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Abba, Modern Talking und die Sache mit den Ohrwürmern

Erstellt von Torsten, 25.11.2002, 15:25 Uhr · 92 Antworten · 7.040 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von woody

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    Hallo Leute,
    ich schließ mich voll dem Freddieflopp an, ich hab hier gar nich alles gelesen, kommt mir bloß so vor , als ob hier noch mehr als der QBERT eine Doktorarbeit schreiben


    Ich meine man sollte die Länge der Postings auf 1000 Zeichen begrenzen

    Woody

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von Lutz

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    @Torsten

    ModernTalking:

    Für meinen Geschmack bist du mir in dieser Hinsicht etwas zu verbohrt. Ich nehme Modern Talking als Musiker im eigentlichen Sinne des Wortes auch nicht ernst, kann mich in manchen Momenten aber dennoch an den Melodien erfreuen...
    Torsten, das hat nichts mit Verbohrtheit zu tun. Ich finde Modern Talking einfach - na Du weisst schon. Und da ich nicht masochistisch veranlagt bin, habe ich auch keinen Drang mir das reinzuziehen, ok? Das hat auch nichts mit irgendwelchen Dogmen zu tun. Wenn mir was gefaellt hoer ichs - wenn nicht dann halt nicht.

    Wie Du vielleicht mitbekommen hast geht mein Musikgeschmack beispielsweise von Sisters Of Mercy (natuerlich nur die alten Scheiben) ueber ABBA und Peter Gabriel bis hin zu Belly oder Madonna. Also von Verbohrtheit koennen die mich naeher kennen glaube ich nicht berichten. Aber wenn ich was sch**** finde dann sage ichs auch. Das ist richtig.

    Noch kurz zu Ally McBeal: Die letzte Staffel gefiel mir auch nicht mehr so. Die aktuelle knuepft jetzt wieder an die guten alte Folgen an. Es lohnt sich mal reinzuschauen!

    Hier uebrigens die Aufloesung: Fish zitierte, wenn mich nicht alles taeuscht, "Take A Chance On Me" von ABBA.

    Noch was: Ich weiss nicht ob Du das gemeint hast. Aber ich ziehe gute Musik (klar ist subjektiv) die vielleicht nicht ganz perfekt abgemischt ist, einer aalglatten Produktion vor, die soundtechnisch der Perfektion nahe kommen mag aber musikalisch ne Null ist. Nein, ich nenne jetzt keine Namen

    Schoen ist wenn alle positiven Attribute zusammentreffen - so z.B. bei Popaganda...

    Shit - jetzt ists schon wieder 1:10 - ich muss ins Bett....

    Lutz

  4. #23
    Benutzerbild von Torsten

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    @ woody:

    "Ich meine man sollte die Länge der Postings auf 1000 Zeichen begrenzen."

    Und ich meine, man sollte die Anzahl der Postings, in denen immer dasselbe steht, begrenzen...


    @ Lutz:

    "Torsten, das hat nichts mit Verbohrtheit zu tun. Ich finde Modern Talking einfach - na Du weisst schon. Und da ich nicht masochistisch veranlagt bin, habe ich auch keinen Drang mir das reinzuziehen, ok? Das hat auch nichts mit irgendwelchen Dogmen zu tun. Wenn mir was gefaellt hoer ichs - wenn nicht dann halt nicht."

    Vielleicht hab ich mich etwas missverständlich ausgedrückt: Die Tatsache, dass du die Mucke von Modern Talking scheiße findest, ist ja völlig okay. Von mir aus kannst du das auch jeden Tag hier irgendwo posten, ich werde die entsprechenden Beiträge mit Vergnügen lesen...

