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Unterschide heute und damals

Erstellt von davidbee, 06.08.2003, 23:26 Uhr · 9 Antworten · 1.305 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von davidbee

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    früher hatte Musik noch Fastzination weil sie Power und Melodik hatte. Musik hatte noch Leidenschaft und hat wirklich bewegt. Die 80er haben mich u.a. musikalisch sehr geprägt.

    Wenn ich dagegen einige der heutigen Produktionen höre wird mir nicht mal mehr schlecht. Wenn mir schlecht werden würde, wäre das ja wenigstens noch eine Gefühlsregung die die "Musik" bei mir hinterlässt, auch wenn es eine negative ist. Ich fühle einfach überhaupt nichts mehr und das ist noch viel schlimmer. Die Musik hat keine Substanz mehr. Ein Stück klingt wie das andere. Alles 0815. Es ist traurig, dass manche Grössen der 80er wie z.B. Madonna,
    A-HA oder Michael Jackson in der heutigen Zeit ein Comeback gewagt und sich selbst verkauft haben indem sie ihren Musik-Stil heutigem Niveu angepasst haben. Alles nur wegen des Geldes. Ein schwerer Schlag war für mich auch, das Madonna in einem Interview über die 80er hergezogen hat. Sie sagte, dass es regelrecht peinlich war, wie die Mode damals war. Als ein paar ihrer alten Clips aus den 80ern eingespielt wurden hat sie nur gelacht und gab sich erleichtert, dass diese Zeit voller modischer Geschmacksverirrungen endlich vorbei ist. Sie sagte auch, dass die Musik, die sie jetzt macht eine natürliche "Weiterentwicklung" der Musik ist, die sie früher gemacht hat.

    Ich sage:
    So ein Schwachsinn!!! Es gibt keine Weiterentwicklung von Musik. Musik ist etwas heiliges. Sie ist eine Kunst, die keiner Weiterentwicklung bedarf. Musik soll Emotionen vermitteln. Emotionen müssen, dürfen und können nicht "weiterentwickelt werden". Sie sind einfach da. Mittlerweile höre ich Musik aus den verschiedensten Perioden. 50er, 60er, 70 und 80er Jahre. Jede Zeit hat musikalisch seine ganz eigene besondere Fastzination. Man kann nicht in besser oder schlechter unterscheiden.

    Wie denkt Ihr darüber?

  2.  
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  3. #2
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    davidbee postete
    So ein Schwachsinn!!! Es gibt keine Weiterentwicklung von Musik. Musik ist etwas heiliges. Sie ist eine Kunst, die keiner Weiterentwicklung bedarf. Musik soll Emotionen vermitteln. Emotionen müssen, dürfen und können nicht "weiterentwickelt werden". Sie sind einfach da. Mittlerweile höre ich Musik aus den verschiedensten Perioden. 50er, 60er, 70 und 80er Jahre. Jede Zeit hat musikalisch seine ganz eigene besondere Fastzination. Man kann nicht in besser oder schlechter unterscheiden.

    Wie denkt Ihr darüber?
    So sehr ich deine Aufregung über aktuelle Musik nachvollziehen kann, muß ich dir in Punkto Weiterentwicklung allerdings heftig widersprechen!!!
    Du hörst selber Musik aus verschiedenen Jahrzehnten und da wirst du sicherlich starke Unterschiede hören!?

    Stell dir einmal vor, die Beatles hätten es bis in die 80er geschafft, dann hätten sie sich auch anders angehört, als in den 60ern, oder???

    Das eine Aufnahme eines Songs eine Momentaufnahme ist und somit im besten Fall auch eine Widerspiegelung von Emotionen ist, will ich nicht bestreiten! So können Lieder aus einer Epoche sehr gut das entsprechende Lebensgefühl ausdrücken. Können, nicht müssen!!!

    So gibt es in allen Jahrzehnten Lieder, die peinlich waren und über die man sich aufregen konnte!

    Es gibt jenseits der Charts immer noch Musik, die voller Emotionen steckt und auch Musik, die nicht aus dem Computer kommt!!! Ich finde es schade, wenn jemand sagt, er lehnt neue Musik grundsätzlich ab! Wenn ich das täte, wäre ich schon ewig verloren!!! Wie gesagt, ich rede hier nicht von Charts-Musik und stumpfen Techno-Cover-Versionen!

