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Warum hat etwas aktuellerer Synthiepop keine Chance mehr in den Charts?

Erstellt von Orange, 13.04.2006, 14:11 Uhr · 17 Antworten · 1.837 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Orange

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    Hallo,

    ich frage mich ernsthaft, warum in den Charts kaum mehr Synthiepop zu finden ist.

    Gut, die Top Charts werden von den Kiddies bestimmt, aber auch sonst findet man in den "unteren Rängen" kaum was Richtung Depeche Mode & Co.

    Klar der Sound ist "alt", aber stellt Euch doch mal vor, Depeche Mode und "People Are People" hätte es nie gegeben und der Track würde jetzt etwas aufgepeppter auf dem jetzigen Markt auftauchen... hätte der keine Chance?

    Ich mein es gibt doch wirklich noch genügend Leute die auf sowas stehen...

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von gently69

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    Hmm... gute Frage. Ist aber, glaube ich, auch ne Sache, wie diese Musik promotet wird. Wenn das ganze Drumherum nicht stimmt, kann die Musik noch so gut sein.
    Die Publicity fehlt einfach.

  4. #3
    Benutzerbild von lennyk

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    Jede Musik zu seiner Zeit. Genauso wie Mersey Beat (60er), Glamrock (70er), Eurodance (90er) nicht oder kaum mehr gefragt sind, möchte auch kaum jemand (außer uns 80er Junkies) heute Synthiepop hören. Die Musik entwickelt sich eben weiter, ob zum guten oder schlechten, ist da wohl Geschmacksache.

    Ich bin mir aber sicher, dass beispielsweise die nächste Wolfsheim-Single ordentlich charten wird. Tot ist Synthiepop sicher nicht, aber es ist eben nichts neues mehr. Beispiel Erasure: Nicht umsonst machen die jetzt plötzlich akustische Sachen mit Gitarren usw. Oder Kraftwerk: Die können sich ja auch nur noch wiederholen. Ausnahmen bleiben wohl wirklich DM oder PSB, die aber ja schon lange nicht mehr ausschließlich Synthiepop machen.

    Und mit den heutigen Möglichkeiten, solche Musik am PC zu machen, ist auch etwas der Reiz daran vergangen. Das war Ende der 70er bis Mitte der 80er noch anders, als Synthiepop fast ausschließlich mit Analogsynthesizern produziert wurde - was ja auch den warmen und druckvollen Klang dieser Sachen ausmacht.

  5. #4
    Benutzerbild von Orange

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    Na gut Wolfsheim macht ja auch immer schön seichte, damit es auch ja allen gefällt

    Seit 1990 hab ich übrigens keine Platte mehr von Depeche Mode gekauft, eben weil danach mit "hässlichen" Gitarren rumgewurschtelt wurde.

    Ja am PC kriegt man das 80er Zeug problemlos hin, ich wünschte ich wär paar Jährchen eher geboren, dann wär ich jetzt reich

    Es macht aber glaub keinen Sinn sowas rauszubringen, da die Jugend eben sowas nicht hört und die "ältere" Zielgruppe schlecht zu erreichen ist (da Coucpotatos).

    http://www.vice-recordings.com/mp3/c...needy_girl.mp3

    Sowas gibt es massenweise im "Untergrund", das wird mal paar Wochen in kleinen Clubs gespielt und dann verschwindet es wieder :-(

    Nunja vielleicht sollte ich mich nicht zu sehr auf die 80er versteifen...

    PS: Oder warten bis ein Revival kommt *g*

  6. #5
    Benutzerbild von Vonkeil

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    ich denke auch - alles eine frage der publicity.
    "was der bauer nicht kennt, frisst er nicht" - das trifft auch auf die (musik)konsumwelt zu.
    glaubt ihr allen ernstes, irgendjemand hätte sich für das erbärmliche gejaule von beispielsweise alexander klaws interessiert, wenn es nicht duch die medien bis ins unermessliche gepusht worden wäre?? wohl kaum.
    daher bestimmen schon lang nicht mehr die hörer die charts, sondern im endeffekt die medien! dass die doofen kiddies im endeffekt fast alles annehmen ohne nachzudenken - das haben die medien begriffen. schande über sie.
    gute musik bleibt zu oft unbemerkt und ungeachtet.
    sicher, dieses konsumverhalten zwischen käufer und medienwelt gab es in den 70ern und 80ern sicher auch schon.
    aber ich denke nicht, dass wir was die chartsplatzierungen betrifft erfolgreiche musik der 80er (bsp. a-ha, eurythmics, madonna, depeche mode usw...) mit den top 10 von heute auf die waage legen müssen...

