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80er mp3

Erstellt von Sascha__W., 26.05.2002, 21:57 Uhr · 54 Antworten · 4.929 Aufrufe

  1. #31
    Benutzerbild von Dazzle

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    musicolaChris postete
    ...seltsamerweise kann ich mich nur an wenige wirklich geniale
    Songs erinnern die ich auch heute noch gern anhöre und die sind alle
    aus der Zeit ab 95/96 bis heute... Davor (Von 82 bis 95) sind mir noch
    jede Menge Klassiker immer wieder gerne im Ohr!
    Schlechtes Kurzzeitgedächtnis oder eher schlechtere Musik?
    Ich meine letzteres!
    Vorbei sind die Zeiten in denen ich mir 10-15 Singles/MaxiCDs im Monat gekauft hab! Es war im Endeffekt wie mit den Amigaspielen: 14 Tage lang
    exzessiv nutzen und anschliessend einstauben lassen und vergessen! MaxiCDs kaufe ich mittlerweile nur noch im Einzelfall, ansonsten lieber komplette Alben und beides meist über ebay!


    Die Neupreise sind nämlich WIRKLICH viel zu hoch!

    musicola
    Das kann ich wirklich pauschal so unterschreiben.
    Nur dass meine Meinung ist,dass die Musik schon ab 94 bis auf wirklich wenige Ausnahmen radikal schlecht geworden ist,
    davor waren die Ausnahmen wenigstens noch etwas häufiger,
    aber ein allgemeiner Trend nach unten war für mich schon ab 89/90 zu verzeichnen.
    Dass die meisten hier genauso denken,konnte man in vielen Threads lesen.


    Wie ich schon erwähnte,kaufe ich CD's mit rein neuer Musik eigentlich seit 2 Jahren überhaupt nicht mehr in Märkten alá Mediamarkt o.ä.,
    wenn,dann wie Du,bei eBay oder in Second-Hand-Läden,
    in denen es viele neue Alben schon wenige Tage/Wochen nach Erscheinen wesentlich günstiger gibt.

    Compilationen (mit älteren Songs) sind ne ganz andere Sache, die kaufe ich auch da weiterhin ,z.B. die EAMS-Reihe,
    obwohl ich die Preise dafür auch horrend fand.(Saturn Köln 34,99 DM!)
    (Obwohl ich auf die Schlager-Ausgaben hätte gerne verzichten können...,
    aber des Collectors Herz hat gesagt:Muß!)
    Genauso verhält es sich mit neu aufgelegten Maxi-CD's (Depeche Mode,Pet Shop Boys,Madonna, Italo usw),
    obwohl ich auch dafür immer so 13,14 Mark hinblättern musste.

    Womit wir ja bei den Preisen wären;
    wenn ich sehe,dass ne neue Bravo-Hits hier 23,99 Euro oder ein neues Album 16,99 Euro kostet,
    na,da ist es doch kein Wunder,wenn die Teenies von heute zu P2P "gezwungen" werden.
    Denn auch heute gilt: Nichts ist so alt wie ne Bravo Hits vom letzten Monat...

    Das sehe ich mit eigenen Augen an meiner Tochter (12)...
    Die Musik kann nicht neu genug sein!

    PS:Als ich so alt war wie sie jetzt,hiessen die Brüller noch Boney M,Smokie oder Abba

    PS2:Übrigens,neue Alben,
    die ich mir einfach kaufen musste,
    waren die beiden Alben von "M2M": "Shades Of Purple" und "The Big Room",
    das sind zwei norwegische Mädels ,hierzulande fast gänzlich unbekannt,
    in Japan z.B. aber Superstars,die wunderbar eingängige (Gitarren-)Popsongs darbieten und diese mitunter auch noch selbst geschrieben haben,
    die Mädels sind so um die 17!!!
    Kennt die auch jemand von Euch?

    PS3: @hoodle,
    das mit der Verkaufsspanne würde auch mich mal brennend interessieren!

