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Datasette? Pah!

Erstellt von vg8010, 20.02.2003, 02:34 Uhr · 13 Antworten · 2.834 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von vg8010

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    Was waren das für Zeiten, als Kassettenrekorder zur Datenspeicherung herhalten mussten! Manuell bedient ("press play") und mühsam mit Hilfe des Zählwerks manuell positioniert, war das eine weder komfortable noch schnelle Methode der Massenspeicherung, doch leider die einzige erschwingliche.

    Es ging aber auch anders. Bei den Magnetbandlaufwerken in der Groß-EDV wurde selbstverständlich nicht manuell gespult und gestartet, sondern blockweise gelesen und geschrieben und automatisch positioniert.

    Das gab es auch für Mikrocomputer einschließlich Heimcomputer. Ist jemandem von euch jemals so etwas begegnet? :



    Dieses Ding ist ein MINIT, ein mit Minikassetten arbeitendes Bandlaufwerk, das an die serielle Schnittstelle des Computers angeschlossen werden konnte und das Daten satzweise schreiben und lesen und auf Datensätze positionieren konnte. Das Band wurde dabei automagisch hin- und hergespult, genau wie man es aus Filmen von den großen Magnetbandlaufwerken her kannte.

    Außerordentlich cool!

    Gewisse Verbreitung im Mikrocomputerbereich erfuhren solche Systeme (genau dieses nämlich) nur im Philips P2000 als eingebautes Laufwerk. Kennt den noch jemand...?

    Als selbstständiges, externes Peripheriegerät, also als MINIT, war das Ding extrem selten. Extrem selten.

    Häufiger waren solche Systeme in der Mittleren Datentechnik, etwas, das es heute sowieso überhaupt nicht mehr gibt. Um das anders als aus Büchern zu kennen, sind wir aber allesamt viel zu jung. Ein Besuch des von mir absolut bewunderten Computermuseums der Nixdorf-Stiftung in Paderborn kann hier weiterhelfen, aber das ist ein anderes Thema.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von JJ28

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    Sagt mir überhaupt nix!

    Ich kenne auch noch aus alten Filmen die reel-to-reel Geräte, meine Eltern haben
    Ende der 70er Bänder gebraucht gekauft um sie für Audiobandgeräte zu verwenden. War billiger!
    Leider auch schlechte klangqualität.

    DIe reel-to-reel s waren auch anders konstruiert als die Audiobandgeräte.
    Um ein schnelles Anlaufen zu ermöglichen hatten diese das Band nicht straff zwischen den Spulen eingespannt, sondern es gab ein paar Umlenkstifte, die durch Federn oder Unterdruckkammern das Band nach Bedarf spannten und so einen weichen Anlauf der trägen Spulen ermöglichten....
    Ah....habe noch ein paar LOCHKARTEN 10000 Lochkarten = 1 MB ?

    CU

  4. #3
    Benutzerbild von vg8010

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    DIe reel-to-reel s waren auch anders konstruiert als die Audiobandgeräte.
    Um ein schnelles Anlaufen zu ermöglichen hatten diese das Band nicht straff zwischen den Spulen eingespannt, sondern es gab ein paar Umlenkstifte, die durch Federn oder Unterdruckkammern das Band nach Bedarf spannten und so einen weichen Anlauf der trägen Spulen ermöglichten....
    Die reel-to-reel-Geräte habe ich selber leider nicht miterlebt, nur die Großrechnerversion kannte ich aus Filmen. Die hatten glaube ich durchgehend Unterdruckkammern, zumindest die IBM-Modelle. Und natürlich blinkende Lampen.

    Die Mini-Kassetten waren von Philips tatsächlich für den Start-/Stop-Betrieb und häufiges Spulen entwickelt worden, nämlich für den Einsatz in Diktiergeräten. Von daher waren sie für diesen Einsatz die am besten geeigneten Kassetten. In der Praxis haben sich aber auch gewöhnliche Kompaktkassetten bewährt. Philips, Siemens und Nixdorf waren sehr aktiv im Bereich von Bürocomputern, die vielfach nur ein solches Kassettenlaufwerk hatten. Das war allerdings schon in den 70-er-Jahren aktuell, in den 80-er-Jahren waren sie nur mehr als Überbleibsel im Einsatz.

    Am meinem VC20 und später an meinem MSX-Computer hatte ich natürlich gewöhnliche Datenrekorder im Einsatz, sprich: Manuelles Spulen und Positionieren. Obwohl ich damals nur aus Filmen anderes kannte, war ich sehr enttäuscht darüber, dass man das Band manuell positionieren muss.


