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Die 80er in der DDR

Erstellt von bubu, 05.02.2003, 20:22 Uhr · 359 Antworten · 59.448 Aufrufe

  1. #61
    Benutzerbild von Babooshka

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    JJ, die Milgram-Experimente sind mir aus dem hervorragenden Film Ikarus bekannt. Den könnten sie übrigens ruhig mal wieder auf einem allgemein zugänglichen Programm bringen.

    Hechicero, also bei dir in der Schule gab es diese Abiquote nicht, von der Jens geschrieben hat? Hättest du auch Abi machen können ohne deine sehr guten Noten (Glückwunsch; ich war immer so eine lausige Schülerin ), allenfalls mit dem Fähnchen im Wind, aber ohne ganz besonders staatstreu zu sein - was du ja nicht warst, siehe Studienfachwahl?

    Ja, und erzählt - wie war das mit der FDJ? Musste man dabei sein? Was machte man dort? Ich hatte immer den Eindruck, der junge DDR-Bürger wurde durch diese Art betreuter Freizeit von frühester Kindheit an auf den Staat eingeschossen. Das erinnert mich wieder an eine Szene aus dem Film Helden wie wir, wie der kleine Uhltzscht (urgh, wat 'n Name) in der Schule sitzt und die Schüler die "guten Staaten" und die "bösen Staaten" nennen und dann farblich gestalten mussten, wie Europa aussehen würde, wenn es die Guten übernehmen würden. Zur farblichen Gestaltung standen ausschließlich rote Buntstifte zur Verfügung. Und Klein-Klaus, der von Holland träumte...

    Das mit den verbotenen Familienbesuchen muss verdammt hart gewesen sein. Wie gesagt, wir hatten keinen Kontakt zu unseren Ostverwandten. Aber viele Freunde und Bekannte der Familie fuhren öfter "rüber" oder bekamen Besuch von Verwandten, die in Rente oder gebrechlich waren. Der jüngere Bruder meiner Klassenkameradin kam bei so einem DDR-Besuch eines Tages ohne Hose an: Andere Jugendliche hatten sie ihm auf offener Straße abgezogen, so wie es sehr viel später im vereinigten Deutschland bestimmte Gangs mit Edeljacken machten. Nur war diese Hose kein Chevignon, sondern eine billige, abgetragene C&A-Jeans. Der selbe Junge schmuggelte auch immer Cassetten in den Schuhen für seine Ost-Cousins. Von meiner Patentante wurde berichtet, dass sie mit ihrer Familie an der Grenze Probleme bekam, weil ihr Sohn ein Bravoheft offen im Auto liegen gelassen hatte (Pornografie!). Außerdem haben sie sich im schummrigen Ostberlin spätabends mal so verfahren, dass sie sich mit dem Auto plötzlich vorm Todesstreifen wiederfanden und von aufblitzenden Scheinwerfern geblendet wurden.
    Mein Exfreund, der sehr gerne in die DDR reiste, hat zu Mauerzeiten mal einen Film gedreht, "Sehnsucht Ost". Er führte immer an der Mauer lang und ist heute ein echtes Zeitdokument. Sehr bewegend die Aufnahmen von Ostrentnern, die einen Westbesuch bei ihren Verwandten gemacht hatten und nun wieder zurückkehrten, selbst weinend und die weinenden Verwandten hinter sich lassend. Hieß ja nicht umsonst Tränenpalast, dieses Abfertigungsgebäude an der Friedrichstraße...
    Ein Schlag ins Gesicht eines jeden ehemaligen DDR-Bürgers muss jenes Honecker-Interview gewesen sein, kurz bevor er nach Chile zu seiner Familie flog. Wir Westler haben geheult vor Wut, wie der alte Unverbesserliche da saß und in die Kamera grinste, als könnte ihn kein Wässerchen trüben und sagte, er will unbedingt nach Chile reisen, denn "es ist doch ein vollkommen natürliches Bedürfnis, seine Verwandten sehen zu wollen." Ein Bedürfnis, das er den Gefangenen seines Staates 40 Jahre lang verwehrt hatte... nebenbei gesagt verstehe ich nicht ganz, warum Honecker ein christliches Begräbnis und sogar ein Kreuz auf seinen Sarg bekommen hat. Christentum, Religion, das war doch vollkommen gegen seine Gesinnung. Ein anonymes Grab ohne Kreuz hätte ja wohl auch gereicht.