    Beim Thema "Verbohrtheit" geht's mir eher um Folgendes:

    1. Wenn du zu den wenigen Leuten gehörst, in deren Gehirnwindungen sich die Melodien von Modern Talking tatsächlich nicht hineingefressen haben, dann bleibt für dich natürlich auch kein künstlerisches Kriterium mehr übrig, was du an der Bohlen-Musik noch lobenswert hervorheben könntest - das seh ich ein. Aber ist es denn so schwierig zuzugeben, dass es sich bei dessen Hits dennoch höchstwahrscheinlich um zeitlos eingängige Lala handelt (vielleicht nicht für dich, aber für viele andere), die zumindest in dieser Hinsicht dem heutigen Charts-Brei meilenweit überlegen ist? Ich verweise hierzu auf den letzten Absatz von waschbaer's Posting Nummero 008, der das meines Erachtens ganz richtig beschreibt.

    2.Wenn du schreibst, dass es dir dein "Selbstwertgefühl" verbietet, in eine Zeitung hineinzuschauen, die du nicht besonders schätzt, dann klingt das zumindest in Bezug auf die "Bild-Zeitung" in meinen Ohren doch arg pathetisch. Kann man solche Fälle nicht mit etwas mehr Gelassenheit und Humor betrachten? Wenn ich mir die "Bild-Zeitung" kaufe, weil ich die Ereignisse des letzten Bundesliga-Spieltages nachlesen will, den ich eventuell verpasst habe - warum sollte ich mir für diese halbe Stunde eine Tageszeitung kaufen, die das Doppelte oder Dreifache kostet und die danach sowieso wieder entsorgt wird? Das ist ja das Schöne an der "Bild-Zeitung": Bei Sport-Ergebnissen oder den Lottozahlen kann selbst sie nicht lügen...

    Anders verhält es sicht mit solch unfassbar schlechten Machwerken wie die "Coupé": In der ist ja nun nachgewiesenermaßen quasi alles erstunken und erlogen. Dieses Schmierblatt hat somit nicht den geringsten Nutzwert und ist nach meiner Logik also noch überflüssiger als Cherry Coke...

    Und genauso, wie ich hier differenziere, mache in auch einen Unterschied zwischen den Werken von Modern Talking und z. B. Scooter: Beides ist zwar durch und durch Kommerz-Pop, aber den Bohlen-Produktionen liegen wenigstens noch eigene Melodien zugrunde. Die Typen von Scooter dagegen bedienen sich ja seit einigen Jahren mit einer kalkulierten Dreistigkeit bei alten Hits, dass es eigentlich schon strafbar sein müsste. Unverständlich in deren Fall vor allem deshalb, weil sie Ende der 80er als Celebrate The Nun ja bewiesen haben, dass sie's wesentlich besser können. Nur werden sie damit eben wohl nicht so viel Kohle eingefahren haben...

    Und beim Thema "Langlebigkeit der Hits" verbietet sich hier ein Vergleich sowieso sofort...


    "Wenn die 80er nur aus Bohlen Zeugs bestanden haette, waere es fuer mich das musikalisch schlimmste Jahrzehnt ueberhaupt gewesen."

    Und ich hätte mich glatt erhängt...


    "Noch was: Ich weiss nicht ob Du das gemeint hast. Aber ich ziehe gute Musik (klar ist subjektiv) die vielleicht nicht ganz perfekt abgemischt ist, einer aalglatten Produktion vor, die soundtechnisch der Perfektion nahe kommen mag aber musikalisch ne Null ist."

    Na, so hab ich das nicht gemeint. Die Musik an sich ist ja immer noch das Entscheidende, da sind wir uns sicher einig. Mir ging's auch nicht um perfekt produzierte Platten, sondern die Art und Weise, wie man zu Hause Musik hört. Wenn ich manchmal sehe, mit was für grausigen Schepperanlagen oder unter welchen Umständen mancheiner seiner angeblichen Leidenschaft nachgeht - da fehlen mir manchmal echt die Worte. Na, zumindest habe ich in meinem Bekanntenkreis den einen oder anderen schon bekehren können - jetzt setzen sie sich manchmal sogar ganz entspannt vor die Anlage, schließen die Augen und lauschen ihren Lieblingsklängen...


