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Joy Division und Fischer-z

Erstellt von Veja, 02.02.2003, 10:15 Uhr · 25 Antworten · 6.569 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von bamalama

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    FISCHER - Z - highlights 1979-2004 (the best of 25 years) 2 CD CAPITOL / EMI 8666092 2 VERÖFFENTLICHUNG: 30.08.2004

    CD 1:

    01. Back To Berlin
    02. Remember Russia
    03. Pretty Paracetamol
    04. The Worker
    05. Crazy Girl
    06. Room Service
    07. So Long
    08. Berlin
    09. Marliese
    10. Red Skies Over Paradise
    11. One Voice
    12. I Smelt Roses (In The Underground)
    13. Need You
    14. The Perfect Day
    15. Tallulah Tomorrow
    16. Big Drum
    17. Say No
    18. Masquerade

    CD 2:

    01. Destination Paradise
    02. Will You Be There?
    03. Tightrope
    04. Say When
    05. Marguerite Yourcenar
    06. Further From Love
    07. Killing Time
    08. Marlon
    09. Human Beings
    10. Blue Anemone
    11. Protection
    12. Big Man Buddha
    13. Brilliant Career
    14. Just Hang On
    15. Angel Of Gardenia
    16. Reptile
    17. Cool Enough
    18. Walking The Doberman
    19. Jukebox


  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von Chaparral

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    Da ist ja gar nicht "Going deaf for a living" drauf, war immer eins meiner Lieblingsstücke. Trotz des schnellen und recht hektischen Schlagzeug hat dieses Lied dennoch sowas melancholisch - gefühlvolles , einfach schön!!

  4. #13
    Benutzerbild von bamalama

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    und hier die DVD:

    FISCHER - Z - the garden party / the 25th silver jubilee ... CAPITOL / EMI 5441219 VERÖFFENTLICHUNG: 01.10.2004

    To be released by EMI on 30 September 2004. Unique record of the Silver Jubilee Garden Party which was held in the Sus5ex countryside on June 19th this year. The main Garden Party film includes some of the classic Fischer-Z tunes played live and spontaneously by a combination of band members past and present, including the likes of Steve Liddle, Dave Graham, Steve Skolnik and Nick Bunker. It also contains a huge photo archive, bonus tracks, in glorious 5.1 surround sound. The cast was assembled for one day only.

    01. Pretty Paracetamol
    02. The Worker
    03. The Worker
    04. Marliese
    05. Perfect Day
    06. Reptile
    07. Will You Be There
    08. Say When
    09. Red Skies Over Paradise (Bonus Track)
    10. Tightrope (Bonus Track)
    11. Destination Paradise (Bonus Track)
    12. Room Service (Bonus Track)

    SPECIAL FEATURES:

    - Photo Gallery
    - Audio-Kommentar
    - "Ether"-Trailer


  5. #14
    Benutzerbild von Minimalelektronik

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    also von Joy Division würde ich das Album "Unknown Pleasures" als Reinhörtip empfehlen, es ist eine recht eingängige Platte. Oder Du nimmst eine der vielen Best Of scheiben z.B. Substance.

  6. #15
    Benutzerbild von Franky

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    Joy Division sind eine meiner absoluten Lieblingsbands !!
    Und unbekannt ? Auf dem meisten Disco-Veranstaltungen, auf die ich gehe läuft am Abend mindestens ein song von Joy Division und das ist so gut wie nie "Love will tear us apart"

  7. #16
    Benutzerbild von Minimalelektronik

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    Franky postete
    Auf dem meisten Disco-Veranstaltungen, auf die ich gehe läuft am Abend mindestens ein song von Joy Division und das ist so gut wie nie "Love will tear us apart"
    und das ist auch besser so

  8. #17
    Benutzerbild von bamalama

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    nach der etwas gewöhnungsbedürftigen FISCHER-Z-DVD the garden party erscheint ende JULI 2005 eine zweite DVD, dieses mal mit einem konzert von 1981. die trackliste steht leider noch nicht fest.