    Ein paar Tipps gibt es ja auch schon auf diesen Seiten in anderen Threads!
    Also, sei nicht so pessimistisch und wage dich mal an aktuelle Musik!

    Übrigens hatten wahrscheinlich schon viele Boardmember dieses Problem irgendwann einmal!

  4. #3
    Benutzerbild von Feenwelt

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    Vom Gefühl her gebe ich Dir, davidbee, Recht.
    Was die "logischen" Argumente angeht, allerdings nicht.
    Gerade in den 80ern gab es eine große Welle, die sich recht ähnlich anhörte. Eigentlich sogar mehrere: bei der NDW war ab einem bestimmten Zeitpunkt die Band völlig egal, weil sich die Lieder sowieso ähnelten. Dann gab es Stock / Aitken / Waterman-Musik mit komplett austauschbaren Sängern / Sängerinnen. Und nicht zu vergessen: ein Großteil des Italo Pop war (in meinen Ohren) unterschiedslos. Also eigentlich so wie heute.
    Natürlich kann man differenzieren: nicht die komplette NDW war ein Brei, aber das ist Techno ja auch nicht. Ebenso gab es innerhalb des Italo Pop unterschiedliche Richtungen, aber das ist bei Rap nicht anders.

    Und was Power und Melodik angeht: zumindest Power kann man Techno nun wirklich nicht absprechen. Oder dem wütenden Rap eines Eminem. Und nette Melodien höre ich ebenfalls täglich im Radio, auch wenn sie 08/15 produziert wurden, z.B. "Tu es foutu" oder "Hip Teens...", die mir gut gefallen.
    Ein klassisches Gegenbeispiel ist sogar, daß eine Band wie Wolfsheim, die jahrelang unbeachtet in der Gothic-Ecke herumdümpelte, auf einmal mit einem recht melodiösen Song in die Charts kommt.

    Mein persönliches Fazit: Nur, weil ich die meiste Musik, die im Radio läuft, nicht mag, ist sie deshalb nicht schlechter oder besser. Es ist nur nicht mehr mein Stil.
    Ach übrigens: Mein Vater nannte relativ viel von meiner Musik (Wave) in den 80ern "seelenlos". Also genau das, was Du gerade geschrieben hast. Er hatte ähnliche Empfindungen, wie Du und ich jetzt. Er stand auf "handgemachte" Rockmusik der 60er und 70er und konnte mit der 80er Kommerzwelle wenig anfangen. Die Zeiten ändern sich - die Abscheu gegenüber neuer Musik bleibt.

    Und zum Schluß: Engel hat völlig zurecht darauf hingewiesen, daß es derzeit einiges an Musik gibt, die den 80er-Stil weiterführt, gerade auch deutsche. Ob das jetzt Bands wie "Wir sind Helden" oder "Klee" sind, die eher in die NDW-Richtung schlagen, oder sowas wie Sophie Ellis Bextor, die eher einen "klassischen" Pop-Stil singt, oder ob eine Band wie Ladytron tanzbare Elektro-Musik macht - ich finde auch heutzutage unglaublich vieles, mit dem ich mich vereinbaren kann.
    Sogar Punk ist noch lange nicht tot.

  5. #4
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Jemand auf dessen Namen ich jetzt nicht komme hat mal gesagt:

    "Die Vergangenheit ist nicht nur die Vorgeschichte unserer Gegenwart. Sie ist zugleich auch die Vorgeschichte mehrerer anderer Gegenwarten, die möglich gewesen wären."

    Ich will damit andeuten: Man muß sich immer klarmachen, daß alles auch ganz anders hätte kommen können, daß z. B. anstelle von Techno am Ende der 80er eine ganz andere neue Musik hätte aufkommen können. Bloß weil bestimmte aktuelle Weiterentwicklungen der Musik langweilig und nichtssagend sind, muß Weiterentwicklung von Musik nicht generell schlecht sein. Und bloß weil Weiterenetwicklung wünschenswert ist, ist noch nicht jede Neuerung eine Verbesserung.