    Abschließend noch mal eine kurze Bemerkung zu ABBA: In irgendeinem Zeitungs-Bericht habe ich kürzlich am Ende eines Artikels über die vier Schweden den Satz gelesen:

    "Es ist unbezahlbar, dass es sie gab - und unendlich frustrierend, dass es so etwas wahrscheinlich nie wieder geben wird..."

    Besser kann man's kaum auf den Punkt bringen...
    --
    --

  5. #24
    Benutzerbild von Imaginary Boy

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    Ganz kurz mal meine Meinung zu dem Thema, auch z.T. unabhängig von dem, was bisher geschrieben wurde:
    Langsam hab ich keinen Bock mehr mir philosophische Abhandlungen über Sachen wie musikalische Qualität zu lesen, da die genau auf das abzielen das kaputtzumachen, was Musik eigentlich ausmacht, nämlich den subjektiven Eindruck, die jene bei jedem einzelnen erzielt. Objektiv Musik in gut oder schlecht einzuteilen und damit dann unverschämterweise noch rechtfertigen zu versuchen, dass Modern Talking doch gar nicht so schlecht sind, ist in meinen Augen unmöglich. Das führt dann ja wie gesehen noch dazu, dass MT und Abba in einem Atemzug genannt werden...ehrlich gesagt finde ich beide SCHEISSE, und zwar aus rein subjektiven Gründen, denn sie erzeugen beide bei mir ein Gefühl, bei dem ich ständig kotzen könnte. Diese Kitsch und Schicki-Micki und Tralala-Stimmung kommt in mir auf, und dabei hab ich dann die Gesichter dieser musikalischen Verbrecher vor mir, von denen ich beinahe Ausschlag bekomme. Ich nehme mir das Recht raus (was heißt eigentlich "rausnehmen", so was müsste eigentlich jedem frei stehen) solche "Lala" als beschissen zu bezeichnen, weil sie nicht dem Ideal an guter Musik entsprechen, da ich mir über Jahre hinweg aufgebaut haben. gute Songs müssen in meinen Augen eine mir angenehme Atmosphäre verbreiten, und wenn sie diese eben nicht verbreiten, dann isses mir auch Jacke, wie gut oder versiert die Musiker an inhren Instrumenten sind. Wie will man diese Versiertheit überhaupt beurteilen?? Wer kann am schnellsten 17 akkorde hintereinander spielen oder wer rast die Tonleiter am schnellsten runter, oder was? Robert Smith z.B. spielt objektiv gesehen beschissen, alle Jubeljahre bringt er auf nem Konzert mal einen Akkord rüber, der nicht schief ist. Aber gerade das macht das Tolle an ihm aus, denn sowas lässt sich nicht kopieren, ist einzigartig, und niemand wird jemals so ähnlich spielen können. Und verbunden damit ist die Stimmung, die er damit verbreitet. Die übrigen Bandmitglieder sind nur Beiwerk, kann man also unter den Tisch fallen lassen, nur er gibt den Ton (und damit die Stimmung an).
    wieder zurück zu der "Lala": was gibt es beschissenere als, Musik, die bei beim ersten oder zweiten Mal direkt ins Ohr geht? Genauso schnell ist sie nämlich wieder draußen, bei mir jedenfalls. hab in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass typische 80er-Pop-Mucke (Nik Kershaw, ABC..) genauso schnell abgenudelt war, wie sie mir anfangs gut gefiel. Übrig geblieben sind aus dieser Phase nur Bands wie The Cure, Siouxsie and the banshees, Joy Division oder von mir aus auch R.E.M., ein Beispiel eher aus den 90ern. Für den Song "pornography" hab ich z.B. (ohne zu übertreiben) mind. 50 Anläufe gebraucht, bis er mir ein wenig im Ohr hängen blieb, heute ist er mein Lieblingssong. So kanns gehen und das ist für mich tolle Musik, nicht diese hier-rein-und-da-wieder-raus-Mucke. Klar steht das jedem frei, aber dann sollte auch nicht über sowas diskutiert werden, weil den Musikgeschmack der Mitleser ändert man durch sowas auf langfristig eh nicht. daher ist dies auch mein erster und letzer Post zu diesem Thema.
    Und außerdem wehre ich mich vehemnet gegen diese Beschuldigung, jeder würde mal ein belangloses Pop-Liedchen vor sich hin-pfeifen/trällern oder summen: ICH NET!! So hoch sind meine Ansprüche dann doch noch!

