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Offenbar brandneuer BONEY M. Song!

Erstellt von whonose, 07.10.2006, 15:33 Uhr · 11 Antworten · 1.883 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von NovalisHH

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    So, hier nun meine Rezi zum Thema "The Magic of Boney M.":

    Rund 30 Jahre ist es nun schon her, daß das Singledebüt der Disco-Formation „Boney M.“ erschien und erste Aufmerksamkeit auf ein Gesangsquartett lenkte, das letztlich in erster Linie ein reiner Spielball seines gewieften Produzenten Frank Farian war ohne, daß die einzelnen Gruppenmitglieder besondere Einspruchsrechte hatten oder manche von ihnen sogar selbst „ihre“ Platten besingen durften. „Boney M.“ entwickelte sich nach 1976 zu einem der weltweit erfolgreichsten Vertreter der Discoszene, der alleine in Deutschland in den Folgejahren acht Nummer-Eins-Hits feiern konnte und sich bis 1986 kontinuierlich – wenn auch mit langsam, aber sicher abnehmender Reputation – in den europäischen Hitlisten halten konnte.

    Zum Weihnachtsgeschäft 2006 ist es einmal wieder an der Zeit, sich Frank Farian und seiner millionenschweren Bandkreation zu erinnern. Aus diesem Anlaß veröffentlicht SONY-BMG am 27. Oktober diesen Jahres die ca. 74minütige CD „The Magic of Boney M.“, die zum einen die unvergeßlichten Hits der farbigen Truppe in bester Klangqualität präsentiert und darüber hinaus zusätzlich mit ein paar überaus interessanten Überraschungen aufwartet.
    Um es gleich zu sagen, bei vorliegender Silberscheibe handelt es sich nicht um eine pure Wiederveröffentlichung gleichnamiger Vinyl-LP aus 1980 im digitalen Format. Viel eher dreht es sich bei der CD um eine – trotz vielerlei Überschneidungen – vollkommen neu zusammengestellte 20-Song-Kompilation. Dies heißt natürlich nicht, daß der geneigte Fan nun auf einiges Wichtige aus zehn Jahren „Boney M.“ verzichten muß; es bedeutet weitaus eher, daß die Hitkoppelung nicht 1980 endet (wie ebenerwähnte Vinyl-Scheibe), sondern die relevantesten Schmankerl der liebenswerten Retortenband bis zur endgültigen Aufgabe des Projekts durch Mastermind Farian, 1985/86, auf „The Magic of Boney M.“ berücksichtigt wurden.

    Die ersten Knaller der stets bunt, höchsterotisch und futuristisch bekleideten „Song-Darsteller“ waren überwiegend radikal disco-lastig gehalten: Wummernde Bässe, deftige Rhythmen, opulente Streicherwälle und alle möglichen Synthispielereien bestimmten die Frühhits von „Boney M.“, wie z.B. „Baby, Do you wanna Bump“ (1975), „Daddy Cool“, „Sunny“ (1976) oder „Ma Baker“ (1977) – die letzten drei Nummern fungierten hierzulande jeweils als wochenlange Nummer-Eins-Kracher in den Hitparaden.

    Von 1978 an, als „Boney M.“ erst- und letztmals in den US-Charts aufgetaucht waren, zeigte sich deren Musik plötzlich wesentlich schlagerhafter, poppiger und weniger tanzbodenorientiert als zuvor. Der gospelähnliche Ohrwurm „Rivers of Babylon“, inhaltlich die Vertonung einer Bibelstelle, verbrachte insgesamt volle 17 Wochen auf dem Spitzenrang der teutonischen „Media-Control“-Listen und läutete eine neue Ära von „Boney M.“ ein. Eingängige, jederzeit mitsingbare Titel, wie „Rasputin“, „Painter Man“, „Brown Girl in the Ring“ (alle 1978) oder die tränendrüsendrückende Schmachtballade „El Lute“ (1979) hätten, deutsch betextet, problemlos als klassische Schlager durchgehen können, weshalb es von den meisten der genannten Pophymnen, die selbstverständlich sämtlich auf „The Magic of Boney M.“ vorhanden sind, regelmäßig „Deutsche Originalaufnahmen“, vorgetragen von traditionellen Schlagerinterpreten, wie z.B. Michael Holm, Roland Kaiser („El Lute“), Bruce Low („Rivers of Babylon“ / „Die Legende von Babylon“) „Gilla“ („Rasputin“) oder „Waterloo & Robinson“ („Brown Girl in the Ring“), gab. Treibende, rasende, rumsende Disco-Stomper der Sorte „Gotta Go Home“ blieben, je älter die 70er Jahre wurden, immer mehr die Ausnahme.

