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Neue 80er-SAMPLER

Erstellt von bamalama, 17.05.2005, 18:22 Uhr · 1.251 Antworten · 300.148 Aufrufe

  1. #71
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    V.A. 4x4 four bands sixteen hits the 80s VIRGIN VTCD594 VERÖFFENTLICHUNG: 08.08.2005

    The Eighties revival continues with this excellent album containing four tracks from four of the greatest artists from the decade.

    Duran Duran, Spandau Ballet, Human League and Culture Club, a mouth-watering line-up that will keep any lover of the era of moon boots and dodgy perms happy.

    Re-live those school disco days in the company of some of the finest men in make-up ever to top the charts.

    Featuring classic cuts like ‘Rio’, ‘True’, ‘Don’t You Want Me’ and ‘Karma Chameleon’ this is a truly essential purchase.

    01. DURAN DURAN - rio
    02. DURAN DURAN - save a prayer
    03. DURAN DURAN - girls on film
    04. DURAN DURAN - hungry like the wolf
    05. SPANDAU BALLET - true
    06. SPANDAU BALLET - gold
    07. SPANDAU BALLET - to cut a long story short
    08. SPANDAU BALLET - communication
    09. HUMAN LEAGUE - don´t you want me
    10. HUMAN LEAGUE - love action
    11. HUMAN LEAGUE - mirror man
    12. HUMAN LEAGUE - human
    13. CULTURE CLUB - do you really want to hurt me
    14. CULTURE CLUB - karma chameleon
    15. CULTURE CLUB - church of the poison mind
    16. CULTURE CLUB - time (clock of the heart)


  2.  
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  3. #72
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    "SZ Diskothek" - "1982 - Ein Jahr und seine 20 Songs"
    Südeutsche Zeitung Verlag, 2005 - VÖ: 11.07.2005

