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Wie man sich in den 80s die Zukunft vorstellte...

Erstellt von Lutz, 18.01.2007, 23:51 Uhr · 63 Antworten · 15.479 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Lutz

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    Wie man sich in den 80s die Zukunft vorstellte...

    ...genau genommen das Jahr 2015:



    Lt. dem Film "Zurück in die Zukunft II" (s.o.) haben wir also in nur 8 Jahren fliegende Autos, etc...

    Wie habt ihr euch anno 1985 z.B. 2007 vorgestellt?

    Die Wahrheit ist doch, dass wir auch in 30 Jahren nicht wesentlich anders leben werden, und noch ohne fliegende Autos auskommen werden müssen... *g*
    OK - ne Schneeballschlacht im Winter wird vielleicht nicht mehr möglich sein

    BTW: Ich hab gerade mit großem Vergnügen die "Back To The Future" Trilogie gesehen.



    Im besagten Jahr 2015 gibts dort auch Retro 80s Kneipen (man beachte z.B. "Neutronen Ronnie" ganz rechts), etc.



    Tja das haben wir nun 2007 schon

    Lutz

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Babooshka

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    Tja, ich kann da weder film- oder gesellschaftstechnisch noch persönlich viel zu sagen. Unsere Zukunftsvisionen stammen noch aus den 70-ern, denn da hieß ein häufiges Thema "wie stelle ich mir das Jahr 2000 vor". Dies galt es in Aufsätzen zu beschreiben und im Kunstunterricht bildlich darzustellen. Und es herrschte das übliche Bild vor: Rollbürgersteige, Wohntürme in der Architektur der Space Needle in Seattle, Magnetschwebebahnen und Flugmaschinen anstatt Autos.

    Die reale Zukunftsvision Anfang der 80-er war wohl eher schlecht, denn wir glaubten ja alle, den nächsten Tag nicht zu erleben, weil der 3. Weltkrieg bevorstand und uns jeden Moment die Neutronenbombe auf den Kopf fallen konnte. Und sollte es doch nicht so kommen, 2000 bzw. 2015 war noch weit, weit entfernt und natürlich hatte man nicht mehr diese kindlichen Vorstellungen wie in den 70-ern. Wer hätte jedoch gedacht, dass sich später mal in fast jedem Haushalt ein PC finden würde, über den man sogar kommunizieren könnte, anstatt lediglich Texte zu verarbeiten und Rechenaufgaben zu lösen; wer hätte gedacht, dass Erich Kästners Vision eines Mobiltelefons, die er bereits im "35. Mai" niederschrieb, eines Tages Wirklichkeit werden würde?

    Es ist schon komisch, dass wir uns als Kinder werweißwas für utopische Dinge ausmalten, aber eigentlich kaum an einen echten, realistischen Fortschritt dachten. Schließlich gab es PCs auch schon in den 80-ern, ja selbst eine Art Internet gab es schon, aber irgendwie war das nur einigen Informatik-Freaks vorbehalten. Und so dachte man nicht weiter und kam nicht auf den Gedanken, dass der PC vielleicht weiterentwickelt und -vereinfacht werden würde.

    Aber wenn ich es so genau bedenke, dann ist es schon ein verdammt komisches Gefühl, dass Vinylplatten heutzutage veraltet sind (außer für einige Sammlerfreaks natürlich). In den 70-ern und 80-ern hatten unsere Großeltern Schellackplatten und die stammten aus einer völlig anderen Zeit. Als Kind und Jugendlicher bestaunte man die schweren Dinger und guckte etwas komisch, wenn die - vielleicht sogar auf einem Original-Grammophon - abgespielt wurden. Das war so altmodisch und so ewig lange her, man konnte sich das gar nicht vorstellen. Ja, und genau so werden jetzt die Kinder von uns denken. Wenn Eltern die Platten aus ihrer Jugendzeit rauskramen und abspielen, dann stehen die Kinder dabei, fragen, was das ist und stehen mit offenem Mund vor jenem prähistorischen Gerät, das sich Plattenspieler nennt.

    Ja, wenn ich so etwas näher bedenke, dann fühle ich mich alt. Unendlich alt.