    Cu

  2.  
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  3. #32
    Benutzerbild von hoodle

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    Servus Dazzle, da haste wohl falsch geguckt. Das mit Preisspanne habe nicht ich geschrieben, sondern monofreak. Aber ich denke er wird das hier in's Posting schreiben.

    Viele Grüsse!

  4. #33
    Benutzerbild von monofreak

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    Anfragen wegen der Preisspanne bitte per PrivMsg!

  5. #34
    Benutzerbild von Dazzle

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    Oh Sorry hoodle,
    da hab' ich in der Hektik was überseh'n!

    Nix für ungut.

    Gruss Dazzle

  6. #35
    Benutzerbild von UnknownPleasure

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    Dazzle postete
    Ich habe jahrelang Kohle für Mucke ausgegeben,
    so'n schönen Passat hätt' ich mir davon schon hinstellen können.
    Aber nichtsdestotrotz hab ich es ja gern gemacht,
    auch in Mangel an Alternativen,
    die wir(ich) ja GottseiDank jetzt habe(n).
    Also, einen Passat kannst Du auch von mir bekommen, sogar geschenkt...

    Eins vorweg: Es ist schon durchaus richtig, wenn die Moderatoren hier im Forum eindeutige Angebote abmahnen bzw. löschen. Dies schreibe ich nicht, weil ich den Herren und Damen Admins in den Allerwertesten kriechen möchte (geschweige denn, daß ich es in irgendeiner Form nötig hätte ), sondern weil einige ISPs, Labels und Anwälte in dieser Hinsicht recht harsch reagieren - siehe auch T-online und diverse Abmahnvereine, nicht zu vergessen den Megaankläger des Internets, Herr GXYZ1Xreuth (Name indiziert, um eine evtl. Suche seinerseits mit Search Engines zu erschweren).
    Selbst wenn eine eventuelle Klage nicht zu einer Verurteilung des Betreibers dieser Website führen sollte - den damit verbundene Ärger und Streß hat er trotzdem. Sollte die Linie der Gesetzesgebung hierzulande dem der USA folgen - und dies ist nicht so unwahrscheinlich, seitdem die Politik eher geneigt ist, die Interessen der Wirtschaft zu vertreten - wird zukünftig auch eine Nennung von Tauschbörsen und Kopierschutz-Umgehungsprogrammen zumindest eine Ordnungswidrigkeit darstellen (vgl. Digital Millennium Copyright Act (DMCA)).

    Bevor jetzt irgendwelche Megalabelbesitzer in hellen Jubel ob meiner Ausführungen oben ausbrechen...hold your breath.
    Soweit mir bekannt ist, kostet die durchschnittliche CD in üblicher Ausstattung inklusive aller Abgaben ca. 4,50€. Auf dem Weg zum Endverbraucher wird diese CD wundersamerweise um fast 400% teurer - wie mag das wohl passieren? Da werden doch wohl nicht die Labels und Grossisten die Hände aufhalten???

    Hinzu kommt eine geschickte Wortwahl seitens der "Betroffenen", um die Benutzer der einschlägigen Tauschbörsen endgültig zu Vogelfreien zu erklären: es wird immer von Verlusten gesprochen...dabei haben sich bisher lediglich die Gewinne nach Steuern reduziert, also kann wohl kaum von Verlusten die Rede sein (auch wenn der gewiefte Finanzexperte anders argumentieren mag). Zumal es schizophren erscheint, wenn sich Konzerne wie Sony einerseits über die Tauschbörsen echauffieren und andererseits Produkte anbieten, mit denen auch illegal erworbenes Material abspielbar ist. Das Argument, daß alle anderen auch solche Produkte anbieten und man nur wettbewerbsfähig bleiben möchte, ist beinahe zynisch, wenn man die Anstrengungen von Sony verfolgt, ihre CD's mit (ebenso illegalen - siehe Redbook Standard) Kopierschutzmechanismen zu versehen.
    Weiterhin wird die emotionale Keule geschwungen - von den Verlusten hätten viele neue und vielversprechende Acts unter Vertrag genommen werden können. Dies mag für kleinere Labels durchaus zutreffen, aber der Großteil der aktuellen Charttopper sind Interpreten vom Reißbrett, die von den großen Labels mit Etats aufgebaut wurden, auf die manches Dritte-Welt-Land neidisch sein könnte.
    Last but not least...eine Regierung, die so tief in den Hintern der Wirtschaft steckt, daß sie auch bereit ist, bestehende Rechte zum Nachteil der interessierten Bürger zu ändern/zu verbiegen. Die derzeitigen Kopierschutzbestimmungen werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Nachteil des Endverbrauchers geändert. Dies mag im Kontext zu anderen Problemen der derzeitigen Administration nur ein Furz im Wind sein, zeigt aber deutlich, daß über kurz oder lang die Wirtschaft und nicht das Volk über das Schicksal dieser Nation entscheiden wird.

