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MADONNA

Erstellt von Overpower, 05.09.2002, 20:24 Uhr · 450 Antworten · 39.995 Aufrufe

  1. #341
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Zitat Zitat von compagnies
    @ vonkeil: Halte da vorne mal zwei Plätze frei für uns:



    Ich habe jetzt längere Haare und einige tätowierte Tribals im Gesicht, aber ich werde sicherheitshalber noch einen FC St. Pauli - Kapuzen-Pulli im Tonsdale-Look anziehen und vielleicht haben wir eine Madonna "Like a Virgin" Flagge mit!
    Was denn? Noch längere Haare als Du auf dem Bild schon hast? Und wer ist eigentlich der Kerl rechts neben Dir?

  2.  
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  3. #342
    Benutzerbild von compagnies

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    Zitat Zitat von Kinderfresser
    Was denn? Noch längere Haare als Du auf dem Bild schon hast? Und wer ist eigentlich der Kerl rechts neben Dir?
    Der "Kerl" rechts von mir, ist "die" Maus und wird in dieser Postion höchstens ersetzt durch



  4. #343
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Zitat Zitat von compagnies
    Der "Kerl" rechts von mir, ist "die" Maus....
    Ja gibt's das denn? Jetzt fälscht der Kerl schon Bilder bzw. stellt die auf einmal Spiegelverkehrt rein....

  5. #344
    Benutzerbild von Torsten

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    Nee, wat'n Spass...

    Leute, lest euch mal im IOFF den Faden "Madonna- Konzert-Erlebnisberichte - was war hui und was pfui!" durch:

    http://www.ioff.de/showthread.php?t=259884

    Hab mich selten bei einem Thread so beömmelt, was vor allem User "leuchtschlumpf" zu verdanken ist. Man muss nicht immer seiner Meinung sein, aber irgendwie hat er ja auch ein bisschen Recht.

    Kostprobe gefällig?
    Und wenn ich dann lese daß man auf ein Madonna-Konzert geht, obwohl man weiß daß sie eigentlich nicht gut singen kann und dafür bis zu 190 Ocken auf den Tisch legt....

    Aber dann an der Supermarktkasse den Weltuntergang ausrufen weil die Butter auf dem Bon zehn Cent zu teuer berechnet wurde.
    Musik-Sub ist klasse, Faniels dort, Madonniels hier.

    Preis egal, man wird beschimpft, trotzdem alles supi auf'm Konzi.


  6. #345
    Benutzerbild von musicola

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    Zitat Zitat von Torsten
    Nee, wat'n Spass...

    Leute, lest euch mal im IOFF den Faden "Madonna- Konzert-Erlebnisberichte - was war hui und was pfui!" durch:

    http://www.ioff.de/showthread.php?t=259884

    Hab mich selten bei einem Thread so beömmelt, was vor allem User "leuchtschlumpf" zu verdanken ist. Man muss nicht immer seiner Meinung sein, aber irgendwie hat er ja auch ein bisschen Recht.


    Ich bin gerade bei Post 16 und fall gleich ins Lachkoma!

    EDIT:

    Ich brech' zusammen:

    Zitat Zitat von leuchtschlumpf
    Wer es nicht miterlebt hat:
    Bei unserer aller Lieblings-Tube ( dutube.com ) mal mit den Worten "madonna Live Aid 1985 world" suchen. Wer dann immer noch meint sie hätte damals eine 1A-Performance hingelegt, dem hilft nur noch der Ohrologe, der Ohrtopäde oder der Schlachter.

