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Abba, Modern Talking und die Sache mit den Ohrwürmern

Erstellt von Torsten, 25.11.2002, 15:25 Uhr · 92 Antworten · 7.025 Aufrufe

  1. #51
    Benutzerbild von Lutz

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    "Supernasen":

    Na dann haben wir offensichtlich ein unterschiedliches Verständnis von Kult. Für mich war das Presserummel - aber kein Kult.

    Ein Kultfilm ist zum Beispiel ohne Frage "Blues Brothers". Nur mal um die ganze Sache etwas deutlicher zu machen.

    Lutz

  2.  
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  3. #52
    Benutzerbild von
    Lutz postete
    Na dann haben wir offensichtlich ein unterschiedliches Verständnis von Kult.
    Nicht nur wir, lt. Duden ist "Kult" z. B. die „an feste Formen, Riten, Orte und/oder Zeiten gebundene religiöse Verehrung einer Gottheit.“
    Und ich habe weder Thomas Gottschalk noch die Blues Brothers angebetet (letztere finde ich übrigens auch irgendwie "pupsig", wie Hella von Sinnen es wohl leider ausdrücken würde *g*).

    So erkennen wir: Auch hier definiert sich wieder irgendwie jeder seinen Kult selbst. Eine Frechheit... ;-)

    QBert

  4. #53
    Benutzerbild von Lutz

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    Na wenn Du schon den Klugscheißerduden zitierst:

    -snip-

    Kultfilm:

    Als besonders eindrucksvoll beurteilter und immer wieder angesehender Film.

    -snap-

    Aber jetzt wo Du’s erwähnst. Ich vergaß die regelmäßigen Kult-Supernasen-Conventions mit unzähligen Stargästen aus dem Film. Die unzähligen Supernasen Fantreffen. Die ständigen Supernasen-Abende in Programmkinos. Die regelmäßigen Supernasen Konzerte. Jener beispielose Kult mit unzähligen Fan-Artikeln um diesen eindrucksvollen Film, die diesen ja fast schon tagtäglich ins Gedächtnis rufen. Ein echter Evergreen... ja der Archetyp des Kultfilms der ein ganzen Jahrzehnt – ich möchte sagen eine ganze Generation geprägt hat. Frag Leute auf der Straße nach den Kultfilmen. Kaum jemand wird die Supernasen ungenannt lassen.

    Thomas Gottschalk wird selbst in den USA, wo er ansonsten fast unerkannt bleibt, auf seinen Kultfilm angesprochen: „Tomas you did a great job – this is awesome“.

    Derzeit wird über ein Remake zusammen mit anderen Kultfilmen wie: „Wenn die tollen Tanten kommen“ und „Die tollen Tanten mit dem Schloßhotel“ nachgedacht. Mehr dazu in der Supernasen-Gala die vom Kultmoderatoren-Team Franklin (Deine Chance um 11) und Arabella (Schreien am Mittag) moderiert wird.

    Mit kultigen Grüßen

    Lutz

  5. #54
    Benutzerbild von Heinzi

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    Lutz postete
    @Heinzelmaennchen

    Wenn man nach Karasek oder auch Dir (?) ginge müßte also z.B. "Zwei Nasen Tanken Super" (mit Tommy G. und Mike Krüger), seinerzeit ein Kassenschlager ( = Kult ist, was sehr vielen Leuten gefällt), ein Kultfilm sein. Warum ist er das nicht?
    Ich denke, für viele Leute, die ihn damals schon gekannt haben, dürfte er tatsächlich (noch heute) "Kult" sein, auch wenn nicht wenige ihn ähnlich sehen werden wie ich, nämlich als dermassen mies, dass er schon wieder Spass macht...
    "Neulinge" dagegen dürften, den Charme der Nostalgie halt nicht verspürend, nicht viel mit dem Machwerk anfangen können und ihn allenfalls als frühen Vorläufer des heutigen "Trash"-Kultes kultig finden...

    Was Karaseks und mein "Kult"-Verständnis anbelangt, so gilt für mich, dass sich "Kult" und "Qualität" natürlich nicht ausschliessen müssen (letztere aber eben auch nicht zwingend dazugehört), wobei ich mal davon ausgehe, diese Ansicht gelte auch für den Literatur-Mops...

