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Harmonische Ausreißer?

Erstellt von Torsten, 02.02.2003, 23:09 Uhr · 61 Antworten · 5.855 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Torsten

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    Als ich mir kürzlich mal wieder den Klasse-Titel "Great Southern Land" von Icehouse angehört habe, fiel mir auf, dass er in Bezug auf den melodietechnischen Aufbau der üblichen Konstruktion eines Pop-Songs eigentlich entgegenläuft: Bildet normalerweise der Refrain eines Titels den melodischen Höhepunkt, so sind es in diesem Fall die einzelnen Strophen, die einem besonders im Ohr hängen bleiben.

    Obwohl mir in der Vergangenheit immer wieder mal weitere Beispiele solcher "Ausreißer" aufgefallen sind, kommen mir in diesem Moment keine in den Sinn. Sicherlich kennt ihr aber noch einige weitere Exemplare dieser Spezies...

    Außerdem würde mich interessieren, ob euch solche Songs auch gefallen können oder ob sie eher nicht in eure Vorstellung eines harmonischen Musikstückes passen. Als ich das oben genannte Lied kürzlich einem Kumpel vorspielte, konnte er damit überhaupt nichts anfangen, weil er nach den Strophen "immer darauf wartete, dass da noch was kommt - und nicht so ein eintönig hingeklatschter Refrain!" Für ihn muss ein Pop-Song also quasi wie eine ansteigende Kurve konstruiert sein, die in den Refrains dann immer ihren zwischenzeitlichen Spitzenwert erreicht.

    Wie seht ihr das?
    --

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von momofirst

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    ich halte suspicious love von camouflage für so einen titel und indochines la venturier und mir fallen bestimmt noch ein paar ein!

  4. #3
    Benutzerbild von J.B.

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    Also im Bezug auf Great Southern Land kann ich Torsten nur zustimmen. Hier machen die Strophen den Song melodisch zu etwas Besonderem. Es ist einer der Songs, bei denen ich mir mehr Strophen gewünscht hätte. Keine Ahnung warum, aber bei GSL muß ich automatisch immer an Desert Plains von Judas Priest denken, denn bei dem Stück erging es mir ähnlich.

    Gruß

    J.B.

  5. #4
    Benutzerbild von Christoph

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    Schönes Thema, Torsten!

    Dass man sich bei "great southern land" so sehr auf die Strophe freut (die natürlich an sich schon gelungen ist, auch wegen ihrer sparsamen Instrumentierung!), liegt ganz klar am musikalisch eintönigen Refrain. Es ist immer eine Erlösung, wenn dann die zweite Strophe einsetzt, obwohl einem der Titel schon ewig erscheint! Das lässt sich sicher auch psychologisch erklären, denn das ständige "Rumhacken" auf ein und derselben Stufe einer Tonart lässt es uns langweilig erscheinen, da wir es gewohnt sind, melodisch abwechslungsreiche Lieder vorgesetzt zu bekommen. Ein solcher Titel ist auch "ghostrider" von R.E.M. (ein nicht-Album-Lied, zu finden in der "automatic-box"): hier gibt es in der Begleitung gar keine anderen Akkorde, nur stupide Tonika, und nur Michael bringt mit seiner Stimme kleine "Nuancen". Das ist dann schon der ganze Melodieverlauf!

    Im Übrigen halte ich wegen dieses "Nicht-Akkorde-Wechselns" die techno-orientierte Discomusik heutiger Tage für so extrem langweilig. Denn da wird der Bass überhaupt nicht in den (durchaus abwechslungsreichen) Melodieverlauf einbezogen, er muss nur vor sich hin stampfen. Das ist in vielen Fällen nicht nur monoton, es ist für meine Ohren schlichtweg harmonisch falsch!

    Weitere Beispiele zu Torstens Thema fallen mir gerade nicht ein.
    Nicht monoton, aber genial finde ich solche Songs wie "learning to fly" von Tom Petty (hua, ein 90er!): hier ist harmonisch null Abwechslung zwischen Strohe und Refrain (auf der Gitarre würde man die ganze Zeit mit den Griffen F-C-a-G auskommen), aber trotzdem gibt es eine deutliche Trennung zwischen Strophe und Refrain - einzig und allein durch Toms Gesangsmelodie! Genial einfach - einfach genial!

    Gruß
    Christoph

  6. #5
    Benutzerbild von boytronic

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    momofirst postete
    ich halte suspicious love von camouflage für so einen titel und indochines la venturier und mir fallen bestimmt noch ein paar ein!
    "suspicious love" ist aber nicht aus den 80ern. Is irjendwie am Thema vorbei sonst müssten wir fairnisshalba alle 90er Verseleader erwähnen....

    Verseleader: man muss sich eigentlich nur 90% der Italo Hits anhören, da war die Strophe immer der Renner - fieser Oktav Bass mit prägnanter Stimme und Melodie ohne Schnörkel - dann leider (meistens) im Refrain die brachialen analog Flächen mit super gedoppeltem Gesang, sodass man meistens den Pegel wieder runter drehen musste.

    Mir fällt da gerade ein schöner Verseleader ein: Sandra "midnight man"
    Ehrlich, Strophe cool, Refrain zum kotzen.

  7. #6
    Benutzerbild von musicola

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    Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen dass *klassische* Popsongs prinzipiell bis auf wenige Ausnahmen auf das gleiche Gerüst aufgebaut wurden?
    Solch ein Song beginnt normalerweise instrumental mit der Refrainmelodie, geht über zur ersten Strophe, die *eigentlich* dem Refrain vorausgeht, jedoch meistens die zweite Strophe nach sich zieht. Erst dann kommt der Refrain (1x), gefolgt von der dritten Strophe und anschliessendem (ein- oder zweifachen) Refrain, dann kommt ein instrumentalpart bspw. ein Gitarren- oder Saxophonsolo sehr ähnlich der Refrainmelodie und endet im Refrain der sich dann meistens 2-3 mal wiederholt und dann langsam ausblendet.

    Die meisten Hits der 80er folgten diesem Schema!

    musicola

  8. #7
    Benutzerbild von 80love

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    Nicht nur der 80er !
    Eigentlich jede Pop-Nummer ist so aufgebaut. Von Ausnahmen mal abgesehen.

  9. #8
    Benutzerbild von cater78

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    Torsten postete
    Obwohl mir in der Vergangenheit immer wieder mal weitere Beispiele solcher "Ausreißer" aufgefallen sind, kommen mir in diesem Moment keine in den Sinn. Sicherlich kennt ihr aber noch einige weitere Exemplare dieser Spezies...

    --
    "Nowhere Girl" von B-Movie kann man auch hierzu zählen.

  10. #9
    Benutzerbild von Level 42

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    Zwar kein Pop...
    aber fast das gesamte "Love over Gold" Album von Dire Straits,

    Telegraph Road
    Private investigations
    It never rains

    Love over gold und Industrial disease sind die "normalos" auf der
    Scheibe.

    Gruß Level 42

  11. #10
    Benutzerbild von johnjay

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    Wie bei "Great Southern Land" kann ich auch bei "Street Cafe" Stundenlang zuhören.Diese schöne Oboe im hintergrund.Oder war es ein Fagot?

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