    Mich wundert nur, daß das Bundeskartellamt bisher noch nicht die Praktiken der großen Plattenverlage durchleuchtet hat...

  7. #36
    Benutzerbild von DerFuchs

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    Hallo zusammen,

    hier mal eine Adresse zu dem Thema mit einem Artikel von Stefan Herwig, Chef des Indie-Labels "Dependent-Records", die dem einen oder anderen von Euch mal ein wenig Information - anstatt bloßer Vermutungen oder vager Ahnungen - bringen könnte. Gefällt mir sehr gut!

    http://www.dependent-records.de/kopierschutz.shtml

    Bildet Euch selbst Eure Meinung.

    Ausgefuchste Grüsse

    DerFuchs

  8. #37
    Benutzerbild von UnknownPleasure

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    @ der Fuchs:

    Ein netter Artikel. Genauso habe ich mir die Arbeit bei einem Label vorgestellt, ich hätte jedoch niemals gedacht, daß es bei "dependent-Records" so stressig ist.

    Spaß beiseite, Ernst komm her...

    Also, als die CD vom Preßwerk an den Vertrieb ausgeliefert wurde, lagen die Kosten bei 3,75€. Wenn dieser oder jener Vertrieb die CD an die Plattenläden oder besser gesagt den Großteil der CDs an Grossisten und die Zentrallager der großen Elektronikmärkte ausliefert, sind die Kosten um fast 250% gestiegen. Natürlich ist schon klar, daß die Mitarbeiter der Verlage, Mieten und Equipment irgendwie bezahlt werden müssen, aber schließlich reden wir ja auch von Labels, die alles in eigener Hand haben, vom Studio bis zu dem Moment, wo die CD den Verlag verläßt. Selbstredend muß auch das bezahlt werden...aber schließlich verkaufen Verlage wie Sony Music und BMG nicht nur 10.000 CDs im Monat (und sie verkaufen auch nicht nur CDs).
    By the way...selbst der eigentliche Prozeß des Versandes von einem Lager zum nächsten ist nicht so teuer, wie es immer wieder gerne angeführt wird, im Gegenteil - nie war Frachtkapazität im nationalen Güterverkehr so günstig wie heute.

    Zugegebenermaßen wird bei der ganzen Einprügelei auf die Labels gerne mal die Rolle des Endverkäufers vergessen. Daß der kleine Plattenladen um die Ecke (sofern es ihn noch gibt) eher geringe Gewinnspannen hat, weiß wohl fast jeder, und seitdem die Darth Vaders der Elektronikbranche ihre Todessterne in jeder größeren Stadt plaziert haben, sind auch eine Menge dieser Läden den Bach runtergegangen. Aaaber...wenn wir mal davon ausgehen, daß die CD in dem Moment, wo sie den Verlag verlassen hat, 20 DM gekostet haben - wie kommt bzw. kam es dann (seit Einführung des Teuros habe ich derartige Angebote nicht mehr gesehen - die Einkäufer sind da wirklich Fuchs!), daß Neuveröffentlichungen teilweise deutlich unter dieser Kalkulation lagen? Meines bescheidenen Wissens nach nennt man so etwas Dumping...und dies ist nach dem Wettbewerbsrecht nicht zulässig. Keine 2 Wochen nach VÖ wurden die Relationen jedoch wieder geradegerückt, und dann waren die CDs auch wieder mit Preisen um die 35 DM ausgezeichnet.
    Okay, weiter im Text...diese Großhändler müssen auch Miete, Mitarbeiter, Equipment etc. bezahlen. Once again...Saturn & Co. verkaufen bekanntlich nicht nur Tonträger, auch wenn dies einen nicht geringen Teil des Umsatzes ausmacht. Und daß die Löhne in den letzten Jahren drastisch gestiegen sein sollen, wird wahrscheinlich keiner der Verkäufer, die in diesen Geschäften arbeiten, unterschreiben - gerade dort wurde eingespart auf Teufel komm raus, schließlich verursachen sie ja auch nur Kosten...
    Die einzigen, die wirklich einen Grund zum Klagen haben, sind eben halt die kleinen Plattenläden, denn diese werden durch die Politik der Verlage und Großhändler doppelt benachteiligt.