    FISCHER-Z - greatest hits live VERÖFFENTLICHUNG: 25.07.2005

    Fronted by the enigmatic John Watts on guitar and vocals, Fischer Z leaped onto the music scene in 1979 with their quirky debut album, Word Salad.

    This quartet, with Steve Hancock on keyboards, Steve Liddle on drums and David Graham on the bass played a rough and tumble form of new wave that was equal parts Roxy Music and Talking Heads with pop art and prog rock leanings.

    Watts vocals were extremely distinctive, veering from a low baritone to a higher register that was not unlike Pete Townsend on helium. Chart success was immediate with 'The Worker' and 'Pretty Paracetamol' and their second album, 1980's Going Deaf featured the international hit 'So Long'.

    This set was filmed in Bremen in 1981 to promote the band's third album 'Red Skies Over Paradise', that proved to be their biggest selling ever and secured the dedicated following that supports the band concerts throughout Europe, today some 25 years later.


  9. #18
    Benutzerbild von röschmich

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    Das ist schön zu hören, obwohl ich mir die erste Fischer-Z DVD mangels chronischer Geldnot noch nicht zugelegt habe. Aber die DVDs werden ja auch immer billiger.

  10. #19
    Benutzerbild von bamalama

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    hier kommen die details zur im JULI 2005 erscheinenden DVD:

    FISCHER-Z - greatest hits live QUANTUMLEAP QLDVD6264 VERÖFFENTLICHUNG: 25.07.2005

    Fronted by the enigmatic John Watts on guitar and vocals, Fischer-Z leaped onto the music scene in 1979 with their quirky debut album, Word Salad.

    This quartet, with Steve Hancock on keyboards, Steve Liddle on drums and David Graham on the bass played a rough and tumble form of new wave that was equal parts Roxy Music and Talking Heads with pop art and prog rock leanings.

    Watts' vocals were extremely distinctive, veering from a low baritone to a higher register that was not unlike Pete Townsend on helium. Chart success was immediate with 'The Worker' and 'Pretty Paracetamol' and their second album, 1980's Going Deaf featured the international hit 'So Long'.

    This set was filmed in Bremen in 1981 to promote the band's third album 'Red Skies Over Paradise', that proved to be their biggest selling ever and secured the dedicated following that supports the band concerts throughout Europe, today some 25 years later.

    Set list:

    01. So Long
    02. Going Deaf For A Living
    03. Lies
    04. The Worker
    05. Spiders
    06. Room Service
    07. Pick-Up, Slip-Up
    08. Pretty Paracetamal

    Duration: 35 minutes (approx)

    SPECIAL FEATURES:

    - Interactive menus
    - Individual track selection
    - Biography
    - Discography
    - Weblinks
    - Guitar tabs
    - Song lyrics


  11. #20
    Benutzerbild von NovalisHH

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    Weil Fischer-Z auch zu meinen absoluten New-Wave-Favoriten gehören, hier nun meine Rezension von "Highlights 1979 - 2004", die ich im September letzten Jahres vür www.hithaus.de schrieb:

    Wer sich eingehender mit der britischen Popszene der 80er Jahre beschäftigen möchte, dürfte an Fischer-Z wohl kaum vorbeikommen. Die als Quartett konzipierte Band war eines der innovativsten, außergewöhnlichsten und intelligentesten Projekte der aufstrebenden New Wave-Bewegung der späten 70er und beginnenden 80er. Messerscharfe Texte, oft novellenartig bizarre, absurde Situationen des Alltags aufspießend, vorgetragen von der eindringlichen, verhältnismäßig hohen Stimme von Bandchef John Watts, verbunden mit zackig-zickigen Rhythmen, die auf zeitnahen Reggae-, Punk- und oft hyperschnellen New Wave-Elementen basierten, kennzeichneten besonders die ersten drei und zugleich band- wie musikgeschichtlich bedeutsamsten Alben von Fischer-Z. Trotz aller musikalischer wie lyrischer Brillanz gelang der 1977 vom examinierten Psychologiestudenten John Watts gegründeten Truppe niemals der allumfassende Durchbruch. Zwar galten Watts und die Seinen besonders in Deutschland, Skandinavien und den Benelux-Ländern als umjubelter Liveact und konnten sie auch die eine oder andere Single in den europäischen Hitparaden plazieren – Spitzenränge in Holland oder Belgien schienen zeitweilig zur Regel zu werden. Den Weltruhm stilistisch ähnlich ausgerichteter Wave-Heroen wie The Police, The Stranglers oder Joe Jackson konnten der singende Wortartist Watts und seine häufig wechselnden Begleiter niemals erzielen. Fischer-Z gaben sich bei weitem nicht so rüde und draufgängerisch wie etwa die „Würger“ des Hugh Cornwell und genossen auch niemals, nicht mal im Ansatz, den Liebkind-Status von Sting und Co. Frontmann Watts zeigte sich schlicht zu sperrig, zu verschroben, zu eigenbrötlerisch, oft auch zu diktatorisch im Umgang mit Musikerkollegen, Bandmitgliedern und Pressevertretern, um vom Mainstream geliebt zu werden. Doch gerade diese Eigenschaft, es niemandem so richtig recht machen zu können – und dies womöglich auch gar nicht zu wollen -, schien den am 27. Dezember 1954 im Londoner Vorort Frimley geborenen Wave-Philosophen zu phänomenalen kreativen Höhenflügen anzuspornen. Während die Stranglers heutzutage längst ohne Gründervater Cornwell durch die Bierzelte touren und Sting seit über zehn Jahren im Grunde genommen nur noch gepflegte Langeweile zur Beschallung pseudoelitärer Firmenpartys präsentiert, ist John Watts weiterhin offen für Neues: Er experimentiert mit aktuellen musikalischen wie technischen Möglichkeiten – und bleibt dabei doch stets er selbst und käme auch niemals auf die Idee, seine Vergangenheit auch nur in Nuancen zu verleugnen.
    Im Mai vor 25 Jahren erschien „Word Salad“, das hochgelobte Debüt von Fischer-Z. Grund genug für seine langjährige Plattenfirma EMI, die verschiedenartigen Wege des hochtalentierten Sängers, Gitarristen und Songschreibers durch die Popkultur liebevoll nachzuzeichnen und für all seine Fans und diejenigen, die es vielleicht doch noch werden wollen, die „Highlights“ der Jahre 1979 bis 2004 geballt auf zwei je rund 75minnütigen CDs „digital remastered“ zu kompilieren. Insgesamt 37 Songs beinhaltet gleichnamige Doppel-CD, die dieser Tage von EMI Catalogue Marketing veröffentlicht wurde. Beileibe nicht nur Höhepunkte, aber viele phantastische, zeitlose Momente aus 25 Jahren John Watts bekommt der aufgeschlossene Rezipient in bester Klangqualität zu hören. Chronologisch geordnet beginnt CD-1 nach dem versöhnlichen, ungewohnt romantischen Popblues „Back to Berlin“, den John Watts eigens für „Highlights“ eingespielt hat, mit drei kurzen, prägnanten Oden aus „Word Salad“. Provokativ traf der auf den ersten Blick eher sanft wirkende Reggae „Remember Russia“ in die seinerzeit aufkeimende Nachrüstungsdebatte, „The Worker“ schildert in simpelsten, aber punktgenauen Worten die Gleichförmigkeit und Eintönigkeit im Leben eines britischen Industriearbeiters, während der aufregend-bedrohliche Gitarrenrocker „Pretty Paracetamol“ als zynische Liebeserklärung an die Kopfschmerztablette aufzufassen ist. Auf das überaus vielseitige und zugleich noch etwas jugendlich-naive Debütalbum folgte kaum ein Jahr später die LP „Going Deaf for a Living“, auf der Watts verquere Liebeslieder („Crazy Girl“) oder wehmütig-abgeklärte musikalische Abschiedsbriefe („So long“) zum Besten gab. Bis heute Kultstatus genießt der dunkle, klirrendkalte Reggae „Room Service“. Darin beschreibt der Ray Davies der 80er Jahre die bizarre Situation im Münchener Park Hilton Hotel, als er das Zimmermädchen rief, das aber kein Wort Englisch sprechen konnte und jede Frage des Musikers nur stereotyp mit „It’s all right“ beantwortete.
    Fischer-Z tourten unermüdlich durch Großbritannien und Europa und hatten inzwischen sogar in den USA fußgefaßt, als im März 1981 das betont aggressive, gitarrenlastige und in seiner Lyrik oft sehr politische Album „Red Skies over Paradise“ erschien, das mit „Marliese“ den ersten kleinen Singlehit für die Band in Deutschland enthielt. Wiederum zeigte sich Watts in jenem schneidenden, hochemotional aufgeladenen musikalischen Kleinod als wortreicher Erzähler einer absurden, jedoch auf einer wahren Begebenheit beruhenden Geschichte: Ein junger Journalist war zu Unrecht beschuldigt worden, die Nachwuchsschauspielerin „Marliese“ vergewaltigt zu haben. Nach zweijährigem Gefängnisaufenthalt stellt sich heraus, daß die Frau gelogen hat. Er sucht daraufhin den inzwischen zur weltweiten Berühmtheit avancierten Filmstar auf und stellt ihn zu Rede: „Oh Marliese / The Waiting almost brought me to my Knees / Oh Marliese / You didn’t really think I’d leave you in Peace“. Der Dramatik der filigran beschriebenen Situation kommt Watts’ oft praktizierte, hysterisch-kreischende Intonationsart hier besonders zu gute. Kaum hatte sich „Marliese“ als neuer Ohrwurm der New Wave-Bewegung entpuppt, schon erklärte John Watts Ende Juni 1981 das Kapitel „Fischer-Z“ für beendet. Eine Band solle nicht länger als drei Jahre bestehen, da ansonsten Routine einträte und man in einer kreativen Sackgasse lande, hieß es. Während die ohnehin zur reinen Rhythmus-Sektion für den Herrn und Meister degradierte Restband in alle Himmelsrichtungen entschwand und heutzutage als Inhaber von Buchläden oder Software-Firmen keinerlei Berührungen zum Musikbusineß mehr hat, schrieb Watts weiterhin fleißig Songs und veröffentlichte schon im Oktober 1981 eine Single unter seinem eigenen Namen. Kurz darauf folgte das erste Soloalbum „One more Twist“, das sich in musikalischer Hinsicht kaum von Fischer-Z unterschied, höchstens dunkler, kantiger und spröder geraten war. Der baßlastige Funk/Wave-Verschnitt „One Voice“ verstand sich als aufmunternder Abgesang auf die verebbende New Wave-Szene und entwickelte sich zu einem kleinen Hit, bevor John Watts im Mai 1983 sein vorläufiges Meisterwerk „The Iceberg Model“ vorlegte. Unterstützt von einer Unzahl von Streichern und der vollständigen Bläsertruppe von Dexy’s Midnight Runners, gelang dem Wave-Zyniker ein äußerst