    1982 war das Jahr von Neuer Deutscher Wende und Geistig-Moralischer Welle. Die sozialliberale Koalition tat ihre letzten Zuckungen, der von Anfang an chronisch unterschätzte Pfälzer Helmut Kohl (CDU) wurde am 01. Oktober mittels eines Konstruktiven Mißtrauensvotums zum Nachfolger von SPD-Bundeskanzler Schmidt gewählt. Die „Friedensbewegung“ trieb – nicht selten ausstaffiert mit Geld, Argumenten und Propagandamaterial durch die „DDR“- bzw. Sowjetführung - Hunderttausende Westdeutsche auf die Straße, die gegen Nachrüstung und Umweltzerstörung protestierten ohne zu merken, daß sie sich mit ihrem idealistisch verbrämten Tun zum ‚nützlichen Idioten’ des kommunistischen Regimes im Osten machten. Die bundesdeutsche Jugend spaltete sich - augenscheinlich unverbindbar - in linksalternative Ökos, Grüne, Müslis und Hippieepigonen, die vor allem mit einem allgegenwärtigen, schöngeistigen bis moralinsauren Besserwissertum auf sich aufmerksam machten, und provokativ-grell unpolitische, sich bis zum Exzeß an purer Lebensfreude und modischem Chic orientierte Blitz Kids, New Romantics und Popper auf. Unter dem Titel „Wehret den Latzhosen“ beschreibt in vorliegender Ausgabe „1982“ der CD/Buch-Reihe „SZ Diskothek – Ein Jahr und seine 20 Songs“ der ehemalige „SPEX“-Redakteur Ralf Niemczyk, auf der Basis von wehmütiger Melancholie einerseits und beißendem Spott andererseits, die häufig hanebüchenen, wichtigtuerischen Hahnenkämpfe zwischen politisch aktiven Linken und an Weltverbesserei vollkommen desinteressierten Wavern, Punks und Disco-Kids, deren scheinbar unvereinbare weltanschauliche Differenzen oft nur die Liebe (z.B. Punkjunge liebt Späthippiemädchen) zu überwinden vermochte.
    Zusätzlich zu Niemczyks so mitreißendem wie informativem Bericht über das Popjahr 1982 und einer mehrseitigen Photoserie mit zeitgeisttypischen Szenen und Motiven – z.B. die kreuzbrave, kaum 17jährige Schlagersängerin Nicole im nümpernen Spießerkleidchen bei ihrem Grand-Prix-Sieg im britischen Harrogate, gertenschlanke, fitneßsüchtige Aerobic-Miezen, gegen den NATO-Doppelbeschluß demonstrierende Öko-Omis, den äußerlich einem bunten, fiesen Punk verdächtig ähnlichen Kinderzimmerhelden „Pumuckl“ oder die ersten C64-Rechner mit ihren (für heutige Verhältnisse) überdimensionalen Riesenbildschirmen – beinhaltet auch vorliegende 82er-Ausgabe eine CD mit den – laut Redaktionsteam – wichtigsten, bedeutungsvollsten und richtungsweisendsten Popsongs des Jahres. Sehr subjektiv und beinahe ausschließlich am ohnehin exquisiten Geschmack von Kennern, Spezialisten und Eingeweihten des Popgeschehens orientiert, zeigt sich die – wohl gerade deshalb über weite Strecken so überaus spannend anzuhörende – Liederauswahl. An den kommerziellen Erfolg eines Songs zwischen Januar und Dezember 1982 dachte vermutlich keiner der beteiligten Journalisten, als er seinen spezifischen 82er-Song aussuchte, diesen zumeist von immensem Hintergrundwissen, starker emotionaler Verbindung zum beschriebenen Lied, oft aber auch von einem gewissen ironischen Abstand durchzogen, ausführlich kommentierte und auf diese Weise der Nachwelt detailliert erklärt.
    So finden wir auf der fast 80(!)minütigen Silberscheibe kein „Words“ (F.R. David), kein „Ebony & Ivory“ (Paul McCartney & Stevie Wonder); nicht einmal der mehr kunstvoll verschnickt, denn auf kommerzielle Verwertbarkeit ausgerichtete Synthiwalzer „Maid of Orleans“ von O.M.D., im Sommer 1982 immerhin drei Wochen lang auf der Spitzenposition der deutschen Charts, wurde berücksichtigt. Stattdessen hören wir durchwegs aufrüttelnde, manchmal skurrile und zum Glück nur selten deplaziert wirkende (was haben z.B. Willie Nelsons brüchig intonierte Gospel-Version des Elvis-Schmachters „Always on my mind“ oder die nigerianischen Ethnoklänge einer den meisten Hörern zuvor wohl vollkommen unbekannten Truppe namens „Orchestra Baobab“ explizit mit dem Jahr 1982 zu tun?) Geheimtips aus den verschiedensten Stilrichtungen der U-Musik, neben den damals herrschenden Zeitgeist prachtvoll und schrill ausdrückenden wie prägenden Popkleinoden.
    Während wir in Deutschland, je nach politischer Einstellung sorgenvoll oder erleichtert, auf die „geistig-moralische Wende“ warteten und uns in der Zwischenzeit von Frl. Menke auf die „Hohen Berge“ entführen ließen oder lautstark mit Markus „Ich will Spaß“ forderten, machte im Musikleben Großbritanniens genau das von sich Reden, wofür man die heißen Monate des Jahres 1982 später als „legendären Popsommer“ klassifizieren sollte. Nach dem Tod von Punk und dem langsamen Abebben der bierernsten, kühlen, intellektuell-verschrobenen New Wave, präsentierten sich plötzlich viele junge britische Bands sowohl von opulenten US-Schnulzen der 50er („Torch Songs“), als auch von weißem „Blue Eyed Soul“ der 60er Jahre beeinflußt, und kreierten aus Fragmenten beider Richtungen jene als „New Romantic“ in die Annalen eingegangene Stilistik, mit deren luftig-leicht perlenden Popklängen sie – trotz oft harscher sozialistischer Songtexte – die erwachende Yuppie-Generation, durchaus auch die vielgescholtenen „Young Conservatives“ auf Thatcher-Island, für sich gewannen. So kommen auf vorliegender CD nicht nur ABCs göttlicher Funk/Soul/Synthi-Verschnitt „Poison Arrow“, Soft Cells hinreißend überkandideltes Elektrochanson „What“ oder Heaven 17`s zu Unrecht als Liebesdrama mißverstandene Sozialstudie „Let me go“ zum Zuge, sondern auch Rares und Bizarres wie das sarkastisch-parodistische „I love a Man in a Uniform“ von der so radikal tanzbaren wie sozialistisch agitierenden Wave-Truppe „Gang of Four“, das melodramatische Post-Punk-Epos „The Fire of Love“ des viel zu früh dahingeschiedenen „Gun Club“ oder Wall of Voodoo’s knisternder Psychofolk-Kracher „Mexican Radio“. Von der anderen Seite des großen Teiches stammt z.B. die obercoole Disco/Soul/Funk-Melange „Inside out“ des nur wenige Jahre bestehenden, farbigen Trios "Odyssey", „The Lover in you“, der Schwanengesang der eigentlichen Hip-Hop-Begründer „Sugarhill Gang“, der wehende, swingende, zutiefst feudal anmutende Großstadtfunk „Risin’ to the Top“ von Keni Burke (einem der würdigsten Vertreter der elektrisierenden 82er-Discoszene) oder „The Message“, jenes Meisterwerk der US-Rapper um „Grandmaster Flash & the Furious Five“, das die zunächst fröhlich-spaßigen Textinhalte der beginnenden Hip-Hop-Ära verdrängte und künftige Rap-Songs für bissige Sozialkritik und ungeschönte Beschreibungen des ‚anderen Amerika’ zwischen Ghettosubkultur, Kriminalität, Drogensucht und sozialer Ungerechtigkeit öffnete.
    Die 1982 bereits an ihrem kreativen Zenit angelangte Neue Deutsche Welle – die Plattenindustrie hatte die rührigen Erfinder der deutschen New Wave für sich entdeckt, eingespannt und damit dem womöglich interessantesten einheimischen Popphänomen der Nachkriegszeit zu früh seine künstlerische Berechtigung entzogen und es durch übertriebene Promotion und Vermarktung zu Tode kommerzialisiert – taucht auf „1982 – ein Jahr und seine 20 Songs“ kaum auf. Obwohl auch die marktkompatiblere NDW jenen Jahres neben schnellvergänglichem Schrott eine Menge qualitativ hochwertiger Exponate hervorzauberte – man denke nur an den genialischen Dadaismus von „Trio“, die phantastischen Wortspielereien von „Foyer des Arts“, die selbstverliebte Unzufriedenheit eines Joachim Witt oder den treffenden Anti-Zeitgeist-Sarkasmus von „Extrabreit“ – schafften nur DAF’s umstrittener und vieldiskutierter Untergrund-Evergreen „Kebabträume“ (zuvor von den Düsseldorfer New-Wave-Begründern „Mittagspause“ und deren legitimierten Nachfolgern „Fehlfarben“ unter dem Titel „Militürk“ zum Szenehit gemacht) und „Reisefieber“, eine der ersten Aufnahmen der später so erfolgreichen Punkheroen „Die Toten Hosen“, als einzige teutonische Produktionen des Jahres den Weg auf die davon abgesehen mit viel Herz und Liebe zusammengestellte CD.
    Wer 1982 dabei war – sei es als Abiturient und Spaßpunk, wie Hauptautor Ralf Niemczyk, oder als unansehnlicher Strebertyp, der soeben unter Umgehung der sechsten Klasse von der fünften in die siebte Klassenstufe gesprungen war, wie der Verfasser dieser Rezension –, wer sich 1982 politisch-weltanschaulich positioniert hatte (wie der Rezensent seinerzeit als frühkindlicher Vertreter des konservativen Phantoms namens „Wende-Jugend“), wer noch die beschwingt-aufmunternden Sektkelchpopklänge von ABC, Haircut 100, The Style Council, Depeche Mode, Spandau Ballet, Heaven 17 oder Orange Juice im Ohr hat, für den bietet „1982 – Ein Jahr und seine 20 Songs“ einen mehr als nur lohnenswerten Grund, sich endlich einmal wieder auf mentale Zeitreise in Richtung 23 Jahre vor dem „Heute“ zu begeben. Nachgeborenen oder musik- wie zeitgeschichtlich weniger bewanderten Mitmenschen könnten Songauswahl, Aufmachung und Inhalt vorliegender Ausgabe jedoch etwas zu exaltiert, detailverliebt oder gar elitär-hochgestochen erscheinen. Doch durch den hohen Informationsgehalt der stets anspruchsvoll formulierten Texte des 80seitigen Büchleins, erfährt sogar der beinharte Musikkenner und überzeugte 80er-Freak noch viel Neues über den auf den ersten Blick gar nicht so eindeutig ersichtlichen Zusammenhang von Pop und Zeitgeist im Jahr von Neuer Welle und Neuer Wende!

