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Jugend von heute: Waren wir damals genauso schlimm?

Erstellt von Die Luftgitarre, 09.01.2012, 15:37 Uhr · 64 Antworten · 10.003 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von Babooshka

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    AW: Jugend von heute: Waren wir damals genauso schlimm?

    Oh ja, Generation Praktikum.

    Und die Sache mit der Lebenslaufoptimierung, ich glaube, an Gesamtschulen hat man sowas damals schon frühzeitig im Fach Arbeitslehre behandelt, wenn auch wahrscheinlich nicht in derselben Form wie heute. Man ging ja davon aus, dass die meisten Schüler nach der 10. Klasse von der Schule abgehen und in dem Fach wurden sie halt auf das Arbeitsleben vorbereitet und lernten, wie man sich erfolgreich bewirbt. Ich fand das sehr gut und habe sowas am Gymnasium vermisst, schließlich machten nicht alle Leute Abitur und diejenigen, die es machten, studierten bei weitem nicht alle, es wäre also praktisches Wissen gewesen, das alle früher oder später hätten brauchen können und das man z. B. im Sozialkundeunterricht hätte behandeln können.

    Mit der Arbeitsmarktverschiebung hast du sicher Recht. Da frage ich mich immer, 3 Millionen Arbeitslose, aber Deutschland beklagt einen Geburtenrückgang. Das ist doch aber gut, wenn die Bevölkerung schrumpft, wird's theoretisch auch wieder mehr Beschäftigung geben, denn auf einen Arbeitsplatz fallen einfach weniger Kandidaten.

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Jugend von heute: Waren wir damals genauso schlimm?

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Die Frage ist: Sind die Jugendlichen heute gewalttätiger oder werden sie nur häufiger erwischt?
    "Die Jugendlichen" gibt es m. E. heute nicht mehr. Als ich noch in die Schule ging, entstammten alle Kinder in etwa dem gleichen sozialen und kulturellen Hintergrund. Wir kamen aus Bereichen irgendwo zwischen der unteren und oberen Mittelklasse. Wir unterschieden uns höchstens darin ob man im Urlaub nach Österreich fuhr oder in die Domrep flog, ob Golf, Opel Rekord oder Mercedes Benz 230E gefahren wurde oder ob man in einer 3-4-Zimmer Wohnung oder einem kleinen oder größeren Haus groß wurde. Ansonsten waren wir fast alle evangelisch und beherrschten bei unserer Einschulung alle die deutsche Sprache zumindest im Wort, manche sogar schon ein bisschen in Schrift. Wir teilten in etwa die gleichen Werte. Die Spannweite von Wohl- und Fehlverhalten hing von überschaubaren charakterlichen Unterschieden ab. Der Eine ist eben eher introvertiert, der Andere eher extrovertiert. Manche hatten etwas mehr, manche etwas weniger gut entwickelte soziale Kompetenz.

    Heute ist das nicht mehr so. Allein die kulturellen, sozialen und religiösen Hintergründe und Unterschiede spielen durch die Zuwanderung und insgesamt immer weiter aufgehende Schere zwischen arm und reich eine viel größere Rolle als früher. Das liegt sicherlich auch an der Entwicklung, dass Eltern sich heute immer leicher trennen als damals. Es gibt mehr alleinerzogene Kinder, die dadurch meistens auch sozial nicht gerade besser gestellt werden. Deshalb ist m. E. die Jugend heute sowieso nicht mehr mit der Jugend von früher vergleichbar. Früher war Jugend homogener. Die individuelle Herkunft macht heute größere Unterschiede als früher. "Die Jugend" setzt sich etnisch, sozial und religiös ganz anders zusammen und es muss deshalb selbstverständlich erhebliche Unterschiede zu früher geben.

    Die Frage ist also, ob es heute überhaupt noch Sinn macht "die Jugend" zu analysieren. "Die Jugend" sind eigentlich verschiedene Jugenden. Um sie zu vergleichen, müsste man den Teil identifizieren der überhaupt noch mit früher vergleichbar ist. Die Unterschiede zwischen dem früheren Punk Markus und dem Popper Sven sind gegen die heutigen kulturellen Unterschiede zwischen Thorben, Kevin, Yüksel und Vlad ganz schön klein und oberflächlich gewesen. Heute sitzen sie nicht selten im gleichen Büro und beraten Bankkunden.

