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Streitpunkt 80er Mucke vs. Techno/Dance

Erstellt von twenty4seven, 21.06.2003, 21:05 Uhr · 7 Antworten · 1.188 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von twenty4seven

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    Leute, wie ihr sicher meinem Namen entnehmen könnt (stammt von einer nicht mehr existierenden Eurodancegruppe), höre ich neben vielen 80er Bands auch viel Eurodance, Techno usw.
    Ich heute beides. Ich sage auch nicht, dass alles was aus den 90ern schlecht ist und umgekehrt. Sogar Scooter höre ich. Ja, ich stehe dazu. Ich bin zwar noch nicht der älteste, aber kann mich noch sehr gut an meine Kindheit in den 80ern erinner, sie haben mich bei meiner Entwicklung, neben den 90ern, sehr geprägt.
    Ich finde es nur schade, wenn man behauptet, dass Dance, Techno usw. einfach schlecht sind und alles an der Kommerzialisierung schuld sein soll und die musikalische Qualität zu wünschen übrig lässt. Natürlich gibt es auch grottenschlechte songs und Gruppen, doch die gab es doch sowohl in den 90ern, wie auch in den 80ern! Und das ganze Retortenzeugs ist ja nicht erst in den 90ern entstanden.
    Wie gesagt ist mein Musikgeschmack sehr vielseitig. Zu meinen Lieblingbands gehören OMD, Pet Shop Boys, Alphaville, Mylene Farmer (*schwärm*) und viele, viele mehr aus den 80ern. Aber auch vieles was von einigen als Müll bezeichnet wird, wie z.B. Scooter, Interactive, Intermission, Dr. Alban, Mark Oh usw.
    Ich möchte damit nur sagen, es gab in den 80ern wirklich hammergeile, megamäßige, legändere Musiker, denen nie einer das Wasser reichen kann und wird, aber auch die 90er hatte, trotz allen Unkenrufen, ihre schönen musikalischen Seiten.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von falkenberg

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    In gewissem Sinne hätte das auch hierhin gepasst:

    http://www.die-80er-jahre.de/forum/s...ime=1056223765

    Der Unterschied zwischen Techno und Eurodance ist mir nicht restlos klar, aber es scheint so zu sein, dass Eurodance als peinlich gilt und Techno nicht. Dafür ist Techno das, was es nur als Maxi-Single zu kaufen gibt und nicht als CD? Na ja, gehört nur am Rande zum Thema, aber ich habe schon manchmal den Eindruck, dass diese Begriffe ziemlich willkürlich verwendet werden. Soviel nur als Vorbemerkung, geht nicht gegen Dich.

    Zum eigentlichen Thema: Scooter ist nicht durchweg schlecht. Wirklich gut finde ich aber nur "fasterharderscooter". Natürlich nimmt man Scooter die Coverversionen übel, aber es scheint auch zum guten Ton zu gehören, Scooter mies zu finden. So wie es in den 80ern mit Modern Talking war.

    Wirklich Unrecht getan wird aber Mark'Oh. Man möge sich die CD "Rebirth" anhören und im Vergleich dazu eine der gleichzeitigen (1999)Veröffentlichungen von Apoptygma Berzerk. Ersteres ist (unbestritten) Eurodance nach üblicher Nomenklatur, letzteres Synthie-Pop oder auch Future Pop (einer der blödesten Begriffe, die je geprägt wurden, 1999 hieß das wohl noch nicht so), weil es aus dem Independent-Bereich kommt. Musikalische Unterschiede? Kaum vorhanden. Aber die Schubladen bleiben, wie sie sind.

    Ich gehöre altersbedingt (Baujahr 1967) ganz bestimmt nicht zur Zielgruppe des Eurodance. Ist aber alles immer noch besser als das ewige Geschleime von Whitney Houston oder Ronan Keating o. ä.. Auch sowas gab es in den 80ern schon. War damals genauso unerträglich.

