere Frau über 25 als Spätgebärende bezeichnen und eine Frau, die so Ende 20/Anfang 30 ist und ihren Kinderwunsch vorträgt, zu hören bekommt "tja, Ihre biologische Uhr ist fast abgelaufen, das hätten'Se sich mal früher überlegen sollen, als Sie noch jung waren..."

  6. #145
    Benutzerbild von Heideland

    Registriert seit
    05.10.2003
    Beiträge
    141
    Babooshka:
    Ich glaube das stimmt sogar. Ich habe es zwar nicht slber erlebt, aber durch Erzählungen weiß ich, dass es tatsächlich so war, dass eigentlich nur diejenigen eine Wohnung erhielten, die verheiretet waren.
    Das mit den vielen Jungmüttern heute im Osten ist mir aber auch schon aufgefallen. ich weiß nicht woran das liegen könnte, aber meine Cousine, die in Potsdam mit ihrem Mann lebt, bekam 1998 ihren Sohn und damals war sie 23 Jahre alt.

  7. #146
    Benutzerbild von Topas12

    Registriert seit
    23.05.2003
    Beiträge
    430
    das mit der Wohnung stimmt, es gab ganz einfach etliche Huntertausend zu wenig. Mich hat mal ein Beamter auf dem Wohnungsamt 84 gefragt, wer mir denn eigentlich erlaubt hätte so einfach mir nichts dir nichts von A nach B zu ziehn war bestimmt totale rote Socke
    Gab mal einen sehr zutreffenden Witz anfang der 90er:
    Wie ruiniere ich eine Firma:Mit Alkohol ist am sichersten, mit einer Frau ist am schönsten, mit einem Wessie ist am schnellsten Hat aber in sehr vielen Fällen leider gestimmt

    Topas12

  8. #147
    Benutzerbild von waschbaer

    Registriert seit
    03.03.2002
    Beiträge
    8.370
    Oh Mann, wenn man in der DDR mit 25 Jahren als Spätgebärende bezeichnet wurde, dann wären im Gebiet der alten BRD heute wahrscheinlich nahezu alle Frauen Spätgebärende. Der Ausdruck ist ja wirklich zum

  9. #148
    Benutzerbild von kathrin

    Registriert seit
    08.12.2003
    Beiträge
    322
    @ heidland

    ich kann mich noch gut erinnern 1991: wollten von schönebeck nach magdeburg ins haus meiner eltern ziehen (separate wohnung ) und hatten bereits einen nachmieter (junges paar - typ "wilde ehe"), welche aus einer dachwohnung (2 räume) in eine vernünftige wohnung ziehen wollte. naja, die wollten heiraten mit kind und so. wurde leider nichts draus. die mitarbeiterin vom wohnungsamt war der auffassung, dass eine dachkammerwohnung für "diese zwecke" ausreichend sei . die wohnung bekam dann eine alleinerziehende mutter - stand wahrscheinlich schon länger auf der warteliste.

    @ waschbaer

    stimmt, meine mutter war "schon 27 jahre" alt. und darum habe ich auch keine geschwister oder doch lieber ???

  10. #149
    Benutzerbild von Muggi

    Registriert seit
    08.02.2004
    Beiträge
    2.559
    EDIT sagt: Ein Glück, das ich folgenden Text heute Nacht kurz vorm Abschicken noch mal kopiert hatte, denn als ich endlich fertig mit Schreiben war, kackte der Server ab. Also dann eben jetzt...


    Sooooooooooooooooo...bevor mein DDR-Bericht in die nächste Runde geht, noch ein paar Anmerkungen:

    Ein Haus zu bauen war in der DDR einfach und unmöglich zugleich. Im Vergleich zu heute war es nämlich spottbillig, soweit ich weiß, reichte ein fünfstelliger Betrag aus. Der Knackpunkt dabei nur: Ohne Baumaterial kein Haus! So wie heute einfach in einen Baustoffhandel zu spazieren und palettenweise Ziegel, Zement, Fliesen etc. zu ordern war nämlich nicht. An Baumaterial kam man auf offiziellem Wege praktisch nicht, sondern nur über eine spezielle Form der DDR-Wirtschaft: den Tauschhandel. Räucheraal gegen Fliesen, eine Trabi-Anmeldung gegen etwas anderes Hochwertiges - so sah das aus! Und zwar reiste dann einer von der Ostsee nach Thüringen oder sonstwohin um so etwas zu erledigen.

