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Discos in den 80ern (augenzeugen gesucht)

Erstellt von Die Luftgitarre, 10.10.2002, 15:03 Uhr · 16 Antworten · 8.548 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Ich war 1989 erst 15 hab also an der damaligen Musikszene nur vermittels Medien, Tonträger und Schülerparties teilhaben können, und als ich alt genug war, war die Titanic schon untergegangen...

    Mich würde aber mal interessieren: wie war denn das, als Discos noch "Discos" (und nicht "Club") hießen? V. a. stimmt es, daß das mit den Discos damals noch nicht so nach Musikstilen aufgesplittet war (heute gibts in den Großstädten ja für jede Stilnuance spezielle Discos)? Oder daß die damals auch schon früher aufmachten (heute ist vor 0:00 ja uncool)?

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von klm67

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    Hi,

    nun, ich weiß noch, als ich so weit war, da konnte man schon um 19:00 in die Disco gehen. Aber richtig Party war immer erst ab 22:00h. Und die Mucke war gut gemischt. Man hörte Pop, Rock, Reggae, Funk (War in den 80ern ohnehin angesagt) und... ja sogar Deutsche Schlager.
    Und getrunken haben wir immer sowas wie Pernot mit Cola oder Whiskey mit Coke und Blue Curacao.
    War richtig witzig.
    Gruß, K.

  4. #3
    Benutzerbild von DJDANCE

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    Ja,bei uns tief im Osten:
    20 Uhr Anfang,erstes Tanzpaar bekam ne Pulle Sekt,viel Fox,später NDW;dann Cure,ANNE Clark usw.,dann wieder Fox,meistens 1 oder 2 Uhr Schluss!
    Eintrittspreise:ab 2,10 Ostmark
    Getränke:bier,Cola,Cola mit...(irgendein Schnaps war immer da),Blue Curcao,grüne Wiese(Curacou mit Orangensaft)
    Preise:Bier 0,5 l - 0,50 Ostmark
    Mixgetränke:um 2,- aufwärts
    Es gab aber auch Nobeldiscos,nur war ich dort nie!;o)

  5. #4
    Benutzerbild von oermel

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    Tja, ich wohnte in den 80-ern in der Nähe von Nortorf, in der Mitte von Schleswig-Holstein. Dort gab es eigentlich nur den "Schützenhof", den ich aber zu der Zeit echt geil fand und in dem ich eine Zeitlang auch sozusagen Stammgast war.

    Los ging es bei uns immer so zwischen 21:00 und 22:00 Uhr, je nachdem, welche Aktion gerade lief und bis zu welcher Uhrzeit man noch umsonst hineinkam. Aufgemacht wurde der Laden aber bereits um 20:00 Uhr.

    An die Getränkepreise kann ich mich leider nicht so recht erinnern, aber so richtig arm wie heute sind wir damals beim Trinken in der Disco noch nicht geworden. Immerhin bekam ich 1988 als Lehrling gerade mal 290 DM und eigentlich hat die Knete für 4 Mal Disco im Monat und nebenbei noch Platten und sonstwas kaufen gereicht. Ich glaube, ein Bier hat wohl um die 2:50 gekostet. Was anderes haben wir da eh nie getrunken, da Mischungen in dem Laden immer aus (Fast-)Schnapsgläsern serviert wurden. Schick fand ich aber, dass man sich bei Bedarf auch noch stärken konnte mit Pommes und Currywurst oder anderen Snacks.

    Die Musik im Schützenhof war schon eher Dance-angehaucht, als S/A/W-Fan habe ich mich natürlich immer über diese Stücke gefreut, die da wirklich ständig liefen (Erinnert sich noch einer an "Big Fun" mit dem Liedchen "Blame it on the Boogie"?). Dann liefen aber auch noch jede Menge in Deutschland produzierte Dance-Nummern, wie z.B. 16 Bit, Caron mit "Out Of The Night" oder Alita Heart und "Love Me Tonight". Die beiden letztgenannten Stücke, mir sind beim Lesen auf dem Cover fast die Augen herausgefallen vor Schreck, sind damals übrigens in Nortorf produziert worden und ich möchte fast wetten, dass der damalige DJ dahintersteckte.

