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der zahn der zeit

Erstellt von halfgreek, 03.08.2005, 23:50 Uhr · 23 Antworten · 2.424 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von halfgreek

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    mit herausforderung meinte ich, das durch solche vorgaben sich weniger leute selber zu einer band zusammensuchen,sondern zusammengestellt werden und gesagt bekommen wie sie zu singen und tanzen haben. eigene ideen dürfen gar nicht hervor kommen. zum punkt dieter bohlen, also die alten songs gefiehlen mir noch

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von dingel

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    synth66 postete
    Hallo,

    ich habe mir genau über diese Thema auch schon eine ganze Weile Gedanken gemacht, ohne dass ich zu einem befriedigenden geschweige denn abschließenden Ergebnis gekommen bin. Deshalb mal meine Gedankengänge in etwas ungeordneter vielleicht auch manchmal nicht ganz nachvollziehbarer Form:

    Zunächst muss vorausgeschickt werden, dass die Generation derer, die in den 80er Jahren aufgewachsen ist (also insbesondere die Jahrgänge 1965 - 1975) naturgemäß von dem seinerzeitigen Musikstil beeinflusst wurde. Brandbrief hat das sehr anschaulich mit den Beispielen "Venus" und "Everlasting Love" verdeutlicht.

    Das das heutzutage nicht anders ist, und die Jugendlichen die Originale, die z. T. aus den 80ern stammen nicht mehr kennen, ist auch klar und sollte auch nicht verdammt werden.

    Es gibt aber meines Erachtens einen entscheidenden Unterschied. In den 80er Jahren fand hinsichtlich der Art der Musikproduktion eine Revolution statt, die niemals vorher und auch nicht in der Gegenwart in dieser Form stattgefunden hat. Eine ganz neue Art von Musikinstrumenten (Synthesizer, Drum-Machines, Rhythmus-Maschinen, etc.) kam auf und auch der Computer wurde zur Musikproduktion verwendet.

    Aus heutiger Sicht betrachtet klingt vieles, was Anfang der 80er Jahre produziert wurde zwar originell aber doch schon "outdated" (Ähnlich, wie wir Musik aus den 50ies, 60ies und 70ies empfinden). Aber bereits etwa ab 1983 sind deutliche Veränderungen erkennbar. Die Art der Musikproduktion hatte in der Mitte der 80er Jahren ein Niveau erreicht, das gewissermaßen einen Höhepunkt darstellte und anscheinend auch nicht mehr verbessert werden konnte. Viele Musikproduktionen aus dieser Zeit klingen auch wenn man sie heute hört keineswegs alt, sondern vielmehr frisch und kraftvoll.

    Als Beispiel seien die Produktionen von Trevor Horn genannt. Nun könnte man es sich einfach machen und sagen, dass er (wie auch Kraftwerk) seiner Zeit voraus war. Ich glaube es lag aber eher an dem Mut, innovative Klänge zu erfinden und mehr Zeit und Akribie in die Musikproduktion zu stecken, als dies vorher der Fall war. Und natürlich auch an dem Glück, dass es zufälligerweise auch massenkompatibel war und somit auch Geld gebracht hat.

    Diese innovative Haltung vermisse ich bei der heutigen Musik etwas. Da schließt sich niemand mehr im Studio ein und nimmt sich 3 Monate Zeit, einen bestimmten Sound zu produzieren. Ich will damit nicht ausdrücken, dass heute alles schlechter ist. Vielmehr hat sich aus meiner Sicht das Niveau der Produktion seit Mitte der 80er Jahre nicht mehr weiterentwickelt, eher das Gegenteil. Aktuelle Bands wie z. B. "Coldplay" finde ich auch gut. Schöne Melodien, aber vom Produktionsstandpunkt her sicherlich keine Offenbarung.

    "Slave To The Rhythm" oder "Hey Little Girl" vermitteln das Gefühl, dass sie - obwohl 20 Jahre alt auch im Jahr 2005 nicht hätten besser produziert werden können. Man kann sie zur besten Sendezeit neben aktuellen Stücken spielen ohne anmerken zu müssen, dass es sich dabei eigentlich um einen Oldie handelt.

    ...to be continued...


    Viele Grüße.

    synth66.
    Deinem Statement stimme ich absolut zu.

    Die Musikindustrie gräbt sich m. E. selbst das Wasser ab.

    Früher hatten Musiker die Möglichkeit sich ins Studio zu begeben und einen Sound auszutüffteln bzw. zu experimentieren. Heute muss alles schnell gehen. Alben müssen innerhalb kürzester Zeit im Kasten sein. Darüber hinaus kann man sich heute auch keine zwei oder drei Flopalben leisten, um evtl. mit seinem dirtten oder vierten Album ein Meisterwerk hinzulegen.

    Wer soll denn nachrücken, wenn Interpreten wie U2, Genesis, Depeche Mode, Peter Gabriel, etc. in Rente bzw. "ausgestorben" sind? Dann werden Künstler wie Justin Timberlake und wie sie alle heissen weiter gepusht.

  4. #23
    Benutzerbild von Elek.-maxe

    Registriert seit
    23.06.2004
    Beiträge
    4.624
    Das mit dem "früher" ins Studio gehen und auszutüfteln mag ich sehr zu bezweifeln. Man liest doch immer wieder in Biografien, daß das ganze "in einer Woche" oder "nach der Studiozeit von Profis" o.ä. bei der ersten Plattenaufnahme gegangen sein soll, die Beatles haben ihr 1. Album fast an einem Tag aufgenommen, Queen und Mike Oldfield immer dann, wenn das Studio gerade frei war usw.
    Wenn sich dann die Musiker (durch Erfolg) einen guten Ruf gemacht haben, sponsort die Plattenfirma dann ein Studio auch schon mal für 3 Wochen oder so. Mir kommt es aber so vor, als ob die Leute "früher" schon gewußt hätten, was dabei etwa 'rauskommen soll. Heute scheint mir viel zu viel in Produzentenhand zu liegen.

  5. #24
    Benutzerbild von Christoph

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    3.330
    Kurze Begriffsklärung:
    Wenn die Beatles ihre Platte "an einem Tag" eingespielt haben, dann bezog sich das tatsächlich auf das "Aufnehmen". Das bedeutet aber, das die in ihrem Proberaum oder in irgendwelchen Kellerkneipen ihre Songs vorher tausendmal geprobt und auch vor Publikum gespielt haben. Die hatten ihre Nummern dann einfach so beisammen, dass sie dann in einen Raum mit Mikros und Bandmaschine gingen (das war damals ein Studio!) und dann wurde das Gleiche gemacht wie im Proberaum. Entsprechend erdig und echt klang es dann auch und mehr war nicht nötig. Die Beatles, Queen oder Mike Oldfield beherrsch(t)en ihre Instrumente und hatten eine Vorstellung von dem, was enstehen sollte, im Studio wude ein grundsätzlich fertiges Ergebnis festgehalten.
    Wenn eine Band heute ins Studio geht, dann haben sie bestenfalls einen Text mit Melodie im Ohr, und dann geht das Getüftele los, bis auch der Letzte seinen Senf dazu geben konnte und wirklich Jeder in der Marketingabteilung (!) das Produkt (!) als verkaufbar (!) erachtet. Die Probenarbeit ist ins Studio verlegt worden und gleicht nun wirklich mehr einem ergebnisoffenem Hop-oder-Top-Prozess.

    Und weil nebenbei auch die Technik besser und die Ansprüche höher geworden sind, kann das dauern

    Gruß
    Christop

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