  4. #3
    Benutzerbild von Mr.Music68

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    hmm, Eurodance und Mark 'Oh, das scheinen mir doch zwei verschiedene paar Schuhe zu sein.
    Ich zähl dazu eher viele 90er Saifam-Produktionen, Orlando, Wildside, DJ Space'C, Kikka, oder die bekannten Bands wie Twenty4Seven, Masterboy, Cappella, Intermission.
    aber da hat wohl jeder so seine ganz persönliche Definition

    und wenn Eurodance peinlich ist, dann hör' ich ziemlich viel peinliche Musik... *g*

  5. #4
    Benutzerbild von falkenberg

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    Mr.Music68 postete
    hmm, Eurodance und Mark 'Oh, das scheinen mir doch zwei verschiedene paar Schuhe zu sein.
    Ich hab ja geschrieben, dass man Mark'Oh damit Unrecht tut. Aber diese Einordnung scheint Mehrheitsmeinung zu sein. Mark'Oh und Scooter werden doch üblicherweise in einen Topf geworfen.

    Mr.Music68 postete
    und wenn Eurodance peinlich ist
    Ich habe auch nur geschrieben, dass Eurodance vielen als peinlich gilt. Ic hseh das nicht so eng. Eigentlich muss man da überhaupt nix als peinlich ansehen.

  6. #5
    Benutzerbild von Edimes

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    Eurodance wird oft als peinlich angesehen, weil die Lieder sich oft nicht unterschieden haben. Wenn man Toni Cottura über Fun Factory ausfragt, dann sagt er klippp und klar es war nur "Abzock Musik". Denn Leuten wurde immer der gleiche Beat angeboten oder man klaute warlos von anderern Gruppen (Drum, Snare etc.). Das fällt den meisten natürlich nicht auf, da man Party will.
    Das gleiche gilt für Bohlen Produktionen, immer die gleiche Leier, aber in deutschsprachigen Gefildern erfolgreich. Billiger geht es nicht?????

    Gruß
    Eddy

  7. #6
    Benutzerbild von dj.forklift

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    Machen wir mal einen direkten metrischen Vergleich:

    Kate Ryan - Libertine -> 138 bpm
    Jan Wayne - More Than A Feeling -> 140 bpm
    Scooter - Call Me Manana -> 143 bpm
    Captain Hollywood - Flying High -> 150 bpm
    Twenty 4 Seven - I Can't Stand Original -> 122 bpm
    Twenty 4 Seven - I Can't Stand It '94 -> 140 bpm
    F G T H - Relax -> 115 bpm
    Evelyn Thomas - High Energy -> 125 bpm
    Modern Talking - You're My Heart '98 -> 120 bpm

    Ausgehend von den bpm-Zahlen Kann man nun trefflich streiten, was nun wohin gehört und welche das nun ist. Mach ich jetzt nicht. Mir persönlich stinkt dieses Schubladen-Denken etwas. Und gerade dieses Schubladen-Denken ist die Kommerzialisierung. Da wird altes neu verpackt und ist nun was gaaanz anderes. Isses eben nicht. Was ich bei den Jungs wie Scooter, Jan Wayne & Co nur absolut unausstehlich finde ist dieses ewige Gecovere. Darüber gibt es bereits genug threads hier. Warum hat man früher gecovert? Weil man das Lied irgendwie geil fand. Das beste Beispiel dafür ist Roxy Music und ihrer Version von Lennon's Jealous Guy. "A tribute" steht in Klammern dahinter. Die Art und Weise der Interpretation läßt eigentlich keinen Zweifel: Es ist ein Tribut! Und heute? Ich glaube nicht, daß die Lieder techno-isiert werden, weil man die so geil fand, weil man den Autoren über die GEMA was Gutes tun möchte oder sonstwas. Heute steht eindeutig die Kohle im Vordergrund. Irgendwie vermisse ich den Spruch aus der Parfüm-Werbung: Don't imitate, innovate. Aber das Transferieren von Alten Liedern in die jeweilige musikalische Epoche wird es wohl immer geben. Guckt doch mal wie viele Versionen es von Love Everlasting Love, I Will Survive, Hot stuff, usw. gibt. Und da gilt: Fortsetzung folgt!

  8. #7
    Benutzerbild von Torsten

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    @ twenty4seven:

    Grundsätzlich stimme ich dir zu. Vieles aus dem Dancefloor-/Techno-Bereich der 90er höre auch ich sehr gerne. Davon zeugen auch noch knapp 700 Maxi-CDs aus der Zeit zwischen 1989 - 1996, die in meinen Regalen stehen. Damals bin ich mit einigen Freunden quasi jedes Wochenende durch irgendwelche Discos gezogen, somit habe ich mich auch für die entsprechende Mucke interessiert.