    Meine Meinung zur Musik nach dem 31.12.1989:

    - Techno & House sind nerviges Gedröhne und auf Grund des hohen Tempos noch nicht mal besonders tanzbar. Im Grunde Aerobic-Studio-Musik: körperbetont, aber doch ohne jede Sinnlichkeit. (Dann schon lieber "Eurodance"/"Dancefloor", das trenasportiert zumindest irgendwie eine naive Party-Stimmung)

    - Grunge & "New Rock" sind manchmal ganz nett und interessant, insgesamt aber würde ich sagen: Hier sind Hard Rock und Punk Rock degeneriert zu schlaffer, pseudo-intellektuell-zerknirschter Studentenwohnheimsmusik. Und insebsondere "Crossover", diese Mischung aus Metall und Rap, ist doch weder Fisch noch Fleisch.

    - Im Bereich Britpop gibt´s eine ganze Reihe wunderschöner, melanchonischer Melodien. Nur ist Britpop mit dem Markel behaftet, bloß ein Retro-Stil zu sein und daher stets die Erinnerung an das jeweilige Original (Beatles bis Glam Rock) wachzurufen, so daß das ganze vom Wahrnehmungsgefühl her keine eigenständige "neue große Sache" ist. Nach dem Motto: In einem längst stillgelegten Stollen findet man hin und wieder doch etwas Gold.

    - Noch extremer ist es mit Gothic: Auch hier gibts ne Reihe guter Melodien. Doch die Gothic-Idee gibt´s seit 1982/83. Und wenn seit 20 Jahren Düsternis und Weltenende heraufbeschworen werden, "zieht" es irgendwann nicht mehr. auch wenn die Melodien ganz nett sind.

    - Der Mainstream-Pop ist objektiv schlechter geworden. Da waren die 80er einfach das Goldene Jahrzehnt und haben nichts ünriggelassen. Über die "Popper-Mucke" von Duran Duran oder A-ha mochte Intellektuelle damals die Nase rümpfen, aber die Melodien waren unbestreitbar Ohrwürmer mit jeweils eigenem Charme; die Melodien der heutigen Boygroups haben oft nicht geringesten Wiedererkennungswert und nicht mal im Ansatz sowas wie "Pepp".

    - Dann das "R´n´B"-/"Black-Music"-Gejaule (mittlerweile wohl anstelle von Techno der neue Haupttrend!): Glattgespülter Funk-and-Soul zum Einschlafen, als hätte man bei James Brown die Luft rausgelassen.

    - Das einzige was ich an neuen Musikstilen wirklich erwähnenswert finde ist Hip-Hop, genauergesagt "Gangsta-Rap". Da steckt alle drin: Aggressivität & Gettho-Feeling, 5exualität und Bad-Boy-Attitüde, Wortwitz und manchmal sogar eine Selbstironierung der "Gangster". Und das ganze ist auch noch tanzbar. Ich finde sogar, der "Gangsta-Rap" kommt viel dichter an das bad-boy-Lebensgefühl der alten Rockmusik a la Stones oder AC/DC ran als die formal dichter verwandte "New-Rock"-Musik!