  2.  
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  3. #62
    Benutzerbild von bubu

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    hi ihr alle,

    ich möchte nochmal nachhaken, weil mich das ganz besonders interessiert und ich endlich verstehen möchte, was dran ist. wie habt ihr die zeit nach der maueröffnung (bis heute) empfunden? wie habt ihr euch gefühlt, als ihr dann mit den westdeutschen zusammengetroffen seid, besonders mit gleichaltrigen. seht ihr in unserer generation auch die schwierigkeiten des "zusammenwachsens", wie sie ja immer so gerne von medien und politikern mantrahaft beschworen werden?

    wenn es so ist, würde ich gerne wissen, WAS eurer meinung nach die leute unserer generation in ost und west auch heute noch trennt. WAS ist anders, auch noch 14 jahre später? wo seht ihr die grundlegenden unterschiede im verhalten, in der lebenseinstellung? manches ist ja in euren beiträgen schon angeklungen. aber vielleicht könntet ihr noch mehr eure empfindungen, eure gefühle schildern. WAS hat euch in der DDR möglicherweise für alle zeit geprägt.
    auch die westler hier - wie seht ihr das? wo sind die unterschiede, auch heute noch - wenn es sie gibt...

    bubu

  4. #63
    Benutzerbild von Krupunderstab

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    @Babooshka 4 Wege zum Zonanabi


    1.der in bisherigen Postings beschriebene Weg mit mehr oder weniger Plätzen pro Abgangs-Klassenstufe

    oft sehr ungerechte Verteilung - NVA Offiziersbewerber wurden bevorzugt ebenso Bonzenkinder . Ebenso konnte einem ein Lehrer ( Staatsbürgerkunde )
    oder der Schul-Parteisekratär dir den ( nach dem Notendurchschnitt ) Abiplatz versauen.

    Wie hebelte man dieses System aus ?

    in dem man auf Offiziersanwärter markierte - nach dem Abi "nitschewo" sagte. ( mein Cousin hat es so gemacht - ihm ist nichts weiter passiert )

    ein Mitschüler aus meiner Klasse wurde zuerst duch diese Quote ausgesondert , seine Eltern schrieben einen Brief an die SED-Kreisleitung , das Arbeiterkinder gegenüber
    Kindern der Intelligenz benachteiligt werden...ja die DDR nannte sich ja Arbeiter-& Bauernstaat...und auf einmal gab es einen zusätzlichen Platz


    2.Die" Berufsausbildung mit Abitur" dort war das Raster bei weitem grobmaschiger , hatte den Vorteil das man in 3 Jahren Beruf und Abi hatte.

    3.Die Volkshochschule - dort konnte es (fast) jeder machen , natürlich in seiner Freizeit

    4.Abitur im "Bäckerlehrgang" Dieser Sonderfall trat ein wenn die Bewaffneten Organe der Ostzone (NVA , Zoll , Stasi) nicht genügend Nachwuchs hatten.
    Dort wurde im Schnellduchlauf für "Genossen" die sich mindestens 10 Jahre verpflichtet hatten , das Abi "gebacken". Über die Qualität schweigen wir mal

