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Fernschreiber, Rohrpost und Schreibmaschinen ...

Erstellt von magic ..., 24.10.2005, 21:31 Uhr · 10 Antworten · 2.699 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von magic ...

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    Das waren noch Zeiten. 1981 begann ich meine Ausbildung. Da war nix mit Handys oder E Mails. Anstatt E Mail hatten wir die allseits beliebte Rohrpost. Da wurden die Dokumente noch durch das komplette Haus gejagt. Herrliches Gräusch war das, als die "Bombe" aus dem Lager bei uns im Verkauf landete. Manchmal wurden auch kleine Gehässigkeiten mitgeschickt (die Reste eines Apfels).

    Anstatt Handys gab es die nostalgische Stentofon Gegensprechanlage, ... wunderschön, dieses blecherne Kratzen in der Stimme, wenn ein Verkäufer im Lager nachfragte ob die Ware auch tatsächlich im Lager war. Hatte was von "Chopper" (wem das noch was sagt).

    Auch süß war die Bedienung des Fernschreibers, die besonders modernen Modelle hatten die "Vorschreibefunktion" auf diesem gelben Lochstreifen.

    Ansonsten waren auch Schreibmaschinen beliebt. Besonders die guten, mit dem IBM Kugelkopf. Manche hatten auch eine Fehlerkorrekturtaste. Die meisten, die ich bedient habe hatten diese aber leider nicht. Da durft man dann mit Tipp EX arbeiten oder das Ding neu schreiben.

    Das glaubt einem heute kein Mensch, mein Neffe (17) hat mich vor kurzem gefragt, wie ich denn ernsthaft ohne Handy und SMS leben konnte. Tja, wir haben halt wirklich noch Briefe GESCHRIEBEN !!!

    Habt ihr auch noch mit solchen Arbeitsmitteln eure Erfahrungen gemacht ???

  2.  
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  3. #2
    LastNinja
    Benutzerbild von LastNinja
    CHOPPER:

    das muss ich ersma grinsen..
    natürlich sagt mir das was..
    genau diese Story haben wir letzte Woche auf Arbeit behandelt...
    komischerweise war ich der Einzige, der ihn noch kannte bzw. von ihm jemals gehört habe....
    und ich war nicht mal der Älteste....

    und ich kann mich nur wiederholen...
    wir bei der Polizei (trotz oder eben weil Hauptstadt) sind nicht so fortschrittlich..
    Obwohl sich in den letzten drei Jahren viel getan hat...
    Mittlerweile ist alles auf EDV umgestellt.....
    Bis 2002 gab es noch den guten alten Fernschreiber...
    Per Email wird erst seit Ende 2003 kommuniziert....und nicht nur dienstliches...
    was da so auf den Servern der Landesbehörde schlummert, dass glaubt kein Schwein.
    (Spiegelbild der Gesellschaft)

    Allerdings ist es "nur" ein Intranet...man kommt also nicht raus ins WWW.
    Die Lücken, die es mal gab, sind gekappt.
    Das sind uns andere Bundesländer voraus......
    Aber ist vielleicht auch besser so.....

    Selbst die älteren Kollegen kommen jetzt mit dem Medium "PC" klar...
    und der Briefverkehr zwischen 3. und 4. Etage dauern jetzt nicht mehr Wochen...
    wenn man Pech hat, dann nur noch Tage....

    (Beamtentum halt)

    Eine Gegensprechanlage nutzen wir immer noch...

    2002 sah es in unseren Schreibräumen immer noch so aus:



    Links die gute alte Olympia-Maschine und oben rechts eine aus ehemals VEB-Beständen (TRIUMPH-ADLER AG)

  4. #3
    Benutzerbild von magic ...

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    Nostalgisch bei euch, @Last Ninja

  5. #4
    Benutzerbild von musicola

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    Also mit Rohrpost oder Fernschreiber bin ich nicht mehr in Berührung gekommen, nur mit der guten alten elektrischen Schreibmaschine.

    Damit habe ich immer die kleinen "sprechenden Preisschilder" für unsere Verkaufsware geschrieben. Das sah dann etwa so aus:

    Grundig TV 70-455

    70 cm Bilddiagonale
    Kabeltuner
    100 Programme
    Scart
    Fernbedienung


    Dann das Ganze ausgeschnitten ( 6 x 7 cm) und in spezielle Plastikschilder eingeschoben, die man in die Regalschiene vor der Ware einklemmen konnte.

    Der Preis musste dann natürlich auch noch drauf, dafür war an dem Plastikschild
    am unteren Rand eine Leiste die mehrere Löcher hatte, in die dann weiße Kunststoffzahlen reingedrückt werden mussten.