  6. #5
    Benutzerbild von davidbee

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    Ich habe nicht direkt Vorurteile generell gegen aktuelle Musik. Es ist, finde ich, nur sehr schwierig etwas geniales zu finden. Ich muss zugeben, dass ich hin und wieder schon gewisse Sachen höre, die mir gefallen. z.B: hab ich mir vor 2-3 Jahren die CD von "A-HA - Minor earth | Major sky" gekauft. Da fand ich wirklich einiges an Songs auf dem Album gut. Sowas kommt aber halt sehr selten vor. Oder vor ein paar Jahren hab ich durch Zufall beim rumzappen auf VIVA das Video zu "Fusion - China in your Hand" gesehen und fand es ziemlich gut. Das sind aber alles nur vereinzelte Lichtschimmer im Dunkeln. Klar gibt es Bands, die musikmässig heute noch den 80er Stil vertreten, aber es ist nicht mehr das selbe. Der Zeitgeist hat sich gewandelt. Im grunde war es die Unvollkommenheit bzw. die Rauheit (wenn man das so sagen kann) der damaligen Musik, die der Musik ihre "Seele" gab. Heute ist einfach alles so verdammt ausgereift und perfektioniert, das es schon wieder "kalt" wirkt. Auch in Bezug auf Musik. Z.B. Mariah Carrey. Diese Frau hat eine wahnsinns Stimme und die Arrangements könnten nicht ausgepfeilter sein. Aber genau das meine ich. Ich kann dieser Musik einfach nichts abgewinnen. Sie klingt in meinen Ohren irgendwie künstlich bzw. nicht ehrlich. Es ist sehr schwer zu beschreiben was ich empfinde. Melodik ist für mich nicht einfach nur eine Abfolge verschiedener Töne, die sich zu einer Melodie formen. "alle meine Entchen", das ist auch eine Melodie. Was ein stück aber wirklich besonders macht hängt mit den einzelnen Harmonien in einem Stück zusammen. Ein sehr gutes Beispiel liefert das Stück "you" von "Ten Sharp". Das Stück besteht fast ausschliesslich aus einer gleichmässigen Klavierlinie. Eigentlich nichts besonderes bis dahin. Hört Euch das Stück an und ihr wisst was ich meine.
    Dieses Stück fliesst regelrech durch dich hindurch. Es ist wie Magie!!!!!!!!
    Und sowas gibts eben heute nicht mehr.

  7. #6
    Benutzerbild von synth66

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    Die Diskussion "Damals war alles besser und heute ist alles Mist" wurde ja in einigen - z. T. sehr lesenswerten - Beiträgen in anderen Threads schon mehr als einmal geführt. In der Grundtendenz stimme ich dem auch zu, habe mich allerdings gefragt, warum das so ist. Ich glaube, man kann dafür keinen allgemeingültigen Erklärungsansatz finden, da es weitgehend ein subjektives Empfinden ist, was gute und was schlechte Musik ist.

    Ich für mich habe mir mal folgende Gedanken gemacht:

    1. Die Art, Musik zu konsumieren hat sich geändert.
    -------------------------------------------------
    Früher war es für mich das größte, im Plattenladen zu stöbern, mir Vinyls zu kaufen und zu Hause voller Spannung den Plattenspieler anzuwerfen, um zu hören was ich mir da gekauft habe. Da man sich die Musik in der Regel vorher nicht anhören konnte, waren natürlich hin und wieder einige Enttäuschungen dabei, aber die vielen Knaller haben das wieder rausgerissen.

    Viele Stunden habe ich auch damals vor dem Radio verbracht, mit zittrigen Händen vor dem Tape-Deck zu sitzen und zu hoffen, dass die Moderatoren die Aufnahme nicht zerquatschen. Wenn man die Tapes damals seinen Kumpels und Freundinnen vorgespielt hatte war man noch wer...

    Heute kann man sich jeden x-beliebigen Titel aus dem Internet herunterladen und verliert meines Erachtens die Identifikation mit dem Musik-Stück, da man ja nicht mehr auf der Jagd ist, sondern nur die richtigen Quellen anzapfen muss. Das hat wohlgemerkt nichts mit der Qualität der Musik zu tun.


    2. Der Austausch im Freundeskreis hat nachgelassen
    --------------------------------------------------
    In meinem Bekanntenkreis gelte ich als Exot, da ich so ziemlich der einzige bin, der sich auch heute noch stundenlang über Musik unterhalten kann. Die Diskussionsschwerpunkte haben sich einfach verschoben. Da wird dann eher über die beruflichen Fortschritte oder über politische Themen gesprochen. Nicht das ich mich dem entziehe, aber für mich ist Musik immer noch ein gleichberechtigtes Thema. Für die anderen leider meistens nicht mehr.

    In der Schulzeit war das einfacher. Da hat man sich mittags nach den Hausaufgaben zur Recording-Sessions getroffen und Musik war ein zentrales Thema. Heute bis auf wenige Ausnahmen ganz undenkbar. Hier im Forum gibt es allerdings das eine oder andere Beispiel, das man Mitglieder kennenlernt, die die gleichen Vorlieben teilen und man das eine oder andere mit vorher unbekannten Menschen wieder etwas aufleben lassen kann.


