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MIDGE URE (ex-Ultravox)

Erstellt von dancermike, 25.09.2005, 10:46 Uhr · 43 Antworten · 7.981 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von waschbaer

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    Wenn Interesse besteht, dem kann ich gerne mal das Bild von mir und Midge Ure
    nach dem Konzert in Augsburg schicken.

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von musicola

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    waschbaer postete
    Wenn Interesse besteht, dem kann ich gerne mal das Bild von mir und Midge Ure
    nach dem Konzert in Augsburg schicken.
    *handheb*

  4. #13
    Benutzerbild von NovalisHH

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    Hier nun mein angekündigter Bericht über das Konzert von Midge Ure, am 31. Oktober 2005, in der "FABRIK"/Hamburg-Altona:

    "Der 1953 im schottischen Cambuslang geborene James „Midge“ Ure zählte zweifelsfrei zu den namhaftesten, kreativsten und zeitgeistbestimmendsten Exponenten der schrill-narzißtischen New-Romantic-Bewegung, die in den frühen 80ern, aus Großbritannien kommend, ein paar Jahre lang die Musikwelt unsicher machte. 1980 löste er den individualistischen Synthi-Schöngeist John Foxx als Sänger und Hauptsongschreiber der bis dato in der zweiten Liga herumschwadronierenden New-Wave-Band „Ultravox“ ab und führte diese innerhalb kürzester Zeit zu ungeahnten Höhenflügen. Von 1981 bis 1986 galten „Ultravox“ als Hitlieferanten per Excellance. Kaum eine Single von ihnen erschien, die nicht umgehend in ganz Europa die Top 10 im Sturm nahm. 1985 machten sich sachte Verfallserscheinungen in der vierköpfigen Truppe bemerkbar. Midges erste Solo-LP „The Gift“, die sich noch sehr am breitflächigen Computersound seiner Hausband orientierte, kam auf den Markt und deutete an, daß der großgewachsene Popmelancholiker auch im Alleingang seinen Mann zu stehen vermochte. Der überwältigende Erfolg von „The Gift“ – und vor allem der daraus ausgekoppelten, schier göttlichen Romantik-Hymne „If I was“ - trieb immer schwerer wiegende Keile zwischen Midge und seine Kumpane, so daß er 1986/87 – nach Veröffentlichung der durchwachsenen Scheibe „U-Vox“ – sein Mitwirken am Kapitel „Ultravox“ für beendet erklärte, und beide Parts ab sofort getrennte Wege gingen. Midge verabschiedete sich recht bald von deftigen Synthesizerwällen, technokratischen Drumcomputern und wehenden Tanzsaalelegien. Stattdessen marschierte er zielstrebig in Richtung filigraner Folkklänge im Rahmen eines traditionellen, behutsamen Singer/Songwriter-Ambientes, dabei seine schottischen Wurzeln nie aus den Augen verlierend. Die Restband dagegen scheiterte nach einigen zwar liebgemeinten, aber nur mehr anachronistischen Versuchen („I am alive“, 1993) gnadenlos und spielt heutzutage im Musikbusineß keinerlei Rolle mehr.
    Ein halbes Dutzend Soloalben hat Midge seit seiner Trennung von Warren Cann, Chris Cross und Billy Currie aufgenommen; heißbegehrt von Eingeweihten und Musikgourmets, zunehmend weniger wahrgenommen von den hitparadenbestimmenden Käuferschichten und Discogängern. Einzig und alleine dem schweizerischen Uhrenhersteller „Swatch“ war es zu verdanken, daß der famose Komponist und Gitarrenvirtuose auch jüngeren Semestern zum Begriff wurde. „Swatch“ unterlegte im Frühjahr 1998 einen seiner Werbefilme mit dessen stillem, aber ohrwurmträchtigen Folkkleinod „Breathe“, das bereits zwei Jahre zuvor – von den breiten Massen weitestgehend unbeachtet – veröffentlicht worden war. Von heute auf morgen stürmte die Single die europäischen Hitlisten, zog in Österreich und Italien sogar in die Top 5 ein. Doch als kurzlebiger Hitparaden-Act für „BRAVO TV“ und RTL-„Top of the Pops“ eignete sich Midge ganz und gar nicht. Deshalb flüchtete er sich nach einem kurzen Sommer als wiedererwachter Teenieliebling erneut in schrullige Gefilde gefühlvoller Folkorgien, weit, weit weg von charttauglichem Radiopop.
    Vor knapp drei Jahren bekam Midge Lust, den guten, alten Synthisound aus „Ultravox“-Tagen zu revitalisieren – sprach’s und begab sich, unterstützt von drei Musikern und umstellt von turmhohen Computeranlagen, auf die „Sampled, Looped and Trigger Tour, deren beste Momente im Frühsommer diesen Jahres unter dem Titel „Relive“ (Hypertension/Soulfood) auf CD und DVD erschienen und den Eindruck erweckten, Midge hätte sich und seine begeisterten Gäste problemlos und ohne großes Brimborium aus dem Jahr 2003 nach 1983 zurückgebeamt. 2005 betrieb der sympathische 53jährige allerdings das ganze Gegenteil seines eben geschilderten Tuns. Ohne jegliche elektronische Hilfsmittel, vollkommen auf sich allein und sein eigenes Können gestellt, startete er, mit der halbakustischen Gitarre unterm Arm, eine Solotournee durch Clubs und kleinere Hallen von insgesamt 16 deutschen Städten. In der Halloween-Nacht, am 31. Oktober, hielt er in der Hamburger „FABRIK“ inne, wo ihm rund 400 Altersgenossen in der bestuhlten (!) Halle die Aufwartung machten. In den Tagen und Stunden vor Konzertbeginn hatte sich (bestimmt nicht nur) der Rezensent oft gefragt, wie es das frühere New-Wave-Idol wohl anstellen würde, die anno dazumal als zwar stimmungsvolle, aber durch und durch kühl-technische Synthiepen konzipierten Songkreationen seiner sechsjährigen „Ultravox“-Phase vollends zu entschlacken, aufs klangliche Minimum zu reduzieren und im unspektakulären Klampfengewand wiedererstehen zu lassen. Ob dies funktionieren würde?
