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Kraftwerk Nachricht von heute - getrennt ?

Erstellt von Tonstrom, 07.01.2009, 16:55 Uhr · 2 Antworten · 7.422 Aufrufe

  1. #1
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    Kraftwerk Nachricht von heute - getrennt ?

    Hallo zusammen und erstmal ein schönes neues Jahr, ist immerhin mein 1.Posting 2009.

    Vorhin habe ich im Radio gehört, daß ein Gründungsmitglied von Kraftwerk (Schneider?) sich von Kraftwerk "getrennt" hat und irgendwer jetzt alleine, aber im Namen von Kraftwerk auf Tour geht. Leider habe ich das Ganze nur halb mitbekommen, deshalb benötige ich Aufklärung !

    Was ist jetzt genau passiert und wer ist jetzt noch Kraftwerk ?

    Vielleicht kann mir einer im Forum ja helfen. Auf jeden Fall schonmal vielen Dank im voraus.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Tonstrom

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    AW: Kraftwerk Nachricht von heute - getrennt ?

    Hmm, ein bisschen gegoogelt und schon was gefunden :

    Wusstet Ihr das schon ?


    Im Kontrollraum brennt noch Licht: Nach 40 Jahren verlässt ein Gründungsmitglied die wichtigste deutschen Band. Dennoch muss man sich nach Florian Schneiders Abgang um die Zukunft von Kraftwerk keine Sorgen machen. Schließlich ist bei ihnen jeder ersetzbar. Notfalls auch mit Robotern.




    Foto: picture-alliance / dpa/ Tass
    Sie haben die Popmusik verändert wie keine andere deutsche Band: Kraftwerk. Jetzt hat Florian Schneider (rechts) die Gruppe verlassen.

    Wie immer, wenn es um die Düsseldorfer Gruppe Kraftwerk geht, erfährt der Deutsche es als Letzter: „Kraftwerk co-founder quits band. Florian Schneider leaves after 40 years“, vermeldet der „New Musical Express“ im Internet. Das britische Verlautbarungsorgan der Popkultur beruft sich auf eine Erklärung Florian Schneiders auf der Webseite der Band.

    Die nicht mehr aufzufindende Mitteilung bestätigt demnach die zuletzt kursierenden Gerüchte: Schneider scheidet aus nach 40 Jahren Kraftwerk. Übrig bleibt Ralf Hütter. Schon die laufende Welttournee findet mit zwei Gehilfen statt, die seit den Neunzigerjahren Dienst am Rechner leisten. Schneider wird ersetzt durch einen „Video Operator“ namens Stefan Pfaffe aus den Düsseldorfer Kling-Klang-Studios.
    So wird Kraftwerk auch im März mit Radiohead Lateinamerika bereisen. Nun sorgt allerdings der kümmerliche Nachruf im „New Musical Express“ für Panik. Was dem Deutschen wieder zeigt, wie unschätzbar der Beitrag Kraftwerks zur lebendigen Musik sein muss.

    Dabei ist die Befürchtung, mit dem Beitrag könnte es jetzt auch zu Ende sein, absurd. Nicht nur weil Kraftwerk in den Siebziger- und Achtzigerjahren bleibende Spuren hinterlassen hat. Die Band hat sich gelegentlich den Spaß gegönnt, an weit entfernten Auftrittsorten zeitgleich zu gastieren. Hier die leibhaftigen, in ihre Musikarbeit vertieften Ingenieure, da ihre vier Ebenbilder, die Roboter. Oder umgekehrt.
    Das Werk „Die Mensch-Maschine“ mit dem Stück „Die Roboter“ erschien vor 30 Jahren. Damals war die Welt noch von der Macht des Popstars überzeugt, von seiner unverwechselbaren Aura. Kraftwerk wussten es schon 1978 besser: Jeder ist ersetzbar.