    Sollten die Preisschilder im DIN A4 Format (Hochkant) gemacht werden, musste man die tatsächlich noch drucken!!!

    Und zwar von Hand! Aber das erledigten unsere Dekorateure.

    Man musste nur einen entsprechenden (leserlichen) Auftrag abgeben!

    Welch ein Aufwand...

    Heute geht das alles sauberer und schneller am PC, natürlich mit microperforiertem Papier für's kleine A7 oder A8 Format...

  6. #5
    Benutzerbild von Babooshka

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    Ich bin echt heilfroh, dass ich in den 80-ern noch Schülerin und Studentin war, denn das war genau die richtige Zeit, um voll ins Computerzeitalter reinzuwachsen. Schreibmaschine habe ich noch im Studium gelernt (an der Gesamtschule war das wohl sogar Teil des Fachs Arbeitslehre, aber das war, bevor ich Gesamtschülerin wurde), mit dem Telex habe ich auf dem einen oder anderen Studentenjob zu tun gehabt. Aber Ende der 80-er lernte ich bereits, ein Faxgerät und eine moderne Telefonanlage zu bedienen sowie Texte in den PC einzugeben. Neben Schreibmaschine stand im Studium auch ein Kurs "Umgang mit einem ETV-Gerät" auf dem Plan, dieses Gerät mit Bildschirmen und allerhand tollen Textverarbeitungsfunktionen war dann schon richtiger Luxus.

    Anfang der 90-er wuchs ich so allmählich ins Arbeitsleben rein. Lernte, Serienbriefe auf dem Mac zu schreiben, wie man die Rechtschreibkorrektur bedient und dass es auf dem Mac ganz schnafte Spiele gibt Der Geschäftswagen meines Chefs hatte, welch Wunder der Technik, ein Autotelefon. Die Firmen, in denen ich arbeitete, waren im Allgemeinen recht modern ausgestattet. Alle? - Nein, nicht alle, denn selbst Mitte der 90-er, als PCs flächendeckend genutzt wurden und es bereits Internet und E-Mail gab, gab es noch einige Unbeugsame, die - doch lest selber. Ich kopiere hier mal ein Posting rein, das ich vor einer Zeitlang in einem anderen Forum geschrieben hatte.

    Vor vielen Jahren, sprich, so ca. 1994, war ich mal arbeitslos und hatte mich auf eine Stelle als Fremdsprachenkorrepsondentin beworben. Man rief mich auch gleich an, war interessiert an mir, wir machten einen Termin aus. Ich fuhr hin, betrat die Geschäftsräume - und fühlte mich augenblicklich von einer Zeitmaschine in die Vergangenheit katapultiert. Nicht etwa in die 70-er, nein, noch weiter zurück, mindestens 60-er. Ein verwinkelter Flur, graumelierter Plastikbelag auf dem Boden, auf dem meine Schritte lautstark klackten, kalkweiße Wände ohne jeglichen Schmuck, über mir kaltes Neonlicht. Das Besprechungszimmer: dunkelgrüne, grob gewebte Übergardinen und Stühle mit Sitzfläche und Lehne aus braunem Cord. Der Personalfuzzi, der sich um mich kümmerte, passte vom Aussehen her ziemlich gut in das Bild. Na das konnte ja was werden.

    Ich bekam einen Zettel vorgelegt, den ich ausfüllen sollte. "Schreibmaschinenkenntnisse" stand da unter anderem, "Anschläge pro Sekunde" oder so. Ich konnte nicht Schreibmaschine schreiben, also strich ich das durch und schrieb "PC" darüber. Das Kästchen mit der Anzahl Anschläge ließ ich frei, hatte ich nie gezählt, wusste ich nicht. Ich wusste nur, dass ich ziemlich schnell tippen konnte, sofern ich die Möglichkeit hatte, mal schnell die Taste mit dem nach links zeigenden Pfeil oder die Entf-Taste zu drücken bzw. mein Werk hinterher nochmal durchzulesen und entsprechende Korrekturen vorzunehmen.

    Herr Personalfuzzi kam zurück, nahm meinen Zettel entgegen, überflog ihn kurz. Blieb stutzend an einer Stelle hängen - ich ahnte es schon.

    "Ach, Sie können nicht Schreibmaschine schreiben?"
    "Nein, nicht wirklich. Habe ich mal für ein paar Monate im Studium gelernt und dann nicht mehr vertieft. Aber mit einem PC umgehen, das kann ich."
    "Es ist so: Wir haben keine PCs. Wir haben nur Schreibmaschinen."

