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Spiegelreflexkameras in den 80-ern

Erstellt von vg8010, 19.02.2003, 23:29 Uhr · 10 Antworten · 5.193 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von vg8010

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    Schon in meiner Volksschulzeit, die allerdings 1980 endete, habe ich mich für Fotoapparate und Fotografieren interessiert, überwiegend für die technische Seite, wie ich zugeben muss. Bis ca. 1985, als mein Interesse für Computer dieses Interesse zu überwiegen begann, habe ich die Entwicklungen auf diesem Gebiet sehr intensiv mitverfolgt.

    Der Grund für dieses Posting ist, dass ich in letzter Zeit -angeregt auch durch dieses Forum- ein bisschen herumgesurft bin, Erinnerungen aufzufrischen. Dabei habe ich mir zunächst einmal erlesen, dass das Jahr 1982 den Höhepunkt der Hobby-Spiegelreflexfotografie markierte: In diesem Jahr waren die Produktions- und Absatzzahlen von (Hobby-) Spiegelreflexkameras auf ihrem historischen Höhepunkt. Seither ging es bergab, und mit der zunehmenden Bedeutung der Digitalfotografie ist heute sogar ein echtes Ende dieses jahrzehntelangen und (mich) faszinierenden Themas absehbar, wenn auch natürlich nicht kurzfristig.

    Und tatsächlich waren die Jahre 80-84 auch die Höhepunkte meiner Foto-Geschichte: Eine eigene Spiegelreflexkamera erschien finanziell völlig unerreichbar, und so habe ich mir die Nase an den Schaufenstern der Fotogeschäfte plattgedrückt und beeindruckt Prospekte und Kataloge gewälzt. Und was gab es damals für Apparate! Die Auswahl war schier endlos, und Hersteller, die sich heute längst aus diesen Gebieten zurückgezogen haben, boten ein vollständiges Programm an Spiegelreflex-Systemen, untereinander natürlich völlig inkompatibel.

    Canon, Minolta, Nikon und Pentax haben (vom Mainstream) bis heute durchgehalten, aber erinnert sich noch jemand an Fujis Spiegelreflexserie? Ein Schulkollege hatte eine, eine Fujica AX-1, wenn ich mich nicht irre. Fujis Programm war eines der kleineren, aber ein wohlsortiertes Objektivangebot gab es schon, natürlich einen Winder und eine Handvoll Kleinigkeiten (Winkelsucher udgl.)

    Natürlich gab es auch Yashica, damals wohl noch nicht Teil von Kyocera (bzw. zumindest noch selbstständig auftretend). Die Gehäuse waren solide, die Objektive zum Teil bemerkenswert gut, und das Yashica-Bajonett war mit dem Zeiss-Bajonett identisch, das bis heute von den manuell fokusierenden Contax-Kameras (auch aus dem Haus Kyocera) verwendet wird. Nicht, dass die Zeiss-Objektive damals weniger unerschwinglich gewesen wären als heute, aber einige davon wurden tatsächlich in Deutschland hergestellt und nicht im japanischen Kyocera-Werk.

    An Konica erinnere ich mich nur noch dunkel, sie waren hier in Österreich eher unterrepräsentiert. Ich hoffe, ich verwechsle da jetzt nicht den Hersteller, aber ich glaube, es war Konica, bei denen die Einstiegskameras mit Blendenautomatik (nach Zeitvorwahl) ausgestattet waren.

    Überhaupt war das mit den Einstiegskameras so eine Sache: In der 3.000 und sehr vereinzelt auch 2.000 Schilling-Klasse (ja, der Schilling...) angesiedelt, boten sie durchgehend eine nicht abschaltbare Zeitautomatik nach Blendenvorwahl, mit der Ausnahme dieses einen Herstellers eben. Manuell beeinflussen konnte man die Angelegenheit auf dieselbe Weise, wie bei den heutigen Digitalkameras: Mit einem Belichtungskorrekturschalter, meist -2 bis +2 Lichtwerte, und in der Regel auch mit einem Messwertspeicher.

    Bei teureren Kameras gab es neben dieser einen Halbautomatik zusätzlich die Möglichkeit, beide Werte manuell einzustellen, und eine Vollautomatik. Die Belichtungsmessung erfolgte natürlich durchs Objektiv (das war damals zwar selbstverständlich, aber noch gar nicht so lange). War Ende der 70-er-Jahre noch mit CdS-Sensoren gemessen worden, waren es in den 80-ern schon die schnelleren und über einen weiteren Bereich arbeitenden Siliziumzellen. Auch die Messcharakteristik war bei den erschwinglichen Kameras ziemlich einheitlich, mittenbetont nämlich. Spotmessung gab es nur in astronomischen Preisklassen, und gleichförmige Integralmessung war schon weitgehend ausgestorben. Matrixmessung war natürlich noch nicht erfunden.

