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Warum ...? z.B. englische Bands

Erstellt von waschbaer, 21.03.2008, 16:11 Uhr · 13 Antworten · 2.101 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von waschbaer

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    Warum ...? z.B. englische Bands

    In meinem kürzlich eröffneten Thread über Del Amitri klang es ja schon kurz an, aber für mich ist es ein absolutes Rätsel, weshalb manche Bands, die nicht nur ein oder zwei Hits in den UK-Charts hatten, sondern schon eine ganze Latte bei uns definitiv nie in die Charts kamen oder eigentlich, wenn sie in die Charts kamen, dann mit nur recht wenigen Songs.

    Liegt es einfach nur am Management? Wurden Sie von den deutschen Ablegern ihrer Plattenfirmen nicht für "radiotauglich" genug gehalten? Oder wollte gar die Band selber nichts mit Fans in Deutschland zu tun haben (was ich wohl für nahezu unmöglich halte). Als Beispiele greife ich mal raus.

    Squeeze

    25 Charteinträge in den UK-Charts zwischen 1978 und 1996 und bei uns so gut wie unbekannt.


    The teardrop explodes

    Immerhin acht Charteinträge im UK zwischen 1980 und 1990 und bei uns gähnenden Leere.


    XTC

    18 Charteinträge zwischen 1979 und 1992 auf der Insel und bei uns eben nicht einmal in den Charts vertreten.


    Madness

    Wenn ich richtig gezählt habe, dann sind sie 35 x zwischen den späten 70ern und dem Jahre 2008 in den britischen Charts vertreten, allerdings bei uns doch weitestgehend auf ihren Erfolg mit Our house beschränkt. Ich erinnere mich, sie mal im Radio als One-Hit-Wonder durch den Moderator anmoderiert worden zu sein.


    The Selecter

    Zwar nur vier mal in den UK-Charts, aber hier glaube ich einfach, dass die Ska-Gruppen bei uns zu unbekannt waren und diese Musikrichtung bei uns eben keine Lobby hat.


    UK Subs

    Ich greife für die ganzen Punk-Bands Anfang der 80er einfach mal die UK Subs raus. Ich hätte genauso gut Cockney Rebel oder Sham 69 nehmen können. Vielleicht konnten sich die deutschen Plattenkäufer eben nicht so mit der englischen Arbeiterklasse identifizieren.


    Average White Band

    Auch die haben immerhin acht Charteinträge in den UK-Charts und kamen in Deutschland meines Wissen nie in die Top 100 (oder damals in die Top 75).


    Classix nouveaux

    Immerhin auch acht Titel in den UK Charts paltziert und bei uns - wenn man mal von einigen Mitgliedern dieses Forums absieht, wohl echt unbekannt.


    Go West

    Ich habe immerhin dreizehn Einträge in den UK-Charts gezählt. Bei uns, wenn überhaupt, dann kennt man doch allerhöchstens die Tatsache, dass die beiden Herren die Augen schließen und im Soundtrack der "Hübschen Frau" für Frau Roberts etwas beigetragen haben.


    China crises

    Immerhin 14 Charteintritte zwischen 1982 und 1989 bei den Briten und bei uns - außer "Wunschdenken" nichts gewesen.


    Prefab sprout

    Immer 20 Titel konnten sie in den UK-Charts platzieren. Bei uns waren es sage und schreibe 0.


    Echo & The Bunnymen

    Wenn ich richtig gezählt habe, dann waren sie 21 x in den UK-Charts. Und bei uns kamen sie doch bestenfalls in das Bewusstsein vieler Leute durch deren Verwendung im Pop & Wave Sampler von Sony Music.


    The Nolans

    Die Schnuckelschwesterchen hatten immerhin zehn Mal einen Eintrag in den UK-Charts und mehrere eigenen Fernsehshows in England. In Japan haben sie angeblich mehr Platten verkauft als die Beatles. Bei uns aber Fehlanzeige.



