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Wie verbreitet waren eigentlich Pcs Anfang der 80er?

Erstellt von Die Luftgitarre, 06.01.2003, 00:30 Uhr · 13 Antworten · 2.305 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    In dem Film "War Games" (1982) kriegt man ja den Eindruck, daß ein PC im Zimmer eines Mittelschicht-Teenagers damals schon nicht mehr sooo ungewöhnlich war.

    Hingegen tauchten in meinem persönlichen Umfeld (auch Mittelschicht) Home-Computer erst so ab 1986 auf, und zwar nur bei einigen wenigen Jungs in der Klasse; mich hat´s damals nicht interessiert und mein Vater hatte erst ab 1989/90 einen Computer in seinem Arbeitszimmer stehen.

    Andererseits gab´s ja schon 1982/83 mit "War Games", "Tron", Romanen wie "Neuromancer" und diversen Sythiepop-Videos einen Riesen Hype um das Thema Computer. Zugespitzt: Reflektierte dieser Hype eine zunehmende Verbreitung von PCs bereits Anfang der 80er oder schuf er erst eine größere Nachfrage nach PCs?

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von
    Ich weiss natürlich nicht genau, wie es in den USA war, aber die Verkaufszahlen der Homecomputer damals sprechen doch sehr stark dagegen, dass es irgendwo auf der Welt Anfang bis Mitte der 80er schon normal war, dass jeder Teenager einen eigenen Homecomputer hatte.

    Als ich meinen C16 kaufte, war ich gerade selbst frisch gebackener Teenager *g* Ein Nachbarsjunge hatte zur gleichen Zeit einen C116 bekommen. Ein Klassenkamerad durfte den CPC seines Vaters benutzen. Das wars. Nur weil wir Trendsetter waren, kamen ein, zwei Jahre später noch ein paar dazu, die mit ihrem frisch geschenkten C64 angaben (darunter mein bester Kumpel). Ich fand das gemein und habe mir dann vom Gesparten einen C128 gekauft (und tippte fortan Go64 ;-)

    Auf jeden Fall waren es fast nur Jungs die damals einen Computer bzw. weitergehenden Zugang an Papas Rechner hatten und meiner Beobachtung nach auch um 1985 damals höchstens jeder 20. bis 30. Um 1982 war es wahrscheinlich erst jeder 500. Da steckte das ganze wirklich noch ganz stark in den Kinderschuhen und die Firmen waren superzufrieden, wenn sie von einem neuen Modell im ersten Jahr x-zehntausend Stück verkauft hatten. Der Videospielemarkt brach ja auch gerade mal eben so zusammen und machte Platz für die Homecomputer. Neenee, also die meisten US-Filme dieser Zeit waren in der Beziehung ziemlich übertrieben. Das ja auch in den Fähigkeiten die den Computern immer angedichtet wurden. ;-)

    QBert

  4. #3
    Sven Hoëk
    Benutzerbild von Sven Hoëk
    In diesen Filmen sind ja zwei Dauerprobleme westlicher ("heißer") Gesellschaften zusammengeflossen: Die neugierige Angst vor der Technik, vor allem als Sie die konspirativen Industrien und Regierungen verlies und in die Wohnzimmer Einzug hielt und das Dauerproblem der Adoleszenz. Wenn man sich ein paar der Filme über Computer aus den 80ern mal ansieht, stellt man eine überraschende Ähnlichkeit zu den Monsterfilmen der 50er Jahre fest. Es ist immer das Fremde, dass in die Gesellschaft einzug hält und zuerst die Jugend (noch weiter) verdirbt. Daher denke ich mal (als guter Soziologe ), dass diese Filme nur teilweise "Spiegel der Gesellschaft" (Kracauer) selbst waren; vielmehr haben Sie wohl als kurzsichtige Utopie Gefahren geschildert, was passieren kann, wenn man die Kids an die Bits lässt. (Man muss ja auch zugeben, dass filme wie "Electric Dreams" oder "Tron" selbst für die damalige zeit "schlecht recherchiert" gewesen sind, womit man ja das Zielpublikum - ewig besserwissende Teens - am meisten verärgert hätte).