    musik ist zum konsumartikel mutiert - du benutzt es, du wirfst es weg.
    und da liegt der unterschied zu musik aus unserer jugend oder kindheit. ich glaube kaum, dass sich in 20 jahren jemand die pussycat dolls anhört und das mit einem lebensgefühl verbindet - so wie das bei uns mit musik aus den 80ern ist.
    und der trend bewegt sich nicht erst seit gestern in diese richtung: der grundstein zur "musikalischen vermüllung" ist zweifelsohne in den 90ern gelegt worden.

    ich könnte mich hier bis ins unendliche auslassen...aber ich gebe euch erstmal raum für reaktionen!

  7. #6
    Benutzerbild von italomaster

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    Orange postete

    http://www.vice-recordings.com/mp3/c...needy_girl.mp3

    Sowas gibt es massenweise im "Untergrund", das wird mal paar Wochen in kleinen Clubs gespielt und dann verschwindet es wieder :-(
    Ich denke, es gibt heute auch sehr, sehr viel gute Musik, wenn nicht mehr als vor 20 Jahren. Der Unterschied fuer mich ist einfach, dass man sich heute kuemmern muss, was man gut finden kann. Die MainstreamMedien sind zersetzt von Chartskram (aus der Retorte oder fuer Kiddie-Zielgruppe) und bieten immer weniger Platform fuer gute Sachen.

    CHROMEO - wie von Dir erwaehnt - ist geil und ich habe die Platten seit fast zwei Jahren, weil ich mich informiert habe in den einschlaegigen Musikzeitschriften (lies mal GROOVE / RAVELINE / SMAG / DE:BUG etc.). Nur so lernt man so etwas kennen. Aber "on air" ist das kaum noch. Es findet halt nur noch in Nischen statt, nicht aber mehr in aller Munde...

    Tip: Das CHROMEO Album ist auch sehr gut - und total untergegangen...

  8. #7
    Benutzerbild von Orange

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    italomaster postete
    Der Unterschied fuer mich ist einfach, dass man sich heute kuemmern muss, was man gut finden kann.
    Ärgert mich etwas, dass man "gute" Musik selber suchen muss... aber zum Glück gibt es aber ja das Internet

    Schon ungerecht: Die Untergrund-Leute legen die Messlatte wesentlich höher an und verdienen kaum was. Dafür ist die Konkurrenz auch noch härter und jede Woche kommen neue Perlen raus die es (musikalisch) zu toppen gilt...

    Da es meistens aber Instrumentalversionen sind, gehen die erst recht gleich wieder unter... ist ja auch blöd, wenn man keine Texte zum dran "erinnern" hat.

    Heutige Charts: Ein Tobias Regner macht einen drittklassigen Song (Text+Musik vermutlich nichtmal von ihm selbst) und steht auf Platz 1. Super! Als einziges fällt mir da Rosenstolz auf: Ist zwar nicht mein Ding, aber die aktuelle Single dürfte wohl jedem bischen gefallen.

    PS: Chromeo spricht mich 100% an, die Kids werden eher gar nichts daran finden *g