    The Clash

    Ein richtige britische Institution. 24 x habe ich sie in den UK-Charts gezählt. Bei uns eben nicht, bis auf die Verwendung von Should I stay or should I go in einem Werbespot Anfang der 90er kam


    The Jam

    Ein richtige britische Institution. Die übertreffen selbst The Clash noch. 42 x habe ich gezählt, kamen sie mit irgendeinem Song in die UK-Charts. Gut, da sind alle Re-Releases miteingerechnet. Aber immerhin. Und bei uns? Aber vielleicht können Babooshka oder closelobster eine Antwort darauf geben.

    Ich hätte noch weitere Beispiele geben können wie The Icicle works, Deacon blue (immerhin mal in den D-Charts vertreten), The Alarm, Aztec Camera (hatten mit Somewhere in my heart ja wenigstens einen kleinen Hit) oder auch Hazel O´Connor nennen können. Meie Liste erhebt keinen ANspruch auf Vollständigkeit.

    Wem noch weitere Beispiele einfallen, der kann sie gerne hier posten. Aber so gesehen müssen wir uns dann doch glatt wundern, dass Bands wie Visage (Fade to grey kam in den UK-Charts nur auf Platz 8), H2O (Die hatten nur vier Charttitel im UK und der bekannteste I dream to sleep kam über Platz 17 nicht hinaus), Stephen Duffy (der kam ebenfalls nur mit vier Titeln in die Charts, Kiss me allerdings bis auf Platz 4) in Deutschland Chartserfolge feiern konnten.

    Und wer eine mir nachvollziehbare Erklärung bieten kann, der sei hiermit zum Posten aufgefordert.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von schubser

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    AW: Warum ...? z.B. englische Bands

    Nunja ich denke es liegt an den Hörgewohnheiten...warum sind in UK viele Sachen nicht in den Charts, welche hier oder anderswo absolute Topseller sind/waren? Da kannste die Frage auch andersrum aufbaun.

  4. #3
    Benutzerbild von waschbaer

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    AW: Warum ...? z.B. englische Bands

    @schubser

    Einverstanden, aber da bin ich auch noch auf keine sonderliche Lösung gestoßen. Lediglich bei Nena, die in England auf nahezu jedem One-Hit-Wonder Sampler zu finden ist mit der englischen Version ihrer Luftballons, kann ich das auch nicht so ganz nachvollziehen.

    Bei der von mir gestellten Frage finde ich das viele Band (mit Ausnahme der Punkbands und der Skabands) recht ähnlich klingen wie Bands die bei uns durchaus erfolgreich waren.

  5. #4
    Benutzerbild von chris74

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    AW: Warum ...? z.B. englische Bands

    (Klugscheißermodus ein)

    Prefab Sprout waren ja gar nicht sooo erfolglos in D:
    The Sound Of Crying #79
    If You Don't Love Me #60
    A Prisoner Of The Past #86

    (Klugscheißermodus aus)

    Was aber natürlich nur heißt, daß es erstens zu wenig und zweitens zu weit hinten plazierte Singles waren.

    Ich denke aber, daß die unterschiedlichen Charteinträge einfach daher rühren, daß die Briten nun mal einen gänzlich anderen Geschmack haben als wir Deutsche. Ich habe mal bei einem Spanplattenhersteller gearbeitet, der auch Küchenarbeitsplatten (u. a. für IKEA) herstellt, und uns allen in der Abteilung ist ganz übel geworden, als wir ausgewertet haben, was die Briten als Oberflächendekore bevorzugen.

    Aber auch die Pet Shop Boys haben z. B. in Frankreich nie richtig Fuß fassen können. Oder auch Texas sind in den USA nie wirklich erfolgreich gewesen, obwohl die Musik stellenweise auch von dort hätte kommen können.

  6. #5
    Benutzerbild von Closelobster

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    AW: Warum ...? z.B. englische Bands

    @ Waschbaer: ich vermute mal, Du meinst die Cockney Rejects, und nicht Mr. "Make me Smile" oder "Sebastian" Steve Harley`s Cockney Rebel. Die hatten zwar durchaus Einfluß auf die UK-Punkszene, die aber als Punkband zu bezeichnen halte für leicht übertrieben.

    Warum Acts wie XTC, Teardrop Explodes oder The Jam gefloppt sind - ich vermute mal, die Fanbasis war nicht so signifikant, daß Plattenkäufe alleine einen Chartentry gerechtfertigt hätten. Und wenn ich überlege, was 1980 - Anfang 1982 so gespielt wurde im Radio: *schauder* .... da hatten die leicht verschrobenen oder auch aggressiven Songs aus dem United Kingkong keine echte Chance.

