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der zahn der zeit

Erstellt von halfgreek, 03.08.2005, 23:50 Uhr · 23 Antworten · 2.432 Aufrufe

  1. #11
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    musicola postete
    Schrecklich, zu wissen dass es schon eine Generation nach einem selbst gibt...

    Da wird man brutal darauf gestoßen wie alt man schon ist!
    Wenn ich Dich da jetzt erst drauf gestoßen habe, dann hast Du hier nicht gut aufgepasst.... oder aber dein Vorrat an Vita-Buerlecithin ist alle...

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von musicola

    Registriert seit
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    Eben. Man wird ständig damit konfrontiert!

  4. #13
    Benutzerbild von Torsten

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    synth66 schrieb
    Diese innovative Haltung vermisse ich bei der heutigen Musik etwas. Da schließt sich niemand mehr im Studio ein und nimmt sich 3 Monate Zeit, einen bestimmten Sound zu produzieren. Ich will damit nicht ausdrücken, dass heute alles schlechter ist. Vielmehr hat sich aus meiner Sicht das Niveau der Produktion seit Mitte der 80er Jahre nicht mehr weiterentwickelt, eher das Gegenteil. Aktuelle Bands wie z. B. "Coldplay" finde ich auch gut. Schöne Melodien, aber vom Produktionsstandpunkt her sicherlich keine Offenbarung.
    Tja, so unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein. Bei mir ist es genau umgekehrt: Ich vermisse seit ca. 10 Jahren immer mehr die eingängigen und zeitlosen Melodien, bei denen man schon zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung ahnt, dass sie mal Klassiker sein werden. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass die "DJ Culture" vor allem den Sound in den Vordergrund rückt, wenngleich der auch nicht mehr so innovativ und beeindruckend anders daherkommt, wie es früher gelegentlich der Fall war.

    synth66 schrieb
    Es gibt aber meines Erachtens einen entscheidenden Unterschied. In den 80er Jahren fand hinsichtlich der Art der Musikproduktion eine Revolution statt, die niemals vorher und auch nicht in der Gegenwart in dieser Form stattgefunden hat. Eine ganz neue Art von Musikinstrumenten (Synthesizer, Drum-Machines, Rhythmus-Maschinen, etc.) kam auf und auch der Computer wurde zur Musikproduktion verwendet.
    Die entscheidende Veränderung moderner Popkultur scheint zu sein, dass nunmehr häufig nicht mehr gänzlich Neues kreiert, sondern altes Material in vielfältiger Form "verwurschtelt" wird. Dies bringt auch Ulf Poschardt im Vorwort seines Buches "DJ Culture" zum Ausdruck (man achte vor allem auf den letzten Absatz):
    Der Übergang des DJs vom Plattenaufleger zum Musiker steht im Mittelpunkt dieses Buches. Wie die Künstler im Mittelalter waren die DJs zunächst als Handwerker definiert. Den DJ als Star und "Autor" gibt es - von einigen Ausnahmen abgesehen - erst seit kurzem. Doch der DJ-Culture gehört die Zukunft der Popmusik. Neil Tennant von den Pet Shop Boys ist sich ganz sicher: "Auf Dauer sind zwei Plattenspieler und ein Mischpult aufregender als fünf Gitarrensaiten."

    Der DJ stellt den herkömmlichen Künstlerbegriff in Frage, sprengt ihn und wird ihn in renovierter Form re-etablieren. Der DJ ist per definitionem Eklektiker und Musik-Musiker. So wie sich der Filmemacher Jean-Luc-Godard als Organisator von Bildern und Tönen bezeichnet, so erscheint der DJ in der Musikszene, um den archaischen Gedanken der Schöpfung, der sich bis in Ästhetiken des 20. Jahrhunderts retten konnte, zu hinterfragen und zum Teil zu zerstören.

    Der Künstler als Schöpfer seines Werkes in genialischer Autonomie ist in der Renaissance entworfen und von der idealistischen Ästhetik immer wieder bestätigt worden: als "alter deus" und Übermensch. Erst die Avantgarden des 20. Jahrhunderts rüttelten an dieser Vorstellung. Duchamp, Picabia, Warhol und andere verhöhnten den Künstlergenius und konnten doch nicht verhindern, dass sie den autorenhaften Begriff des Künstlers nur modernisierten. Genau in derselben Ambivalenz von Zerstörung und Wahrung der Künstlerideee steht der DJ. Radikal legt er sein Material offen: Seine Plattenkiste steht am Ausgangspunkt aller Produktionen. Er organisiert Geschaffenes und fügt Kunstwerke zu einem neuen Ganzen zusammen. Er ist ein Künstler zweiten Grades.

