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MUSIK der DDR

Erstellt von nikita, 14.03.2006, 21:03 Uhr · 17 Antworten · 9.371 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von nikita

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    Hallo,
    mein Kurzvortag ist fertig, und ich wollte euch aml fragen, was unwichitig ist oder ob was wichtiges fehlt.
    ist aber noch nicht bearbeitet oder korrigiert und wegen der formatierung auch noch unordentlich angeordnet


    Gliederung:

    1. Die Geschichte der Rockmusik in der DDR
    1.1 50er Jahre
    1.2. 60er Jahre
    1.3 70er Jahre
    1.4. 80er Jahre
    2. Die „anderen“ Bands
    3. Zusammenfassung



    1.Die Geschichte der Rockmusik in der DDR:

    - Rockmusik der DDR eher international unbedeutend:
    - nicht wegen Qualität,
    - wegen Einschränkungen (Zensur der Texte; Musik wurde im Land gehalten )
    - im Westen unbeliebten Heimat der Bands

    1.1 50er Jahre:

    - genau wie im Westen fanden die Jugendlichen der DDR Mitte der 50er Jahre ihre eigene Musik im Rock'n'Roll
    - man konnte im Osten westlichen Rundfunk hören
    - alle Grenzen waren offen→ im ganzen Land konnte also z.b Elvis Presley gehört werden, ließ eine aktive Beteiligung dieser neuartigen Äußerung zu
    - Entstehung 1. Bands, da es vielen nicht reichte zu hören…nachspielen

     Grundstein für die DDR-Rockmusik wurde gelegt

    - Von der Staatsführung verachtet
    - aus ideologischen gründen auf eine eigene Tanzmusikentwiklung Wert legte
    - die Hörer und Macher des Rock'n'Roll der gehörten kulturellen Opposition an
    - SED konnte nix gegen die Unkultur des Klassenfeindes machen, außer die eigene Tanzmusik zu unterstützen
    - um den großen Einfluss westlicher Unterhaltungsmusik Einhalt zu gebieten, wurden diverse Anordungen geschaffen:
    - 02.01.1958 die "Anordnung über die Programmgestaltung bei Tanz- und Unterhaltungsmusik"
    - -60% der Musik im Rundfunk musste aus sozialistischen Länder kommen

     Einschnitt in das künstlerische Alltagsleben und in die Gestaltung von Musiksendungen,
    aber: wichtige Vorraussetzung für die Entwicklung einer eigenständigen DDR-Rockmusik

    1.2 60er Jahre:

    - Bildung von Bands, die vor allem Twist-, Rock n Roll- und Gitarrennummern der westlichen Stars nachspielten
    - Entwicklung ohne weitere Probleme
    - Beatles erschienen, lösten eine musikalische Revolutionswelle aus
     Anfang der DDR-Beat-/ -Rockmusik

    - durch Mauerbauer gewannen die Provinzstars mehr an Ansehen, weil keine LP’s aus dem Westen erhältlich waren
    - FDJ entschied beim Deutschlandtreffen die jungen Bands zu unterstützen,
    - Berliner Rundfunk richtete 1964 das Jugendradio DT 64 ein
    - Mitte der 60er Jahre versuchte die Regierung die Entwicklung zu stoppen:
    • Mitglieder häufig wegen kleinen Vergehen (überhöhte Gagenforderungen, Steuerhinterziehung) angeklagt bzw.verurteilt
    • in den Militärdienst einberufen
    - bis zum 30. Oktober 1965 wurden fast alle Bands verboten, weil es am 15. September zu Randallen bei einem Rolling-Stones Konzert in der WB- Waldbühne kam
    - Mitte der 60er : Musikgruppen, die Volksmusik oder klassische Musik spielten


    - um 1969 entstand eine Generation der Rebellen und es kam es zu einer wahren Bandschwemme (Pudhys, Modern Sou uva)
    - Musik ihrer westlichen Vorbilder nachgespielt, dienten als „Ersatz“
    - Wunsch der Bands nach eigenen Liedern war groß
    - Staatsführung hatte wieder etwas gegen die Bands, doch Musiker setzten sich durch,
    und die Medien wurden auf sie aufmerksam

     wurde als „psycholgische Waffe“ des „Klassenfeindes“ angesehen
    Interpreten: Butlers, Baltics, Diano-Show-Quintett