  6. #55
    Benutzerbild von
    @ Lutz

    Wie gesagt, in gewissem Rahmen sieht das mit dem Kult oder nicht Kult jeder etwas anders. Kult hinterlässt auf jeden Fall seine Spuren, so z. B. hier:

    http://forum.tv-kult.com/showtopic.php?threadid=411

    QBert

  7. #56
    Benutzerbild von Torsten

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    Zu den Postings 032 bis 042:


    @ Lutz:

    "Irgendwie kann ich mich dem Eindruck nicht verwehren, dass du den Hang zum Trash hast, Torsten."

    Ich habe viel eher einen Hang zur qualitativen Vielfältigkeit. Prinzipbedingte Ablehnung jedweder Art (das, was QBert mit "... weil nicht sein kann, was nicht sein darf" beschrieben hat) ohne vorherige Prüfung ist mir ein Graus. Und solange ich

    - sowohl Modern Talking als auch z. B. Flim & The BB's, Thom Rotella oder Eva Cassidy höre;

    - sowohl zwei- bis dreimal im Jahr 'ne Bild-Zeitung kaufe, aber auch den Spiegel oder z. B. Bücher von Norbert Bolz lese;

    - mir sowohl die RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" als auch z. B. das ZDF-"Nachtstudio" oder das "Philosophische Quartett" ansehe,

    mache ich mir um mein Seelenheil nicht die geringsten Sorgen und lasse mir auch gerne nachsagen, ich hätte einen Hang zum Trash. Das fördert dann nämlich vor allem meinen Hang zum "intellektuellen" Understatement...

    Du sagst: Ich lese die Bild-Zeitung nicht, weil ich die teilweise menschenverachtenden journalistischen Praktiken zum Kotzen finde und ein solches Schmierenblatt (was es ohne Zweifel auch ist) nicht noch unterstütze. Mein Selbstwertgefühl gebietet mir diese konsequente Haltung.

    Ich sage: Selbst wenn der Anteil der Bild-Zeitungs-Käufer, die dieses Blatt wie ich nur gelegentlich als kurzen Info-Happen "missbrauchen", utopisch hohe 25 % beträgt und dieser Prozentsatz ab sofort kein Exemplar mehr kaufen würde, wäre dessen Existenz nicht mal ansatzweise gefährdet. Soll heißen: Hier handelt es sich mal wieder um ein Phänomen, dass nur durch eine kollektive Bewusstseinsveränderung aller Beteiligten zum Einsturz gebracht werden könnte. Da dies aber leider nicht zu erwarten ist, nutze ich den geringen Sinngehalt zu meinen Zwecken.

    Solltest du Interesse daran haben, diese philosophische Grundsatzdiskussion fortzuführen, sach Bescheid und wir verlegen das Ganze in einen gesonderten OT-Thread. Möchte hier nämlich nicht gänzlich vom eigentlichen Thema abweichen...


    "Also ich würde Scooter als Modern Talking für die 90er sehen. Ein Stück klingt wie das andere und sie sind oberpeinlich. Paßt eigentlich perfekt."

    Sorry, aber an dieser Aussage passt meines Erachtens eigentlich gar nix. Ich will jetzt gar nicht groß die Unterschiede aufführen - der größte wird nämlich erst in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren deutlich werden (Stichwort "zeitlos")...


    @ QBert:

    "Irvine hat Recht, den Musikgeschmack anderer Menschen, wird man durch solche Threads nicht ändern."

    Ja, da hat er Recht. Dummerweise hat er bisher aber immer noch nicht kapiert, dass es darum gar nicht geht...


    "Klar wird die Güte der Charts dadurch in Mitleidenschaft gezogen und die großen Labels stellen sich damit selbst ein Bein, wenn Musik zur Wegwerfware wird, aber auch diese Entwicklung wird sich wie so viele andere irgendwann umkehren, weil der Markt es verlangt und bestimmte Richtungen fallen lässt."

    Tja, die Hoffnung stirbt zuletzt...

