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ART(ist):

Erstellt von bamalama, 29.07.2008, 19:28 Uhr · 20 Antworten · 1.786 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von Castor Troy

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    AW: ART(ist):

    Zitat Zitat von Veja Beitrag anzeigen
    @ CastorTroy

    "Success" von Sigue Sigue Sputnik mag ja vieles sein, aber Kunst oder anspruchsvoll ist es mit Sicherheit nicht. Die Nummer klingt eher nach "auf Nummer sicher gehen und sich an den aktuellen Sound anpassen", auch wenn es in den Charts dann ja trotzdem nicht geklappt hat, aber anspruchsvoll und risikoreich ist es sicher nicht.
    Ich habe ein Thema wieder falsch verstaden

  2.  
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  3. #12
    Otto
    Benutzerbild von Otto

    AW: ART(ist):

    Mike Oldfield (wurde hier ja schon genannt) fiel mir auch spontan ein. Aber Jean-Michel Jarre kann man da genau so gut nennen. Vor allem ab den 90er Jahren und dann noch mal besonders ab ca. 2000 hat er seine Musikstile gern mal geändert. Sein letztes Album "Téo & Téa" z.B. klingt eigentlich gar nicht mehr nach dem guten alten Jarre.

    Viele Supertramp-Sachen aus den 70ern (und frühen 80ern) halte ich für fröhliche Songs mit Ohrwurm- und Hit-Charakter, und viele Singles waren ja auch erfolgreich (z.B. The Logical Song, It's Raining Again). Ab 1987 haben sie noch in sehr großen Abständen drei weitere Alben veröffentlicht, die ich dagegen eher sehr ernst, etwas schwermütig finde, irgendwie gehen die Melodien da gar nicht mehr ins Ohr. Und große Chart-Erfolge wurden die auch nicht mehr.

  4. #13
    Benutzerbild von Babooshka

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    AW: ART(ist):

    Al Stewart hat früher Folk gemacht, er hat in den 80-ern Folk gemacht und Folk macht er auch heute noch. Fast ohne stilistische Änderungen, einzig seine Neigung zu historischen Inhalten ist größer geworden. Seine größten Hits hatte er Ende der 70-er, danach wurde er eher ein Insider für Fans von ihm und Folk-Fans allgemein.

    Pink Floyd machen ja heute nichts mehr, aber 1994 kam ihr letztes Album raus und darin blieben sie ihrem Stil weitgehend treu. OK, das, was sie nach den 70-ern machten, klang schon anders als die Kiffermusik davor (nicht negativ gemeint; die meisten haben halt damals darauf gekifft, anderen war die Musik an sich schon Droge genug). Aber trotzdem blieben Pink Floyd sich selbst treu und machten nicht plötzlich kommerzielle Kacke. damit hatten sie zwar keine Charterfolge, aber die Alben liefen durchaus erfolgreich.

  5. #14
    Benutzerbild von Scheul

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    AW: ART(ist):

    Und natürlich die Pet Shop Boys! Sie machen ja auch heute noch aktiv Musik, machen aber eigentlich was sie wollen. Auf den Alben sind meißt Lieder drauf, die mehr Hitpotenzial hätten als das was sie dann wirklich auskoppeln.

    Und dann liefern die ja auch ein "Best Of" ab, welches sie PopArt nennen. Eine CD ist POP und eine CD ist ART.


  6. #15
    Benutzerbild von musicola

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    AW: ART(ist):

    Nik Kershaw veröffentlichte auf dem Höhepunkt seiner von Ohrwürmern durchsetzten Karriere mit Don Quixote und Wide Boy zwar handwerklich gutgemachte aber sonst eher nicht so eingängige Singles. Wer das Album The Riddle kennt, wird mir zustimmen, dass das rockige You Might, Easy (mit Mark King am Bass) oder City Of Angels die bessere Single-Wahl gewesen wären...

    EDIT: Und auf den späteren Alben Radio Musicola bzw. The Works wurden ebenfalls die eingängigsten Titel nicht ausgekoppelt!

  7. #16
    Benutzerbild von chris74

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    AW: ART(ist):

    Zitat Zitat von Babooshka Beitrag anzeigen
    Pink Floyd machen ja heute nichts mehr, aber 1994 kam ihr letztes Album raus und darin blieben sie ihrem Stil weitgehend treu. OK, das, was sie nach den 70-ern machten, klang schon anders als die Kiffermusik davor (nicht negativ gemeint; die meisten haben halt damals darauf gekifft, anderen war die Musik an sich schon Droge genug). Aber trotzdem blieben Pink Floyd sich selbst treu und machten nicht plötzlich kommerzielle Kacke. damit hatten sie zwar keine Charterfolge, aber die Alben liefen durchaus erfolgreich.
    Ich glaube, Pink Floyd hat man nie als Singles-Band sehen dürfen. Da war halt "Another Brick" einfach ein erfolgreicher "Ausrutscher" an die Spitze der Charts. Erstaunlich finde ich dann umsomehr, daß die Bands tonnenweise Platten verkauft hat, obwohl die Singles ziemlich untergingen.