    Gruß
    Matthias

  6. #25
    Benutzerbild von Torsten

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    @ Irvine:

    Finde ich toll, Irvine, dass du hier keine Zweifel über deine Einstellung aufkommen lässt. Wir alle wissen sicher auch solch differenziert-substanzielle Kommentare zu schätzen - vor allem, wenn sie von Leuten kommen, die eigentlich "keinen Bock mehr auf philosophische Abhandlungen" haben.

    Außerdem ist es natürlich hochinteressant zu erfahren, was jemand zu dieser Thematik sagt, der quasi in jedem dritten Posting The Cure oder Robert Smith erwähnen muss. Denn das zeugt ja ganz besonders von musikalischer Bandbreite, und die Stellungnahme solcher Zeitgenossen ist natürlich unverzichtbar.

    Bitte teile uns unbedingt auch deine Meinung zu Fancy, Bad Boys Blue, Den Harrow oder Samantha Fox mit. Denn wir unwürdigen Kreaturen lechzen danach, nun endlich von kompetenter Stelle aus bekehrt zu werden. Niederknien will ich und Abbitte dafür leisten, dass mir Unwissendem eingängige Melodien gefallen haben und ich Schuld auf mich lud, indem ich mir die lasterhaften Machwerke von "musikalischen Verbrechern" angehört habe.

    Unverzüglich werde ich meine ABBA-CDs verbrennen und mir stattdessen nur noch Scheiben von The Cure oder Joy Division ins Regal stellen. Ich werde außerdem meine unbeschwert-fröhliche Lebenseinstellung sofort aufgeben, mich ausschließlich in dunkle Kleidung hüllen und mit ernstem Gesichtsausdruck durch die Weltgeschichte laufen.

    Zudem bitte ich um Gnade ob meines dieserorts gestarteten Threads. Ich beichte hiermit, diese Debatte in meinem unverzeihlichen Dünkel für interessant gehalten zu haben und hoffe auf deine unendliche Güte, mich nur mit 50fachem Hören von "Pornography" zu bestrafen. Denn Sündern wie mir muss der rechte Weg gewiesen werden, auf dass eines Tages auch mir der Weg ins musikalische Paradies offen steht...

    Bitte lass mich wissen, ob meiner Seele noch Rettung beschieden ist...


    @ Lutz:

    Ich nehme alles, was ich dir gegenüber zum Thema "Verbohrtheit" geschrieben habe, sofort zurück. Denn erst heute ist mir klar geworden, was dieses Wort wirklich bedeutet...
    --
    --