  7. #346
    Benutzerbild von IchBinDeinCyan

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    Ich war bis zu "RAY OF LIGHT" auch ein Madonna-Hardcore-Fan. Aber eben nur bis zu "RAY OF LIGHT". Was mich an ROL störte war, dass die Platte zu kalt und steril klang, die Sounds heute vollkommen veraltet sind (was die meisten Songs angeht) und textlich war das auch alles ne recht trübe Suppe. Den Vogel abgeschossen, was das textliche angeht, das hat die gute Frau schliesslich mit "AMERICAN LIFE". Alles sehr platt und abgeschmackt und stellenweise (unfreiwillig) komisch. Sehr schade, denn ich finde Mirwais hat auch auf dem Album, was die Musik angeht, ganze Arbeit geleistet. Wo sind der Witz und die Ironie der früheren und mittleren Madonna-Epoche hin? Alles dreht sich nur um die Gelangweiltheit und Egozentrik eines Superstars und ich bins irgendwann leid mir zum tausendstem Mal anzuhören was Madonna über Erfolg und Ruhm zu sagen hat und dass sie "so hart arbeitet und es verdient hat und Blut und Schweiss der harten Superstar-Arbeit an ihren Fingern spüren möchte". Ähem. Und auch dieses Kaballah-Gesäusel und ihr missionarischer Eifer sich selber als große Moralistin zu inszenieren gehen mir auf den Zeiger, muss ich sagen. Ziemlich enttäuschen. "HUNG UP" war nochmal eine kleine Dance-Peitsche, aber lebte letztendlich auch nur von dem Abba-Sample. Also originell ist was anderes. Ich will jetzt keinem die Frau streitig machen und ihr ihre Verdienste absprechen. Aber heute finde ich sie einfach nur noch öde, schnarchig und ziemlich vorhersehbar. (Und das peinliche PR-Geknutsche mit der dusseligen Britney Spears ist ohnehin UN-VER-ZEIHLICH!!) Ich denke, da gibt es mittlerweile interessantere und progressivere Künstler, die es nicht so nötig haben auf PR und Massenkompatibilität (was ein Wort!) zu schielen. Sage ich jetzt mal so... auch auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machenn.

  8. #347
    Benutzerbild von bamalama

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    Zitat Zitat von IchBinDeinCyan
    Sage ich jetzt mal so... auch auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machenn.
    das machst du nicht - im gegenteil: du hast mit jeder silbe den nagel auf dem kopf getroffen, und sprichst mir somit aus dem herzen!




    19.08.06 PLAYLIST:
    AMANDA LEAR - "the sphinx..." (3 PROMO-CD), KAISER CHIEFS - "employment", DAVID BOWIE - "earthling", PIA ZADORA - "let´s dance tonight", INFORMATION SOCIETY - "information society", PLACEBO - "meds" (CD & DVD), WA WA NEE - "wa wa nee", MANSUN - "little kix" ---> BANG! Oberhausen

  9. #348
    Benutzerbild von IchBinDeinCyan

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    hey...
    na dann: cheers!

  10. #349
    DocJones
    Benutzerbild von DocJones
    also ich fand "ray of light" gar nicht mal sooo schlecht , wenn es auch ganz bestimmt nicht eines ihrer besten werke war !

    was mich zuletzt an madonna wieder ein wenig ( mehr ) fasziniert hat , war ihre ziemliche "ungehobelte" demo ( oder auch rock ) version von "i love new york" , welche es jetzt schon in meine diesjährigen top 10 geschafft hat !
    kennt jemand hier überhaupt diese version ... oder ist euch allen nur die wesentlich langweiligere album version bzw. sind euch nur die remixe davon bekannt ? *mal_neugiering_in_die_runde_frag*

    außerdem liebe ich die live version von "into the groove" ... mit dem laaangen dudelsack intro-part - yeah !

    trotzdem verschwende ich kein geld mehr darauf sie mir live nochmal anzusehen , denn besser als in den 80ern kann madonna jetzt bestimmt nicht mehr auf der bühne rüberkommen !

    "der doc"

  11. #350
    Benutzerbild von Vonkeil

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    676
    so, dann ist es wohl zeit, dass ich meinen ganz und subjektiven konzertbericht schreibe, was?