    Thema PC-Mucke:

    Also dass die Schwemme von musikalischen Wegwerfprodukten in den letzten zehn Jahren drastisch zugenommen hat, dürfte ganz sicher mit dem Fortschritt der Technik und deren Zugänglichkeit für quasi jedermann zusammenhängen.

    Außergewöhnliches Talent ist - zumindest in gewissen Genres wie Dancefloor oder Techno - ja kaum noch vonnöten. Solange man sich noch an alten Klassikern bedienen kann und selbst die miesesten Stimmen per Vocoder chartstauglich getrimmt werden, sind eventuell vorhandene Fähigkeiten ja noch nicht mal gefordert. Der Mensch ist eben nicht nur ein Gewohnheits-, sondern auch ein Bequemlichkeitstier.

    Scooter sind doch das beste Beispiel: Ende der 80er machten sie als Celebrate The Nun Elektro-Pop in der Art von Camouflage, und das war weiß Gott keine üble Mucke. Dann entdeckten sie in den 90ern, dass man mit geklauten Melodien und schnell zusammengewurschtelten Kirmestechno-Produktionen viel schneller und effektiver an die große Kohle rankommt - und zack, war das künstlerische Selbstverständnis ratz-fatz über Bord geworfen. Nuttiger könnte keine Prostituierte sein...

    Leute wie Moby taugen daher meines Erachtens auch nicht als Beispiel in dieser Diskussion. Der Mann liefert gute Qualität ab, weil er sich selbst auch als echter Musiker begreift, denn er beherrscht ja auch mindestens ein klassisches Instrument (Klavier, soweit ich weiß). Gar nicht zu vergleichen mit dem Gros dessen, was sonst so in den Charts herumgeistert.

    Wir sind uns ja vollkommen darin einig, dass auch seichter Kommerz-Pop seine Existenzberechtigung hat. Wenn dieser aber völlig frei von eigenen Ideen ist und nicht nur die Stücke eines Interpreten, sondern die der meisten Protagonisten im Vergleich zueinander völlig gleich klingen, dann ist irgendwann ein Punkt erreicht, wo diese belanglose Einheitssülze nur noch von ihrem Marketing lebt. Anders ist doch ein Erfolg eines Hirnrisses wie der "Flat Beat" von Mr. Oizo (hat es eigentlich jemals eine absurdere Nummer Eins gegeben?) nicht zu erklären...

    Und am schlimmsten daran ist, dass die Macher hinter diesen Entsetzlichkeiten von den Medien auch noch hofiert und als Stars gefeiert werden, obwohl sich nicht selten schon nach einem Jahr kein Mensch mehr an sie erinnert...


    @ Heinzelmaennchen:

    "... auch ABBA's fließbandartige Ohrwurmproduktion hatte eben ihre Grenzen..."

    Für die Quantität stimmt das natürlich - aber nicht für die beispiellos zeitlose Qualität...

    Im Übrigen dürfte das wohl bei jedem Musiker der Fall sein. Überhaupt müssen in der Pop-Welt gewisse Mythen relativiert werden; so schreibt z. B. auch Frank Laufenberg in seinem Rock- und Poplexikon zu den Beatles:

    "Drum hier am Anfang zwei Zahlen, die verblüffend für diejenigen sind, die heute im Rückblick die Zeit der Beatles nicht erlebt haben, auf der anderen Seite von ihren Eltern vom Stellenwert dieser Formation gehört haben. Zwischen Oktober 1962 und März 1970 veröffentlichten die Beatles 22 Singles. In einem ähnlich kurzen Zeitraum sind 13 LPs und 14 EPs erschienen. Auf den EPs ist in der Regel schon wieder Material, das auf Single oder LP vorliegt. Das war es. Mehr haben sie offiziell nicht herausgebracht. Und wer diese Platten hat, hat das Beste der Beatles zu Hause stehen. So genannte 'Rare' oder 'Ultra Rare Tracks' sind völlig überflüssig und geben in den meisten Fällen auch nicht das wieder, was die Gruppe für veröffentlichungswürdig befand."

