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der zahn der zeit

Erstellt von halfgreek, 03.08.2005, 23:50 Uhr · 23 Antworten · 2.433 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von halfgreek

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    hey all,

    bin neu hier und froh endlich mal so ein forum gefunden zu haben.

    finds echt ätzend das heutzutage kaum neue ideen und vor allem gute lieder kommen. fast jeder song ge-covert, entweder text,oder/und melodie. echt zum ko..en, das sich so einige stars damit schmücken,vor allem die hiphopper, und dann sowas auch noch gut verkaufen. ständig gute songs von damals die dann so verschandelt werden, da frag ich mich oft, wie man sowas gut finden kann, versteh ich nicht- aber was solls- bin ja nicht auf der welt um alles und jeden zu verstehn.
    ich weiß ja was gut ist

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von brandbrief

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    Hallo,

    eigentlich war ich auch immer von diesen 90er und 2000er Coverversionen irgendwelcher DJ's genervt und meinte: In den 80ern war das alles ganz anders. Stimmt aber nicht ganz . Recherchiert man genauer, so muss man feststellen, dass in der 80er-Dekade auch heftig "abgekupfert" wurde. Ich denke da z.B. an Bananarama mit "Venus". Derjenige, der dieses Lied in seiner Jugendzeit im original von Shocking Blue hörte, kann sich mit der Stock-Aitken-Waterman-Version wohl auch schwer anfreunden. Ich schätze, das ist auch etwas ein Generationsproblem: Hits aus den 80ern werden natürlich auf den Stil der 90er und 2000er Musikrichtungen gecovert. Hits aus den 70ern wurden damals eben im Stile der 80er neu aufgenommen. Die Sache kann man wohl nie so ganz objektiv betrachten. Der Eine hat in den 70ern seine Jugendzeit verlebt, für ihn ist das die ultimative Musik. Dem Anderen geht das eben mit den 80ern so. Der Dritte wiederum zählte in den 60ern zu den Jugendlichen und empfindet diese Musik nun als die Beste überhaupt. Gecovert wird heute wahrscheinlich auch nicht mehr als früher. Nur fällt es einem heute eher auf, da man das Original ja noch so gut kennt . Hörte man eine Coverversion in den 80ern, so war es relativ unwahrscheinlich, dass man die Ur-Version überhaupt jemals wahrgenommen hat. Ich dachte bis vor einigen Jahren sogar, dass Sandra's "Everlasting Love" ein Original war .
    Ich möchte die heutigen 18 und 20-jährigen einmal in ca. 15 Jahren hören, wenn sie eine Coverversion eines ihrer damaligen Jugendzeit-Hits hören
    Mit Sicherheit werden sie, egal welcher Musikstil in dieser Zeit angesagt sein wird, genauso drüber denken und reden, wie wir heute

    Wie sagte Kraftwerk schon: Es wird immer weitergeh'n ...Musik als Träger von Ideen. In diesem Sinne: Guten Abend und viele Grüße und nie den objektiven Blickwinkel verlieren, auch wenn's manchmal schwer fällt

  4. #3
    Benutzerbild von brandbrief

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    Hier ein vielleicht sehr schöner Threat für dich

    http://best-of-80s.de/forum/showtopi...did=1161&time=

  5. #4
    Benutzerbild von musicola

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    brandbrief postete
    Hallo,

    eigentlich war ich auch immer von diesen 90er und 2000er Coverversionen irgendwelcher DJ's genervt und meinte: In den 80ern war das alles ganz anders. Stimmt aber nicht ganz . Recherchiert man genauer, so muss man feststellen, dass in der 80er-Dekade auch heftig "abgekupfert" wurde. Ich denke da z.B. an Bananarama mit "Venus". Derjenige, der dieses Lied in seiner Jugendzeit im original von Shocking Blue hörte, kann sich mit der Stock-Aitken-Waterman-Version wohl auch schwer anfreunden. Ich schätze, das ist auch etwas ein Generationsproblem: Hits aus den 80ern werden natürlich auf den Stil der 90er und 2000er Musikrichtungen gecovert. Hits aus den 70ern wurden damals eben im Stile der 80er neu aufgenommen. Die Sache kann man wohl nie so ganz objektiv betrachten. Der Eine hat in den 70ern seine Jugendzeit verlebt, für ihn ist das die ultimative Musik. Dem Anderen geht das eben mit den 80ern so. Der Dritte wiederum zählte in den 60ern zu den Jugendlichen und empfindet diese Musik nun als die Beste überhaupt. Gecovert wird heute wahrscheinlich auch nicht mehr als früher. Nur fällt es einem heute eher auf, da man das Original ja noch so gut kennt . Hörte man eine Coverversion in den 80ern, so war es relativ unwahrscheinlich, dass man die Ur-Version überhaupt jemals wahrgenommen hat. Ich dachte bis vor einigen Jahren sogar, dass Sandra's "Everlasting Love" ein Original war .
    Ich möchte die heutigen 18 und 20-jährigen einmal in ca. 15 Jahren hören, wenn sie eine Coverversion eines ihrer damaligen Jugendzeit-Hits hören
    Mit Sicherheit werden sie, egal welcher Musikstil in dieser Zeit angesagt sein wird, genauso drüber denken und reden, wie wir heute

    Wie sagte Kraftwerk schon: Es wird immer weitergeh'n ...Musik als Träger von Ideen. In diesem Sinne: Guten Abend und viele Grüße und nie den objektiven Blickwinkel verlieren, auch wenn's manchmal schwer fällt
    Sehr schöner Beitrag!

