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Gary Numan... Wer braucht da noch OMD?

Erstellt von Karat, 11.02.2007, 18:56 Uhr · 8 Antworten · 997 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Karat

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    Gary Numan... Wer braucht da noch OMD?

    Ich war lange Zeit Fan von OMD. Irgendwie ist das mehr und mehr eingeschlafen. Einige Sachen höre ich auch heute noch ganz gerne (Maid Of Orleans, fast alle Songs vom ersten und zweiten Album), doch ist die Haltbarkeit der Songs der Briten (gerade die, ab 1985) dann doch sehr beschränkt. Songs wie "Dreaming" oder "So In Love" kann ich heute nicht mehr hören. Gerade erstgenannter Song geht mir richtig auf den Zeiger! Die Maxi Version von "La Femme Accident" empfinde ich sogar als Frechheit!
    Umso schöner ist es, wenn man eine alte Liebe für sich wiederentdeckt, wenn einem irgendwas zu langweilig wird. Und: man wird nicht selten positiv überrascht! So erging es mir zuletzt mit Gary Numan. Ist schon lange her, da hab ich mir eine Best Of Compilation von ihm zugelegt. Klasse Musik, landete aber auf Kurz oder Lang im Schrank. Die letzten CDs, die ich mir jetzt gekauft habe, waren allesamt von Gary Numan - den Backkatalog einmal rauf und runter. Ich habe bei Tubeway Army angefangen und bin beim Album "New Anger" von 1989 erstmal stehengeblieben. Und was soll ich sagen: Ein Album geiler als das andere - die besten Neuanschaffungen seit Jahren (!!!). Und wie ich so dabei bin, seinen musikalischen Ergüssen zu lauschen, stellte ich immer wieder Parallelen zu anderen Künstlern fest, die sich fleißig bei ihm bedient haben. Sehr auffällig: Der geile Sound auf dem "No Parlez" Album von Paul Young kam ein Jahr nach Numan's Album "I, Assassin". Young holte sich für die Produktion seines Albums Pino Palladino, Bassmann auf besagtem Numan Album, ins Studio. Und das hört man!
    So ging es weiter. Häufigste Überschneidungen, wo Mr. Numan vorgelegt und andere sich bedient haben, war bei OMD zu finden. Und ich muss sagen: Die Vorlagen sind eindeutig besser!
    Lange Rede - kurzer Sinn: Wer sich mit Gary Numan noch nicht so intensiv beschäftigt hat, aber auf Synthie-Sound oder geile Bassläufe steht, der ist bei ihm absolut an der richtigen Adresse.
    Album Empfehlungen (eigentlich alle, aber die, die bei mir am häufigsten laufen):
    - I, Assasin
    - Warrior
    - Pleasure Principle
    - Replicas (Tubeway Army)

    Man stellt sich irgendwie unweigerlich die Frage, wieso er nie wirklich groß geworden ist und immer wieder nur an "Cars" oder "Are Friends Electric" festgemacht wird.
    Die nächsten CDs von ihm sind bereits unterwegs (da gibt es einige, die er veröffentlicht hat). Fortsetzung hier folgt....

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von NovalisHH

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    Also, ich schätze beide Projekte - Gary Numan, wie O.M.D. - gleichermaßen - und liebe deren Songs bis heute (wobei ich hinsichtlich "La Femme Accident" von O.M.D. meine, gerade diese unkommerzielle Nummer sei DER Höhepunkt des 1985er-Popalbums "Crush" schlechthin...)

    Auf Deine Frage, warum Gary Numan niemals so groß geworden ist, wie O.M.D., eine ganz einfache Antwort:
    WEIL er eben NICHT den Weg von O.M.D. ging und niemals den Weg in den Mainstream suchte.
    O.M.D. waren genial als "Avantgarde" und waren positiv/liebenswert im "Mainstream".
    Gary Numan hat niemals den "Mainstream" gesucht - daher blieb er auch stets ein Tip für Eingeweihte. Aber eben ein GENIALER und nicht NUR "positiv/liebenswerter"...