    3. (Jetzt wird's ganz platt) Man wird einfach älter
    -----------------------------------------------
    Ich glaube das, was wir mit der heutigen Musik erleben, haben bereits unsere Eltern mit unseren damaligen Musik-Favoriten durchgemacht. Was musste ich mir nicht alles anhören, welchen Schrott ich mir da wieder gekauft habe. Wenn es dieses Forum 20 Jahre früher gegeben hätte, wären die Inhalte und die Beschwerden über aktuelle Musik bestimmt nicht geringer gewesen.


    4. Mit der Musik der 80er werden Erinnerungen verbunden
    -------------------------------------------------------
    Seit ich dieses Forum kenne (als Gast schon sehr viel länger als als Mitglied) habe ich mir unzählige alte CDs gekauft, die bei mir z. T. schon in vergessenheit geraten sind und die mit sentimentalen Erinnerungen verbunden sind.

    Meine Frau (Jahrgang 72) hält mich für verrückt, dass ich mir dieses alte Zeug antue, aber das hat sicher auch etwas damit zu tun, dass jemand der 1982/83 gerade mal 10/11 Jahre alt gewesen ist, mit der damaligen Musik nicht das gleiche verbinden kann wie jemand, der mitten in der Pubertät steckt. Ich muss allerdings meiner Frau zugestehen, dass ich es auch manchmal übertreibe. Aber welcher 80er-Jahre Freak macht das nicht.


    So das soll für's erste mal reichen. Wenn ich mir das alles so nochmal durchlese, hätte ich es auch in einem Satz schreiben können:

    "Mann, was bin ich doch für ein alter Sack geworden..."

    Viele Grüße.

    synth66.

  8. #7
    Benutzerbild von dingel

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    383
    Synth 66 Du sprichst mir aus der Seele!

    In allen Punkten gehe mit Dir konform. Das grenzt schon fast an Seelenverwandtschaft.
    Die Meinung meiner Frau ist hierbei auch ähnlich. I

    Ich nutze die Musik, insbesondere zum Abschalten. Hierzu gehört aber nicht Du die Musik ausschließlich, sondern auch das Durchblättern des Booklets und das Durchlesen der Songtexte.

    Früher gehörte der Kauf (meistens vom Taschengeld oder Zeitungsgeld) als besonderes Ereignis noch dazu. Heute lädt man sich Musik aus dem Internet herunter oder bestellt die CD bei Amazon online.

    Ich glaube wirklich, dass die Qualität sehr gelitten hat. Bands konnten sich früher über längere Zeit ins Studio begeben und rumtüfteln. Heute muss eine Produktion innerhalb kürzester Zeit fertiggestellt werden. (Extrembeispiel Dieter Bohlen und seine Superstars).
    Früher ist ein Song „gereift“ und hörte sich manchmal total unterschiedlich von der Demo-Version an.

    Eine zeitlang habe ich mir nur fast ausschließlich CD’s der 80er Größen gekauft, d. h. immer wieder die neuesten Veröffentlichungen von Duran Duran, Howard Jones, Paul Young, etc.

    Mittlerweile kaufe ich mir aber auch wieder andere CD’s weil
    a) die Veröffentlichungszyklen teilweise extrem lang sind
    b) einige sich musikmässig von meinem Geschmack entfernt haben
    c) die Qualität auch bei denen nachgelassen hat

    Im übrigen meine ich, wenn ich von den Achtzigern spreche die Zeit 1983 bis 1985.
    In der Zeit haben nämlich Künstler wie z. B. Duran Duran, Thompson Twins, Howard Jones, Spandau Ballet, Nik Kershaw, Dead Or Alive, Paul Young, ABC, Culture Club, China Crisis, Depeche Mode, Erasure, FGTH, Go West, Heaven 17, Human League, Icehouse, Billy Idol, Latin Quarter, Men Without Hats , New Order, OMD, Pet Shop Boys, Tears For Fears, Ultravox, U 2, The Cure, Wham, Wang Chung, Yazoo, etc. ihre besten Alben veröffentlicht.