    Aber dennoch ein kleiner Widerspruch bei "Venus":

    Als ich damals das Original von Shocking Blue zum ersten Mal hörte, fand ich das grottenschlecht. Mieser Sound, scheinbar in einem Rutsch aufgenommen und einfach nur amateurhaft peinlich, peinlich, peinlich. Da war mir die perfekt durcharrangierte Bananarama-Produktion wesentlich sympathischer.

    Mittlerweile finde ich übrigens auch die Originalfassung recht gut.

    Man wird halt älter...

  6. #5
    Benutzerbild von synth66

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    Hallo,

    ich habe mir genau über diese Thema auch schon eine ganze Weile Gedanken gemacht, ohne dass ich zu einem befriedigenden geschweige denn abschließenden Ergebnis gekommen bin. Deshalb mal meine Gedankengänge in etwas ungeordneter vielleicht auch manchmal nicht ganz nachvollziehbarer Form:

    Zunächst muss vorausgeschickt werden, dass die Generation derer, die in den 80er Jahren aufgewachsen ist (also insbesondere die Jahrgänge 1965 - 1975) naturgemäß von dem seinerzeitigen Musikstil beeinflusst wurde. Brandbrief hat das sehr anschaulich mit den Beispielen "Venus" und "Everlasting Love" verdeutlicht.

    Das das heutzutage nicht anders ist, und die Jugendlichen die Originale, die z. T. aus den 80ern stammen nicht mehr kennen, ist auch klar und sollte auch nicht verdammt werden.

    Es gibt aber meines Erachtens einen entscheidenden Unterschied. In den 80er Jahren fand hinsichtlich der Art der Musikproduktion eine Revolution statt, die niemals vorher und auch nicht in der Gegenwart in dieser Form stattgefunden hat. Eine ganz neue Art von Musikinstrumenten (Synthesizer, Drum-Machines, Rhythmus-Maschinen, etc.) kam auf und auch der Computer wurde zur Musikproduktion verwendet.

    Aus heutiger Sicht betrachtet klingt vieles, was Anfang der 80er Jahre produziert wurde zwar originell aber doch schon "outdated" (Ähnlich, wie wir Musik aus den 50ies, 60ies und 70ies empfinden). Aber bereits etwa ab 1983 sind deutliche Veränderungen erkennbar. Die Art der Musikproduktion hatte in der Mitte der 80er Jahren ein Niveau erreicht, das gewissermaßen einen Höhepunkt darstellte und anscheinend auch nicht mehr verbessert werden konnte. Viele Musikproduktionen aus dieser Zeit klingen auch wenn man sie heute hört keineswegs alt, sondern vielmehr frisch und kraftvoll.

    Als Beispiel seien die Produktionen von Trevor Horn genannt. Nun könnte man es sich einfach machen und sagen, dass er (wie auch Kraftwerk) seiner Zeit voraus war. Ich glaube es lag aber eher an dem Mut, innovative Klänge zu erfinden und mehr Zeit und Akribie in die Musikproduktion zu stecken, als dies vorher der Fall war. Und natürlich auch an dem Glück, dass es zufälligerweise auch massenkompatibel war und somit auch Geld gebracht hat.

    Diese innovative Haltung vermisse ich bei der heutigen Musik etwas. Da schließt sich niemand mehr im Studio ein und nimmt sich 3 Monate Zeit, einen bestimmten Sound zu produzieren. Ich will damit nicht ausdrücken, dass heute alles schlechter ist. Vielmehr hat sich aus meiner Sicht das Niveau der Produktion seit Mitte der 80er Jahre nicht mehr weiterentwickelt, eher das Gegenteil. Aktuelle Bands wie z. B. "Coldplay" finde ich auch gut. Schöne Melodien, aber vom Produktionsstandpunkt her sicherlich keine Offenbarung.

    "Slave To The Rhythm" oder "Hey Little Girl" vermitteln das Gefühl, dass sie - obwohl 20 Jahre alt auch im Jahr 2005 nicht hätten besser produziert werden können. Man kann sie zur besten Sendezeit neben aktuellen Stücken spielen ohne anmerken zu müssen, dass es sich dabei eigentlich um einen Oldie handelt.

    ...to be continued...


    Viele Grüße.

    synth66.

  7. #6
    Benutzerbild von [RaiN]

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    Nur ums mal wieder zu sagen:
    Dass heutzutage mehr gecovert wird ist Tatsache, zumindest dass mehr Coverversionen in die Charts kommen. Dass bildet sich niemand von euch ein, da gibt es Statistiken die von ner Steigerung von bis zu 350% reden!