    Das mit der Wohnungsknappheit ist richtig. Singlewohnungen gab es praktisch nicht, es sei denn Du warst im Rentenalter und verwitwet. Selbst der Trauschein war da nicht die letzte Option. Da mußte schon ein Kind her! Die niedrigen Gebäralter aber nur darauf zurückzuführen ist falsch. Es lief nun mal so: Schulabschluß mit 16, Lehrende mit 18, eventuelles Studienende mit spätestens 23, 24 Jahren. Der Job war sicher, die Kinderbetreuung geregelt, was sprach also gegen ein frühes Kind? Meine Mutter war bei meiner Geburt 20, mein Vater gerade 24, da waren sie bereits ein halbes Jahr verheiratet.

    Nun aber weiter im Text:

    Ich vergaß bei den Musiksendungen noch die "Musikalische Luftfracht" zu erwähnen, die zweiwöchentlich auf Stimme der DDR lief. Dort ergatterte ich Falcos "Jeanny", ehe die Rundfunkgewaltigen schnallten, um was es da eigentlich ging. Näheres dazu habe ich hier beschrieben:

    http://www.depechemode-forum.de/phpB...r=asc&start=15

    Durch diese Sendung wurde "Voyage, Voyage" von Desireless mehrere Monate vor (!!!) dem Chartserfolg im Westen in der DDR ein Hit. Und der Moderator Peter Niedziella, den ich 1989 mal persönlich traf und mir ein Autogramm geben ließ, hatte die aufregendste Stimme des ganzen Landes.

    Nun zu ein paar Punkten des privaten Lebens: Wenn man (wie ich) nicht mit Westverwandschaft gesegnet war, wurde das Finden von ordentlichen Klamotten zur Odyssee. hatte man mal was, was nur in Richtung hip ging, konnte man sich sicher sein, demnächst mehrere Leute zu treffen, die das Gleiche anhatten. Ich kann mich an einen Diskobesuch um 1989 herum erinnern als gleich drei Mädels im gleichen Outfit in dem kleinen Club auftauchten...eine machte sofort kehrt und kam umgezogen zurück.

    Die Klamottennot ging soweit, das ich im letzten gemeinsamen Urlaub mit meinen Eltern in Ungarn 1988 für umgerechnet etwa 700 Ost-Mark (fast ein kompletter Monatslohn!) eingekleidet wurde. Allerdings sprangen für diese Summe nur eine Jeans, eine Jacke, ein Paar Sneakers und zwei T-Shirts raus. Und das war garantiert KEINE Designerware!

    Was das Grenzregime anbetrifft: Für die meisten, die nicht unmittelbar und täglich mit der Grenze zu tun hatten, war die Trennung, die mangelnde Reisefreiheit eben ein unabänderlicher Fakt nach dem Motto "So isses eben". Gerade die nach dem Mauerbau Geborenen kannten eben nichts anderes. Die ersten Zweifel am System kamen mir so um das Jahr 1983 herum. Kann sich noch jemand an den Abschuß der südkoreanischen Boeing 747 durch sowjetische Jagdflugzeuge über Sachalin erinnern? Damals sah ich die Pressekonferenz, wo das zu rechtfertigen versucht wurde. Nur Ausflüchte, angebliche Übersetzungsprobleme, etc. Ein weiterer Punkt war Tschernobyl. Die Einschätzung dieses Unglücks war ja in ost und West komplett unterschiedlich. Hier wurde das als kleiner, unbedeutender Störfall abgetan und man hat sich gar nicht so recht einen Kopf gemacht. Ich lebe etwa 50 Kilometer nördlich von Dresden an der Elbe, also nicht mehr im "Tal der Ahnungslosen", konnte mir also meine Informationen aus der ARD holen. Wie sich das damals alles widersprach, hat einen schon zum Überlegen gebracht.

