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Die Audiocassette ist tot!

Erstellt von TBS-47, 16.06.2004, 14:44 Uhr · 52 Antworten · 9.753 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von TBS-47

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    Hallo,

    es gibt sie noch, die Unbeirrbaren, die eisernen Anhänger der AUDIOCASSETTE, die lieber ihr altes defektes Deck für teueres Geld reparieren, ehe sie darüber nachdenken, sich einem neuen (digitalen) Aufnahmesystem zuzuwenden.

    Dabei halten sie an einem analogen Aufnahmesystem fest, welches schon gegenüber eine Bandmaschinen Nachteile hat. - Wie wird da erst ein Vergleich Audiocassette gegen MINI-Disc ausfallen?

    Hier einmal eine Aufstellung der (wichtigsten) Nachteile einer Audiocassette gegenüber der MINI-Disc:

    1. Kein schnelles Anwählen von Titeln möglich.
    2. Bandlänge kann oft nicht optimal bis zur letzten Sekunde ausgenutzt werden.
    3. Keine perfekte Teillöschung möglich.
    4. Dropouts, besonders am Anfang/Ende des Bandes
    5. Kein sekundengenaues Starten möglich.
    6. Lange Umspulzeiten.
    7. Kein „schneiden" von Aufzeichnungen möglich.
    8. Kein Verschieben von Titeln möglich.
    9. Keine Beschriftung von Titeln möglich.
    10. Keine sekundengenaue Laufzeitanzeige von Titeln oder der gesamten Cassette.
    11. Keine Synchronaufnahme möglich.
    12. Hohe Anfälligkeit des Bandes gegen mechanische Beschädigungen.
    13. Spurlagenprobleme beim Abspielen von Fremd-Cassetten.
    14. Bandrauschen u. Kopiereffekte.
    15. Nachträgliches Setzen von Startmarkierungen nicht möglich.
    16. Keine Pausenautomatik-Funktion.
    17. Gelöschte Aufnahmen können nicht wieder rückgängig gemacht werden.
    18. Keine 1:1-Kopien ohne Datenverlust möglich.
    19. Beim Postversand teurer als die MINI-Disc.
    20. Gleichlaufschwankungen möglich.
    21. Keine genaue (Band-)Restlaufanzeige.
    22. Cassette hält keine Dauerbeanspruchung aus, wie z.B. 500-maliges Abspielen.
    usw., usw., usw.

    Wetten, daß diese Nachteile keinen Cassetten-Fan zum Umdenken verleiten!?

    Tschüß, Euer Gunther

  2.  
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  3. #2
    Otto
    Benutzerbild von Otto
    Ich habe ca. 25 Jahre lang mit Kassetten "gearbeitet". Eigentlich wollte ich meine Sammlung nicht so schnell auflösen, aber ich habe es in den letzten 3 Jahren doch gemacht.

    Gründe:
    Bei mir war kein "Hörgenuss" mehr möglich. Jede Kassette klang dumpf (ich hatte noch 3 Decks zuletzt im Einsatz, alle waren anders "eingestellt"), und jede zweite verursachte ständig Bandsalat (es waren viele Kassetten aus den 70ern dabei, die natürlich nicht mehr "frisch" waren).
    Kein Kopieren von MC auf MC möglich - ohne gravierenden Klangverlust!
    Im Auto habe ich schon lange keinen Kassettenspieler mehr, und 1 Jahr vor kompletter Sammlungsauflösung auch nicht mehr in meinem Arbeitszimmer. CD-Spieler habe ich dagegen überall.
    Schon vor 6 Jahren bin ich mit den ersten CD-Aufnahmen angefangen, und so lernte ich die Vorzüge (reiner Klang, kein Umspulen, Direktzugriff...) sehr zu schätzen und gewöhnte mich sehr schnell daran.
    Für mich lohnte sich die Instandsetzung meiner Kassettendecks nicht mehr. Sie wurden in den 90er Jahren sehr beansprucht und hätten alle eine Wartung nötig gehabt.
    Positiver Nebeneffekt: ich bekam für die Decks noch ganz gute Preise bei eBay.
    Zu viele "Dubletten" in meiner Sammlung: vieles, auch komplette Alben, hatte ich mittlerweile auf CD oder LP. Löschen dieser Kassetten nicht empfehlenswert, denn für neue Aufnahmen hatte ich ja schon die CD.

    Jetzt nach einem Jahr vermisse ich die Kassette kein bisschen. Gut, das alte "Analogfeeling" ist nicht mehr da, aber so gute Aufnahmen wie jetzt hatte ich noch nie!