    Ach... mir fiel die Kinnlade runter und ich fragte sogleich nach dem Grund für eine derartige Modernismus-Verweigerung. "Unser Chef will das nicht, der hat Angst um die Datensicherheit, dass die an jemanden Unbefugtes gelangen können." Hallo! Schon mal was von Kennwörtern gehört, Herr Chef? "Und Sie haben wirklich nur..." "Naja, eine Schreibmaschine haben wir, die hat einen Bildschirm. Aber die ist meistens besetzt." Ob die sich wohl mal gefragt haben, warum das so ist?

    Jedenfalls kamen wir überein, dass ich unter diesen Umständen für den Posten nicht geeignet war, denn ohne meine Löschtasten konnte und wollte ich nicht arbeiten und mit Tipp-Ex korrigierte Briefe, zumal mehrmals, würden Chef und Kunden wohl nicht so doll finden. Davon mal ganz abgesehen: Ich hatte auch keine Lust, in so einer schmucklosen 60-er Jahre Zeitschleuse zu versauern, da wurde man ja depressiv!

    Ich ging durch den kahlen Flur in Richtung Ausgang und erwartete, jeden Moment Frauen im dunkelblauen Faltenrock oder Stifte mit Schirmkäppi, Weste, Streifenhemd und mit Ärmelhaltern hochgeschobenen Ärmeln zu sehen, so wie es sie oft in alten Spielfilmen mit Heinz Rühmann zu sehen gibt. Einen Telex gab es dort aber ganz bestimmt - ohne Bildschirm, versteht sich, sonst wäre der ja immer besetzt.


    Einer der übelsten Jobs, den ich je gemacht habe, fand in einer Anwaltskanzlei statt. Dort gab es PCs... aber auf denen lief "AdvoDat", ein Programm, mit dem man prima Akten abwickeln konnte, was allerdings zu Lasten der Schreibfunktion ging. Denn die war einfach nur beschissen, ähnlich beschaffen wie ein ETV-Programm Ende der 80-er, nur noch primitiver - eine Zumutung für jemanden wie mich, die bereits schicke, praktische Programme kannte und daran gewöhnt war. Meine Hand langte ständig nach der Maus und konnte und wollte sich einfach nicht daran gewöhnen, dass da gar keine war. Mehrmals pro Tag gellte mein Verzweiflungsruf "Ich will meinen Mac wieder!" durch den Raum. Unnötig zu sagen, es gab weder E-Mail, noch Internet, noch das kleinste Ballerspielchen. Mann war ich froh, als ich nach 8 Monaten meinen Hut nehmen durfte...

  7. #6
    Benutzerbild von magic ...

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    Tja, so schön die 80er waren ... aber auf meinen Laptop würde ich nur ungerne verzichten. Ist ja nicht alles schlecht in der heutigen Zeit ...

  8. #7
    Benutzerbild von Babooshka

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    Du sagst es. Vor einer Zeitlang hatte ich ja ein Thema eröffnet, "wenn ihr auf Zeitreise zurück in die 80-er gehen könntet, was würdet ihr aus der heutigen Zeit mitnehmen?" Bei mir war das eindeutig mein PC und Internet, natürlich flächendeckend, damit ich es auch nutzen könnte

    So ein Telex war aber trotz Lochstreifen ein bisschen tricky, nicht? Wie ich schon erwähnte, ich konnte eigentlich gar nicht Schreibmaschine schreiben, was beim Telexen nicht so vorteilhaft war, denn nachträgliches Korrigieren des Lochstreifens war etwas heikel und nicht immer machbar, wenn ich mich recht erinnere. War dann natürlich peinlich, wenn man eine Bestellung aufgeben musste und dann die falsche Anzahl oder Maßangabe in den Telex tippte... Ich hatte ja selten mit dem Telex zu tun, aber wenn, dann dauerte es bei mir extra lange, weil ich alles gaaanz langsam Taste für Taste eintippte, um bloß keinen Fehler auf dem Lochstreifen zu bauen... Die Tasten habe ich auch als eher schwerfällig in Erinnerung, etwa so wie die runden Tasten einer sehr alten Schreibmaschine. Solche Monster, lediglich minimal moderner, bekamen wir auch im Studium im Schreibmaschinenunterricht serviert. Und ich meckere heute über schwerfällige Tastaturen...

  9. #8
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Telex? Lochstreifen? Rohrpost? Was ist das????

    Kennen tu ich das natürlich schon, hab aber nie mit gearbeitet. Schreibmaschine kenn ich auch nur vom "10-Finger-Schreiben". Hab ich Ende der 80er mal in der Schule gelernt. Bin aber mit 5-6 Fingern viel schneller. Ist eben auch eine Frage der Übung.