    Noch ein Punkt: 1988 gab Michael Jackson vor dem Reichstag ein Konzert. In der Nähe des Brandenburger Tores hatten sich mehrere Hundert Ost-Jugendliche eingefunden, um dieses Konzert zumindestens akustisch mitzuverfolgen. Die wurden dann von der Polizei auseinandergeknüppelt. Und so fügte sich ein Ding zum Nächsten. Gorbatschow (der von den DDR-Oberen als Feigling, Revisionist und was weiß ich nicht alles bezeichnet wurde) entwickelte sich selbst unter den nicht in Bürgerbewegungen organisierten Jugendlichen zu einem unglaublich populären Hoffnungsträger. Wir liefen damals alle mit "I Like Mike"-Buttons herum, die es nur in Ungarn gab. In der DDR waren sie nicht gern gesehen, aber was sollten sie tun? Das war schließlich der Chef des "Großen Bruders"!

    In meine Lehrzeit fiel das Verbot der sowjetischen Zeitung "Sputnik". Da war wohl auch dem Letzten klar, wie der Hase läuft. (Wer da mehr drüber wissen will: http://www.rbi-aktuell.de/Politik/27...112003-04.html ) Als im Herbst 1989 ausgerechnet während einer Disko per Mikrofon der Rücktritt des gesamten Politbüros verkündet wurde, brach der ganze Saal in Jubel aus, als wäre eine jahrzehntelange Last abgefallen. An den 09.11.1989 kann ich mich noch sehr genau erinnern (war ein Donnerstag). Ich saß während der berühmten Pressekonferenz allein im Fernsehraum meines Lehrlingswohnheims und als dann die berühmte Schabowski-Passage gelaufen war, riß ich die Tür auf und brüllte mit "Die Grenze ist auf!" das ganze Haus zusammen. Am nächsten Tag gings nach Hause und auf dem Bahnhof meiner Heimatstadt traf ich zwei Freunde, die gerade in Richtung Westberlin aufbrachen. Als ich sie später mal traf, erzählten sie mir, das sie in dieser Nacht selbst in Strip-Schuppen einige "Spezialvorführungen" für lau bekamen. Jaja, Brüder und Schwestern...

    Meine Eltern wollten sich damals nicht in das Chaos der unmittelbar folgenden Tage stürzen, wo ja Millionen auf den Beinen waren. Und so kam es, das ich (wie ich schon schrieb) erst einem Monat später, nämlich an meinem 18. Geburtstag das erste Mal in eine ganz andere Welt eintauchte.

    Die Zeit von September 1989 bis zum Tag der Wiedervereinigung war die Aufregendste meines ganzen Lebens. Man hat förmlich gespürt "Hier wird Geschichte geschrieben und Du bist mittendrin!" Sowas kommt nicht wieder...

    Reicht für heute...


    Yours,
    L. Abersack

  11. #150
    Benutzerbild von Christoph

    Registriert seit
    10.10.2001
    Beiträge
    3.330
    Hey Muggi,

    es ist wunderbar, Deine Berichte zu lesen. Genau so war es!!! Ich könnte alles unterschreiben... Teilweise lache ich mich schief, an anderen Stellen hatte ich Tränen in den Augen! Du triffst es! Diese sachliche Betrachtungsweise, ohne Schönfärberei, aber auch ohne Jammerei, absolut korrekt! Es muss erlaubt sein, das Leben in der DDR realistisch einzuschätzen, ohne gleich als Ostalgiker zurechtgewiesen zu werden. Ich will dieses Lob (an Muggi, nicht an die DDR ) einfach mal loswerden, denn ein "Westgermane" (liebevoller Spruch bei uns in der Familie weit vor 1989!) kann dieses Puzzle DDR einfach nicht zusammensetzen, selbst wenn er noch so viele Teile dafür hat.

    Noch ein Wort zu den Kindern: vielleicht ist es für Manchen zu zeitig, mit 26 (so war´s bei mir!) ein Kind zu haben, konnte ich mir erst auch nicht vorstellen . Aber mal andersherum gerechnet: wenn ich erst mit 40 Vater werden würde, dann bin ich knapp 60, wenn "das Balg" das Haus verläßt - und das finde ich schon heftig! Die Distanz zur Jugend ist dann einfach zu groß, daher spricht doch auch Einiges dafür, eher Kinder zu haben.

    Gruß
    Christoph