    Tja... und ich mag die meisten dieser Coverversionen auch nicht, bin aber 1983 geboren also sollte ich eigentlich mehr 90er oder 00er hören Kann dass zwar schlecht beurteilen, aber ich glaube der Trend zu Oldie-Partys usw. war noch nie so stark wie heute.

    SRT

  8. #7
    Benutzerbild von brandbrief

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    synth66 postete
    Diese innovative Haltung vermisse ich bei der heutigen Musik etwas. Da schließt sich niemand mehr im Studio ein und nimmt sich 3 Monate Zeit, einen bestimmten Sound zu produzieren.
    Das stimmt allerdings auch wieder. Musik zu produzieren ist durch die heute verfügbare (und auch bezahlbare) Technik einfacher zu produzieren. In den 80ern fing der Computer grade an, die (Musik)welt zu revolutionieren. Heute gibt es Festplatten für die Hosentasche mit einer Kapazität, die vom Ausmaß her früher ganze Tanzsäle gefüllt hätten.....soll heißen: ohne zündende Ideen wird die Musik nicht durch die vereinfachte Möglichkeit sie zu produzieren, auch unbedingt qualitativ besser.
    So etwas wie DSDS gab es in den 80ern (gottseidank) nun mal nicht. Ich finde diese Superstar-Staffeln einfach nur grauenhaft. Deletantisches Rumgeplärre....jede blöde Hackfresse macht sich dort zum Obst und denkt, er ist der Held der Musikszene...einfach nur peinlich. Das das nur akustischer Müll ist, zeigt sich doch daran, dass die sog. "Superstars" ganz schnell wieder von allein von der Bildfläche verschwinden. Sowas kann eben keine Beständigkeit haben. So was retortenmäßig aufgebautes hält eben nicht lang. Genauso ist das mit den ganzen Big-Brother-Möchtegern-Sängern passiert. Es redet kein Mensch mehr über Zlatko (was weiß ich, wie der geschrieben wird ) und Co. Sie sind verschwunden, kommen niemals wieder.
    Die Frage ist aber: Hätte es Big Brother und DSDS in den 80ern oder davor in diesem Ausmaß jemals gegeben? Wenn ja, hätten wir auch toll gefunden? . Heute finde ich das aber nur grauenhaft (hatte ich das schon erwähnt? ).
    Aber es gibt auch heute gute Musikproduktionen. Nur eben selten aus Deutschland. Coldplay ist ein, von synth66 erwähntes, gutes Beispiel. Zuerst erinnerten sie mich irgendwie an U2 in den 80ern. Vielleicht findet man es dadurch gut ?!
    Aber so ist das nun mal: Die heutigen Kids fahren auf 50Cent und Co. ab und bei uns hat die ältere Generation bei Depeche Mode die Stirn gerunzelt

  9. #8
    Benutzerbild von brandbrief

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    [RaiN] postete
    Dass bildet sich niemand von euch ein, da gibt es Statistiken die von ner Steigerung von bis zu 350% reden!
    Wie heißt es immer so schön: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast .
    Aber die Frage ist vielleicht: Covern die Künstler 80er Songs, weil sie sich durch sie insperiert fühlen und den Sound gut finden oder haben sie, schlicht und einfach ,keine Ideen und wollen nur mal mit altbewährtem schnelles Geld machen ?!
    Wenn die Statistik wirklich stimmen sollte, würde ich spontan auf zweiteres tippen

  10. #9
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    brandbrief postete
    So etwas wie DSDS gab es in den 80ern (gottseidank) nun mal nicht. (...) Das das nur akustischer Müll ist, zeigt sich doch daran, dass die sog. "Superstars" ganz schnell wieder von allein von der Bildfläche verschwinden. Sowas kann eben keine Beständigkeit haben. So was retortenmäßig aufgebautes hält eben nicht lang.
    Jein! Gecastete Bands und Musiker gab's auch damals schon. Nur wurden diese im stillen Kämmerlein gezüchtet und nicht in der Öffentlichkeit. Ich brauch wohl kaum an NKOTB, Milli Vanilli oder die ganzen SAW-Produktionen a la Kylie Minogue erinnern. Von den Monkees oder The Heights mal ganz zu schweigen....


    brandbrief postete
    Aber es gibt auch heute gute Musikproduktionen. Nur eben selten aus Deutschland. Coldplay ist ein, von synth66 erwähntes, gutes Beispiel.
    Auch aus Deutschland gibt es gute Musikproduktionen. Beispiele gefällig? Klee, Juli, Ich & Ich, Mia, Virginia Jetzt!, Fettes Brot.... Ist eben alles nur Geschmackssache.


    brandbrief postete
    Aber so ist das nun mal: Die heutigen Kids fahren auf 50Cent und Co. ab und bei uns hat die ältere Generation bei Depeche Mode die Stirn gerunzelt
    Und unsere Großeltern haben sich über die Beatles und die Stones aufgeregt. So ist das eben. Jede Generation regt sich über die Musik der nächsten auf....

  11. #10
    Benutzerbild von musicola

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    Schrecklich, zu wissen dass es schon eine Generation nach einem selbst gibt...

    Da wird man brutal darauf gestoßen wie alt man schon ist!

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