    Auch wenn viele meine Entscheidung nicht verstehen werden, aber nachher lohnte sich das Kassettendeck nicht mehr für mich. Die guten Aufnahmen hatte ich entweder digitalisiert oder (falls Alben) sehr günstig als gebrauchtes Original (LP oder CD) nachgekauft. Für die restlichen paar Kassetten (die waren besonders ausgeleiert) lohnte es sich dann nicht mehr.

    Ich habe zwar kein Minidisc, dafür CD-R.
    Aber ein Schallplatten-Fan bin ich geblieben!

  4. #3
    Benutzerbild von Donzerge

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    Hallo Leute,

    ich kann Euch nicht verstehen....

    Seit 1973 bin ich mit über 500 Exemplaren Sammler der guten alten Compact-Kassette und habe seit dem nicht mehr als 3 Tapes wegen Schwergängigkeit oder Bandsalat aussortieren müssen. Dieses Problem ist mir absolut rätselhaft.

    Natürlich sind in über 30 Jahren Klangeinbußen unumgänglich, jedoch sind alle meine Bänder noch hörbar, im Gegensatz zu vor 10 Jahren gebrannten CDR´s, die in 30 Jahren sicherlich keinerlei Informationen mehr enthalten werden.


    Ich zitiere aus meinem eigenen Post in einem anderen Thread:

    Donzerge postete
    MD habe ich nie besessen, da es sich hier wie bei MP3 um ein qualitätsreduzierendes Datenkompressionsverfahren handelt und damit höchstens für den mobilen Einsatz taugt.

    Ein wirklich gutes Tapedeck (also kein Plastikschrott aus den 90ern) ist
    der Minidisc klanglich überlegen, von der Bedienung her natürlich nicht.
    Letztendlich bleibt das ja jedem selber überlassen, schließlich kritisiere ich die MD-User ja auch nicht.
    Meine Musik wird jedenfalls analog bleiben. Das wenige was man an aktueller Musik genießen kann, wird bei mir koste es was es wolle auf Schallplatte angeschafft.
    Ich bin mit meinen Bandmaschinen, Tapedecks und Plattenspielern rundum zufrieden und werde das sterbende Medium MiniDisc sowie den digitalen Klangschrott MP3 nie einsetzen.

    Gruß
    Michael

  5. #4
    Benutzerbild von producer

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    Donzerge postete
    Natürlich sind in über 30 Jahren Klangeinbußen unumgänglich, jedoch sind alle meine Bänder noch hörbar, im Gegensatz zu vor 10 Jahren gebrannten CDR´s, die in 30 Jahren sicherlich keinerlei Informationen mehr enthalten werden.
    Das ist ja lustig, du schwörst auf 30 Jahre alte, dumpfe und mumpfelnde Knitterbänder, bezeichnest aber im gleichen Atemzug MD und MP3 als "Klangschrott", weil datenreduziert? Coole Argumentation. Und so konsequent und schlüssig! (SCNR)

    Donzerge postete
    Meine Musik wird jedenfalls analog bleiben. Das wenige was man an aktueller Musik genießen kann, wird bei mir koste es was es wolle auf Schallplatte angeschafft.
    Gibt es dafür einen nachvollziehbaren Grund?

    Freundliche Grüße
    vom producer

  6. #5
    Benutzerbild von Donzerge

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    producer postete
    Das ist ja lustig, du schwörst auf 30 Jahre alte, dumpfe und mumpfelnde Knitterbänder, bezeichnest aber im gleichen Atemzug MD und MP3 als "Klangschrott", weil datenreduziert? Coole Argumentation. Und so konsequent und schlüssig! (SCNR)
    @producer:
    Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Ich schwöre nicht auf 30 Jahre alte Kassetten, sondern habe geschrieben das diese durchaus noch hörbar sind.
    Selbst mit sehr wenig Gehirn konnte man das nicht falsch interpretieren.

    Mit dem Vergleichstest Bandmaschine bzw. Kassettendeck mit HighCom gegen
    MiniDisc oder MP3 habe ich schon einige Freunde digitaler Aufzeichnungsverfahren überrascht.

    producer postete
    Gibt es dafür einen nachvollziehbaren Grund?
    Wie ich schon mehrfach geschrieben habe, bleibt das jedem selber überlassen.
    Ich kritisiere niemanden wegen seiner Vorlieben zu irgendwelchen Verfahren.
    Außerdem ist das analog/digital Thema mittlerweile völlig abgenudelt, die Foren sind voll davon und eine Einigung sowieso nicht in Sicht.

