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Die 80er in der DDR

Erstellt von bubu, 05.02.2003, 20:22 Uhr · 359 Antworten · 59.509 Aufrufe

  1. #161
    Benutzerbild von Topas12

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    @ Babooshka

    sag mal deinem Vorgesetzten auf Arbeit paar mal , vielleicht berechtigt oder auch nicht, daß er ein Idiot ist.....so schnell kannst du gar nicht kucken wie du weg bist, im Osten spielte da teilweise die politische Komponente mit rein, aber auf Arbeit weit weniger, wer fachlich einigermaßen was drauf hatte, konnte sich eine Menge leisten, was hatten unsere überzeugten Genossen zu leiden und ich kenne einen Stasimann aus meiner Klasse, der die Wahrheit, die da im Herbst 89 nach und nach ans Tageslicht kam, bis heute nicht verwunden hat, was man ihm für Müll erzählt hat und er das noch geglaubt hat. Der hat mir mal in den 80ern erklären wollen, das ein Brot doch wichtiger wäre als westliche Pop Musik seitdem hab mit dem (ex) Genossen A.....auch kein Wort mehr geredet das war mir echt zu dämlich
    Aber stimmt schon, wer das nicht selbst gelebt hat kann da schlecht mitreden

    Topas12

  2.  
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  3. #162
    Benutzerbild von röschmich

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    Zu vorhin. Die Diskussion um Platz 44 der DDR-Spitzenparade.
    Ich habe mir das eben angesehen und tatsächlich fehlt da was. Ich erinnere mich jetzt genau an den Sachverhalt. Ich habe damals auch fast jede Wertungssendung im DDR-Rundfunk verfolgt. Da war die Tip-Disco (War das Stimme der DDR?, Das Metronom von DT64, die Beatkiste von Stimme der DDR die Radio DDR Tip Parade. Am 01.01.1982 wurde die Sendung bei Stimme der DDR ausgestrahlt. Jedenfalls hatte ich den totalen Überblick und wunderte mich so gegen Ende der Sendung, dass man den Titel "Vorsicht Glas" von MAGDEBURG nicht gesendet hatte. Da fiel mir auch ein, dass man Titel dieser Band lange nicht mehr gesendet hat. Ich schrieb auch eine Karte an den Sender, natürlich bekam ich keine Antwort. Auch keiner meiner Kumpels, abgesehen davon, dass ich fast der einzigste war, der "DDR"-Rock gehört hat.
    Erst später traf ich auf Musiker, die mal bei dieser Band gespielt hatten, die aber auch nicht so recht mit der Sprache raus wollten. Hörte so was wie: Die haben alle Ausreiseantrag gestellt.
    Erst vor ein paar Jahren las ich die ganze Geschichte im Buch von Dietrich Kessler (Das war der Sänger von Magdeburg) "Stasiknast".
    Jedenfalls hat der Autor des Ostrocklexikons nun Magdeburg mit "Vorsicht Glas" wieder reingenommen und in den folgenden Plätzen etwas durcheinander gebracht. Der fehlende Platz zwischen "Die ganze Nacht" von den Puhdys und KEKS hatte Heinz Jürgen Gottschalk mit "Danny" inne.
    Heinz Jürgen Gottschalk verschwand auch einige zeit später aus der DDR und damit auch aus dem DDR-Rundfunkprogramm. Erst vor ein paar Monaten konnte ich mir eine CD die in der BRD erschienen ist ersteigern.

  4. #163
    Benutzerbild von Muggi

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    Es gab natürlich einige, für die mit dem Ende der DDR eine ganze Welt zusammengebrochen ist und ich meine jetzt nicht irgendwelche Parteibonzen. Ich hatte beispielsweise in der Lehre einen Staatsbürgerkundelehrer, Altkommunist, hat im spanischen Bürgerkrieg in den 30er Jahren einen Arm verloren und ist dann irgendwo im Exil gewesen. Der hat einfach an das alles voll und ganz geglaubt. Anfang 1990 ist der ganz einfach auf dem Bahnsteig zusammengebrochen und gestorben, der hat die Wende wirklich nicht verkraftet.

  5. #164
    Benutzerbild von Topas12

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    @ Muggie

    wie man so blind durch die Welt rennen kann (zumindest ab Mitte der 80er) ist mir bis heute ein Rätsel mein ehemaliger Schuldirektor hat die Sache auch grad so überlebt, im wahrsten Sinn des Wortes. Und wie schön hab ich in seinen Staatsbürgerkundestunden immer geschlafen

    Topas12

  6. #165
    Benutzerbild von bubu

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    Hallo allerseits,
    freut mich sehr, dass dieser alte Thread wieder reanimiert wurde und hier neue Geschichten erzählt wurden.