  5. #64
    Benutzerbild von stoni

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    @bubu

    Der größte Schock war für mich,das die "Wessis" ohne Verwandschaft,uns aus dem Osten ,als Ausländer sahen.Für die war die DDR Ausland und hat sie nicht weiter interessiert.War ganz schön schwer für mich das zu akzeptieren.
    Aber BaWü war nun mal ein Stück weg von der Grenze.
    Aber was will man auch erwarten.Von dort ( DDR ) wurde Ihr Land massivst bedroht.Ihr System als Müll der Geschichte bezeichnet und alle Selbstständigen und Unternehmer als Kapitalisten abgestempelt.Fall´s Sie doch mal eine Klassenfahrt nach Berlin machen mußten,wurden sie an der Grenze eingeschüchtert und angemacht.
    Für mich als einziger "Ossi" in der Abteilung nicht gerade leicht.
    Viele dachten,das nur Sie den Soli zahlen müßten und die da Drüben nicht.
    Durch "Bild" usw.sind sie der Meinung,das jeder "Ossi" bei der Stasi war.
    Früher war aaaaaalles besser (vor dem 9.Nov) und der Staat hatte noch genug Kohle.Ich werde akzeptiert und geachtet.....aber Ihre kleine Mauer im Kopf bekommen die nie mehr weg.Das wird wohl noch so lang dauern,wie auch in den Medien von "Neuen" und "Alten" Bundesländern geschwätzt wird.
    Mal eine Frage an die "Wessis"
    Gab es bei Euch im letzten Drittel der 80´s einen "Russlandboom" ???
    Hab nämlich letztens bei Ebay eine RonnysPopshow aus 88 ersteigert.
    Pack das Ding aus und mußte erst mal fluchen.Da stand doch tatsächlich groß etwas in dem verhasstem kyrillisch auf dem Cover ?Ich dachte,jetzt hat mir doch so´n Rußlanddeutscher eine CD angedreht.Aber weit gefehlt.Es war eine echte CD.<16 Affenbärigstarke Hits für Ost-und Westohren.Das fand man wohl damals cool?????????
    Da ich hier gezwungen wurde,diese Sprache der Besatzer zu lernen,hab ich da ein ganz anderes Verhältnis zu allem was mit Russland zu tun hat.
    Darüber will ich mich jetzt aber nicht auslassen.

    Gruß Stoni

  6. #65
    Benutzerbild von Babooshka

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    Russlandboom Ende der 80-er? Ich kann mich nur noch an modische Elemente mit kyrillischen Schriftzeichen erinnern, siehe meine Modeenzyklopädie. Ich Wessi habe Ende der 80-er höchst freiwillig Russisch an der Uni gelernt, allerdings nur ein Jahr. Und da kann ich gleich nahtlos zum Thema Mauer im Kopf überleiten:

    Früher war ich an einem Gymnasium, das als 2. Fremdsprache Russisch anbot, neben Französisch. Ich wählte lieber Französisch, hätte aber auch gerne Russisch gemacht, so als 3. Fremdsprache, was aber leider nicht möglich war. So kam ich in eine Klasse mit überwiegend Russisch-Schülern und einer kleinen Gruppe Französisch-Schülern, zu der ich gehörte. In den Russischklassen gab es immer ein bis mehrere DDR-Flüchtlingskinder, die früher in der DDR schon Russisch hatten und das nun im Westen weitermachten. Natürlich hatten sie den Anfängern einiges voraus, hatten aber oftmals in Englisch schwerwiegende Probleme, da wir ihnen wiederum um 2 Jahre voraus waren. Diese Mitschüler gehörten voll und ganz zur Klasse, niemand fragte sie groß nach ihrer DDR-Vergangenheit oder zog sie gar damit auf. Allenfalls fielen mal ein paar dumme Bemerkungen, die aber nie böse gemeint waren und die Leute wussten das. Einige von ihnen zeichneten sich durch sehr gute schulische Leistungen aus, andere durch einen krankhaften Geltungsdrang (schickste Klamotten... toll aussehen... rauchen... in sein...). Somit waren wir schon früh mit ehemaligen DDR-Bürgern konfrontiert und sahen die DDR keineswegs als Ausland - naja, einerseits zumindest. Andererseits war dieses Land für die meisten von uns halt sehr weit weg, wie ich schon schrieb. Daher kann ich von mir sagen, ich persönlich habe nie eine Mauer gesehen oder gespürt im Umgang mit ehemaligen Ossis. Ich traf sie auf unseren Parisreisen unmittelbar nach der Wende, ich lernte einige von ihnen hier in München kennen, es waren immer ganz stinknormale Leute wie wir. Ich habe auch eher das Gefühl, ältere Leute haben mehr Probleme damit, denn bei meinen Eltern sehe ich bisweilen schon eine Mauer im Kopf. Wie ich schon schrieb, sie hassten das DDR-Regime und manchmal sehen sie, was es aus den Leuten gemacht hat. Mein Vater ist seit ewigen Zeiten im Judosport aktiv, dort, erzählte er mal, gab es schon vor der Wende ein Vereinsmitglied aus der DDR (oder ein Junge und dessen Vater oder so), der durch unangenehmes DDR-Vokabular und -Gebaren auffiel. Mein Vater hatte den Eindruck, dass dieser Mann im Westen fehl am Platze war, denn es hörte sich ganz so an, als sei er in der DDR recht zufrieden gewesen.

