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Mike Oldfields neue CD Light & Shade

Erstellt von Moppy01, 06.11.2005, 14:11 Uhr · 5 Antworten · 822 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Moppy01

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    Was haltet ihr von der neuen CD?

    Ich habe sie mir per Amazon auszugsweise angehört...bin Amazon dankbar, das dies möglich ist!

    Übel Übel....COmputergeklimper von der Stange.
    Allenfalls was für Andre Rieu Fans..

    Im offiziellen Mike Oldfiel Forum verreissen sogar langjährige Fans dieses Album.
    Diese CD ist so mies, das sie sogar schon für 8.99 bei Amazon zu haben ist...das ist ne sensation bei einer neuerscheinung.

    Hier 2 Kommentare von Käufern:
    Nicht, dass Altmeister Oldfield zuletzt vor Kreativität gesprüht hätte. Doch seitdem er nur noch am Rechner komponiert, reiht er sich ein ins Heer der namenlosen Soundsoßenpürierer. Meist ist er sogar noch seichter als Moby. Den entseelten Chillout auf „Light" würzt er zwar ab und zu mit Gitarrenlicks, doch die hat er bei sich selbst abgekuckt. Besonders schlimm: eine Klaviersülze namens „Rocky", gewidmet seinem arabischen Hengst, „der immer bei mir ankommt und mich umarmen will." Die CD „Light" liefert Musik für AndrŽ-Rieu-Fans, die (völlig vergebens) hoffen, es würde sie hip machen, das zu hören. „Shade" dagegen ist konzipiert als düsteres Pendant und doch nur voll mit abgegriffenem Trance, aus Software-Democlips zusammengeflicktem Deep House und virtuellem Gesang mit folkloristischem Reiz („Surfing"). Highlight: das an Philip Glass erinnernde Streicherintro zu „Tears of an Angel". Allerdings wird es gleich wieder ersäuft unter Oldfield'schen Sound-Fettaugen. Mit einem Mann, der das Gefühl hat, von seinem Pferd umarmt zu werden, muss man vorsichtig umgehen. Am besten gar nicht ansprechen. (mw)



    Mike Oldfield meldet sich wieder zu Wort - und das, wie erfreut festzustellen ist, ausnahmsweise nicht mit der x-ten Version seiner "Tubular Bells".

    © Universal
    Die Freude hält allerdings nicht lange vor. Schon nach wenigen Minuten wünsche ich mir die Röhrenglocken in einer Weise verzweifelt zurück, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Geständnisse vorab, bevor mir üble Dinge unterstellt werden: Ich mag Mike Oldfield.

    Ich schätze "Tubular Bells", ich habe eine überaus innige Beziehung zu "Ommadawn", ich mochte sogar die Pop-Liedchen Marke "To France" und "Shadow On The Wall". Ich wünsche, nicht als Oldfield-Hasser hingestellt zu werden, wenn ich jetzt sage: "Light + Shade" ist von vorne bis hinten eine einzige Zumutung.

    "Die beiden Seiten (seiner) musikalischen Persönlichkeit" soll es repräsentieren, das Doppelalbum. Ich möchte das nicht glauben. Wäre dem so, wäre Mike Oldfield zur Hälfte sterbenslangweilig, zur anderen unerträglich flach und billig. "Light", der erste Teil, versucht sich an Chillout- und Ambient-Sounds. "Blackbird", ein langsames Klavierstück, lediglich versetzt mit einem Hauch sphärischer Elektroklänge, lässt zwar ein gewisses Richard Clayderman-Gefühl aufkommen, ist aber durchaus hörbar. Ebenso das (im Vergleich zur ansonsten herrschenden Melancholie) etwas fröhlichere "Rocky". Hier scheint das Pianogeklimper direkt aus einer Spieldose zu stammen.