    Back in Time...History Repeating:
    Als die CD um 1981 herum in den Verkauf gelangte, lagen die VK-Preise für das neue Medium bei 40 - 80 DM, im Schnitt waren es um die 50 DM (an diese Zahlen kann ich mich noch recht gut erinnern, weil die Väter einiger Freunde von mir bei Universal [ehemals Polygram] gearbeitet hatten), die Player gab es ab 2.000 DM aufwärts. Damals galt die reine Produktion von CDs als sehr aufwendig und kostenintensiv - beispielsweise wurden die ersten 500 - 1000 CDs einer Pressung gleich wieder geshreddert, ein Verfahren, welches man aus der Vinylproduktion übernommen hatte. Bei einem Verkaufspreis von 50 DM nicht wenig Geld.
    Die Player wurden billiger, und der Endverkaufspreis für CDs reduzierte sich im Laufe der Jahre auf ca. 27 - 30 DM. Das gute alte Vinyl gab es für 17 - 20 DM - obwohl die Herstellung dieser Tonträger mittlerweile teurer war als die der CDs. Wieso und warum das Vinyl nahezu ausgestorben ist, muß jetzt nicht näher beleuchtet werden - ich sage nur SONY...
    Und dann erschien Ende der 80er / Anfang der 90 ein Artikel im damals noch lesenswerten ME/Sounds, in dem ein Vertreter eines Plattenverlages ohne große Scham zugab, "den Preis für CDs mittelfristig auf 40 - 50 DM anheben zu wollen". Schließlich müßte man ja auch mal daran denken, daß die Megadeals, die damals mit Künstlern wie Prince, Michael Jackson, Madonna etc. abgeschlossen wurden, irgendwie finanziert werden müssen. Alles zum Wohle der Kunden...die dann auch prompt anfingen zu murren, als die CD-Preise tatsächlich nach oben gingen, kaum daß die Schallplatte aus den Regalen verschwunden war. Nun...damals hieß es "friß oder stirb" - das Internet war damals nur dem Militär, einigen Wissenschaftlern und einer Handvoll Freaks bekannt, MP3 war bestimmt dieser kleine niedliche Roboter aus Star Wars, und ob sich General Schwartzkopf die neue Madonna aus dem Arpanet...aber lassen wir das.
    Und wer mal eben 150 Millionen (!) $ dafür ausgeben kann, einen Künstler erst zu heuern und dann wieder zu feuern (nicht wahr, Tante EMI?) und das dann an den Mitarbeitern (sprich: Entlassungen) und anderen Künstlern (sprich: Vertragsauflösungen) ausläßt, sollte generell in die Pleite getrieben werden - meine 2 Cent.

    (Fortsetzung folgt...)

  9. #38
    Benutzerbild von UnknownPleasure

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    (Fortsetzung...)