    Ausserdem hatten die aber auch jeden Abend so eine "Phase", wo dann die typischen deutschsprachigen Sauflieder gespielt wurden, ala "Was wollen wir trinken, 7 Tage lang..."

    Die Höhepunkte waren natürlich aus meiner Sicht die Live-Auftritte von richtigen Stars im Schützenhof, wie z.B. der gute alte DEN HARROW, oder JÜRGEN DREWS oder eine nette Dame namens Daisy Dee, die, so erinnere ich noch, unheimlich schlecht "This Beat Is Technotronic" gecovert hat.

    Ausserdem hatten wir in der Nähe noch einige, man kann wohl sagen, Landgasthöfe, die jeweils entweder Freitag Abend (in Bargstedt) oder am Sonntag Abend (in Haale) Disco für uns junge Leute machten. Unvergessen, wie die ganze Clique aus dem Nachbardorf jeden Sonntag Abend per Trecker und Anhänger in Haale einfällt. Die Musik wurde dort immer live gemacht, Super-Gruppen wie z.B. "Kentucky" oder "Top Union" gaben jeweils die aktuellen Hits aus den Charts zum Besten...

    Grüsse,

    oermel

  6. #5
    Benutzerbild von 80waymusic

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    Tja, und ich war DJ zu dieser GOLENEN ZEIT;oder wie man in der DDR sagt "staatlich geprüfter Schallplattenunterhalter! :-)

    Da war ein DJ noch ein DJ, man musste Moderationslehrgänge machen, die Technik beherschen, sich in der Muskszene auskennen und vor allem trinkfest sein. Denn vom jeweiligen Veranstalter gabs ja Freibier für den Musikmacher.
    Damals wurde noch mit der kompletten Anlage mit Trabbi und Hänger von Stadt zu Stadt /Dorf zu Dorf gezogen und man hatte Stress mit der Aufbauerei. Musikquellen waren Radio (Ost+West) oder man war in einer Runde der Tauschplatten mit drin.
    Gespielt wurde anfangs der 80er von Bandmaschinen mit 9,5cm/s oder 19cm/s, später, so ab 84 dann meistens von Kassette...Platte war zu teuer und es gab zu wenig davon. Aber das war schöner Stress!

    Eintrittspreise von 2Mark bis ca 5Mark in Nobelschuppen wie Leipzigs "Eden" (Kai Pflaume war dort immer) Cola um die 50Pf und Bier um 80Pf. Da konntest Du Dir die Birne für 5Kark richtig weich machen.

    Klamotten wie im Westen auch, bunt und schrill oder einfach schwarz (die 5Mark-Stück-Sucher auf der Tanzfläche)

    Wenn man es gut anstellte, dann wurde den ganzen Abend NICHT ein einziger Osttitel gespielt.

    Mein Tour lief in etwa so: 1. Flames of Love - Fancy
    2. I wanna hear your heartbeat - BBB

    15. Happy Station - Fun Fun
    16. I love my radio - Taffy

    51. Goldener Reiter -Joachim Witt und die ganze
    NDW-Geschichte
    62. Blues-Runde mit Stefan Distelmann, Neil Young,
    Bob Dylan
    dann wieder ne Fox-Runde, dann Independend, Wave, Soft Cell, Cure, Anne Clark, ...und irgendwo mittendrin eine Depeche Mode Runde.

    So in etwa..also auch nicht anders als im Westen. Wir gleichen uns nämlich da ziemlich sehr! höhö

  7. #6
    Benutzerbild von Feenwelt

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    Wie bitte? Discos heißen nicht mehr Discos?
    ;-)
    Zum Thema verschiedene Musikstile: In der Zeit, die für mich musikalisch am wichtigsten war, also etwa ab 1984, waren zumindest in München die Stilrichtungen schon ziemlich getrennt. Natürlich gab es auch massenweise Discos, in denen alles mögliche gespielt wurde, wie in den anderen Postings beschrieben.
    Aber man darf nicht vergessen, daß die 80er auch das Jehrzehnt der Subkulturen waren: Es gab Discos für Rocker, Waver, Skins (ja, wirklich), Heavy-Metaller, Punks etc... Und da wurde dann, zumindest vorwiegend, die entsprechende Musik gespielt.
    Peinlich wurde es dann, wenn - wie auf der Münchener Ludwigsstraße - die Rocker-Disco direkt neben der Grufti (Waver)-Disco lag, was allabendlich zu ziemlich argen Schlägereien führte, so lange bis die eine Disco geschlossen wurde...

