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Margeret Thatcher und die britische Popmusikszene der 80s

Erstellt von Die Luftgitarre, 08.04.2013, 19:24 Uhr · 9 Antworten · 1.110 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Margeret Thatcher und die britische Popmusikszene der 80s

    Ihre Politik spaltete das Land, obsiegte aber wiederholt an den Wahlurnen und prägte letztlich Gesellschaft und Zeitgeist auf der Insel. Lediglich in der Popmusikszene gaben während ihrer ganzen Regierungszeit eindeutig ihre Gegner den Ton an. Wie politisch viele britische Pop-, Wave- und Soulbands damals waren, wird in Deutschland vielen Poppern, die zu deren Songs tanzten, wahrscheinlich gar nicht gewußt gewesen sein.

    Margaret Thatcher in der Popkultur der Achtziger - SPIEGEL ONLINE

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Margeret Thatcher und die britische Popmusikszene der 80s

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Wie politisch viele britische Pop-, Wave- und Soulbands damals waren, wird in Deutschland vielen Poppern, die zu deren Songs tanzten, wahrscheinlich gar nicht gewußt gewesen sein.
    Hehe - ich sag nur Heaven 17 (aber auch in .uk schnallten es nicht alle)

    Ansonsten sag ich nur soziale Kälte... Wir können ja verspätet schon ne Weile ein wenig nachfühlen was daaaamals (TM) in .uk abging (Danke, Rot-Grün!) - nur das hier (noch?) kaum protestiert wird...

  4. #3
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: Margeret Thatcher und die britische Popmusikszene der 80s

    Zitat Zitat von Lutz Beitrag anzeigen
    Hehe - ich sag nur Heaven 17 (aber auch in .uk schnallten es nicht alle)

    Ansonsten sag ich nur soziale Kälte... Wir können ja verspätet schon ne Weile ein wenig nachfühlen was daaaamals (TM) in .uk abging (Danke, Rot-Grün!) - nur das hier (noch?) kaum protestiert wird...
    Das liegt daran, dass sich das in Deutschland schleichender, über einen längeren Zeitraum hinweg vollzogen hat (weil das hiesige, proportionale Wahlsystrm und der Föderalismus abrupte Veränderungen schwierig machen und zu Kompromissen zwingt). Um die Situation in UK unter Thatcher zu verstehen, müsste man sich vorstellen: Helmut Kohl hätte 1984 in einer Pressekonferenz an der Landesregierung von NRW vorbei die Schließung aller Kohlegruben und Stahlwerke binnen 3 Jahren angekündigt, die IG Metall mit grimmigem Blick zum "inneren Feind" erklärt und nebenbei noch die Einführung von Hartz IV bekanntgegeben.

  5. #4
    Benutzerbild von Castor Troy

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    AW: Margeret Thatcher und die britische Popmusikszene der 80s

    Boy George's "No Clause 28" from 1988.

    A political classic towards Thatcher's views against promoting Homo5exuality.




  6. #5
    Benutzerbild von Lexi

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    AW: Margeret Thatcher und die britische Popmusikszene der 80s

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Helmut Kohl hätte 1984 in einer Pressekonferenz an der Landesregierung von NRW vorbei die Schließung aller Kohlegruben binnen 3 Jahren angekündigt
    ... dann hätte er wenigstens einmal etwas innenpolitisches geleistet. Dieser Kohlefimmel war ja entsetzlich und ist immer noch nicht ganz ausgerottet. Wenn ich noch einmal daran erinnern darf: Man ist auf die wahnsinnige Idee gekommen, Kohle in über 1000 m Tiefe abzubauen und den Bergleuten Geld dafür zu geben, dass sie nicht arbeiten wäre billiger gewesen, als Kohle zu subventionieren.

    Aber Margeret Thatcher hat natürlich mit ihren Maßnahmen übertrieben und auch noch die überlebensfähige Industrie gleich mit ausgerottet und eine Altersarmut eingeführt.