vielschichtiges, nicht immer leicht verdauliches und doch stets monumentales Klangepos, das durchaus kammermusikalische Ambitionen aufweist. Der daraus ausgekoppelte, zutiefst romantische, von einem wehenden Saxophon geführte Wave-Blues „I smelt Roses in the Underground“ wurde zwar kommerziell kein übermäßiger Erfolg, ließ den Hörer aber auf grandiose Weise die Stimmung eines grauen, öden, stinkenden U-Bahnhofs typisch Londoner Zuschnitts nachempfinden, der von einer Sekunde auf die andere hell erstrahlt, als eine schöne Frau die Großstadttristesse alleine durch ihre Anwesenheit durchbricht.
    Watts kam nicht zur Ruhe und rief innerhalb kürzester Zeit das auf Einmaligkeit bedachte Projekt „The Cry“ ins Leben. Dancefloor-orientiert und relaxed beging Watts auf diese Weise, zwar fernab aller Hitparaden, aber künstlerisch durchaus ansprechend, das große Jahr der New Romantic, wovon der tanzbare Popsong „Need you“ auf „Highlights“ Zeugnis ablegt. Doch „The Cry“ schrieen nur einen Sommer lang. John Watts war es spätestens Ende 1984 leid, ständig nur zu touren, neue Projekte ins Leben zu rufen und Platten aufzunehmen. So zog er sich enttäuscht vom Popstar-Dasein zurück, schrieb nach Lust und Laune und ohne jeglichen Druck seitens Plattenfirmen, Fans oder Managements eine Menge Songs, die er erst im Oktober 1987, wiederum unter dem allseits bekannten Firmennamen „Fischer-Z“, auf dem größtenteils durchwachsenen Album „Reveal“ veröffentlichte. Zu den wenigen wirklich herausragenden Songs der LP zählt z.B. „Perfect Day“, eine Hoffnungslosigkeit verbreitende, trübe und doch mit enormem Ohrwurmcharakter versehene Synthi-Ode, die lyrisch ausschließlich aus vorhersehbar erfolglosen Bekanntschaftsanzeigen-Texten einsamer Menschen in den „Lonely Hearts Columns“ der britischen Tagespresse besteht. Single Numero Zwei „Big Drum“ – komplex und doch tanzbar - sowie die folkorientierte, lyrisch sehr tragische gehaltene Gitarrenballade „Tallulah Tomorrow“ fanden zusätzlich den Weg von „Reveal“ auf „Highlights“. CD-1 endet mit dem Brecht-beeinflußten Antikriegs-Hymnus „Say No!“ und dem ungewohnt funkigen, ansonsten aber sehr biederen Popreggae „Masquerade“ aus dem im Mai 1989 veröffentlichten Album „Fish’s Head“, das bewies, daß die seinerzeit unübersehbare musikalische Orientierungslosigkeit der späten 80er Jahre auch vor einem so kreativen Zeitgenossen wie John Watts nicht haltgemacht hatte.
    Drei Jahre lang herrschte nun verhältnismäßige Ruhe an der Fischer-Z-Front, bis im Oktober 1992 das zu Unrecht auf dem Markt vollkommen untergegangene Album „Destination Paradise“ erschien. Ein vor Charme, Inspiration und göttlichen Melodien nur so überquellender Meilenstein von der gleichen hohen Qualität wie zehn Jahre zuvor „The Iceberg Model“. Watts entdeckte darauf die Akustikgitarre und verband traditionelle, nicht selten akustisch arrangierte britische Folkklänge mit den spritzigen New-Wave-Ideen seiner Frühzeit. Jeder Song für sich besaß Hitqualitäten – nur wollte dies 1992, zu Hochzeiten von SNAP oder Dr. Alban, offenbar niemand so recht merken. Es ist daher nur logisch, daß EMI gleich sechs Songs aus „Destination Paradise“ für „Highlights“ heraussuchte. Nicht unbedingt die besten bzw. reifsten – das ironische Liebesdrama „So hard“ fehlt genauso wie der wiegende Fast-Bluesrocker „Caruso“ oder die knisternd-stille Überlebensballade „Still in Flames“ – aber immerhin perfekte Gitarrenpopper der Sorte „Will you be there?“, „Say when“, „Further from Love“ oder – auch nach 14 Jahren immer noch phantastisch – „Marguerite Yourcenar“, Watts’ bereits 1987 verfaßte Ode an die französische Schriftstellerin Marguerite de Crayencour.