    Zitat Zitat von Castor Troy Beitrag anzeigen
    Naja, I Drove All Night (1988) war in England aber ein Hit
    Das stimmt, aber es war die letzte weltweit wirklich erfolgreiche Single von ihr. Und das Album dazu war bereits deutlich weniger poppig als die Vorgänger und hat sich außerdem weitaus schlechter verkauft.

  8. #17
    Benutzerbild von bamalama

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    Zitat Zitat von chris74 Beitrag anzeigen
    Auch Cyndi Lauper hat sich nach ihrem Album "True colors" deutlich vom Kommerz sowie ihrem Ulknudelimage abgewandt, was sie zwar um den kommerziellen Erfolg brachte, dafür hat sie aber wunderschöne Lieder seitdem geschrieben; ich denke da nur an "Who let in the rain".
    ich fand es damals schon äußerst riskant, eine single wie true colors als "appetizer" des nachfolgers ihres extrem erfolgreichen debuts ins rennen zu schicken. hier wurde mut endlich mal belohnt!

  9. #18
    Benutzerbild von bamalama

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    Das Paradebeispiel:

    Wozu einen eigenen Text verfassen, wenn WIKIPEDIA es auf den Punkt bringt...

    DALBELLO

    Schon früh hatte sich im Familienkreis ihr großes musikalisches Talent gezeigt. Im Alter von dreizehn Jahren war sie mit einer Revue auf Tournee und gewann diverse Amateurwettbewerbe. Nach Auftritten im Fernsehen und in Werbespots konnte sie im Alter von 19 Jahren einen Vertrag mit der Plattenfirma MCA unterzeichnen. Für ihr Disco-Pop-Debütalbum Lisa Dal Bello gewann sie 1978 einen Juno Award als Most Promising Female Vocalist.

    Unzufrieden mit dem Image, das die Plattenfirma ihr verpassen wollte, unterbrach sie nach ihrem dritten Album Drastic Measures 1981 ihre Musikkarriere, um an der York University zu studieren und sich der Poesie zu widmen, neben der Musik eine ihrer weiteren Vorlieben. Der Gitarrist Mick Ronson sah während dieser Zeit eine Fernsehdokumentation des kanadischen Senders CBC über Dalbello und überzeugte sie, ein weiteres Album aufzunehmen, das 1984 bei Capitol Records erschien.

    Dieses Album, whomanfoursays (ein Homonym für „human forces“), wurde von Dalbello und Ronson gemeinsam produziert. Es war auch ihr erstes Album, das unter dem Namen Dalbello erschien und ihre Verwandlung von der Disco-Queen zur kantigen Rock-Musikerin markierte. Diese Verwandlung funktionierte: Das Album war in den kanadischen Pop-Charts sogar erfolgreicher, als es ihre Pop-Alben gewesen waren. Die Hits Gonna Get Close To You und Animal gingen aus dem Album hervor. Neben der Musik konnten auch die Texte überzeugen, die in Gehalt und Aussage andere Pop- und Rocktexte weit übertrafen. Dalbello wurde als Kanadas abwechslungsreichere Antwort auf Kate Bush bezeichnet.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dalbello


  10. #19
    Benutzerbild von bamalama

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    Zitat Zitat von lautlos Beitrag anzeigen
    Talk Talk sind auch so ein Beispiel. Ende der 80er lief 'Spirit of Eden' jenseits der Charts, ganz kalkuliert.
    Ein perfektes Beispiel!

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie geschockt und enttäuscht ich 1988 war, nachdem ich das Album am Erscheinungstag gekauft (und gehört!) habe. Netterweise konnte ich die CD einige Tage später umtauschen. Inzwischen mag ich das Album, wenn es auch nicht zu meinen Favoriten gehört. Der Nachfolger laughing stock (1991) und das Soloalbum von MARK HOLLIS (1998) sind allerdings noch etwas "ungewöhnlicher" als spirit of eden!

    laughing stock:

    Das Entsetzen beim neuen Label läßt sich lebhaft vorstellen. Von der eingängigeren Compilation Natural History gingen Millionen weg - und nun das: großflächige Klanglandschaften, sparsam angefüllt durch verstreute Klavierakkorde oder ein streunendes Saxophon. Wenn's mal farbiger wird, swingen akustischer Baß und Drums fast wie bei einer Jazz-Session. Einzig die Gitarre kleckst vehement Akzente dazwischen. Doch Mark Hollins bleibt nur dem Geist von Spirit Of Eden treu - und schafft ein Werk voll suggestiver Kraft.
    © Audio




    mark hollis:

    1991 verabschiedeten sich TALK TALK mit "The Laughing Stock" von der Existenz. Mit ihren beiden letzten Platten hatten sie impressionistische Meisterwerke hinterlassen, laut Mastermind MARK HOLLIS als Ergebnis einer logischen Weiterentwicklung vom Pop der Anfangsjahre zu freieren Strukturen. Zu wenige konnten die "radikale" Abwendung von klassischen Songstrukturen hin zu freischwebenden, sich allem Zeitmaß entziehenden Stücken nachvollziehen. Die, die es konnten, wissen um die Bedeutung von "Spirit Of Eden" und "The Laughing Stock" als zwei der visionärsten Platten überhaupt. Sieben Jahre später ist MARK HOLLIS wieder in der Öffentlichkeit, so sich der introvertierte Brite diese denn überhaupt zurückwünscht, aufgetaucht. Nach jahrelangem Lernen von Notation, Kompositionsversuchen für Holzbläser und der endgültigen Erkenntnis, Stille dem Krach vorzuziehen, schenkt er uns nun ein Soloalbum, dessen Schönheit nahtlos an "The Laughing Stock" anschließt. Die Reduzierung der musikalischen Mittel ist auf die Spitze getrieben: Klavier, Standbass, akustische Gitarre, Holzbläser, kein elektrisch verstärktes Instrument ist beteiligt, die gesamte Musik nur mit zwei Raummikrofonen aufgenommen. Der Lautstärkepegel der Musik muß neu formuliert werden, eher als kalkulierte Abwesenheit von Stille. HOLLIS singt mutmaßlich im Liegen, soviel Schwermut, wie auf ihm lastet, kann er unmöglich mit sich herumschleppen. Hin und wieder ein Becken, ein Tamburin, WYATTsche Rhythmusfragmente, minimale Bläsersätze, wunderschön dissonant - getragene Getragenheit. "Mark Hollis" lebt, unangefochten, sich allen Kategorien entziehend, Du setzt sie in Gang, und mit dem ersten Ton wird die Zeit zähflüssig. Avantgardistisch wäre nicht richtig, denn die Musik enthält einen immer wieder aufbrausenden Popappeal; der Jazzvorwurf wäre falsch, denn die Platte ist im Gegensatz zu den im Studio entwickelten TALK TALK-Epen komplett komponiert, eher sogar nach klassischem Muster. "The Colour Of Spring", das wohl greifbarste Stück der Platte, ist als Opener gleichsam eine ironische Rückschau zum drittletzten Album TALK TALKs und eröffnet den Reigen von acht abgehobenen und gleichzeitig nahegehenden Stücken, die, allen voran "A Life (1895-1915)", vor den Kamin gehören, Du in einen Schaukelstuhl, den schweren Kopf auf Dein weichstes Kissen gebettet. Manchmal wirst Du mitsummen, so wie HOLLIS es tut, dann aber wieder nur hören, wie im Raum mit Dir Oboen und Klarinetten sanftes Jammern verschütten. Wenn "A New Jerusalem" ohne Knalleffekt einfach aus dem Zimmer gegangen ist, folgt der fast mechanische Druck auf die Repeat-Taste, denn so traurig willst Du wieder sein, und wieder, und wieder, frei nach dem Motto "Place my chair at the backroom door, help me up, I can't wait no more" ("Myrrhman", 1991). Das Jahr ist noch jung, aber für mich mit dieser Platte schon gelaufen. Ein großes Dankeschön!
    Carsten Sandkämper / © Intro - Musik & so
    mehr unter Intro: Musik und so. Pop, Kultur und gute Noten. - Intro Magazin




    28.01.2010 PLAYLIST:
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    EBAYMALAMA ---> eBay Verkäufer: loveamnesia: Musik, Filme DVDs

  11. #20
    Benutzerbild von Christoph

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    AW: ART(ist):

    Peter Gabriel und Chris Rea sind Künstler, die sich inzwischen einer anderen Musik zugewendet haben, ob das nun kunstvoller wurde, will ich nicht bewerten. Der Bruch war wohl bei Chris Rea unerwarteter und für die Fans schwerer zu verdauen, Peter Gabriel dagegen hatte ja schon immer vielerlei Dinge ausprobiert.

    Jimmy Sommerville ist ein für mich persönliches Beispiel. Mit seinen Titeln neben smalltown boy" oder "so cold the night" konnte ich nichts mehr anfangen: "it ain't necessarily so" fand ich übel kopflastig.
    Und tatsächlich die Pet Shop Boys: meine Discohelden bis 1990, und dann das vergleichsweise lahme Album "behavior". Daran hat sich nichts wieder geändert, aber ich mag sie trotzdem

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