  7. #26
    Benutzerbild von Imaginary Boy

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    @Torsten
    1. Ich breche mein Versprechen zum wiederholten Male, zu solchen Threads nichts zu schreiben
    2. Ganz richtig: meine musikalische Bandbreite ist in etwa so:.......stell dir den Abstand vor, den Witzeprinzen und Kirmeskomiker mit ihrem Zeigefinger und Daumen zeigen, wenn sie erzählen wollen, wie kalt es doch momentan ist. Natürlich bringe ich oft Herrn Schmidt und seine "Düstermänner" ein (leider fehlt die hier das Hintergrundwissen, Thorsten, denn knapp die Hälfte aller Cure-Scheiben sind ziemlich fröhlich und ausgeflippt, aber noch dazu mit geistreichen, ausgeklügelten Texten), denn sie sind für mich auch das Maß aller Dinge, an denen ich andere messe und die daran meist gnadenlos scheitern. Sie sind aber auch nur dadurch dazu geworden, dass ich mich Jahre durch dieses von dir besagte Easy-Listening-Geduddel quälen, um zu dieser, eben meiner eigenen Ansicht zu gelangen.
    3. Wie heißt es doch und hieß es bei dir doch sicher auch damals im Unterricht: den Text aufmerksam durchlesen, am Text arbeiten und ganz wichtig der Grundsatz aller Deutsch-Unterrichte: WAS STEHT IM TEXT?
    Im oberen Text von MIR finde ich folgenden Satz:
    "Klar steht das jedem frei, aber dann sollte auch nicht über sowas diskutiert werden, weil den Musikgeschmack der Mitleser ändert man durch sowas auf langfristig eh nicht."
    Denk nochmal kurz oder ebbes länger drüber nach, und dann wird dir hoffentlich klar, wieso dein Anwortposting völlig für den Ar.... ist!
    Kurz gesagt: es interessiert mich eine Furz, was du hörst!
    Außerdem widersprichst du wieder einem deiner (nahezu in jedem Posting) erwähnten Grundsätze, sich nämlich nicht ständig von anderer Leute Meinung auf den Schlips getreten zu fühlen. (ich glaube, so war doch der Wortlaut...mittlerweile müsste ich den doch eigentlich bei DER Häufigkeit gebetsmühlenartig runterleiern können..?)

    Frohe Feiertage
    Matthias

  8. #27
    Benutzerbild von J.B.

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    Nachdem ich mich nun über einen längeren Zeitraum in dieses hochinteressante Thema eingelesen habe, bleibt mir fast nichts anderes übrig, als auch noch was dazu zu sagen !

    Das Thema ist absolut interessant, aber ich denke man muß einiges etwas differenzierter betrachten.

    Zunächst mal ist es sicherlich so, dass jeder, der sich mit Musik, ob als Musiker oder Fan oder beides, beschäftigt, andere Maßstäbe anlegt. Das jeder über einen völlig eigenständigen Musikgeschmack verfügt ist schon mal klar. Interessanter wird es da bei den Wertungskriterien.

    Ich denke jeder Musikliebhaber bewertet Musik nach anderen Kriterien. Dem einen kommt es auf die Melodie an, der nächste legt Wert auf eine bestimmte Instrumentierung und wieder ein anderer achtet vor allem auf Texte und bewertet Musik sprich Songs dementsprechend. Daher kann ich sowohl z.B. Irvines Meinung verstehen, als auch die von Torsten. Da jeder seine ureigensten Bewertungskriterien hat denke ich es ist müssig darüber zu diskutieren.

    Wenn ich den Sinn des Threads aber richtig deute, geht es hier um das Phänomen der Melodien. Und ich bin der festen Überzeugung, dass man gute und eingängige Melodien, die schnell im Ohr hängen bleiben braucht, um möglichst viele Platten zu verkaufen. Unter dem Gesichtspunkt der Massentauglichkeit und der Verkaufszahlen sind Melodien das A und O. Wie oben schon erwähnt haben Musikfans ihre eigenen Bewertungskriterien, aber auch nur, weil sie sich eingängig mit Musik befassen. Die große Masse der Musikhörer bzw. Käufer will sich gar nicht zu sehr mit der Musik und dem was veilleicht dahinterstecken könnte befassen. Sie wollen einfach nur unterhalten werden, von möglichst einfacher und stimmungsvoller Musik! Und die haben sowohl die Beatles, ABBA als auch Modern Talking gemacht.

    Diese Gruppen miteinander zu vergleichen ist ziemlich schwer, da ich nicht denke, dass dazu nur Verkaufszahlen oder Singlehits o.ä. gehören. Man sollte sich vielmehr auch mit den Umständen und Gegebenheiten der Zeit, in der diese Musik entstand beschäftigen.