    Vieles problematische findet in Parallelgesellschaften statt (deren Existenz teilweise immer noch bestritten wird).
    Diejenigen die immer noch in der Mittelschicht leben, bekommen davon nur in den Medien etwas mit und fühlen bestenfalls abstrakt eine höhere Gefährdung als früher. Praktisch ändert sich für sie erstmal nichts, abgesehen vielleicht von lokal steigenden Einbruchsraten in Besserverdienergegenden und einst verschlafenen Dörfchen. Das muss man für die EU-Osterweiterung wohl in Kauf nehmen. Frustrierte Jugendliche leben ihre exzessive Gewalt oft auch unter sich aus, zumindest in ihren Brennpunkten. Insbesondere grenzenlose Gewalt, die auch nicht endet wenn ein Opfer bereits reglos am Boden liegt, ist nicht unbedingt das Problem der Jugend aus normalen und besseren Gegenden. Es ist trotz einzelner Horrormeldungen immer noch selten oder bedarf Heldenmut um bei Gewalt die aus diesen Kreisen ausgeht als "Normalbürger" zu Tode zu kommen. Die Stadtteile in denen fragwürdige Gestalten anzutreffen sind, meidet man als Otto Normal nach Einbruch der Dunkelheit ja normalerweise sowieso wie selbstverständlich.

    Die amerikanischen Verhältnisse (Slums, Ghetto, Gated Communites etc.) sind nicht mehr so weit. Aber zumindest sind das dann auch wieder ehrlichere Verhältnisse. Dann kann gar nicht mehr so getan werden als wären in Deutschland, einem Land in dem heute auch allen Ernstes ja sogar noch vor dem Eintreten einer 2-Klassen-Medizin gewarnt(!) wird, doch immer noch alle gleich. Erkenntnis ist ja bekanntlich der erste Weg zur Lösung. Bis dahin grenzen sich die die es sich leisten können weiter ab. Man flieht in bessere Gegenden, wechselt in die private Krankenversicherung, Nachbarn legen für einen nächtlichen Sicherheitsdienst zusammen usw. usf.

    Ein doch eher übergreifender Unterschied zu früher ist aber sicherlich der klassischen Übererfüllung der Emanzipation und Gleichberechtigung geschuldet: Heute sind viel mehr Frauen und Mädchen gewalttätig als früher. Irgendwie scheint das aber immer noch ein Tabu-Thema zu sein. Gewalt ist in Dikussionen und Medienberichten meistens immer noch rein männlich.

  4. #13
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: Jugend von heute: Waren wir damals genauso schlimm?

    Wobei es seit den 80ern gar nicht mehr so viel türkische Zuwanderung gegeben hat. Diese hatte in der Hauptsache sogar schon vorher, in den 70ern, stattgefunden und prägte doch bereits zu unserer Jugend die großstädtischen Arbeiterviertel und Hauptschulen, Berlin-Neuköln und Hamburg-Wilhemsburg wurden schon damals als "Klein-Instanbul" beschrieben. (Seit den 80ern hat, bei abflachenden und zuletzt sogar negativen Einwanderungszahlen, hauptsächlich eine "gefühlte Einwanderung" stattgefunden.) Neu ist nur, dass dieses Einwanderungsmilieu jetzt viel stärker von Erwerbslosigkeit betroffen ist als damals und mietspiegelbedingt so eine noch stärkere Konzentration auf bestimmte Wohngegenden stattfindet.

    Was die Mädchen betrifft, da hab ich auch den Eindruck, dass die damals braver und zurückhaltender waren (zumindest vordergründig). Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, ein Mädchen aus meiner Klasse mal richtig sturzbetrunken erlebt oder in der U-Bahn zotig daherreden gehört zu haben. Auch Horror- oder Actionsfilme wurden meinem Wissen nach damals kaum von Mädchen gesehen; heute gehört das wohl ein Stück weit dazu. Ob die sich nun auch vermehrt prügeln, weiß ich nicht.

  5. #14
    Benutzerbild von Babooshka

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    AW: Jugend von heute: Waren wir damals genauso schlimm?

    Thema Mädchen: Es gab damals schon einige überaus vulgäre Tussen, die auch schon mal zugehauen haben. Im Gebäude des Gymnasiums, auf dem ich war, war auch eine Hauptschule drin, da gab's schon hin und wieder mal Hauptschülerinnen, die den Gymnasiasten an der Bushaltestelle oder im Bus aggressiv begegneten. Aber ich hab's eher selten erlebt. Heute dagegen erzählt mir eine 15-Jährige, dass sie am Hauptbahnhof mal einfach so von einem anderen Mädel angegriffen worden ist. OK, sie selber ist auch kein Engel und womöglich sehen ihr das andere Jugendliche an, wahrscheinlich hat sie die Andere aber bloß mal wieder "zu blöd angeguckt" oder sowas. Also Vulgarität von Mädchen habe ich auch am Gymnasium mitunter erlebt und an der Gesamtschule sowieso, denn wie gesagt lag die im Einzugsgebiet des Problemviertels. Aber es waren Einzelfälle und Schlägereien habe ich nie mitbekommen.