    1986 gingen prägende Kräfte


    1986 ging der Rhythmus-Programmierer Wolfgang Flür, fünf Jahre später schied Karl Bartos aus. Sie hatten Kraftwerk nicht begründet, aber nachhaltig geprägt. Die Gründer hießen Florian Schneider und Ralf Hütter, wobei sich romantisch-bürgerliche Vorstellungen von Genie und Schöpfung spätesten erledigt hatten, als „Computerwelt“ erschien. „Ich bin der Musikant mit Taschenrechner in der Hand/ Ich addiere/ Und subtrahiere/ Kontrolliere/ Und komponiere“, hieß es 1981.
    „Wenn ich diese Taste drück/ Spielt er ein kleines Musikstück.“ Bereits 1968 riefen Florian Schneider und Ralf Hütter die Band Organisation ins Leben. Schneider, Sohn des Architekten Paul Schneider-Esleben, studierte Querflöte in Düsseldorf. Die Band wurde zwar 1970 umbenannt in Kraftwerk, widmete sich auf den ersten beiden Alben allerdings noch überwiegend handgemachtem Krautrock. Erst das 1973-er Album „Ralf und Florian“ führte den Synthesizer ein.
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    Gestandene 68-er tun sich oft schwer, in Kraftwerk ihresgleichen zu erkennen. In vier kühl und nüchtern musizierenden Technokraten. Dabei hat die Gruppe ihren wesentlichen Antrieb nie verheimlicht: den Kultur- und Zivilisationsbruch in den Dreißigerjahren. „Wir sind die Kinder von Wernher von Braun und Fritz Lang“ (Plakat). „Wir nehmen die Kultur der Dreißigerjahre an dem Punkt auf, wo sie verlassen wurde, und dies auf einer spirituellen Ebene“ (Interview).
    Bekenntnisse der Siebzigerjahre. Wer in jenen Zeiten, auf der Rückbank eines Opel Senator oder eines Wartburg Tourist, vergnügt „Wir fahr’n, fahr’n, fahr’n auf der Autobahn“ mitsang, betrachtete die Autobahn nicht mehr als Mahnmal. Sondern als Verheißung.
    Nur der Witz erschloss sich hier nicht jedem: Während sich der Krautrock mühte, an der Dominanz der amerikanischen Musik zu rütteln, machte Kraftwerk sich über das „Fun Fun Fun“ der Beach Boys lustig. 22 Minuten lang, mit Sprechgesang und Dopplereffekten und zum Wirtschaftswunder-Coverbild von Emil Schult.
    Das alles wussten Briten, Amerikaner, selbst Japaner umso inniger zu würdigen. Die folgenden Schlüsselwerke, von „Radio-Aktivität“ bis „Electric Café“, veröffentlichte Kraftwerk zweisprachig, das letzte, 1986, auch in spanisch. In den Neunzigerjahren ging es Kraftwerk wie so manchen Visionären aus den späten Sechzigern: Es wurde um sie stiller.
    Eine Mix-Platte, eine Tournee, dann tauchten sie erst 1999 wieder auf mit einem Jingle für die Expo in Hannover. Ein 15-sekündiges Auftragswerk für 400.000 Mark, dafür rief ein Roboter zu Computerklängen wiederholt „Expo 2000!“ aus. Nicht unerwartet gab es Ärger. Mit dem Bund der Steuerzahler, dem Verband der deutschen Rock- und Popmusiker, dem Bundeskanzler und der ARD.
    Die Single mit den Variationen wurde in den Plattenläden Großbritanniens währenddessen zum Exportschlager. 2003 veröffentlichten die bekennenden Amateur-Radsportler ihre „Tour de France Soundtracks“. Zuletzt, mit „Minimum – Maximum“, bewies die Band sogar, dass sie als einzige der Popgeschichte im Konzert noch besser als im Studio klingt.
    Das bislang letzte Album wurde auch als Laptop ausgeliefert. Kraftwerk hat sich neu konstituiert: Die eigenen Pioniertaten haben groteskerweise wieder Superstars wie Jet-Set-DJs oder Depeche Mode hervorgebracht, Veranstaltungen wie die Love Parade und Phänomene wie verhaltensauffällige Laptop-Musikanten.
    Afrika Bambaataa hat Kraftwerks „Trans-Europa-Express“ dem HipHop zugeführt. Kein Kraftwerk-Klang, der nicht in allen Arten von Musik erschöpfend ausgedeutet wurde, und kein ernst zu nehmender Musiker, der je vergäße, sich auf Kraftwerk zu berufen. Alles ist gesagt. Dass elektronische Musik mitunter menschlicher und „wärmer“ wirkt als ranziger Rock. Dass Menschmaschinen und Maschinenmenschen keine unverantwortlichen Hirngespinste sind. Dass Fortschrittsglaube einmal eine tolle Sache war.
    Daran erinnert Kraftwerk heute in erhebenden Konzerten. Bildende Kunst als Wanderausstellung mit musikalischer Begleitung. Man sieht immer noch vier Schalter- oder Sicherheitsbeamten beim verwalten ihrer Datenbanken zu - von denen einer sich inzwischen ausschließlich um Bilder kümmert: Videos von Radfahrern mit Lederkopfschutz, Autos mit gewaltigen Heckflossen und Mannequins mit biologisch einleuchtenden Köperformen.
    Die vier Roboter beschließen jedes Gastspiel. Früher ging es um die Zukunft, technologisch und sozial. Schon deshalb sorgte Kraftwerk sich um „Strahlentod und Mutation“, um Datenschutz, um Ausbeutung durch Technik und um leistungsfördernde Mittel bei der Frankreich-Radtour. Man nennt solche rückwirkenden Fortschrittshoffnungen jetzt Retro-Futurismus. Dessen Pop-Ikonen heißen Kraftwerk. Auch wenn Florian Schneider sich mit 61 Jahren anderen Dingen zuwendet: Nur Bands lösen sich auf, Ikonen und Ideen niemals.
    Am 25. und 26. April tritt Kraftwerk in Wolfsburg auf.

    Quelle ist : Welt-online

  4. #3
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    AW: Kraftwerk Nachricht von heute - getrennt ?

    Die Meldung vom 17.12. scheint sich zu bestätigen, die Süddeutsche meldet das heute schließlich auch: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/369534
    - Edit: Die FA noch besser: http://www.faz.net/s/RubE219BC35AB30...~Scontent.html

    Nichts neues ist, daß Florian Schneider nicht mehr mit Kraftwerk auftritt, das war bereits im letzten Jahr so.
    Kraftwerk als Name und Band ist/war jedoch im Besitz von Florian Schneider und Ralf Hütter bzw der "Ralf Hütter und Florian Schneider GbR".
    Als musikalisches "Personal" gehören noch Henning Schmitz und Fritz Hilpert dazu. Den 4. Platz auf der Bühne nahm in letzer Zeit Videooperator Stefan Pfaffe ein.

    - Noch ein Edit: Der "Welt"-Artikel enthält mehrere Fehler, selbst der der FAZ ist nicht frei von Fehlern.

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