    In einer Gruppe von etwa 10 Personen trafen wir am Mittag in einem verregneten Hannover ein. Es war halb 1, und die wenigen Besucher, die eine Plastikplane oder einen Regenschirm dabei hatten, reihten sich geduldig vor den Eingängen der AWD-Arena. Etwas missmutig zwar, aber mit bester Vorfreude auf einen Abend mit Madonna stellten wir uns mit an. Und in der Tat wurde es ein sehr lustiger Nachmittag - von Zeit zu Zeit gedrängt unter Schirmen blieb man solange noch stehen, sitzen oder in Bewegung - denn etwa ab 15 wurde das ganze eher problematisch: mehr und mehr Leute rückten an und rückten demnach auch zusammen. Gegen 17 Uhr was der Menschenandrang beinahe unerträglich gross - doch mit Madonna beim Soundcheck als musikalische Untermalung ertrug sich dieses um ein vielfaches leichter.
    Der Regen hatte glücklicherweise ausgesetzt, als sich die Tore zur Arena gegen etwa 18:20 plötzlch öffneten. Als ginge es um ihr Leben rannten die Menschenmassen, die übrigens aus allen Altersklassen und Geschlechts gleichermassen vertreten waren, Richtung Bühne - so auch ich. Pferde waren links und rechts von ihrer Bühne abgebildet, mehr hab ich im Wahn nicht mitbekommen. Mit wackeligen Knien und beinahe hyperventilierend kam ich zum Stehen - aber die Plackerei hatte sich gelohnt: denn mein Stehplatz befand sich tatsächlich *unmittelbar* vor der Bühne, linkerhand vom Catwalk!!
    Der Rest meiner Crew kam auch nach und nach angescheppert und so suhlten wir uns erstmal eine halbe Stunde lang in Unglauben über unseren fantastischen Stehplatz... Mittlerweile wurde es auch etwas entspannter: man hatte wunderbare Freiheit, konnte tanzen und sich einwandfrei bewegen. Das lag daran, dass der vordere Bereich der Bühne nach einer gewissen Anzahl Personen geschlossen wurde, und sich während des Konzertes immer die gleiche Anzahl Menschen um einen herum befand. Sehr sehr angenehm kann ich nur sagen...
    Gegen halb acht kam Paul Oakenfold. Ein "Star-DJ" aus USA, der die Menge einheizen sollte. Man vergebe mir meinen Zynismus - aber da ich selbst aus der Zunft der Plattendreher stamme, urteile ich da aus einem ganz anderen Blickwinkel: der Auswahl der Platten war meiner Meinung nach mager und langweilig - worüber man aber noch hinweg sehen könnte: der Sound war derart beschissen, dass ich und Leute aus den ersten Reihen Herrn Oakenfold ein Zeichen zum Leiserdrehen geben mussten, da die Boxen um ein vielfaches übersteuert waren - vom Bass war nicht mehr viel mehr übrig als ein unschönes dumpfes Kratzen... Hätte man Stuart Price das Vorprogramm machen lassen, hätte ich das um ein einiges besser gefunden - das ist aber nur meine persönliche Meinung..
    Paul Oakenfold spielte bis etwa um 20:40. Madonna sollte um 21:00 auftreten - daran glaubten wir allerdings alle nicht so recht, weil sich Mrs. Ritchie eigentlich gern mal verspätet und die obligatorische halbe Stunde haben wir schon mit einkalkuliert. Umso überraschter waren wir, als um punkt 21:00 die Lichter in der Arena ausgingen...
    Pferdehufe auf den Leinwänden und basslastige Galopplauf-Geräusche aus dem Boxen liessen die Arena erzittern. Zu den Anfangstönen von Future Lovers schwebte eine riesige Discokugel in die Mitte der Bühne herab. Wie eine geschälte Orange öffnete sich diese, und heraus stolzierte Madonna - im klassisch-englischen Reiterkostüm, Zylinder und Reitgerte. Die Hysterie im Publikum war,unnötig zu sagen, perfekt.
    Nahtlos über wechselte sie zu Get Together, welches sie immer noch im Reiteroutfit über die Bühne tänzelnd zum Besten gab.