    Pech ist natürlich in diesem Zusammenhang jetzt nur, daß die Technologie soweit fortgeschritten ist und der Verbraucher erstmals ein Instrument in die Hand bekommen hat, mit dem er die Hochpreispolitik, die im übrigen ohne erkennbare Not von seiten der großen Verlage betrieben wird, unterlaufen kann.
    Unter normalen Umständen fragt sich ein gewöhnlicher Unternehmer jetzt: "Was kann ich tun, um diese Entwicklung zu stoppen?"
    Und da kommt dann der Staat ins miese Spiel. Für gewöhnlich ist die erste Überlegung, ein Produkt für den Markt attraktiv zu gestalten, beispielsweise durch Preissenkungen. Aber das wäre ja zu einfach gewesen, außerdem hätte man dann den Großaktionären diesen Schritt irgendwie plausibel machen müssen. "Halt!" rufen dann die Firmenanwälte, "So geht das nicht - wir können ja nicht vor den Millionen von Käufern katzbuckeln, die uns unsere Existenz erst ermöglichen. Laßt uns stattdessen da ansetzen, wo wir wirklichen Druck ausüben können - beim Staat.". Dann werden Worst Case Scenarios an die Wand menetekelt, von Milliardenverlusten, Steuerausfällen und - der Schlag in die Weichteile einer jeden Politik, sofern es sich nicht gerade um eine Diktatur handelt - Entlassungen. Das tut wirklich weh, denn dann geht es für die Politiker um das Wahlvieh, welches hierzulande alle vier Jahre an die Wahlurnen (welch passend Wort...Smothered Hopes) getrieben werden muß. Außerdem...je teurer ein Produkt, desto höher die Einnahmen durch Steuern, also sind die Einwände der Musikindustrie doch gerechtfertigt.
    Flugs werden dann Regularien zurechtgebastelt, die teilweise die Grundrechte in drastischer Form beschneiden (ich möchte nochmals auf den DMCA verweisen), Patente und Bestimmungen werden um des Mammons willen willkürlich verletzt - ich hoffe, daß alle wissen, daß eine kopiergeschützte Musik-CD nach den Redbook-Spezifikationen nicht mehr als Audio-CD beworben und vertrieben werden darf - noch nicht einmal das CompactDisc-Logo dürfte auf diesem Datenmedium erscheinen!
    Egal...Hauptsache, der Firmenbericht weist am Jahresende wieder den gewohnten Gewinn im dreistelligen Millionenbereich aus, dann sind alle wieder happy.

    Wer zur Hölle zwingt die Verlage eigentlich dazu, irgendwelchen Interpreten hohe Millionenbeträge in den Allerwertesten zu blasen?
    Wenn (beispielsweise) Britney Spears für ihren nächsten 5-Jahres-Vertrag 100 Million $ haben will, dann würde ich sie einfach mit einem Tritt aus dem Büro befördern. Aber da spielt die Konkurrenz merkwürdigerweise nicht mit, im Gegenteil, wer sich einen Künstler dieser Größenordnung halten kann, hat den finanziellen Schwanzvergleich schon gewonnen. Die Leidtragenden sind die Independents und Künstler, die seit Jahren schon in den Kellern und Garagen dieser Welt hocken und - im Gegensatz zu den Popsurrogaten, die wie eine biblische Plage über den Konsumenten hergefallen sind - sich den Arsch aufreißen, um wenigstens mal ein paar Auftritte zu haben.
    Jetzt kann man naürlich und nicht unrichtig argumentieren, daß diese Interpreten auch den Löwenumsatz bescheren, mithin erfolgreich sind. Kunststück...wenn man nahezu nichts anderes mehr vorgesetzt bekommt als die gleichen Videos der gleichen Interpreten sowie "das Beste aus den 80s, 90s und heute", ist es schwer, auch mal über den Tellerrand schauen zu können. Wieder einmal ist es die unheilige Allianz der Majorlabels, die der Masse der Konsumenten aufdrücken, was gefälligst in zu sein hat, damit sich das Investment in schöne Gesichter, Silikonimplantate und substanzlose Fahrstuhlmusik auch möglichst schnell rentiert.