    Übrigens sind meine Lieblings-Computerfilme aus der Zeit:

    Tron (obwohl ich den schon damals reichlich übertrieben fand)
    Ferris macht blau (ein früher Hacker)
    LISA - Der helle Wahnsinn (Zwei Computernerds basteln sich eine Frau)
    Electric Dreams (ein echter SF mit sehr niedlicher Kitsch-Atmosphäre. Einer meiner Lieblingsfilme)
    War Games (Klar! die Mutter des elektronischen Conspiracy-Films)
    Kurzfilm "Battle of the Bishop" (3. Episode des Films "Alpträume")
    The last Starfighter (der erste ernstzunehmende CGI-Film)
    Dark Star ("Bombe Nr. 20! Du fährst jetzt sofort zurück ins Bombendeck!")
    Brainstorm (eine positive Umdeutung der Neural-Netz-Idee aus "Scanners")
    Nummer 5 lebt! ("hmmm, Stephanie .... attraktive Software!")

    Was die Verbreitung und Popularität der Homecomputer angeht: Da müsste ich mal nach Statistiken suchen (die es bestimt irgendwo gibt). Allerdings dürfte das unter Jugendlichen (mit chronischem Geldmangel) ja wirklich nicht so das Thema gewesen sein (wenn man bedenkt, dass der erste C=64 ja als "Personal Computer" für 1700 DM verkauft wurde). Es wird wohl so bie bei QBert gewesen sein oder bei mir:Mein Vater hatte nen Computer (Commodore PET) und immer wenn ich am Wochenende bei ihm zu Besuch war (Scheidungskind), habe ich nix anderes gemacht, als darauf rumgehackt ... bis er mir dann schließlich nen eigenen Computer gekauft hat.

    Sven

  5. #4
    Benutzerbild von Lutz

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    QBert postete
    Ich weiss natürlich nicht genau, wie es in den USA war, aber die Verkaufszahlen der Homecomputer damals sprechen doch sehr stark dagegen, dass es irgendwo auf der Welt Anfang bis Mitte der 80er schon normal war, dass jeder Teenager einen eigenen Homecomputer hatte.
    Soweit ich weiß lief der Film 1983 in den USA und bei uns Winter '83 (?). 1983/84 hatten viele aus unserer Clique einen C64 (Keiner hatte irgendwie besonders reiche Eltern und nur die Hälfe davon waren wirkliche Computer-Geeks). Wir haben uns dann (die ein Datenklo hatten) u.a. in die lokalen Hamburger Mailboxen (es gab natürlich sehr wenige) eingewählt. Das war damals eine richtige Pionierzeit. Einige Freundschaften entstanden dort sogar. Für uns war „Wargames“ (siehe C64 Story: http://home.tiscali.de/webgoe/c642.html ) ein gefundenes Fressen. Natürlich hatte nicht jeder Teenie sowas – aber in meinem Freundes und Bekanntenkreis waren Heimcomputer ’83 schon stark verbreitet. Natürlich nur bei den Jungs 1986/87 stiegen viele dann schon auf den Amiga um....

    Lutz „When 300 baud was the bomb" G

  6. #5
    Benutzerbild von
    1984 war der Boom der Homecomputer schon ganz gut im Gange, die Videospiele starben erstmal aus. Commodore hatte bis Ende 1984 rund 4 Mio. C64 verkauft. Das mal so als Anhaltspunkt wieviele C64 es weltweit damals insgesamt gab. Wieviele Kinder damals einen hatten und wieviele davon bei uns in Deutschland zu Hause waren, kann man vielleicht halbwegs erahnen. Der Marktanteil des C64 zu dieser Zeit war erdrückend, weshalb man nicht mehr allzuviel oben drauf packen muss um auf die Gesamtzahl an verbreiteten Homecomputern zu kommen. Zum Vergleich eine andere Zahl: Im April 2001 soll schätzungsweise der 1 Milliardste PC verkauft worden sein. 25% davon entfallen auf den Heimbereich, 1/4 davon ging nach West-Europa. Dafür haben wir 25 Jahre gebraucht. Schon 2007 soll die 2. Milliarde fallen...
    Im Vergleich zu heute war die Verbreitung von Computern damals ziemlich mau. Aber das hatte auch seine Vorteile: Wer einen hatte, kannte sich auch damit aus ;-)

    Wenn wir dann schon bei Computer-Filmen der damaligen Zeit sind, hätte ich dazu mal eine Such-Anfrage *g*

    Ich erinnere mich an einen Film, der in einem computergesteuerten Hochhaus spielt. Wie sollte es auch anders sein, spielt der Zentralrechner da etwas verrückt. Zwei Programmierer versuchen da irgendwie rauszukommen oder noch was zu retten. Wenn ich mich nicht total täusche, ist das ein deutscher Film gewesen und einer der Hauptdarsteller war zu meiner Überraschung die Synchronstimme von Tom Hanks... Soweit erinnere ich mich, bzw. MEINE mich zu erinnern. Das kann teilweise durch die Jahre auch etwas verfälscht sein. Kennt zufällig jemand den Film?