    Eines der Highlights des Konzertes war die folgende Nummer: Like A Virgin - auf keiner Madonna-Tour mehr gesungen seit der obskuren Marlene-Dietrich-Imitation bei der Girlie-Show 1993, saß Madonna auf einem karusselpferdartigen Ledersattel und schwebte burlesque über die Bühne. Soundtechnisch wurde der Song an den aktuellen Musiktrend angepasst - das klingt scheisse, ich weiss..aber mit viel Respekt vorm Original erstrahlt dieses Madonna-Meisterwerk in neuem Glanz. Im Hintergrund sah man übrigens Röntgenbilder ihrer Knochenbrüche vom letzten Jahr auf den Leinwänden..
    Es folgte Jump. Hier kamen erstmals Madonna's erstklassische Tänzer und Tänzerinnen zum Einsatz: die Jungs und Mädels boten derart unglaubliche gymnastische, actionreiche(!) und akrobatische Höstsleistungen, dass man nicht wenig den Blick von Madonna abwand, um nur ihnen zu zusehen. Hier sprang und wirbelte man über Stahlstangen, Madonna zwischendrin.
    Zum folgenden Part verschwand Madonna von der Bühne und überliess ihren Tänzern das Rampenlicht: zum sakralen Auftakt von "Live To Tell" erzählten drei ihrer Tänzer kurzumrissen ihre Lebensgeschichte: komplett fusioniert mit Sound, Licht, Videoeffekten und fantastischen Tanzeinlagen. Ganz besonders fasziniert bin ich immer wieder von Cloud, einem jungen Mann der schon bei Madonna's "Re-Invention Tour" mitgetanzt hat. Unglaubliches Körpergefühl und höchst beeindruckend.
    Es folgte die wohl umstrittendste Szene des Konzertes: an einem riesigen Spiegelkachel-Kreuz hängend kam Madonna zurück auf die Bühne - im orangenen Top, roter Samthose und Dornenkrone. Live To Tell rührte mich vom ersten Ton an zu Tränen. Komplett im Originalsound der 80er sang Madonna so herzzerreissend, dass dieser Teil wohl mein Favourit dieses Konzert sein wird. Im Hintergrund sah man Bilder von verhungernden Kindern und über ihr war eine Uhr angezeigt, die die Anzahl von Todesopfern durch Hunger und Krankheit in der Dritten Welt während dieser 4 Minuten angezeigt hat. Es ist möglicherweise die falsche Stelle, um hier die Vorwürfe der Kirche an Madonna zu klären: aber klar ist, dass man dort nicht das Geringste von dem verstanden hat, was sie uns mit diesem Auftritt mitteilen wollte.
    Weiter ging's mit Forbidden Love, meinem Lieblingslied des neuen Albums. Das Kreuz in der Mitte der Bühne blieb stehen, Madonna stieg hinab. Auf den Leinwänden sah man Bilder von Blutkörperchen, auch religiöse Symoble aus allen Weltreligionen tauchten auf. Die männlichen Tänzer, allesamt oberkörperfrei und ebenfalls mit religiösen Symbolen tätowiert, mahnten symbolisch zur Verständigung untereinander - egal ob aus ethnischen, kulturellen oder 5exuellen Gründen.
    Es blieb exotisch mit Isaac - der "echte" Isaac, der auf Madonna's Platte gesungen hat und auch mit ihr auf Tour gegangen ist, steht nun mit einem Horn auf der Bühne und singt im Wechsel mit Madonna. In der Mitte der Bühne steht ein Käfig, in dem eine verschleierte Frau tanzt, später im Bauchtanzkostüm. Eindeutig ein Statement an die Widersprüchlichkeit und Unterdrückung der Frau in manchen Ländern dieser Welt.
    Back To Disco geht's weiter mit Sorry - im Pet Shop Boys-Mix wirbelt Madonna in besagten Käfig umher. Mittlerweile hat sie eine rostrote Lederjacke angezogen und erinnert mit ihrer Choreographie sehr an den "Hahnenkampf" aus dem Video zum Song. Grossartiges Highlight für mich war, dass sie an einer Stelle direkt zu mir an den Bühnenrand kam und mir, sinngemäss zum Song, den Stinkefinger gezeigt hat. Ich lass das natürlich nicht auf mir sitzen, gab ihr den Stinkefinger zurück und gestikulierend zu Verstehen, dass ich doch eigentlich ein ganz guter bin..darauf hin hat sich lachen müssen, gestikuliert ein "Na, ich weiss ja nicht so recht..." und zieht breitgrinsend zurück in die Mitte der Bühne. Das war mein kleines interaktives Highlight mit Madonna..