  4. #3
    Benutzerbild von Lutz

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    Wenn man sich in den 80s Movies der Sparte "Endzeitfilme" reinzog (a la Mad Max, Kampfkoloss, Klapperschlange), dann spielten sie meist so 199X-99, und man fands damals IMO schon irgendwie glaubwürdig das die Welt Ende der 90er ziemlich abgefuckt sein könnte (siehe auch Dein Hinweis auf die Angst vorm Weltkrieg, etc). Das ist aber alles zum Glück so nicht eingetroffen.

    Ebenfalls nicht eingetroffen sind die meisten Prognosen aus dem SciFi-Bereich. Keine regulärer Personennahverkehr zum Mars, kein "First Contact", etc
    Genau genommen hat sich seit den 60s und frühen 70s in der bemannten Raumfahrt nix sensationelles mehr getan, wer hätte mit dieser bemerkenswerten Stagnation gerechnet?

    Ok, das die Onlinewelt bzw der PC zum Massenmedium wird, hat mich eigentlich nicht überrascht. Schon Mitte der 80er waren eigentlich alle aus meiner Clique online (das war aber sicher nicht repräsentativ). Interessant finde ich in dem Zusammenhang das viele von uns (1) nicht die typischen Computerfreaks waren, und in den 80s auch schon über aktuelle Musik (siehe Screenshot vom 64er) online diskutiert wurde...



    Absolut übertroffen wurden meine Erwartung was die Computer-Hardwarentwicklung angeht. Was man heute an CPU-Power und Speicherplatz fürn Appel un ne Ei bekommt ist sensationell (1 Gigabyte=eine Milliarde Bytes, wenn mich nicht alles täuscht).

    Übertroffen wurden auch fast sämtliche Prognosen bezüglich der Medienwelt. Wer hätte z.B. in den 80s gedacht das Abzocksender ganze TV-Kanäle zur Verfügung gestellt bekommen, wo sie ihren debilen Abzockspielen bzw. Bandbreitenverschwendung 247 nachgehen dürfen? *Das* ist die heutige Medienrealität, die wie aus einer Episode vom 80s-TV-Hit "Max Headroom" (2) anmutet.

    Lutz

    (1) Datenklo Akustikkoppler und Mailboxen - der Commodore 64 online

    (2) Max Headroom

  5. #4
    Benutzerbild von murmel

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    Für mich war es in den 80ern schon schwierig mir überhaupt vorzustellen, dass ich im Jahre 2000 32 Jahre alt sein soll...

  6. #5
    Benutzerbild von Lutz

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    Zitat Zitat von Babooshka Beitrag anzeigen
    Die reale Zukunftsvision Anfang der 80-er war wohl eher schlecht, denn wir glaubten ja alle, den nächsten Tag nicht zu erleben, weil der 3. Weltkrieg bevorstand und uns jeden Moment die Neutronenbombe auf den Kopf fallen konnte. Und sollte es doch nicht so kommen, 2000 bzw. 2015 war noch weit, weit entfernt und natürlich hatte man nicht mehr diese kindlichen Vorstellungen wie in den 70-ern
    Ich hab über das Thema noch mal mit Musicola geschnackt - er wies darauf hin das in den 80s die Wahrnehmungen z.B. einer potentiellen atomaren Bedrohung bzw. der Zukunft sicherlich auch stark vom Alter abhing. Ob man 1984 nun 14 oder 18 Jahre alt war machte sicher einen signifikanten Unterschied (Und vielleicht hat man wenn man im geteilten Berlin aufgewachsen ist alles noch ein wenig düsterer gesehen?).

    Hier hab ich zur Thematik noch interessantes gefunden:

    http://der-ruf.de/artikel/artikel_details.asp?AID=270

    -snip-

    Der Einfluss des Road Warriors

    Die 70er-Jahre endeten für das Endzeit-Genre mit einem Paukenschlag. Der australische Überraschungserfolg Mad Max kam ins Kino. Mit nur wenig Geld gedreht, wurde der Film mit den spektakulären Autostunts zu einem wahren Meisterwerk des Genres, obwohl hier außer einer recht trostlosen Zukunft das Thema Endzeit nicht wirklich behandelt wurde. Der junge Mel Gibson liefert sich als Max Rockatansky mit einigen PS-starken australischen Pkws Duelle mit schrecklichen Motorradbanden, die auf der Suche nach den letzten Benzinreserven mordend und vergewaltigend durch die Lande ziehen. Besonders diese sehr konsequent als Fortsetzung der Ölkrise jener Zeit umgesetzte Zukunftsvision machte aus der simplen Rachestory einen der einflussreichsten Filme der Kinogeschichte.