    Als zu Beginn der Folgedekade die Discowelle zunehmend abebbte, wurden zugleich die Hitparadenerfolge von „Boney M.“ seltener. „Felicidad (Margherita“) erwies sich Ende 1980 als – zunächst – letzter Top-10-Brecher des exotischen Vierers. Erst 1984 sorgten Farian und seine buntgeschmückten Erfolgsgaranten wiederum für Furore in einheimischen Gefilden: Der Rheinland-Pfälzische Tausendsassa versuchte schlicht und einfach, sich und sein musikalisches Kind an die seinerzeit sehr gefragte Italo-Disco-Bewegung anzuhängen. Er schnappte sich zwei Klassiker jener stilistischen Gattung – „Kalimba De Luna“ (im Original von Tony Eposito) bzw. „Happy Song“ (von der „Baby’s Gang“) – und ließ sich und seine Grazien diese hypnotischen Chartbreaker in eher mitteleuropäischem Schlagersound neu aufnehmen, woraus sich anstandslos ein Top 20- („Kalimba....“) und ein Top-10-Hit („Happy Song“) für „Boney M.“ gestalten ließ.

    Spätestens ab 1986 konzentrierte sich Frank Farian auf anderes – z.B. auf „Milli Vanilli“ – und gab seine bisherigen Geldeintreiber von heute auf morgen der Vergessenheit preis, so daß von nun an nichts Umwerfendes von „Boney M.“ mehr das Licht des Marktes erblickte und sich die Reste der einst so einträglichen Erfindung Farians seitdem ausschließlich auf zweitklassigen Oldiefeten und 70er-Festivals ein Stelldichein gaben.

    Über die pophistorisch wichtigsten zehn Jahre von „Boney M.“ gibt „The Magic of Boney M.“ zweifelsohne einen perfekten Aufschluß, sowohl für Zeitzeugen, als auch für wißbegierige Nachgeborene. Negativ anzumerken ist hinsichtlich jener Hitkollektion jedoch, daß in einigen Fällen die Originalsongs extrem gekürzt wurden: „Felicidad (Margherita)“ in der Länge von 2:50 Min. oder „Gotta Go Home“ mit 2:30 Min. hätte man sich gleichfalls sparen können.

    Positiv fällt dagegen der ganz und gar nicht hypermodern oder womöglich unsympathisch ausgestaltete Remix von „Sunny“, durchgeführt von Dancefloor-Legende „Mousse T.“, ins Gewicht, wie auch der Kaufanreiz für „The Magic of Boney M.“ schlechthin, die brandneue, noch nie zuvor gehörte Romantikballade „A Moment of Love“, eine aktuelle Frank-Farian-Komposition, ad personam eingesungen, von der einstigen „Boney M.“-Leadvokalistin Liz Mitchell: Eine dunkle, düstere Herbstballade im besten „Boney M.“-Stil. Zwar nichts fürs Heute, aber für uns „Musik-Reaktionäre“, die wir uns geschmacklich ohnehin hauptsächlich in den 70ern und 80ern aufhalten, ein faszinierender Leckerbissen ohnegleichen!

    „The Magic of Boney M.“ ist bestimmt nicht als die Offenbarung für penible Sammler und Musikchronisten anzusehen – diese würden vermutlich viel lieber eine konsequent chronologisch angeordnete Doppel-CD mit allen Singlehits des Farian-Projekts bevorzugen –, für Einsteiger in Sachen „Boney M.“ stellt hier analysierter Liederreigen allerdings eine mehr als nur genüßliche Zeitreise, hinein in den fetzigen Discopop der zweiten Hälfte der 70er Jahre dar, der zwar gerne und häufig „von oben herab“ kritisiert wurde, aber trotzdem in den Plattenschränken fast aller bundesdeutscher Musikliebhaber seinen festen und unverbrüchlichen Platz hatte!
    Gesamtnote – Musik: 2plus
    Gesamtnote – Zusammenstellung: 4

    Text: H. Stürenburg, all rights reserved

    Liebe Grüße aus HH

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von whonose

    Registriert seit
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    Beiträge
    207
    Hi!

    Klasse, dass BONEY M. FEAT. LIZ MITCHELL dieses Jahr auf große und richtige Konzerttour gehen!

    ALLE HITS LIVE MIT BAND!



    TOURDATEN:

    16.11.07 GERA

    17.11.07 ZWICKAU

    20.11.07 FRANKFURT

    22.11.07 DRESDEN

    23.11.07 CHEMNITZ

    25.11.07 COTTBUS

    27.11.07 ROSTOCK

    28.11.07 HAMBURG

    Details zB unter http://www.eventim.de/cgi-bin/boney-...ila&key=208661

    Also ich MUSS dahin und werde in Frankfurt dabei sein!

    Grüße, whonose

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