    Süddeutsche Zeitung GmbH, München, 2005
    ISBN: 3-86615-.056-3

    (Text: H. Stürenburg, 2005)

  4. #73
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    "SZ Diskothek" - "1989 - Ein Jahr und seine 20 Songs"
    Süddeutsche Zeitung GmbH, 2005 - VÖ: 11.07.2005

    Trotz aller Freude über den Fall der Berliner Mauer und den Zusammenbruch der kommunistischen Diktaturen in Osteuropa, zeigte sich 1989 als ein eher träges, dahinplätscherndes Jahr. Jene zwölf Monate, zu denen die neueste Ausgabe der SZ-Anthologie „Ein Jahr und seine 20 Songs“ ausführlich Stellung bezieht, waren längst nicht mehr 80er, aber natürlich auch bei weitem noch nicht 90er, selbst wenn, besonders im musikalischen Bereich, einige der bedeutsamsten Trends der auf die 80er folgenden Dekade gerade 1989 – wenn auch noch meilenweit von Mainstream, Charts und Massenbegeisterung entfernt – ihre ersten Schritte taten. Unter dem Titel „Das große Wendemanöver“ schildert SZ-Redakteur Andrian Kreye gekonnt, wie sich die Popmusik 1989, nach einigen ruhigen Jahren ohne besondere Vorkommnisse, Neuerungen und Entwicklungen, langsam aber sicher auf die 90er Jahre vorbereitete.
    Der musikalische Zeitgeist der 80er Jahre – warm, melodisch, romantisch, lebensfreudig, spaßorientiert, eben „pure Pop“ auf der einen bzw. kritisch, nachdenklich, betroffen bis jammernd, gar weltschmerzend, vulgo stets engagiert und auf „Message“ bedacht auf der anderen Seite – hatte sich inzwischen verflüchtigt. Die erfolgreichsten Bands der Vorjahre spielten nur noch in der zweiten Liga (z.B. Duran Duran, ABC), lieferten ihre (oft unglücklichen) Schwanengesänge ab (z.B. Spandau Ballet, Cock Robin), opferten früheres Niveau der Markttauglichkeit ihrer Produktionen (Level 42, Jimmy Somerville) oder hatten sich gar schon getrennt (Ultravox, A Flock of Seagulls, The Style Council) – das (nicht nur musikalische) Lebensgefühl der 80er Jahre hatte 1989 längst ausgedient. Die offiziellen Hitparaden des Jahres befanden sich fast vollständig in der Hand von Hasardeuren und talentfreien Nieten. „Baywatch“-Hübschling David Hasselhoff schmetterte als eine Art amerikanischer Tony Marshall den stupiden Bierzeltstampfer „Looking for Freedom“, ein gesichtsloses Projekt namens „Jive Bunny & the Mastermixers“ verhackstückte selige Rock’n’Roll-Standards, liebgewonnene Oldies und historische Swingevergreens zu grauslich anzuhörenden Medleys, unterlegt mit monotonem Discobums, die farbigen Milchgesichter von „Milli Vanilli“ öffneten ihre schnieken Münder zu einschläferndem Schlagerfunk a’la „Girl, you know it’s true“, die Massen der Teenies tanzten einen Sommer lang gemeinsam mit der brasilianischen Formation „Kaoma“ den unsäglichen „Lambada“-Tanz. Von derlei konturlosem Schwachsinn hören wir jedoch gottlob nichts auf der vorliegendem Büchlein „1989 – Ein Jahr und seine 20 Songs“ beigefügten CD. Doch auch das mainstreamferne Programm, das die zuständigen SZ-Redakteure als erinnerungswürdigste Klänge des Mauerfall-Jahres ausgerufen und für die prallgefüllte, über 78minütige Silberscheibe zusammengestellt haben, glänzt nicht gerade durch Harmonie, Melodie und Schönklang. Während New Wave, New Romantic, Synthipop und andere zeittypische Stilistiken der 80er Jahre ausgedient hatten und weder in den Charts, noch in Spezialistenkreisen ihre bisherige Bedeutung aufrechterhalten konnten, präsentierte sich das Jahr 1989 nicht selten als Geburtsstätte verschiedener brandneuer, zuvor ungehörter Soundspielereien, die größtenteils in den 90er Jahren zu großen Höhenflügen ansetzen sollten. Einigen – nicht allen - dieser ersten Anfänge künftig sehr begehrter Stilrichtungen wird auf vorliegender CD ausgiebig gehuldigt
    So beschreibt Autor Kreye, der zur Dekadenwende 80er/90er als Korrespondent des Zeitgeistmagazins „Tempo“ in den USA verweilte, wie er dort eine der ersten großen Tourneen der „New Kids on the Block“ durch die amerikanischen Stadien begleitete und somit die Begründung des Boygroupwahns der 90er letztendlich hautnah miterleben konnte. Auch der „Alternative Rock“, aus dem sich später Seattle Sound und Grunge entwickeln sollten, wurde 1989 durch Bands wie R.E.M. oder die Pixies (auf der CD vertreten mit dem eher unsympathisch wirkenden Gitarreninferno „Debaser“) breiteren Schichten ein Begriff. Introvertierte Musiker wie R.E.M.-Frontmann Michael Stipe zelebrierten ihre eigenen Mißstimmungen und Depressionen „live“ auf der Bühne und öffneten auf diese Weise persönlich unglücklichen ‚Angry Young Men’ der Sorte Nirvana oder Pearl Jam Tür und Tor zu den ebenso niedergeschlagenen Jugendlichen im Zeitalter der weltweiten Rezession und beginnenden Globalisierung. Als weiteres – schier schauerliches - Beispiel des neuen Gitarrenrock darf auf der CD die Zermetzelung des einst so romantischen Cure-Klassikers „Just like Heaven“, zermalmt von der US-Band „Dinosaur jr.“, herhalten.