    Es dauerte nicht lange, bis 1981 dann die Fortsetzung erschien. Mad Max II spielte nach dem großen Knall und katapultierte den schwarzen V8 und seinen Fahrer Max in eine noch unbarmherzigere postapokalyptische Welt, aus der nicht nur noch ein dritter Teil der Mad Max-Reihe entstehen sollte, sondern eine ganze Legion mehr oder weniger gelungener Nachahmer. „The Road Warrior“, wie Teil 2 auch offiziell hieß, wurde wahrscheinlich öfter kopiert oder zitiert als jeder andere Endzeitfilm. Kein Wunder, denn er zeigte auch alle Elemente, die man für gute Untergangs-Action braucht: Eine trostlose Wüste, total durchgeknallte Punks, heiß umkämpfte Rohstoffe und jede Menge Artefakte, die deutlich machen: Hier ist unsere Zivilisation untergegangen. Nur eine Frage blieb damals wie heute ungeklärt: Woher nehmen die Punks so viel Haarspray und Färbemittel, um in der post-apokalyptischen Einöde ihre Frisuren so schön hinzubekommen? Legendär ist die Szene, in der Max seine wenigen Schrotpatronen einsetzt oder einen verrückten Gyrokopter-Piloten gar mit einer ganz leeren Schrotflinte bedroht. Solche Munition ist selten geworden nach dem Untergang und der Film setzt dieses Thema konsequent um. Wahrscheinlich ist er daher für das Genre auch so maßgebend: Er stellt die Endzeit glaubwürdig dar.

    (...)

    Auch einige sehr ernste und für die Filmgeschichte durchaus wichtige Streifen wurden auf Zelluloid gebannt. Einer davon ist der neuseeländische Film „Quiet Earth“. Ein fehlgeschlagenes Experiment lässt hier alle Menschen verschwinden. Nur ein Wissenschaftler und wenige andere begegnen in der unbewohnten Welt vor allem ihren inneren Dämonen. Außerdem hat der später sehr erfolgreiche Luc Besson mit dem Endzeit-Film „Das letzte Gefecht“ seine Film-Karriere begonnen. In dem Film haben die Menschen einer post-apokalyptischen Welt das Sprechen verlernt. Schauspieler wie Jean Reno oder Fritz Wepper agieren hier also fast in einem Stummfilm.

    Atomkrieg als Katastrophenfilm

    Das Ende der 70er und die frühen 80er-Jahre erlebten auch einen Boom so genannter Katastrophenfilme. Ob Erdbeben, Feuersbrünste oder Sturmfluten: Die Katastrophen, die meist große Städte heimsuchten, waren zahlreich. Aus dieser Tradition und der Verschärfung des Kalten Krieges durch den NATO-Doppelbeschluss heraus griff man auch den Atomkrieg verstärkt im Kontext möglichst realistischer
    Katastrophendarstellungen auf und einige sehr bekannte und nachdenklich machende Werke entstanden. Das berühmteste Beispiel ist sicher „The Day After“, das die Auswirkungen eines Atomkrieges am Beispiel der US-Stadt Kansas beschreibt. In die gleiche Kerbe schlägt der im gleichen Jahr 1983 erschienene Film „Testament“, der die Thematik anhand einer kleinen Gemeinde in der Nähe von San Francisco behandelt. Aber auch andere Länder nahmen sich des Motivs an: „Threads“ von 1984 ist sicherlich der bekannteste britische Film zu dem Thema und auch in der Sowjetunion beschäftigten sich Filmemacher mit den Möglichkeiten des nuklearen Holocaust: „Briefe eines Toten“ ist ein hier im Westen leider selten zu sehender Film mit sehr bedrückender Stimmung. Erschreckend ist hier die Tatsache, dass der Film im gleichen Jahr produziert wurde, in dem sich auch der GAU in Tschernobyl ereignete. Die sowjetische Regierung verhinderte seine Ausstrahlung und er kam erst 1987 in wenigen russischen Kinos.