    Keine Sorge, liebe Leser... Midge hat sein – zugegebenermaßen riskantes - Vorhaben mehr als nur passabel umsetzen können. Ungewohnt schlicht, aber vor Frische und Lebendigkeit nur so übersprudelnd, mitreißend, ungekünstelt und stets von einem gewissen ironischen Abstand zum Dargebotenen beseelt, führte der inzwischen nahezu glatzköpfige Schotte durch ein ca. 80minütiges Programm, das trotz ausnahmsloser Gitarrenbegleitung niemals auch nur in Nuancen langweilig wurde. Zwar merkte man dem Künstler manche Sekunde der Enttäuschung darüber an, daß das hanseatische Publikum relativ müde, bestenfalls verhalten auf seinen Stühlen kauerte, kaum aus sich heraus gehen wollte und trotz wiederholter Aufforderung mitzusingen, diesem, seinem Wunsch keineswegs Folge leistete. Von solchen Mankos ließ sich der Vollprofi jedoch nicht aus der Ruhe bringen und präsentierte eine liebevoll zusammengestellte Mischung aus 80er-Klassikern, folkbetonten Soloexkursionen und dem einen oder anderen Opus seiner persönlichen Lieblingskünstler wie z.B. „Thin Lizzy“, Peter Green oder der „Small Faces“.
    Während man vielen Eigenkompositionen späterer Jahre - „Dear God“ (1988), „Cold, Cold Heart“ (1991) oder „Beneath a Spielberg Sky“ (1996)- von jeher anmerkte, daß sie an der Gitarre entstanden sind (so daß sie sich spielend ins rein akustische Roharrangement übertragen ließen), schien manchem Besucher beinahe der Atem stehenzubleiben, als Midge etwa seine 1980 für sein bunt ausstaffiertes Sideprojekt „Visage“ geschaffene Discohymne „Fade to Grey“ in eine radikalst im Tempo gedrosselte Bluesarie verwandelte ohne, daß dies dem Charme der Komposition in irgendeiner Weise abträglich war. „All fall down“, vor 19 Jahren letzte gemeinsame Single mit „Ultravox“ und letztendlich programmatisch aufzufassender Schwanengesang des Projekts, war bei peniblem Hinhören schon immer ein feines Scottish-Folk-Schmankerl gewesen, das sich aber erst jetzt, ohne Computereinsatz aufgeführt, so richtig ausleben konnte. Die 1984 erstmals veröffentlichte, kraftstrotzende Durchhalteparole an einen gescheiterten Helden längst vergangener Zeiten, „One small Day“, wirkte, der hämmernden Computerbeats und nicht selten bedrohlich anmutenden Synthesizerkaskaden der Studioversion beraubt, weiterhin betörend ehrlich, konsequent, geradlinig und antreibend. Midges allererster Solostreich, „No Regrets“ (1982), versprühte im Akustikgitarrengewand ebenso klirrend kühles und doch gleichzeitig so herzhaft romantisches 80er-Jahre-Flair, wie im bombastischen Original. Sogar „Vienna“, der, historisch gesehen, herausragendste und unvergänglichste Hit von „Ultravox“, der in seiner Erstinszenierung ohne auch nur eine einzige Gitarre auskam und ausschließlich auf Tasteninstrumenten basierte, wurde von seinem Erschaffer kongenial ins liebliche Folkumfeld übertragen, wiederum ohne, daß die urban-dekadente Aura, die mystische, gehetzte Intention der einstigen Synthiballade verlorenging. Ganz zum Schluß dieser ergreifenden Rückschau, kam Midge natürlich nicht umhin, seinen (neben „Vienna“) wichtigsten und weitreichendsten musikalischen Aussagen aus der kühlen Dekade Referenz zu erweisen. Wie ein junger Spund, der soeben erst den Übungsraum verlassen hat, um sich nun nach und nach auf öffentlichem Bühnenboden zurechtzufinden, geleitete der lakonische Alt-86er seine Fans ohne Umschweife in die wilden, verworrenen und zugleich so melancholisch-verträumten Zeiten von NATO-Doppelbeschluß, aufstrebendem Yuppietum und schwülstiger Neonlicht-Romantik. „Dancing with Tears in my Eyes“, die vermutlich echteste, überzeugendste (und zudem überaus hitträchtige) Stellungnahme der britischen Mitt-80er-Popszene gegen Krieg, Atomangst und Rüstungspolitik hat, auch ohne Synthesizer und reale militärische Bedrohung im Rücken, nichts von ihrer Botschaft, Dramatik und Eindringlichkeit eingebüßt, ebensowenig der gebetsähnliche, seinem Namen alle Ehre machende Flehgesang „Hymn“ und – als letzte Zugabe des Abends - das hingebungsvolle Liebesbekenntnis „If I was“, jener Top-5-Hit, der Midge vor genau 20 Jahren, im Herbst 1985, ein künstlerisches Weiterbestehen nach „Ultravox“ ermöglichte.
    Vom mundfaulen Publikum abgesehen, erwies sich Midges solistischer Auftritt in der Altonaer „FABRIK“ als zumeist sehr schmackhaft, gekonnt und abwechslungsreich - wenn auch etwas kurz. Aber einem Mann, der seit 30 Jahren, ohne Qualitätsunterschiede seiner Exponate, durch das internationale Popleben wieselt, der alleine Dank „Vienna“ einen nicht wegzudiskutierenden Beitrag zur britischen Musikkultur des 20. Jahrhunderts eingebracht hat und sich trotz dieser herausragenden Leistungen bis heute aller unnötiger Starallüren enthalten hat, sei es vergönnt, daß er sich nach eineinhalb Stunden pausenlosen Singens derart verausgabt hat, so daß – nach Auskunft der Plattenfirma – Midge-Ure-Konzerte eben nur noch eineinhalb Stunden dauern können. Diese eineinhalb Stunden in der schummrigen „FABRIK“ an der Barnerstraße haben sich jedoch für den gewillten Zuschauer in aller Form gelohnt!"