    1.3 70er Jahre

    - 1971 Walter Ulbricht als 1. Sekretär des Zentralkomitees der SED zurücktritt und Erich Honecker seine Nachfolge antritt, erhoffen dich die Künstler mehr Freiheit
    - Weltfestspiele 1973: neuer „Rockboom“
    - Mitte der 70er Jahre lockert die Regierung ein wenig die Bestimmungen und die Puhdys dürden im Westen auftreten Einfluss der soz. Gruppen sank
    - nach Ihnen: City, Silly, Karat, Dialog, Pankow u.a
    Interpreten: Electra, Stern Meißen Combo, Lift

     wichtiger Faktor der Jugend-und Kulturpolitik


    1.4 80er Jahre
    - um 1980 gab es ein Generationswechsel → neue junge Bands (Jessica, Rockhaus, Pankow) mit frischer Rockmusik traten hervor und entschlossen sich ein jüngeres Publikum
    - → Alternative zum traditionellen DDR-Rock
    - ab 1980 wurden die Texte selber verfasst, vorher: Fremdlyriker
    - Texte wurden jugendlicher und kritischer, nicht zw. den Zeilen
    - in den folgenden Jahren: neue Stile (bis heute) bildeten sich aus, Qualität stieg
    - 1982-1987 jährlich die Verstaltungsreihe „Rock für den Frieden“ im Palast der Republik
    • jährliche Höhepunkt für die Bands und das Publikum
    • Der Urgedanke: für den Frieden zu musizieren, spielte letztendlich doch eine Hintergrundrolle, im Vordergrund standen die Liebe zur Musik.
    • DDR-, BRD-, und andere ausländische Bands
    • 1987 setzten sich die Künstler offen zu Wehr, sie wollten unter dem Symbol der Veranstaltungsreihe nicht mehr auftreten, sich nicht vor den politischen Karren der Veranstalter (Komitee der Unterhaltungskunst, Zentralrat der FDJ, Palast der Republik ) spannen lassen
    • 1988/89 in "Jugend im Palast" umbenannt

    - letzte große Tat des DDR-Rock:
    • 8. September 1989 wurde von vielen Rockmusikern und Liedermachern des Landes ein Schreiben verfaßt und von hunderten Unterhaltungskünstlern unterzeichnet
    • offen Stellung zu beziehen, die Zustände in der DDR direkt zu kritisieren
    - wichtige Interpreten: Karat; Pudhys; Silly; City; Rockhaus; Jessica

     ein enormer Zuwachs an qualitativ hochwertigen Produkten zu verzeichnen

    -Regierung wollte westlicher Einfluss verhindern → „sozialistische Persönlichkeit“ gefährdet:
    • Jugend galt als Zukunft des Staates
    • álso Vetreter der sozialistischen Ideologie bzw. Ziele

    - meisten Musiker gut ausgebildet
    • Berufsausweis nötig um „anerkannt“ zu werden →Autrittsmöglichkeiten
    • oft Musikstudium

    - das „besondere an der DDR-Rockmusik“:

    - Lieder haben die Menschen zusammengebracht
    - Sehnsüchte ausformuliert und ihre Nichterfüllung besser erträglich gemacht
    - das Unsagbare ausgesprochen, auch wenn indirekt
    - deutsche Texte konnten mitgesungen und von jedem verstanden werden


    2. Die „anderen Bands“

    - begriffliche Zusammenfassung für alternative Musikbands in den letzten Jahren der DDR
    - für viele Jugendliche auch ein Lebensgefühl
    - betraf das ganze musikalische Stilrichtungen, die staatlicherseits verboten wurden, vor allem Punk, New Wave, Heavy Metal und Gothic Rock
    → Kritik am Staat und System offen dargelegt
    - spielten ausschließlich live in Kellern, Kirchen, Wohnungen& Jugendclubs
    - Verhaftungen von Bandmitglieder, Bands verboten, Konzerte verhindert
    - vor allem in Berlin, Sachsen, Thüringen gabs pulsierende Szenen
    - nur vereinzelte Vetreter in Medienöffentlichkeit, aber:
    - wurden von Lutz Schramm, einem berühmten DT-64 Moderators, unterstützt
    → seit 1986 Radiosendung “Parocktikum"
    - Ende der 80er Jahre: Sempler von Amiga, nun das wichtigste Label, rausgebracht