    Nicht unbedingt gleichzusetzen mit den vorgenannten Werken ist der dennoch sehr beeindruckende Zeichentrickfilm „Wenn der Wind weht“. Dieser britische Film zeigt die traurige Geschichte eines alten Ehepaares, das sich mit Hilfe von Zivilschutzbroschüren und den darin vorgeschlagenen Maßnahmen gegen den Atomschlag rüstet. Ein hoffnungsloses Unterfangen, das deutlich vor Augen führt, welche katastrophalen Folgen ein solcher Krieg für die Menschen hätte.

    Besseres Actionkino

    Den Höhepunkt der Endzeitfilme hat das Kino sicherlich in den 1980ern gesehen, vor allem auch der etwas ernsteren Beschäftigung mit dem Thema. Die 90er brachten keine besonders prägende Entwicklung mehr.

    (...)

    -snap-

    BTW: Das ich mal „Wenn der Wind weht“ gesehen hatte, fiel mir bei der Lektüre des obigen Artikels wieder ein. Das Teil ist *sehr* beeindruckend - und deprimierend. Fängt IMO perfekt vieles vom 80s Zeitgeist bzw den Zukunftsvisionen und Ängsten dieser Epoche ein...

    Was mich betrifft hatte ich diese düsteren Szenarien eher verdrängt. Mein Augenmerk lag eher darauf wie wohl z.b. die Autos 2007 aussehen würden...

    Und? Was haben wir heute?

    Anno 2007 immer noch stinkende, laute, schnell rostende, wenig futuristische Blechkisten mit Verbrennungsmotoren. Diesen PKW-Bereich würde ich auch in die Stagnations-Schublade packen...

    Lutz

  7. #6
    Benutzerbild von DJ Cool-Line

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    Hallo.

    Die 80iger Jahre habe ich im Alter von 16 – 26 Jahren erlebt.
    Ich hatte innerhalb dieser Zeit relativ wenige Zukunftsvorstellungen über Megaspace und anderes Trallala, was Uns 2015 erwarten könnte.

    Wir hatten einmal einen Besuch im Museum für Verkehr & Technik, in der 4. Klasse gemacht und da stand der ganze Krempel ( zwar nur als Model ) herum den man heute als die neuste Technologie bezeichnet oder bereits zu Hause hat.
    Wenn man einmal 30 Jahre in die Zukunft voraussehen kann, wie die Vorstellungen der Ingeneure aussahen, was angeblich heute erst möglich ist, welche Frage soll man dann einen 10 Jährigen Coolchen stellen ?
    Die Lehrer wussten es selbst nicht!

    Nein, ich schreibe mal salopp, in den 80igern war alles schon da, was heute noch nicht einmal verfügbar ist, aber machbar wäre und das was mich in den 80iger Jahren einfach unbeschwert leben ließ, ist das man einfach Zukunft machte, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, was dabei raus kommt. Denn mit dem „wenigen“ was man zur Verfügung hatte, lebte man einfach glücklicher und ließ verdammt viel Spielraum offen für Experimente und nun basteln wir mal was.

    Das ist das, was ich heute schmerzlich vermisse.
    Ich konnte hier lesen, dass die Kinder von heute einen Plattenspieler, als den Schrott von anno dazumal betrachten.
    Na ich mache jeden Tag andere Erfahrungen, wenn ich mich mit Jugendlichen unterhalte. Na klar haben die voll viel Ahnung, wo und wann sie einen bestimmten Knopf bei einem PC Handy usw. drücken müssen, dass der Krempel funktioniert und was ist wenn die Batterie alle ist ?
    Frag doch mal einen Jugendlichen worin der Unterschied zwischen analog und digital liegt ?
    Wie bitte ?
    Der erste CD Player ist schon über 150 Jahre alt ?
    Sicherlich der war mechanisch aufgebaut, nichts da mit Laser und Quantenphysik und man kenn das Teil auch als Spieluhr.
    Das moderne Digitale Zeitalter ist wie alt ?
    Ich schreibe mal so alt wie die Menschheit. Man kann es aber auch auf 6000 Jahre eingrenzen, wo die Griechen die Buchstabensuppe erfanden und sich mit 0 und 1er Werten schreiben konnten.
    Das machte auch die Indianer, mit Rauchzeichen oder die Afrikaner über Trommelzeichen.
    Kawasaki *löl* war da in den 80igern nicht die CZ 1000 das Moped schlecht hin? nun Kawasaki hat schon seit 25 Jahren Pläne im Schubkasten, um ein Hotel im Weltall bauen zu können.