    Zwar nicht mehr ganz so betörend, eingängig und in sich geschlossen, aber dennoch ansprechend und vor Kreativität nur so übersprudelnd, setzte sich Watts’ Reise mit dem Zielort Paradies ein Jahr später fort. Das Album „Kamikaze Shirt“ beinhaltete stets brillante Popsongs mit Widerhaken wie z.B. „Killing Time“, „Marlon“ oder „Human Beings“, die anno 2004 ebenfalls auf vorliegender Kompilation bedacht werden. Nach 1993 jedoch gerieten die „Highlights“ arg ins Hintertreffen. Watts wechselte Musiker, Namen, Plattenfirmen, Stilrichtungen... So erschien im Januar 1995 nach einigen unbemerkten Singles das sehr poppige, um nicht zu sagen: butterweiche, kaum mitreißende Album „Stream“. Songs wie „Protection“ oder „Big Man Buddha“ sind gutes Mittelmaß, mehr aber nicht. Sie entfalten weder den gewitzten Charme der Frühwerke, noch die Melodiösität der beiden hochgelobten Vorgängeralben. Zu allem Überfluß sah sich Watts 1997 gezwungen, als „J.M. Watts“ mit krachigen Grunge-Gitarren, verzerrten Stimmen und dröhnenden Heavy-Arrangements herumzuspielen. Dies mißfiel den alteingesessenen Fans immens, sorgte aber auch nicht dafür, daß der verschrobene Mittvierziger neue Freunde innerhalb der Zahnspangen-Generation gewann. Der Rezensent konnte sich ein leises Grinsen nicht verkneifen, als seinerzeit „Thirteen Stories High“ – das 97er-Album von „J.M. Watts“ – mit viel Mühe bei „NRAVO-TV“ seitens der dummblonden Moderatorin angepriesen wurde... Was nach dieser unausgegorenen, streckenweise sehr unsympathischen Rockproduktion folgte, ist kaum der Rede Wert.
    Die großen Zeiten von Fischer-Z alias John Watts fanden eindeutig zwischen 1979 und 1992/93 statt. Mit Unterbrechungen und stilistischen Verwirrspielen, unter verschiedenen Band- bzw. Projektnamen zwar, aber kontinuierlich auf höchstem musikalischen wie lyrischen Niveau, fabrizierte der genialische Querkopf, konsequent am Mainstream vorbei, kleine Kunstwerke, die nicht selten dem für viele unerreichbar erscheinenden Status der absoluten, fundamentalen Popkomposition sehr nahe kamen. Die radikal ausgeprägte Widerspenstigkeit dieser Songs wie auch ihres Erfinders jedoch schien ein ums andere Mal zu verhindern, daß genannte Meisterstücke auch jenen (kommerziellen) Ruhm zuerkannt bekamen, der ihnen von ihrer hohen Qualität her durchaus zugestanden hätte.
    Als eindeutiger (aber auch einziger) Minuspunkt von „Highlights – 1979 to 2004“ erweist sich die Tatsache, daß darauf allen Phasen von Watts’ Schaffen nahezu gleichermaßen ausführlich gehuldigt wird. Die legendären Frühwerke der Jahre 1979 bis 1981 kommen somit viel zu kurz weg; die 19 Songs von CD-2 entstammen ausnahmslos den 90er Jahren, als Fischer-Z nur für Spezialisten und beinharte Fans eine gewisse Bedeutung besaßen. Zu seinen Anfängen hingegen, als die New Wave-Szenerie gerade zu ihrer Hochform auflief, gelang Watts, immerhin einem der intelligentesten und wortgewandtesten Texter der britischen Popgeschichte, ein musikalisches Wunderwerk nach dem anderen. Von diesen „Highlights“ – die da beispielsweise hießen „The French let her“, „Limbo“, „In England“ oder „You’ll never find Brian here“ – hätten wir gerne noch ein paar mehr auf gleichnamiger Doppel-CD gehört!

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