    - Bsp.: Feeling B- (Punk) 1983, Die Skeptiker, Schleim-Keim, Wutanfall u.v.a

    3.Zusammenfassung

    - Rockmusik in der DDR: Synom für Jugend, (indirekter) Protest, Emanzippation
    - aber: in der früheren Jahren auch Abklatsch& Nachmache der westlichen Vorbilder
    - bis 70er Jahre gelang die „Dressur“ der Bands einigermaßen problemlos
    - doch 80er Jahre geriet die staatstargende Unterhaltungsbürokratie in Erklärungs- und Hadlungsnotstand
    - Undergroundsszene gewann mehr an Bedeutung: trieb die junge Genaration sich bewusst außerhalb des Disziplinar- Regimes zu stellen


    da wo die diese komischen zahlen sind, sind normaler weise pfeile, die schlussfolgerung oder zusammenfassund einleiten

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von röschmich

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    Habe mal kurz rübergeschaut, das ist natürlich kein leichtes Thema. Ich befasse mich schon mehrere jahre damit.
    Dass die Musik der DDR nicht so weit verbreitet ist liegt auch vor allem im Distributionssystem der westlichen Musikindustrie, die anderen angesprochenen Gründe haben natürlich auch einen Anteil.
    Die Grundlagen der Bands SILLY, Dialog und PANKOW begannen zwar in den Siebzigern, diese Bands sind aber auf alle Fälle den 80ern zuzurechnen.
    Schreibfehler, richtig: PUHDYS und Modern Soul Band
    2 wichtige Ereignisse müsste man noch erwähnen: 1965 die "Beatdemo" in Leipzig auf dem Leuschnerplatz, nachdem die Butlers verboten worden sind
    und 1975 das Verbot der Gruppe Renft.
    Morgen werde ich übrigens eine Lesung von Klaus Renft besuchen in der er über diese beide Ereignisse berichten wird.
    Im übrigen, dass die Provinz kaum eine Szene hatte, dürfte wohl auch politische Gründe haben. In Thüringen war eher die Bluesszene zu Hause, tja und Leipzig ist eben auch eine Großstadt mit musikalischen Traditionen. Viele meiner Lieblingsband kommen aus Leipzig.

    Nur mal so ganz kurz, Linkhinweise zum Thema und andere Informationen gibt es auf meiner Ostrockforumseite siehe Signatur.

  4. #3
    Benutzerbild von schubser

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    Also für einen Kurzvortrag passt das schon ganz gut. Logisch das man bei "Kurz" nicht alles beleuchten kann. Evtl. würde ich Karat's Erfolge im "Westen" noch mit einbaun.... ansonsten find ich's wie gesagt für nen Kurzvortrag schon ausreichend.

  5. #4
    Benutzerbild von nikita

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    ja, ok, danke, mache...ich muss den vortrag aber immer noch kürzen, ich glaueb ich fasse die 3 jahrzehnte einfach kurz zusammen (also wirklich nur umreißend)

    ich habe aber eine gaaanz große bitte:

    kann mir vielleicht jemand ein tipp geben, welche lieder ich einspielen könnte.
    können aus zeitlichen gründen können es nur 2 sein.
    am besten eins für "normale" bands, und eins für "die anderen", die die stile am besten charakterisieren.

    lg tanja

  6. #5
    Benutzerbild von röschmich

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    2 Songs:
    Klaus Renft Combo "Zwischen Liebe und Zorn" (1972)
    Herbst in Peking "Bakschischrepublik" (1989)

  7. #6
    Benutzerbild von nikita

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    Klaus Renft Combo "Zwischen Liebe und Zorn" (1972)

    naja, eigentlich hatte ich da an ein beispiel aus den 80 er gedacht?!

    und herbst in peking ist perfekt dankeschön!!! jetzt muss ich den song nur finde....