    Warum hatten die Beatles einen so großen Erfolg??? Weil sie für mich die Erfinder der POP-MUSIK sind! Darum!!! Zum ersten Mal kam da eine Musik mit eingängigen Melodien und, zumindest am Anfang noch massentauglichen Texten, aus dem Radio. Während der Rock'n'Roll der Jahre davor eher eine Art Ausdruck der Rebellion und ein Brechen mit der bis dato vorherrschenden Musik war, mit der sich zwar viele, aber eben nicht zu viele identifizieren konnten, so war der Pop der Beatles etwas vollkommen anderes. Eine Art von Musik, die für fast jeden etwas hergab ohne dass er/sie sich gleich damit identifizieren mußte. Auch darf man das Fernsehen nicht vergessen, denn das kam gerade in die Wohnzimmer der Nationen und trug einen erheblichen Teil zum Erfolg der Beatles bei.

    Nun zu ABBA. Musik war etwas alltägliches geworden und sie begann sich in einzelne Genres zu unterteilen. In diesen Genres fanden all diejenigen eine Nische, die sich abgrenzen wollten oder bestimmte Ansprüche an Musik stellten. Dennoch blieb Pop als die Musik präsent, die einfach den meisten Menschen gefiel, weil sie eben nur Musik hören wollten und nicht über den Sinn von Melodien, Rhythmen oder Texten diskutieren wollten. Und hier setzten ABBA mit ihrer Musik an. Sie machten Musik für alle. Dennoch zeigt sich schon bei ihren Songs der breitere Grad an Musikgenres. ABBA haben wesentlich mehr verschiedene Einflüsse verarbeitet als damals die Beatles. Diese Einflüsse, verpackt in genial vielschichtigen ,wie auch einfachen Melodien machten den einzigartigen Erfolg aus. Dazu kommt noch ein weiterer wichtiger Faktor. Die Qualität der Alben!!! Wenn man sich ein ABBA Album anhört, ist es abwechslungsreich und dennoch von vorne bis hinten durchweg gut und eingängig. Ein Indiz dafür, dass es sich also damals gelohnt hat das ganze Album zu kaufen. Und dies ist auch schon meine Überleitung zu Modern Talking und deren Phänomen.

    Unbestritten ist sicherlich die Tatsache, dass Herr Bohlen von Modern Talking ein Händchen für eingängige Melodien hat. Was ihn aber komplett von ABBA und den Beatles unterscheidet, ist meiner Ansicht nach das bewußte Abzielen auf Hitsingles. Denn mal ehrlich, Songs wie Brother Louie, Chery Chery Lady, Atlantis Is Calling usw. kennt jeder, aber was ist mit den anderen Songs auf den MT-Alben??? Es ist für mich schon eine hohe Kunst, durch geschicktes variieren eines einzigen Songs zig Hits zu erzeugen, aber diese Kunst versagt für mich spätestens in dem Augenblick, in dem das Restmaterial für ein Album entsteht. Ich wage zu behaupten, dass Modern Talking nicht nur die Erfinder des "Eine-Melodie-Macht-50-Singlehits-Phänomens" waren, sondern auch die Erfinder der Filler!!! Herr Bohlen hatte den Geist der Zeit erkannt und richtig reagiert. Denn es entwickelte sich bei der Hörer-/Käuferschaft eine neue Einstellung. Ich nenne es den Single-hören-Album-ungehört-kaufen-Effekt. Dies hat zu rasanten Verkaufszahlen geführt und ich möchte nicht wissen, wie viele sich nach dem Kauf der MT-Scheiben nur die bekannten Singles angehört haben, weil der Rest der Musik irgendwie langweilig oder, wenn experimentell, nervig waren. Und ich denke letzten Endes haben Modern Talking ihren großen Erfolg auch der ständigen Präsenz im Radio und TV und dem Fehlen ernsthafter Konkurrenz zu verdanken. Sie waren für mich eine der letzten "Stand-Alone-Gruppen". Heute zieht jede Gruppe die etwas Erfolg aufweist gleich zig Klone nach sich und geht in dieser Konkurrenz unter, wenn es darum geht Massen für sich einzunehmen.

    In diesem Sinne Euer

    J.B.