    Auf der britischen Insel trat 1989 ebenfalls bislang ungekannte, aber gitarrenlastige Musik ihren Siegeszug an. In den grauen Arbeiterhochburgen von Manchester gründeten junge, perspektivlose Loser, größtenteils unter immensem Drogeneinfluß, frische Bands wie die „Stone Roses“, die „Soup Dragons“ oder die „Happy Mondays“. Krachende Gitarrenriffs wurden hier mit nervösen, elektronischen Dance-Beats unterlegt – die Rave-Bewegung (die hierzulande 1990/91 mit Hitparadenstürmern a’la „Unbelievable“ (EMF) oder „All together now“ (The Farm) ihren Höhepunkt feierte) war geboren; Altvordere wie z.B. New Order paßten sich dieser Strömung an und feierten so auf ihre alten Tage noch ein paar Clubhits im neuen Klanggewand. Das bestenfalls als avantgardistisch, realistischer und zutreffender jedoch eher als wirr und ungeordnet zu bezeichnende „Weihnachtslied“ „Halleluja“ der scheinbar fortdauernd unter Drogen stehenden „Happy Mondays“ findet sich als tönender Zeitzeuge des (1992/93 bereits wieder verhallten) Rave-Hypes auf vorliegender CD.
    In den USA wurde Hip Hop immer beliebter. Talentierte schwarze Bands wie „De la Soul“ gewannen an der Ostküste mit spektakulären Tanz-Dramen a’la „Me, Myself and I“ die Herzen der weißen Mittel- und Oberschichtjugend, während im Westen der USA, z.B. in Los Angeles, der zutiefst umstrittene „Gangsta Rap“ seine Urstände feierte. Neben einem (im Buch abgedruckten) sehr bezeichnenden Interview mit der aus der kriminellen Ghettoszene hervorgegangenen Rap-Truppe „N.W.A.“ (= „Niggers with Attitude“), in dem fast 40mal das proletarische Fluchwort „Motherfucker“ vorkommt, wird auf der dazugehörigen CD mit dem Untergrund-Hit „Gangsta Gangsta“ (dessen Text letztendlich nur aus den Worten „Fuck“, „Bitch“ und „Nigger“ besteht) den oft nicht zu Unrecht von Polizei und FBI behelligten drei Rap-Dunkelmännern gedacht.
    In Europa und den USA spielte 1989 radikal Tanzbares, Musik, die zu 80, 90 Prozent ausschließlich aus Rhythmus besteht, allgemein eine immer größere Rolle. Ob Deephouse (Adeva - „I thank you“), kühler Funk mit R’n’B-Einsprengseln (Neneh Cherry - „Manchild“) oder poppig-soulige Hitparadenmucke mit Blueseinschlag (Fine Young Cannibals – „I’m not the Man I used to be“) – Melodie und Harmonik verloren Ende der 80er in der Popmusik immer mehr an Bedeutung, harte, aufpeitschende, meist elektronisch fabrizierte Rhythmen gewannen bei den meisten Tanzflächenfüllern der Dekadenwende eindeutig die Oberhand.
    Darüber hinaus gibt es auf der „1989er“-Silberscheibe obskure Voodooklänge der hochgelobten „Neville Brothers“ („Yellow Moon“), brachialen Prae-Britpop der dem konventionellen Plattenfreund jener Tage kaum bekanntgewordenen Gitarrenkapelle „The Pastels“ („Anne Boylen“), schräge Skurrilitäten von US-Avantgardistin Laurie Anderson („Strange Angels“) oder dem Schweizer Ex-Grauzone-Frontmann und späteren Synthichansonnier Stephan Eicher („Rien a Voir“), weiblichen Rap von Queen Latifah („Ladies First“) oder Nachwuchs-Reggae von Bob-Marley-Sohnemann Ziggy und seinen „Melody Makers“ („One Bright Day“) zu hören: Auf den überzeugten 80er-Fan häufig mehr als nur fremdartig wirkende Klangmachenschaften, die bei näherer Begutachtung eine größtenteils unsympathische, hoffnungslose, dekadente bis destruktive Stimmung verbreiten.
    Aus dem deutschen Popgeschehen des Jahres 1989 kramten die Redakteure wiederum nur zwei Themen hervor: Zum einen den (bis heute sträflich unterschätzten) Schlagerpunk-Anarcho King Rocko Schamoni, der 1989 als Vorbotin auf sein – bis heute genialisch anmutendes – LP-Debüt bei einer Major-Firma, „Jeans & Elektronik“, die leicht südamerikanisch abgehauchte Single „5ex, Musik & Prügeleien“ veröffentlichte und mit seinen frechen, lyrisch zumeist sympathisch-verworrenen Gesängen zwischen Punk, Pop und Schlager die Nachfolge der 1988 aufgelösten Teeniepunker „Die Ärzte“ antreten sollte (was aber letztendlich mißlang), und zum anderen die Münchener Avantgardekommune „F.S.K.“ (für „Freiwillige Selbstkontrolle“), die - bestehend aus einem Schriftsteller, einer Künstlerin, einem Kurator und einem Photographen - mit dem amüsanten Fast-Schlager-Verschnitt „“M“ wie München“ die über weite Strecken disharmonische Silberscheibe durchaus annehmbar ausklingen läßt.
    1989 war „Pop“ in seiner herkömmlichen Ausführung bzw. Auffassung mausetot. Die auf vorliegender CD vernehmbare Mixtur aus Lautstärke, klanglicher Subversion, exzessiver Rhythmusbetonung und nihilistischen, negativen bis gewaltverherrlichenden Texten deutete 1989 unverrückbar an, daß auf den konventionellen Popfreund mit Sinn und Geschmack fürs Schöne, Liebliche, Positive und Harmonische in den 90er Jahren nicht allzu viel Erquickliches und Erfreuliches zukommen sollte!