  8. #7
    Benutzerbild von falkenberg

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    Bei den 80ern erscheinen mir die Schwerpunkte etwas unverhältnismäßig, sowohl was "Rock für den Frieden" als auch was die "anderen Bands" betrifft. "Rock für den Frieden" wurde aus politischen Gründen zum Großereignis gemacht, die reale Bedeutung war aber wohl nicht ganz so gigantisch. Natürlich wurde dort auch nicht "für den Frieden" musiziert, sondern für die Politik der DDR. Niemand war zur Teilnahme an "Rock für den Frieden" verpflichtet, wenn eine Band daran teilgenommen hat, dann aus politischer Überzeugung oder um sich einzuschleimen (sowohl bei der Führung der DDR als auch bei dem gar nicht so kleinen regierungstreuen Teil der Bevölkerung). Für kritische Untertöne (z. B. im Sinne der DDR-Friedensbewegung) war dort kein Platz. Nur wenige Bands haben sich konsequent verweigert (z. B. Silly, obwohl die angeblich auch mal mitgemacht haben). Einigen muss man zugutehalten, dass sie die maximale Form der Verweigerung innerhalb der Mitwirkung, nämlich die demonstrative Pflichtübung, praktiziert haben.

    Die Bedeutung der "anderen Bands" ist wohl auch weitaus geringer als gelegentlich dargestellt wird. Natürlich fängt das schon mit dem Problem der Abgrenzung von den "normalen Bands" an. Ich würde aber auch einzelne Bands mit LP-Veröffentlichungen zu DDR-Zeiten, die also schon einen gewissen Grad der Etablierung erreicht hatten, dazurechnen, wie z. B. Sandow oder Formel 1. Erstere werden gewöhnlich zu den "anderen Bands", letztere sind völlig vergessen. Auch im Hause Amiga hat man die Bedeutung der "anderen Bands" maßlos überschätzt, als man zu Wendezeiten die Veröffentlichung der Karussel-LP "Solche wie du" aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen verweigerte und stattdessen lieber Bands wie "Tausend Tonnen Obst" auf dem Nachfolgelabel Zong veröffentlichte. Dass man mit dem Sortiment eines Independent-Labels nicht den Wasserkopf eines VEB ernähren kann, hat maßgeblich zum Ende von DSB als eigenes Unternehmen beigetragen.

    Nur einzelne der "anderen Bands" haben nach der Wende noch irgendeine Relevanz gehabt, zu nennen Feeling B, Sandow, Herbst in Peking und Skeptiker und rückblickend in gewissem Sinne auch FDIO (Freunde der italienischen Oper). Alle anderen sind in der Versenkung verschwunden bzw. geblieben. Keine der in den frühen 90er Jahren aus dem Gebiet der DDR stammenden Bands hat den Ursprung im Umfeld der "anderen Bands". Eine wirkliche Bedeutung für die musikalische und politische Entwicklung der DDR kann man den "anderen Bands" nicht zuschreiben.

    Dass ganze musikalische Stilrichtungen verboten worden sein sollen, wäre mir völlig neu. Gerade in den späten 80er Jahren hat man den Bands mehr Freiheiten gelassen, u. a. auch durch die Aufhebung des Zwangs zur deutschen Sprache.

    Es hat in den 80er Jahren, besonders in der zweiten Hälfte, einen massiven Absturz in der Akzeptanz der "nationalen Rock- und Pop-Musik" (die offizielle Bezeichnung, längst nicht alles ist unter Rock zu verbuchen) gegeben. Es wird da gelegentlich ein Zusammenhang mit dem Auftauchen der "anderen Bands" konstruiert, aber das ist meiner Meinung nach falsch. Die "anderen Bands" hatten diese Bedeutung nicht. Man siehts doch hier im Forum, wo ja massenweise Ossis vertreten sind. DDR-Musik ist hier kaum ein Thema (außer wenn impi was sucht ), die "anderen Bands" schon gleich gar nicht. Es dreht sich alles nur um die westliche Musik dieser Zeit. Insofern kann man in der rückläufigen Akzeptanz der DDR-Musik keine politische Bedeutung und keine Protesthaltung reininterpretieren.