    Ich würde gerne nochmal eine Frage loswerden, ich hoffe, ihr könnt mir was dazu erzählen:

    In meiner Zivildienstzeit an einer Schule habe ich oft genug erlebt, wie viele Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder heillos überfordert sind. Damals bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Eltern eigentlich erst so eine Art "Führerschein" machen müssten, bevor sie Kinder kriegen dürften.

    Jetzt, im Zuge der Diskussion um die breite Einführung von Ganztagsschulen, frage ich mich oft, ob das der richtige Weg ist. Ich bin eher dazu geneigt, das zu begrüßen, vielleicht sollte man Erziehung tatsächlich Profis überlassen.

    In der DDR waren Kinderhorte und -Krippen ja viel verbreiterter und besser organisiert. Frauen hatten somit bessere Möglichkeiten, trotz Kindern einen Beruf zu ergreifen. Insofern war die DDR der BRD einen Schritt voraus.

    Als ich in dann ab den 90ern des öfteren dann mit Gleichaltrigen aus der Ex-DDR zusammentraf, z.B. im Urlaub oder im Studium, hatte ich den Eindruck, dass sie viel offener eingestellt und ihr Sozialverhalten wesentlich ausgeprägter war, als ich das so von Wessis gewöhnt war. Da sind eher gepflegte Kühle und egoistischeres Verhalten angesagt.

    Jetzt meine Frage: ist da was dran? Sind Ossis (in unserem Alter) offener und denken sozialer als Wessis? Oder trügt mich mein Eindruck?

    Und falls ja, hängt das tatsächlich mit den sozialen Erziehungsstrukturen der DDR zusammen?

    Viele Grüße
    bubu

  7. #166
    Benutzerbild von Muggi

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    Hm, das ist schwer zu sagen. Das mag zum Einen daran liegen, das als Erziehungsziel der Erfolg der breiten Masse gesehen wurde, sprich, es wurde versucht, möglichst alle Schüler das Klassenziel erreichen zu lassen. Man kann das auch in einigen Fällen durchaus als "Mitschleppen" bezeichnen. Ein Leistungsgedanke in Form von "Elite" war eigentlich verpönt, eine Ausnahme dürfte da nur der Sport bilden. Ich kann da auch nicht pauschal urteilen, ich bin keine Gesellschaftswissenschaftler, allerdings finde ich allgemein, dass in der DDR zwischenmenschliche Kontakte anders bzw. enger gepflegt wurden, wahrscheinlich mangels Alternativen. Heute kenne ich nicht mal mehr alle meine Nachbarn mit Namen und es interessiert mich auch nicht besonders. Solche Veränderungen, das man sich hauptsächlich um sich selbst kümmert, stelle ich durchaus an mir fest, besonders toll finde ich es allerdings nicht.

  8. #167
    Benutzerbild von stoni

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    @BUBU

    Viele bejubeln auch heute noch die Komplettbetreuung der Kids in der DDR.
    Das es sich dabei aber um eine absolute Notwendigkeit denn einem sozialen Hintergrund handelte,haben viele wohl verdrängt.Die hoffnungslos veraltete und nicht konkurrenzfähige DDR Industrie + Landwirtschaft brauchte dringend'st Arbeitskräfte und so mußten zwangläufig die Frauen von der Kinderbetreuung entlastet werden.Außerdem konnte der Staat so ganztägig mit seiner Ideologie auf die "Kampfreserve der Partei" einwirken
    Der ach so beschworenen Gemeinschaftsgeist unter den Ostdeutschen sehe ich persönlich nur daraus resultierend,das alle eine Art Schicksalgemeinschaft bildeten.Und es fehlten einfach die Gelegenheiten um sich zu entfalten.
    Heutzutage kann jeder nach Feierabend seinen Interessen fröhnen.....is doch klar das man sich dann nicht mehr so oft sieht.Aber schon wird wieder rumgeheult..............früher........ja da war noch Gemeinschaft etc.
    Meine Jugend in der DDR war "normal".Nur das ich mir immer in der Schule auf die Zunge beißen mußte.............hatte 2 mal meine eigene Meinung im Geschichtsunterricht losgelassen ...........Folge - Drohungen vom Direx - Folge -Klappe halten.
    Alles was man als Teeny so braucht (Mode+Musik+Bravos)gab's nur durch Westverwandschaft (hatte ich zum Glück).
    Jeder,aber auch jeder der etwas Grips in der Birne hatte,mußte doch erkennen das an diesem Staat DDR etwas oberfaul war.Das "Ich hatte es nicht gewußt" hatten wir ja nach 45' schon mal.Scheint wohl typisch deutsch zu sein.
    Für mich waren,auch wenn's krass klingt,die SED Getreuen nix weiter wie rotlackierte Faschisten.Die gleichen Lieder (nur anderer Text),dieselben Aufmärsche und die gleiche Art das Volk zu unterdrücken.