    Liebe Grüße aus HH

  4. #3
    Benutzerbild von Dramatis

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    nun kann das mit Numan auch nur bestätigen,nur sind die Sachen der letzten Jahre von ihm sehr schrammelig.
    OMD fand ich bis Junk Culture am besten,danach wurs mega Mainstreamig.

  5. #4
    RSR
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    Numan macht sein Ding, O.M.D. machen ihres - allzu große Ähnlichkeiten sehe ich da nicht und schon gar nicht im Sinne von "die haben von dem etwas abgekupfert"!

    Da könnte man viel eher Numan den Vorwurf machen, er hätte sich hin und wieder mal bei John Foxx (Ex-Ultravox! - vor Midge Ure) bedient, aber da alle (auch O.M.D.) zur gleichen Zeit "groß geworden" sind, gab es so wie so bei allen Künstlern dieser Stilrichtung gewisse Ähnlichkeiten, was ich aber nie als wirklich störend, sondern viel eher als angenehm empfand, da mir der Synth-Sound der späten 70er und frühen 80er Jahre eh am Besten gefiel!

    Ab Mitte der 80er wurden sehr viele der "alten Helden" dann entweder extrem "poppig" oder lösten sich gleich ganz auf bzw. verschwanden (fast) vollständig von der Bildfläche, um teilweise erst jetzt in den letzten paar Jahren wieder aufzutauchen und einen mit neuer Power doch recht positiv zu verblüffen - so z. B. auch O.M.D. oder gerade erst The Police, aber das ist jetzt schon wieder ein anderes Thema!

  6. #5
    Benutzerbild von Karat

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    @ Novalis HH: Ja, da ist was dran. Numan ist alles andere als Mainstream. Und laut einer Biographie, die mir letztens vor die Flinte kam, hat er sich Anfang/Mitte der 80er auch nicht mehr ausschließlich auf seine Musik konzentriert, was ihm letztlich auch den Plattendeal gekostet hat.

    @ Dramatis: Soweit bin ich noch nicht vorgedrungen. Ich weiß nur, dass seine Musik inzwischen "klaustrophobisch" klingen soll. Will heißen: bedrückend und eher in Richtung Gothic und Dark Wave. Aber das werde ich mir anhören, wenn ich mir die 90er und 2000er Sachen von ihm zugelegt habe.

    @ RSR: Das ist leider nicht ganz richtig. Die Sachen von OMD, die ich meinte, kamen NACH den Sachen von Numan, die ich als Vergleich herangezogen habe. Von "gleicher Zeit" kann man da zwar reden, denn es liegen oft nur ein Jahr zwischen den VÖs, aber die Herkunft ist schon recht deutlich. Dass sich Numan auch bedient hat, ist unbestritten - sagt er ja sogar selbst. Er hat sich inspirieren lassen und es auf seine Art gemacht. Hör Dir nur mal das Album "I Assassin" von Numan an und vergleiche es mit "No Parlez" von Paul Young. Da ist das "Abkupfern" nur allzu deutlich zu hören. Dann nimm mal die Alben "Replicas" von der Tubeway Army (von 1979) sowie "The Pleasure Principle" (ebenfalls von 1979) und vergleiche sie mit dem "Organisation"-Album von OMD (von 1980). Auch hier ist es nicht zu überhören - wenn auch nicht ganz so deutlich wie bei Paul Young.

    Ich finde auch die ersten Alben von OMD ganz stark. Auch wenn es für viele Ohren schräg klingen mag, ich finde das Debüt-Album der OMD'ler fantastisch. Mich hat nur verwundert, woher das letztlich kam, wo OMD doch ganz andere Vorbilder genannt haben.

  7. #6
    RSR
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    Zitat Zitat von Karat Beitrag anzeigen
    Ich finde auch die ersten Alben von OMD ganz stark. Auch wenn es für viele Ohren schräg klingen mag, ich finde das Debüt-Album der OMD'ler fantastisch. Mich hat nur verwundert, woher das letztlich kam, wo OMD doch ganz andere Vorbilder genannt haben.
    Also O.M.D. haben mit solchen Bands wie Neu!, La Düsseldorf, Can und den frühen Kraftwerk allerdings schon ein paar recht "schräge Vögel" in der Liste ihrer Vorbilder und von daher erstaunt mich weder ihre Experimentierfreude auf ihrem gleichnamigen Debüt-Album, noch auf ihrem wohl bis Heute experimentellsten Werk Namens "Dazzle Ships" von 1983, was ganz eindeutig auf Kraftwerk's "Radio-Aktivität" Album von 1975 als Haupteinfluß zurückgreift!