    Noch was zum Anfang der 80er: Dass die Texte "jugendlicher" wurden, hatte sicher auch was mit der NDW im Westen zu tun. Ein Einfluss auf die DDR wurde zwar beharrlich geleugnet, ist aber zweifellos vorhanden. Dass sie kritischer wurden, kann man so pauschal nicht sagen; die Kritik wurde vielleicht direkter vorgetragen. Fremdlyriker gab es in den 80ern wie vorher auch, ebenso eigene Texte. Man sollte sich dabei nicht täuschen lassen, Kurt Demmler hat auch unter Pseudonymen geschrieben.

    In den 80ern kamen nicht nur neue Bands, auch einige uralte haben sich massiv verjüngt, sowohl personell als auch musikalisch. Zu nennen sind da in erster Linie Stern Meißen und Prinzip.

    Die Bedeutung einiger Bands für die Wende in der DDR und auch die Haltung ihrer Mitglieder zum System der DDR ist schwer zu beurteilen. Die etablierten Bands wie Puhdys oder City hatten aufgrund ihres Status ziemlich weitreichende Möglichkeiten, sich auch mal mit dezenter Kritik aus dem Fenster zu lehnen. Die beiden genannten haben das auch getan, Karat dagegen gar nicht. Diese Möglichkeiten hatten andere so nicht. Die Stellungnahme einiger Bands vom 08.09.1989 würde ich nicht so hoch hängen, zumal da auch schon Trittbrettfahrer wie Karat dabei waren.

  9. #8
    Benutzerbild von nikita

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    hmmm...

  10. #9
    Benutzerbild von falkenberg

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    Hab ich was falsches geschrieben?

  11. #10
    Benutzerbild von Muggi

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    2.559
    falkenberg postete
    "Rock für den Frieden" wurde aus politischen Gründen zum Großereignis gemacht, die reale Bedeutung war aber wohl nicht ganz so gigantisch. Natürlich wurde dort auch nicht "für den Frieden" musiziert, sondern für die Politik der DDR. Niemand war zur Teilnahme an "Rock für den Frieden" verpflichtet, wenn eine Band daran teilgenommen hat, dann aus politischer Überzeugung oder um sich einzuschleimen (sowohl bei der Führung der DDR als auch bei dem gar nicht so kleinen regierungstreuen Teil der Bevölkerung). Für kritische Untertöne (z. B. im Sinne der DDR-Friedensbewegung) war dort kein Platz. Nur wenige Bands haben sich konsequent verweigert (z. B. Silly, obwohl die angeblich auch mal mitgemacht haben). Einigen muss man zugutehalten, dass sie die maximale Form der Verweigerung innerhalb der Mitwirkung, nämlich die demonstrative Pflichtübung, praktiziert haben.
    Silly war meines Wissens öfter dabei, da wirkte wohl auch noch die Oktoberklub-Vergangenheit von Tamara Danz nach. Der einzige Fall von Totalverweigerung, der mir bekannt ist, war Jessica, was zu Schikanen (zeitversetzte Einberufungen der einzelnen Mitglieder zur NVA) und schlußendlich zur Auflösung dieser von mir sehr geschätzten Band geführt hat.

    Es hat in den 80er Jahren, besonders in der zweiten Hälfte, einen massiven Absturz in der Akzeptanz der "nationalen Rock- und Pop-Musik" (die offizielle Bezeichnung, längst nicht alles ist unter Rock zu verbuchen) gegeben. Es wird da gelegentlich ein Zusammenhang mit dem Auftauchen der "anderen Bands" konstruiert, aber das ist meiner Meinung nach falsch. Die "anderen Bands" hatten diese Bedeutung nicht. Man siehts doch hier im Forum, wo ja massenweise Ossis vertreten sind. DDR-Musik ist hier kaum ein Thema (außer wenn impi was sucht ), die "anderen Bands" schon gleich gar nicht. Es dreht sich alles nur um die westliche Musik dieser Zeit.
    Och, ich würde schon drüber diskutieren, zumal ich einer derjenigen bin, die der DDR-Musik bis zum Schluß treu geblieben sind. Allerdings sind hier wohl insgesamt zu wenig Ossis vertreten und der Bereich DDR-Musik wird in dafür spezialisierten Foren besser abgehandelt.

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