    Mit der Erscheinung des Filmes: „Zurück in die Zukunft“, fand das Zurück Anfang bis Ende der 90iger Jahre in die Zukunft statt!
    Jeder sieht heute nur noch Vorteile in jedem neuen technischen Schnick Schnack der auf den Markt kommt.

    Es ist das zweite Bild von Lutz, dass mich erkennen läßt, wie es heute schon fast abgeht.
    Die Menschen werden zugepumpt mit TV, Fluxkompensator der aus Müll Energie macht und ?
    Die Kneipe ist leer wie man sieht!
    Mit steigernder Technik und Möglichkeiten die Uns diese bietet, geben Wir mit der Anschaffung ein Stück unserer Lebensqualität ab.
    Ich sagte einmal meinen Berufsschullehrer voller Euphorie in den 80iger Jahren: Wissen Sie eigentlich, was wir mit der Einführung von PCs schaffen könnten und welche Möglichkeiten uns damit eröffnet werden.
    Er sagte zu mir: Die Möglichkeiten werden zwar geschaffen werden, aber wir ziehen damit eine Generation von Knöpfchendrücker groß, die noch nicht Mal verstanden haben, wie das Grundprinzip funktioniert!
    Er hatte damals recht mit dieser Aussage gehabt!
    Zwar kann es mich verdammt alt machen, wenn ich einen Jugendlichen von damals erzähle, aber es macht mich mit jedem Tag jünger, da die Zukunft aus der Vergangenheit entstanden ist.
    Ich habe sie erlebt und lache mich schräg, wenn die Knöpfchendrücker von heute der Meinung sind, dass Sie besonders klug sind, weil sie Handy und Blabla haben !

    Coolchen

  8. #7
    Benutzerbild von musicola

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    Zitat Zitat von DJ Cool-Line Beitrag anzeigen
    Hallo.

    Die 80iger Jahre habe ich im Alter von 16 – 26 Jahren erlebt.
    Ich hatte innerhalb dieser Zeit relativ wenige Zukunftsvorstellungen über Megaspace und anderes Trallala, was Uns 2015 erwarten könnte.

    Wir hatten einmal einen Besuch im Museum für Verkehr & Technik, in der 4. Klasse gemacht und da stand der ganze Krempel ( zwar nur als Model ) herum den man heute als die neuste Technologie bezeichnet oder bereits zu Hause hat.
    Wenn man einmal 30 Jahre in die Zukunft voraussehen kann, wie die Vorstellungen der Ingeneure aussahen, was angeblich heute erst möglich ist, welche Frage soll man dann einen 10 Jährigen Coolchen stellen ?
    Die Lehrer wussten es selbst nicht!

    Nein, ich schreibe mal salopp, in den 80igern war alles schon da, was heute noch nicht einmal verfügbar ist, aber machbar wäre und das was mich in den 80iger Jahren einfach unbeschwert leben ließ, ist das man einfach Zukunft machte, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, was dabei raus kommt. Denn mit dem „wenigen“ was man zur Verfügung hatte, lebte man einfach glücklicher und ließ verdammt viel Spielraum offen für Experimente und nun basteln wir mal was.