  7. #6
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Margeret Thatcher und die britische Popmusikszene der 80s

    Zitat Zitat von Lexi Beitrag anzeigen
    ... dann hätte er wenigstens einmal etwas innenpolitisches geleistet. Dieser Kohlefimmel war ja entsetzlich und ist immer noch nicht ganz ausgerottet. Wenn ich noch einmal daran erinnern darf: Man ist auf die wahnsinnige Idee gekommen, Kohle in über 1000 m Tiefe abzubauen und den Bergleuten Geld dafür zu geben, dass sie nicht arbeiten wäre billiger gewesen, als Kohle zu subventionieren.
    Das ist allerdings ein mathematisch relativ simpel zusammengeschustertes, aber bei genauer Betrachtung eben ein Ammenmärchen. Es wird nicht wahrer, nur weil es immer noch wiederholt wird. Ausgerechnet jetzt die Zechen zu schließen ist zudem ein Witz. Da hat man solange mit Subventionen alles erhalten und nun, wo diverse Schwellenländer sich aufmachen die Marktpreise durch ihren Hunger zur Explosion zu bringen, will man aussteigen. Die aktuelle Krise hat diesen Anstieg nur gebremst. Manche Zeche hatte im zwischenzeitlichen Boom schon subventionsfrei gefördert.

    Wir sprechen uns in wenigen Jahren wieder, wenn der zwangsläufige Megaboom (diesen Investitions- und Konsumstau in so vielen Ländern wird man irgendwann schlagartig abbauen müssen) und der dadurch steiler ansteigende Energiehunger nach Überwindung der Krise den Kohle- und vor allem Kokskohlepreis hochjagt. Vor allem wurde die Kohle hier sicher abgebaut, war noch auf Jahrhunderte verfügbar und muss nicht mit Schweröl um die halbe Welt gefahren werden (ein umweltverpestender Wahnsinn der viel zu billig ist). Die Chinesen sind schlauer, die wollen der RAG die Anthrazit-Kohlezeche in Ibbenbueren abkaufen und würden auch mit Verlusten in der näheren Zukunft leben. Warum wohl? Leider ist die EU dagegen und will Tausende in die Arbeitslosigkeit schicken, denn sie hat die Subventionen bis 2018 nur erlaubt, wenn danach wirklich alles dicht gemacht wird. Die Versuchs-Syntheseanlagen der RAG, die aus Steinkohle Benzin machen können, stehen heute aufgrund des politischen Drucks auch in China. Die Technik sollte bei 2DM pro Liter Benzin rentabel sein. Wir zahlen jetzt 3DM... Komisch?

    Stattdessen blüht in Deutschland nun die Braunkohle, stößt doppelt soviel CO2 aus und ausgerechnet die grüne Umweltministerin Höhn hat das seinerzeit auch für die nächsten Jahrzehnte möglich gemacht. Tausende müssen alle paar Jahre umziehen. Das muss jetzt sein, damit bei einem gleichzeitigen Atomausstieg nicht die Lichter ausgehen. Ein toller Erfolg für die Grünen, die wohl glaubten zur Kompensation von einem Kohle- UND Atomausstieg mit einem Fingerschnippen noch 3x mehr Windmühlen aufstellen zu können, als heute bereits stehen. Ausgerechnet die erneuerbar erzeugte Energie verkaufen "wir" aber für 5 Cent pro kWh nach Holland und zahlen dafür eine teure Umlage. Klar, alles nur zum Wohle des Volkes, der Umwelt...

    Im Harz bietet die ehemalige Preussische Bergwerks und Hüttenwerke AG heute Pauschalreisen an und heisst TUI. Das vermutete reiche Erzlager erforscht nun mit allen Rechten ein skandinavisches Bergbauunternehmen. Deutschland und Deutschlands rare Bodenschätze im Ausverkauf. Wir schneiden uns alle nur noch die Haare und kaufen Billigprodukte aus China.

    Deutschland ist tatsächlich auf dem besten Wege es den Briten gleichzutun. Was das gebracht hat sieht man nun. England steht finanziell mit seiner substanzlosen Finanz"industrie" am Abgrund.

    Margaret Thatcher möge in Frieden Ruhen. Ihre Politik aber auch.

  8. #7
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: Margeret Thatcher und die britische Popmusikszene der 80s

    Ingesamt ging es bei den sozialen Konflikten in England in den 80ern schon wesentlich härter zu als in der Bundesrepublik, zum einen weil die Einschnitte viel drastischer waren und z. B. in den Bergbauregionen mit einem Schlag ganze Ortschaften arbeitslos wurden, zum anderen weil Thatcher ziemlich offen durchblicken ließ, dass es ihr ganz grundsätzlich um eine Ausschaltung der Gewerkschaften, also sozusagen ums Prinzip ging. Szenen aus dem Bergarbeiterstreik 1984/85:

    The miners Strike 25 years on - YouTube

    The Miners' Strike 84-85: Orgreave - YouTube

  9. #8
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    AW: Margeret Thatcher und die britische Popmusikszene der 80s

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Ingesamt ging es bei den sozialen Konflikten in England in den 80ern schon wesentlich härter zu als in der Bundesrepublik. Szenen aus dem Bergarbeiterstreik 1984/85:

    The miners Strike 25 years on - YouTube

    The Miners' Strike 84-85: Orgreave - YouTube
    Das ist richtig. Umso interessanter ist es ja, dass in Großbritannien auch heute noch 16-18 Mio. Tonnen Steinkohle pro Jahr gefördert werden und auch bei ausgestiegenen Nachbarstaaten neue Steinkohlezechen geplant oder zumindest ernsthaft überdacht werden. Der Ausstieg aus der Steinkohleförderung ausgerechnet 2018 wird sehr wahrscheinlich ähnlich kontraproduktiv wie E10 werden und lediglich die einseitigen Ideologien von Grünen und Liberalen befriedigen (da sind sie sich ausnahmsweise mal einig). Bis 2040, 2050 werden wir Kohle brauchen und müssen sie dann teuer importieren, wenn wir welche bekommen. Dabei liegt sie unter uns.

  10. #9
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    AW: Margeret Thatcher und die britische Popmusikszene der 80s

    Ich hab mal ein paar Dokumentationen über die Thatcher-Jahre in Großbritannien zusammengestellt.

    Die späten 70er waren sozusagen die Vorgeschichte: Inflation, Arbeitslosigkeit, IWF-Rettungspakete, Streiks ohne Ende, Punk-Rock ... all das gab wohl dem vielen Durchschnittsbriten das Gefühl, dass radikale Maßnahmen notwendig waren "in order to save Britain"

    Britain Under Prime Mninister James Callaghan 1976-1979 Part 1 - YouTube (15 min)

    Britain Under Prime Mninister James Callaghan 1976-1979 Part 2 - YouTube (11 min)

    Margaret Thatcher's Rise To Power 1975-1979 - YouTube (19 min)


    Die erste Frau in der Downing Street, Mai 1979

    Margaret Thatcher Arrives at 10 Downing Street for the first time as Prime Minister, May 4, 1979 - YouTube (3 min)


    Der Falkland-Krieg 1982 ... eine verrückte Wahlkampf-Posse am Ende der Welt im Urteil der meisten, eine Heldensaga in England. Für einige Wochen war der Kalte Krieg (zumindest aus Sicht der Briten) völlig nebensächlich, die Idee des British Empires erlebte auf ein paar nahezu unbewohnten Inseln nahe der Antarktis ein Comeback.

    MARGARET THATCHER - Pt 2 The Falklands (Telegraph Documentary) - YouTube (27 min)



    Der Konflikt mit der Bergarbeitergewerkschaft 1984/85 und der Druckereigewerkschaft 1986/87

    MARGARET THATCHER - Pt 5 Taking on the Unions (Telegraph Documentary) - YouTube (28 min)


    Das Ende ihrer Regierungszeit kam etwas seltsam durch die Kombination von zwei im Grunde völlig separaten Themen: Zum einen die zunehmende Bedeutung der EU und die Deutsche Wiedervereinigung. Thatchers Haltung (Britannien möglichst unabhängig und Deutschland möglichst klein zu halten Scared Of German Re-Unification: Maggie Thatcher - YouTube) entsprach zwar britischer Tradition und war auch populär, galt aber gerade die für ihre Partei wichtigen Wirtschaftsbosse fürchteten nun eine Isolierung der Insel. Zum anderen das Vorhaben einer einkommensunabhängigen Kommunalsteuer ("Poll Tax"). Dieses trieb nicht nur eine militante Minderheit auf die Straße (sog. "Schlacht am Trafalgar Square" Poll Tax Riot 1990 - YouTube), sondern verprellte bei regionalen Wahlen auch Wähler aus der Mitte - was dann viele konservative Abgeordnete um ihren Parlamentssitz bangen ließ und den parteiinternen Rivalen Auftrieb gab. Schließlich kam es eine innerkonservative Palastrevolte. Prime Minister Margaret Thatcher's Fall From Power 1990 - YouTube

  11. #10
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Margeret Thatcher und die britische Popmusikszene der 80s

    Gestern lief ne interessante Doku über Thatcher - den Spielfilm über sie werde ich mir demnächst auch mal geben...

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