    Süddeutsche Zeitung GmbH, München, 2005
    ISBN: 3-86615-058-X

    (Text: H. Stürenburg, 2005)

  5. #74
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    V.A. - disco fox party classics 2 CD ZYX ZYX 81740-2 VERÖFFENTLICHUNG: 08.08.2005

    Disco Fox Party Classics bringt die großen Klassiker an den Start. Diese Compilation darf in keinem Tanzlokal der Republik fehlen. Erinnerungen an die 70er, 80er und 90er Jahre werden dank Earth & Fire, Erasure, Harpo, Sandra, Gazebo, Ryan Paris, Bad Boys Blue u.v.a. wieder wach. Die Freunde des gepflegten Disco Fox kommen hier voll auf ihre Kosten.

    CD 1:

    01. HARPO - moviestar
    02. NICK STRAKER BAND - a walk in the park
    03. EARTH & FIRE - weekend
    04. ERASURE - sometimes
    05. BAD BOYS BLUE - you´re a woman
    06. DESIRELESS - voyage voyage
    07. RYAN PARIS - dolce vita
    08. DANIEL BOONE - beautiful sunday
    09. SUNRISE - call on me
    10. WHIGFIELD - saturday night
    11. CAUGHT IN THE ACT - don´t walk away
    12. PETER KENT - it´s a real good feeling
    13. OTTAWAN - d.i.s.c.o.
    14. GIBSON BROTHERS - que sera mi vida
    15. TWO 4 YOU - i´ll be in your arms
    16. CHYP-NOTIC - i can´t get enough
    17. HADDAWAY - what is love
    18. GIGI D´AGOSTINO - la passion
    19. GAZEBO - i like chopin
    20. F.R. DAVID - words

    CD 2:

    01. IRENE CARA - flashdance... what a feeling
    02. SANDRA - maria magdalena
    03. VALERIE DORE - the night
    04. KATE RYAN - desenchantee
    05. STEPHANIE - irresistible
    06. ANN LEE - 2 times
    07. EDDIE HUNTINGTON - u.s.s.r.
    08. DOUBLE YOU - please don´t go
    09. DOLLAR - oh l´amour
    10. THE SHORTS - comment ca va
    11. TONY CHRISTIE & ALBERT WEST - is this the way to amarillo
    12. SPARGO - you and me
    13. BUCKS FIZZ - making your mind up
    14. FRANCESCO NAPOLI - stella
    15. THE WINNERS - go for gold
    16. C.C. CATCH - shake your head 2003
    17. ET CETERA feat. KINCADE - dreams are ten a penny
    18. TOM JONES - da ya think i´m 5exy
    19. IN-GRID - shock
    20. AMBER - love one another


  6. #75
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    "Austro Pop Show - Ans" (2 CD), SONYBMG, VÖ: 08.08.2005
    "Austro Pop Show - Via" (2 CD), SONYBMG, VÖ: 08.08.2005
    "Austro Pop Show - Fünf" (2 CD), SONYBMG, VÖ: 08.08.2005