  9. #8
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    [b]
    3. (Jetzt wird's ganz platt) Man wird einfach älter
    -----------------------------------------------
    Ich glaube das, was wir mit der heutigen Musik erleben, haben bereits unsere Eltern mit unseren damaligen Musik-Favoriten durchgemacht. [...] Wenn es dieses Forum 20 Jahre früher gegeben hätte, wären die Inhalte und die Beschwerden über aktuelle Musik bestimmt nicht geringer gewesen.
    Na ich glaube, ganz so einfach ist es nicht. Z. B. gibt unter den heutigen Jugendlichen viele die auch gerne 80er-"Oldies" hören, aber unsere Eltern haben hingegen kaum die Schlager aus den 20er und 30er Jahren "kultig" gefunden. Und verschiedene Typen von Jugendlichen haben jeweils unterschiedliche musikalische "Zeitfenster". Auch finden viele von uns nicht ALLE neuen Musikstile blöd. - Das ist, glaube ich, nicht so ein einfacher Generationen-Automatismus, daß man irgendwann "nicht mehr mitkommt". Das hat schon was mit den Musikstilen selber und den jeweiligen Mentalitäten zu tun.

    Wir fanden die Musik damals nicht deshalb gut, weil sie im Radio gedudelt wurde (dann hätten wir ja alles gleichermaßen gut finden müssen, auch noch den Schlagerkram, der ja parallel weiterlief), sondern diese Musik wurde damals im Radio gedudelt, weil anzunehmen war, das die damalige Jugend sich von der Lebenseinstellung und dem Lebensgefühl her damit identifizieren können würde. Man sucht im Grunde immer den passende Soundtrack für sein Leben und das wiederum hat mit dem LebensUMFELD zu tun. Nicht automatisch frist-mäßig ändert sich dieses Lebensgefühl, sondern durch jeweils ganz bestimmte Umstände:

    - Wer damals besonders Synthie-Pop hörte tat dies, weil er die offenbar heraufziehende Computerwelt faszinierend und wichtig fand, und Musik ohne Synthesizer von der Melodie her im Einzelfall vielleicht noch ganz nett, aber vom Sound her nicht mehr gegewarts-bezogen fand. In den 90ern haben sich diese Synthiepop-Fans dann wohl oft auf der Techno-Schiene weiterentwickelt.

    - Heavy-Metall-Fans hörten ihre Musik nicht einfach, weil sie im damaligen Jugendkultur-Sortiment mit angeboten wurde, sondern weil sie sich dabei irgendwie wild und gefährlich vorkommen konnten. Viele fanden darin wohl ein Ventil für ihre Abscheu für die "aalglatten" Yuppies, die jetzt als neue Leitfiguren daherkommen wollten. Mit der irgendwie zerknirschteren, "studentischen" E-Gitarren-Musik ab Nirvana konnten viele von ihnen dann aber auch nichts mehr anfangen. Den meisten "Metall-Prolos" kam dann aber wohl auch ihre Rebellion langsam hoffnungslos und albern vor, also ging dieses Klientel in den 90ern eher in die Proll-Techno-Richtung.

    - Die ganze heutige Disco-Grütze (House, "R´n´B") ist darauf ausgerichtet, nett im Hintergrund zu rieseln. Die damit verbundene Lebenseinstellung lautet: "Alles ist ok, es gibt nicht wichtiges mitzuteilen." Wenn man aus den 80ern kommend dagegen Musik als zentrales Medium, als Lebenselixier betrachtet, findet man diese Musik dann natürlich lau und ausdruckslos.

    In gewisser Weise sind die hinter den Musiktrends stehenden Änderungen von Lebenseinstellungen natürlich auch zeitbedingt, aber eher HISTORISCH, nich "zeitlos" LEBENSALTER-mäßig: Wenn sich in der Gesellschaft (Politik, Wirtschaft, Technik) seit 1985 nichts verändert hätte, dann würden die heutigen Teenies wohl immer noch ziemlich ähnliche Musik hören (genau wie in der jahrhunderte-lang sehr beständigen vor-industriellen Welt Generationen nach Generationen die gleichen Volkslieder sangen!)




