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Ab wann ist ein Schlager ein Schlager ?

Erstellt von SonnyB., 13.06.2004, 13:13 Uhr · 25 Antworten · 5.190 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Diese Frage hab ich mir schon so oft gestellt.

    Hauptsache deutsch gesungen?
    Oder soll zwingend "Liebe" drin vorkommen?


    Laut Wikipedia definiert sich Schlager so:

    Der Deutsche Schlager hatte seine Hoch-Zeit in den 50er, 60er und 70er-Jahren. Dann setzte die so genannte "Neue Deutsche Welle" ein, die mit dem Begriff Schlager nur sehr wenig gemeinsam hatte. In den 90er Jahren gab es in Deutschland ein Schlager-Revival, z. B. durch Guildo Horn. Ferner hatten dann eher volkstümliche Schlager große Erfolge zu verzeichnen. Die Hits des Deutschen Schlagers wurden bzw. werden z.T. bis heute in zahlreichen Hitparaden im Radio, ab 1969 auch im ZDF ermittelt. Die ZDF-Hitparade wurde jedoch im Dezember 2000 eingestellt.

    Ein internationaler Wettbewerb für den Schlager schlechthin ist auch der Grand Prix d'Eurovision de la chanson, auch "Eurovision Song Contest" genannt, der 1956 erstmals stattfand und seither jährlich veranstaltet wird. In den letzten Jahren nahmen vermehrt Pop-Titel daran teil. Mit dem herkömmlichen Begriff "Schlager" hat dieser Wettbewerb somit fast nichts mehr zu tun.

    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlager)



    Allerdings hilft mir das nicht wirklich weiter

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von falkenberg

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    Wirklich eindeutig definiert ist das nicht. Ich fasse den Begriff eher etwas weiter und schließe damit jegliche deutsche Pop-Musik mit ein. Eine Abgrenzung zwischen Schalger und deutschsprachiger Pop-Musik ist praktisch nicht möglich.

    Die zitierte Definition stimmt in der Form sowieso nicht. Die NDW gehört zum deutschen Schlager dazu. Es gibt nur wenige Vertreter, die sich wirklich außerhalb des deutschen Schlagers gestellt haben, und das waren auch die, die weniger wahrgenommen wurden.

    Der volkstümliche Schlager wird meistens eher der volkstümlichen Musik zugerechnet. Es trifft keineswegs zu, dass volkstümliche Musik und Schlager miteinander verschmolzen wären.

    Aus meiner Sicht sind auch Münchener Freiheit, Grönemeyer, Rosenstolz, die Toten Hosen usw. deutscher Schlager, genau wie Juliane Werding oder die späten Werke von Marianne Rosenberg.

    Ausnehmen würde ich allerdings die DDR-Rock-und-Pop-Bands, weil damals in der DDR ein ziemlich strikter Unterschied zwischen Rock/Pop und Schlager germacht wurde, auch wenn diese Kategorisierung rein historisch bedingt ist und heute so nicht mehr aktuell wäre.

    Weiterhin ausnehmen möchte ich deutschsprachige Veröffentlichungen, die aus dem Independent-Bereich kommen, z. B. Stendal Blast, Klirrfaktor, Melotron (na ja), Cyborg Attack, And One, Fußpils11, Cancer Barrack, Endanger. Die musikalischen Unterschiede sind manchmal gering oder kaum noch vorhanden (z. B. D-Pressive), trotzdem sind die Zielgruppen so unterschiedlich, dass diese Veröffentlichungen das Schlagerpublikum niemals erreichen würden.

    Also, Hauptsache deutsch gesungen. Und das mit der Liebe ist eh kein Kriterium. Die ist in englischen Titeln schließlich auch dominant.

  4. #3
    Benutzerbild von Babooshka

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    Für mich ist ein Schlager zunächst einmal deutsch. Ab da gibt's dann verschiedene Arten, z. B.:

    - der am weitesten verbreitete Schlager, in dem solche Worte wie Liebe, (Sommer-)Nacht, Leben mit dir, verliebt vorkommen, also der von der Beziehung zwischen Mann und Frau handelt
    - der Stimmungsschlager, der zum Tanzen und Mitsingen animiert (Fiesta Mexicana)
    - der Fernweh erweckende Schlager (Spaniens Gitarren, Bella Italia, Eviva Espana etc.)

    Manchmal sind die Grenzen auch fließend, denn es gibt ja auch solche Schlager, die alle drei Elemente in sich vereinen. Aber es stimmt schon, was du sagst, in den allermeisten Schlagern ist von Liebe bzw. bisweilen auch Liebeskummer die Rede.