    Das Negativste, was meiner Meinung nach die Wiedervereinigung hervorgebracht hat, ist der wachsende Rechtsradikalismus. Und der ist leider Gottes in den nicht-mehr-neuen Bundesländern verstärkt vertreten. Wo ganze Dörfer applaudieren, wenn ein Asylantenheim in Flammen aufgeht! Ich kann es mir nicht genau erklären, warum es sich so entwickelt hat, aber ich nehme an, es hat mit der Orientierungs- und Arbeitslosigkeit zu tun. Früher zu DDR-Zeiten war das Leben der jungen Leute von vorne bis hinten verplant: Erst Schule, danach FDJ, organisierte Freizeit halt. Der Staat hat alles für sie entschieden, sie brauchten im Grunde nicht selber denken. Nach der Wende wurde alles anders: Keine organisierte Freizeit mehr, die mussten sie sich nun selber gestalten. Und nun war da eine große Leere; was sollten sie mit sich anfangen? Sie wussten es nicht. Die alten Jugendheime waren geschlossen, neue gab es noch nicht, man hing auf der Straße ab und es entstand gefährliches Gedankengut. Junge Leute, die, wie ihr ausgedrückt habt, bereits "in der Produktion" standen, wurden plötzlich arbeitslos, weil ein Betrieb/Kombinat nach dem anderen schloss. Arbeitslosigkeit, das war ganz was Neues, das gab es früher nicht. Für eine neue Arbeit waren sie oftmals nicht qualifiziert, also war es zunächst schwierig, etwas Neues zu finden.
    So stelle ich es mir jedenfalls vor.

  7. #66
    Benutzerbild von imperium22

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    Keiner durfte rüber, der ein normaler Mensch war das stimmt nicht! Was ist mit Retnern die durften rüber!!!! Schau dir das doch mal bei dem Link an! Habe das gelesen!!!! Und Ich war bei keiner Stasi! Das mit dem Telefon war weil mein Opi bei der Feuerwehr war und da eins bekommen hat. Aber wie gesagt nicht jeder bei der Feuerwehr war bei der Stasi!

    Ist ja nicht aus zu halten! Ich war 1986 drüben und wenn das so war war das so!!!!

    Die Frösche die ich bei mir rum liegen habe sind aus Praque! Da war mein Daddy mal als Programmierer damals irgend so ein Austausch kein Plan! Da hat er die mit geschmugelt....

    Die Leben jetzt noch!

    Habt ihr das im Fernsehen gehört vor kurzen das die DDR den Mühl vom Westen angeblich in seinen Lagern gelagert haben soll für Geld!!!
    Weil du nicht mehr wußten im Westen wo hin damit!

    Naja egal wenn ihr mir das nicht glaubt. Ich habe es erlebt.... Und das sind Kindheitserinnerungen!



    Und noch mal! Es war nicht jeder in der SED. Ich habe auch kein Plan wie viele! Weil ja immer alle sagen viele! Aber wenn du viele Leute mal fragst sagen die alle die waren nicht.... Ich das nun gelogen oder was wares dran?????

    Wie gesagt Zwang dazu bestand nicht...... Wenn du nicht wolltest hast du halt nein dazu gesagt.....

    Und wie ist das heute mit dem System... Wenn du was falsches sagst bist du gleich ein Spinner und Total Out....

    Also wenn du nicht für das System bist... Also wie gesagt die Leute die nicht fürs System waren hatten es nicht einfach aber am Ende haben Sie trotzdem gelebt. Wie heute!!!