    Wenn man's mal ganz nüchtern betrachtet, ist vor allem die Dancefloor-Musik der 90er nix anderes als das, was in den 80ern die Italo-Schiene darstellte. Nix künstlerisch Hochwertiges, aber astrein zum Abfeiern und -tanzen geeignet. Und wenn dann noch schöne, vielleicht sogar zeitlos gute Melodien dabei rausprangen, umso besser. Und es gab damals wenigstens noch eine gewisse Menge an selbst kreierten Tracks - gar nicht mehr vergleichbar mit dem dauer-gecoverten Einheitsbrei, der einem in den letzten Jahren oftmals den Eiter aus den Ohren fließen lässt.

    Scooter sind ein gutes Beispiel: Anfangs produzierten sie neben dumpf-prolligem Pseudo-Techno à la "Hyper Hyper" auch noch einige sehr schöne B-Seiten für die Maxis. "Rhapsody In E" oder "Back In Time" sind wunderbare Trance-Tracks, die ich mir immer wieder anhören kann. Und auch vor ihrer Zeit als Scooter haben sie ja als Celebrate The Nun zwei gar nicht üble Alben im Stile von Camouflage produziert. Mit anderen Worten: Die Jungs haben durchaus was drauf - wenn sie denn wollen. Aber das Einzige, was sie in den letzten Jahren wollten, war die große Kohle scheffeln. Schnell irgendeinen alten Hit genommen, ein paar stampfende Beats druntergelegt, 'ne ordentliche Portion affiges Herumgebrülle - fertig ist die "Scheißhaus"-Mucke, wie's Oliver Kalkofe mal so schön genannt hat...

    Für mich gab's irgendwann Ende der 90er einen deutlichen Schnitt. Kurios auch, dass man für bestimmte Entwicklungen einen einzigen Titel "verantwortlich" machen kann: Man denke an Robert Miles' wunderschöne Trance-Ballade "Children", mit der eine riesige, bis heute nicht enden wollende Welle des so genannten "Dream-House" losgetreten wurde. Unfassbar, wie unkreativ ab diesem Zeitpunkt Tausende von Titeln aus dem Boden gestampft und auf den Markt geschmissen wurden...

    In diesem Zusammenhang kann ich auch Posting 005 von djforklift absolut unterschreiben. Cover-Versionen gab's auch früher schon, aber niemals in der Menge und mit so wenig Herzblut produziert wie heute. Das kann einem dauerhaft nur auf den Sack gehen. Bleibt zu hoffen, dass dies nur eine vorübergehende Erscheinung ist, die sich wie jeder Trend irgendwann mal im Sande verläuft. Obwohl mir derzeit nix Gutes schwant...

    Übrigens: Wer ein bisschen die Entwicklung von Techno/House/Dancefloor verfolgen will, sollte sich unbedingt mal das Buch "Deep In Techno" zu Gemüte führen. Darin lässt sich auch sehr schön die Kommerzialisierung dieser Stilrichtungen mitsamt ihren Begleiterscheinungen und Kritike(r)n nachlesen.

    Gerade hab ich auch zufällig eine nicht ganz uninteressante Seite gefunden:

    http://web4.p15114705.pureserver.info/geschichte.html

    Mir persönlich haben in den 90ern u. a. die Produktionen des leider 1994 viel zu früh verstorbenen Torsten Fenslau im Allgemeinen und Culture Beat im Speziellen gefallen. Auch die Projekte und Remixe aus dem damaligen Dunstkreis des Bochumer Tarm-Centers (wie Bass Bumpers, Vamoz, General Base, Candy Beat, Space Corp. 1, Any Questions, Damage Control) haben mich begeistert. Als Krefelder war ich natürlich auch ein kleiner Fan unserer damals noch sehr angesehenen Diskothek Königsburg, mit den ersten Tracks des Lissat/Zenker-Acts Interactive. Die machten dann aber ab 1994 auch nur noch Kinder-Techno der übelsten Sorte, um an das große Geld zu kommen. Wie so viele andere eben auch.