    Des weiteren charakterisiert sich ein Schlager für mich durch seine eingängige, einfache Melodie und einen ebensolchen Text. Sehr poetisch kommt ein Schlager zumeist nicht daher. So ist Grönemeyers "Flugzeuge im Bauch" zwar auch in gewisser Weise ein Liebes(kummer)lied, Text und Melodie sind jedoch - ja, wie soll ich sagen... "anspruchsvoller" trifft's irgendwie nicht 100%-ig. Aber eben nicht ganz so simpel wie beim typischen Schlager.

    Und ja, die Hoch-Zeit des Schlagers war in den 50-er bis 70-er Jahren. Was heutzutage an Schlagern produziert wird, ist für den Musikmarkt weitgehend belanglos, das ist dazu da, auf Radio Arabella und Bayern 1 gespielt zu werden. Aber selbst dort greift man, wie auch auf offiziellen Schlagerparties, zumeist doch auf Altbewährtes zurück, weil es das ist, was die Leute hören wollen.

  5. #4
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Also sind Grönermeier, Westernhagen, die toten Hosen oder Die Ärzte......im Prinzip Schlager ?


    Ich bin auf diese Frage gekommen, weil im "Kurioses vom Plattendealer" vom Einsortieren die Rede war.

    Das doch oft die verschiedenen Stile miteinander vermischt würden.


    Worauf ich hinaus will:

    Ich hab eine CD von Bonfire.....da sind die Stücke der "Fireworks" (Hard Rock), auf deutsch dauf.
    Wo sortiere ich die jetzt ein?

    Die "Fireworks" bei Hard Rock und die "Freudenfeuer" (die ja nur eingedeutscht wurde) bei Schlager ? Da hatte ich die CD nämlich damals gefunden.

  6. #5
    Benutzerbild von Babooshka

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    SonnyB. postete
    Also sind Grönermeier, Westernhagen, die toten Hosen oder Die Ärzte......im Prinzip Schlager ?
    Für mich nicht, weil sie in meine persönliche Definition nicht passen.

  7. #6
    Benutzerbild von röschmich

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    Ist nicht derjenige, der die einzig wahre Definition des Begriffes "Schlager" gefunden hat, kurz vor Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse tragisch ums Leben gekommen???

  8. #7
    Benutzerbild von Level 42

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    Zumindestens habe ich letztens Klaus Lage, auf einer Deutschen Schlager CD gesehen.
    War immer der Meinung der war Deutschrocker.
    Da versteh einer die Musikexperten.

    Ist der englischsprachige Pedant "Evergreen" eigentlich mit dem Schlager gleich zu setzten, oder was ist eigentlich ein "Klassiker" oder "Kult" ?

    Die Definition "Schlager", vielleicht nicht so eng sehen.

    Gruß Level 42

  9. #8
    Benutzerbild von röschmich

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    Ja Begriffe ändern sich
    Ich habe mal gelernt: Schlager ist ein Chanson der sehr populär ist.
    Chanson bedeutet heute auch was ganz anderes. Im Duden steht Kabarettlied.
    Heute treten z.B. die Puhdys und KARAT in Schlagersendungen auf.
    Die Puhdys, habe ich damals (so 1980) gelesen machen Hard-Rock. Vorbilder waren Uriah Heep oder Deep Purple.
    Letztens sah ich in einer Sendung des mdr (Die Goldene Henne)
    Richie Blackmore (Blackmores Night) in einer Sendung mit Stefanie Hertel. Und das unmittelbar aufeinander. Ich denke mir spätestens dann, habe ich ich den Glauben an den Rock´n Roll verloren. Heutige Schlagersendungen mögen dagegen einen Roy Black wie Hardcore erscheinen lassen.
    Vor über 25 Jahren haben Cindy und Bert "Paranoid" von Black Sabbath gecovert! Und Karel Gott Titel der Rolling Stones!
    Und nun bastel mal jemand eine Gesetzmäßigkeit daraus.
    Wie gesagt, der es konnte, ist auf tragische Weise ums Leben gekommen.