    Am Stellenwert der Beatles ändert natürlich auch eine solche nüchterne Betrachtung der Fakten nichts. Wie solche Analyen allerdings hinsichtlich vieler aktueller Interpreten nach deren Karriere-Ende ausfallen würden, möchte ich lieber nicht wissen...
    --
    --

  8. #57
    Benutzerbild von woody

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    623
    oh Mann Torschten, mach lieber deine datenbank aber nur mal zu ABBA, ich mag das RING RING viel lieber als Waterloo obwohl es ein Jahr zuvor die Leute ganz anders gesehn haben, bei der Grand Prix Auscheidung

  9. #58
    Benutzerbild von
    @ Torsten & Lutz zum Thema BILD

    Ich habe mir in meinem Leben auch mehrere Dutzend BILD-Zeitungen gekauft. Gleichzeitig habe ich mir aber auch jede Menge hochwertiger Zeitschriften zu Gemüte geführt, wie z. B. Handelsblatt, Wirtschaftswoche, Stern und Spiegel.
    Wenn ich also mal in eine BILD oder bei bild.de reinschaue, dann doch nur um zu Schmunzeln und um zu wissen, wer und was gerade die Lufthoheit über den Stammtischen hat, bzw. worüber z. B. mein Opa sich gerade aufregt, weils die BILD es fett titelt.

    Es gibt nunmal Leute, die brauchst Du nicht mit Argumenten vollblubbern. Fakten und Argumente interessieren die gar nicht. Die lesen BILD und haben direkt nach dem Lesen der täglichen Schlagzeile ihre neueste Meinung und Stimmung verpasst bekommen. Darauf will ich vorbereitet sein, denn ich kenne ein paar dieser Gesellen und mir geht diese Denke furchtbar auf den Sack. Dagegen an kommt man aber nur, wenn man sich mit "dem Feind" beschäftigt. Nebenbei sind aber manchmal auch ein paar absurde oder witzige Meldungen drin, auch der übliche Skandal-Klatsch hat *manchmal* seinen Reiz. Wenn Botschafterfrauen dabei natürlich ihr Kind verlieren o. ä. ist eine Grenze überschritten worden. Aber auch das kann man dann wenigstens exakt beurteilen, weil man es mitverfolgen konnte und nicht nur mal gehört hat.

    Insgesamt halte ich es für müßig anderen vorzuschreiben oder sie auch nur dazu animieren zu wollen, Publikationen/Sendungen aktiv zu boykottieren. Das ist Bevormundung und Aufzwängen von eigenen Moralvorstellungen auf andere. Das ist erst Recht nicht ok und funktioniert sowieso nicht, da jeder Mensch andere Interessen und Moralvorstellungen hat. Hier kann nur das Gesetz Grenzen setzen und festlegen, wo es anfängt illegal zu werden. Alles was sich unterhalb dieser Grenze bewegt kann, darf und soll stattfinden, sonst knallen wir alle irgendwann durch. Der Mensch an sich ist nunmal kein Friede-Freude-Eierkuchen-Tier und im Rahmen ist das auch ganz gut so, sonst würde ich mir n' Strick nehmen (wenn alles verboten wäre, wo mir schonmal jemand reinreden wollte).

    @ Torsten zum Thema PC-Mucken-Schwemme

    Klar, der Anteil der lieblos zusammengeklickten "Humbahumbahumba Tüüüt tüt tüüüüt tüüüüüt dam dam da dam da dam Humbahumbahumba"-Mucke hat sich vervielfacht und viele Leute fressen es (noch). Doch es ist ganz offensichtlich, dass diese Art von Musik keine Qualität und keine unendliche Lebensdauer/Daseinsberechtigung hat. Nur weil derzeit viele solcher schlechten Titel gibt, heisst das noch nicht, dass das mit meiner Meinung nicht vereinbar ist (die ja war: Jeder hat eine Stimme, aber nicht jeder kann singen = Nur weil jeder Zugang zu PCs hat, kann er noch keine gute Musik machen). Die Kurve wird auch wieder nach unten gehen.