    Like It Or Not ist das nächste Lied. Relativ minimalistisch wie der Song selbst performt Madonna auf dem Catwalk und verschwindet danach unter der Bühne.
    Zu einem ziemlich abgefahrenen Remix von "Sorry" lässt Madonna wieder ihre Videokunst in Kombination mit ihren fantastischen Tänzern aussagen: "don't speak" ist die Hauptmessage: auf den Leinwänden Bilder von George W. Bush, Bin Laden, Saddam Hussein in Kombination mit Papst Benedikt, Papst Joh. Paul II und Hitler... Ein eindeutiges Statement von Madonna an die Weltpolitik.
    Jetzt wird's rockig. Madonna kommt zurück auf die Bühne in einem Bowie-ähnlichen Outfit: schwarze enge Hose und ein enges schwarzes Top mit üppigem Federkragen. I Love New York ist der Song, sie spielt hierbei die Gitarre selbst. Optisch in Bezug auf Bühnendeko und Videoinstallation erinnert Madonna in diesem Part an den New Wave der frühen 80er. Gegen Ende des Songs schliesst Madonna mit einem kratzigen gitarrenlastigen Finale - wieder direkt vor unserer Bühnenseite und mit ständigem Blickkontakt zu uns unten!
    Ähnlich vorgetragen wurde Ray Of Light - Madonna spielt weiterhin Gitarre und fordert das Publikum heraus, mitzuspringen und mitzuklatschen. Die Version von "Ray Of Light" hat mir persönlich sehr gefallen - viel gitarrenlastiger und weitaus weniger trancig als das Original.
    Let It Will Be performt Madonna überwiegend auf dem Catwalk. Ihre Gitarre hat sie hierbei abgelegt und interagiert mit einem Kameramann zum Fusse der Bühne - ihre Bilder werden dabei in klassischer 80er-Jahre-Ästhetik auf den Leinwänden wiedergegeben.
    Sie kehrt zurück zu den Stufen im Mittelteil der Bühne und setzt sich. Sie bedankt sich beim Publikum dafür, dass es trotz des Regens vor Beginn der Show gekommen ist und fragt: "do you know why it didn't rain until yet? - because you'd have come anyway!" Das mag auf den ein oder anderen unbedachten Zuschauer anmassend klingen - aber so ist es keinesfalls gemeint: das ist Madonna's spirituelles Denken und sie sagt es mit wahrhaftiger Dankbarkeit und Freundlichkeit. Das kann ich bezeugen, ich stand schliesslich 2 Meter von ihr entfernt...
    Jemand reichte ihr einen schwarzen Fellkragen-Parka (offensichtlich ihre Lieblingsjacke - man sieht sie sehr häufig auf Pressefotos mit dieser Jacke) und sie performt im Sitzen ein sehr minimalistisches Drowned World.
    Zurück in die Mitte der Bühne kehrt sie mit Isaac, die beiden setzen sich auf Barhocker. Madonna spielt auf einer akustischen Gitarre und gemeinsam vor der Projektion eines blühenden Baumes singen sie Paradise (Not For Me). Hinter einem leuchtenden Vorhang verschwindet Madonna erneut und zieht sich um zum nächsten Part der Show.
    Jetzt wird's richtig Disco! Es ertönt "Disco Inferno", ihre Tänzercrew kommt komplett auf Rollschuhen auf die Bühne zurück und stimmen uns ein auf eine sehr discoide Version von "Music", zu der Madonna einen weissen Disco-Anzug wie John Travolta trägt. "Saturday Night Fever" ist eindeutig optisches Vorbild für diese Performance.
    Es folgt ein weiteres Highlight der Show mit Erotica - ebenfalls nicht mehr performt seit 1993, zur grössten Überraschung aller. Sie trägt mittlerweile einen weissen Catsuit mit blauen Glitzerstreifen - eine 1-zu-1-Kopie eines Bühnenoutfits der ABBA-Mädels aus den frühen 80ern. Von der Bühnendecke hängen Lichtkugeln und die ganze durchchereographierte Nummer erinnert sehr an eine klassische Disco-Performance aus dieser Zeit. "Erotica" selbst klingt komplett anders - weniger lasziv als das Original, viel discoider und tanzbarer. Zudem verwendet Madonna bei dieser Version zum ersten Mal Lyrics aus "You Thrill Me", einer ganz frühen Fassung von "Erotica", die bisher nur als Acapella-MP3 durchs Netz gegeistert ist.