  7. #6
    Benutzerbild von okinawa

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    AW: Warum ...? z.B. englische Bands

    Man darf auch nicht vergessen, dass diese Bands im UK halt ein größeres Forum hatten, sich zu präsentieren - ich sage nur John Peel (viele der Bands haben Radio Sessions bei Peel gespielt), The Tube, Old Grey Whistle Test...
    Das Chartproblem rührt z.T. auch daher, dass es für manche Händler eben leichter war Phil Collins als Echo & The Bunnymen in die Liste einzutragen (damals wurde ja noch nicht nach wirklichen Verkäufen ermittelt). Es ist ja auch nicht so, dass diese Bands nun wenig Fans hatten, zB haben The Cure auch ohne Charteinstiege schon 1982 in 2000er Hallen hier gespielt.
    Bei einigen Bands ists aber sicher so, dass die Plattenfirmen die auch eher als britisches Thema (aufgrund der Texte etc) gesehen haben + von daher sich auch nicht so sehr drum bemüht waren, die nun in Deutschland groß rauszubringen...

  8. #7
    Benutzerbild von TalkTalk

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    AW: Warum ...? z.B. englische Bands

    Zitat Zitat von chris74 Beitrag anzeigen
    (Klugscheißermodus ein)



    Ich denke aber, daß die unterschiedlichen Charteinträge einfach daher rühren, daß die Briten nun mal einen gänzlich anderen Geschmack haben als wir Deutsche.
    Bloß gut sind nicht alle Deutschen so. Was so im Vergleich deutsche und englische Charts vertreten war, ist schon ziemlich krass, oder peinlich für Deutschland.
    vom Musikgeschack her bin ich dann wohl eher der Brite.

  9. #8
    Benutzerbild von waschbaer

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    AW: Warum ...? z.B. englische Bands

    @okinawa

    Das Argument mit John Peel sehe ich ein. Er hat sicherlich wahnsinnig viel für die abwechslungsreichen britischen Charts getan. Seine Peel Sessions und seine Förderung v.a. von unbekannten neuen Bands sind ja geradezu legendär.

    Ansonsten finde ich deine These, dass Echo & The Bunnymen oder irgendwelche anderen Bandnamen einfach schwerer zu schreiben sind und daher von den Händlern eher einfache Namen (z.B. der von dir erwähnte Phil Collins) weitergegeben worden sind schon ganz interessant.

  10. #9
    Benutzerbild von okinawa

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    AW: Warum ...? z.B. englische Bands

    Zitat Zitat von waschbaer Beitrag anzeigen
    @okinawa
    Ansonsten finde ich deine These, dass Echo & The Bunnymen oder irgendwelche anderen Bandnamen einfach schwerer zu schreiben sind und daher von den Händlern eher einfache Namen (z.B. der von dir erwähnte Phil Collins) weitergegeben worden sind schon ganz interessant.
    Na ja, war ein bißchen mit Ironie verbunden, es ist aber schon auffällig, dass bestimmte Künstler seit der Änderung der Ermittlung der Charts längst nicht mehr so 'erfolgreich' waren wie noch zuvor - man nehme nur Leute wie Phil Collins, der teilweise wochenlang auf Spitzenpositionen stand + später kaum mal mehr einen richtigen Hit hatte. Da war bei einigen Händlern wirklich Bequemlichkeit angesagt + wenns halt knapp in der Zeit war, dann hat man die Zahlen der Vorwoche halt eingetragen... daher meine Annahme, dass eben die Bunnymen schwerer zu schreiben waren als Collins...

  11. #10
    Benutzerbild von waschbaer

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    AW: Warum ...? z.B. englische Bands

    @okinawa

    Nun ja, aber einige gewisse Logik steckt dahinter. Viele der nicht ganz so bekannten Bands haben doch etwas "schwierigere" Namen wie Icicle works, Teardrop explodes oder Cactus World News. Da ist das Prinzip Vorname + Nachname dann doch einfacher. Würde zu einem gewissen Grad glatt Sinn machen.

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