    Schauen wir doch mal in einen anderen Bereich: Noch vor 3-4 Jahren konnte jeder, der keinen Geschmack und kein Gefühl für Farbgestaltung und Nutzerführung hatte gewerbliche Websites anbieten, 200DM pro Stunde dafür verlangen und hat meistens sogar noch Aufträge dafür bekommen. Nun ist das Web ganz besonders schnelllebig und hat diese Stümper ruckzuck gekillt. "Professionelle" Websites in pink mit grünen Buttons, braunen Links und 10 Anim-GIFs pro Seite habe ich jedenfalls lange nicht mehr gesehen. Damals war das durchaus keine Seltenheit.

    Und so wird es sich auch mit dieser Musikrichtung entwickeln. Am Anfang, wenn neue Möglichkeiten entstanden sind, dürfen viele die prinzipiell können ihre Werke unter die Leute bringen. Aber irgendwann kommt ein Punkt, da setzt die Professionalität ein und die Luft wird dünn. Dann setzen sich nur noch die Besten durch (die Mobys). Quantitativ flacht die Kurve ab, qualitativ geht sie steil nach oben. Dann wird der Tatsache Rechnung getragen, dass eben doch nicht jeder der theoretisch etwas kann, damit praktisch auch etwas vernünftiges zustande bringt.

    QBert

  10. #59
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
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    6.613
    Zum Thema "Kult":

    Grundsätzlich bin ich angesichts der bisher geführten Diskussion zu dem Thema zum größten Teil der gleichen Meinung wie Lutz, und das will innerhalb dieses Threads ja schon was heißen...

    Wie ich schon vor langer, langer Zeit (da hatten wir noch das alte Forum) in einem Posting geschrieben habe, ist der Begriff "Kult" mittlerweile dermaßen ausgelutscht, dass heutzutage schon jeder halbwegs erfolgreiche Furz mit diesem Wort beschrieben wird.

    Für die Sparte "Film" gilt für mich, dass es nur eine sehr überschaubare Anzahl von echten Kultwerken gibt. Dazu gehören:

    - 2001 - Odyssee im Weltraum
    - Easy Rider
    - The Rocky Horror Picture Show
    - Das Leben des Brian
    - Blues Brothers
    - Pulp Fiction

    Oder auch folgende Reihen bzw. Mehrteiler:

    - Star Trek
    - Star Wars
    - Nightmare On Elm Street
    - Herr der Ringe (daran dürfte überhaupt kein Zweifel bestehen, dass dieses Werk zum Kult wird!)

    Und für die Kleinen vielleicht auch noch

    - Harry Potter


    Der Satz von Hellmuth Karasek trifft wahrscheinlich sogar zu, aber etwas anders, als ihn manch einer vielleicht versteht. Das Wort "Qualität" ist ja vom Grundsatz her zunächst mal wertfrei, sodass damit nicht zwangsläufig ein gewisser Anspruch, also "gute Qualität" im landläufigen Sinne, gemeint ist.

    Der Satz von Karasek bedeutet lediglich: Ob ein Film gut oder schlecht ist (oder als solcher empfunden wird), ist für die Entwicklung zu einem Kultstreifen völlig unerheblich. Darüber entscheiden letztlich andere Kriterien.

    Einen Großteil dieser Kriterien hat Lutz in seinem wunderbar ironischen Posting Nummero 052 schon genannt. Für einen Film wie "Pulp Fiction" wären außerdem noch zeitlos-geniale Sätze oder Dialoge zu nennen - und die sind ja bekanntlich gerade in den Tarantino-Streifen absolut göttlich (man denke nur an die Restaurant-Szene am Anfang von "Reservoir Dogs")...

    Machwerke wie die "Supernasen" als Kult zu bezeichnen, halte ich nicht nur für gewagt, sondern für völlig absurd. Wann, bitteschön, spricht man über diese Streifen schon, außer man hat gerade mal eine 80er-Show gesehen, die das wieder auffrischt? Die können damals noch so viele Zuschauer ins Kino gelockt haben - heutzutage kräht kein Hahn mehr nach diesem Schmu (womit wir mal wieder beim Thema Langlebigkeit wären)...