  8. #7
    Benutzerbild von Overpower

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    Sowas wie Club-Discotheken, in denen spezielle Musikrichtungen gespielt wurden und die meist ziemlich klein waren gab es damals auch.

    Das Zauberwort heisst denke ich "Grossraumdisco", die sind halt in den 80´s so richtig populär geworden, und dort wurde halt meist Chartzeugs oder Dance gespielt, in allen Spielarten die so angesagt waren.
    Geöffnet wurden diese nur Freitags & Samstags ab 21 Uhr, richtig Stimmung gabs aber auch erst ab 0o Uhr, da diese "Tanzhallen" aber oftmals im Umland der Grosstadte liegen, und eine längere Anreise mit Bus oder Taxi (man wollte ja auch was trinken *gg*) dazu gehörte.

    In den Innenstädten gab es halt meist kleinere Dissen, die auch mal Spartenprogramm zum besten gaben, auf speziellen Partys z.B. Rock-Weekend oder so.

    Ansonsten ist eigentlich kein Unterschied zu damals zu sehen, ausser , das Anfang der 90´s hier in Deutschland eben die Club-Szene ,mit kleinen Tanzlokalen die meist Techno oder House bevorzugen ,aufgekeimt ist.

    Grossraumdiscos , die auch immer noch Disco heissen, gibt es nach wie vor, nur halt mehr Clubs als in den 80´s.

  9. #8
    Benutzerbild von Lutz

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    Die Luftgitarre postete
    Ich war 1989 erst 15 hab also an der damaligen Musikszene nur vermittels Medien, Tonträger und Schülerparties teilhaben können, und als ich alt genug war, war die Titanic schon untergegangen...

    Mich würde aber mal interessieren: wie war denn das, als Discos noch "Discos" (und nicht "Club") hießen? V. a. stimmt es, daß das mit den Discos damals noch nicht so nach Musikstilen aufgesplittet war (heute gibts in den Großstädten ja für jede Stilnuance spezielle Discos)? Oder daß die damals auch schon früher aufmachten (heute ist vor 0:00 ja uncool)?
    Hehe - was sind "Clubs"? Du stellst Deine Frage ja schon fast wie ein Archeologe! Du warst 1989 erst 15? Dann warst Du 86 ja 12! Hast Du dann die Zaesur der Pop Musik (siehe anderer Thread) ueberhaupt damals bewusst erlebt?

    @DJDANCE

    Ja,bei uns tief im Osten:
    20 Uhr Anfang,erstes Tanzpaar bekam ne Pulle Sekt,viel Fox,später NDW;dann Cure,ANNE Clark usw.,dann wieder Fox,meistens 1 oder 2 Uhr Schluss!
    Eintrittspreise:ab 2,10 Ostmark
    Getränke:bier,Cola,Cola mit...(irgendein Schnaps war immer da),Blue Curcao,grüne Wiese(Curacou mit Orangensaft)
    Preise:Bier 0,5 l - 0,50 Ostmark
    Mixgetränke:um 2,- aufwärts
    Es gab aber auch Nobeldiscos,nur war ich dort nie!;o)


    Ich war mal realtiv kurz nach der Wende (92?) bei einem Berlin Besuch im tiefsten Osten der Stadt. Dort sind wir dann in eine Disco - die Preise in DM waren fast noch wie Du sie oben beschrieben hast. Frag mich nicht wie der Laden hiess - es kam mir aber vor wie in einer Zeitreise. Auch das ganze Ambiente war total Ost-maessig (=richtig gemuetlich) - total ab von dem ganzen West SchickiMicki. Ich fands sehr sympathisch *und* man konnte sich (wie DJ 80waymusic so schoen schrieb) fuer ein paar Mark die Birne richtig weich machen Die Mukke war auch nett - so aehnlich wie ihrs beschrieben habt. Was mir noch auffiel: Die Maedels waren dort aussergewoehnlich huebsch... (gibts hier kein *sabber* smiley?)

    Ich fuerchte so ein Laden findet man heute im Osten schon lange nicht mehr

    BTW: Die West "Nobeldiscos" waren schon immer eher besch**** . Was fuer Poser und Leute die gerne ihr Geld fuer ueberteuerte Getraenke, etc aus dem Fenster schmeissen.