  8. #67
    Benutzerbild von hechicero

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    imperium22 postete
    Keiner durfte rüber, der ein normaler Mensch war das stimmt nicht! Was ist mit Retnern die durften rüber!!!!
    Warst Du mit sieben schon Rentner, Imperium ?

    Ach und Telefon (wußte doch, daß ich was vergessen hatte): Meine Eltern hatten das seit den frühen 70er Jahren beantragt. Mein Dad hat sogar zweimal an unseren Staatsratsvorsitzenden und Dachdecker Erich geschrieben. Die Briefe blieben unbeantwortet. Schön für Dich, Impi, daß Ihr an einer zufällig bedachten Route gelegen habt. Wir offenbar nicht: Telefon gabs erst nach der Wende und dann - Oh Wunder - problemlos.

    Zu den Fragen nach der Mauer in den Köpfen kann ich nur sagen, daß ich ab 1991 in Nürnberg gelebt habe, weil ich eine Ausbildung machte, die es damals im Osten noch nicht gab.
    Ich war in der dortigen Niederlassung einer von drei "Ossis". Ich habe mich nie als "Aussätziger" gefühlt. Klar, man mußte den einen oder anderen (auch derben) Witz ertragen. Das ist auch noch heute so. Gottseidank habe ich die Fähigkeit, auch über mich selbst lachen zu können.
    Allerdings gingen die Wessis schon etwas davon aus, uns "erlöst" zu haben. Ich für meinen Teil empfand auch etwas ähnliches, weswegen mich das nicht weiter störte.
    Einer der anderen drei erzählte hingegen ständig (wie mancher noch heute) was alles besser gewesen sei in der DDR. Klar, daß der oft geschnitten wurde, man über ihn Witze machte und er kein wirklicher Teil der Gemeinschaft war.
    Kein Wessi verstand, daß es evtl Dinge gegeben haben könnte, die besser waren. Da er das dann auch noch pauschalierte.....naja.....da war dann plötzlich die Mauer in den Köpfen.......

    Ich persönlich aber glaube, daß sie in den Köpfen meiner Generation längst gefallen ist. Für die Teens kann ich natürlich nicht sprechen.
    Aber die "ewig gestrigen" (geiler Begriff) wird es immer geben. Und zwar immer auch auf beiden Seiten !!!!

  9. #68
    Benutzerbild von JensMJ

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    [quote]Krupunderstab postete
    Guten Morgen

    Ich mußte erst zweimal hinschauen , wie meine Mithäftlinge Jens & Hechicero sich über die Versorgung in Honnis Musterstaat ausgelassen haben.
    Schnell zwei Kollegen an den Bildschirm geholt , der eine ehem.Neubrandenburg M/V , der andere Pirna /Sa , und mussten uber den Thrash herrlich feixen .

    JensMJ postete
    Fleisch war etwas schwieriger. Die Verkäuferinnnen brauchten die Lieferungen meisstens garnicht erst auspacken, sondern die wurden ihnen so aus den Grosspackungen gerissen und in den Wagen geworfen. Also abgepacktes Fleisch wie man es auch heute kennt." Würde uns interessieren aus was fur einem Gulag in der Zone diese Tatsachenberichte stammen . Fleisch war von der Menge In Kaufhallen und Fleischerläden
    immer reichlich vorhanden . Abgepacktes Fleisch kannte nur Ich aus Ostberlin in Kühltruhen . Normalerweise wurde Fleisch und die 3 obligatorischen
    Salate am Fleischstand in Pergamentpapier abgepackt . Unterhalten könnte man sich über die Qualität (meißtens zu fett) . Rinder- & Schweinefilets
    waren tatsächlich subventioniert kaum zu bekommen , die gab es in den "Delikat" Feinkostgeschäften für entsprechende Preise.
    Hallo
    Es war tatsächlich in Ostberlin und das abgepackte Zeug, immer aus Fürstenwalde, war ungemein beliebt. Wahrscheinlich weil man es prima einfrieren konnte. Du konntest bei uns nicht an den Fleischstand gehen und sagen 3 Schnitzel bitte. Manchmal waren sie da und manchmal nicht. Also wurde eingefroren.
    Gruß MJ

  10. #69
    Benutzerbild von JensMJ

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    imperium22 postete
    Keiner durfte rüber, der ein normaler Mensch war das stimmt nicht! Was ist mit Retnern die durften rüber!!!! Schau dir das doch mal bei dem Link an! Habe das gelesen!!!! Und Ich war bei keiner Stasi! Das mit dem Telefon war weil mein Opi bei der Feuerwehr war und da eins bekommen hat. Aber wie gesagt nicht jeder bei der Feuerwehr war bei der Stasi!