    © Universal"First Steps" entstammt, wie etliche andere Tracks auf "Light + Shade", dem Soundtrack zu Oldfields Virtual Reality-Spiel "Tres Lunas". Eine Gitarrenmelodie dominiert, unterstützt von Streicherklängen. Obwohl im Verlauf ein recht passabler Bass ins Spiel kommt, der zur Abwechslung mal einen Hauch Tempo vorlegt, und obwohl die Nummer (nach bereits sechs Minuten Spieldauer) noch einmal zu epischer Breite aufläuft, tönt alles in einer Weise absehbar und zweidimensional, dass man Atemnot bekommt.

    Richtig schlimm wird es bei "Closer" (eine Dudelsackhymne bleibt eben einfach eine Dudelsackhymne, auch, wenn man ihr die Dudelsäcke nimmt) und "My Father", wenn eine primitive Melodie und ein mäßiges Vocal-Sample mit einem blutleeren Synthie-Beat versetzt werden. Einen blasphemischen Kommentar zu der beigefügten Information, der Track sei entstanden, während Papst Johannes Paul II. im Sterben lag, verkneife ich mir an dieser Stelle ebenso, wie jegliche Äußerung zu der grauenvollen, durch eine Stimmsoftware-Mühle gedrehten Jodelei in "The Gate".

    Schlimmer geht es kaum, möchte man meinen - und liegt falsch. Wir haben ja noch Teil 2, "Shade". Wie bereits in der ersten Hälfte basieren die Tracks auf computerprogrammierten Sounds, die Grundstimmung träger Melancholie bleibt, nur dass diese auf "Shade" zusätzlich mit unsagbar miesen Umz-Umz-Kirmestechno-Beats unterlegt wird. Euro-Dance, nicht nur light, sondern zusätzlich auch noch koffeinfrei. Nein, auf einen beschaulichen Aufguss von Dario Gs "Sunchyme" hat wirklich niemand gewartet. Da hilft es nichts, einen Anflug von Walgesängen ("Quicksilver") oder jaulende E-Gitarren ("Tears Of An Angel") beizumengen, oder Schillers Christopher von Deylen mit Bass und Schlagzeug zu Rate zu ziehen ("Nightshade"). Dachte ich eine halbe Stunde zuvor noch, "The Gate" könne unmöglich unterboten werden: "Romance", die Verwurstung der sattsam bekannten spanischen Gitarrenromanze, belehrt mich erneut eines Besseren.

    Stellt sich jetzt die Frage, ob man einen Mike Oldfield mit der Niedrigst-Wertung abwatschen darf. Nein, das darf man nicht. Man muss, und das ist wirklich mehr als schade. ...............(Zitat Ende)

    Nun ist eure Meinung gefragt...was haltet ihr von den neuen Album?
    Ich meine, er sollte bei seinem Stil bleiben.
    Ein Mann, der so ziemlich jedes Instrument spielen kann, hat es doch nicht nötig, sich seine CDs am PC zusammenzubasteln, so das sie Klingen wie HIntergrundmusik eines Computerspiels, oder?

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Moppy01

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    Ich möchte noch nachtragem das ich Mike Oldfield Fan bin seit 1978 und sogar 1984 bei einem Konzert war....
    Ich habe alle Platten von ihm, aber die neueste werde ich mir nicht kaufen....bleibt zu hoffen, das er mit diesem Fehlgriff auf die Schnauze fällt und das nächste Album wieder im alten Stil erscheint....

  4. #3
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    Moppy01 postete
    [...] das nächste Album wieder im alten Stil erscheint....
    Welcher alte Stil?

    Ich schätze von Mike Oldfield seine frühen Instrumentalalben und einige seiner 80er Songs. Das allein waren schon 2 vollkommen unterschiedliche Stile. Danach hat er sich mehr und mehr dem Elektronischen gewidmet (mit Ausnahmen). Auch hier wieder neue Stile.

    Seit Ende der 80er gibt es nichts mehr von Oldfield, daß mir wirklich gefällt, ständige Selbstzitate (hauptsächlich von Tubular Bells) und zunehmende Synthetisierung, die seiner Musik überhaupt nicht gut tut. Das alles hat hier wohl einen neuen Höhepunkt erreicht. Und der Höhepunkt des Nichtguten ist natürlich nur schlecht.
    Wieso Mr Oldfield aber nun noch einen neuen Stil hinzufügt, den er auch nicht beherrscht und damit die 2.CD füllt, wird wohl ein Rätsel bleiben.