    Was die Ausländer angeht, so frage ich mich schon die ganze Zeit, warum das heute so ist, wie es ist. Ich war nun also Anfang bis Mitte der 80-er an einer Gesamtschule mit einem gewissen Ausländeranteil. Ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten und die waren durchaus gut. Der Türke in meiner Klasse hat ein gutes Abschlusszeugnis hingelegt, einen Beruf erlernt, er arbeitet heute, hat Familie. Auf der Oberstufe gab es mehrere und die haben entweder ein sehr gutes Abi gemacht oder aber hart gekämpft, um es zu schaffen, weil sie es wirklich wollten und vor beiden habe ich heute noch gewaltig Achtung; andere, weitaus begabtere Schüler hätten die Möglichkeit und schmeißen sie wegen "Null Bock mehr auf Schule" einfach weg. Die Ausländer "meiner" Oberstufe sind Ärzte, Informatiker, Architekten geworden und wenn nicht das, dann irgendwas anderes - sie sind berufstätig. In der Schule waren sie einerseits unter sich, andererseits aber auch immer mit deutschen Schülern zusammen und manche waren so wenig Ausländer, dass es direkt komisch war, wenn man sie mal eine andere Sprache als Deutsch sprechen hörte. Und dieses ätzende Mackertum war damals nicht verbreitet! Ja, und die Kinder dieser meiner Generation sind es nun, die heute die ganzen Probleme machen und da frage ich mich, warum? Warum klappt das heute nicht mehr, was damals doch ganz prima klappte oder doch zumindest keine Probleme bereitete? Warum sind die Kinder jener Ausländer, die sich doch damals ganz normal entwickelten, so geworden? Ich finde echt keine Antwort darauf.

  6. #15
    Benutzerbild von waschbaer

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    AW: Jugend von heute: Waren wir damals genauso schlimm?

    @Babooshka

    Du sprichst mir voll aus dem Herzen. Zu meiner Zeit hatte ich meiner Grundschulklasse einige wenige ausländische Schüler, von denen die Italienerin heute einen gut gehenden Friseursalon in meiner Heimatstadt hat, der Türke einen Gebrauchtwagenhandel betreibt, der ebenfalls recht gut läuft und ein anderer Türke nach meinem Wissensstand wieder in die Türkei zurückgegangen ist.

    Am Gymnasium hatte ich dann nur einen ungarischen Mitschüler und dieser arbeitet mittlerweile für eine deutsche Firma in Ungarn.

    Aber was dieses "Checkertum" ausgelöst hat, weiß ich auch nicht. Ich habe ja schon einmal in einem anderen Thread erwähnt, dass ich auch beim Jugendgericht arbeite und wir haben wirklich überproportional viele ausländische Angeklagte, die besonders häufig in Körperverletzungsdelikte verwickelt sind.

    @Luftgitarre

    Mitnichten. Es handelt sich nicht nur im Kiffen, sondern häufig auch um Handeltreiben bzw. bei Computerbetrug nicht nur um illegale Downloads.

    Und auch bei den Lörperverletzungsdelikten geht es um weit mehr, als nur mal um die sprichwörtliche "blutige Nase", die sich Jungs beim Raufen auf dem Schulhof oder auf dem Nachhauseweg zugezogen haben. Ich habe oft genug Stiefeltritte ins Gesicht gesehen, v.a. wenn der "Gegner" schon lange k.o. am Boden lag. Und nicht selten wurde das dann auch noch auf dem I-Phone oder auf dem Handy festgehalten. Und solche "Erniedrigungen" sowie diese volle "Ich-hab-außer-auf-Hartz-IV-auf-gar-nichts-Bock"-Einstellung gab es in den 80ern in solcher Ausprägung wirklich nicht.

  7. #16
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Jugend von heute: Waren wir damals genauso schlimm?