    QBert

  7. #6
    Sven Hoëk
    Benutzerbild von Sven Hoëk
    Du meinst dann aber nicht zufällig "Fahrstuhl des Grauens" von Dick Maas?

    Sven

  8. #7
    Benutzerbild von
    @ Sven

    Hm, habe mal nach der Story dieses Films "gegoogelt". Nee, dass scheint er mir nicht zu sein. Ein Fahrstuhl spielte glaube ich nicht die Hauptrolle in diesem Film. Und ich glaube auch immer noch, dass es ein deutscher Film war.

    Soweit ich weiss, ist aber Arne Elsholz der Synchronsprecher von Tom Hanks. Ich glaube der hat keine Filme gemacht und wenn ich mir heutige Fotos von ihm anschaue, sieht er völlig anders aus, als der Darsteller aus meiner Erinnerung... Entweder verwechsle ich die Synchronstimme im Nachhinein und ich erinnere mich falsch oder der Film kam mir nur deutsch vor und war supergut synchronisiert... Schade das ich mich nicht mehr besser an den Film erinnern kann! Ich weiss nur noch was ich oben geschrieben habe, dass er düster war, dass ich ihn spät abends gesehen habe und recht spannend fand.

    Any other suggestions? ;-)

    QBert

  9. #8
    Sven Hoëk
    Benutzerbild von Sven Hoëk
    Mmmmh, vielleicht "Zoning" von 1986?
    Ist zumindest ein deutscher Film und spielt im Hochhaus!

    Inhalt:
    Die beiden Arbeiter Ozzy und Düe werden während der Bauzeit eines futuristischen 70-stöckigen Hochhauses entlassen. Sie besitzen genaue Kenntnisse der wichtigsten "inneren Organe" des Gebäudes, der Klimaanlage und der Kommunikationsnetze. Nach der Fertigstellung des Hochhauses kehren sie zurück und verstecken sich in einem sogenannten Blindraum, der durch Bauveränderungen vergessen wurde. Von dort aus starten die beiden nächtliche Beutezüge durch das weitläufige Aufzugssystem des Wolkenkratzers.
    Sven

  10. #9
    Benutzerbild von
    Das hört sich sehr stark nach dem Film an! Danke, Danke, Danke :-)
    Und nun kam der doch glatt erst im November auf VOX... öööööh :-(

    QBert

  11. #10
    Benutzerbild von vg8010

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    In meinem Umfeld sind frühestens 1985 die ersten Heimcomputer aufgetaucht, aber das waren wirklich nur zwei oder drei (einer davon war ich, ein damals schon veralteter und daher erschwinglicher VC20). Es ist dann aber sehr schnell bergauf gegangen, und zu meiner Matura-(Abitur)Zeit hatte schon jeder, der sich dafür interessierte, einen Heimcomputer. Das Interessieren war damals aber noch eine wichtige Voraussetzung, denn als Livestyle-Gegenstand oder reines Werkzeug hat man damals noch keine Computer gekauft.

    Vor den erschwinglichen Computern, hier also vor 1985, gab es aber eine ganz wichtige Strömung: Die programmierbaren Taschenrechner. Ich kannte die damals nur aus Prospekten und war auch ein bisschen zu jung bzw. habe mir darunter so wenig vorstellen können, dass ich mich nicht einmal dafür zu interessieren beginnen konnte. In meinem persönlichen Umfeld bzw. in meinem Jahrgang gab es auch keinen Besitzer eines programmierbaren Taschenrechners, aber die nächstältere Generation (sprich: große Brüder von Schulkollegen) hatten vereinzelt schon welche. Das waren aber auch nur drei oder vier Personen.

    So bin ich selbst erst rückblickend und mehr nostalgisch als praktisch mit programmierbaren Taschenrechnern in Berührung gekommen, nämlich im Zuge des Studiums in den frühen 90-er-Jahren. Da waren sie natürlich schon völlig out. Ich bedaure rückblickend aber doch, dass ich diese faszinierende Phase nicht miterlebt habe. 40 Byte-Programme zu schreiben und auf Magnetstreifen zu speichern... das muss schon ein faszinierendes Erlebnis gewesen sein!

    Viele Grüße,
    Christian (der trotzdem UPN-Taschenrechner liebt)

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