    Achja: Von Pferden halte ich mich fern.

  5. #4
    Benutzerbild von Moppy01

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    Ich hab nichts gegen PFerde, aber ich habe Mike oldfield immer sehr geschätzt...
    Es gab einige sehr gewöhnungsbedrüftige Alben, wie Tres Lunas oder HEavens Open...
    Überflüssig ist auch "The Milleinium Bell"...hätte ich nie gekauft..hab ich "leider" geschenkt bekommen...

  6. #5
    Benutzerbild von amarok90

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    Moppy01 postete
    Im offiziellen Mike Oldfiel Forum verreissen sogar langjährige Fans dieses Album.
    Ein offizielles Forum gibt es nicht. Wahrscheinlich meinst Du das von Fans betriebene im Moment platte http://www.oldfield-forum.de/ . Aber es stimmt, derartig kontroverse Schlachten hat es bisher noch nicht gegeben, was aber auch an einigen dämlichen Provokateuren lag.
    Moppy01 postete
    Nun ist eure Meinung gefragt...was haltet ihr von den neuen Album?
    Ich meine, er sollte bei seinem Stil bleiben.
    Welchen Stil meinst Du? Oldfield hat so viele unterschiedliche Alben gemacht, daß man nicht von "dem" Stil sprechen kann. Daß Platten wie "Tubular Bells", "Earth Moving" und "The Songs Of Distant Earth" von einem Musiker stammen, merkt man als gelegentlicher Hörer allenfalls am Gitarrensound.
    Moppy01 postete
    Ein Mann, der so ziemlich jedes Instrument spielen kann, hat es doch nicht nötig, sich seine CDs am PC zusammenzubasteln, so das sie Klingen wie HIntergrundmusik eines Computerspiels, oder?
    Oldfield hat dieses Album im Prinzip genauso erstellt wie auch viele andere in den letzten Jahren. Baß, Gitarren, Mandoline und Piano wurden echt eingespielt und dann eben nur mit FL Studio-Software abgemischt. Gewöhnungsbedürftig sind einzig die per Vocaloid erzeugten Stimmen, die nicht immer sehr gelungen sind.

    Anfangs war ich vor allem nach dem ersten Hören der "Shade"-CD entsetzt; "Light" plätscherte teilweise ein wenig vor sich hin. Aber mittlerweile weiß ich halt, daß jedes neue Album seine Zeit braucht. Es ist sicherlich kein Meilenstein geworden, aber immerhin ein gutes Album, das in einer 1-CD-Variante zu einem sehr guten hätte werden können.

    Die Kooperation mit Schiller, "Nightshade", ist der absolute Tiefpunkt in Oldfields bisherigem Schaffen. Dieses Stück ist einfach nur Müll. Hätte man dieses ebenso wie "Slipstream" und "Resolution" weggelassen, wäre ich begeistert. "Surfing", "Tears Of An Angel", "Closer" und "Sunset" halte ich für herausragend.

    Schade ist Mercurys Veröffentlichungspolitik: Tolle Bonustitel erschienen entweder nur auf der UK-Ausgabe oder bei Downloadportalen.

    Insgesamt halte ich "Light + Shade" für deutlich besser als z. B. die 80er Alben "Discovery" und "Earth Moving". Ein Verkaufsflop ist es trotzdem geworden, selbst in Spanien.

  7. #6
    Benutzerbild von Moppy01

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    Is halt auch Geschmackssache....
    Ich halte die von dir zitierten Alben "Discovery" & "Earth Moving" für die besten...

    Ich mag halt vor allem diesen typischen 90er Jahre Sound nicht..keine Ahnung wie man den bezeichnet.
    UND:
    Von den etlichen MEinungen über "Light & Shade", die ich gelesen habe, war nur eine einzige Prositiv.

    Ich wünsche mir wieder Alben von Mike Oldfield in der Art von "Crises", "QE II" oder "Islands"....aber das wird es wohl nie mehr geben

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