    Ist ja nicht aus zu halten! Ich war 1986 drüben und wenn das so war war das so!!!
    Hallo
    Also Impi jetzt mal ehrlich. Wann bist du geboren? 1980? Was hast du da schon von der Zone mitbekommen. Ich würde an deiner Stelle mal mit 2 Bier zu Vati gehen und ihn fragen was er so gemacht hat zu DDR Zeiten. Und sage ihm ruhig das du jetzt alt genug bist und die Wahrheit vertragen kannst.

    Reisen dürfte jeder der keinen Wert für die DDR und ihre Produktion hatte. Also Rentner und Behinderte, man hoffte wohl das die drüben blieben und keine Kosten mehr verursachen.

    Ihr seid als 6 jährige an die Grenze gegangen und dürftet rüber und dazu haben sie euch noch Geld gegeben. Selten so gelacht.

    Meine Lehre war am Ostbahnhof an der Stralauer Allee. Dadurch schon grenznah. Es musste ein extra Grenzausweis beantragt werden. Dieser und der Personalausweis waren beim Betreten des Gebäudes an zwei Stasiheini in so einem Blechkabuff abzugeben.
    Die Eltern eines Freundes wohnten in Treptow an der Grenze. Man konnte ihn nie besuchen. Jeder Besucher, auch Familie, musste vorher angemeldet werden und sich einen Passierschein abholen.

    Das nur wenige ein Telefon hatten ist ja wohl klar. Warum sonst kam das halbe Dorf immer zu Oma zum telefonieren. Die Feuerwehr sehe ich aber als Grund ein.

    Gruß MJ

  11. #70
    Benutzerbild von JensMJ

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    Babooshka postete

    Ja, und erzählt - wie war das mit der FDJ? Musste man dabei sein? Was machte man dort? Ich hatte immer den Eindruck, der junge DDR-Bürger wurde durch diese Art betreuter Freizeit von frühester Kindheit an auf den Staat eingeschossen. Das erinnert mich wieder an eine Szene aus dem Film Helden wie wir, wie der kleine Uhltzscht (urgh, wat 'n Name) in der Schule sitzt und die Schüler die "guten Staaten" und die "bösen Staaten" nennen und dann farblich gestalten mussten, wie Europa aussehen würde, wenn es die Guten übernehmen würden. Zur farblichen Gestaltung standen ausschließlich rote Buntstifte zur Verfügung. Und Klein-Klaus, der von Holland träumte...
    Hallo
    Ja wie war das mit der FDJ? Hmm, man war halt drin.
    Es war ein nahtloser Übergang. Erst war man bei den Pionieren und dann bei der FDJ. Es gab einmal die Woche glaube ich einen FDJ Nachmittag. Da wurden Betriebsbesichtigungen gemacht oder es kamen Leute von Armee, Polizei oder aus der Produktion und haben was erzählt. Dazu kamen Agitationsstunden in denen man Wandzeitungen gemacht hat oder sich über tagesaktuelle politische Entwicklungen äussern musste. Ab und an ein Fahnenappell, mehr fällt mir nicht ein.
    FDJ Hemd war Pflicht dabei. Ich hatte mir dann irgendwann einen FDJ Kragen gemacht und den immer in den Pullover gesteckt. So konnte man sich schneller zivilisieren indem man den einfach wieder rauszog. Leider fiel das beim Zivilverteidigungsuntericht irgendwann auf. Deshalb musste ich beim Wehrlager in die Versorgungskompanie. Im Nachhinein allerdings eine gute Wahl.

    Gruß MJ

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