    Text: H. Stürenburg, 01.11.2005

    Gruß aus HH

  5. #14
    Benutzerbild von Tonstrom

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    im Dezember in Frankfurt ??? Er war doch schon im Oktober im Sinkkasten in Frankfurt. Kommt er nochmal ?

  6. #15
    Benutzerbild von NovalisHH

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    Midge ist dieses Jahr bei der "Night of the Proms"-Tour mit dabei. Daher ist er in diesem Zusammenhange im Dezember nochmals in Hamburg - und vermutlich auch noch ein weiteres Mal in Frankfurt

    Gruß aus HH

  7. #16
    Benutzerbild von waschbaer

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    Wow, das mit Midge Ure bei der Night of the proms ist klasse, so sehr ich ihn zwei mal innerhalb eines Jahres.

    @closelobster / musicola

    Foto von Midge und mir nach dem Konzert in Augsburg geht morgen auf die Reise.

  8. #17
    Benutzerbild von waschbaer

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    Habe Midge bei der NOTP 2005 in München gesehen und die Version von Vienna mit Orchester war einfach großartig. Leider hat er ansonsten nur noch zwei weitere Lieder (Dancing with tears in my eyes und Breathe) singen dürfen, aber auch diese waren recht schön dargebracht.

    2006 wird seine Solo-Akustik-Tour weiter fortgeführt und er wird auch wieder nach München kommen.

    Besonders nett fand ich es als er in Augsburg alleine auf der Bühne stand und dann meinte: "Well, this is a real Socttish concert. Just one person."

  9. #18
    Benutzerbild von Babooshka

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    Wird er auch wieder nach Berlin kommen?

  10. #19
    Benutzerbild von sturzflug69

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    Habe am WE eine 12" von Phil Lynott bekommen.Das Teil ist von 1980 und remixt von Midge Ure.

  11. #20
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    sturzflug69 postete
    Habe am WE eine 12" von Phil Lynott bekommen.Das Teil ist von 1980 und remixt von Midge Ure.
    Das wundert mich nicht weiter, Midge Ure war doch mal Gitarrist bei Thin Lizzy auf Tour.

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