    Das ist das, was ich heute schmerzlich vermisse.
    Ich konnte hier lesen, dass die Kinder von heute einen Plattenspieler, als den Schrott von anno dazumal betrachten.
    Na ich mache jeden Tag andere Erfahrungen, wenn ich mich mit Jugendlichen unterhalte. Na klar haben die voll viel Ahnung, wo und wann sie einen bestimmten Knopf bei einem PC Handy usw. drücken müssen, dass der Krempel funktioniert und was ist wenn die Batterie alle ist ?
    Frag doch mal einen Jugendlichen worin der Unterschied zwischen analog und digital liegt ?
    Wie bitte ?
    Der erste CD Player ist schon über 150 Jahre alt ?
    Sicherlich der war mechanisch aufgebaut, nichts da mit Laser und Quantenphysik und man kenn das Teil auch als Spieluhr.
    Das moderne Digitale Zeitalter ist wie alt ?
    Ich schreibe mal so alt wie die Menschheit. Man kann es aber auch auf 6000 Jahre eingrenzen, wo die Griechen die Buchstabensuppe erfanden und sich mit 0 und 1er Werten schreiben konnten.
    Das machte auch die Indianer, mit Rauchzeichen oder die Afrikaner über Trommelzeichen.
    Kawasaki *löl* war da in den 80igern nicht die CZ 1000 das Moped schlecht hin? nun Kawasaki hat schon seit 25 Jahren Pläne im Schubkasten, um ein Hotel im Weltall bauen zu können.

    Mit der Erscheinung des Filmes: „Zurück in die Zukunft“, fand das Zurück Anfang bis Ende der 90iger Jahre in die Zukunft statt!
    Jeder sieht heute nur noch Vorteile in jedem neuen technischen Schnick Schnack der auf den Markt kommt.

    Es ist das zweite Bild von Lutz, dass mich erkennen läßt, wie es heute schon fast abgeht.
    Die Menschen werden zugepumpt mit TV, Fluxkompensator der aus Müll Energie macht und ?
    Die Kneipe ist leer wie man sieht!
    Mit steigernder Technik und Möglichkeiten die Uns diese bietet, geben Wir mit der Anschaffung ein Stück unserer Lebensqualität ab.
    Ich sagte einmal meinen Berufsschullehrer voller Euphorie in den 80iger Jahren: Wissen Sie eigentlich, was wir mit der Einführung von PCs schaffen könnten und welche Möglichkeiten uns damit eröffnet werden.
    Er sagte zu mir: Die Möglichkeiten werden zwar geschaffen werden, aber wir ziehen damit eine Generation von Knöpfchendrücker groß, die noch nicht Mal verstanden haben, wie das Grundprinzip funktioniert!
    Er hatte damals recht mit dieser Aussage gehabt!
    Zwar kann es mich verdammt alt machen, wenn ich einen Jugendlichen von damals erzähle, aber es macht mich mit jedem Tag jünger, da die Zukunft aus der Vergangenheit entstanden ist.
    Ich habe sie erlebt und lache mich schräg, wenn die Knöpfchendrücker von heute der Meinung sind, dass Sie besonders klug sind, weil sie Handy und Blabla haben !

    Coolchen
    In einigen vbulletin-Foren ist es möglich sich für gute Beiträge per speziellem Button zu bedanken. Da das hier (noch?) nicht geht, mache ich es direkt!

    Danke!

    Gruß
    musicola

  9. #8
    Benutzerbild von DJ Cool-Line

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    Ja dann bedanke ich mich auch mal, wenn es gefällt !

    Grüße Coolchen.

  10. #9
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Lutz Beitrag anzeigen
    Die Wahrheit ist doch, dass wir auch in 30 Jahren nicht wesentlich anders leben werden, und noch ohne fliegende Autos auskommen werden müssen... *g*
    OK - ne Schneeballschlacht im Winter wird vielleicht nicht mehr möglich sein
    Das ist es, was mir an unserer Zeit nicht gefällt... Deswegen steckt das Science Fiction Kino wohl auch in der Krise. Vieles was früher unvorstellbar war ist bereits erfunden und viele andere Dinge sind zwar immer noch nicht erfunden, aber inzwischen so oft durchgekaut worden, dass sie vorstellbar erscheinen. Da wir mittlerweile an eine fiktive Zukunft gewöhnt sind (Star Trek & Co lassen grüßen), kann es sogar passieren, dass einen die winzig erscheinenden realen Fortschritte geradezu langweilen.

    Aus diesem Grund gibt es heute wohl auch keine der früher typischen Bücher mehr, die den Menschen zeigen sollen wie wir in 30,40 oder 50 Jahren leben. Früher gabs darin dann von Einzelkabinen-Stadtbahnen durchzogene Städte, radförmige Raumstationen mit künstlicher Schwerkraft und atomgetriebene Pkw zu sehen.