    Lange Zeit war der Künstler entweder ein expressionistischer Autist, der aus sich selbst heraus, quasi als "neurotische" Zwangshandlung, Kunst produzierte, oder aber ein bewusster, rational vorgehender Schöpfer, der sich in der Tradition der gesamten Kunstgeschichte arbeiten sah. Dieser Typus hob mit seiner Kunst die bisher geschaffenen Produktionen im hegelianischen Sinne auf: Das hieß, er negierte, bewahrte und erhöhte sie zugleich.

    Der DJ nun hebt die bisher produzierte Musik im materialistischen Sinne auf: Er sammelt und archiviert sie als Rohstoff für seine eigene Arbeit. Damit gelangt er ganz direkt in ein Verhältnis zur Musikgeschichte und kann so unmittelbar mit dieser hantieren. Er kann Sounds, Beats und Melodien aus verschiedenen Liedern, von verschiedenen Komponisten, sogar aus unterschiedlichen Epochen in Verbindung bringen, sie gegenüberstellen oder miteinander vermischen. Alte Musik wird in neue Zusammenhänge gestellt; die Kontexte werden verschoben. Alte Musikstücke (sowohl im Sinne von ganzen Liedern als auch Liedelementen) lassen sich unendlich oft neu erfinden. Die Musikgeschichte scheint ihre Linearität zu verlieren: Der potenziell unbegrenzte Zugriff auf altes Material lässt alles auf das Jetzt, den Moment der Synthese, zulaufen.
    Gut möglich also, dass sich das Schaffen zukünftiger Musiker tatsächlich vermehrt auf das Verwerten bereits vorhandenen Materials konzentriert - vor allem, was die elektronische Musik betrifft.

    synth66 schrieb
    Aus heutiger Sicht betrachtet klingt vieles, was Anfang der 80er Jahre produziert wurde zwar originell aber doch schon "outdated" (Ähnlich, wie wir Musik aus den 50ies, 60ies und 70ies empfinden). Aber bereits etwa ab 1983 sind deutliche Veränderungen erkennbar. Die Art der Musikproduktion hatte in der Mitte der 80er Jahren ein Niveau erreicht, das gewissermaßen einen Höhepunkt darstellte und anscheinend auch nicht mehr verbessert werden konnte. Viele Musikproduktionen aus dieser Zeit klingen auch wenn man sie heute hört keineswegs alt, sondern vielmehr frisch und kraftvoll.
    Für uns mag das stimmen - für die nachfolgende Generation gilt das weniger. Beobachtet man die Reaktionen jüngerer Menschen auf die von dir erwähnte Musik, erlebt man häufig regelrecht abfällige Kommentare, wie "lahm" das Ganze anmute. Kein Wunder - die "unzige" Mukke der Techno- und Dancefloor-Generation hat die Konsumenten entsprechend konditioniert. Wobei die alten Klänge ironischerweise gerade in den letzten Jahren wieder eine Auferstehung feiern, aber zumeist eben im modernen Rhythmus-Gewand.

  5. #14
    Benutzerbild von halfgreek

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    naja, wie mans sehen will, ich kann jedenfalls mit der modernen aktuellen musik so gut wie nix anfangen und interessier mich dafür so gut wie gar nicht und kenne mich da auch nicht aus. die ganzen aktuellen stars sind so kurzlebig, kommen mal paar songs raus die erfolg haben und schon ist die band wieder out. denke man da mal an zeiten der rolling stones,... die waren und sind über jahrzente ein begriff.


    -RETURN TO THE 80s-


    ... es kann nur einen geben

    "V8Halfgreek78"

  6. #15
    Benutzerbild von brandbrief

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    Kinderfresser postete
    Auch aus Deutschland gibt es gute Musikproduktionen. Beispiele gefällig? Klee, Juli, Ich & Ich, Mia, Virginia Jetzt!, Fettes Brot.... Ist eben alles nur Geschmackssache.
    ja, Kinderfresser, an diese, vor allem auch deutschSPRACHIGEN Sachen hatte ich auch schon gedacht (Fanta4, 2raumwohnung usw.). Ich meinte aber mehr so die Produzenten. Früher waren Cretu, Hubert Kemmler, Frank Farian und nicht zuletzt Hr.Bohlen sehr aktiv. Heutzutage klimpert der Dieter nur hin und wieder mit seinen "Superstars" am Flügel rum ...und das wars dann auch schon.