    Und gerne übernehme ich wieder die Arschkarte und verteidige Modern Talking, obwohl ich deren Mucke bis auf fünf oder sechs Titel auch nix abgewinnen kann (um mal dem offensichtlichen Eindruck entgegenzutreten, ich wäre ein echter Fan der Solariums-Fetischisten). Allein die Tatsache, für wie viele Menschen sie als musikalisches Feindbild Nummer Eins gelten, zeigt ja schon deren Kultstatus. Und je mehr diese Leute sich das Maul über sie zerreißen, umso mehr werden sie im Gespräch bleiben...

    Ich persönlich fand die "Mucke" der 5ex Pistols auch schon immer zum Würgen - aber den Kult-Status würde ich ihnen dennoch niemals absprechen!
    --
    --

  11. #60
    Benutzerbild von
    Torsten postete
    Zum Thema "Kult":

    Der Satz von Hellmuth Karasek trifft wahrscheinlich sogar zu, aber etwas anders, als ihn manch einer vielleicht versteht. Das Wort "Qualität" ist ja vom Grundsatz her zunächst mal wertfrei, sodass damit nicht zwangsläufig ein gewisser Anspruch, also "gute Qualität" im landläufigen Sinne, gemeint ist.

    ....

    Machwerke wie die "Supernasen" als Kult zu bezeichnen, halte ich nicht nur für gewagt, sondern für völlig absurd. Wann, bitteschön, spricht man über diese Streifen schon, außer man hat gerade mal eine 80er-Show gesehen, die das wieder auffrischt? Die können damals noch so viele Zuschauer ins Kino gelockt haben - heutzutage kräht kein Hahn mehr nach diesem Schmu (womit wir mal wieder beim Thema Langlebigkeit wären)...

    Aha, ich ziehe also mal mein ganz persönliches, natürlich wiederum völlig absurdes, Fazit daraus: Wenn Karasek sagt, dass die Qualität keine Rolle spielt, dann ist das auch so. Torsten sagt darüber hinaus, das es darauf ankommt, das noch möglichst viele Leute über etwas reden müssen, damit es Kult ist. Daraus könnte man boshaft auch den Schluss ziehen: Es geht nicht um die Qualität, sondern um die Quantität derer die noch über etwas reden. In Folge dessen darf es sich Kult nennen. Naja, da hätten wir aber eine Menge Kulte, die wir nicht wirklich haben wollen...

    Ich bitte darum anzuerkennen, das es eine Menge Leute gibt, denen Pulp Fiction oder Machwerke wie Harry Potter absolut nichts geben. Demgegenüber gibt es durchaus eine nennenswerte Zahl von Menschen (zu denen ich mich nicht zähle, mich aber wohl in der Lage sehe sie zu akzeptieren), für die trashige 80er Filme wie die Supernasen Kult genug sind, als das sie die Rechteinhaber dazu gebracht haben, den Streifen allen Ernstes nochmal auf DVD rauszubringen. Es ist also ziemlich egal, ob etwas nun für 6 Millionen oder nur für 600.000 Menschen Kult ist. Für mich z. B. ist Harry Potter purer Hype, bestenfalls ein Fall von Massenhypnose. Das gleiche empfand ich schon bei Filmen wie Titanic und dem etwas weniger erfolgreichen Pearl Harbor. Zu dieser Ansicht muss es genauso ein Recht geben, wie auf die "absurde" Idee zu kommen in einer persönlichen Kult-Film-Liste Dutzende zeitlose Kult-Klassiker zu ignorieren, nur weil sie älter sind als man selbst... Absurdität, wie auch Kult, sind also sehr persönliche Werte und man sollte sich davor hüten hier irgendwelche Allgemeinverbindlichkeitsansprüche anzumelden oder gar anderen Leuten "ihren" Kult in Abrede zu stellen. Man sollte es gerade hier also vielleicht lieber mit dem Freiherr von Logau halten und seine Zeit nicht mit einer müßigen Diskussion darüber "verrauchen" was sich nun Kult nennen darf und was nicht. Denn das man niemals allgemeinverbindlich wird festlegen können, was Kult *ist* und was *nicht*, dürfte jedem normal denkenden Menschen automatisch klar sein.

    QBert

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