    Lutz

  10. #9
    Benutzerbild von midnight_angel

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    @oermel: mein lieber Schwan, bei euch ging ja richtig der Punk ab :-))

    Also bei uns gibts ne Disco, die hieß in den 80er "Gangway" und war richtig abgefahren, ehrlich!! Mittwochs war das sogenannte "Studentenseminar", da lief nur Rock-Pop (quer beet, aber schon eher die rockige Richtung, also genau das richtige für mich) und es gab Getränke zu annehmbaren Preisen. Geöffnet war ab 21.00 Uhr und schon ab 22.00 Uhr etwa füllte sich der Laden, also war es auch für mich als Teenie mit strengen Eltern möglich, der Hopserei unter der Woche zu frönen, wenn auch nur für ne Stunde oder so. Mein Vater meinte damals zu mir "diese Disco ist deine zweite Heimat", wenn ich mit schöner Regelmäßigkeit nach einem kleinen Taschengeldzuschuß für den obligatorischen Samstagabend-Disco-Besuch gefragt habe. Gott sei Dank gab es bei uns damals schon die Einrichtung eines Sammeltaxis, das man mit der Jahreskarte des örtlichen Verkehrsunternehmens nutzen konnte. Also war meine Discoära ziemlich unbeschwert und stressfrei.

    Heute heißt diese Disco "OM", was heißt "Offenburger Musikclub" (ja, tatsächlich Club) und ist bis auf Freitag (die zurzeit obligatorische 80-er Party, die jede Disco oder jeder Club, der was auf sich hält, anbietet) eine komplett überfüllte und Techno-Mist (sorry, aber ich finde das einfallslose bummbumm und schubberschubber einfach ätzend) spielende Einheits-Disco, die fast nur noch für schaulaufende Teenies interessant ist, leider. Es gibt zwar jede Menge Motto-Partys, aber leider sind diese nicht so mein Ding, da ich mich noch nie gerne verkleidet habe und mich eh nicht gerne "mustern" lasse. Für diese Dinger fühle ich mich schlicht zu alt...und neben den jungen Dingern in ihren engen Tops und Hüfthosen komme ich mir ziemlich deplaziert vor.

    Aber der besagte Freitag...der reißt es wieder raus. Da heißt die Motto-Party nämlich "Sekt oder Selters", es gibt Blubberwasser und Sekt für lau und es haben nur Leute ab 25 Jahre aufwärts Eintritt. Und schon fühle ich mich fast wieder wie in den 80ern....

    Also ab und an kann ich mich zumindest für ein paar Stunden wieder "Back to the 80" befördern, auch wenn das Lebensgefühl nicht mehr ganz so stimmt und die 3... in greifbare Nähe (noch elf Tage..) rückt.

    Viele Grüße von der gerade ziemlich nostalgisch gestimmten Antje

  11. #10
    Benutzerbild von Caro

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    Overpower postete
    Sowas wie Club-Discotheken, in denen spezielle Musikrichtungen gespielt wurden und die meist ziemlich klein waren gab es damals auch.

    Das Zauberwort heisst denke ich "Grossraumdisco", die sind halt in den 80´s so richtig populär geworden, und dort wurde halt meist Chartzeugs oder Dance gespielt, in allen Spielarten die so angesagt waren.
    Geöffnet wurden diese nur Freitags & Samstags ab 21 Uhr, richtig Stimmung gabs aber auch erst ab 0o Uhr, da diese "Tanzhallen" aber oftmals im Umland der Grosstadte liegen, und eine längere Anreise mit Bus oder Taxi (man wollte ja auch was trinken *gg*) dazu gehörte.

    In den Innenstädten gab es halt meist kleinere Dissen, die auch mal Spartenprogramm zum besten gaben, auf speziellen Partys z.B. Rock-Weekend oder so.

    Ansonsten ist eigentlich kein Unterschied zu damals zu sehen, ausser , das Anfang der 90´s hier in Deutschland eben die Club-Szene ,mit kleinen Tanzlokalen die meist Techno oder House bevorzugen ,aufgekeimt ist.

    Grossraumdiscos , die auch immer noch Disco heissen, gibt es nach wie vor, nur halt mehr Clubs als in den 80´s.

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