    4. Mit der Musik der 80er werden Erinnerungen verbunden
    -------------------------------------------------------
    Seit ich dieses Forum kenne (als Gast schon sehr viel länger als als Mitglied) habe ich mir unzählige alte CDs gekauft, die bei mir z. T. schon in vergessenheit geraten sind und die mit sentimentalen Erinnerungen verbunden sind.

    Meine Frau (Jahrgang 72) hält mich für verrückt, dass ich mir dieses alte Zeug antue, aber das hat sicher auch etwas damit zu tun, dass jemand der 1982/83 gerade mal 10/11 Jahre alt gewesen ist, mit der damaligen Musik nicht das gleiche verbinden kann wie jemand, der mitten in der Pubertät steckt. Ich muss allerdings meiner Frau zugestehen, dass ich es auch manchmal übertreibe. Aber welcher 80er-Jahre Freak macht das nicht.


    So das soll für's erste mal reichen. Wenn ich mir das alles so nochmal durchlese, hätte ich es auch in einem Satz schreiben können:

    "Mann, was bin ich doch für ein alter Sack geworden..."

    Viele Grüße.

    synth66.[/quote]

  10. #9
    Benutzerbild von trichtex

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    Moin!

    Die Luftgitarre postete
    [b]
    3. (Jetzt wird's ganz platt) Man wird einfach älter
    Interessanterweise hat die Medienwelt unsere Generation inzwischen auch als Publikum entdeckt. Was gab's denn zu meiner Jugend? Volksmusiksender (z. B. NDR Radio Niedersachsen) oder eben Sender mit eher aktueller Musik (NRD2, HR3). Später kamen die Privatsender (z. B. FFN) dazu. Die Klientel zwischen den Volksmusikhörern und der "Superhits der 80er und 90er und das Beste von heute"-Kundschaft wurde eher nicht bedient. Daran, daß es inzwischen einige "Classic-Rock"-Sender gibt, kann man durchaus sehen, wie alt "wir" geworden sind...

    Munter bleiben... TRICHTEX

  11. #10
    Benutzerbild von Lutz

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    Madonna früher und heute:

    Ich kann heute sowohl mit "Holiday" oder "Like A Virgin" (inkl. Ihrem scharfen Outfit) als auch "Frozen" (Sieht sie im Video nicht genial aus?) oder "Don't Tell Me" (dito) etwas anfangen. Nur für Ihre Vogue-Phase konnte ich mich nie erwärmen.

    Ich behaupte: Gerade weil Madonna sich immer wieder neu erfunden hat, kann sie auch heute noch begeistern. Ansonsten wäre sie zu ihrer eigenen Karikatur verkommen - musikalisch wie modisch.. Man kann nicht 20 Jahre lang das Material-Girl sein...

    @davidbee

    Ich sage:
    So ein Schwachsinn!!! Es gibt keine Weiterentwicklung von Musik. Musik ist etwas heiliges. Sie ist eine Kunst, die keiner Weiterentwicklung bedarf.
    Ich sage:

    Zum Glück war das z.B. bei Madonna nicht so. Und das sage ich nicht gegen "Like A Virgin" sondern für "Frozen"

    Aber: Gerade Leute die heute über den "schrecklichen 80er-Look" lästern tragen derart grauenhafte Klamotten als kämen sie direkt aus dem 70er-DISCO-Publikum von Ilja Richter - und finden das auch noch cool. Wem nicht klar ist was ich meine, möge sich nur mal eine der diversen DISCO Wiederholungen reinziehen und aufs Studiopublikum achten...

    Anderen kann man nur dankbar sein das sie sich kein Stück verändert haben - siehe Huey Lewis...

    http://www.die-80er-jahre.de/forum/s...443&highlight=

    Aber wie schön das jetzt auch Musik angesagt ist mit der auch ich als 80er-Jahre-Freak was anfangen kann. Siehe: "Wir sind Helden". Keine 80er-Kopie - aber es schwingt viel von dem mit was mich auch schon in den 80ern angezogen hat - siehe:

    http://www.die-80er-jahre.de/forum/s...5774&pagenum=1

    @synth66

    Vieles was Du beschreibst kommt mir *sehr* bekannt vor

    @Luftgitarre

    Der Mainstream-Pop ist objektiv schlechter geworden
    *unterschreib*

    Lutz

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