    Ähnlich, wie hierzulande in jüngster Zeit „Best-of-Shows“ a’la „Die Hit-Giganten“, „50 Jahre Rock’n’Roll“ oder – ganz aktuell, vor wenigen Tagen vom NDR ausgestrahlt – „Die größten Popsongs des Nordens“ die bekanntesten Hits einer Ära, einer Stilrichtung oder einer örtlichen Herkunft zwecks Bewertung durch den gewillten Zuschauer vorstellten, warteten im vergangenen Herbst auch unsere österreichischen Nachbarn mit einer solchen, in diesem Falle speziell auf heimatliche Klänge ausgerichteten Allzeit-Hitparade auf. Moderiert von der nicht so ganz ins Metier passenden Talkshow-Pornomaus Arabella Kiesbauer, stimmten im Zuge dieser, „Austro Pop Show“ betitelten Sendung im November 2004 Hunderttausende Österreicher via Telephon, SMS oder Internet über den beliebtesten österreichischen Popsong ab und wählten Rainhard Fendrichs sacht patriotische Hymne „I am from Austria“ erwartungsgemäß auf den ersten Rang, gefolgt von Akkordeon-Anarcho Hubert von Goisern („Heast es net“) und dem 1998 tödlich verunglückten Wiener Kosmopoliten Falco und dessen legendärer Mozart-Hommage „Rock me, Amadeus“. Das Buch zur Show stammte von Mundart-Dichter und Popkabarettist Josie Prokopetz (v.a. bekanntgeworden als Mitstreiter von „D.Ö.F.“, jenem Neue-Deutsche-Welle-Projekt, das mit dem flotten Popschlager „Codo... düse, düse im Sauseschritt“ im Sommer 1983 wochenlang Platz Eins der deutschen Hitlisten belegte); für die visuelle Umsetzung des Happenings zeichnete Video-Regisseur und Filmemacher Rudi Dolezal (aka „DoRo“) verantwortlich, der in den letzten beiden Dezennien die besten und künstlerisch wertvollsten Musikclips für Falco, Wolfgang Ambros, Peter Maffay, Queen, Michael Jackson, die Rolling Stones und andere nationale wie internationale Popgrößen produzierte.
    Als Ergänzung zu der im Anschluß an ihre Ausstrahlung lebhaft diskutierten „Austro Pop Show“, erschienen in Österreich bislang sechs prallgefüllte Doppel-CDs mit jeweils 40 einheimischen Klassikern, Raritäten, Evergreens und Skurrilitäten aus den 70ern, 80ern, 90ern und den aktuellen Charts, die mehrheitlich gut und gerne zu beweisen in der Lage sind, daß die oft totgesagte und abgeschriebene Popmusik Made in Austria auch 2005 noch so farbenfroh, vielseitig, -fältig und erfolgreich erstrahlt, wie nahezu durchgehend seit ihren leisen, heimlichen Anfängen 1973/74, als Marianne Mendt ihr augenzwinkerndes Soulchanson von der „Glock’n“ schmetterte oder Wolfgang Ambros zu düsteren Gitarrenklängen Sterben und Beisetzung von „Da Hofa“ morbid-melancholisch zelebrierte. Am 8. August diesen Jahres kommen drei der sechs Hitsampler über SONY-BMG, München, endlich auch in der Bundesrepublik auf den Markt. Genauer gesagt: die Folgen „Austro Pop Show Ans“ (= 1), „Via“ (= 4) und „Fünf“. Dies bedeutet, daß der in Deutschland weiterhin in großer Anzahl anzutreffende Liebhaber österreichischer Popklänge, für den Fall, daß er sich alle drei Doppel-CDs in ihrer Gesamtheit zulegt, in Bälde ganze sechzig überwiegend höchstamüsante, von nur ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, durchweg mit Freude und Genuß anzuhörende klingende Exponate aus dem „Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker und Land der Dome“ (Auszug aus der 1947 geschriebenen Österreichischen Nationalhymne) sein Eigen nennen kann.
    Während die zwischen 1999 und 2001 von Polydor/UNIVERSAL in unregelmäßigen Zeitabständen zusammengestellte und veröffentlichte, insgesamt sechsteilige Kollektion „Austro-Pop“ bei der Songauswahl hauptsächlich auf die ganz Großen der Wiener Szene – Fendrich, Danzer, Ambros, Falco etc. – setzte, stellten die Verantwortlichen von BMG Ariola Austria auf vorliegenden drei Doppelalben einer guten Portion allseits bekannter Gassenhauer eine Vielzahl rarer, langverschollener, oft für deutsche Ohren durchaus gewöhnungsdürftiger, aber stets sympathisch und ansprechend ertönender Geheimtips gegenüber. So hören wir auf „Austro Pop Show – Ans“ nicht nur Allgemeingut des österreichischen Pop von Peter Cornelius („Segel im Wind“), Falco („Rock me Amadeus“), D.Ö.F. („Codo“) oder der Ersten Allgemeinen Verunsicherung („Ba Ba Banküberfall“), sondern darüber hinaus obskure Kabarettschmankerln von der undogmatischen Politrocktruppe „Misthaufen“ („Schabernack“), dem Urwiener Schauspieler und Chansonnier Kurt Sowinetz („Alle Menschen san ma zwider“ – übrigens zur Melodie von Beethovens „Ode an die Freude“!) oder dem berufsbetroffenen „Multimediakünstler“ Andre’ Heller („Wie mei Herzschlag“). Dazu: NDW-beeinflußte Pop/Rock-Klänge von „Mini5ex“ („Rudi, gib acht“), Elektronikexperte Klaus Prünster („Wunderwelt“) Austro-Waver Hansi Lang („Keine Angst“), „Rock-Urvieh“ Wilfried („Highdelbeeren“) oder den Synthirockern von „Tom Pettings Herzattacken“ („Bis zum Himalaja“). Mit feschen Popsounds in englischer Sprache versuchten sich in den 70ern das zeitweilig auch hierzulande sehr angesehene Schlagerduo „Waterloo & Robinson“ („Hollywood“), in den 80ern der Ex-Lehrer „Bilgeri“ („Video Life“) oder die Steirer Kunstrocker „Opus“ („Flying High“) und in den 90ern die melodieorientierten Gitarrenpopper mit den engelsgleichen Stimmen, „Papermoon“ („Tell me a Poem“). Aus der Jetztzeit fanden Songlady Christina Stürmer („Mama Ana Ahabak“), die deftigen Volksrocker „Ausseer Hardbradler“ („Hoamweh nach B.A.“) und die unumgänglichen „Starmaniacs“, die alpenländische Antwort auf unsere unglückseligen RTL-„Superstars“, mit ihrem augenscheinlich kalkuliert und künstlich wirkenden Chartstürmer „Tomorrow’s Heroes“, den Weg auf Folge „Ans“ der CD-Serie „Austro Pop Show“. Klassischer Rock und Blues in Wienerischem Slang, vorgetragen von z.B. Willi Resetarits alias „Ostbahn-Kurti“ („Feuer“), Sigi Maron („Geh no net furt“) oder Stefanie Werger („Stoak wie a Felsen“), findet sich genauso auf genannter Doppel-CD wie schlagerhafter Rockpop aus den 80ern (Josie Prokopetz – „Na guat, dann ned“, Boris Bukowski – „Trag meine Liebe wir einen Mantel“, Alexander Goebel – „Der nackte Wahnsinn“, Carl Peyer – „Romeo und Julia“ oder Werner Zauner – „Eine Grille auf der Brille“). Fazit: Bereits die erste Ausgabe von „Austro Pop Show“ läßt für den austrophilen Freund fetziger, mitreißender Popklänge mit zwar nicht selten bizarren, aber zumeist gleichzeitig so liebevollen Dialekttexten kaum Wünsche offen, zumal natürlich auch die sprichwörtlichen Wiener Kleinkünstler mit ihrem dunkel-morbiden Charme (Ludwig Hirsch – „Die Omama“) oder die im gesamten deutschen Sprachraum sehr begehrten urigen Folkrocker (STS - “Großvater“ bzw. Hubert von Goisern – „Koa Hiatamadl“) selbstverständlich nicht unbeachtet blieben!