    @ Edimes:

    "Eurodance wird oft als peinlich angesehen, weil die Lieder sich oft nicht unterschieden haben. Wenn man Toni Cottura über Fun Factory ausfragt, dann sagt er klippp und klar, es war nur 'Abzock-Musik'. Den Leuten wurde immer der gleiche Beat angeboten oder man klaute wahllos von anderern Gruppen (Drum, Snare etc.). Das fällt den meisten natürlich nicht auf, da man Party will. Das gleiche gilt für Bohlen-Produktionen, immer die gleiche Leier, aber in deutschsprachigen Gefilden erfolgreich. Billiger geht es nicht?????"

    Stimmt, der Peinlichkeits-Faktor rührt von der billigen, ewig gleichen Machart her. Mir persönlich ist das allerdings immer soweit egal, solange die Tracks eingängige und unterschiedliche Melodien zu bieten haben. Das wird für mich immer der entscheidende Faktor bleiben. Party- und Disco-Mucke ist nun mal so eine Art Gebrauchsmusik, die für einen bestimmten Zweck gedacht ist. Ich käme gar nicht auf die Idee, hier eine grundsätzliche Forderung nach anspruchsvoller Qualität zu stellen. Die hebe ich mir für andere Stilrichtungen auf.

    Und als jemand, dem höchstens zehn Modern Talking-Tracks gefallen, sage ich noch: Der Clou an den Bohlen-Produktionen ist, dass sie zwar meist auf die gleiche Art produziert wurden (Geschwindigkeit, Rhythmus, Instumentierung, Aufbau) – aber der Mann hat nunma ein Händchen für schnell in die Ohren gehende Melodien. Und die sind in aller Regel eben nicht gleich. Das ist die einzige Erklärung für den Erfolg seiner Machwerke. Und das halte ich für durchaus legitim. Es muss eben auch Musik geben, die einfach nur als Gute-Laune-Lala fungiert und den Leuten unprätentiösen Spaß bereitet. Mehr muss man davon nicht verlangen und nicht hineininterpretieren – solange nicht ständig von alten Hits abgekupfert wird, wie es derzeit der Fall ist...

  9. #8
    Benutzerbild von Closelobster

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    Aaalso... ich kann, was Torsten sagt, größtenteils unterschreiben. Es gibt im Techno/Eurodance/Dancefloor oder wie auch immer man das Genre nennen will, einige sehr gute, teilweise stilbildende Acts, die auch von einem gehört werden, der eher der gitarrenlastigen Musik zugeneigt ist. Moby, The Shamen, The Prodigy, Aphex Twin, Future Sound of London oder Orbital befinden sich auch in meiner Plattensammlung. Wichtig ist, daß nicht stumpf geklaut wird (wie bei u.a. Mark`oh, Scooter und Konsorten), sondern eigene Ideen im Vordergrund stehen. Solange das der Fall ist, oder aber zumindest witzige Samples genommen werden (so bei "Back in the UK" von Scooter mit dem Miss Marple Sample... die einzige Nummer von Scooter, die ich gut finde), kann ich der Musik eine, wenn auch kurzfristige, Begeisterung entgegenbringen. Es gibt auch einzelne Stücke, die mir aus der Ecke gefallen (Leila K oder Urban Cookie Collective seien da mal genannt), aber wenn ich Stumpf-Sachen aus der Interactive-Schublade oder neuere Scooter-Sachen höre, wird mir immer noch schlecht. Das kann ich als Musikfan nur scheiße finden.

    Was in den 80ern mit Italo-Disco und Modern Talking, Fancy etc. anfing (auch da war nicht alles schlecht, von MT mal abgesehen) hat seine logische Fortsetzung in den 90ern eben durch Eurodance/dancefloor erfahren. Nur ist mir das ewige Covern von älteren Titeln eine zu billige Methode. ORIGINALITÄT steht für mich bei Musik im Vordergrund, und wenn jemand wie Cottura sagt, meine Musik ist kommerzielle Kacke, dann kann ich solche "musikalischen Werke" nicht gut finden. Und solange den "Produzenten" nichts eigenes einfällt, wird solche Musik von mir weiterhin aufs Schärfste kritisiert.

    Twenty4Seven - Geschmäcker sind unterschiedlich, und bloß weil Du auf Captain Hollywood Project, Mysterious Art oder Scooter stehst, macht Dich das nicht zu einem schlechteren Menschen. Wenn jemand über meine Musik ablästern will - bitte. Genauso nehme ich mir das Recht raus, andere Mucke scheiße zu finden und das auch öffentlich zu vertreten.

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