    Ich persönlich sauge mir überwiegend nur das, was eh nicht mehr im Verkaufsrepertoire eines Labels zu finden ist - es sei denn, ein paar rührige Leute veröffentlichen die Raritäten wieder, dann kaufe ich mir (zähneknirschend, bezogen auf den Preis) diese CDs. Ich lasse mich jedoch nicht von Leuten kriminalisieren, die selbst in juristischen Grauzonen lavieren und ihre Ressourcen gezielt einsetzen, um bestimmte Bereiche der Politik in ihrem höchsteigenen Interesse zu manipulieren.
    Ich habe auch nichts dagegen, daß mit Arbeit Geld verdient wird. Ich habe allerdings dann etwas gegen das Geldverdienen, wenn dies zur Abzocke mutiert. Dazu gehört für mich ein Gewinn von 250%, wie eingangs erwähnt.
    Um die abschließende Frage des dependent-records-Artikels zu beantworten: Nein.
    10 - 15€ garantieren jedem Beteiligten einen ausreichenden Gewinn. Wer meint, mehr nehmen zu müssen, darf sich auch dann nicht beklagen, wenn es Leute gibt, die das anders sehen und zu Alternativen greifen.
    Für Independents und kleine Plattenläden habe ich durchaus Mitleid und kann die Argumente gegen Tauschbörsen verstehen...für die Majors habe ich nur zwei Worte über: "F**k you".

  10. #39
    Benutzerbild von Zachary

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    Zuerst: Dieser Thread ist verdammt spannend...!
    Wollt ich einfach mal gesagt haben.
    Vor allem, da einige Leute hier ja wirklich Ahnung haben *verneig * - einiges davon, wie z.B. die "wundersame Preissteigerung", hab' ich selbst mal in einem Referat erarbeitet, aber ich denke, damit hatte ich die Thematik auch nur "angekratzt"... Im Gegensatz dazu hier dem eifrigen Schaben und Wühlen zuzugucken, ist schon mal per se ein Genuß!

    So denn. Bin auch einer der Menschen, die vom Gegenwert der legal erworbenen CD's locker ein halbes Jahr oder mehr mietfrei wohnen könnten. Hab' nämlich mal aus Jux angefangen, die Kassenbons vom SATURN (ja, ich kauf' bei den Bösen ein! *hust*) zu sammeln. (Im Second-Hand-Laden gibt's meist keine, und Versandhandel auflisten ist mir zu umständlich.) Unter 50 Oiro geh' ich eigentlich nie da raus. Und dabei versuch' ich noch, mich immer an Sonderangebote, NicePrice etc. zu halten. Genausogut gibt es aber CD's, die schon seit 5 Jahren auf meiner Wunschliste stehen, aber seit 5 Jahren immer den gleichen Preis aufweisen, nämlich für mich persönlich viel zu hoch!
    Fast 40 DM für eine CD sehe ich einfach nicht ein!

    Die GESCHMACKLICHE GLEICHSCHALTUNG geht mir ebenfalls unsäglich auf den Senkel. Mp3's zu tauschen ist für mich seit einem Monat die Möglichkeit, etwas von / über Interpreten zu hören, von denen ich sonst nie erfahren hätte - sei es, weil sie nicht beworben werden oder ich bei manchen "Spezis" eh nie die Chance hätte, mal ein Original zu finden und dort reinzuhören (geschweige denn den Besitzer dazu überreden, mir eine legale Kopie zur persönlichen Nutzung zu schenken). Gerade im Minimal-Bereich z.B. sind die Preise aufgrund des (mal vorhandenen, mal angeblichen) Seltenheitswertes (nicht nur) für mich unbezahlbar...
    Ich habe dann einem Bekannten mal aufgelistet, in welchen Fällen inkl. Begründung ich Mp3-Kopien vertretbar finde. Sein Kommentar dazu war: "Moralisch hast Du vollkommen recht, rechtlich leider nicht." Das muß man, glaube ich, nicht weiter kommentieren.

    Bis hierher, gerne weiter,
    Zachary

  11. #40
    Benutzerbild von hechicero

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    Also diese Diskussion hätte ich in diesem Forum nicht erwartet.