    Ich werde weder eine digitale Kamera, noch einen MD, MP3 oder DVD Player besitzen. Akzeptiert das bitte.

    Gruß
    Michael

  7. #6
    Benutzerbild von Bounty

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    ich bin nicht so ein technikfreak wie hier die vorredner wohl, aber ich habe auch noch an die 300 tapes hier rumliegen. ok - ich kram sie selten hervor, aber wenn find ich es immer wieder schön quasi mit diesen MC's ne kleine zeitreise zu machen. z.b. meine ersten tapes mit Cure druff sind nu gute 20 jahre alt und mittlerweile recht verrauscht, aber die erinnerung an zeiten mit diesen tapes können mir die gleichen lieder auf CD nicht bringen.

    oder selbstzusammengestellte cassetten...dafür hing man tage- bis wochenlang vorm radio oder musste sich durch den bekanntenkreis fragen, wer denn nu dieses oder jenes lied hat, das man da oder dort gehört hatte...und weil der klang damals schon unterschiedlich war - jede anlage klang nu mal anders und wenn fast jedes lied auf ner 90er MC von wem anders kam - erinner ich mich heute auf grund mancher aufnahme an leute, die ich sonst schon irgendwie vergessen hatte...so: "ach ja, bei thomas waren immer zuviel bässe drin" oder silke hat immer übersteuert".

    ...und auch wenn man aus versehen mal den aufnahmeknopf gedrückt hat und sich somit ein lied 'versaut' hat, ists heute find ich umso witziger wenn man sowas nochmal ausgräbt. *notalgisch guck und mal wieder in den cassetten rumkram*

  8. #7
    Benutzerbild von TBS-47

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    Hallo Freaks... oder wie soll ich Euch jetzt anreden?

    Da hab ich ja was schönes angerichtet, mit meiner Aufstellung der Nachteile von Cassettendecks (u. anderes "Band"-Systemen)!

    Anmerken möchte ich aber: Ich war auch noch vor über 6 Jahren begeisterter TONBAND-Amateur. Habe dann meinen ersten (gebrauchten) MD-Recorder bekommen und war innerhalb kürzester Zeit so begeistert von den Möglichkeiten, die dieses System bietet, daß ich sofort alle Bandmaschinen verkauft habe. - Bis heute habe ich diesen Schritt nicht bereut.

    Gruß, Euer Gunther

  9. #8
    Benutzerbild von Babooshka

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    Bounty, dein Posting ist wundervoll, ganz genauso denke ich auch. Im Übrigen habe ich bei Cassetten auch nur sehr wenig Ausschuss gehabt. Ich habe noch welche, die sind weit über 20 Jahre alt und ich kann sie immer noch hören - auch wenn die Qualität Mist ist. Ich will sie ja nicht dauerhaft abnudeln, sondern nur ab und zu mal aus Nostalgiegründen einlegen.

  10. #9
    Otto
    Benutzerbild von Otto
    Solche nostalgischen Dokumente, die an alte Zeiten erinnern, hatte ich nicht mehr, da ich sie irgendwann in meinem jugendlichen Leichtsinn gelöscht hatte oder die Kassetten das Zeitliche segneten. Zuletzt hatte ich nur noch überwiegend komplett überspielte Alben aus Zeiten der CD-Verleihe.

    Ausschuss (und zwar sehr viel) hatte ich fast nur bei BASF und AGFA aus den 70ern und 80ern. Mit denen hatte ich einfach kein Glück.

    MAXELLs dagegen waren bis zum Ende unverwüstlich, mal abgesehen von der nachlassenden Klangqualität.

  11. #10
    Benutzerbild von amarok90

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    Bountys Antwort kann ich mich fast uneingeschränkt anschließen. Obwohl ich seit etwa 10 Jahren MD- und CD-Rekorder besitze, haben meine alten MC einfach das gewisse Etwas. Ich habe sie zwar größtenteils seit ewigen Zeiten nicht mehr gehört, aber ich käme nie auf die Idee, sie wegzuschmeißen. Es hängen einfach viel zu viele Erinnerungen daran.

    Nachdem ich in der letzten Woche dank einiger Referer dieses Forum entdeckt und mich hier mittlerweile durch einige Hundert Beiträge gelesen habe, habe ich eine Reihe dieser alten Schätzchen mal wieder ausgegraben und festgestellt, daß die 80er ingesamt betrachtet das beste Musikjahrzehnt waren.

    Hinsichtlich Klang und Komfort hat TBS-47 allerdings recht: Hier ist die MC der MD weit unterlegen.

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