  7. #16
    Benutzerbild von brandbrief

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    Kinderfresser postete
    [Gecastete Bands und Musiker gab's auch damals schon. Nur wurden diese im stillen Kämmerlein gezüchtet und nicht in der Öffentlichkeit. Ich brauch wohl kaum an NKOTB, Milli Vanilli oder die ganzen SAW-Produktionen a la Kylie Minogue erinnern. Von den Monkees oder The Heights mal ganz zu schweigen....
    Aber diese waren beständiger. Kylie Minogue ist sogar heute noch aktiv. Ich glaube, es liegt daran, dass heute Masse der Klasse überwiegt. Es gibt einfach zu viele Casting-Shows. Der eine Sender klaut's aus Amerika. Der andere nennt es einfach "Starsearch" und schon wird kräftig Kohle verdient......und selbst die, die durchkommen bleiben nicht lange oben. No Angles konnten bestimmt gut singen, einige andere aus den Casting-Shows bestimmt auch. Aber es war alles so ein gewisser Einheitsbrei....nix innovatives, kreatives.
    Grönemeyer bspw. ist gesangstechnisch bestimmt kein Held
    aber er strahlt durch seine Texte usw. ein bestimmtes Charisma aus. Wer kommt denn heute noch auf so ein Textzeile wie z.B. "Du bist Zucker in meinem Tank" um auf eine erdrückende Liebe aufmerksam zu machen. Dieses meine ich im Vergleich zu den "Superstars". Diese können kein eigenes Gesicht entwickeln. Sie kriegen vorgegeben, wie sie zu seien haben....und das ist letztendlich der musikalische Tod. Von Bands wie "Wir sind Helden" bspw. werden mit sicherheit länger etwas zu hören bekommen.
    Man ist auch einer gewissen Reizüberflutung ausgesetzt. Es gibt zuviel DJ's und Rapper, zuviele Musiksender, die 24h am Tag Videos hoch und runternudeln.
    Was hat man sich früher auf Samstag gefreut, wenn 1h lang in der "Formel Eins"-Sendung Musikvideos gezeigt wurden. Das war da eben noch was besonderes.

  8. #17
    Benutzerbild von halfgreek

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    finds auch ätzend das immer öfter die band mitglieder zusammengestellt werden, und dann noch alles künstlich hochgezüchtet, klingt irgendwie alles gleich. wo ist da noch die herausforderung? es ist so, das nur noch etwas von reichen produzenten vorgegeben wird und gut gefunden werden soll. zum glück habe ich meinen eigenen geschmack und renne nicht dem trend hinterher.

  9. #18
    Benutzerbild von producer

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    Erstmal willkommen im Forum!

    halfgreek postete
    klingt irgendwie alles gleich.
    Das mußte ich mir vor 20 Jahren bereits von meiner lieben Mutter anhören, als Bad Boys Blue, Den Harrow, Fancy und Kylie Minogue bei mir rauf- und runterliefen. Und ich will gar nicht wissen, was sich die Status Quo- und AC/DC-Fans alles anhören mußten.

    halfgreek postetewo ist da noch die herausforderung?
    Für wen oder was? Wer macht, hört oder kauft Musik als Herausforderung?

    halfgreek postetees ist so, das nur noch etwas von reichen produzenten vorgegeben wird und gut gefunden werden soll.
    Ja, der Mond ist blau und Dieter Bohlen ist das gesamte Übel dieser Welt.
    Alles Unfug. Volk bekommt die Musik, die Volk verdient. Das gilt sinngemäß auch für's Fernsehprogramm, über das ja ähnlich debattiert wird.

    halfgreek postetezum glück habe ich meinen eigenen geschmack und renne nicht dem trend hinterher.
    Bist du sicher?

    Liebe Grüße

  10. #19
    Benutzerbild von brandbrief

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    4.946
    producer postete

    halfgreek postetezum glück habe ich meinen eigenen geschmack und renne nicht dem trend hinterher.
    Bist du sicher?
    Das war früher mit Sicherheit so ,denn der Trend war immer zuerst da. Ansonsten wäre man ein Trendsetter....und das sind die wenigsten
    Heute nun rennt die 80's-Generation nicht mehr dem Trend hinterher....nun ja ....eigentlich doch, und zwar dem von damals

  11. #20
    Benutzerbild von producer

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    333
    brandbrief postete

    Heute nun rennt die 80's-Generation nicht mehr dem Trend hinterher....nun ja ....eigentlich doch, und zwar dem von damals

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