  9. #8
    Benutzerbild von Karat

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    Ich habe gerade irgendwo gelesen, dass sich die Musik weiterentwickelt. Die Frage ist nur: In welche Richtung? Für meinen Geschmack in keine Gute. Es gibt doch nur noch BummBumm, Gejammer (a la Catterfeld) oder HipHop Kram. Es gibt viele Musikrichtungen, die inzwischen gar nicht mehr stattfinden.
    Es geht auch heute vordergründig gar nicht mehr um Musik. Das war zwar früher teilweise auch schon so, aber nicht auf so eine entartete Weise, wie das heute der Fall ist. Heute muss es für die Plattenfirmen möglichst billig, der Interpret was für´s Auge und er außerdem recht anspruchslos sein. Er darf eben keine großen Ansprüche stellen, was das Geldverdienen angeht.
    Stellt euch selbst mal die Frage, wann der letzte Interpret, der mal so gar nicht in das Schönheitsideal der Gesellschaft paßte, einen Hit hatte und in den Charts gelandet ist. Eine Alison Moyet oder ein Meat Loaf (zugegeben, das ist ein Rocker) hätten doch heute null Chance. Egal was für ´n Hammersong der oder die raushau´n würde. Der nächste Punkt ist, dass die Produktion heute nicht mehr viel kosten darf. Bevorzugt bei den großen Labeln, die sonst immer noch investiert haben, sind sogenannte Wohnzimmerproduktionen. All die Bands und Künstler, die ihr Zeug zu Hause schon selbst zusammenschrauben und "pressbar" beim Label abliefern, haben die besten Chancen, einen Deal abzustauben. Da bleibt die Kunst auf der Strecke. Wohlgemerkt bei den Neulingen. Ältere Künstler gehen inzwischen ja schon dazu über ihr eigenes Label zu gründen. Mehr oder weniger erfolgreich....
    Ein weiterer Punkt ist, dass man bei den Musikfirmen auf Nummer Sicher geht. Experimente gibt es nicht mehr. Man guckt sich - hier in Europa - mal schnell ab, was beim Ami so gerade gut läuft, haut den Schund hier in Massen raus und erwartet von Newcomern, dass sie genauso ein Zeug abliefern. Wo sind die Jule Neigels, die Rainbirds und die Münchener Freiheits denn von heute? Geben tut es sie - tingeln als Amateurbands durch die Clubs unseres Landes. Nur eben auf CD haben sie nix zu suchen (Beispiele könnte ich euch zu Hauf nennen, es kennt sie nur keiner).
    Recht gebe ich dem Schreiber lennyk, der geschrieben hat, dass jede Musik seine Zeit hat. Nur war Synthie Pop seit den 70ern (mit Kraftwerk) und bis Anfang/Mitte der 90er eine eigene Musikrichtung wie z.B. Rock, mit eigenen Stars, Fassetten und Stil-Elementen. Ich denke da an Yello, die komplett anders waren/sind als die meißten Mainstream-Synthie-Bands. Glamrock oder Eurodance waren doch erheblich limitierter was die Zeit betrifft und waren eindeutig definierbar.
    Ich glaube, dass es an der Mutlosigkeit (fast schon Feigheit) der Major-Labels liegt, die ja bekanntlich die meißte Kohle für PR haben, etwas zu probieren und wieder anständige Musik in die Läden zu stellen.
    Ich wünsche mir nen Buckligen mit Hornbrille, der mit seiner Retro-Musik eine neue Nr. 1 in Europa landen kann ;-)

    Schöne Ostern wünscht
    Chris

  10. #9
    Benutzerbild von gently69

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    Vonkeil postete
    ich denke auch - alles eine frage der publicity.
    "was der bauer nicht kennt, frisst er nicht" - das trifft auch auf die (musik)konsumwelt zu.
    glaubt ihr allen ernstes, irgendjemand hätte sich für das erbärmliche gejaule von beispielsweise alexander klaws interessiert, wenn es nicht duch die medien bis ins unermessliche gepusht worden wäre?? wohl kaum.
    daher bestimmen schon lang nicht mehr die hörer die charts, sondern im endeffekt die medien! dass die doofen kiddies im endeffekt fast alles annehmen ohne nachzudenken - das haben die medien begriffen. schande über sie.
    gute musik bleibt zu oft unbemerkt und ungeachtet.
    sicher, dieses konsumverhalten zwischen käufer und medienwelt gab es in den 70ern und 80ern sicher auch schon.
    aber ich denke nicht, dass wir was die chartsplatzierungen betrifft erfolgreiche musik der 80er (bsp. a-ha, eurythmics, madonna, depeche mode usw...) mit den top 10 von heute auf die waage legen müssen...

    musik ist zum konsumartikel mutiert - du benutzt es, du wirfst es weg.
    und da liegt der unterschied zu musik aus unserer jugend oder kindheit. ich glaube kaum, dass sich in 20 jahren jemand die pussycat dolls anhört und das mit einem lebensgefühl verbindet - so wie das bei uns mit musik aus den 80ern ist.
    und der trend bewegt sich nicht erst seit gestern in diese richtung: der grundstein zur "musikalischen vermüllung" ist zweifelsohne in den 90ern gelegt worden.

    ich könnte mich hier bis ins unendliche auslassen...aber ich gebe euch erstmal raum für reaktionen!
    Jep, dem stimme ich absolut zu.