    Auch „Austro Pop Show – Via“ setzt auf eine fulminante Mischung aus beliebten Ohrwürmern und aufregenden Spezialistentips, die gerade in unseren Breitengraden bislang kaum bis gar nicht auf CD erhältlich waren. Über Rainhard Fendrich („Macho, Macho“, „Engel“), Wolfgang Ambros („Schifoan“, „Du bist wia die Wintasun“) Falco („Jeanny“, „Junge Roemer“) oder Georg Danzer („Ruaf mi ned an“, „Der Tschick“) muß man vermutlich kaum noch Worte verlieren; sie und ihre hier versammelten Hits dürften auch den meisten bundesdeutschen Popfans ein fester Begriff sein. Als besonderer Kaufanreiz erweisen sich daher auch auf Folge „Via“ wiederum in erster Linie die obskuren Nummern, die nördlich der Alpen aufgrund ihres typisch österreichischen Lokalkolorits so gut wie nie die Radioprogramme bevölkern oder gar die offiziellen Hitlisten einnehmen konnten. So beispielsweise das überkandidelte Country-Couplet „Sie hab’n a Haus baut“, musikalisch irgendwo zwischen Truck Stop und Konstantin Wecker eingesungen von Kunstmaler Arik Brauer, der flotte Funk-Popper „Müllers Büro“, die spritzige Filmmusik zu gleichnamigem Yuppie-Kultstreifen aus dem Jahr 1985, der geradlinige Ohrwurm „Still remember Yvonne“, ein US-amerikanisch anmutender Radiorocker von Andy Baum oder die kesse Hardrock-/Bluesrockversion von Paul Ankas Schmachtfetzen „Lonely Boy“, in parodistisch überzeichneter Weinerlichkeit vorgejammert von einem mysteriösen Herrn namens „Johann K.“, hinter dem sich niemand geringeres als der Wiener Fußballstar Hans Krankl verbarg. Der coole Ostbahn-Kurti besingt das hoffnungslose Leben in der „Stadt aus Stan“, die „Ausseer Hardbradler“ bekennen zu locker-legeren Reggaerhythmen „Tanz’t tat i gern“, Ex-Burg-Schauspieler Ludwig Hirsch beschwört seinen „großen, schwarzen Vogel“, die „österreichischen Purple Schulz“ von „Mini5ex“ hymnisieren den „kleinen Spion“, Austro-Bluesrocker Sigi Maron covert Bryan Adams’ „Cuts like a Knife“ als „Eiskoit und steif“, Hubert von Goisern huldigt, gemeinsam mit seinen „Alpinkatzen“, auf der Basis von Ray Charles’ Soulevergreen „Georgia on my mind“ seiner Kärntner Heimat „Goisern“. Größtenteils ungenießbar sind und bleiben jedoch die unvermeidlichen Beiträge aus dem neuen Jahrtausend, die allerdings zumeist mit herkömmlichem Austropop der alten Schule nur noch ihre Entstehungsheimat gemein haben. Abschreckendste Beispiele: der dröge, längst ausgelutschte „Anton aus Tirol“ oder das simple Dancefloor-Projekt „Unique II“ mit seiner schrecklichen Verhunzung des ansonsten so nett und belanglos vor sich hin plätschernden 80er-Pophits „Break my Stride“ (im Original von Matthew Wilder). „Austro Pop Show – Via“ bietet also, ebenso wie Folge „Ans“, ein nur durch wenige aktuelle Billigklänge getrübtes Hörvergnügen und lädt ein zu einer grandiosen, über 75minütigen Reise durch die bunte Welt der unnachahmlichen österreichischen Popmusik.
    In allererster Linie auf Rares setzt „Austro Pop Show – Folge Fünf“. Hier finden sich z.B. Arik Brauers schaurig-schönes Verliererchanson „Rostiger, die Feuerwehr kommt“, das Andre’ Heller’sche Dylan-Cover „Für immer jung“, diesmal intoniert von Steinbäcker, Timischl & Schiffkowitz, kurz STS, Heli Deinboeks genialische Beabreitung von Randy Newman bluesigem 5exepos „You can leave your Hat on“ als „Laß den Hut auf“ oder „Aspirin“, Johann K.’s eingeösterreicherte Version des J.J.Cale-Klassikers „Cocaine“. „Kottans Kapelle“, das parodistische Bandprojekt zur kultigen 80er-TV-Krimiserie „Kottan ermittelt“ mit Lukas Resetarits in der Hauptrolle, glänzt mit „Freitag“, einer typisch Wienerischen Auslegung des Easybeats-Oldies „Friday on my mind“, Ambros & Danzer genießen das Leben bei „A Gulasch und a Seidl Bier“, Waterloo & Robinson blamieren sich köstlich bei ihrer deutschgetexteten Fassung von Boney M.’s banaler Discopampe „Brown Girl in the Ring“, die „Ausseer Hardbradler“ lassen den E.A.V.-Kultsong „Go, Karli, Go“ als „Go Charlie Go“ (1984) im relaxten Reggaegewand eingedenk eines Peter Tosh neu aufleben, während sich Rainhard Fendrich der Ballade „Wie wird des weitergehen?“ seines Austria-3-Kollegen Wolfgang Ambros annimmt. Dies bedeutet: die wildesten Raritäten en Masse, umrahmt durch allbekannten Stoff von z.B. Falco („Nie mehr Schule“), Ludwig Hirsch („Gel’, Du mogst mi?“), STS („Irgendwann bleib I dann dort“), Drahdiwaberl feat Falco („Ganz Wien“), E.A.V. („An der Copacabana“) oder Peter Cornelius („Streicheleinheiten“).
    In Anbetracht so vieler schicker Songs ist es eigentlich unmöglich, aus vorliegenden drei CD-Sets dasjenige herauszusuchen, das am gelungensten geraten ist. Letztendlich sind alle drei Doppelalben Pflichtprogramm für jeden an österreichischer Populärmusik interessierten Fan. Sie bieten eine ausgewogene Mischung aus Bekanntem und Gesuchtem, Lieblichem und Widerspenstigem, Fröhlichem und Düsterem. Die drei in Deutschland erscheinenden Ausgaben der Reihe „Austro Pop Show“ beinhalten eine überdurchschnittliche Werkschau aus rund 40 Jahren Popmusik aus Österreich. Und wenn eines schönen Tages zusätzlich die restlichen drei Doppel-CDs auch in unseren Breitengraden veröffentlicht werden, dürfte sich der Besitzer der dann vollständigen CD-Serie durchaus ohne Übertreibung zum Austropopexperten per Excellance ausrufen können!