    Zitat Zitat von waschbaer Beitrag anzeigen
    Und auch bei den Lörperverletzungsdelikten geht es um weit mehr, als nur mal um die sprichwörtliche "blutige Nase", die sich Jungs beim Raufen auf dem Schulhof oder auf dem Nachhauseweg zugezogen haben. Ich habe oft genug Stiefeltritte ins Gesicht gesehen, v.a. wenn der "Gegner" schon lange k.o. am Boden lag. Und nicht selten wurde das dann auch noch auf dem I-Phone oder auf dem Handy festgehalten.
    Da muss sich wirklich einiges verändert haben. Selbst auf dem Kiez in Hamburg gab es unter den Luden in den 1980s noch einen gewissen "Ehrenkodex" bei Schlägereien. Wer sich nicht daran hielt (Waffeneinsatz,etc), war komplett unten durch, und konnte sich auf der Reeperbahn nicht mehr blicken lassen (Zitat aus einer sehr interessanten Doku).

    Heute dürften wohl z.T. selbst Übergriffe unter Jugendlichen nicht mehr obigem "Kodex" genügen...
    Und auf der sündigen Meile ist wohl später eh alles aus dem Ruder gelaufen...

    Lutz

  8. #17
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: Jugend von heute: Waren wir damals genauso schlimm?

    Zitat Zitat von Babooshka Beitrag anzeigen
    Ich war nun also Anfang bis Mitte der 80-er an einer Gesamtschule mit einem gewissen Ausländeranteil. Ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten und die waren durchaus gut. Der Türke in meiner Klasse hat ein gutes Abschlusszeugnis hingelegt, einen Beruf erlernt, er arbeitet heute, hat Familie. Auf der Oberstufe gab es mehrere und die haben entweder ein sehr gutes Abi gemacht oder aber hart gekämpft, um es zu schaffen,
    An unserer Schule (Gymnasium) gab es echt keinen einzigen Schüler mit türkischen oder sonstwie südländischem Hintergrund. Dazu muss man allerdings auch sagen, dass die türkischen und südeuropäischen Einwanderer ja ganz überwiegend als Malocher ins Land gekommen waren und es an unserer Schule generell keine Arbeiterkinder gab. Böse Zungen würden sagen: Das war ja auch der Sinn des dreigliedrigen Schulsystems!

  9. #18
    Benutzerbild von Babooshka

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    AW: Jugend von heute: Waren wir damals genauso schlimm?

    War es auch, und ich bin froh, dass das heute in einigen Bundesländern vorbei ist und hoffe, die anderen müssen folgen. Unter Beibehaltung des Gymnasiums, aber dieses sollte nicht der einzige Weg sein, um Abitur machen zu können. Bei mir am Gymnasium war die Anzahl an südländischen Mitschülern auch überaus gering. In späteren Jahren waren es wohl ein paar mehr. Damals nun gab es die Möglichkeit, eine Gesamtschule zu besuchen und viele Migrantenkinder taten dies und hatten aufgrund der Chancengleichheit die Möglichkeit, einen besseren, höherwertigen Schulabschluss zu machen, als per Grundschulempfehlung vorgesehen. Dazu muss man sagen, dass viele Migrantenkinder sozusagen standardmäßig eine Hauptschulempfehlung aufgedrückt bekamen, wie der Politiker Cem Özdemir kürzlich von sich selber erzählte. Einige von ihnen hatten Eltern, die sich um die Bildung der Kinder nicht weiter kümmerten, andere wiederum waren auch als Malocher hinterher, dass aus ihren Kindern mal was Besseres würde, wie bei vielen Deutschen ja auch. Ich bin wirklich stolz darauf zu sagen, dass es an meiner Schule keine Parallelgesellschaft gegeben hat und Integration irgendwie kein Thema war - das passierte ganz von alleine. Und ein ganz wichtiger Punkt: Religion war damals kein Thema! Kein muslimischer Junge hätte kopftuchlose muslimische Mädchen angepöbelt, diese Sünderinnen sollen sich was auf den Kopf ziehen (manche der Mädchen hätten dies auf väterliche Anweisung hin zun sollen und nahmen das Tuch an der nächsten Straßenecke ab). Keines dieser Mädchen hätte sich aufgrund ihrer Religion, sprich, "Reinheit", den deutschen Mädchen überlegen gefühlt. Einige wenige trugen Kopftuch, aber das war kein Problem, weder für sie noch für die Deutschen. Keiner hätte deutsche Schüler als schmutzige Schweinefleischfresser beschimpft. In der Mensa gab es genau zwei Gerichte, wer das nicht mochte, brachte sich von zu Hause was mit oder holte was in der Cafeteria. Hätte heute ein türkisches Mädchen einen deutschen Freund, würde das sofort ihren Eltern zugetragen werden - ich hatte eine solche Schulkameradin, die anderen Türken wussten davon, aber das war kein Problem.