    @ babooshka: meinen PC und das Internet würde ich auf jeden Fall vermissen. Würde sonst ja wohl keinen Einzigen aus diesem Forum (oder anderen Foren) kennen....von Ernie mal ganz zu schweigen

  10. #9
    Otto
    Benutzerbild von Otto
    Obwohl ich erst 1993 meine Ausbildung begann, ist mir noch vieles bekannt.

    Einen Fernschreiber mit Lochstreifen kenne ich noch aus der Zeit, als ich als Schüler mal das Büro meines Vaters besuchte, das war in den 70ern und 80ern. Nachher gab es dort einen schon moderneren Fernschreiber ohne Lochstreifen, so etwas hatten wir in der Ausbildungsfirma auch.

    In der Ausbildungsfirma hatten wir noch 1994 anstelle von PCs eine Großrechenanlage "Nixdorf 8870" aus dem Jahr 1975. Man konnte damit keine Texte schreiben oder Tabellen kalkulieren, sondern es lief nur die Auftrags- und Buchhaltungssoftware darüber. Und da konnte ein Zahlen-Vertipper schon tödlich sein (auch beim Lieferschein schreiben), da es keine Korrekturmöglichkeit gab. Es waren umständliche Stornobuchungen notwendig. Gesichert wurden die Daten manuell nach Feierabend auf riesige Bandspulen.

    Die Korrespondenz erfolgte per Schreibmaschine, überwiegend waren das Triumph-Adler aus den frühen 80ern.
    Mit den gleichen Schreibmaschinen hatte ich auch 1991/92 noch Schreibmaschinen-Unterricht in der Höheren Handelsschule.

    In der 2. Hälfte der 90er war ich in einer Firma angestellt, die zwar PCs hatte, aber nur veraltete Software. Zuerst war das ein Programm namens "Scriptum", eine DOS-Textverarbeitung aus der ersten Hälfte der 80er (ausgeliefert auf 5,25"-Disketten). Später stieg man auf Word für Windows um, aber das war auch schon eine veraltete Version (alles noch unter Win3.x). Excel verwendeten wir nicht, der PC war nichts anderes als eine Bildschirmschreibmaschine.

    Dort schrieb ich auch oft Texte vom Band (Diktiergerät). Es war ein etwas klobiger "Kassettenrecorder" mit Kopfhörer und Fußpedal, das Medium war eine BASF LH-E I 60 aus dem Jahr 1985 (die mit dem roten Streifen als Label).

    Ich erinnere mich auch noch an einen Fotokopierer der Marke Eskofot. Das war ein Hochkant-Gerät, das nur den Einzug von 1 Blatt ermöglichte. Es wurde spezielles Kopierpapier benötigt, dieses hatte eine glatte, gräuliche Oberschicht und erinnerte sehr an die Faxgeräte der 1. Generation. Diese Kopierer stammten aus den 70ern.

  11. #10
    Benutzerbild von Babooshka

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    Zum Thema Schreibmaschine fällt mir noch ein sehr traumatisierendes Erlebnis mit einer elektrischen Schreibmaschine ein.

    Während des Studiums machte ich Zeitarbeit und einmal wurde ich von dem Zeitarbeitsbüro selber an dessen Rezeption eingesetzt. Das war weiter nicht dramatisch, nur bekam ich einmal die Aufgabe, Klebeetiketten mit der SChriebmaschine zu beschriften. Die Schreibmaschine war ein elektronisches Ungetüm, sehr launisch und offenbar empfindlich. Ich hatte den Streifen mit den Etiketten eingespannt und musste dann wohl eine falsche Bewegung gemacht haben, denn plötzlich sauste der Schlitten unkontrolliert hin und her und war nicht zum Anhalten zu bewegen, derweil sich ein bis mehrere Etiketten lösten und auf der Walze festpappten. Ich rief um Hilfe. Die eine Sekretariatsdame, sowieso schon etwas, naja, spröde, kam und zog den Stecker - anders war dieses wildgewordene Monster nicht mehr anzuhalten. In Ermangelung eines Bodens, der sich unter mir auftat, verzog ich mich unauffällig aufs Klo - mein Gott, war mir das peinlich. Eine Gardinenpredigt, die sich gewaschen hatte, blieb mir jedoch nicht erspart, schließlich hatte ich soeben eine elektrische Maschine geschrottet.

    Wenn ich danach in irgendwelchen Firmen eingesetzt wurde und es ums Adressieren von Etiketten ging, habe ich das immer mit der Warnung "Achtung, bin Schreibmaschinenzerstörer" auf andere abgewälzt

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