    Nahtlos verwandelt sich das Bühnenbild in eine Tropenlandschaft - und zusammen mit ihrem Ensemble bietet Madonna eine fast Salsa-mässige Version von La Isla Bonita dar. Alle sind ständig am Grinsen und haben offenbar einen Heidenspass an der Sache. Isaac übernimmt im Übrigen wieder die Background-Vocals.
    Zum fulminanten Finale der Show simuliert Madonna erstmal einen gefakten Kreislaufkollaps und wird in der Mitte der Bühne liegend von ihren Backgroundsängerinnen (wie immer dabei und wie immer grandios: Donna DeLory) bemuttert und aufgerappelt...sie hängen ihr ein weisses Cape über, auf dem in lila Glitzerbuchstaben "Dancing Queen" auf der Rückenseite steht. Akustisch rollt ihm Hintergrund bereits das allseits bekannte ABBA-Sample von "Gimme Gimme Gimme" an - Madonna dreht sich um und breitet die Arme aus: in der Innenseite ihres Capes sind hunderte von kleinen Blinklichtern angebracht, so dass sie aussieht wie ein Schmetterling. Wunderschön!! Ein Aufschrei ging durchs Publikum.
    Jeder dachte, es folgte das offensichtliche "Hung Up" - doch umso überraschender war es dann, als Madonna Lucky Star anstimmte!! Seit ihrer Virgin-Tour 1984 hat sie "Lucky Star" nicht mehr gesungen! Eine imposante aber sehr andersartige Version brachte das Stadion zum Kochen.
    Nahtlos ging es über zum grossen Finalschlag: Hung Up. Madonna war plötzlich von der Bühne verschwunden und tauchte in einer Discokugel in der Bühnenmitte wieder auf - komplett im lila Body, lila Glitzerjacke und Sonnenbrille. Die Stimmung in der Arena war gigantisch - Madonna turnte von einer Seite der Bühne, auf den Catwalk und zurück - immer in Begleitung ihrer Tanzcrew. Einige der Tänzer blieben auf unserer Seite der Bühne zurück, inklusive Donna DeLory. Eine gute Gelegenheit ihnen unser Wohlgefallen auszudrücken, was sie mit fröhlichem Grinsen und Augenzwinkern quittiert haben! Madonna selbst kam auch noch mal direkt zu uns an den Bühnenrand, instruierte uns zu "time goes by so slowly" und hielt uns das Mirko direkt ins Gesicht. Auge in Auge mit der Königin des Pop - keine 2 Meter war sie mehr entfernt, grinsend und gut gelaunt. Gut, dass wir diesen Moment auf Video gebannt haben...
    Zum bombatischen Schlusstakt formierten sich alle Tänzer um Madonna in der Mitte der Bühne und verschwanden unter der selbigen - das Publikum blieb in frenetischem Jubel in einem Meer von goldenen Luftballons zurück, die von der Decke gefallen kamen. Auf den Leinwänden blieb die Message "Have you confessed?" und die Lichter gingen an....

    Heute habe ich Muskelkater in den Beinen - vom Stehen und Springen. Ich glaube nicht, dass man auch Muskelkater in den Wangen bekommen kann - aber es wäre kein Wunder - ich war ständig am Grinsen während der Show gestern, und so auch die Leute um uns herum. Die Magie von Madonna mal so hautnah zu erleben, ist wahrhaftig ein Ereignis.
    All die unangebrachten Kritiken, all die Miesmacher, all die Neider, all die Missversteher sind mir absolut egal - für mich war Madonna's Confessions Tour 2006 ein wirklich grosses Erlebnis, von dem ich noch lange zehren werde.
    Eine Hommage an die Menschlichkeit.
    Hut ab vor der grössten Künstlerin unserer Zeit.

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