    Warum IST das heute nur so? Woher kommt dieses Mackertum und dieses (pseudo-)Religiöse? Man möchte meinen, die sind doch in Deutschland geboren, von Eltern, die entweder selber schon in Deutschland geboren wurden oder als Kinder nach Deutschland kamen, die waren doch von Anfang an in deutscher Umgebung und auch die Eltern - die Ausländer meiner Generation - waren in ihrer Jugend doch zumeist unkompliziert. Warum also sind die Kinder so degeneriert?

  10. #19
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: Jugend von heute: Waren wir damals genauso schlimm?

    Zitat Zitat von Babooshka Beitrag anzeigen
    Warum IST das heute nur so? Woher kommt dieses Mackertum und dieses (pseudo-)Religiöse? Man möchte meinen, die sind doch in Deutschland geboren, von Eltern, die entweder selber schon in Deutschland geboren wurden oder als Kinder nach Deutschland kamen, die waren doch von Anfang an in deutscher Umgebung und auch die Eltern - die Ausländer meiner Generation - waren in ihrer Jugend doch zumeist unkompliziert. Warum also sind die Kinder so degeneriert?
    Mit der (heute viel größeren verbreiteten) Angst vor sozialem Abstieg konfrontiert, klammert sich jeder an das, was man ihm "nicht nehmen kann": Herkunft, Nation, Rasse, Glaube, Männlichkeit. Kevin in Mecklenburg-Vorpommern besinnt sich darauf, dass ja immerhin noch stolzer Doitscher ist und nicht so'n fremdrassiger. Und Mehmet in Berlin-Neuköln besinnt sich darauf, dass er ja immerhin noch stolzer Muslim ist und nicht ehrloser westlicher Softie.

    Das war ja eine Sache, die cool war an den 80ern: Über so'n nationales/ethnisches Identitätsgedöns haben sich junge Leute damals viel weniger Gedanken gemacht!

  11. #20
    Benutzerbild von SonnyB.

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    AW: Jugend von heute: Waren wir damals genauso schlimm?

    Bei uns, Ruhrgebiet wie einige hier wissen und egal ob Real-, Gesamt- oder Hauptschule sowie Gym, gab es auch in den 80ern Mädels mit Kopftuch, die nicht am Sportunterricht teilnahmen, von ihren Brüdern bewacht wurden und nicht mit den Jungs der Klasse reden durften. Auch Machotum ala "du nur Frau" gab es durchaus. Ich war in der Theater AG, war die erste Besetzung und ein türkischer Klassenkamerad flippte aus, weil eine Frau ihm als Besetzung vorgezogen wurde und er nur die zweite Geige spielte.

    Ich behaupte, das gab es damals auch schon zu Hauf, nur fällt es heute mehr auf, weil es mehr Kinder dieser Gruppe gibt. Die "deutsche Familie" bekam kaum noch Kinder, die Geburtenrate geht stetig zurück und andere sind da nicht ganz so zurückhaltend.

    Was die Gesellschaft angeht: Schraubt die Bildungspolitik die Ansprüche herunter, ist das natürlich angenehm. Der Notendurchschnitt rutscht erst mal nach oben ohne das dafür eine Leistung erbracht wurde. Meiner Meinung hat sich jemand aus jedem Bundesland von jeder Schulform je 10 Aufsätze geben lassen, hat geschaut wo die Fehler gemacht wurden und diese dann für gültig erklärt. Anders kann ich mir "Schifffahrt und Co." nicht erklären. Klar, an Schrift und Sprache wurde immer gewerkelt, sonst würden wir immer noch reden wie Walther von der Vogelweide. Sprache ist lebendig. Muss so sein, bestreitet keiner. Aber es muss doch einen Weg geben zwischen Veränderung und Vereinfachung. Bin mal gespannt wann "isch, misch und disch" im Duden stehen.

    Zum anderen darf auch nicht vergessen werden: Die Medien sind heute schneller als zu unserer Zeit. Bei uns gab es die Nachricht vom Banküberfall vielleicht 3x zu sehen/lesen. In der Morgenzeitung, im Radio und in der Tageschau um 20:00. Heute stolpert man gefühlte 50x über so eine Meldung: Viel mehr Sender (ständig irgendwo Nachrichten) und dank Internet auf jeder Newsseite.
    Waren es also früher gefühlte 3 schlimme Nachrichten, sind das heute gefühlte 50. Mal abgesehen davon, was heute als Meldung durchgeht und bei uns erst gar nicht ankam.
    Heute zückt jeder Reporter schnell das Handy oder mailt. Nachrichten verbreiten sich in Sekunden. Gab es bei uns noch nicht in der Form. Telefone standen an festen Plätzen (somit auch die Faxgeräte) und Telegramme kosteten.

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