    Gruß
    Stoni

  9. #168
    Benutzerbild von Muggi

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    stoni postete

    Für mich waren,auch wenn's krass klingt,die SED Getreuen nix weiter wie rotlackierte Faschisten.Die gleichen Lieder (nur anderer Text),dieselben Aufmärsche und die gleiche Art das Volk zu unterdrücken.
    Nur mit dem Unterschied, dass sie nicht einen Weltkrieg vom Zaun gebrochen und Millionen Menschen industriell vernichtet haben. Die DDR war ein Unrechtsstaat, eine Diktatur, ganz klar, aber die Verhältnismäßigkeit sollte doch gewahrt bleiben.

  10. #169
    Benutzerbild von stoni

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    Was hat das jetzt mit dem II.Weltkrieg zu tun ???
    Ich meinte die Methoden.......und Apropos........hätten die Russen es erlaubt.....die NVA wäre gnadenlos mit in die CSSR einmarschiert.
    Frag doch mal Zeitzeugen die vor 45 schon denken konnten!
    Es hatte sich eigentlich nur dahingehend geändert,das man das Hakenkreuz entfernte und die roten Fahnen locker weiterbenutzen konnte.
    Es steckt doch schon im Wort >National "SOZIALISTISCHE" Partei.

  11. #170
    Benutzerbild von bubu

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    stoni postete
    @BUBU

    Viele bejubeln auch heute noch die Komplettbetreuung der Kids in der DDR.
    Das es sich dabei aber um eine absolute Notwendigkeit denn einem sozialen Hintergrund handelte,haben viele wohl verdrängt.
    Hi Stoni,
    Das ist mir bewusst, die DDR hat das sicher nicht aus Frauenfreundlichkeit gemacht. Mir sind die Motive, die dahinter standen, aber für die eigentliche Fragestellung erstmal egal. Und wenn die Folgen positiv sind - warum nicht?

    @Muggi
    Stoni hat ja nicht direkt einen Vergleich mit den Nazis gezogen. Und Merkmale des Faschismus hat die DDR in der Tat innegehabt. Siehe hierzu einen Auszug aus der Encarta:

    MERKMALE DES FASCHISMUS

    Der Faschismus ist keine geschlossene Ideologie und deshalb als Begriff unscharf. Trotzdem gibt es hinreichend viele Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen als faschistisch apostrophierten Bewegungen, um seinen Gebrauch als Sammelbezeichnung zu rechtfertigen. Ein zentrales Merkmal der faschistischen Organisationen ist die streng hierarchische Ausrichtung am Führerprinzip; an der Spitze der faschistischen Bewegung bzw. des faschistischen Staates steht der Führer (italienisch Duce). Des Weiteren mythisieren die faschistischen Bewegungen die Volksgemeinschaft, verabsolutieren das jeweilige nationale Eigeninteresse und verherrlichen und verklären die Geschichte des eigenen Volkes; aber obwohl dezidiert nationale Bewegungen, hatten die faschistischen Parteien Mussolinis und Hitlers auch Vorbildcharakter für ähnlich gerichtete Bewegungen im Ausland. Ein weiteres gemeinsames Merkmal der verschiedenen faschistischen Bewegungen ist der Totalitarismus, d. h. ihr Ziel ist die Errichtung einer faschistischen Einparteiendiktatur, in der die herrschende Partei Staat und Gesellschaft vollkommen unter ihrer Kontrolle hat und in dem alle Merkmale eines demokratischen Verfassungsstaates fehlen. Der faschistische Staat war als Gesellschaft jenseits von sowohl Kapitalismus wie auch Klassenkampf gedacht, die auf der „Volksgemeinschaft” basiert, in der Minderheiten ethnischer, religiöser oder politischer Art keinen Platz haben; die Minderheiten und Randgruppen werden lediglich gebraucht, um soziale Spannungen und andere Konflikte auf sie abzuwälzen. Der Faschismus zeichnet sich durchgehend auch durch eine erhöhte Aggressivität und Gewaltbereitschaft seiner Anhänger aus; politische Überzeugungsarbeit wurde nicht auf demokratischem, parlamentarischem Wege geleistet, sondern mittels kämpferischer Propaganda und Terror, mit dem die paramilitärischen Verbände der faschistischen Organisationen die politischen Gegner einschüchterten bzw. ausschalteten. Kennzeichnend ist weiterhin, daß sich die unmittelbare, aktive Anhängerschaft des Faschismus fast nur aus Männern, vorwiegend jüngeren, rekrutierte.

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