  10. #9
    Benutzerbild von falkenberg

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    Duden und Lexika (und erst recht Musikschulbücher) kann man in solchen Fällen getrost in die Tonne kloppen, weil die alle noch irgendwo in den 60er Jahren leben. Bezüglich meiner ersten Aussage muss ich mich wohl doch etwas präzisieren (und auch korrigieren). Zwischen Deutschrock und Schlager gibt es natürlich eine Trennung; wo die Grenze liegt, ist aber sicher für jeden unterschiedlich. Wie ich bereits erwähnte, wurde die Grenze auch in der BR Deutschland und der DDR unterschiedlich gezogen. Klaus Lage dürfte wohl im Grenzbereich liegen (den hatte ich auch nicht genannt), ich habe aber was dagegen, Grönemeyer und Pur und Westernhagen und UKW und Münchner Freiheit und Hubert Kah usw. einen eigenen Begriff zuzuordnen. Das ist nichts wirklich anderes als Schlager.

    Die Toten Hosen sind schwieriger einzuordnen; wenn man musikalische Komplexität und textlichen Anspruch als Kriterium nimmt, landet man da (je nach Titelauswahl) ganz schnell eher noch bei der volkstümlichen Musik. Es gibt da tatsächlich erhebliche Ähnlichkeiten, es klingt nur etwas anders. Und wenn es kein Schlager ist, was ist es dann? (Zur Vermeidung von Misverständnissen: Ich habe nix gegen die Toten Hosen, auch wenn sie die erste deutsche Boy Group waren).

    Vielleicht haben einige Leute auch nur deswegen ein Problem mit dem deutschen Schlager, weil sie dabei nur an Andy Borg und Peter Alexander denken. Das ist eben nicht die ganze Wahrheit. Bis Anfang der 80er war die Akzeptanz des Schlagers noch ganz wesentlich breiter als heute. Bei Radiosendern wie NDR2 waren Schlager fester Bestandteil des Programms. und zwar nicht nur in separaten Sendungen, sondern fast ständig. Schlager war damals Mainstream und nicht auf Hausfrauen und Rentner beschränkt. Das änderte sich zwischen 1982 und 1985 mit dem Aufkommen der Privatsender, die den Schlager regelrecht boykottierten. Mit der Verkleinerung der Zielgruppe änderte sich dann auch der Schlager an sich, und ab Mitte der 80er dominierten dann die Primitivschlager nach Art der Flippers. Bessere Qualität wurde selten. Dann kam einige Jahre später der volkstümliche Schlager hinzu, der zeitweise die Trennung zwischen volkstümlicher Musik und Schlager aufzuheben schien. Vollständig durchgesetzt hat er sich zum Glück nie. Trotzdem hat der Schlager im Mittel nie wieder das Niveau der frühen 80er erreicht und seine frühere Zielgruppe auch nicht. Es ist schon bezeichnend, dass Wolfgang Petry mit seinen Billig-Titeln wesentlich mehr Erfolg hat als mit seinen besseren früheren Veröffentlichungen.

    Wohl nicht ganz zufällig waren auch die deutschen Coverversionen in den 80ern massiv auf dem Rückzug. An diesen Coverversionen kann man aber deutlich erkennen, dass es keinen wirklichen Unterschied zwischen Schlager und Pop-Musik gibt (bzw. dass die Sprache der entscheidende Unterschied ist).

    Beispiel: 1982 gab es von F. R. David "Words" und von Mary Roos die deutsche Version "Zeit". Unterschiede in der musikalischen Qualität: nicht vorhanden (nur dass die Coverversion natürlich den Makel mitschleppt, eine Coverversion zu sein). Stilistische Unterschiede zwischen "Zeit" und anderen Singles von Mary Roos aus dieser Zeit: kaum vorhanden. Fazit: Der wesentliche Unterschied zwischen der internationalen Pop-Musik und dem Schlager ist die Sprache. Das ist nur ein Beispiel, dem man etliche hinzufügen könnte. Wohlgemerkt: F. R. David hat das Lied ja auch nur von einem Produzenten verpasst bekommen. Das Argument von wegen "selbstgeschrieben" zieht hier nicht.

    Wer es nicht glaubt: Hört Euch mal ganz unvoreingenommen die englischen Titel von Nino de Angelo aus den frühen 80ern an. Was ist das? Schlager? Pop? Oder z. B. "Fire Storm" von Denise (jawohl, das ist die, die 4 Jahre später mit "Schenk mir keine Rosen" Erfolg hatte).

    @ Sonny B.

    Damit beantwortet sich eigentlich auch die Frage (zumindest im privaten Umfeld), was man mit verschiedensprachigen Verionen derselben LP macht. Wenn die Musik an sich die gleiche ist, ist auch die Kategorie die gleiche. Dass Plattenläden mit dem Problem überfordert sein können, wundert mich nicht.

  11. #10
    Benutzerbild von djrene

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    Schlager isses, wenn mir beim anhören schlecht wird

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