    Übrigens, auch Mr. Webb (alias Numan) hat grottenschlechte Alben zum weghören gemacht, so wie z. B. "Machine + Soul", vor dessen Erwerb ich jeden warnen möchte!

    Im Prinzip habe ich mich hier auch nur eingemischt, da ich die Überschrift bzw. Betreffzeile des Themas ein wenig (zu) unpassend finde!

    Letztendlich ist aber mal alles wieder eine reine Geschmacksfrage, an der sich die Geister scheiden mögen, wenn sie es denn so wollen...

  8. #7
    Benutzerbild von Karat

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    Hallo RSR!

    Die Überschrift sollte auch etwas "provozieren", besser gesagt: zum Mitdiskutieren anregen. Wie Du meinem ersten Satz gleich entnehmen kannst, habe ich ja geschrieben das ich lange Fan war (und es im Grunde genommen ja noch bin). Ich will Andy und Paul ja nix Böses

    Die Leidenschaft ist nur nicht mehr ganz so groß, wie sie es vor 20 Jahren noch war. Da liefen OMD hier rauf und runter. Das liegt schlicht und ergreifend auch daran, dass gerade die letzten VÖs von OMD (vor allem die nach dem Ausstieg von Paul) nicht mehr ganz so mein Geschmack sind. Über die Alben, um die es in dieser Diskussion aber ging (nämlich die bis 1984) hätte ich vielleicht deutlicher schreiben sollen, dass sie mir sehrwohl gefallen... immer noch!

    Das "Machine & Soul" Album von Numan hab ich noch nicht gehört. Das Schwächste von allen Alben, die ich bisher gehört habe ist "New Anger" von 1989. Besonders die trullernden Weiber im Background Chor nerven. Das ist aber auch der einzige Nachteil dieser CD, denn ansonsten ist die Mugge klasse. Ich bleibe (noch) dabei, dass bei den von mir bis jetzt durchgehörten CDs noch kein schlechtes Album dabei war. Ich hoffe, das bleibt so

    Bis dahin
    Chris

  9. #8
    RSR
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    Hallo Chris!

    Zitat Zitat von Karat Beitrag anzeigen
    Ich will Andy und Paul ja nix Böses
    Aber Martin und Malcolm dafür?

    (Das war natürlich ein Scherz! )

    Zitat Zitat von Karat Beitrag anzeigen
    Das liegt schlicht und ergreifend auch daran, dass gerade die letzten VÖs von OMD (vor allem die nach dem Ausstieg von Paul) nicht mehr ganz so mein Geschmack sind.
    Mir geht es da ebenso wie Dir, da ich O.M.D. auch von 1980 bis 1984 am Besten fand!
    Andy's Reinkarnation von O.M.D. in den 90ern hat bei mir auch nie so einen großen Zuspruch gefunden, wie die alten Sachen von ihnen!

    Bei Numan ist es da allerdings ganz ähnlich bei mir und nach dem "White Noise" Doppel-Live-Album von 1985 konnte mich erst wieder "Sacrifice" von 1994 wirklich begeistern!


  10. #9
    Benutzerbild von Maneater

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    Zitat Zitat von RSR Beitrag anzeigen
    Übrigens, auch Mr. Webb (alias Numan) hat grottenschlechte Alben zum weghören gemacht, so wie z. B. "Machine + Soul", vor dessen Erwerb ich jeden warnen möchte!
    Das stimmt allerdings. Es gehört definitiv nicht zu seinen Besten.
    Dennoch ist und bleibt Numan mein Held. Seine Musik ist genau meine Welt.
    Unmöglich ihn aus der Musik History rauszudenken.

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