    Blitz-TTL-Messung war anfangs überhaupt nicht, später in realistischen Preisklassen nicht vorhanden. Kennt noch jemand das Wort "Computerblitzgerät"? Waren das noch Zeiten, als Braun, Philips, Osram... Blitzgeräte herstellten!

    Ja, und noch einen Kamerahersteller gab es, den ich trotz der abschweifenden technischen Schwärmerei nicht vergessen habe: Mamiya. Heute ein Hersteller von Profikameras im Mittelformat, hatte Mamiya in den 60-er-, 70-er- und eben auch Anfang der 80-er-Jahre kleine, aber sehr feine Kleinbild-SLR-Serien im Programm. Für mich haben diese eine ganz besondere Bedeutung, denn irgendwann, wahrscheinlich 1982, stand ich mit meinem Vater in einem Fotogeschäft und habe eine zum Geburtstag bekommen. Es war eine Mamiya ZE, das günstigste Modell, mit Mamiya Sekor E 1:2/50-Objektiv um 1.990 Schilling. Sie ist bis heute meine Lieblings- und meistverwendete Kamera.

    Die ZE war, wie gesagt, das kleinste Modell der von 1980-1984 gebauten Z-Serie. Aus meinen technischen und historischen Schwärmereien lassen sich ihre Eigenschaften ziemlich genau ableiten: Nicht abschaltbare Halbautomatik, und zwar (da nicht Konica) Zeitautomatik nach Blendenvorwahl. Mittenbetonte Offenblend-TTL-Messung mit einer Siliziumfotodiode. Quartzgesteuerter Titanlamellenverschluss von Seiko. Messwertspeicher, Belichtungskorrektur von -2 bis +2 Lichtwerte. Mamiya Z-Bajonett, offizielle Bezeichnung Sekor E.

    Das von Mamiya angebotene Objektivprogramm war nicht sehr groß, was aber nicht schlimm war, weil ich mir eh keine Zusatzobjektive leisten konnte. Erst als im Zuge des Osawa-Konkurses Mamiya die Kleinbildlinie komplett aufgab, konnte ich als günstigen Restposten ein sehr hochwertiges 1:2.8/135mm-Objektiv erstehen, das bis heute mein bevorzugtes Portrait-Objektiv geblieben ist. Qualitativ genießen die Mamiya-Kleinbildobjektive durchgehend einen sehr guten Ruf.

    Meine Mamiya ist zwischendurch auch einige Jahre im Kasten gelegen, während derer ich sporadischer und ohne eine recht klassische und damit recht große und schwere Spiegelreflex mit mir herumzuschleppen fotografieren wollte. Als ich sie dann wieder verwenden wollte, hätte mich fast der Schlag getroffen, weil der Aufzugshebel nicht mehr aufzog. Innerlich davon überzeugt und darauf vorbereitet, sie aufgeben zu müssen, habe ich ziemlich genau zwei Jahrzehnte nach ihrer Herstellung dennoch Mamiya kontaktiert. Mamiya hat immer noch Ersatzteile auf Lager, und die Reparatur dauerte nur wenige Tage, und jetzt ist sie wieder meine Lieblingskamera und soll das auch weiterhin bleiben.

    Seinerzeit habe ich schon immer wieder ein bisschen damit gehadert, dass ich nicht 1.000 Schilling mehr investieren konnte, denn dann hätte ich mir die ZE-2 kaufen können, bei der man die Automatik auch abschalten hätte können. Andererseits ist das kein so großer Mehraufwand in der Herstellung, dass es den 50%-igen Preisaufschlag gerechtfertigt hätte... Heute ist dieses Bedauern längst nicht mehr da, denn seit es Mehrfeldmessung gibt, erscheint die völlig nachvollziehbare und deterministische und damit beherrschbare mittenbetonte Messung geradezu ideal.

    Ein Gedankensplitter noch: Bis in die 70-er-Jahre waren Fotoapparate praktisch durchgehend aus Metall und hell gefärbt und nur in den Bereichen, an denen man sie hielt, be(kunst)ledert. Irgendwann wurde dann Schwarz als Gehäusefarbe modern, und dieses Modernwerden habe ich durchaus noch bewusst miterlebt. Lange Zeit gab es Kameras sowohl in heller als auch in schwarzer Farbe, wobei die schwarze Version vom Marketing oft als "Profi-Version" bezeichnet wurde und immer teurer war -teils erheblich teurer- als die helle Version. Die Mamiya ZEs waren (zumindest in Österreich) die ersten Kameras, die es nur in schwarz gab und auf deren Preis diese Schwärze keinen negativen Einfluss hatte (sie waren im Gegenteil sogar billiger als die Konkurrenz).