  9. #28
    Benutzerbild von Heinzi

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    J.B. postete
    Und ich bin der festen Überzeugung, dass man gute und eingängige Melodien, die schnell im Ohr hängen bleiben braucht, um möglichst viele Platten zu verkaufen. Unter dem Gesichtspunkt der Massentauglichkeit und der Verkaufszahlen sind Melodien das A und O.
    Einspruch am Rande...

    In der aktuellen von R'n'B- und Hip-Hop-Produktionen überfluteten kommerziellen Musiklandschaft nimmt der Rhythmus eine in etwa gleich wichtige Rolle ein wie die Melodie, woran auch der Umstand, wonach einige Tracks aus dem Bereich Refrains mit eingängigen Melodien aufweisen, nichts ändert...
    Man höre sich etwa nur mal die neue Single von Jennifer Lopez, "Jenny from the block", an...
    Der Song besteht eigentlich nur aus der penetranten Dauerwiederholung des Refrains mit der musikalischen Eingängigkeit eines Kleinkinderreims...

    Ich wage zu behaupten, dass Modern Talking nicht nur die Erfinder des "Eine-Melodie-Macht-50-Singlehits-Phänomens" waren, sondern auch die Erfinder der Filler!!! (...) und ich möchte nicht wissen, wie viele sich nach dem Kauf der MT-Scheiben nur die bekannten Singles angehört haben, weil der Rest der Musik irgendwie langweilig oder, wenn experimentell, nervig waren.

    Aufgrund der Tatsache, wonach man gute - will heissen eingängige und nicht zugleich nervende - Songs aus dem kommerziellen Disco-Fox-Genre à la Modern Talking oder Bad Boys Blue halt nicht am Laufmeter produzieren kann, würd' ich mal behaupten, es ist für solche Acts schlichtweg unmöglich (Compilations ausgenommen), durchwegs gute Alben hinzukriegen, was aber aufgrund der angesprochenen "Ein, zwei starke Singles reichen eh, um das Album zu verhökern"-Mentalität vieler Konsumenten den Act auch nicht im Geringsten stören wird...
    Im Übrigen tut jeder Interpret, der vielleicht mal 'ne goldene Schaffensphase aufweist, in welcher er ausnahmsweise zahlreiche starke Songs auf die Reihe kriegt, auch gut daran, sich einige für das kommende Album aufzusparen, anstatt unnötigerweise alle auf dem aktuellen Longplayer zu verbraten und dann, nach Beendigung der Glückssträhne, für den Nachfolger nichts Gescheites mehr zur Hand zu haben und schnurstracks in der One-Hit-Wonder-Hölle zu landen...

    Den meisten Acts jedenfalls, welche ihr aktuelles Werk standardmässig mit dem Satz "Ham' sehr viele Songs geschrieben und nur die besten für's Album rausgesucht..." verkaufen, möchte man direkt zurufen...

    "Das beste aus 'nem Haufen Müll, bleibt nunmal Müll...!"


  10. #29
    Benutzerbild von J.B.

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    @ Heinzel

    Was den Rhythmus angeht hast Du völlig recht, ich hab mich nur unglücklich ausgedrückt als ich von Melodien sprach. Ich meinte damit mehr oder weniger das gesamte musikalische Arrangement eines Liedes .

    Dein letzter Satz spricht mir aus tiefster Seele!!!


    Und was mir im Nachhinein noch eingefallen ist:

    Selbstverständlich können Gruppen wie MT nicht durchgängig gute Alben machen, denn die meisten Songs in diesem Metier ähneln sich doch sehr und die Gruppe beschränkte sich auch sehr stark was andere musikalische Einflüsse angeht. Was einem als Single noch eingängig erscheint wird auf einem Album spätestens nach dem vierten Song nervig und langweilig vorkommen. MT hätten alle ihre Songs als Singles herausbringen sollen, dann wären auch die von mir als Filler bezeichneten Songs allesamt Hits geworden !

    Gruß

    J.B.