  11. #10
    Benutzerbild von NovalisHH

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    Ich denke, das die ersten Anzeichen dieses Grundsteins zur "musikalischen Vermüllung" letztendlich bereits - ich wage es kaum auszusprechen - 1987/88 z.B. von Stock/Aitken/Waterman gelegt wurden - ergo von Produzenten, die Popsongs (oft gleichklingend) nur deshalb auf den Markt warfen, um damit Geld zu verdienen. Künstlerischer Anspruch rückte zunehmend in den Hintergrund. Natürlich gab es solche "Pop for Sale"-Experimente schon früher; aber sie standen noch nicht so eindeutig im Vordergrund, wie ab 1987/88 die SAW-"Produkte" (NICHT -Lieder).
    Privatfernsehen und Musikvideo-Sender taten das übrige, um das Äußere eines Sängers, einer Sängerin für Bedeutsamer zu erklären, als deren gesangliche oder instrumentelle Fähigkeiten.
    Ein Phil Collins, ein Sting, ein Joe Cocker, womöglich ein Meat Loaf (im Deutschen: ein Heinz Rudolf Kunze, Klaus Lage etc.) hätte es in der zweiten Hälfte der 90er Jahre NIEMALS geschafft, auch nur ein einziges Musikvideo bei MTV zu plazieren.
    Durch die Überbetonung des Äußerlichen kamen statt dessen Nulpen wie Blümchen, sämtliche Boygroups, diese unzähligen Dancefloor-Püppchen a'la "Aqua" etc. zum Zuge.
    Als Höhepunkt dieser kulturellen Fragwürdigkeiten ist zweifelsohne der Castingwahn der letzten drei, vier Jahre zu bezeichnen.
    Die meisten "unserer" Bands von damals spielten sich aus dem Übungskeller ins Jugendzentrum, von dort auf lokale Bühnen, von dort ging es - wenn man Glück hatte und/oder musikalisch/künstlerisch überzeugte - in höhere Gefilde.
    Heutzutage denken sich Tausende Jugendliche, wenn sie nur gut aussehen, "cool" sind (damit meine ich die schäbige 90er-Verunzierung "unseres" Wortes "cool"), und eine große Klappe haben, reicht dies vollkommen aus, um "Popstar" zu werden - schlüpfrige Produzenten nutzen dies aus, stellen von jedem Hanswurst die lange erträumte eigene CD her - hat man dann die richtigen "Connections", kennt man Funktionäre bei Plattenfirmen und Medien, oder steigt man mit Dieter B. ins Bett - schon wächst die Chance auf einen baldigen Nummer-1-Hit, der vier Wochen später wieder vergessen ist und dessen sich in 20 Jahren kein dann 30/35jähriger mehr erinnert und ihn sich leidenschaftlich-sehnsüchtig zu Gemüte führt - so wie wir es mit "unseren" klingenden Jugenderinnerungen ein ums andere Mal tun.

    Ich bin etwa der Meinung, daß bei Peter Hofmann, dem Produzenten von "Tokio Hotel" bereits jetzt allergrößte Angst vor dem zweiten Album seiner Schützlinge herrscht. Ich gehe jede Wette ein, daß dieses (falls es überhaupt je eines geben sollte), gnadenlos floppt, die kreischenden Teeniemädels sich neuen, am Reißbrett entworfenen Idolen zuwenden - und die zur Schau gestellten Tokio-Hotel-"Musiker" früher oder später an ihrem frühen Ruhm und dessen noch früherem Ende zerbrechen und wir ihr weiteres Dasein mit unseren Steuergeldern finanzieren müssen

    Hart, aber - ich denke - wahr

    Gruß aus HH & Frohe Ostern

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