    In der zweiten Hälfte der 80-er-Jahre setzte sich Schwarz dann durchgehend durch, und es gab keine oder kaum mehr helle Kameras. Es hat aber noch ein Weilchen gedauert, bis das Metall auch als Material immer weniger wurde. Gibt es heute noch irgendeine erschwingliche Kamera mit nennenswertem Metallanteil? Für die durch Kunststoff, Autofokus, integrierten Blitz, Menüführung und Batteriehunger gekennzeichneten Kameras der letzten zehn Jahre konnte ich mich bis heute nicht so recht erwärmen.

    Naja, zumindest was die Farbe betrifft, ist heute wieder der gegenläufige Trend zu beobachten: Schwarz ist Allerweltsfarbe, und modern und aufkommend ist alles Helle, Silbrige (auch wenn es natürlich nur gefärbter Kunststoff ist). Lustig, wie die Zeiten sich ändern und die Dinge wiederkehren...

    Ui, jetzt habe ich sehr viel unstrukturierte Erinnerungen preisgegeben. Hat jemand von euch diese Themen auch durchlebt? Gab es nicht noch weitere Hersteller?

    Viele Grüße,
    Christian (ebenso begeisterter wie schlechter Fotograf)

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Babooshka

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    Tja, meine Fotoausrüstung in den 80-ern bestand aus einer Agfa Ritschratsch-Klick, natürlich ganz was anderes als eine schöne Spiegelreflexkamera, aber für eine so kleine Schachtel hat sie doch erstaunlich gute Fotos gemacht. Außerdem war sie für damalige Verhältnisse schön klein, sodass man sie gut verstauen konnte. Das ist mir heute noch wichtig, am liebsten hätte ich eine ganz winzige Digitalkamera.

    Anfang der 80-er machte ich bei mir an der Schule einen Fotokurs, wo wir auch entwickeln lernten. Die Funktionsweise einer Spiegelreflexkamera ist mir jedoch nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln.

  4. #3
    Benutzerbild von Heiko

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    Ich hatte eine Minolta "schießmichtod" Ein echt kultiges Teil, ich glaube irgendwas mit "700b" oder sowas, mien Gott, das ist ja auch ewig her

  5. #4
    Benutzerbild von Aeppler

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    Ich habe zuerst mit einer ZEIS-IKON meines Opas fotografiert. Mit meinem Geld aus der Lehre habe ich mir dann eine MINOLTA X700 mit Blitz, Weitwinkel und Zoom gekauft.
    Das Teil steht bei mir immer noch in der Tasche herum.

    Seit einige Jahren habe ich eine CANON A1, mit der ich sehr zufrieden bin. Auf jeden Fall kommen da bessere Bilder heraus, als aus so einer kleinen Digi-Cam.


    Gruß und "bitte lächeln"
    Äppler

  6. #5
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    Ich fand Spiegelreflexkameras damals auch schon sehr faszinierend. Das muss damit zusammenhängen, dass ich solche Sachen eigentlich immer "richtig" machen will und in diesem Fall keine Lust hatte mich durch stümperhafte Ausrüstung um die schönsten Fotos zu bringen. Die abgenudelte Pocket-Kamera, die ich irgendwann mal von meinem Vater geschenkt bekommen hatte, und die komische Revue-Knipse die ich als Kind hatte, brachten jedenfalls keine tollen Ergebnisse. Da konnte man sich das Mitschleppen und Entwickeln lassen auch sparen. Als ich mal zu etwas Geld kam und der Drang nach einer richtigen Kamera wieder da war, wollte ich mir auch eine Spiegelreflexkamera kaufen.

    Leider reichte mein Geld hinten und vorne nicht, jedenfalls nicht für das was man so in der Werbung sah. Canon T70 usw... Also schaute ich weiter und weiter... und siehe da, da gabs eine Marke namens "Praktica". Wie mir der Verkäufer dann sagte, eine Kamera aus der DDR. Tja, das kann jawohl nix sein dachte ich *g* Aber ich habe sie dann trotzdem gekauft. Ein Glück ) Es war eine Praktica BMS, fortan ein treuer Begleiter der wunderbare Aufnahmen ermöglichte. 5 Jahre später ist mir das Ding dann doch mal zu stark runtergefallen und war hin... ich habe mir die gleiche nochmal gekauft und war nochmal fast 10 Jahre damit unterwegs. So langsam hat mich das Gefummel (Macro Zoom) aber doch etwas genervt und ich wollte eine Autofocus-Kamera haben. Die BMS wurde schweren Herzens bei ebay verkauft und seitdem tut eine Canon EOS ihren Dienst. Auch ein sehr schönes Gerät )

    Dave

    P.S.: Die Praktica war übrigens von "Pentacon Dresden", also von Carl Zeiss. Dort wurde die Spiegelreflexkamera mal erfunden... Schade das sie keine mehr herstellen, sondern nur noch ihren Namen auf billige Digitalkameras aus Fernost kleben um sie bei Aldi zu verramschen.


