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Welche Live-DVD von Midge Ure ...

Erstellt von gently69, 16.11.2006, 16:11 Uhr · 8 Antworten · 833 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von gently69

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    Welche Live-DVD von Midge Ure ...

    ... würdet ihr mir empfehlen. Habe die Midge Ure - Rewind: The Greatest Hits Tour oder die Midge Ure - Relive - Sampled Looped & Trigger Happy ins Auge gefasst.
    Aber beide DVDs werden ganz unterschiedlich bewertet und ich kann mich nicht entscheiden.
    Besitzt einer von Euch eine oder sogar beide DVDs und kann mir nen Tipp geben?

    Schanke Dön
    gently

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von okinawa

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    hm, schwierige Sache - kommt halt drauf an, ob du eher den elektronischeren Midge ure hören willst (dann ist Relive sicher die bessere Wahl) oder ob Du Midge Ure mehr hören möchtest, wie er aktuell live mit Band klingt, dann wär wohl eher Rewind angesagt. Ich persönlich find Relive besser auch mit den zusätzlichen Dokumentationen. Ist definitiv Geschmackssache, von der Tracklist her ist Relive ein wenig Ultravox-lastiger, dafür gibts Hymn und Dancing With Tears In My Eyes nur auf Rewind - letztere wurde bei einem Konzert mitgeschnitten, Relive ist ein Dokument der Tour.

  4. #3
    Benutzerbild von gently69

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    Danke okinawa. Muss ich dann wirklich mal sehen, welche ich nehme. Die Relive ist die neuere Ausgabe, oder? Hymn und Dancing With Tears In My Eyes nur auf der Rewind? Hmm ... die Songs würden mir allerdings für den Gesamteindruck auch fehlen. Nach dem ersten Eindruck würde ich dann eher zur Rewind tendieren.

    Und sonst? Ihr da draußen ... keiner der noch was dazu sagen könnte?

  5. #4
    Benutzerbild von NovalisHH

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    So, hier nun meine Rezension zu "Relive" aus dem April 2005:

    "Die britische Band Ultravox gehörte unzweifelhaft zu den stilbildenden Repräsentanten der New-Wave- und New-Romantic-Ära, die in den frühen 80er Jahren die Musikszene gehörig aufwirbelte. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus technokratisch-kühlen Rhythmen, wehenden, breitflächigen Synthesizerkaskaden, harschen Gitarrenriffs und romantisch-wehmütiger Melodieführung, gelangen den vier Popexzentrikern zwischen 1981 und 1986 eine Vielzahl von Tophits überall in Europa. Verantwortlich für diesen grandiosen Erfolg des musikalischen Konzepts von Ultravox war in erster Linie der aus Schottland stammende Songschreiber, Gitarrist, Keyboarder und Sänger Midge Ure, der bereits in den 70er Jahren mit der Teeniepopband „Slik“ einige Hits feiern konnte und später bei so unterschiedlichen Projekten wie der Punk-Pop-Band „The Rich Kids“ oder gar Heavy-Legende „Thin Lizzy“ tätig war. Nachdem Ultravox-Begründer John Foxx 1979 seine zuvor zwischen lauem New Wave und uninspiriertem Punk herumlavierende Band mangels Erfolgsaussichten verlassen hatte und sich auf eine (allerdings kaum rentablere) Solokarriere einließ, wurde Midge Ure von den restlichen Bandmitgliedern beim kultigen New-Romantic-Projekt „Visage“ ausfindig gemacht und schnurstracks zu Ultravox geholt. Von da an ging es strikt bergauf. Der verschmitzte Schotte sorgte für den nötigen musikalischen Tiefgang der Songs, das treffliche Image zwecks Vermarktung derselben und jenes Fünkchen Kommerzialität, das ein guter Song nun einmal braucht, um nicht auf ewig ein Geheimtip für Spezialisten und Gourmets zu bleiben, sondern auch und gerade in den Pophitparaden punkten zu können.
    So beherrschten Ultravox ab 1981 auf einer Augenhöhe mit Duran Duran, Depeche Mode, Heaven 17, The Cure oder Spandau Ballet das kreative Geschehen der blühenden New-Romantic-Bewegung. Ein Hit folgte dem anderen; ausverkaufte Tourneen durch ganz Europa rissen die Fans zu regelrechten Begeisterungsstürmen hin; in banalen Jugendpostillen wie auch in anspruchsvollen Musikmagazinen fand man zumeist mehr als nur lobende Worte für das Quartett, das schon 1980 mittels der düster-verschnickten Synthi-Single „Vienna“ wichtige Maßstäbe für den elektronischen Pop der kommenden Dekade gesetzt hatte. Doch Midge Ure trieb zeitgleich zu den Erfolgen mit seiner Band auch eine eigenständige Solokarriere voran, die 1982 eine erste Single hervorbrachte („No Regrets“) und 1985 mit der verträumten LP „The Gift“ und vor allem der verliebt-herbstlichen Hitsingle „If I was“ den endgültigen Durchbruch erzielte. Bereits 1986/87 schien die Zeit für Ultravox vorüber; Ure konzentrierte sich fortan ausschließlich auf seine solistischen Ambitionen, während die restlichen drei mit wechselnden Sängern und recht konventionellem Pop/Rock auf Synthibasis bald in der Versenkung verschwinden sollten.
    Die Solokarriere Midge Ures brachte zwischen 1985 und 2000 fünf hochwertige Alben hervor, die sich zunehmend vom monumentalen Synthirock der Ultravox-Phase entfernten und sich statt dessen folkorientierten Songstrukturen, nebst ruhigen, balladesken, oft akustischen Arrangements öffneten, die jedoch weiterhin auf der Basis hervorragender, stets eingängiger Melodien verblieben. Obwohl das Publikumsinteresse im Laufe der 90er Jahre naturgemäß nachließ, da sich Ures stille Kleinode einfach als zu unspektakulär, zu bieder, aber dadurch eben auch zu qualitätsvoll und extravagant für das Zeitalter von Wegwerf-Dancefloor und Boygroup-Gesäusel zeigten, tourte er weiterhin, begleitet von verschiedenen Musikern, durch die Lande und begeisterte seine treuen Fans ein ums andere Mal mit einer Mischung aus klassischen Hits der 80er und seinen feingliedrigen Kompositionen der Neuzeit.
    Auch im Frühjahr 2003 gab Midge Ure 35 Konzerte in Großbritannien und Irland. Für diese „Sampled Looped & Trigger Happy Tour“ hatte er sich etwas ganz besonderes einfallen lassen: Zum einen griff er fürs Repertoire zuhauf auf Songs zurück, die er oft seit legendären Ultravox-Tagen nicht mehr angerührt, geschweige denn ‚live’ aufgeführt hatte, zum anderen hatte er sich in den Kopf gesetzt, diese vielschichtigen, synthilastigen Epen mit den technischen Möglichkeiten des neuen Jahrtausends neu aufleben zu lassen. So engagierte er nur zwei Begleitmusiker – Ad Chivers und Jerry Rosier –, die (wie auch er selbst) während der einzelnen Shows verschiedene Instrumente bedienten. Davon abgesehen verließ er sich mit Vorliebe auf Loops, Samples, Labtops, Keyboards, elektronisches Schlagzeug und weitere technische Sperenzchen des Heute. Was dabei heraus kam, erfährt der Fan auf der dieser Tage erscheinenden, fast 74minütigen CD „Relive“ (Hypertension) und einer ausführlicheren, gleichnamigen DVD, die nicht nur fast eine Handvoll Livesongs mehr enthält als die prallgefüllte Silberscheibe, sondern zusätzlich mit Studio-, Tourbus- und Backstageimpressionen und einem sehr informativen, rund 40minütigen Interview mit dem gewitzten Hauptakteur aufwartet.
    Keine Sorge – Midge Ure hat für seine 2003er-Tournee nicht das getan, womit viele Zeitgenossen des Ultravox-Heroen in den letzten Jahren ihre alten Fans restlos vergraulten: Mit scheußlichem Disco- oder gar Tekknobeat unterlegte 80er-Klassiker, vergewaltigt durch Billig-Synthis und wummernde Bässe, werden dem Zuhörer gottlob vollständig erspart. Stattdessen bleibt Ure seinem traditionellen Sound konsequent treu, setzt diesen nur mit einfacheren Mitteln um, als dies in jenen Zeiten der Fall war, in denen mannigfaltige Computertechniken überhaupt erstmals Einzug in die Welt der Popmusik hielten. Obwohl eine Vielzahl der Klänge dem Synthesizer entlockt werden, des öfteren sogar zuvor im Studio eingespielt und gesampelt wurden, erwecken Ures auf „Relive“ festgehaltene Liveaktivitäten niemals den Anschein, sie seien steril oder entstammten der Konserve. Ure wechselt von Keyboard zur Gitarre und wieder zurück, agiert ab und zu vollständig akustisch; seine Begleiter turnen zwischen Keyboardtürmen, Drums, Percussions, Gitarren und Bässen hin und her. Auf diese Weise rettet der begnadete Komponist seine Perlen anstandslos in die heutige Zeit, ohne einerseits zu modern, womöglich kitschig oder zu kommerziell zu klingen, während andererseits aber auch kein einziger Beitrag auf „Relive“ jemals den Eindruck vermittelt, er hätte auch nur das kleinste Körnchen Staub angesetzt.
    Die 17 (auf der DVD: 19) Songs von „Relive“ können sich folglich durchweg sehr gut hören lassen. Tatsächlich machen langvermißte Ultravox-Dramen, die oft mehr als 20 Jahre auf dem Buckel haben, den Hauptteil der mitgeschnittenen Songs aus. Der klirrend-kalte und doch so gefühlvolle Titelsong des 84er-Albums „Lament“ etwa, das Technopop-Epos „White China“ (ebenfalls von „Lament“), die dunkel-treibenden Wave-Rocker „Sleepwalk“, „Passing Strangers“ oder „All stood still“ aus der LP „Vienna“, dem ersten Ultravox-Album mit Midge Ure als Frontmann, erscheinen in völlig neuem Licht, ohne etwas von der betulich-schönschaurigen Früh-80er-Athmosphäre aufzugeben. Da Midge Ure als junger Mann viel eher Komponist, Produzent und Instrumentalist sein wollte, denn Sänger oder Texter, rekapituliert er seine Jugendträume, indem er die wortlosen Instrumentalsongs „Astradyne“ (1980), „Edo“ (1985) sowie den monströsen Hardrock „Monster“ (2000) in sein für „Relive“ aufbereitetes Liveprogramm integrierte. Natürlich kommen auch die Ewigkeits-Hits nicht zu kurz: Das thematisch im Nachkriegs-Wien zu Zeiten des Filmklassikers „Der Dritte Mann“ angesiedelte Fundamentalopus „Vienna“ darf bei keinem Midge-Ure-Konzert fehlen, ebensowenig der klaustrophobische, nervenaufreibende Düsterrocker „The Voice“ (1982) oder Ures einst für sein Nebenbei-Projekt „Visage“ verfaßte Großstadtdisco-Hymne „Fade to grey“. Selten „live“ zu hören gab es in den letzten Jahren dagegen seinen ersten Solohit „If I was“ – im Oktober 1985 Nummer-1 in Großbritannien, Rang Zwei hierzulande – oder die traumhaft schöne, surrealistisch anmutende Ohrwurmmelodie „Reap the Wild Wind“ (1982). Aus Ures letztem Major-Studioalbum „Move me“, erschienen im Herbst 2000, fanden der zickige, durch seine ungewöhnliche Rhythmik bestechende Titelsong sowie der kleine, aber feine Singlehit „Beneath a Spielberg Sky“ Eingang ins Tourprogramm.
    Während die CD-Version exklusiv das im Studio aufgenommene, sehr tanzbare, über sechsminütige Instrumental „Tomorrow“ als Bonus enthält, findet man ausschließlich auf der DVD die beiden von Midge solo zur akustischen Gitarre vorgetragenen Evergreens „One small Day“ (1984) und „No Regrets“ (1982) sowie die 1998 – immerhin zwei Jahre nach ihrem erstmaligen Erscheinen - durch Nutzung als „Swatch“-Werbemusik unvermutet zu einem europaweiten Top-10-Hit avancierte, filigrane Gänsehautballade „Breathe“.
    Sowohl CD, als auch DVD, bieten nicht nur für eingefleischte Fans von Ultravox bzw. Midge Ure spannende neue Nahrung. Auch der allgemein am vielfältigen Musikgeschehen der 80er Jahre Interessierte wird sich sehr daran erfreuen können, wie es einem der Hauptprotagonisten desselben gelingt, 20 Jahre später seine Songs ohne jegliche Anbiederung an mediengesteuerte Revivals wiederauferstehen zu lassen – klanglich optimal und in modernstem Zuschnitt, und dennoch originalgetreu und um kein Haar weniger romantisch, melancholisch, verregnet und ausdrucksvoll wie in den legendären Jahren zwischen NATO-Doppelbeschluß, Wirtschaftsboom, Raketenangst und Yuppietum."