    (Text: H. Stürenburg, 08/05)

  7. #76
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    V.A. in the beginning...: classic hip hop joints METRO METRCD167 VERÖFFENTLICHUNG: 08.08.2005

    01. The Sugarhill Gang - Rapper's Delight
    02. Funky Four Plus One - That's The Joint
    03. Kool Moe Dee - Do You Know What Time It Is?
    04. The Sugarhill Gang meets The Sequence - Rapper's Reprise (Jam-Jam)
    05. Grandmaster Flash & The Furious Five - The Message
    06. Melle Mel & Duke Bootee - Message II (Survival)
    07. The Crash Crew - We Are Known As Emcees
    08. Spoonie G - Spoonie Is Back
    09. The Crash Crew - Scratching
    10. The Treacherous Three with Philippe Wynne - Whip It


  8. #77
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    bamalama postete
    V.A. in the beginning...: classic hip hop joints METRO METRCD167 VERÖFFENTLICHUNG: 08.08.2005

    01. The Sugarhill Gang - Rapper's Delight
    02. Funky Four Plus One - That's The Joint
    03. Kool Moe Dee - Do You Know What Time It Is?
    04. The Sugarhill Gang meets The Sequence - Rapper's Reprise (Jam-Jam)
    05. Grandmaster Flash & The Furious Five - The Message
    06. Melle Mel & Duke Bootee - Message II (Survival)
    07. The Crash Crew - We Are Known As Emcees
    08. Spoonie G - Spoonie Is Back
    09. The Crash Crew - Scratching
    10. The Treacherous Three with Philippe Wynne - Whip It

    Bei zehn Titeln könnnte man glatt davon ausgehen, daß es sich um Maxi Versionen handelt.

  9. #78
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    V.A. - i love zyx volume 1 ZYX ZYX 55436-2 VERÖFFENTLICHUNG: 29.08.2005

    Wieder einmal hat ZYX das Archiv gewälzt und rare Italomaxis ans Tageslicht geholt, um sie unter dem traditionellen, einst für die Maxicover verwendeten Slogan „I Love ZYX“ der Nachwelt zu erhalten . Neben allseits bekannten Klassikern wie Max Him´s „Japanese Girls“ finden sich auch in der Italogemeinde äußerst gefragte Stücke - zum großen Teil aus der ersten Generation um 1984/85 - von Fake („Frogs In Spain“), Roy („Destiny Time“) oder Dario Diviacchi („Waiting For Heaven“).

    01. BRANDO - Rainy Day
    02. KOTO - Koto Mix
    03. DEN HARROW - To Meet Me
    04. MAX HIM - Japanese Girl
    05. FRED VENTURA - One Day
    06. TIME - Baby For Love
    07. CYBER PEOPLE - Doctor Faustu´s
    08. ROY - Destiny Time
    09. PLASTIC MODE - Mi Amor
    10. FAKE - Frogs In Spain
    11. BRIAN ICE - Over Again
    12. SWAN - General Custer
    13. ANTHONY - Africa
    14. DARIO DIVIACCHI - Waiting For Heaven


  10. #79
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    V.A. - casey kasem presents: america´s top 10 - 1980s rock´s greatest hits TOP SAIL PRODUCTIONS / WEA 71903 VERÖFFENTLICHUNG: 30.08.2005

    01. QUIET RIOT - cum on feel the noize
    02. WHITE LION - wait
    03. SKID ROW - 18 and life
    04. FOREIGNER - i want to know what love is
    05. BRYAN ADAMS - run to you
    06. J. GEILS BAND - centerfold
    07. NIGHT RANGER - sister christian
    08. WHITESNAKE - here i go again
    09. YES - owner of a lonely heart
    10. WARRANT - heaven
    11. GRATEFUL DEAD - touch of grey
    12. R..E.O. SPEEDWAGON - keep on loving you
    13. GENESIS - tonight, tonight, tonight
    14. PAT BENATAR - hit me with your best shot
    15. POISON - every rose has it´s thorn
    16. GEORGIA SATELLITES - keep your hands to yourself
    17. TH KINKS - come dancing
    18. PHIL COLLINS - sussudio
    19. BOSTON - amanda
    20. THE CARS - shake it up


  11. #80
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    O.S.T. - the business EMI 3386012 VERÖFFENTLICHUNG: 29.08.2005

    'The Business' is the latest Brit-Gangster movie, set in 1980s Costa Del Crime. Directed by Nick Love, and starring Danny Dyer, Frankie escapes a grim life in Peckham to Malaga where he's introduced to the world of drugs, women and guns.

    In keeping with the period of the film, the soundtrack is simply one of the best collections of Eighties classics brought together on one collection.

    01. DURAN DURAN - planet earth
    02. FRANKIE GOES TO HOLLYWOOD - welcome to the pleasuredome
    03. MARY JANE GIRLS - all night long
    04. THE CULT - wild flower
    05. LOOSE ENDS - hangin´ on a string
    06. RICK JAMES - ghetto life
    07. SIMPLE MINDS - don´t you (forget about me)
    08. MARTHA AND THE MUFFINS - echo beach
    09. THE BUGGLES - video killed the radio star
    10. A FLOCK OF SEAGULLS - i ran
    11. BELOUIS SOME - imagination
    12. SHANNON - let the music play
    13. DAVID BOWIE - modern love
    14. TALK TALK - it´s my life
    15. THE KNACK - my sharona
    16. ROXY MUSIC -avalon
    17. ORCHESTRAL MANOUEVRES IN THE DARK - maid of orleans
    18. ADAM & THE ANTS - kings of the wild frontier
    19. BLONDIE - call me


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