  7. #6
    Benutzerbild von vg8010

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    Tja, meine Fotoausrüstung in den 80-ern bestand aus einer Agfa Ritschratsch-Klick
    Eine Pocketkamera wahrscheinlich? Ich habe einmal eine meiner Schwester zu Weihnachten geschenkt, das wird wahrscheinlich auch so um 1983 herum gewesen sein. Diese Agfa war vom Design her genial, und mit einem Schiebeschalter konnte man sogar zwischen zwei verschiedenen Festbrennweiten wählen...

    Damals war Agfa ja wirklich noch als Hersteller von Fotoapparaten aktiv! Den semiprofessionellen Sektor hatten sie damals ja leider schon verlassen, aber auf dem Gebiet, das man heute "Point & Shoot"-Kameras nennt, waren sie noch sehr aktiv. Besonders gefallen hat mir das damalige Modell der Agfa Optima Sensor. Da könnte ich auch ins Schwärmen geraten... Vielleicht in einem eigenen Thread.


    Anfang der 80-er machte ich bei mir an der Schule einen Fotokurs, wo wir auch entwickeln lernten.
    Bei uns an der Schule gab es Fotografie als Freifach, leider erst ab der fünften Klasse, in der ich erst 1984 war. Ich habe es natürlich besucht. Am meisten Spaß gemacht hat das Entwickeln von Schwarzweißfilmen in der Dose, das war auch schön einfach und unkritisch. Selber vergrößert habe ich nur gelegentlich, teils wegen des Zeitaufwandes und teils, weil ich hauptsächlich Dias fotografiert habe. Rückblickend denke ich mir schon, ich hätte besser an anderen Dingen Zeit gespart und mich intensiver damit beschäftigt, zumal die Schule eine große und sehr gut ausgestattete Dunkelkammer hatte. Wir haben dort sogar Farbvergrößerungen von Dias angefertigt... *schwärm*


    Die Funktionsweise einer Spiegelreflexkamera ist mir jedoch nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln.
    Es ist eigentlich nicht so kompliziert und lohnt die Beschäftigung schon. Das Hauptproblem, das ich mit Spiegelreflexkameras hatte und habe, ist, dass sie doch etwas aufwändig zu transportieren sind, gerade mit Zubehör. Von daher verwende ich, wenn ich unterwegs bin, ohnedies hauptsächlich eine kompakte Sucherkamera, ganz ähnlich der weiland Agfa Optima übrigens. Vielleicht wird das wirklich ein eigener Thread...

    Viele Grüße,
    Christian

  8. #7
    Benutzerbild von vg8010

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    Ich habe zuerst mit einer ZEIS-IKON meines Opas fotografiert.
    Auch das ruft bei mir Erinnerungen hervor... Der erste Fotoapparat, den ich verwendet habe, war die alte Agfa Isola meines Vaters, vom Aussehen her Baujahr frühe 60-er-Jahre (erstere). Diese Kamera hat noch mit Rollfilm gearbeitet und Negative im Format 6x6cm aufgenommen. Vom Konzept her war es eine preiswerte, einfache und (soweit bei Rollfilm möglich) kompakte Sucherkamera. Die Preiswürdigkeit schlug sich darin nieder, dass das Objetkiv relativ lichtschwach war (zwei Blenden, 6,3 und 11) und dass der Verschluss nur drei Zeiten unterstützte. Die Kompaktheit war dadurch realisiert, dass das Objektiv ins Gehäuse eingeschoben werden konnte. Dabei hatte es aber einen durchgehenden Metalltubus statt -wie in den 50-ern sonst häufig üblich- einen Balgen, was die Sache robuster und haltbarer machte. Zeitlich passt die Isola allerdings nur knapp in den Rahmen, denn verwendet habe ich sie wohl so in der Zeit von 1976-1980. Natürlich habe ich sie noch. :-)