    Nachdem hier nichts geshared wird, finde ich die Reaktion der Moderatoren übertrieben. Aber seis drum.

    Es ist für mich nichts verwerfliches, wenn jemand einen Song nicht mehr kaufen kann, weil er rar ist und ihn dann brennt. Oder ein aktuelles Teil saugt, weil es so toll auch wieder nicht ist, daß er es im Original brauch.
    Verwerflich finde ich aber, wenn jemand commerziell Sachen zieht und brennt und verkauft. Darum geht es doch. Das ist es doch, was den Schaden verursacht.
    Ich arbeite in einer Riesenfirma. Die Leute, die es hinkriegen in anständiger Zeit einen Titel zu ziehen und zu brennen, kann man an einer Hand abzählen.
    Es ist doch völliger Unsinn, zu sagen, weil ich mir hier einen Titel ziehe statt kaufe, geht die Plattenindustrie zugrunde.
    Das würde natürlich auch mich schwer treffen.
    Aber ich habe die ganze Wohnung voll von Originalplatten und -Cds.
    Und ich kaufe sie nach wie vor, wenn das Produkt stimmt.
    Gerade vor ein paar Wochen habe ich für die neue Limited Edition Best-of von Mylene Farmer 70 Euro ausgegeben.
    Dafür bekam ich aber auch 3 CD, 1 DVD und ein Fotoalbum in Astralqualität.

    Auch Eminem, dessen Album schon vor Erscheinen im Internet zu haben war (!!!!) ging diesen Weg. Er bietet es nun mit einer DVD zusammen an.

    Das ist doch der springende Punkt. Das Produkt stimmt oft nicht mehr.
    Wie MONOFREAK sagte: CDs "on demand" wären ne tolle Sache. Macht aber kein Label. Und viele wollen eben wegen eines Songs nicht eine 17€-CD kaufen.

    Wenn natürlich entsprechende Gimmicks bei sind oder das ganze überragende Qualität hat, greift man doch auch zu.
    Die Technik hat sich halt weiterentwickelt - nur die Branche nicht.
    Wir können jetzt selber entscheiden, was wir kaufen und was nicht.

    Entscheidend ist hier, daß sich das ganze nicht aufhalten läßt. Man erreicht hier nichts mit Gesetzen, Verboten und Abmahnungen. Und auch nicht mit Kopierschutzen. Der Crack ist doch heute oft schon vor dem Kopierschutz auf dem Markt.

    Die Plattenfirmen sollten lieber die jetzige Entwicklung in entsprechende Bahnen lenken. Viele würden sicher tatsächlich auch für Downloads zahlen, wenn die in vernünftiger Form runterzuladen und zu bezahlen sind. Aber da tut sich nichts, gar nichts. Bertelsmann hat Napster zwar gekauft, aber anzufangen wissen sie damit bislang auch nichts.
    Da liegt doch der Hase im Pfeffer.

    Wirklich innovative Ideen fehlen. Ideen, die das Ganze voranbringen und nicht Ideen, die einen Zustand wieder herstellen, den man nicht mehr herstellen kann.

    Gute Ideen, wie die von REM. Sie bieten ihr neues Remix-Album komplett zum Download an. Ganz offiziell und nur im Netz. Gibt es nicht auf CD.
    Den Link poste ich jetzt hier nicht, damit Hoodle nicht der (editierende) Finger juckt.
    Gut, sie verdienen damit nichts (auf der Seite ist nichtmal Werbung).

    Es ist aber eine herrliche Anregung für alle Plattenbosse, mal drüber nachzudenken, daß etwas nicht stimmt und neue Ideen her müssen. Denn einem Künstler kann man nunmal leider nach wie vor nicht verbieten, seine Musik kostenlos anzubieten (es sei denn, er bräche damit seinen Vertrag).

    Und deswegen sollten wir auch mit dieser Diskussion aufhören. Wir sollten besser Ideen diskutieren, wie man die neuen Medien IM SINNE der Plattenfirmen nutzen kann und nicht, wie man sie verbietet - gerade, wenn Sony hier mitliest.

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