    Solche Visionen wirken heute unfreiwillig komisch. Vor 40 Jahren war es für jeden völlig klar, dass man heute längst Menschen auf dem Mars gehabt haben wird. Tatsächlich ist gerade die Raumfahrt ein Bereich in dem sich so gut wie nichts mehr getan hat, sieht man mal von moderneren Gerätschaften an Bord diverser Sonden ab.

    Manchmal bin ich regelrecht erschrocken, wenn ich feststelle welche heute immer noch als modern geltende Technologien im Prinzip bereits in den 1940er Jahren Stand der Technik waren. Insbesondere in Industrie, Luftfahrt und Raketentechnik ist das so. Eigentlich war der zweite Weltkrieg einer der letzten großen Innovationsmotoren der Menschheit, so pervers das auch ist. So sind wir eben, laufen immer zur Hochform auf wenns drum geht uns gegenseitig zu zerstören.

    Unsere Zeit ist geprägt von Detailverbesserungen und Miniaturisierung. Während man früher einen Walkman mitschleppte bei dem Batterien und Kassette sich einen Wettlauf drum lieferten wer als Erster schlapp macht, hat man heute mit dem MP3 Player direkte eine kleine Plattensammlung und genügend Saft dabei. Vom Hocker haut einen das aber eben einfach nicht, mobile Musik ist nichts wirklich neues.

    Meine Eltern und Großeltern haben den Siegeszug so vieler weltbewegender Erfindungen erlebt und lebten stets im Vertrauen darauf, dass da noch weltbewegenderes kommen wird. Das können wir heute nicht mehr. Wir müssen uns an all den Schein-Innovationen aufgeilen um überhaupt den Eindruck zu haben, dass die Menschheit sich noch in Richtung technologischem Fortschritt bewegt.

    PM

  11. #10
    Mumie
    Benutzerbild von Mumie
    Zitat Zitat von Lutz Beitrag anzeigen
    Ich hab über das Thema noch mal mit Musicola geschnackt - er wies darauf hin das in den 80s die Wahrnehmungen z.B. einer potentiellen atomaren Bedrohung bzw. der Zukunft sicherlich auch stark vom Alter abhing. Ob man 1984 nun 14 oder 18 Jahre alt war machte sicher einen signifikanten Unterschied (Und vielleicht hat man wenn man im geteilten Berlin aufgewachsen ist alles noch ein wenig düsterer gesehen?).


    -snip-




    Atomkrieg als Katastrophenfilm

    Das Ende der 70er und die frühen 80er-Jahre erlebten auch einen Boom so genannter Katastrophenfilme. Ob Erdbeben, Feuersbrünste oder Sturmfluten: Die Katastrophen, die meist große Städte heimsuchten, waren zahlreich. Aus dieser Tradition und der Verschärfung des Kalten Krieges durch den NATO-Doppelbeschluss heraus griff man auch den Atomkrieg verstärkt im Kontext möglichst realistischer
    Katastrophendarstellungen auf und einige sehr bekannte und nachdenklich machende Werke entstanden. Das berühmteste Beispiel ist sicher „The Day After“, das die Auswirkungen eines Atomkrieges am Beispiel der US-Stadt Kansas beschreibt.

    Nicht unbedingt gleichzusetzen mit den vorgenannten Werken ist der dennoch sehr beeindruckende Zeichentrickfilm „Wenn der Wind weht“. Dieser britische Film zeigt die traurige Geschichte eines alten Ehepaares, das sich mit Hilfe von Zivilschutzbroschüren und den darin vorgeschlagenen Maßnahmen gegen den Atomschlag rüstet. Ein hoffnungsloses Unterfangen, das deutlich vor Augen führt, welche katastrophalen Folgen ein solcher Krieg für die Menschen hätte.


    (...)

    -snap-

    BTW: Das ich mal „Wenn der Wind weht“ gesehen hatte, fiel mir bei der Lektüre des obigen Artikels wieder ein. Das Teil ist *sehr* beeindruckend - und deprimierend. Fängt IMO perfekt vieles vom 80s Zeitgeist bzw den Zukunftsvisionen und Ängsten dieser Epoche ein...


    Lutz
    The Day After,war für mich damals(12) schon harter Tabak und -Wenn der Wind weht- war extrem traurig und bedrückend.Zwei wirklich gute Filme zu diesen Thema!

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