    Gruß aus HH

  6. #5
    Benutzerbild von gently69

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    Super. Danke dir für diese Ausführung. Das klingt ja nicht schlecht.

  7. #6
    Benutzerbild von mf666

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    ich hab Midge vor einem Jahr getroffen und ich würde im Januar mal ROCKPALAST einschalten

    Interessant wären mal Live-Aufnahmen mit THIN LIZZY

  8. #7
    Benutzerbild von gently69

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    Zitat Zitat von mf666 Beitrag anzeigen
    ich hab Midge vor einem Jahr getroffen und ich würde im Januar mal ROCKPALAST einschalten

    Interessant wären mal Live-Aufnahmen mit THIN LIZZY
    Danke für den Tipp. Werde ich mir mal vormerken. Lese gerade seine Bio. Bis dahin wusste ich gar nicht, dass er auch mal bei THIN LIZZY ausgeholfen hat.

  9. #8
    Benutzerbild von okinawa

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    einen kleinen Überblick des aktuellen Livesets im Radio...
    http://www.wdr.de/radio/wdr2/soundfiles/350184.phtml

    WDR 2 Sonntag 23.00 - 24.00 Midge Ure aus Leverkusen 2006

  10. #9
    Benutzerbild von gently69

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    Zitat Zitat von okinawa Beitrag anzeigen
    einen kleinen Überblick des aktuellen Livesets im Radio...
    http://www.wdr.de/radio/wdr2/soundfiles/350184.phtml

    WDR 2 Sonntag 23.00 - 24.00 Midge Ure aus Leverkusen 2006
    Guter Tipp! Und am 29.01.07 gibt's in dann auch im WDR Rockpalast.
    http://www.rockpalast.de/bands/midge_ure/

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