    Um die Lochkarten tut es mir natürlich auch leid. Es ist dennoch faszinierend, wie schnell etwas absolut Alltägliches und Modernes so völlig verschwinden kann. Bis weit in die 90-er-Jahre hinein haben sie sich aber noch als Notizzettel gehalten, wenn Firmen und vor allem Behörden (die Bestände nicht einfach entsorgen durften oder konnten) ihre Lagerbestände auf diese Weise abgebaut haben. Lochkarten kann ich noch einigermaßen gut lesen, visuell, versteht sich, denn einen Lochkartenleser besessen habe ich nie.

    Viele Grüße,
    Christian

  5. #4
    Benutzerbild von vg8010

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    Ich habe noch zwei URLs zum P2000, einen Artikel und ein Foto:

    http://www.computerwoche.de/index.cf...94073193&nr=21

    http://www.tonh.net/philipsp2000.html

  6. #5
    Benutzerbild von vg8010

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    ...ein Foto meines zweiten Datasette-artigen Datenrekorders habe ich ebenfalls:



    Mein erster Datenrekorder war ein Noname-Clone der Datasette für den VC20, aber den hier abgebildeten habe ich schon an meinem VG 8010 MSX-Computer betrieben. Im Gegensatz zum im Ausgangsthread beschriebenen Minit bezieht sich das bombastische "computer remote control" lediglich auf das Starten und Stoppen von Aufnahme bzw. Wiedergabe, nicht aber auf die Bandpositionierung.

    Unter den gewöhnlichen Datenrekordern war der abgebildete nach meinem Empfinden dennoch der schönste. Er kam übrigens aus demselben Werk wie mein Radiorekorder und teilt mehrere Komponenten mit den Soundmachines der Zeit: Am auffälligsten ist der Servotastenblock, der über Jahre hinweg in zahlreiche bessere Radiorekorder eingebaut wurde. Tja, Datenrekorder sind mittlerweile restlos Geschichte.

    Viele Grüße,
    Christian

  7. #6
    Benutzerbild von Lutz

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    vg8010 postete


    Hey cool - eine Lahmasette deluxe premium edition :-)

    BTW: Schade das ich soweit von Paderborn entfernt wohne

    Lutz

  8. #7
    Benutzerbild von Ren Hoëk

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    Bei meinem TI-99/4a war ein Sanyo (mono) Kassettenrecorder dabei, der offensichtlich über einen Klinkenstecker vom Computer gesteuert werden kann... Hab's noch nicht selbst getestet, aber ich vermute mal, dass das auf PAUSE beschränkt ist oder einfach den Motor ein/aus schaltet?? Über Info dazu würde ich mich freuen!
    Bis denn- Ren.

  9. #8
    Benutzerbild von vg8010

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    Hi!

    Ren Hoëk postete
    ich vermute mal, dass das auf PAUSE beschränkt ist oder einfach den Motor ein/aus schaltet?? Über Info dazu würde ich mich freuen!
    Bis denn- Ren.
    Ja, das war leider nur eine Pause-Funktion. So weit ich weiß, gab es die bei jedem Heimcomputer, der mit Kassettenrekorder arbeitete.

    Genau diese Pause-Funktion gab es generell bei frühen bzw. älteren Kassettenrekordern; die damaligen Mikrofone hatten einen Schalter, mit dem man das Band anhalten und wiederanlaufen lassen konnte, und die Heimcomputer haben diese Funktion geerbt. Ich glaube, das war einfach so realisiert, dass der Schalter dem Motor des Rekorders den Strom abgedreht hat - zumindest hörten sich Aufnahmen, bei denen dieser Schalter verwendet wurde, so an, als würde das Band vor der "Schnitt"-Stelle langsamer und nachher erst mit merkbarer Verzögerung auf Normaltempo beschleunigt.

    Als Kind hatte ich von meinem Vater einen ganz frühen Kassettenrekorder, schon der hatte diese Funktion, und das beiliegende externe Mikrofon den dazupassenden Schalter. Man konnte ihn sogar fernsteuerungsartig vom Mikrofon abnehmen... Bei den ganz frühen Rekordern war es allerdings kein separater Klinkenstecker, sondern Pins des damals üblichen DIN-Steckers.

    Viele Grüße,
    Christian

  10. #9
    Benutzerbild von Ren Hoëk

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    Also doch!

    Vor den Kassettenrekorder hatten diese Funktion schon die Spulen-Tonbandgeräte (z.B. Tesla), wie mir gerade einfällt...

    Have phun!

    Ren

  11. #10
    Benutzerbild von JJ28

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    Nicht zu vergessen die tragbaren Uher Report Tonbandgeräte, die man entweder über ein Fußschalter, Telefonadapter oder Geräuschschalter einschalten konnte.
    Wurde auch für Überwachungszwecke genutzt.
    Leider verursacht dies auf Dauer Druckstellen an Gummiandruckrolle und Capstan-Gummireibantrieb, das Teil fängt dann an zu leiern.





    CU
    JJ

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