  11. #30
    Benutzerbild von Heinzi

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    Heinzelmaennchen postete
    In der aktuellen von R'n'B- und Hip-Hop-Produktionen überfluteten kommerziellen Musiklandschaft nimmt der Rhythmus eine in etwa gleich wichtige Rolle ein wie die Melodie, (...)
    Man höre sich etwa nur mal die neue Single von Jennifer Lopez, "Jenny from the block", an...
    Der Song besteht eigentlich nur aus der penetranten Dauerwiederholung des Refrains mit der musikalischen Eingängigkeit eines Kleinkinderreims...
    Kleiner Nachtrag zu meiner Aussage...

    Zwar weist der Gesang des Tracks eigentlich noch nicht mal die Eingängigkeit eines "Kleinkinderreims" auf, doch darf man die flötentonartige Melodie, welche dauernd im Hintergrund dudelt, nicht vergessen, welche hier eindeutig die Rolle des "Hitmachers" übernimmt, desjenigen Elements also, woran man sich, kaufentscheidend, immer wieder erinnert...
    Oftmals dürften es gerade solche Details sein, welche den "Wert" eines Songs, in kommerzieller wie künstlerischer Hinsicht, ausmachen...

    Dass im Übrigen auch der blosse Rhythmus eines Tracks ein hohes Mass an Eingängigkeit aufweisen kann, zeigt meines Erachtens sehr schön die vorletzte Single der No Angels, "Let's go to bed", welcher von Mousse T (das ganze lief ja unter dem nur mässig frivol wirkenden Projektnamen "No angels in bed with Mousse T") ein penetranter Housebeat verpasst wurde, der die Vocals ziemlich in den Hintergrund drängt und sich intensiv in die für's "Musikalische" zuständigen Gehirnwindungen reinfrisst...!
    Gefällt mir gut...


    Und wenn'wer schon dabei sind, folgt jetzt auch noch von mir ein Beitrag zum eigentlichen Thema des Threads, wobei ich versuche, mich möglichst kurz zu fassen...

    Idealerweise, um, grübelnd und sich ärgernd, das Leben unnötig erschwerende Emotionen aussen vor zu lassen, sollte man Musik halt einfach Zweck gebunden sehen und konsumieren...

    Ich beispielsweise höre mir sehr gerne "Italo Disco" und vergleichbare Acts wie Bad Boys Blue oder Modern Talking an, denke mir dabei aber doch immer wieder, manchmal beinahe angewidert, dass die Texte doch eigentlich unter aller Sau sind und die Machart der Songs geradezu ermüdend eintönig wirkt...
    In solchen Momenten im Übrigen lässt mich denn auch ein Gedanke an "richtige" Liebhaber der Mucke, "Hardcore-Fans", die, begeistert, nur oder überwiegend entsprechendes konsumieren, intensiv am Leben der Acts teilhaben und sich wohl auch der ganzen Marketing-Schiene hingeben, richtiggehend schaudern...


    Als Hintergrundmucke ("sich berieseln lassen" ist in diesem Zusammenhang wohl ein häufig gebrauchter Ausdruck) oder um einen in Discolautstärke, mit oder ohne Tanz, vollzudröhnen, ist die Musik aber Spitze und erfüllt so ihren - von mir für mich verliehenen - Zweck...

    Bei anderer Musik hingegen - in meinem Falle weniger "gitarrenlastig" als vielmehr elektronisch geprägt - höre ich halt auch öfters mal genauer hin, lausche der Melodie, dem Rhythmus oder den Vocals und bekomme dabei ein, die Leistungen der Künstler zwangsläufig anerkennend, wenn nicht bewundernd, wohliges, vom sich beim Konsum der anderen Musik einstellenden natürlich unterscheidendes Gefühl...

    Die zweitgenannte Musik wohl als "anspruchsvoll" bezeichnend, würd' ich diese demzufolge nicht unbedingt als "aufwändiger produziert", sondern vielmehr als "andere, vielleicht tiefer gehende, nicht aber bessere Gefühle als das 'Seichte' hervorrufend" definieren...
    Und auch sie erfüllt natürlich ihren Zweck...

    Missen möchte ich beides nicht...

    Amen!


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