    In den frühen 80-er-Jahren (und bevor ich meine Mamiya hatte) durfte ich auch sehr oft die Kodak Retina Ia meines Vaters benützen, der sie damals noch regelmäßig verwendete. Von der Objektiv- und Bildqualität ist sie bis heute ausgezeichnet und voll konkurrenzfähig (Schneider Kreuznach-Xenar, *schwärm*), und tatsächlich verwende ich sie immer noch. Sie ist zwar schwer, aber außerordentlich kompakt und von daher zum unstörenden Mitführen sehr gut geeignet. Ursprünglich hatte mein Vater den originalen Kodak-Belichtungsmesser dazu, bloß gab der 1980 seinen Geist auf und wurde durch einen Gossen Sixtino 2 ersetzt, den ich auch heute noch verwende und der von Gossen auch immer noch hergestellt wird...


    Die Praktica war übrigens von "Pentacon Dresden", also von Carl Zeiss. Dort wurde die Spiegelreflexkamera mal erfunden... Schade das sie keine mehr herstellen, sondern nur noch ihren Namen auf billige Digitalkameras aus Fernost kleben um sie bei Aldi zu verramschen.
    Stimmt, an Praktica erinnere ich mich auch noch sehr gut! Ich war aus den selben Überlegungen ein wenig skeptisch, weil ich viele weniger gute Ostblockprodukte kannte, und bin dann selbst bei der Mamiya gelandet. In der Schule, im Freifach Fotografie, hatte ich dann allerdings viel Kontakt zu Prakticas und fand diese wirklich hervorragend, auch wegen der Nachführmessung. Das waren allerdings allesamt Modelle aus der Vorgängerreihe, mechanischer Verschluss, TTL-Nachführbelichtungsmesser, M42-Schraubgewinde und der Auslöser schräg nach oben aus der Gehäusevorderseite herausragend. Die vollelektronischen Prakticas -BX20, BMS und wie sie hießen- mit Praktica-Bajonett habe ich aus eigener Anschauung leider nie kennengelernt.

    Dass Pentacon die eigene Produktion von Konsumgütern eingestellt hat, finde ich auch sehr schade. Auf ihren Webseiten heißt es irgendwo, dass die letzte Spiegelreflexkamera 1995 erzeugt wurde - also später, als man glauben würde, aber leider trotzdem in der Vergangenheit.


    Der Handel mit billigen Fernost-Produkten ist Ausdruck einer der für mich ganz großen Veränderungen im Vergleich zu den 80-er-Jahren: Damals waren Firmen primär Produktionsbetriebe und haben Dinge entwickelt und hergestellt. Heutzutage sind Firmen hauptsächlich Entwicklungs- und Handelsbetriebe und beauftragen mit der Produktion andere, sehr oft chinesische Staatsbetriebe mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen und extrem niedrigen Lohnniveau. Und bei vielen Firmen reicht es auch zur Entwicklung nicht mehr und wird nur noch mit Fremdprodukten gehandelt. Praktica zum Beispiel, aber auch die Minox-Digitalkameras stammen aus solchen Werken.

  9. #8
    Sven Hoëk
    Benutzerbild von Sven Hoëk
    Ich hatte ne Praktika BX-20 und hab sie auch immer noch und die funktioniert und funktioniert ....

    Sven

  10. #9
    Benutzerbild von new-waver

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    Also ich träumte immer von einer Canon A1 - dann bekam ich Ende der 80er meiner Olympus OM101. Und die habe ich sogar immer noch!
    Hinzu gekommen ist eine zweite OM101 und jede Menge Objektive. Allerdings "knipse" ich jetzt mehr mit meiner neuen digitalen HP PS850.


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  11. #10
    Benutzerbild von Level 42

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    Ende der 80er, habe ich für "läppische" 300 Deutschmark, eine Minolta XGM Komplettausrüstung gekauft (gebraucht,Top Zustand)

    50er Normalobjektiv (Hohe Lichtstärke 1:1,8 glaube ich)
    28er Weitwinkelobjektiv
    80-200er Schiebezoom
    Voigtländer Blitz

    Minolta Blitz, 28-80 Zoom-Objektiv und diverse Filter, habe ich mir dazu gekauft, später dann ein Minolta X-300 Gehäuse (Hatte Dia und Negativfilm parallel laufen)

    Den ganzen Krempel habe ich 2002 verkauft, und mir eine Minolta XTsi mit 28-80 Zoom gekauft, Vollautomatisch das Teil kann aber auch auf Zeit/Blende manuell, umgestellt werden. Und eine Fuji Finepix 2300 (Digital reicht für Partys und Doku-Aufnahmen)

    Großer Traum eine "Leica" oder "Hasselblad",...schon geplatzt , bei den Preisen.

    Gruß Level 42

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